Verrichtungen mit Freuden übernahmen, und dadurch ihren Adelvielmehr zu erheben, als zu erniedrigen glaubten.
Ich überlasse es andern Rednern, die Lugenden jener gott-seligen Männer anzupreisen, die sie aus St. Blasien erhalten ha-ben, des seligen Frowins, Abtes zu Engelberg, des seligen Wer-ners, ersten Abtes zu Wiblingen, und anderer: und will nur nochvon dem seligen Theodorich ersten Abte meines Klosters eine Mel-dung thun, den uns St. Blasien geschicket hat. Er ist nichtnur unserm Kloster drey und fünfzig Jahre mit so vieler Weisheitvorgestanden, daß er es von neuem aufgebauet, und die Einkünf-te desselben beträchtlich vermehret, sondern, was noch weit mehrist, auch als ein Muster eines exemplarischen Wandels, und allerTugenden vorgeleuchtet, und eben darum verdienet hat, daß seinName uns unvergeßlich bleiben wird, und wir allezeit erkennenwerden, daß er unser großer Wohlthäter war; wenn uns gleichwegen Lange der Zeit diese Wohlthaten gröstentheils unbekanntgeworden. Man rechne nun selbst, wie fruchtbar, und ergiebigdieser Garten an wahrer Tugend, und Frömmigkeit gewesen seynmuß, da diese auch auf fremdes Erdreich so häufig verpflanzet wor-den, ohne daß er selbst jemal einen Abgang gelitten hätte.
Die sandlasianischen Mönche aber haben ihren Eifer fürden Dienst des Herrn niemal mehr an den Tag geleget, als indem Zeitpunkte, wo er eben auf die gefährlichste Probe gestelletwurde. Da allein muß sich ächtes Gold von den Schlacken aus-scheiden. Erlauben sie mir, daß ich eine alte Wunde nocheinmal aufreiße, um dieses darzuthun. Ihr Väter, in welcheiner schrecklichen Lage befandet ihr euch damals, als die aufrüh-rischen Bauern euer Kloster im Jahre 1525. plünderten, undbald darauf verbranndten ! ihr sahet nur noch von weitem die trau-rigen Ueberbleibsel euerer Wohnungen rauchen, und mußtet euchda, und dorthin wie irrende Schafe verbergen, der Wuch dieserboshaften, und dummen Raubthiere zu entgehen. Aber indem
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