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Maij *Cap. i, .
Von ihrenTugenden-
328 Aliquot BB. Virgines, & Moniales Ord, Praedicatorum in Toss.
leiben etlicher Gottsecliger Kloster-Jung-frauen deß Frauen-Klosters Thöß / Pre-. diger-Ordens in der Züricher - Land-schafft / so von dem 1300, biß in das ^Jahr Lhristi auch vor / und nach in Gott-seeligkeit deß Lebens geleuchtet.
Deren Heiligen Leben/ Vollkommenheit/ und Todt haben die from-me Schwestern gesagtes Gottshauses/ als fleißige Kinder ihren geistlichenMüttern / und Schwestern vor/ und nach zweyhundcrt Jahren in allerEinfalt bescheiden/ und den Nachkömmlingen hinderlassen: deren geschrib-ne Bücher theils in dem Gottshauß Diejsenhoffen / theils in St> Catha-rina bey Wyl in dem Thurgöu zufinden seynd-.
1.
Z. I D v A de Wetzickon.
Die seclige Jdda von Wetzickon.
jChwester Jdda ein gebohk-ne Freyfrau von Wetzickonaus dem Züricher-Gebiet/war in ihrer Jugend einemgar edlen Herren ihremSand gemäß verehelichet /mit deme sie etliche Jahr in grossen welt-lichen Wollüsten/und Liebe gelebt. Nachdem nun ihr Herr gestorben / bekämesie sonderliche Liebe zu dem geistlichenStand / deßwegen sie oft gen Thöß /das Kloster zUbcsichtigen/ und dero Le-ben / imd Wandel zuerkündigen käme/würd cmch bald hernach in den H. Or-den auffgenohmcn / Profeßion gethan/und darneben all ihr zeitliches Gut demOrden übergeben. Sie war eyfferigin Haltung der Regel/ in demGebetl/Armuth / und dergleichen Tugenden.Sie vergnügte sich mit schlechten / undwenig Speisten / also daß sie oft vorHunger / und strengem Abbruch nichtmöchte schlaffen. Ihre Kleider warengemeiniglich mit vilen Flecken verbes-seret. Im Gebett wäre sie andäch-tig / und bettete auch täglich mehr alSdie 7. Taazeit / man mochte sie auchnicht aus der Kirchen/ und von ihremGebett bringen ( ob schon ihre liebeFreund kommen wären) sie hätte dann
ihr Gebett vollendet / oder die Ge-horsame befähle ihr anders.
Dise gottseelige Schwester Jdda sie-le auf ein Zeit in ein schwere Anfech-tung / daß ihr alles mißfiele was sieanschauete / oder hörte / und sonder-lich so sie ihre Schwestern müßig sahe;sie pflegte hernach zusagen / daß es ihrwäre vil ringer gemessn / so man ihrhätte das Haupt abgeschlagen / oderzu einem andern Todt verurtheilet/ alsdiser Anfechtung widerstreben / und ü-berwinden können/ die sie doch hernachmit Göttlicher Hilss überwunden hat-te. Als auch auf ein Zeit ihr geistli-che Oberkeit Provincialis deß Ordensgen Thöß in das Kloster zuvisitieren tund ein neue Priorinzuerwöhlen kamen/förchtete unser gottseelige Schwester /sie wurde zu einer Priorin vorgesetztwerden/ derowegen gierige sie hennlicbzu den Provinciale»/ und sprach : wie»ch höre so solte Frau Jdda von W?-tzickon Mutter Priorin werden / zu dl-ser trage ich zwar ein grosse Liebe / aberdie Warheit. zusagen / sie ist zu solchem
Ambt untauglich/ dann durch sie wurdedas Convent an der Vollkommenheitund Mehrung verabsäumet. Der
Ehrwur?