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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von der Heil. Elisabeth« / Königin / und Klosterfrau.

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-My zu Thvß indem Gottshauß hatte;der erzehlete / wie daß ibey den allenThoren zu Ofen Brunnen mit Weinfließend aufgericht worden / darausman männiglich etliche Täg / denen diedarzu kamen / Wein umsonst liesse zu-kommen / deßgleichen wurden in einerStund alle Glocken zu einem Freuden-reichen geleutcn; Die Fürsten / Land-herren/ und Rttter von dem gantzenReich eyleten nach Hoff / KöniglicherMajestät Glück -»wünschen / und we-gen der glücklichen Geburth mit ihm zufrolocken.

Als aber Fenna über etliche Zeitgestorben / verehelichte sich König An-dreas mit Frau Agneftn / einer Toch-ter Alberti von Oesterreich RömischenKönigs; Ais dise in Ungern käme /und ein Zeitlang da gewesen / begehrtesie an ihren Herren den Koma / umVergunst / und Bewilligung Elisabe-tham mit sich nach Wien zuführen /solle allda mit ihres Bruders Kindernauferzogen werden. Weil aber her-nach Anno rzor. Andreas der König zuÖsen mit Todt abgangen/ im r i.Jahrseiner Regierung / und bey den Bar-füßern begraben / verspräche KöniginAgnes dessen Wittib/ den Landherrendas Fräulein Elisabeth zuverheurathcnmit Henrico ihrem Bruder Hertzogenvon Oesterreich / und ihre eygne Heim-steur so auf z. Thonnen Golds sich er-streckte / zum Heurathgut zugeben.Da aber hierauf Anno izo8. den er-sten Meyen Frau Agneftn Vatter Kö-nig Albrecht bey Windisch an der Reuß/von Hertzogen Johanne seines Bru-ders Sohn / erschlagen worden / zögedie Königin mir der Elisabeth« ausUngern ihres Vatters Todt zurechen /ver,olgtte auch nicht allein mit ihrenBrüdern den Hertzogen von Oester-reich / dise so an dem Mord schuldig /sonder auch derer Weib / und Kmv/undBefreunde/ den meisten Theil liesse sietodten / ihre Schlösser / und Land ab-brennen / und verhcrgen / welches Vi-sen Land übel kommen. Endlich be-dauert sich Jungfrau Elisabeth aufs al-lerhöchst / wegcn so vil unschuldig ver-gossenen Bluts/ dergleichen ihre Stieff-muller / darum zur Büß erbaute siedas Kloster Kömgsfelden / mit derSüeffmutter/ in Meynung das Stiefsttvchurlem auch dahin zuvermvgen/ da-mit es hey ihnen zu Kömgsftlden ver-bleibe / und den Geistlichen Stand an-nehme. AIs aber ihr diftr Orth nichtgrüble / wurde ilft Elifabelhä so vilvergünstige / und mehr nicht zugelas-sen als daß si m Schwaben/ oder derEvdgnoMaßl em Gottshauß erwöh-

Elisak-tyerwökttdatKlosterTl)/

len möge / in welchem sie GOkt dienen/und ihr Leben begehrte zubeschliessen.

Dise erklärte sich m k-nn anders / alsin das Gottshauß Thöß / bey Winter-thur im Züricbqöu / einzutretten. Da?rein hat sie sich willig ergeben im iz.

Jahr ihres Alters / und den heiligen Mvr.Prediger Orden angenohmeN. Di-ft Königliche Tochter wäre die erste /so vor dem Fron-Altar in der neuenKirchen zu Thvß mrt deß Ordenskiei-dern einge chlelsst wurde. Diftr Al-tar wurde darnach zu ehren der Ver-kündigung der hochgelobten JungfrauMariä/ und der H. Elisabeihä Köni-gin in Ungern/ Landgraffinin Thürin-gen / und Hessen / gewichen Ale sieElisabeth den Orden 15. Wochen ge-tragen / und ein H. Gottgefälliges Le-ben führte / sich mrr aller Andacht Ge-horsam/ und Demuth / was GO t /und der Orden von rhr haben wolre /vereinigte; da qcbotte ihre Stieffmut-tcr Frau Agnes den Set Western / daß s^on / hakman ihr die Profeß mittheilte, wie dann Äer Lass,die Schwestern auf ihr unnachläsliches «'"st*Anhalten geschehen lassen / und E!na- Mn-'"'beth sich auch willig darein ergeben /weil sie ihr Srießmütterliches Hertzwohl vermerckte/ daß sie kleinen Trost/und Hilst bey ihr zuerwarten hätte /wendete sie sich desto verständiger vonder wanckelbahren West / und Crea-toren ab/ kehrte sich zu ihrem Schöpf-ser/ und Heyland/verlobte / und ver-traute sich deme Hertzlich / indem sieProfeßion thäte. Da gäbe die Kö-nigin Agnes dem Fra'Ulein zu einerLehr-und Zuchtmeistcrin ein Kloster-frau von Freybucg aus dem Brerß- .gäu / aus dem Gottshauß St. Cathari- im Wuhr genannt von Geschlechtvon Bußnang / em Tochter deß K'ö-mgs Rudolphen von Habspurg S chwe-ster; dise war ein so m.sthaßte harteFrau / daß sie der secligen Elisabethenv«l zwang / und kräng anthäte / undmit grosser strenge über sie regierte.

Dessen sich ihre liebe Mitschwestern offthöchlich bedankten / und Mitlcydcnmir dem Fräulein trugen. Um diseZeit käme vie Gottseelige Mutter /und Stiffterin deß Klosters WittickenSt. Francisci-Ordens indem KmtzingeeThall Luibgard gen Königsfelder?zuder gemelten Frauen Agneftn Königinin Ungern / allda sie um Hilff/ Steür/und Päpstliche Consirmariou ihresKlösterleins anzuprcchen ; und alssie auf ein Zeit bey der Königinan der Taffel under dem esftn fa-ft hat sie durch göttliche Osftnbah-rung mit seufizen / und klagen ge,pro-chen:Dise Stund verbrinc mkr.memKlöster lein/ darauf dieKvurgrn-geant-

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