i4o Von etlichen Heiligen/
doch von allem Fcur/ so wohl am Leibals Kleideren unversehrt ligen. Di-ses grosse Wunderwerk bewegte man-urglich daß sie GOtt dancketen für diegrosse erzeigten Gnaden / und bewein-ten den Todt des Gottseeligen Bru-ders / daß er so erbärmlich / um seinLeben kommen wäre. In dem aberdas Volck mancherley Reden tribe/wiedie Sach sich zugetragen hätte/ ob erermördt / oder in dem Dampff ersticktwäre/ da komt der Todtschläger des«£>. Mitbruders auch herzu/ jammeret/und beklagt sich auch übel über dieBrunst / und seines Mitbruders un-vorsehlichen Todt / er erzeigt sich lieblichund freundlich gegen dem Volck / unddem H. Einsidler / damit der Mord /und Argwohn nicht auf ihn fiele / undals er under andern hinzu gieng denH. Embericum zuküssen / fienge der H.Mann an zuschweissen/ und das Blutzuvergissen / dessen männiglich höchlicherschracke/ und erkannte/ daß der falscheBruder seines Mitgesellens Todtschlä-ger / und verbrenner wäre.
der Kirchen/da jetzt das Stifft 0 tt>brach erbauen ist/ geführt/ und alldabegraben. Als nun der AllmächtigGQtt/ seines getreuen Dieners Hei-ligkeit/ und Verdienst der Welt wol-te offenbahren/ und den Menschen/sosein Fürbilt begehrten/ und sein Grabbesuchten/ mancherley Gnad beweisen/wurden die Wunderzeichen in der Nä-he/ und Weite Kündbar / dardurch dieWallfahrt täglich zunähme/ die -vpf-fer/ und Vergabungen sich also ver-mehrten / daß die Pfarrkirchen zu ei-nem Kloster der Regulierten Chorhermoder Canonicorum Regularium St»Augustini/ mit der Grasten von Ky-burg Verwilligung veränderet wurde.Über des Gottseeligen Einsidlers/undMärtyrers Grab/ war zuderLincki sei-tenderKirchen ein grosse schöne gewölbteCapellen mit einem Altar gebauet/ diezwar noch aufrecht stehet/ ob wol deralte Catholische Glauben durch dasneue Evangelium hingelegt / und diealten Kirchen Gebräuch veränderetworden.
Cap. 4.
Man griffe den Bruder an/ der be-kannte von Stund an den Mord/ undallen Verlauff/ daraufwarer genKy-burg für den Grasten geführt / und istmit Urtheil / und Recht/zu dem Todt/und Rad verurtheilet / und Gerichtworden / und büssete also der Leib ausErden/ damit die Seel nichtverlohrenwurde. Des Gottseeligen Einsid-lers Leichnam aber wurde mit grossenEhren/ und Leyd von dem Volck zu
Dises Heiligen Einsidlers Embe-rici obgeschnbne Historia/ und Leben/wird in einer alten Züricher Chronickgefunden / und gelesen/ so im Jahrdes Herren 1444. vollendet worden /deren Exemplar eines in dem Gotrs-hauß Wettingen zufinden. Besiheauch unser Theatrum EcclesiasticumHelvetiorum , in Beschreibung
desStiffts Einbrach.
XU.
B. A,N ONYM US Eremita , &: Confessor.
einem unbekannten Heiligen Ein-
sidler/ und Beichtiger.
Um dasJahr 1200.dcn n ■ De-cembris*
Von
c* P . Underwalden in dem Kern-
wald/ in der Psarr Buchs/inder höhe des Burgcnbergs vordem Flecken hinüber/ an demOrth da unser Zeit S. Josten Capell/samt einem Bruderhäuslein stehet /wohncte vor Alten-Zeiten ( möchte umdas 1200. Jahr Christi ungefährlichgewesen seyn) ein frommer Gottseeli-ger Einsidler/ oder Waldbruder/ un-der einem Felsen/ oder Stein; diferBruder führte viel Jahr ein heiliges /und strenges Leben/ hielte sich still/undeingezogen/ mit den Menschen hatte erwenig Gemeinschafft/ gienge auch nichtaus seiner Einöde/ außerhalb was dieNothrurfft erforderte / und seines LeibsNahrung belangte. Endlich »ahme
er auch ein seeliges End/ und war ne-ben seiner Hölin begraben.
Mitler Zeit als der gemeine Mann Cif ‘ZU Buchs nicht wüßte/ daß der Gott-seelige Bruder gestorben/ sonder ver-meinte er wäre anderstwo hmgezogen /und seyn Wohnung/ aus Ursachen ver-änderet ; sahen fromme/ und andäch-tige Menschen über den Lucerner-Seehinüber/ vilmahl bey finsterer Nachtan difer Gegne/ da der Bruder ge-wöhnet hatte/ ein scheinbares Lischtglantzen / welches/ wann es ein Zeitlang gefchinen hernach widerum erlöschetwar. Daraufein ehrsame Gemein zuBuchs beschlossen / etliche Männer da-hin zufänden um zubesichtige» / und zu-
suchen /
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