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Die Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden / von Robert Durrer
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249
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Ennetbiirgen.

249

Bildschnitzer Hans Gisig um die Bilder S. Antons und S. Wendeis 1 ). 1578ward erst der Dachstuhl vollendet, 1580/81 ein Dachreiter erstellt und einGlöcklein angeschafft. Der Abt von Engelberg scheint damals den Altarkonsekrirt zu haben. Wohl der grosse Zulauf des Landvolks zu den beidenPatronen des Viehstandes machte schon nach acht Jahren einen vergrössertenNeubau nötig, von 15891593 ward daran gearbeitet, 1590 oder 1591 weihteihn der (WeihP)bischof von Konstanz und 1597 ward noch dem Meister PeterBarmetier ein «dafeien», ein Altarwerk, verdingt. 1622 ward von MorizSchwarz eine grössere Glocke gegossen, was eine Erneuerung des Dachreiterszur Folge hatte 2 ).

In der Sakristei der neuen Kirche befinden sich zwei alte Kelche vongotischer Form. Der eine, 19 cm hoch, von etwas gedrückten Verhältnissen,mit breiter, gegen den Rand leicht ausgeschweifter Kupa, trägt an dem Ver-bindungsstück zwischen dem getriebenen Fuss und dem sechsblättrigen Ständer

!) Diese Heiligen erscheinen schon auf den Flügeln des S. Jostaltars 1572, vgl. oben.

-) Das oben S. 242 Anmerkung zitirte, sonst so breit angelegte Buch Pfarrer Käslins kennt merk-würdigerweise die älteren im Pfarrarchiv Ennetbürgen liegenden Quellen nicht, weshalb ich nachstehendeAuszüge aus dem Rechnungsbuche und einigen andern Akten hersetze.

7577 .* me usgän iiij gl. Hans Gisyg um santen Denys bilt . . . Item aber usgän viij bazen und j ß.dem biltschnätzer um sant "Wandly.

1578: aber usgän v U um holtz dem Baiser Häder den dachstül ze machen.

1580: me usgän iiij ß. dem glogengieser Glückpfänig me usgän xx ß. um isennagel den hälm zu

beschlan me xij gl. dena zimerlüten vom hälm ze machen.

1581: me usgän i gl. dem apt. me usgän i gl. um sturtz zum hälmly ze deken und x ß.me usgän x batzen um ein gäter vor die kaplen dem dängler i gl. um den hanen uf die kaplen undstängly; x bazen um den knöpf uf den hälm. viiii 1 2 gl. dem dek den hälm ze deken. me usgän

iiiij gl. Mark Zimermann het är ferzert du är gen Bärn xin ist. me usgän xxvij krönen dem glogen-

gieser; die glogen ist schwär ein zäntner xv pfunt.

158g: me usgän j gl. den altarstein ab Stanzstat ufi füren xvi bazen denen murern den altarze machen iij kr. dem steinmäzen von dem dürgestel howen von geisbärger. Männlohn, Pflaster-pfannen, Schindlen, Stangen in pfeister xxiij gl. dem zimerman den dachstül ze machen. me hanich sälbs xiiij dag gewärchet von Phingsten im 88 jar bis uf Pfingsten im 89 jar, heisch ich aly dagx ß. git iiij gl. me usgän x bazen für den firstwin. Item man het dem Klous Jouchly diekaplen by Santen Deni ferdinget ze deken ein jetlich klafter um x bz. und sol är schindlen und nageldarzü dün.

In diese Zeit gehören drei undatierte Verträge: Verding zwischen Kapellvogt Melchior Kirsiterund Meister Ludwig Murer und Meister Gabriel um das Mauerwerk: « nämlich ein klaftter um xiij bazenhols und fols zu mässen und sol Melcker das pfullmäntt graben und das grüstholtz darzu dun . . . undsy sönds ouch wisgen». Dazu ein Verding mit Meister Kunrat «von dem dachstül am sant Andeni zemachen und den hälm ab disem kapli dün und uf die ander, unbrochen und an wittren kosten und solder hälm uf iiij stüt setzen und den die dachrustig uf das kor machen und die laten druf schlan, davonsol man viij gl. gän, iiij wen är anfat wärchen und iiij wen är das het gemacht» etc. Ferner ein vom8. Okt. (o. J.) datierter Vergleich zwischen «Melcker Kirsiter, vogt und buwmeister der niiwen kabelenam Bürgen, so man in der er sant Anthoni buwet» und Meister Ludi um einige Differenzen.

1590: me usgän xiiij bazen fern. Hans Murer het är den obristen alter gemacht und gewärchet.Uf sant Sebastianstag im 1590 jar han ich Melcker Kirsyter mit hilf Heini Schiligers, Marx Honeger,Jacob Schoüber, Baiser Biinters das dach uf der kappelen by santen Deny abgemäsen wie fil klafteren