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schönste Gestalt häßlich mache, undseinem Leibe einen Schandfleck amhänge, der bis auf die Seele hineindringt; so folget, daß, gleichwie einunkenscher Mensch ebendarum häßlich,und bey jedermann, wie es die Erfah-rung lehret, auch selbst bey den Unkeu-schen, verächtlich wird, weil er un-keusch ist : so muß entgegen ein derKeuschheit beflissener auch nur darum,weil er keusch ist, einen Vorzug derSchönheit haben» und seiner Reinigkeithalber von Jedermann eine besondereLiebe und Achtung verdienen.
Eine so nothwendig schöne Zierde,und eine so zierliche Schönheit, auchzum Vortheile der Leibsgestakt ist dieKeuschheit; und dieß zwar überhauptfür alle Menschen, für alle Stände.Nun, wie viel mehr wird benannteTugend eben dieses für das junge Al-ter seyn? —-— ja, wie könnte dieJugend ohne diese so schöne Zierdeschön seyn? —