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lieisst; siehe Catalogus Halm II p. 22 und IV, 1 p. 28 und Catal.Czerny p. 10. Es ist ein Excerpt aus der unächten ‘ Cena’ desCyprian, gedruckt in Opp. Cypriani Paris 1573 F. p. 604—7(oder Ed. Baluze App. p. 277), wo jedoch der König Johel heisst,nicht Abbatheos. Diese Schrift ist wahrscheinlich in Italien ver-fasst, weil italienische Weine darin genannt werden.
3) S. 158 — 216: ‘Incip. bihlia moralis. In principio creavit etc.Celum est spiritus, terra corpus’ etc. Am Ende: ‘Expl. bihlia moralisper manus fratris Galli cenobite.’ Betrifft nur das Alte T. und sollnach Kemly’s Register von S. Gregor sein. Eine weit umfangreichereBiblia moralis ist gedruckt in Ulm G. Zainer 1474 F.
4) S. 217 — 350: ‘Recapitulacio in speculum humane salva-cionis. Expediens et utile’ etc. S. 234: ‘Prologus. Qui ad iustitiamerudiunt multos’ etc. S. 225: ‘Abbatia quedam quercum magnam inse habebat’ etc. Am Ende: ‘Expl. per me fr. Gallum prbm solo habituet nomine monachum in cenobio Sponhein ord. S. Bened. tunc tps cappel-lanum a. d. LIII. ’
Dieses Speculum ist nicht das ausführliche prosaische Werk desAndreas, sondern das metrische Compendium eines frater JohannesHain 14929. Braun notitia I, 37.
5) S. 352—469: ‘Incip. sermones dominicis diebus’ etc. Am Ende:‘Expl. per me frtrm Gallum Peregrinus.’ (Die Predigten des Pere-grinus auch in Cod. 1017 und 1034).
6) S. 470 — 480: Vier weitere Predigten; dazwischen ‘Privilegiafesti annuntiationis’ und ‘Quare negatur salutatio.’
Von Kemly’s Hand besitzt die Stiftsbibliothek 20 meist inhalts-reiche, aber nicht immer sehr leserliche Handschriften, aus denenManches Über seinen bewegten Lebensgang zu entnehmen ist.Die Kemly waren S. Galler Bürger und hatten a° 1438 und 1470*Häuser in der Stadt; ein Ludwig Kemly, Conventual, versprichtin einer Urkunde v. 1455 (Stiftsarchiv) mit Andern das Stift inseinen Privilegien zu schützen. Pater Gail Kemly ‘oppidanusS. Galli et nativus’ trat laut seiner Autobiographie Cod. 919 p. 192im J. 1428 in das Stift, wurde 1441 Presbyter und verliess es1443, da Abt Caspar eine üble Wirtschaft tührte. Die Ent-lassungserlaubniss steht im Cod. 1396 und bei Stiplin Collect. Ip. 33. Er ging nach Erlach, nach Sponheim (siehe oben p. 350,wo er sich ‘solo habitu et nomine monachum’ nennt) u. a. 0.,kehrte nach St. Gallen zurück, wurde aber 1471 neuerdings durchUlrich Rösch vertrieben, weil er gegen die Unzucht im Kloster