Die Lästerliche Disciplin. 155
er seine Lehrjünger erstlich lehre/ihrenWillen überwinden. Er solle selbe indlsem fleißig üben/ und ihnen allezeitmit Fleiß das befehlen / was er weist/das ihnen widrig ist. Dann es sagenvil / welche es auß der Erfahrenheiterlehrnet/daß ein Geistlicher/und mei-stens die Jüngere den Wollust ihrenBegierden nicht im Zaum halten kön-nen/ wann sie nicht zuerst gelehrnethaben ihren Willen durch die Gehor-same abzutödten: Dann wer nichtgehorsamen kan/der kan sich auch nichtDemüthigen. Die Demuth ist der Gigüber die Anfechtung.
4. («) Db er gedultig sey Schmachzu leyden ? Durch dises wird die Tu-gend außgekundschafftet. Das Glückmachet nicht den Mann/aber die Wi-derwärtigkeit bewahret ihn. Niemandkennet sich selbsten/er werde dann an-gefochten. Wer die Schmach undUnbild verachten kan/ der wird billichgeachtet/daß er weder sich selbst/nochdie Welt lieb habe. Wer die Ver-schmachung etntweders nicht achtet/