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Sehr ehrwürdiger Pater! ^ I
Ihr letztes Schreiben vom 17. Juli konnte nicht andersals ein schweres Mißfallen im Herzen des Heiligen Vaters,welchem ich cS sogleich mittheilte, erregen, weil die darinausgedrückten Gesinnungen so gar wenig mit den Wünschenund den Absichten Sr. Heiligkeit übereinstimmen. Diese willnur Frieden und Ruhe unter den Personen jenes Klosters, gwelcher Friede, wie Sie wohl einsehen werden, nie stattfindenwird, wenn es mit dem ungestümen Eifer dahin kommt, daßjene Subordination verabsäumt wird, welche besonders daSstärkste Band jeder regulären Gesellschaft ist.
Die gegen den Fürstabten gemachten Forderungen (« xr-»- hjtensiones») sind so sehr ungeeignet und übertrieben (" iwjiro. ^xrin er exorkiraiites»), daß sie niemals weder bei jenem eine AGeneigtheit finden können, daß ihnen willfahrt werde, noch ^ ,,,bei Sr. Heiligkeit eine Unterstützung, daß man sie in Vollzie- ^ sxhung setze. Sie selbst müssen also erkennen, daß diese nicht die ^Mittel sind noch sein können, um das Feuer der Uneinigkeit ^im Innern zu stillen und um zu verhindern, daß dieses nicht ^von Außen wahrgenommen werde, zum großen Aergerniß derNachbarn und Auswärtigen, und mit Gefahr der verderblich- ^sten und traurigsten Folgen. F,
Wenn Sie wünschen, daß der wahre Eifer stattfinde, da
den Sie für die gute Ordnung im Kloster, für die klösterliche ur
Zucht und brüderliche Liebe haben, so üben Sie ihn durch in
Ihre eigene Erfahrung durch sich selbst aus und lehren Sie K
Andere jene Mäßigung, Abhängigkeit und Gehorsam, der ein N
wesentlicher Theil Ihres Berufes ist, und trachten Sie mit ft
aufrichtiger Gefälligkeit und Ergebung das Zutrauen deS n>
Obern, und durch dieses einen günstigen Zutritt zu gutenund nützlichen Räthen zu verdienen.
Das ist die Willensmeinnng und das Verlangen Ihrer „tHeiligkeit, und weder kann ich, Noch werde ich je etwas mehrsagen können, als, daß jede andere Wendung, die man die-sem Geschäfte geben wollte, Unserm Heiligen Vater miau- ^