STIFTSBIBLIOTHEK 43 00S ST. GALLEN mte exrt- '%><«//>/£ ’ l >—iifi,,tll; l : j;, : iit ■ '■iiu.ihir « pli/ii'ffil litt ■ ' 7 Erste Betrachtung. IEsus bettet an dem Oelberg. °m- H. .in- AEsus wird gefangen/ und zu dem ^ Annas geführt. ruie in. or« IEsus wird übel kreieret bey dem ve- Caiphas. A 2 iv. JE- IV. I IEsus wird ju dem Herodes ge- . schickt. • v. IEsus wird mit dem BarrabbaS ^ verglichen. VI. ! IEsus wird gegaißlet. VII. IEsus wird mit Dornen gecrönet. ! VIII. IEsus wird zum Todt verurtheilt/ und tragt sein Creütz auß. ix. IEsus wird an das Creütz gehäff- tet. x. IEsus stirbt an dem Creütz. XI. IEsus wird vom Creütz abgenomen und begraben. f xn. | Ein sehr andächtiges Gebett in die' Heil.fünff Wunden Christi. Vor-' «y/Er,«* trcÄiiiPer %v aS t. \U W m die k- Vorrcd. §. i. ren nenne ich ein Andacht deßSalvari-Bergs. Der Heil. Petrus / damit Er die Khrist- gläubige wider alle Nächste!» Lungen deß bösen Feinds Sig- hafft/und bewaffnet machre/hat Er vor allem die Betrachtung deß Leydens Khristi / als einen Schtldt wider alle Höllische Pfeil denselben nachtrucklich besohlen / sprechend: Dieweil nun Christus in ftinem Fleisch gclidten hat / so waffliet Euch auch mit denselben Gedancken. i. petr. 4. Der Heilige Paulus in seinem Send-Schreiben an die He- A 3 breer 1 Vorreb. _ breer 12, rathet/ daß sie sich mit eben dergleichen Waffen verse. A hen selten / auff welche sie sich K in dem Streit verlassen/ und in tr ihren Widerwärtigkeiten trö- - vi sten möchten. Gcdenckt an den/ 8 sagt Er / der von den Sündcren er ein solches widersprechen wider § fein eigen Person außgestanden l* hat / damit ihr nit mücd werdet/ und eüweren Muerh sincken lasset. Und in der Warheit von der t» Sach zu reden / so hat das An- 8 gedencken eines für die Sünder k< leidend - und sterbenden GL)t- k< tes die Krafft / nicht allein das d Menschliche Hertz abzuziehen J von aller Liebe der Welt / son- si deren auch einzugeisten ein Ab- scheüchen von den Ergötzlichkei- L ten derStnnen/und znversüssen die bittere Widerwärtigkeit di- ses Lebens; Mit dem Blnet/ - wel- 1 *s ey Vorred. it welches auß seinen Wunden e, fliestet / werden gehailed die H Kranckheiten der Seelen / ver- in trieben und in die Flucht gejagt ö- > die Versuchungen deß bösen 1 / Feinds/die Christliche Hertzen in erfüllt mit Göttlichem Trost; er Die Seel wird dardurch er- ist leuchtet/ und über die Massen in t/ der Hoffnung ihres Heyls ge- t. starcket/ weilen sie durch die Be- ix trachtung deß bitteren Leydens u Christi deß HCrrens klarer- >x kennen kan/wie groß die Gütig- U feit Gottes / und wie unendlich s der Werth deß kostbarenBluts/ n welches der Sohn Gottes für v sie vergossen. >- ' Es hat auch unser Göttliche i- Lehr- Meister.Christus IEsus n ein so grosses Wohlgefallen ab i- diser Andacht/daß Er zu immer- / - wahrender Fortpflanzung deß - A 4 UchZ i Vorred. liebreichen Angedenckens seines Leydens hat wollen einsetzen das grosse Dpffer seines Leibs und Bluets. Der Heilige Paulus sein Jünger / nach dem Er auch schon in den dritten HiMel verzückt gewesen/ hat doch bekennt / daß Er Ihme fürgenom- men nichts anders zu wissen/ ohn allein IE-um Christum/und zwar eben den/dcr gecrcr'itziget ist. r.Lor.2. Als hatte Cr dort in dem hohen Himmel nichts Hähers / köstlichers / und der Welt nntzlichers gelehrnet/ als die Wissenschafft deß Gecreützige- ten / und die Andacht deß Aal- vari-Bergs. Unterdessen ist zubedauren / daß dise Wissenschafft nit jeder- man angenehm fallt; Dann es gibt etwelche/die darab ein Ekel haben /entweders/ weilen ihre Her- Vorred. Hertzen allzutieff in die zeitliche Sachen verstecket; andere/Weilen sie mit überflüßigen Sorgen den Wichen Crgötzlikeiten anhangen ; andere-weilen sie die heylsame Ermahnungen nit ertragen können / die ihnen von disem für die Augen gestelltem Ebenbild gegeben werden; an- dere/weilen siezudisenschmertz- hafften Geheimbnussen weder Lust noch Änmuthung finden/ mögen sie ihren Geist und ^ Gemüth darauff nit verlegen. Dises ist die ordinari Klag etwelcher der Andacht ergebnen Personen/die durch unmäßige Begierd angetrieben / den Trö^ stungen nachjagen under der Betrachtung deßLeydens Christi/ und begehren dörffen den Lust-vollen Becher der Gnaden zu trincken / in deme Khrtstus A 5 mit Vorred. mit Gall und Eßig getrünckt wird. Damit ich aber allen/die nach der Vollkommenheit streben/die Entschuldigung /welche sie von der Dhnmögttchkeit das Leyden Khnsti zubetrachten / vorschützen / benehme/underfange ich mich/m disem kleinen Wercklein ein neüwe Weiß zubetrachten vorzustellen/ vermittelst welcher ich hoffe/daß ein jeder uit allein ohne Beschwur dt/ sonder auch nut Nutzen in der Betrachtung der Schmertzen IEsu Ahristt sich werde können auffhalten. §. 2 . neüwe Weiß zubetrachten / die ich vorhalten will/ bestehet in demGebrauch zweyer Sinnen/ nemlich/ deß Gesichts/ und deß Gehörs/ sambt einem Schluß derVernunsst. Da- Vorred. k Damit aber die Sach recht begriffen werde/ muß man ihme h einbilden/ man seye selbst bey e dcmTraur-Spihl gegenwärtig/ ^ allwo drey Ding abgehandlet werden / nemblich: Man be- f schauwet / man höret/ und man » gedenckt. Man schauwet an/ 1 i was die/ so das Traur-Spihl 'i j vorstellen/ handle«; Man hört/ k was sie sagen/ und über das / so } i man sicht/ und höret/ schöpfft ) man seine Gedancken/und fasset Z einen Schluß, t Durch dise zwey Sinn als durch ein Porten/ gehen hinein in das Hertz die Freud/ und - Schmertzen / die man in dem ' Lraur-Spthl empfindt. Man • wainet/wann man sihet/ daß ' ein so grosser HErr also unbillich verfolgt wird; Man erfreüwt sich/ waü man ficht selbigen aus einem Vorred. einem traurigen Standt in ei- l nen lustigen hinüber tretten. i Man merckt anfalle seine Wort. I Endlich macht der Geist den Schluß/ wie er dem vorgesetzten . 1 Exempel könne und möge nach- : folgen / welches dann der Nutz ! l und Frucht ist / den man auß ^ > dem Lraur-Spihl ziecht. ^ l §. z. ■ j j AAmit man aber mit Nutzen ' in der Betrachtung deß Ley- ' dcns Khristi sich auffhalten ^ möge / müssen folgende Anmer- ckungeu wohl beobachtet werden : i. Muß man wohl ergreiffen j und wisien die Begebenheit/und 1 Umbstand deß Geheimnuß/ so man betrachten will; Darumb habe ich zu Anfang einer jeden Betrachtung die Geschicht auß den Vorred. - den Evangelisten vorangesetzt/ damit sie nicht unbekandt sey dem/ der betrachten will. r 2. Man muß wohl in obacht t neinen/wann man zurBetrach- - tung hingehn will/daß man ntt z ! darumb Hingehe / damit man Ü , etmge Tröstungen empfinde/ ^ sonder man muß allein darumb ! zur Betrachtung sich verfügen/ { daß man mit seiner Gegenwart tt ' Khristum verehre / und Zhne - ' mit dem Mitleyden tröste/zumal r daß man ein heylsameLehr fasse/ t und durch sein Exempel sich auft - muntere. 3. Nach dem man wird ge- r i lesen haben die Geschieht / und > 1 Außlegung deß Geheimbnuß / > muß man das / so man gelesen/ > betrachten mit sittsamen und r ruhigem Gemüth/und hören/ r was geredt wird / nit änderst/ r .als Vorred. als wann man bey der Sach sechsten gegenwärtig war: Hernach muß man sich in die Crwö- gung/und Betrachtung deß Ge- heimnuß einlassen vermittelst der Mitwürkung derVernunfft. Endlich muß man jene Anmu- thungen erwählen / welche in dem zu End derBetrachtung ge- setztemOebett verzeichnet seynd/ und die nothwendige Schluß/ und Lehrstück herauß ziehen. 4. Wann du in Erwegung deßGeheimnuß vermerckest/daß dein Hertz ein Empfindung der Andacht berührt/so bleibe dar- bey still/ und gehe nit weiter; Im Fall aber sich kein Andacht anmeldet/so schreite zur Außle- gung deß Geheimnnß. Fange an von dem Änfchauwen / hernach höre/ was man sage/ und betrachte die Umbstand deß Ge- Vorred. Heimnuß. Wann aber dannoch dein Hertz sich nit berührt find/ so bemühe dich in dir zu erwecken die Anmuthungen/welche in dem Gebett stehn / oder mache Dir selber andere Anmuthungen pach deinerAndacht. Die Übungen/und Lehrstück/ die du auß der Betrachtung ziehest/ können dich schon ein gute Zeitauffhal- ten/ und die beste Frucht/ und Nutz der Betrachtung bestehet allein in Schöpffung solcher Lehrstücken. Derohalben muß man niemahl underlassen gute Schlüß / und Lehrstück zu machen/und selbe mit Hafftiger Er- wegung wohl in das Hertz zu trucken. 5. Dise bißherogemekdte Andacht der Betrachtung deß Ley- dens Khristi / dienet nit allem zur ordinär; Zeit der gewöhnlichen Vorred. chenBetrachtungs-Stund/son- der sie ist auch sehr nützlich bey der Heil. Meß/ und Kornunion/ wann du under derselben dir deinen Heyland in jener Gestalt vorstellest/in welcher du Ihn in der Betrachtung vor dir gehabt hast / damit du Ihn in deinem Hertzen anbettest / und Jhme danckest/daß Er auß Liebe gegen dir hat so viel wollen leyden. Eben dises wirst du üben/wann du durch den Tag hindurch das Heil. Sacrament heimbsuchest. Ich versichere dich/daß du gros- sen Trostdarbey finden werdest/ wann du deinen Heyland in der Gestalt / in welcher du Ihn betrachtet hast / wirst in gemeld- ten Gelegenheiten dir vorstellen. --4Z t V y 1/ lr 1 1 it >t n e n u tt s l P \l V Die i. Betrachtung. JEsus bettet aufdem-Oelberg. Die Histori deß Geher,nnuß / «rüden Evangelisten gezogen. yiLs JEsus mit seinen Jüngern *^auß dem Saal getretten / ist Er mit Ihnen Über den Bach Cedron gangen/und Sie kamen zu dem Baus hoff/der Gethftmani genandt wird/ und Er sprach zu seinen Jüngeren: Setzet eüch allhier nider/ biß daß ich bette/und Er nahmPetrum und Jacobum/undJoannem/ und fieng an zu zagen / und Unlust zu fühlen/ und Er sprach zu ihnen: Meine See! ist betrübt / bleibet hie / und wachet. Und Er zog sich von ihnen ab / so weit man mit einem Stein werffen möchte/ da knyet Er nider/und fiel auff sein Angesicht / bettet / vnd sprach: Mein Vatter/ists möglich/ 2 Drei. Betrachtung so laß Visen Kelch von mir gchen/ doch nit wie ich will/ sonder wie du wirst. Und Er kam zu seinen Jüngern / und fand sie schlaffen / und sprach zu Petro: Habt ihr dann auch nit eine Stund mit mir wachen können? Wachet/ und bettet/ auff daß ihr nicht in Versuchung fallet; Der Geist ist zwar willig/aber das Fleisch ist schwach. Abermahl/und zum anderen gieng Er hin / bettet/ und sprach: Mein Vatter/kan diser Kelch nit filrüber gehn/ ichtrincke ihn dann / so geschehe dein Will. Und Er kam wiederum/und fand sie schlaffen; dann ihre Augen waren mit dem Schlaff beschwüret; und verliesse sie/und gieng abermahl hin/ und bettet zum dritten mahl / und redet eben dieselbe Wort. Es erschiene aber ein Engel vom Himel/ und stärcket Ihn / und als Er im Ringen war mit dem Todt / bettet Er etwas länger/ und sein Schwaiß war wie dicke Bluctstropffen/welche auff die Erden herab runnen. deß Aalvari-Bergs. z Außlegungdeß Geheimnuß. AAs Leyden deß Sohn Gottes ist ^ zumahl ein Genugthuung/und ein Artzney-Mittel. Es ist ein Genugthuung für das Vergangne/und einArtzney- Mittel für dasKünfftis ge. Wie Adam uns durch den Wollust in dem Garten verderbt/ also hat uns IEfus Christus in einem anderen Garten durch seine Schmertzen wieder erlöset. Sein Traurigkeit/ seinTodts-Angst/ unfein blutiger Schwaiß seynd Wür- rkungen unserer Boßheit/ und seiner Liebe. In Ansehung unserer Sünden wird Er mit Traurigkeit überfallen/ die Vorstellung seiner Peynen erftillt Ihn mit Forcht. Er nimbt auffsich unsere Traurigkeit/ damit Er uns mit seiner Freüd anfülle. Er beladet sich mit unser Schwachheit/damit Er uns thcilhafftig mache seiner Starcke. Er nimbt anst sich unsere Forcht / damit Er uns sei» Großmüthigkeit mittheile. Durch 4 Die r. Betrachtung daSMitleyden/das Er gegen unseren Schwachheiten getragen / und durch die Forcht deß Todts/ welche Er äusserlich erzeigt / gibt Er zuver- stehen/daß EreinwarhaffterMensch seye. Endlich bettet Er / damit Er uns lehre/ was wir in unseren Trübsinn chuen sollen / und wie wir in Versuchungen/ und Widerwärtigkeiten betten müßen. Beschäffttgung der See! vermittelst der Sinnen/ und der Vernunstk. Der erste Absatz. ^Ihe/und beschamve mit denAu- ^gen deiner See!/ als wann du in dem Garten Gcthsemani gegenwärtig wärest/ was dort Christus IE- sus verrichte. Sihe/ wie Er sich von derGesell- schafft seiner Jünger/die Er inniglich liebte / abreisset/ und wie Er allein drey mit sich nimbt. Sihe/ LeßLalvari-Bergs. 5 Sitze / wie Er mit Schmertzen überfallen wird / weilen Itzme nichts anders vor den Augen schwebt / als lauter schmertzhaffte Ding. Er ent- äusserer sich alles Trosts / der sein See! erquicken kundte. Sitze/ wie Er von Uberhäuffung der Schmertzen getrungen sein Zuflucht nimbt zum Gebett/ damit uns lehrendt / wie wir uns in unseren Traurigkeiten zuverhalten haben. Sitze/ wie Er mit dem Angesicht auff die Erden fallt vor der Majestät seines Himmlischen Vatters; sitze wie Er mit Zähren übergosten bettet. Sitze/ wie Er in den Todtskampff fallt / wie Er Bluet schwitzet/ und underdessen seine Jünger im liessen Schluss ligen. Der ander Absatz. MAm diesere Beschauwung dir das Hertz bewegt/ so schreitte mt weiter fort/ sonder lasse sie ihre " Wur- 6 Die i, Betrachtung Würckung thuen. Wann aber das fä Ansehen dises Traurspihls dich nit nii bewegt/ so Höre/ was dir Christus in das Hertz rede: Ich will hören / sagt hj David / was der HErr in mir reden werde/ dann Er wird den ^ Frieden under sein Volck reden/ m und über seine Heilige/auch über n> Diejenigen/weichezuihremHertz de Widerkehren. Psalm. 84. Wann hc Er aber dich nit anredt: I Höre was Er zu seinen Jüngeren P. spreche / und vermin es / als ob Er dich anrede: Habt ihr dann auch 2 nit ein Stund mit mir wachen % können? Wachet/ und bettet/ auf daß ihr nit in Versuchung fallet. C Höre / wie Er sagt: Mein See! si ist traurig biß in den Todt. Q b< HErr/ was kan ich doch thun dich n zu tröste.- ? Wache und bette mit k! mir; verbleibe in meiner Gesell- t> schafft/ deßAalvari-Bergs. 7 schafft/und lasst dich von demSchlaff ntt nit übernemen. ^' . Höre / wie Er bettet: Mein ^ Vatter/ ist es möglich / so laß Ak disen Kelch von mir gehen/ doch J* nit wie ich will / sonder wie du Ivilst. Er verlangte mit unauß- sprechlichem Durst nach distm Kelch/ 'er wie Er selber seinen Jüngeren auff rtz der Reiß nacher Jerusalem erklärt nn hatte/ da Er den Heil. Petrum / der Jhme solches mißrathen / einen -en scharpffen Verweist gegeben. 2t Sein Himmlischer Vatter wurde K C deßAalvari-Bergs. 9 uns Natur widerspennig erzeiget/ den wie Willen Gottes zu erfüllen/ und die s in Schulteren zu biegen under das Joch deßCreützes. Anmuchungen. cker ^Rage mit dem Sohn Gottes/der k\y, ^ mit so grosser Betrübnuß über- x/. fallen/und bluetigem Schwaiß über- lem gössen ist/ ein hertzliches Mitleyden; J Sprich zu Ihme mit dem David; ioff. Ich trage Layd über dich mein und Brueder Ionatha / der du sehr schön/ und lieblich gewesen bist. dir 2. Reg. r. -O wie schmertzet es mich/ i die indeme ich siehe dich also leyden! >gm -O wie gehet mir dein Betrübnuß zu her- Hertzen! SageDanck deinem HCrren/daß >det Er hat ivolleu betrübt werden/damit tzet. Er dich tröste; seiner Starcke sich den berauben/ damit Er selbe dir gebe/ ! da und daß Er hat wollen den bitteren du Kelch deß Leydens trincken/ damit eine Er dich mit dem Überfluß der Hmüi-- tur B 2 sitzen io Die i. Betrachtung scheu Wollüsten könne erfüllen. O HErr wo ich deiner vergesse/ so müsse meiner rechten Hand vergessen werden; meine Zung müsse an meinem Rachen kleben/wo ich nicht an dich gedencke. Psal. iz6. Erwecke über deine Sünd/welche das Hertz JESU so hoch betrübt haben / ein grosse Rew und Layd/ habe auch die Hoffnung / Er werde dieselbe als ein schädliches Gisst/ durch die Krafft seiner Liebe vertilgen. Bitte Ihn/daß Er dir mittheile die Gnad seines Leydens / und die Frucht dieses Geheimbnuß / und sprich: Gebetk. A IESU mein Heyland/der du in Betrachtung deines _ Leydens und meiner Sünden hast in dem Garten deß L)ehl- bergs Bluet und Wasser ge- 2 schwitzt! »ws» sra « fi 2^6)« 2 I deß Mvari- Bergs._ n ~0 schwitzt! -O liebreicher Vatter/ so der du dein Hertz betrübet hast/ m das meine zu trösten! 4 D barm- äst hertzigster Seelen - Artzt/ der du vo das bittere Tranck deß Kelchs al. hast wöllen trincken / damit du die Bitterkeit meines Bechers che versüessest! starckmüthiger >bt und grosser Held / der du den d/ Starck - bewaffneten bestritten hast mit der Schwachheit unse- W rerNatur/ und unsere Forcht " an dich genommen / damit du ij e uns deine Starckmüethigkeit mittheilest! Ich gantz zitterend nd bette dich mit Bluet gantz übergössen an / und sage deinem liebreichen Hertzen Ktndtlichen ex Danck / welches für mich auß $ Liebe hat wollen bekümmeret > w seyn. Aber ach! Ich hab dich viel tt grausamer gepeiniget / als die t» B 3 Juden; «r Drei. Betrachtung Juden; Diese haben allein deü da nen Leib angegriffen / ich aber Ai hab dem Seel gequalet. Sie w, haben dein unschuldiges Fleisch , de zerrissen/ich aber hab dein Hertz i wl mit meinen Sünden zerschnit- pf ten: Jenes Hertz sage ich/ das fö so liebreich / und welches mir M niemahl etwas mißfälliges ge- bi than: Jenes Hertz / das mich {}< von Ewigkeit her geliebet hat: dk Jenes Hertz jage ich/ das am noch von Liebe gegen mir ent- A zündet / obwohl ich dasselbe ge- I hasset/und Verachtet hab. E Ich ver fluche alle meine Sun- ss den/die dir fo grosse Traurigkeit 1 verursachet haben/und bin bereit / hinfüran lieber zu sterben/ als dich wiederumb zu betrüben. «O Göttlicher Heyland / ich bitte dich durch deiner- Heiligen Seelen tödtliche Betrübnuß/ daß 'Ä’s. j? ■§* r? öeßMvari-Bergs. iz eß daß du mein mit Verdruß und »er Angst angefüllte See! trösten Zie wollest; Ich bitte dich durch sch deine Forcht und Schröcken/ rtz i welche du ab deiner Marter em- itf Pfunden / daß du mein rriderge- as schlagnes und sinckendes Ge- rtr müth aussrichten wollest. Ich ;e- bitte dich durch deine Schwach- ch heit und Mattigkeit/daß du mir t: veitte Starckmüthigkeit verley- n- hest/ und mit deinem auß allen \U Aderen Messenden Bluet meme \tf Sünden außlöschest/und mir die Gnad mittheilest / biß zu Ver- m giessung deß Bluets / der Welt/ it dem Teüffel / und dem Fleisch e- ntterlrchzuwiderstre. tt/ ben. * * * Mum- i4 Die i. Betrachtung Ubungen/oder Lehrstück. t( dir ein/du stehest bey Chri- i>i ^ sto / da Er sein Gebett verricht tet. «£ Würste dich / wie Er/ dreymahl E mit dem Angesicht auf den Boden. F Erwege alle deine Peynen / Be- ei trübnuß und Forcht/und sprich wie Er: Mein Vatter ist es möglich/so laß disen Kelch deß Schmertzens/der ^ Beschämung/der Armuth/der Ver- folgung rc. von mir gehen / doch nit wie ich will/ sonder wie du wilst. ^ Enthalte dich von einer Ergötz- lichkeit/damit du deinen HErren mit r- dieser Mortification tröstest / und ^ trachte nit nach Freuden / da dein n HErr mit Traurigkeit umbgeben - ist. Wall dir den Tag hindurch etwas unlustiges auffstosset/so sey ingedenck 3 der Traurigkeit Christi / und nimb dein Zuflucht zum Gebett / wie auch Er gethan hat. Suche kein Trost bey deß §alvari-Bergs. 1- bey den Creaturen/sonder sprich mit dem David: Mein Seel warum bist du traurig/ und warum be- ch- unruhigest mich? Hoffe in den HErren/ und lobe Ihn / dann chl Er wird für dich wider die n. Feind streitten/ und wird dich 3?; erlösen. Den gantzen Tag hindurch / und 2J in allen deinen Wercken halte dein ^ Gemüth auf dem Qehlberg/ und bil- 2 de dir ein den Sohn GQttes / als klagte Er sich über dich / daß du Ihr - me so wenig Trosts zuschickest/ Bette für die arme Seelen im Feg- feüer/und tröste deinen HErren/der in seinen Gliederen und Heiligen Jjj leydet/ Amen. Die L. Betrachtung. ick JEsiis wird von den Juden ge- nb fangen/ und zu dem Annas ch gefühtt. >st . m B 5 H'stor, i6 Die L. Betrachtung Histori deß Geheimbnuß / auß den Evangelisten gezogen. Of ££ nrmZEsus ftm Gebettvvllen- ^ Des/ sprach Er z» seinen Jüngeren: Stehet auff/und lasset uns gehen; Sihe/Er iß nahe herzu komm/ der mich vermthen wird. Und als Er noch redet/ sitze / da kam Judas einer von derrZwölffen/und mitihw ein grosse Schaar mit Schwerstem/ und Stangen / welche von dem Hohenpriestern/ und den Aettestcn deß Volcks gesandt waren ; Aber der Ihn verrieth / der hatte ihnen eiir Ieichkn geben/und gesagte Welchen «ch küssen werde/der ists/den grerffet an. Und^alsobald trattLrzuIEsu/' und sprach : Seye gegrüssetRabbi/ «nd er küsset Ihn. JCsus aber sprach zu ihm : Freünd/ wozu bist du 5o inen? Juda verrathest du den Sohn deß Menschen mit einem Kuß? Dieweil nun IEfus alles wüste/ was e s' » c t r \ Ö8> I -7 was über Ihn kommen wmde/trakt Er Herfür / und sprach zu ihnen: Wen sucht ihr ? Sie antworteten Ihm: Jt'sirm von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bins. Es stund aber auch Judas bey ihnen/der Ihn verrieth. Als Er nun Zu ihnen sprach: Ich bins/ wichen fle zurück/ und fiesen mderauff die Erden. Da fragte Er sie abermahk: Wen sirchet Ihr ? Sie aber sprachen : IEfmn vonNazarech. JEfus antwortete: Ich hab eüch gesagt/ das Ichs bin ; fücht ihr mich dann / so lasset diese gehen k Damit aber erfüllt wmve das Er geredt hat : Die du mir gegeben hast/von denen hab ich keinen verlohren. Da hatSimvn Petrus ein Schwerdt / das zog Er aM/ und schluege den Knecht deß Hohenpriesters / mw hieb chm sein recht -Ohr ab. Deß Knechts Nahmen aber ware Malchus ; Da sprach JCsus zu Petro: Stecke dein Schwerdt in die Scharde. Soll Ich den Kelch mt iS Die 2. Betrachtung nit trincken/den mir mein Vatter ge- i geben hat!? und Er rührt sein Ohr \ an/ und machet ihn gesund. I IEsus aber sprach zu den Hohem » Priestern / und zu den Obersten deß 1 Tempels sambt den Aeltcsten/welche \ zu Ihm kommen waren : Ihr seyd l mit Schwerstem und Stangen her- ! außgangen/gleich wie zu einem Mör- i der / da Ich doch täglich in dem r Tempel bey eüch gewesen bin / und * chr habt die Hände an mich nit auß- » gestreckt/ aber diß ist eüwer Stund/ j und die Macht der Finsternuß. Aber 1 die Rotte/und der Oberhaubtmann/ ! und die Diener der Juden griffe»» ! IEsum an / und bunden Ihn; da f verljesten Ihn alle seine Iünger/und ? flohen darvon. < Außlegungreß Geheimbnuß. j t ^s>Ach dem ICsus von dem Verrä- \ 4 v ther Judas den falschen Kuß ! empfangen/ gehet Er als ein dapffe- < rer Kriegs/Held seinen Feinden ent- j gegen/ deß Aalvan-Vergs. i- m )hr »endest Iche byd M gegen/mit ihnen zu fechten. Er ge- , het als ein guter Hirt/ seine Heerd zubeschützen; Er gehet als ein liebreicher Erlöser / sein Volck zu erlösen/ in deme Er sich freywillig seinen Feinden überlieffert. Er kundte leichtlich / und zwar 'ohne Miracul durch Beyhülff der finsteren Nacht seinen Feinden entgehen/allein damit nit etwan einer seiner Jünger in die Hand derFeinden verfiele/ftagt Er/ wen sie suchten / und sagte / daß Er jener IEsus von Nazareth wäre/ den sie suchten. Als Er ihnen sagte: Ich bins/ wurst Er alle zu Boden/ damit Er ihnen sein Allmacht zuver- stehen gebe / und daß sie niemahl Ihn hätten ergreiffen können/wann Er nit hätte wollen. Die Gute und Böse fallen; Die Guten fallen für sich/die Bösen hinder sich. Wann Christus zu den Gueten sagt: Ich bins/so ermunteret/ und tröstet Er sie. Wann Er zu den Bösen spricht: Ich bins/ erschreckt Er dieselbe/ und schlagt sie nider. Er *q Die 2. Betrachtung Er lasset sich fangen / und anfeß- len/weilen Er wäre einSöhwopffer^ für die ga> tze Welt/ welches man wie »den Jsaac binden muste. Die Band unserer Sünden solle Er zer- reisten/ welches Er durch freywillige Annemung ftmerBandenvollbracht hat; dann gleich wie Er durch feinen Todt uns das Leben erworben/ aljö hat Er durch fein Gefangen- schafft uns die Freyheit erhalten. Dahero hat Er seinen Feinden befohlen / daß sie sirne Jünger unbe- kümmeret selten gehen lassen/ damit zeigend/ daß Er an ihre statt sich zu einem Gefangemn dargebm wolte. Endlich ist Er gebunden worden/ damit Er die Band und Ketten seiner Märtyrer und Heiligen vor G-OttanMchm undverdrenstlich machtte. * * & * Be. X T w di 8)1 C Ä K B ler ssc mi deßAalvari-Vergs. 21 t* Beschäfstigung derScel/durch die Sinn und vernunsse. Der erste Absatz. eS^JHe / wie Christus der HErr ^ nach außqestandenem sthwa'ren LodtsKampff sich erhebt / und sei- nen Feinden gantz großnnithig under die Augen tritt. Sihe/ wie Judas vor vm ge- waffneten Soldaten vorangehet. Sihe / wie der Verrather sich M Christo näheret / und Jhme eine» Kuß gibet. Sihe / wie JCsus sich neiget/den Kuß zu empfangen. Sihe / wie Er init einem einzigen Wort seine Feind zu Boden stürtzet. Sihe / wie die Juden Ihn anfallen/ und binden. Sihe/ wie sie mit Füssen in Jhne stoßen / und denselben mit Prüglen mißhandle». Sihe/ wie grausam fie Jhne fortschleppen / und wie die Jünger samcntlichJhne verlassen. 2L Die 2. Betrachtung __ Wann dieses Tram - Spihl dein al Hertz bewegt/ so verharre darinn mit Frieden/und Stillschweigen. Im Fahl aber diß alles dir noch nit z« *? Hertzen gehet/so Der ander Absatz. JjJ Höre / was Er zu dir rede. Höre fa was Er zu dem Judas gesagt: w f reund/ warum bist du komm? @ r lasset eben diese Frag an dich er- JJ 1 gehen; was wilst du Ihme antwor- 7' ten ?Wie? Iuda verrathest du deß ^ Menschen Sohn mit einem Kuß? ^ Bedencke wie offt du eben dieses ger ® than habest? . Höre/ Was Er zu den Juden f spricht: Wen suchet ihr ? Diese $ antworteten : IEsum von Naza- . reth. Sage mir / suechst du diesen IEsum von Nazareth in deinem Ge- ^ bett/ und in allen deinen Wercken? ? Höre / Jenes erschröckliche Wort/ g welches alle seine Feind zu Boden 9 wirfst: Ich bins. Dieses wird alle» deß Aalvari-Vergs. 2z allen zur ewigen Verdammnuß sich mt selber Stürtzenden als ein Donner- Zm klapff seyn / wann Er ihnen sagen zn wird: Ich bins/ den ihr verkaufst habet; Ich bins / den ihr verrathen habet; Ich bins/ den ihr gelüsteret/ und gecreütziget habet. Hingegen >re fallt dise Stimm sehr lieblich denen/ st: welche m disem Leben ftomm und , <2 Gottseelig ftyn; dann wann sie sich er- in Gefahr und Todtsnöthen befin- )r- den/ sagt Er ihnen: Ich bins/förch- , e ß tet euch nit; Ich bin eüwer Hey- K? land; Ich bin eüwer Fried/ Stärs w eke und Gottseeligkeit. ^ Höre endlich/ wie Cr seinen Fein- w den befehle / daß sie seine Jünger unbeschädigt hingehen lassen/da Cr sich an ihrer statt lasset fangen/ und binden. S Höre auch/was Er zu dem Heil. 9 Petro spricht: Wilst du nit/ daß ' ich den Kelch / den mir mein j” Vatter gegeben hat / trincke? b" Auff gleiche Weiß rede an dein böses £ Hertz/ »4 Die 2 . Betrachtung Hertz / wann es nit will trincken den ge Kelch der Schmertzen / und Trüb- de salen. I Wann dein Geist in deme was er m ficht und höret/ kein Genügen findt/ w kall Er sich auff hatten in Erwegung der Warheiten / welche ich in Auß- S legung dreses Gehemmuß berühret ni hab / oder er kan sich in folgende sei Betrachtungen einlassen. E Der dritte Absatz. f« gHEtrachte dieBoßheit deßZudce/ welcher seinen Meister und f HErren verkaufst/ und mit einem Kuß verrathen hat/ nachdem er drey w gantzer Jahr in seiner Gesellschafft $ gewesen / so viel Wunderzaichen ge- d< sehen / so offt seine Predigen ange« A yört/und mit seinem Leib und Bkuet di gespiesen worden. Warum aber hat si> Judas ein so schwären Fahl gethan? dr die Ursach ist/ daß er den Begierden cti seines Geitzes nit zeitlich Widersinn« re den/ dardmch er ihme felbsim all« « gemach K deßAalvari-Vergs. 25 >en gemach dm Weeg durch kleine Sun- W den zu dem grösten Laster gebahnet. Zstderchalben sehr geführlich/wann er man ohne Scheüch geringe Untres )t/ wen begehet. ng Betrachte die Gütigkeit deß iß/ Sohns Gottes / der drsen Verrather ut nicht von sich geflossen/ auch ihme ide ftine Untreüw nicht vorgewvrffen. Er nmnet ihn seinen Freünd / und lasset sich noch darzu von ihme küß fen. Amrmthmigen. nd ^Age Danck IEsu Christo des- m ^ »em HErren / daß Er sich ge- :ey würdiget mit dm Banden/ die dir ifft gebühtten/ sich zubeladen/ und an in deiner statt gefangen zu werdm. ja Ach! Er ist überliefferet worden in let die Hand und Muthwillen der Men-r >at schm und Tcüsslen / auff daß Er n? dich / da du wegen deinen Sünden m ein leibeigner Knecht derselbm wa, mt rest / auß ihrem Gewalt wieverumh tüf erlediget/ und in die Freyheit der rch Kinder Gottes setzte. Tras 26 Die 2. Betrachtung Trage ein herßliches Mitleyden mit Jhme/ daß Er also von seinen Jüngeren verrathen/und verlassen/ auch so grausamlich von seinen Fein/ den gebmrden worden. Erwecke in dir ein innigliches Vereüwen / daß du Ihn so offt verrathen/ und dem bösen Geist über- liefferet hast / nachdem du Jhme so vielfältig den Kuß deß Friedens in der Heiligen Communion gegeben. Höre/ob Er dir nit zuruffe: -0 Judas / verrathest du den Sohn deß Menschen mit einem Kuß? Bitt« Jhne/daß Er die Band deiner Sünden / und böser Gewonheiten verreis- sen / dir deine begangene Untreüwen verzeyhen/auch die Gnad und Frucht dieses Geheimbnuß gnädiglich mittheilen wolle. Derohalben sprich mehr mit dem Hertzen als mit dem Mund: Gebett. grüsse dich mein Göttlü ^ cher Lehrmeister / und zwar nit nti de m he es bö A m sei «t td la m di tr L. rv ai d, ti ft deß Lalvach Bergs. 27 >en nit mit einem Judas-Kuß/fon- len der mit dem allerdemüthigsten ^ und getreüweften Grueß deiner w heiligsten Diener. Ich darff , e $ es nit wagen / daß ich meinen m bösen Mund an deine Heilige er- Wangen setze / sonder ich würff so mich zu deinen Füssen/ und küsse >in selbe mit möglichster Andacht en. und Ehrentbietigkeit. H L) wie schmertzt es mich/daß Z ich dich sitze vonFreünden ver- lassen / und von Feinden so übel elf, mißhandlet! <€> tönte ich für oen dich streikten wie der Heil. Pe- ,cht trus! wie gern wolte ich mein \iu Leben für dich opfferen! <0 cich warumb kan ich mich nit rächen em an dem verratherischenIudas/ der dich mit einem Kuß verra- . then! rw ' Aber ach! ich bin vielmehr *5 schuldig als er/dan er erkandte ntt dich L8 Die 2 . Betrachtung __ dich mt/ wie ich dich erkenne/ w aufs wenigste wärest du noch bc titt für ihne gestorben. Cr hat gr dich nur einmahl verrathen/ «£ und dieses verdrösse ihn biß in al den Todt. Wie offt aber hab B ich dir einen Judas-Kuß ge- m geben % Wie offt hab ich dich dem Teüffel verkaufft umb einen d« ringen Gewinn/und schlechten Ze Wollust ? Wie offt hab ich mich C wegen meinen Sünden geprogr let/da ich doch hatte sollen Bueß hc thuen/ und selbe bereüwen? sä Was soll ich thuen mein T HErr? soll ich verzwetfflen wie di der Judas ? aber ich weiß/ daß ve dieses under allen Sünden die w gröste wäre/ und du auch dem ge Judas sein Sünd verzichrn w hättest/wann er sein Zuflucht zu dr deiner Barmherzigkeit wurde m genommen haben ; Derohalben br deßAalvan-Vergs. 29 ne/ wiewohl meine Sund ohnzahl- och bar sind/ und über die Massen W groß / will ich doch niemahl die ett/ Hoffnung sincken lassen / sonder in allzeit auff deine ohnendtliche »ab Barmhertzigkeit trauwen / und mich verlassen. ich -O wie gütig ist dieser Hirt/ ,en der sich von den Wölffen hat fett zerreißen lassen / damit seine ich Schaaf beym Leben blleben! og- O liebreiches Lamb/das sich reß hat lassen binden/und schlachten für die jenige/ welche Ihm den ein Todt verursachet. Ich bitte nie dich O HErr durch jene Lie- >aß be/ welche du gegen deine wie- die wohl zaghaffte Jünger getra- em gen; durch jenenFriedens-Kuß/ )en welchen du demJudas gegeben; f zu durch jene Liebe / welche dich für rde uns in die Band und Todt geben bracht; durch jene Streich/Un- w bild/ 30 Dies. Betrachtung bild/ und Mißhandlungen/wel- che du von deinen Feinden ein, genommen; durch deine heilige Strick und Band z durch die Zartigkeit deines Hertzens/ daß vu zerbrechest die Ketten meiner bösen Gewonheiten / mich erlösest von dem Gewalt meiner bösen Neigungen/ und daß du nie- mahlen zugeben wollest/daß ich wiederumb falle in die Band und Gewalt deß bösen Feinds/ von welchen du mich mit solchen Schmertzen erlöset hast. Vbungen und Lehrstück. L^Hngeacht aller Widerspenstigkeit ^ der Natur undForcht/ ergiebe dich mit grossem Muth in den Todt/ wann er von der Hand Gottes dir zugeschickt wird. Wann dir heüt ein Versuechung aufstosset/ widerstrebe derselben nach d< bi gc dl w w L. W L< di til di dr al C d< ft L' st d n deß Aalväri-Vergs. zr el- dem Exempel.deines Heylands auch in, biß aufdasBluet. aß Trage dich an / daß du mit Ihm gebunden werdest / und protestiere/ q du wollest Ihn niemahl verlassen/ wie feine Jünger gethan / sonder du lek wollest Zhme in allenStucken seines lo- Leydens folgen. >o/ Erneüwere deirre Gelübt / und iv küsse sie als Band/ die dich zu einem ich Leibaignen Christi gemacht haben, nd Warm du communicierest / stelle ,g, dich vor IEsum Christum mit einer ptl treffen Demuth/ und bitte/ daß Er dir vergebe so viel falsche Küß / die du Ihme gegeben hast. Gehe ohn alle Forcht zu deinem Heyland/dann Er ist willig und bereit/dir den Kuß W deß Friedens zu geben, ebe So viel dir möglich ist / bleib die- dt, sen Tag einsamb / und sage mit dem dir Heil. Paulo: Ich bin mit Christo gebunden; Ich hab nunmehr rng die Freyheit nit / zu gehen wo ich ach will / und zu thuen was ich will. m C Stoff Zr Die z.Vetrachtukg k- Anst das genaueste beobachte den & Gehorsam / der deine Freyheit mit jjo gluckste ligen Banden eirrschrancket/ ol urrd halte dein Regel. le! Trage ein Ciliciutn/nnd wann du yx allem bist / hencke an deine Hand ni oder Armb ein Stricklein / zu bezem ft, gen / daß du ein leibeigner Knecht Christi seyest. __ hc Die 3. Betrachtung. ^ IEsus wird Dor dem Kaiphas ei übel tractiert. : Histori allst den Evangelisten Ö I gezogen. 01 führten Ihn erstlich hin zu ^ ^ Annas / dann Er war deß Last JJ phas Schwätzer/ der das Jahr Hör K Herpriester war. Es war aber Lab phas der jenige / der den Juden den g Rath gegeben Hatte: ES i#i nutz daß Z ein Mensthfürdas Volck sterbe; der ^ Hohepriester aber fragte IEsmn u umb seine Jünger / rmd umb seine f Lehr. _ deß^alvari-Bergs. zz )e !| Lehr. JEsus antwortete ihm: Ich hab öffentlich für der Welt geredete et/ allzeit hab Ich in der Synagog gelehrt/ und im Tcmpel/allwo alle Iu- ou den zusammen kommen/ und Habe nid nichts im Verborgnen gcredt; was ew ftagest du mich ? frage die / die ge- cht hört haben/was Ich zu ihnen geredk habe; Sihe/sie wissen/was Ich ger sagt habe. Als Er diß gesagt hatte / gäbe »as einer von den Dieneren/welche dar- bey stunden / IEftr einen Backen- streich / und sprach: Antwortest du n also dem Hohenpriester? JEsus antwortet ihm: Hab ich übel gere-- 2» det/ so gib Zeügnuß darvon/daß es böß sey; hab ich aber wohl geredt/ was schlägst du mich dann? lav Aber die Hohenpriester sambt dem den gantzeu Rath suchten ein falsche )aß Zeügnuß wider IEsum / damit sie der Ihn zum Todt bringen möchten/ um und sie funden keines / wiewol viel ine falscher Zeügen herzu tratten. Zum hr. C 2 leisten 34 Die z. Betrachtung letsten aber kamen zween falsche Zeck / gen/ und sprachen : Dieser hatge- [ sagt: Ich kan den Tempel GOttes ! abbrechen / und denselben in dreyen r Tagen wieder auffbauwen. j Da stund der Hohepriester auff/ r und sprach: Ich beschwöre dich bey dem lebendigen Gott / daß du uns sagest / ob du Christus seyest der Sohn GOttes? IEsus sprach zu ■ ihm: Du hasts gesagt. Aber ich sag euch/ ihr werdet von nur« an deß Menschen Sohn sitzen sehen zm ' Rechten der Krafft G-Ottes / und 1 kommen in den Wolcken deß Himmels. Da zerriß der Hohepriester sein« Kleyder/und sprach: Er hat GL)tt aelasteret / was bedörffen wir weiter Zeügen? Sihe! ihr habt jetz die Gottslclsterung gehört; was dunckt eüch? Sie aber antworteten / und brachen : Er ist deß Todts schul- >ig. Da speyeten sie in sein Ange- icht/und schlugen Ihn mit Fausten/ deßAalvari-Bergs. Z5 X etliche aber gaben Ihme Backen- streich' ins Angesicht / und die Mäns }A ner die Ihn hielten / verspotteten u» Ihn/und bedeckten Ihn/fragten und ,Kn sprachen: Weissage / wer ists / der dich geschlagen hat? und sie redeten iff/ viel andere Lästerungen wider Ihn. >ey ns Außlegung deß Geheimbnuß. der m AIAchdem die Juden Christum ge, ich v fangen/ haben sie Ihn mit grosse str Sorg nach Jerusalem geführt/ zur auß Forcht/daß Er ihnen nit etwan m& auß den Händen gieng / oder ihnen ■ m abgejagt wurde. Sie haben Ihn erstlich zudem Annas/ hernach zu in« dem Caiphas geführt / der Ihn we- )tt gen seiner Lehr / und Jünger befrag, •in te / als wann Er in heimlichen Zu- tw sammenkunfften böse und auffrührir ,ckt stde Anschläg ausgesprengt hätte. IEsus spricht nit ein Wort von sei- w\i nen Jüngeren / damit sie nit in Ge- <*e* richtliche Proceß gezogen wurden; tm Weilen Er aber gesehen / daß sein ch, C; kehr 3 6 Die z. Betrachtung Lehr von den Vorsteheren deß Go- dc fatzes angefochten wurde/ und wann de Er selbe nit solte verantworten/ sein C Stillschweigen für ein Bekandtnuß m mochte auffgenommen werden/ sagte te Er: Er habe nichts an verborgnen d« Orchen gelehrt/ und begehre dessen d< keine andere Aeügen von der Auff- g> richtigkeit seiner Lehr / als jene/dir li selbst angehört/was Er gelehrt habe/ k( und daß man selbe fragen müsse/ lc wann man änderst nach Gerichts- n Brauch mit Ihme verfahren wölke. Den jenigen / der Ihme den Backen- 2 streich gegeben/fragte Er/ warum b er Ihn geschlagen ? dann weilen Er angetastet worden/ als hatte Er nit mit gebührendem Respect sich gegen / dem Hohenpriester verhalten / wäre ' Lss)m viel daran gelegen / daß Er t diese falsche Klag von Ihme ablerne- j te; Sonsten hat Er in übrigem seinem Leyden das Stillschweigen gehalten. Underdessen beschwuhr Ihn \ Caiphas durch den lebendigen Gott/ ' daß - _ deßKalvari-Berg^ 3 i 80- daß Er öffentlich sagen solte/ ob Er am> der Söhn Gottes seye/mnd wiewohl sei» Christus sahe/ daß die WarheiL Ih- mß me das Leben kosten wurde/ antworte tete Er nichts destoiveniger / theils aen damit Er seinen Vatter ehrete/therlS sseii damit die Richter keiner Entschuld i- uff gung sich beßelffen möchten. End- die lich ist Er deß Todts schuldig ecke/ kennt/und Ihm als einem Gotts- ste/ laßerer in das An-gestcht gefpyeu ts- worden, lke. en- Beschasstiglmg der Geel/durch die mö Ginnen und vernunffk. Ek nrt Der erste Absatz. m 6>Ihe mein Christliche Seel / wse ^ Christus denr Heyland durch ~ c denBach Cedrvn als ein unvernünff- l )P tiges Thier geschlaipffet wird. J f Sitze/ wie Er gefanglichvor dem l>n Hohenpriester stehet / und bey dein p Caiphas vor den grossen Rath von ts 72. Personen gestellet wird. ö C 4 &U z8 Die z. Betrachtung Sihe/wie Er vor den Gottloser Richteren / die alle gesessen / stehe« muß. Sitze / wie sie die Zahn auff Ih« wetzen / und wie grimmige Löwen/ wann sie ein Raub vor ihnen sehen/ brüclen. Sitze/ wie sie mit Fragen an Ih« sitzen« Sitze / wie ein Gottloser Knecht Jhme ein harten Backenstreich versetzet / wider alles Recht uny Fueg. Sitze/ wie seine Heil. Wangen er- rothen/ Und geschwöllen/und wie die Gottlose Richter an statt daß sie solten ein so unmenschliche That widersprechen/selbige guet heissen. Sitze/ wie die Soldaten Ihne anfallen / Jhme in das Angesicht speyen / die Augen verbinden / mit Backenstreichen mißhandlen/und dir gantze Nacht durch mit allerhand Verschmutzung belästigen. Halte dich auff bey disem Traur - Spihl/ hernach s ui N> tz< fd sc 3 tt! ri tzl 11 E ü g n Ii 3 a u jl deß Aalvari-Bergs. 39 ostt Der ander Absatz. ^ s>öre/ was der Sohn GOttes zu dir sage/als wann du einerauß den Soldaten wärest / oder zum wer S nigsten sein Leyden mit angesehen» )en/ hättest. « Höre/was Er zu dern/der Ihn ge- schlagen hat / gesagt; Warumb tät schlägst du mich? Er achtet/daß ven 2 hme angethan werde alles GuetS und Böses/ was man auch dem Ges > er- ringsten seinen Jüngeren thuet; da- diE hero wann du deinem Nächsten ein st» Unbild anthuest/thuest es dem Sohn wtf Gottes. Wall du mit deinen Stich- Reden deinen Nächsten angreiftest/ greiffest du anChristum den HErrn/ sr, welcher zu dir eben das sagt / was 3 Er den Juden vorgeworfen/ nemb- lich: Warumb schlägst du mich? ^ Was Übels hab ich dir gethan? Warumb zörnest du mit mir? War- umb überfällst du mich mit Unbild ? V 1 ' Höre die erschröckliche und Ma- jestät- volle Antwort / die Er dem m C 5 Cai- r 4° Die z. Betrachtung Caiphas gibt / und. bekennt/ daß Er der Sohn Gottes seye/ welcher mit - der Zeit sitzend-zu der rechten Hand /Gottes-kommen werde zurichten.. Höre endtlich den ungerechten . Senttntz/welchen die Gottlose Rich-' ter gegeben / da sie den Urheber deß Lebens deß Tovts schuldig erkennen. Bedencke dich / ob dieses Urtheil nit mit besserem Recht wider dich jölte außgesprochen werden. Der dritte Absatz.- MEtrachte wie fchjmpfflich dem ^Sohn Gottes gewesen seye diser Backenstreich, Ein geringer verächtlicher Knecht hat sich erfrechet solchen zu geben einem König-/ dessen Majestät und Würde unendlich groß- . wäre. ' Es ist geschehen in einer grossem Versammlung/ in Gegenwart der Fürsten deß Gesatzes / ohne Fueg/ vhneAccht/ ohne Befelch- der Obrig- . / keit; deß Lalvari-VergA 4t . keit; und dises auß einem schemii- chen Verwand / als wann Christus den Respect / welcher de-m Hohenpriester gebührte / vergessen / und ^übersehen hätte. Man hat Ihn ge- .schlagen als einen-Gottlosen / übermütigen / und gegen der -Obrigkeit rebellischen Menschen. Bettachte/ warümb Er habe wollest disen Backenstreich empfangen. " 1. Damit Er verbesserte die Uu- bilö / welche unser erste Elteren in dem Paradeyß GZtt angethan / indem sie gleichfamb Gott zu einem Lügner »rächen wvlten/da sie glaubten/ sie'wurden nit sterben/ wann sie die Frucht deß verbotteueri Baums verkosteten. 2. Damit Er der Gerechtigkeit GOtt seines Himmelischen Vatters ein Genügen, leistete / welchem der Mensch / so osst er sein Gesirtz über-- tritt/ eine« Backenstreichversetzet. - 3. Uns ein Trost mrd-Epempel ZM geben / wann wir mit einer Unbild Wegrissen werden. 4. Uns 42. Die z. Betrachtung 4. UnS zubedeüten / daß wir Christum ftlbsten angreiffen/ so osfi t wlr dem Nächsten ein Unbild p n fügen. Wann ein einziges Glied s leydet / muß es das Haubt auch er- t gelten. ( Betrachte/ warumb Cr dem Caü l phas / welcher Ihn bey dem lebendn' d gen Gott beschworen / geantwortet; s> dessen seynd drey Ursachen: 1 1. Damit Er zaigte den grossen! d Respect/ welchen Er gegen seinem 1 d Himmlischen Vatter getragen. « 2. Weilen Er für uns hat sterben l wollen; Er wußte gar wohl / daß k man Ihn als einen Gottslästerer d -um Todt verurtheilen wurde/wann r Lr offtntlich bekennete/ daß Er der } d Syhn Gattes ftye. So Er aber ( solches nit bestanden hätte / wäre i Ihm ein gleiches widerfahren als , r einem Landtbetrieger/welcher offent- ! ( lich geprediget / Er seye der Sohn l f Gottes / und doch solches vor der i Hbrigftit nit hatte gestehen därffen. : 3. Da- deß§alvawBergs. 43 vir 3. Damit Er die Richter in ein >fft Forche brächte/ daß sie sich an Ihm pv nit vergreisten selten ; auch daß sie ied sich nit entschuldigen könten/als Hüter- ten sie es nit gewußt / daß Er der Sohn GOttes gewestn; da Er es aß Ihnen doch öffentlich gesagt / und di- darzu/ daß Er einmahl komen werde !t; sie zu richten. ^ Betrachte/warumb Er zügelnsten/ en . daß man Jhme die Augen verbun- w ! den/ in das Angesicht gespyen / und mit Streichen mißhandlet. Nern- en j lich / damit Er uns die Unbild er- rß > klarte / welche Er leyden muß von er 1 den Sündern / wann sie Gott lüstern : ren/ und unehrbarlich reden; dann er > dieses ist eben so viel / als ob man er ! Gott in das Angesicht speye. !J 1 Sie verbanden Ihm seine Augen/ f 1 weilen sie nit ertragen kundten den Xi \ Glantz / der auß seinem Angesicht tt 1 hervor schofle/ noch minder die Lieb- 'k lichkeit seiner Augen / welche dem r * Hertzen ein gewisse Zürtigkeit ein- \t gössen; *44 Die z. BetrachtMg . gössen ; zumahl damit Er zu erken- '! nen gebe die Boßhcit der Sünder/ ' e die ihnen selbst die Augen verhüllen/ r \ damit sie desto frecher sündigen niL e gen / und asso mit GOtt handle«/ ^ als wäre Er blind / und ihre SüO .% mt sehen thäte. Anmuthwlgen. ' ^ -gkrCt-te an JCsmn Christum den s* ^ nenGott/Könsgund Heyland/ glaube / daß Er kommen werde zü - richten die Lebendigen/und die Top i ten. ; Sage Ihnle Danck/ daß Er hat d wollen jöviel Unbild' leyden/und die st Schmachen/die du Gott so vikMig Q angethan/ ersetzet. <, . Trage ein empfindliches Mitley- L den mit Ihme / daß Er so übel ist ^ tractiert worden von denjenigen/ 8 denen Er so viel Guets gethan / de- ^ ren Krancke Er gesund gemacht/und U ihre Todten ausserwecket. . - * Ü ' Bitte daß Er dir verzeyhe alles/ * • - was deß Aalvari-Vcrgs. 45 7- > was du Übels deinem Nächsten halb ^ > zugefügt / und daß Er dir vergebe )al r aIIe deine siindliche Wort / die du m J jemahl außgegossen; dann dise seynd no^ eben so viel Backeisttreich und Spei- F s ' chel gewesen / mit welchen du sein M Angesicht entunehret hast.. ' Bitte / daß Er dir mittheile die Gnad und Frucht dieses-Geheime nuß/und dich gegen alle Unbild ung Mpfindlich mache. % , Geketk. >d- £) ICSU mein Heylanö ! ich werfe mich demüthig zu >at deinen Füssen/ und glaube / daß w hu warhaffrig seyest der Sohn fs 3 Gottes / welcher kommen wird zu richten die Lebendigen/ und X die Todten. Vor dir wird a uch ^ chrsmahls erscheinen Kaiphas/ Nechenschafft zn geben über das ,d ungerechte Urtheil / welches er . über dich gesprochen. ' M x ö lieb/ is 46 Diez. Betrachtung L) liebreicher JEsu/ ich sage » dir Danck für alleSch nach und b Unblid / die du meinetwegen u übertragen / da ich sehen muß/ daß die Werck detner Handen/ < deine eigene verächtliche Aren- k turen so schimpfflich mit dir $ handlet ? £) armer Mtcheas/ wie wirst { du wegen der Warheit in das « Angesicht geschlagen! -O dapfi- { ferer Samson / der du so offt die J Philisteer überwunden / nun ; bist du ihnen zu einem Spott ] und Gelächter worden! Sie \ haben dir die Augen verbunden/ ? und verschmachen dich in deiner 1 Armbseeligkeit ! Wer hat dich ' L) starcker Held / deiner Kraff- ' ten beraubt ? Wer hat dich dei- j neu Feinden übergeben ? Ach! 1 diß hat gethan die unglückseelige ' Dalila/das ist/die Menschliche ^ Natur/ deß Aalvari-Bergs. 47 tge Watüv / welche du so sehr gellend bet/ und dir selbsten hast wst jea mahlen wollen, lß/ Mich überfallt Forcht und >n/ Schröcken / wann ich gedencke/ w, daß ich eben so offt in dein An- )ir gestcht gespyen; eben so offt dir Backenstreich gegeben / als offt rst ich mich erzürnet/meinen Nachts sten mit Schmachworten rauch -ft angefahren/oder sonsten unehr- bare Wort geredt habe. L) m Göttliches Angesicht/ welches die Engel anbetten / die Mengte schen aber dermahlen so schand- n/ lich entunehren! L) Angesicht/ ex in dessen Beschauwung unser ch ewige Glückseeligkeit bestehet/ «f- welches die Himmlische Geister mit unersättlichen Begierden \ f betrachten/ und ohne End zugebe ntessen verlangen. Wie übel )e bist du anjetzo verwüstet; wie x/ schmertzr 48 Die ^Betrachtung schmertzlich geschlagen; wie ( göttlich verbunden ! ach fönte n ich allen Unflath mit welchem D du von den Henckersknechten s besudlet worden / absauberen/ e und wie Veronica dir mit einem d kleinen Dienst zu Gefallen sie- l hen ! <£> HErrdiß kanich thun/ g wann ich meinem Nächsten sein ^ Chr ersetze/und selbe zu erhall fj ten suche. u Derohalbm bitte ich dich mein HErr / durch die Backen- streich/ welche du in dem Hauß / Kaipha hast eingenomen; durch ^ dre Unbrld/welche du in selbiger Nacht hastaußgestanden;durch die Verschmachung/welche dir so unbillicher Weiß angethan worden; durch dein Sansst-- muth; durch dein Demuth; durch dein Gedult / mir die Gnad zuverleyherr / daß ich alle Schmach /FlSZl SS W7/JJÖC» VeßAalvari-Vergs. 49 Die Schmach und Unbild / welche ,ite mir meine Feind anthuen wer- em den/ übertragen/ und das Stillten schweigen halten möge. L) wie m/ ein unerträgliches Ding ist es/ m daß em Erdwürmlem sich durch sle- die Hoffart auffblase / da GOtt in/ gedemüthiget wird; daß ein -in Sünder Raach suche/ da man al- feinen Gott mit Barkenstreichm übel zurichtet. ^ VblMgen und Lehrstück. nß tS, Teile dich an die Seiten deines ch ^ HErren/und bilde dir ein/man ;er gebe dir Backenstreich/ und fpeye dir ch in das Angesicht; sprich mit Ihm: -ir Ich hab mein Angesicht von m den jenigen nit abgewendt/ die ^ mir in das Angesicht gespyen. ); Trage heut mit Gednlt alle )te Schmachwort / und halte ft'r für fc Speychek/ mit lvelchen dein Ange- ich 50 Die z. Betrachtung ficht besudlet werde; Bekenne dich wohl würdig/und verdient zu haben/ o" daß dich alle Menschen/ Engel und Trüffel in das Angesicht schlagen. M Bemühe dich / mehr anderer Leck then Willen/ als deinen aignen zum füllen / damit du der Gedult IEsu I, nachfolgen könnest. nr Man man dich fälschlich anklagt/ ^ schweige / entschuldige dich nit / in/ sonderheit / wann du dein Hertz kt wegt findest. (g Hüte dich / daß du deinen Räch/ sten yit beleydigest/ und wann du in diesem dich verfcihlest / höre den ^ Sohn Gottes/welcher dir vorwirfft! ^ Warumb schlägst du mich? a> So offt du ein Wort auß deinem - Mund lassest / das wider die Liebe deß Nächsten / oder wider die Ehr/ barkeit streittet/so offt lege auff dein Zungen zur Bueß etwas von Wer/ muth--Pulver/ oder nime sonst etwas ohngeschmacktes in den Mund. Beschütze den Sohn Gottes / so _ offt l dich kni und n. um Esu rgt/ in- be- äch- uiii den O- nem iebe tbv dein 3er- vas so offt deß§alvari-Vergs._51 offt Er verspottet wird von falschen Zeugen; von den Gottlosen; von jenen / die von seiner Vorsichtigkeit übel reden. Verbinde Ihm seine Augen nit/ damit du freyer sündigen könnest. In der Kirchen hüte dich von aller Unehrbarkeit. Die bösen Christen seynd ärger alsdieIüden/und übertreffen sie weit in der Gottlosigkeit. Alle deine Werck verrichte in der Gegenwart Gottes; Folge nit nach den Gleißneren/ und falschen An- dächtleren/ welche gleichsamb G-Ott die Augen verbinden/ und so unge- fcheücht in den Sünden fortfahrend als wann Er sie nit sehen thäte. Die 4. Betrachtung. JEsus wird zu dem Herodes geführt. Histori/ auß den Evangelisten gezogen. aber Pilatus Gallilceam hö- Ts Die 4« Betrachtung ^ *et/ fraget er / ob der Mensch ein 9 e Galliläer wäre ? und nach dem er ^ erfahren / daß er auß dem Gebiet M Herodis wäre / sandte er Ihn wie- ^ Lerumb zu Herodes / der auch selbst J w zu Jerusalem wäre. Herodes aber Z« war sehr froh/ daß er ILsum sahe/ A dann er Hätte Ihn von langen Zeü *?' ten hero gantz gern gesehen / dieweil er viel von Ihm gehört hatte / und Jj?' hoffet ein Zeichen Von Ihm zu fthen; und er fragt Ihn mit vielen Worten/ aber ILsus antwortete ihm gar nichts. Die Hohenpriester aber siunbt den Schrifftgelehrten stunden und verklagten Ihn häffttg. Herodes aber mit seinen Kriegsleütheu se! verachtet und verspottet Ihn/ und rni er thäte Ihm ein weiffes Kleyd an/ in und sandte Ihn wiederumb zudem zw Pilato. fit de Außleguug deß Geheimbtruß. str §>Ieser Herodes ist gewesen ein Jjj Sohn dessen/der die unschuldige deßMvari-Vekgs. 5; ein ge Kinder hat lassen umbringen. Er , ^ war ein arglistiger Mann / darumb )iet ihue Christus ein Fuchsen genandt. Er war ein Vluetschändischer Ehe- sbst brecher/der dieGemahl seines Bru- ders zum Weib genommen/umb wel- he/ che Sünd er von dem Heil. Ioanne Baptista gestraffet worden; Aber »eil Ioannes hat darrlber sein Kopff verlohren. Er wäre auch willens st . Christum den HErren zu todten/ >n' wie der Heil. Lucas schreibt ; dahero tat bie Pharisäer zu Ihme sagten: Ge- )er he hinauß / und zeüch dich von hingen nen/ dann Herodes will dich todten. m Underdessen verlangte Herodes M sehr/ Christum zu sehen / auß Hoff- nd nunq/ Er wurde ein Wunderzeicheu n/ in seiner Gegenwart chnen. Er M zweifflete auch/ob nit villeicht Christus Ioannes Baptista selber wäre/ den er todten lassen. Als nun Chri- > stus vor ihm stunde / setzte, er Ihm . allerley Fragen; Christus aber ant- wertete nichts. Difts StillDwei- 1 g-nS 54 Die 4 . Betrachtung gens Ursachen/ wollen wir in der Be- de trachtung beybringen; Dahero ver- gel achtete Ihn Herodes als einen ein/ wo faltigen Mann/ der nit einmahl ant/ un Worten kundte. Er verachtete Ihn we als einen Thörichten / welcher nit Fr wüste sich selbsten zubeschützen. Er che verachtete Ihn als einen schwachen sen Menschen / der nicht vermöchte ein wi, Wunderzaichen zu thuen; deßwegen liesse er IEsu als einen Narren und Pc Comödi-König ein weisses Kleyd g« anlegen / und mit diesem Auffzug un- wiederumb nach dem Hoff Pilati ' führen. Der Sohn Gottes mueste durch Herodis Leibwacht gehen/web ste che dann ihrem Herrn zu Gefallen/ M Ihme alle erdenklichste Verspottung ^ne gen angethan. ^ Beschaffrigung der Seelen / durch G die Sinnen und Vernunfft. Der erste Absatz. an E)Ähe/wie IEsus über die GasB deßAalvari-Bergs. 55 Ber der Statt Jerusalem als ein Mörder per# gebunden / und mit Soldaten verein# wahrt geführt wird zwischen einer int# unglaublichen Menge deß Volcks/ Hn welches vor wenig Tagen Ihne mit nit Freüden# Geschrey und Lob # Sprü# Er chen empfangen hatte/nun aber tau# hen send Scheldt # und Spottwort nach# ein wirfst. >gm Sihe / wie Er in deß HerodiS und Pallaft hinein geführt / und diesem leyd grausamen/ und unzüchtigen König 'zug under die Augen gestellt wird. :Iatt Sihe / wie dieser hoffürtig / und ,esie fürwitzige König mit Christo jetz veb freündlich handlet / damit er ein len/ Wunderlichen von Ihme sehm W, möchte. Er verspricht Ihme dessent# wegen die Freyheit/ das Leben/ ja alles zu geben / was nur in seinem rrch Gewalt stuende. Sihe / wie Ihn Herodes verach# tet / und mit einem Narren #Kleyd anziehen last. Sihe / wie man Christum mitten tS D durch 56 Die 4. Betrachtung durch Die Leibwacht Druck führt/ w von welcher Er mit Verlachung/ ge Verhüttung und Schlügen schimpß lich gehalten / und übel zugerichtet wird. * * Der andere Msatz. * öre an das erschröckenliche SM ^ •V schweigen deß Sohns GOttes. Es ist solches ein laut- erschalleM Stimm deß Zorn Gottes. L. Höre/ was Er zu seinen Jüngerer . sagt: Was bey den Menschen L hoch ist/ das ist ein Greuel vor {?. GOtt. W Hvre/was die Heil.Schrifft sagt: §g Es seye ohnmöglich / Dem Men F fchm zumahl / und auch G-Olt A zugefallen; Daß die Wcißhett re Gottes allzeit von den Weisse» ^ diser Welt für ein Thorheit gv halten iverde; daß G-Ott zv schweigen pflege / wann Er ein/ ^ mahl geredt/ undnit mehr rede/ w wann Hrt/ mi «w Gel m ttes. ende »ereil chen vor 'agtl m Ott heil ip ■ P t zv eiw ede/ ariri VeßUawackBepgs._57 wann matt seinen Emstrrechum- gen kern Gehör gibt. Der drMe Absatz. tt^Etrachte / warumb der Sohn ^ GQltes dem Hewdcsnit antworten wollen ? i. Weil er gar zu lang auffgeschobei^den Sohn Gottes zu sich zu beruffen/ und seine Lehr zu verneinen / wiewchl er schon ein und ander Jahr von Zhme vil sagen gehört. 2. Weil er ein arger / falscher Mann war/GQtt aber ab den Einfältigen ein Belieben hat. z. Weil er nicht fragte auß Liebe der Wahrheit/ sonder nur/damit er sein Fürwitz büssete. 4. Weil er als ein Richter mit einem Beschuldigten redte / und er dem Sohn GOktes etwas zu thuen anmassete/das Leben zu erhalten/das Ihme mt anstünde. 5. Weil er unzüchtig / und ein Ehebrecher war / Gott aber mit unteü? schen Hertzen nichts zuthuen haben will. 6. Weilm er dem Heil. Ioanni D 2 dem 58 Die 4. Betrachtung_ dem Lauster enthaubten lassen/ der kai Christi Vorläuffer und Stimm ge- Wesen/ darumb hat Er still geschwie« ku gen. 7« Weil Er für das Heyl dek Menschen sterben weite; wann Er W aber deß Herodis Begehren ein Vers gnügen gethan hätte / wäre Ihm? das Leben erhalten worden. Betrachte / warumb Christus mit ** Pilato gesprochen/demHerodes aber vy diese Ehr nicht gegeben? Dieses ist darumb geschehen / weil Pilatus als ^ ein Heyd und Abgötterer kein Er« kandtnuß deß Gesatzes / und der Propheten gehabt / dähero IEsus >5 rhn lehrete / damit er kein Entschuld v digung vorwenden könte. Er hätte ß, ihn noch mehr erleüchtet / wann er g nit freywillig dem Liecht die Augen ^ beschlossen. Er hatte nichts beip w , Pilato vorgebracht/daß seinem Nu- & tzen dienlich/oder damit Er sein Leben darvon brächte. Hingegen wäre st> Herodes von Geburth und Religion te rin Iud/ und hatte genügsame Er- kandt- deßAalvari-Bergs. he, kandtnuß deß Besatzes / und der Propheten / welche von seiner An- imd kunfft gnug geweissaget hatten. Er l dek hatte lange Zeit in dem Kercker ver- x Er schlössen gehalten den Heil.Ioannem HZev Baptistam / der ihme überflüßige Lehr und Underweissung vorhielte/ 1 weilen er aber Ihne der Liebe eines , m j( Weibs auffgeopfferet / hat er sich vhnwürdig gemacht / daß GOtt mit § ja ihm redte / darumv hat Christus das j als Stillschweigen gehalten. Anmuthungen. A ^Age Danck dem Sohn Gottes/ V™ ^ daß Er so viel Verachtung hat at» wollen außstehen / damit Er dir ein a a Exempel der grösten Demuth gebe/ M und daß Er dir hat wollen zeigen/ vey wie man der Welt/ und grosser Hers ^ ren Gnad solle verachten. ' ^ Bitte umb Verzeyhung / daß du s» offt seine Einsprechungen veracht W tet / sein Stimm nit angehört / und daß du der Welt zulieb dich für sei- ivt, D z neu so Die 4. Betrachtung nen Feind erkläret hast/ indem du sein Meißhert / guter Leüthen @» mahnungen / und Underweifungek Dr ein Thorheit gehalten. Bitte Ihn f. daß Er dir die Gnad und Frucht Liefts Geheimnuß mit- cheile/und lehre/daß du jenes/welches die Welt Dr witzig halt/ Dr ein Thorheit achtest / und hingegen dir ein Wcißheit seye / was die Welt Dr thorrecht haltet. Erwege wohl diefts Stillsthweir gen deß Ewigen Worts. Höre sein Stimm/ und entsprich feinen Eingebungen / auß Forcht / daß Er nit etwa» ftin Gnad dir entziehe /• und dir nit mehr in das Hertz rede/ wie Er sonsten thate/waun du Ihn wurdest anhören. Gebets £) JEßr mein HCrr/wer wnö mir gnugfame Wort geben/ Laß ich dir dancken möge umö das i so du Mir von der ersten Stund j- & ST 3 H fl ?? t? ® I deßMvari-Bergs._61 n Stund meines Lebens biß an- C» hero erwiesen / und ftrr so viel M Warheiten/ die du mir zuverste- hen gegeben hast. Wer wird meinen Augen gnugsiune Zäher S verleyhen / damit ich meine Un- treu und Mrdanckbarkeit bewey- h," ne ? Wie offt hast du in den Oh- M ren meiner Seelen die Stim deines Worts erschallen lasten'! m Wie offt hast du mich ermähnt/ sei» daß ich dieFreündschasst mit der W Welt underbreche / meine Ge- ’ n J müths - regungen zäume / mein ^ Leben verändere / und nnch dir m WNtz und gar ergebe? Deine Priester reden mir / deine Vor- lauster ermähnen mich/aüemich . stelle mich allzeit gegen deimr N'r Stimm / als wäre ich Gehören/ loß. Ich todte deine Priester mo wie der Saul / und deine Vor- 't» läuffer wie der Herodes. tN« D 4 LE 6i Die 4 * Betrachtung L) wie fürchte ich / daß du zu BestrassungmetnerHartnäckig- mi kett und Verstockung meines E Hertzens/mtr hinfüran nit mehr di> reden/ und ich vielleicht durch sp: einen jähen Todt möchte üben fei eylet werden! Seitenmahlen aci du selber gesagt/daß über jenen ha Menschen ein unzettiger Todt ur kommen werde/ welcher sein Leben nit besseret. L) HE'rr rede dann/ sihe dem Diener ist bereit dich zu hören. Schweige mir hinfüran Moses/ und lassen den HErren reden/ sein Stimm wiewohl sie er- schröckenlich/fallt doch viel lieblicher mir in dieL)hren/als die liebkosende Stimm der Kreaturen. L) JEsu! mein See! ist wie Wax zerschmoltzen/ so bald du mir dein Stimm zuverstehen geben hast. * Mich ve di Li di A Ut st A a, m w s deßAalvari-Bergs. 6z ll zu Mich schmertzet in demGrund Fiss meines Hertzens/daß ich deinen lies Einsprechungen bißhero so offt rehr dieL)hren verschlossen; Ich ver- rrch sprrche hinfüran dir getreu zu der- seyn. Ich will die Welt ver- )len achten / und will für ein Ehr neu halten/wann ich von der Welt ödt umb deiner Liebe willen wird Le- verachtet werden. Ich bitte dich durch den Überfluß deiner >ein Liebe / und Gedult / daß du mir en. die Gnad gebest / damit ich d^r ses/ Welt Versprechen nichts achte/ m/ und ihre Bedrohungen nicht er- förchte/damit/wann ich auf der eh Welt wird verachtet seyn / wie die auch du gewesen/ gleicher Weiß tu- mit dir in den Htniel glorificiert ist werde/Amen. rld ,en vbungen rmd Lehrstück. sollest du das Stillschweigen ich e D5 rmch «4 Die 4 * VeLrachümg nach aller Seiner Möglichkeit halten/ damit du in diesem Stuck deinem Heyland nachfolgest: Bemühe dich nicht/ daß du den Oberen gefallest / und bewerbe dich nit umö die Gnad der Gottlosen. Rede/ und thue nichts darumb/ daß du von. der Welk geachtet werdest / jvnder laß dich Dies lieber für ein Thoren/ und Wahnwitzigen hallen/ als du etwas begehest/daö wider dein Gewissen streikte.. Verachte die Urtheil der Menschen / weilen auch die ewige Weiß- heit von den Weisen der Welt für thorecht gehalten wvrden. Erwecke in dir ein Begierd ma derumb öekleyvt zu werven mit jenem weisscn Meyd/ daß du Kvar m dem Tauff empfangen / aber durch die Sünv verlohren hast.. Lege an IE- snm Ehristum/wie der Heil. Paulus lehret/ und verachte.die ausserttchs Zierd/ damit du theilhafftig werdest der VerschächungIEsu Christi: Die im nein dich l. m(v Der# für hal# wi# 'en# 'iß# für na em M )ie B > rs hs 'st K Die 5. Betkachnmg. LCM Wird mit Varmbba $ißwif anßvm Evausekstem grzvgen^ MXIlatus w0 die' Hohenpriester? t undÄbersten/ sambkdemVolck zusammen / und sprach zu-Ihnen.: Ihr habt vifem Menschen zu. mir gebracht/als einen der das Volck abwende / und sihs/ ich hab Ihm vor eiich gefragt / und habe der Ding keins an diesem Menschen befunden/ dammb ihr Ihn verklagt. So hat auch Herodes nichts befunden ; dann ich hab estch zu ihm geschickt / und stche es ist nichts auff Ihn gebracht das deß Lodts werth sey ; derowe^ gen will ich Ihn züchtigen / und lvß lasten. Er pflegte ihnen aber? auff den Fest-Tag einen von den Gefangenen loß zugeben/welchen sie begehr# ten. Nun mr einer BarMbasge- nandt/ 66 Die 5. Betrachtung nandt / der mit den Auffrührischen gefangen war/und hatte in der Aufruhr einen Mord begangen; und da daS Volck hinauff kame/fieng es an zu begehren/ daß er thäte/wie er ihnen allzeit pflegte zu thun. Da sprach Pilatus: Welchen wollet ihr/ daß ich eüch loß geben soll/IEsum der genandt wird Christus ? aber die Hohenpriester undAeltesten über- redtendas Volck/daß sieBarrabbam loß bitten t und IEsum todten sei- - ten. Pilatus aber antwortet abermal/ und sprach zu ihnen: Was wollet ihr dann/daß ich dem König der Juden thuen soll ? Sie ab§r rieffen wiederumb: Creützige Ihn; Pila/ tus aber sprach: Was hat Er dakl Böses gethan? Sie aber rufften vielmehr: Creützige Ihn. Aber Pilatus wolte dem Volck genug thuen / und gab ihnen Barrabbam loß/und übergab ihnen IEsum. Auß- % % leti re. r»s der Ch hw der G> er. V. Lo G' der lat ner N. V- Le we m we 'chen >liif dba Sän uh- Da ihr/ sum rber ber- »am fblr wl/, Ikt Zu- feit ila- >an m -er ug im ß- deß§alvari-Bergs. 67 Außlegungdeß Geheimbnuß. lNIlatus bemühet sich IEsu Chri- 't sio das Leben zu erhallen/ weilen ihme sein Unschuld bekandt wäre. Diß sein gutes Vorhaben auß- zuführen/hat er Ihn zu dem Hemdes gesandt. Weilen aber Herodes Christum wiederum zurück geschickt/ hat er für guet erachtet / Christum dem Volck vorzustellen / damit die Gnad auf Ihn fallen möchte/ welche er als ein Landpfleger jährlich dem Volck zu thuen schuldig war mit Loßlassung eines Gefangnen zur Gedachtnuß der Entledigung auß derEgyptifchen Dienstbarkeit. Pi- latus erwählte under den Gefangnen einen boßhafften Mann / mit Nahmen Barrabbas / der bey dem Volck wegen seiner Auffruhr und Todtfchlag verhasset wäre; Daher» weilen er glaubte / Christus wurde sicherlich von dem Volck erwählt werden/ fragte er / welchen auß beyden 68 Die 5 . Betrachtung den sie woltsn loß habm / Christum oder Barrabbam? Er redte dessen- halben die Pmster an ? die hingien- gen/ unddem Volck emschwätzten/ daß sie die Gnad für Barrabbam begehren Alten / wie es dann auch geschehen^ Pilatus bemüdete sich zwar zu Zaigen / daß die Wahlnit recht; doch kundt er nichts erhalten. BesthDtlgunF der Gecken/ durch die Ginnen und VermmM. Oif w« Der ersse Aöfatz. noch einmahl See! I wie ZCsus durch die Strassen Jerusalem/welche mit einer unzählbaren Menqe Bolcks in der -Oster-Zeit angefirük waren/umö den Mittag geführt wirdv angethan mit einem weissen Kleyd wie ein Thor/ und wahnwitziger Mensch.. Sihe/ wie dieses Traur?Spihl Mderschiedliche Gemrkths- regungm bey einem jedm erweckt/nach deiner gürt tze da de H V gel ar od od -r öeßFalvari-VerB. 69 Zuet oderbsß gegen Christo geneiget ore an mit Stillschweigen erstlich c? Lhristum/was Erdir zunrHw tzen rede; und dann auch Pilatum/ da er zu den Irden saget : Ich fim j( - de Ihn keines Lasters schuldig. die Höre/was er dem Volck vortragtr ner Welchen- miß beyden begchrt per ihr? Glaube/ daß der Himmlische pcn Vatter eben diese Frag an dich er^ nit gehen lasse / und Age : Welchen m auß beyden wilst du? JEfum oder Barrabbam? den Teüffel/ ryl oder meinen Schn % den Himel ! f ” oder die Höll? 70 Die 5. Betrachtung __ Höre das erschröckliche Geschrey be, der Iuden/die verlangen das IEsus W gecreütziget werde/und die Antwort J^ 1 Pilati: Soll ich eüweren König creützigen 1 was Übels hat Er JJJ gethan? was wolt ihr dann/ Fx daß ich mit dem König derZm «n den anfange? bej Der dritte Absatz. ^ L^Ctrachte / wie sehr der Sohn fch ^ Gottes seye gedemüthiget/und bet erniedriget worden. Er wurde ge- ret führt von dem Annas zu dem Cau un phas; von dem Caiphas zum Pila- tzei to; vom Pilato zum Herodes; vom ler Herode wiederum zum Pilato. Nie- ler wand will Ihn; Wilst du Ihn auch M nit Christliche See! ? Dises Herum- jhi schicken von Herode zu Pilato / be- ye deutete / daß der Glaub von den nu Juden zu den Heyden solte gebracht Cr werden. Gott entziecht demjenigen (in die Gnad / welcher dieselbe nicht lig braucht/ und gibt sie einem anderen/ r§> deßAalvari- Bergs. 71 hm der sie besser anwendet. Wann du ?sus hinfüran nit grössere Treüw gegen vort Gott erweisest / als du bißhero ge- than / wirst du den Himmel nit er- werben; und wird Gott die Gnaden und Erleuchtungen / welche bey dir ü, n/ Fruchtloß gewesen / dir entziehen/ M und einem anderen geben / der sie besser brauchen wird als du. Bettachte die Ungerechtigkeit deß Pilati. Ihm wäre bekandt die Un- ohn schuld Christi/deßwegen er sich auch und bemühet/ Jhne von dem Todt zu er- Qtt retten. Aber wie? mit Schmertzen 'au und Verschmächung. Mit Schmerle tzen/weilen er Ihn so grausam gaiß- om len lassen. Mit Verschmühung/wei- iw len er Ihn mit Barrabba einem uch M ha >en cht ,en cht w Mörder verglichen. Wem habt ihr / sagtGott bey dem Isaias/mich verglichen? Was für ein Gleich- nuß ist zwischen GOtt und einer Creatur? zwischen einem König und einem Leibaignen ? zwischen dem Heiligsten allerHeiligen/und einemAuff- rühm und Mörder? Be- 72 Die 5. Betrachtung - Betrachte die Boßheit derHohen- Priester! Christus hatte vilmalM 77 ihre Laster und Gleißncrey öffentlich in seinen Predigen gestrafft; Dahero ^ sie wider Ihn einen grossen Neyd ^ undHaß gefasset/und zusmnmen geschworen/Ihne zu todten. ^ Auß dieser lkrsach haben sie dem Volck gerathen/den Barrabbam loß r zu bitten/ vorgebend: Es seye besser A einen Mörder / als ein Gottslckstem m zu erledigm. JEsus seye ein BG wicht / ein Schwarzkünstler / ein Li Auffrührer; und weikm das Volck wl an dem Palmtag Christum so Herr- eil sich empfangen / habe es den Kaiser w> heleydiget / welchen man nit änderst w' versöhnen könte/als mit stinemTodt. ha Betrachte/ so vfft Du sündigest/ mi so offt ziehest du den laidigen Sa- ch> thau Christo- dem HErren vor. t>i' Dieser Vorzug ist unendlich schmäh- dr licher / als da die Juden Jhme den vc Barrabbam vorgezogen; dann der 5 Heil. Paulus lehret / die Juden hw wi Heu Christum urcht erkennt. Wer w, __ VeßMvan-BergS. 73 S über wird einen Christen entschuldig lick Zen/ welcher den wahren Gott an- * bettet / und dannsch denselben wenn ^ ger achtet als ein- schnöde Creatur? ge- Amnuthungen. kV^Ctte an deinen GOtt und Hey- lsß *** land mit tieffester Demuth und >fi$ Liebe / sprechend:■ HHEn 1 wev m kst dir gleich d G Sage Jhme Danck / daß Er auß ein Liebe gegen dir / dirst Schmach hat olck wollen arrßstehem Diß solle dir zn er:- einem Trost ftyn / wann du sehen iser wirst/ daß andere dir vorgezogen erst werden / welche weniger verdienet >dt. haben als du ; Oder i warm andere st / mit Gnaden angesehen werden/ wek che derftlben nit würdig. Crgiesie or. dich in Seuffzger und Zäheren/ daß zfy du so offt den Teüffel Christo hast x'ik vorgezogen^ der Dists ist so vilmahl geschehn/alsdu- ha- wiederum m die alte Sund gefallen/ See welche dir zuvor durch ein warhaffte da Buch 74 Die 5. Betrachtung Bueß vergeben worden; dann wer solches thuet/ sagt gleichsamb in sei- L nem Hertzen : Ich habe den Uw verscheid beyder Herren/ Khri< nt sti und deß Lucifers erfahren/ ^ rrnd finde ich/ daß Lucifer ein L besserer Herr seye als Ahriftus/ h. auch mir ein grösseren Nutzen r e . bringe/ wan ich den Sohn Gob L tes verlasse/ und dem Sathan 8» diene, o Gott! wie groß ist der Menschen Verwegenheit? Beweint du solches bitterlich/und bitte denck thiq umb Verzeyhung/daß du so offk be auff die Waag gelegt ein Rauch der JJJ Ehren / ein schlechten Nutzen / ein ^ augenblicklichen Wollust mit dem »s Bluet / Leben / und Creütz Christi; PJ mit dem Himmel; mit der Ewigkeit/ ™ und mit der Geniessung eines Got- . tes. Du hast darfür gehalten/ daß [J die irrdische Güter besser als die ^ Himmlische / und ein Viechischer A Wollust dem Besitz GOtteö vorzu- ^ liehen w deß§alvarr>Vergs. 7* wer ziehen seye. Ihr Himmel ent. , r setzet euch darüber/und ihr Por- ten der Hirnmel/lasset eüch groß w Wunder seyn/dann mein Volck ' -in hat zwey böse Stuck begangen; Sie haben mich den Brunn E deß lebendigen Wassers verlas- sen i und Kisternen für sich ge- hMt Stäben / zerbrochne Msternen/ die kein Wasser halten können. eint Begehre von Christo/daß Er dir die Gnad/ und Frucht dieses Ges dI» Heimnuß mittheile/welche in dem be- der stehet/ daß du mit Gedult annemest/ f j n wann man dich verachtet / erniedrign, get / und andere/ die mindere Vers tßi; dienst haben als du / über dich er- -eit/ hebt. Hüte dich mit Forcht/ daß du nit paß etwan eine Untreüw begehest/ und ö j e die von Gott ertheilte Gnaden miß- brauchest; Du töntest auß diser Ur- m fach den Himmel verliehren / und &n wurde vielleicht die Cron/ so dir zubereitet 75 Dre^-VekrachLM bereitet wäre/ einem anderen auffg« leh setzet werden. 43 Gebe«. {*' ^kCsuLhrMe mein HErr und Jan ^ Gott / ich wirst mich nieder re < vor deiner Göttlichen Majestät, dei Ich bette dich an mit möglich- wo ster Ehrerbietigkeit / und beten- als rie /daß weder im Himmel noch rül anst Erden etwas seye/das mit sao dir möge verglichm werden, kci. Alle meine Gebein/ ohngeachk L< ihrer Härtigkeit/lverden bewegt x>c von deiner Macht und Grösse; ; rüsten auch Tag und Nacht mit G< dem Propheten: HErr! wer ist M dir gleich ? jetz Mit Schmerßen und Zorn der erfülltmich die Gottlosigkeit der alt Juden/ die da dörffen Barrab- gel bam begehren/und dir ein Mörr «rf der vorziehen. O du erster und t WMvall-Vergs. yj ffg« letster under allen Menschen! <0 du Allergröster / und Kleinster ! <0 du Erhöchter und Erniedrigter! -OZEsumeinHeyr Mio land/ was für eilt Schmach wa- wek re es für dich / daß du also von rat. Deinem Volck bist verhöhnet worden / und schlechter geachtet rett* als ein Mörder / als ein Aufloch rührer? Ich kanst du billich mit sagen : Ich bin ein wurm / und )en. kein Mensch / eine Schmach der lcht Leüthen / und ein Verachtung deß >egt Volcks. sse; Du hast dich beklagt in dem mit Garten / daß man dich als ein r ist Mörder angegriffen / aber fihe! jch bist du minder als ein Mör- orü her. Man hat dich mit dem der allerschlimsten auss die Waag abr gelegt/und du bist viel geringer törr erfunden worden/als er. wo -O mein Seel/erzürne dich nit -ster wider -8 Die 5. Betrachtung wider dieZuden/dann gegen dir gerechnet / seynd sie noch tw die! schuldig. Sie erkandten die ma Gottheit IEsu nit/ und seynd du durch die Priester verführt wor- so i den; haben auch nur einmahl bel. Ihm diese Unbild angethan; «nl du aber erkennest / daß Er dein ich Gott/ dein Herr/und König sey. W Wie offt hast du den Dienst deß dtö Leüffels dem seinen vorgezo- Ab gen? Wie offt hast du Zhne daj nnder die Füß einer Kreatur ge> Ne worffen? O wer wird meinem mi, Haupt Wasser geben/und mei- Mii nen Augen ein Brunnen da reii Zäher / damit ich meine Sund/ ab Untreüw / und Mißhandlungen stei gnugsamb beweyne! Soll ich hal für übel auffnemen/wann man wii mich verachtet / da ich meinen wa Gott so offt verachtet habe ? der 8 deßSalvari-Vergs. 79 t dir <0 süsser JCsu! niemand will uw dich/ jederman veracht/ jeder- die man verwirsst dich! Möchtest ynd du mich wohl/nachdem ich dich m* so vtelmahl mit meinen Sünden iah! beleydiget hab? Ich will dich/ an; «nd umb dich zugemessen / ziehe dein ich dich vor aller Freud und sey. Wollust dieser Welt. Ich bitte deß dich mein Heyland durch den Abgrund deiner Demüthigung/ rhne daß du in mir den Geist deß : ge> Neids und der Hoffart/ die in nem mir herrschen/außtilgest. Gide meh Mir ein wahre Demuth / und der reine Liebe/daß ich mich erfreüe lud/ ab der Erhöhung meines Nach- rgen stens / und ich für die gröste Ehr ich habe/wann ich von deinetwillen m» wird verachtet werden / seiten- itten mal du so esst bezeuget haft/daß ? der sich erhöhe / werde gedemü- thiger werden / und der sich er- ^ E nie- 8o Die^Vetrachümg medrige/werde erhöhet werden. -Htrrfüran wirst du der einige vc König meines Hertzens seyn. ^ Ich will mich auch hinfüran nrnrmmnehr under den Dienst ,* deß SatharrS begeben / der als ^ ein Räuber unS den Htmel ab^ t trmgt ; der als ein Auffrührer unseren Frieden zerstöhrt/ und als ein Mörder unsere Seelen ^ erwürgt. h Dkrmgcnund Lehrstück. <>Eüt und allezeit erwähle so viÄ •V dir möglich/ das letste Orlh. ^ Bitte Gott für die / welche höher stehen als du/und trage darumb keinen Neyd auffsie. Verwirffdeinen eignen Verstand/ und lobe anderer Leüthen Meynungen. Erhebe dich niemahl über andere/ wann du nit wilft bester seyn als Christus / der als der schlechtiste Mensch gehalten worden. In g' gl u g d deßAalvari- Bergs. 8r en. In deinen Versuchungen stell dich iige vor Christum und den Sathan/und ^re was dir der Schutz-Engel sage: m Welchen auß beyden wilst du? , n a Envege mit Ernst die Klag Got- ^ tes/ so Er bey den Propheten und a u y Apoftlen führet: Ich habe Kim Z/ der erzogen und erhöhet / aber ’ : sie haben mich verachtet ; sie haben den Todt für das Leben m erwählt. Wem habt ihr mich . dann nachgebildet / und gleich I geachtet? Ihr habt den Heilig M! gen und Gerechten verlauguet/ ^ > und gebetten/daß euch ein Man her geschenckt wurde / der ein Mör-- kev der wäre. tft/' Die 6. Betrachtung. m t | IEsus wird gegatßlet. N)N ^ ^lstori auß den Evangelisten iste! g^ogen. ^ , YfBer Pilatus wolte dem Volck In ^ E2 gnug 82 Die 5 . Vekrachtung gnug thuen/und übergab ihnen IG ^ sum / nach dem er Ihn gaißlen lass , \w daß Er gecreütziget wurde. . < Außlegung deß Geheimbnuß. ^ yiks Pilatus gesehen/ daß er bey C ** den Juden nichts erhalten mvch/ I te/auch alle Arbeit Christo seinLeben h, zu retten vergeblich angewendt/ ohn- isi geacht das beste Mittel dahin zuge- m langen scheinete zu seyn die vorger d< schlagne Wahl mit dem Barrabbas/ L hat er auß grausamenMitleyden be- b ivegt/ sich entschlossen / Christum in st ein so armbseeligen Stand zu setzen/ r< daß er auch seine Lodtfeinde zur 2 Barmhertzigkeit und Mitleyden er/ l wecken kundte. Auß dieser Ursach st gäbe er Bestich / daß man mit Jhme 2 in der Gaißlung weit scharpffer als sonsten/und gleichsam ohnmcnschlich verfahren solte; da ihm doch die : Unschuld Christi nit allein wohl be/ kandt ware/sonder er hatte auch soll \ ches in Gegenwart der Juden mehr/ mahlen deß §alvari-Bergs. 8z (c, mahlen und öffentlich bestanden. O ^ wie ungerecht ist dann der Befelch v und Urtheil deß Pilati! Die Gaißlung wäre sehr grausam/ l. und höchst - verschmachlich. Matt weist nit aigentlich wie vil Streich jetj Christus empfangen. Josephus ein dy Jüdischer Scribent meldet / man m habe Jhme die Rippen gesehen. Es M ist nit zu zweifflen / daß Er über alle ge- Massen übel seye zugerichtet worden; ger dann Er solchen Henckeren in die rs/ Hände gerathen/ welche vom Trüffel ber besessen/ und zumahl von Pilato Bein selch empfangen/ mit Jhme also Ty- m/ rannisch umbzugehen/ daß auch die M Juden seine unversöhnliche Feind ev Ursach hätten/darab zum Mitleyden ich sich bewegen zu lassen. Befthasstigung der Seel/durch die ich Sinnen und vernunfft. ^' Der erste Absatz. o(! l^Ihe mein See! / wie man das \v V 1 unschuldige Lamb Gottes den en C 3 rasen- 84 Die 6. Betrachtung rasendenWölffen rlberliefferet/damit ^ Ihme die Haut abgezogen / und eb ^ endlich gar aufgezehret werde. v' Sihe / wie die Henckers/ Knecht Ihne der Kleyder berauben / an ein Saut binden/ und ein gantzen Hagel i der Streichen auff Ihne außschüd ^ ten. d Sihe / wie das Btuet auß allen seinen Aderen herarrß tringt. u Sihe an die tieffe Wunden / web § che in feinem Leib geschlagen wer- zi den. Sihe an die tieffe Schrnnden auf f< seinen Achslen / die gantze Bach deß \ Bluetö / welche Hauffenweiß herab ^ rinnen. t Sihe / wie durch die Garselstreich , sein Ingewaid entdecket wird/ und ] gantze Stricker Fleisch in dm Lufft ' fahren. Srhe/wie Er/(nach dem man Ih/ ' ne von der Sau! erlediget/damit Er | nit under den Straichen den Geist < auffgebe) sich in seirrem Bluet herum , welket/ deß Mvari Bergs. 85 tttff weltzet/mrd dieHenckers-Knecht mit t ez Streichen Ihne zu schlagen gantz um barmhertzig fortfahren. Der ander Absatz. f\oxt/ als wann du bey der Gaiß- )üd lung gegenwärtig wärest/ was der HErr zu dir rede. licn Höre das Getöß der Gaißlen/ und das Geschrey der Henckers- »eb Knechten/ mit welchem sie sich selbst m zur Grausamkeit auffmuriteren. Höre/ was dir Gott der Vatter r * ll f sage: Deine Sund stynd die Ursach/ daß ich meinen Sohn m überlassen der Grausamkeit sei- ^ ner Feinden / und so viter er- fthröcklichen Streichen/ welche G Er gelidten. Höre / was ZEsus durch den Mund Davids spreche: Ich bin Lr zum Leyden gemacht/ und mein Schmertzen ist immerdar vor f meinem Angesicht. Psal. 37. ' u , E4 HM 86 Die 6. Betrachtung Höre wieverumb den gemeldten A Propheten : Viel Plagen komen ke über den Sünder. « Item den Heil. Paulunn Den/ welchen der HErr lieb hat/ den ' züchtiget Er; Er gaißlet aber einen jeglichen Sohn/ den Er aussntmbt. Heb. 6 .12. Der dritte Absaß. KEtrachte / warumb der Sohn ^ Gottes hab wollen ein so grau-' sam und schwächliche Straff außste- hen. 1. Dir erkennen zu geben sein grosse Liebe gegen dir/in dem Er auff sich genommen die Straff/welche du verdient. 2. Damit du lernest/wie unbegreifflich die Boßheit deiner Sünden / wegen welchen der Sohn Gottes hat müssen leyden ein so Schimpff-und Schmach-volle Züchtigung. 3. Durch sein Bluet und Schmertzen abznbüssen die schändliche Wollust deines Fleisches. 4. Wegen a ro *■*-? fiof-n sdi ßiHJ' S W 3 deßAalvari-Bergs. 87 »ten Wegen deinö unschambarn Unreinig- ien ketten der Gerechtigkeit seines Vat- ters ein Genügen zu laisten. . 5 . Dich zu unterweisen / wie nothwendig dir J. seye die Abtödtung deines Leibs/ wann du verlangst zu seyn ein Glied IEsu Christi. Ohne die Mortifi- cation wirst du nit stetig werden. Anmuthungen. SllkrAnn dir möglich wäre / sottest )y« ^ du auch mit blutigen Zäheren d- genug zu thuen für deine Unrei- 4' nigkeiten. eu E 5 Sage 88 Die 6. Betrachtung Sage Ihm Darrck für die unvas ( gleichliche Liebe/die Ihn vom Himrl r herab Lezvgen / einen sterblichen Leih an. sich zu nemen / und jur seinen Knecht gegarßlet zu werden, 4 Bitte umb Verzeyhung deiner 2 Sünden/ insonderheit deiner begangenen Unzuchten, Trage dich an/mit Gedul't zu tw l ge-n die Straffen / die du verdient \ hast. Wann du wärest gegenwar- I tig gewesen/ wärest du nit durch die < Hencker hinein getrungen / an statt deines Gotts gegarßlet zu werden/ , sder zum wenigsten einen Theil an ! seiner Peyn und Marter zu haben? Hättest du nicht geruffen: Ich hab Zesündigetich hab die Gaißlung verdienet? Was hat diser / den ihr grausamst straffet / Übels ge- , thau ?. Er ist under allen Menschen der Heiligste / und Unschuldigste: Bitte deinen HErren /- durch sein grausam Mö schmähliche Gaißlung/ daß Er dir mittheile die Gnad dieses ___ deßLalvari-VergK- 8Y w Geheimbnrrß/ vnd mit seinemBluet ^ deine Uirremigketten remrge. r'w m Gebett. m f) Lamb Gottes/du -Opfer der atu Menschlichen Natur/HErr Himmels und der Erden ! Ich w bette dich an in diesem armseeu- ent gen Stand/ in weichem ich dich a'v Vermahlen siche; Deine Heiltt M ge Wunden küsie ich mit Ehr- E entbiettgkett/und glaube/daß du ^ selbige für mein Heyl habest auf dich genommen^ ah L) unvergleichlicher HCrr/ ng wie hast du dich können entt hr fthliessen/ an statt eines leibaig? P . nen Knechts zu stehen/ und für- k» ihne also grausamltch gegarßlet ^ zu werden. D Himmlischem ' ' Batter/ hast du dann kein Mttt $ keyden mit deinem Sohn ^War- # Mb überlassest du Ihn dem Gewalt 9 o Die 6. Betrachtung walt seiner rasenden Feinden^ Du hast nicht zugelassen / daß! ! Abraham feinen Sohn Jsaac! ! schlachtete/ sonder hast an seine I i statt ein Widder gestellt; Aber i einen vermaledeyten Widder/! 1 das ist/ einen boßhafften Surr- > der zu erlösen / verschohnest du \ deinem eingebohrnen Jsaac nit/' i und lassest Ihm / deinem um 1 i schuldigen Sohn die Haut ab- \ ziehen / damit der schuldige! ■! Mensch von den wohlverdiem ! i ten Streichen besreyet werde. ! L) mein Gott! dein Ltebe/so du ' gegen mir getragen / dein Be- gierd mich seelig zu machen/ ha- ' ben verursachet/daß dein gelieb- ter Sohn so grosse Marter und ] Peyn hat ausstehen müssen. D Güte ohne Exempel! O Gnad ohne Verdienst l L) Lieb ohneMaaß! 0 deßAalvari-Bergs. 91 n?i L) süssesterJEsu! ich sage dir »aß > Danck von meiner gantzen See- rac l kn umb die empfangne Streich/ ine I und alle Bluetstropffen/ die du )tt wegen meiner vergossen. Ich :r/i verfluche meine Gottlose Un- in- reinigkeiten / welche dir diese du Schmertzen verursachet / und it/ i dein unschuldig Fleisch so übel W' zugericht haben. >b- ^ L) HErr! wie groß ist dein ge: Liebe gewesen / die dich gezwirnte ! gen / ein solche Züchtigung auß- >e. zustehen. Du hast durch den >u Propheten gesagt: vil plagen e-r ksinmen über den Sünder / wer f; aber anssden HErren vertrauwet/ y, 1 den wird Barinhertzigkeit umb- d ^ geben. Hast du dann ein Sünd r. begangen / der du bist der Hei- ) ligste aller Heiligen ? Hast du b dann nicht auff Gott gehoffet ? Warum fallen dann alle Straf- ) ftn 92 Die 6. Betrachtung fen seiner Gerechtigkeit aufdich/ i ohne daß du das wenigste . chen feiner Bar mh tzigkeitem- ! pfindest? Ach ! drfes ist darum < geschchen/diewetlen du abbüßen \ weitest / was wir verschuldet. < Die Unzuchten ftynd bey dm ^ Menschen so groß / und aüge- ' mein/daß zu deren Außiöschung ! die Zaheren/ja das Blnet eines ! Gottes vonnöthen gewesen. 4 ) > Wehe dem undanckbaren Mew > schen/ der so offt deine Wunden > erneüweret/ so offt er sündiget! L) HErr! hinfüran soll dieses ^ von mir niemah! mehr geschehen. Ich selber will die Gaissel in die Hand fassen / nicht dein Iungfrawliches Fleisch / sonder meine Sünden in meinem eignen Leib zu straffem Ich bitte dich gütiger IEsu/ , durch dem hckrsstg für mich vergossenes deßAalvari-Bergs. ^ ch/ «/ gessenes Blnet; durch die grosse Wunden/ mit weichen dein Leib zerfleischet;, durch die schmähliche Entblössung / die dir zum schwärsten fällte ; durch deine Schmertzen / und Schamhaff-- tigkeit/ daß du mir meine Sund vergebest / und mein See! und Leib reinigest / und mit deinem kostbaren Bluet abwafchest/und niemahl verhängest / daß ich mir ein sündlichen Wollust zulasse / der dich so viel Bluet/ Wunden und Schmertzen gekostet. Vbungen nnd Lehrst,ick. ArAnn es dir möglich / züchtige dich mit einer Gaissel/und wall du verlangst ein Glied Christi zu ftyn/ beffeisse dich/daß du niemahl ohne Schmertzen seyest. Übertrage mit Gedult alle Streich der Höfen Zungen / nnd alle Stich- reden/ 94 Die 6 . Betrachtung reden/ wie auch andere Unbilden/die 4 dir von deinen Feinden zugefügt li werden. c Bilde dir ein/ du seyest mit Chw ( sto an die Saul gebunden/und leyde « mit Gedult/ wann man dich wie Ihn r zerreisset. I Befleisse dich der grösten Zucht <■ und Ehrbarkeit; Gedencke / daß J deine unschambare Entblössutzgeu dem Sohn Gottes zu solcher Ver- r schmachung Ursach gegeben/darumb ; trage Sorg / daß du allzeit ehrlich ; bedeckt seyest / und die Reinigkeit ! weder von deinen aigenen / noch ! von frembden Augen verletzet werde. \ Trage dich an / von GOtt alle , Straff und Peyn anzunemen / web j che Ihm gefallen wird/über dich zu schicken. j Sage Danck umb alle Schmerßen und Kranckheiten deines Leibs; Und wann Gott dir verschonet/verschone 1 du dir selbsten nit. - Vergisse niemahlen die Lehr deß i Heil. deßKalvari-Bergs. 95 /die Heil. Pauli: Welchen der HCrr -ügt lieb hat / den züchtiget Er; Er . gaißlet aber einen jeglichen ^ Sohn/ den Er auffnimbt. Wal W GOtt auff dieser Welt einen Men- K" schen nit heimbsuchet/so wird er auff . t der anderen (nachMeynung deßHeil. A Bernardi) von dem Trüffel gestrafft 2 werden. 2 Sage du mit dem David : Ich bin zu leyden bereit. O mein HA Gott! ich waigere mich nit / eintwe- J t der von deinen Väterlichen Händen selbst / oder deren / welche du darzu & brauchen wilst / gezüchtiget zu wer- den. Alles Übel was ich immer 2 leyde/ hab ich wohl verschuldt / und J ist solches noch weit zugering für ein ' gnuegsame Abstraffung der Sün- den/ welche ich begangen. nd Endlich erwege offt in deinem Gene wüth diese schöne Wort deß Heil. Augustint: Sihe O Vteusch! eß was du werth / und was du il. schuld 96 Die/.Betrachtung schuldig seyest; weil du erken« su nest was die Erlösung deiner m Seelen den Sohn GOttes ge- kostet / so seye nit also unscelig/ ^ und undanckbar/daß du wieder ", umb in die alte Sünden fallest. g Sihe! die Frommkeit wird gegaiss iv let für die Boßheit; Der Sünder « hat viel Straff und Gaissel verdie/ g net / derohalben hat der Leib meines % Erlösers mit vielen Garßken müssen q zerrissen werden. Die Zahl dar § Straichen / hat müssen erreichen die & Zahl und Grösse der Sünden; und x weil die Sünden ohne Zahl / seynd ^ auch die Straich/ welche der Sohn « Gottes erlidten/ ohne Zahl gewesen. H - ■ ' v ( Die /.Bet rachtung. ? JEsus wird mit Dornen ge- i cremet. t Histori / miß den Evangelisten gezogen. \ Kriegs/ Knecht führten ZT- ^ sum deß Myari-Bergs. 97 sum m den Vorhoff am Rrchthaust/ und berüeffen ein gantze Schaar zusammen / und thäten Ihm ein Pur- pur-Kleyd an/und flochten ein Dörs mneCron/und setztm sieIhmauff/ und tratten zu Ihm / und sprachen : Sey gegrüßt du König der Juden/ und gaben IhmBackenstraichzund fie schlugen sein Haupt mit einem Rohr/ und befpeyten Ihn/ und fielen nider auffihr Knye/und betteten Ihn an. Da gieng Pilatus wies öerumb herauß/ und sprach zu ihnen: Sihe/ ich führe Ihn zu eüch herauß/ damit ihr erkennet / daß ich kein Schuld an Ihm finde. Also gieng IEjus herauß / und trueg ein Dornen Cron/und Purpur-Kleyd/ und er sprach zu ihnen : Sihe / welcher Mensch l AIs Ihn nun die Hohepriester/ und die Diener suchen/ rüff- teu sie / und sprachen: Creützige Jhn/Creüßige Ihn. Pilatus spricht zu ihnen: Remmet ihr Ihn daim hin/ und creütziget Ihn/dann ich find im z>8 Die 7. Betrachtung kein Schuld an Ihm. Die Juden ^ antworteten ihm: Wir haben ein ^ Gesatz / und nach demselben Gesatz soll er sterben/dann Er hat sich selbs mi -um Sohn Gottes gemacht. Von dem an trachtet Pilatus / daß er Ihn loß liesse; Die Juden aber raff» i u ten/und sprachen: Lassest disen loß/ <,l so bist du deß Ka'isers Freünd nit; ^ dann wer sich zum Kaiser macht/ der ör widerspricht demKa'iser. Als aber ^ Pilatus diese Red hörte / führte er w JEsum herauß/und er setzte sich auf § den Richterstuel/und er sprach zu den t> ( Juden: Sihe/eüwer König! Sie ^ aber rüfften : Hinweg / hinweg mit p Jhm/creützige Ihn. Pilatus spricht §, zu ihnen: Soll ich eüweren König § creützigen? Die Hohenpriester ant- n< werteten : Wir haben keinen König h, als den Kaiser. ft AußlegungdeßGeheimbnuß. A ^Ach Vollendung diser so gransa--- 4 y mm Gatßlung/ hat der schmertz- * hasste __ Veß§alvarr-Vergs. 99 W hasste Heyland seine Kleyder wieder- fl rrmb angezogen. Aber bald hernach rissen Ihm ftlbige dieHenckersknecht ^ auss das neüwe mit Gewalt von dem ost Leib. Sie waren gesinnet auß sei- § ner Königlichen Würde ein Gespött f zu machen ; henckten Ihme an ein pj alten/ und zerrissenen Purpur- Man- > tel; In die Hand gaben sie Ihme w an statt deß Scepters ein Rohr; )Ct auss das Haupt aber setzten sie Jh- kk me ein Cron von Dörnen geflochten. u > Dieses wäre der Königliche Auffzug 5" deines liebreichen Heylands. Hier muste Er leyden nicht allein die em- "k pfindlichste Schmertzen / sonderen yk auch die schwächlichste Unbilden/ Spott / und Verhöhnung; Dann r neben dem / daß man Ihne unbarm- lg hertzig an seine Heil. Wangen geschlagen/ und stinckende Speichel in sein Göttliches Angesicht geworffen/ empfienge Er so harte Streich mit v dem Rohr auss die Cron / daß die kt Döm liess in das Haupt geklungen/ f« und xoo Die 7. Betrachtung und das Rosenfarbe Bluet hauffiq ih über die Haar/ über die Stirn/ über di> Die Augen / und über sein Göttliches mi von viel Schlagen geschwollenes/ an auch von unflüngen Speichle» wer- ha wüstetes Angesicht Herab geflossen/ stl welches dann den liebreichen Heyr de land also verstellet/daß Er nit mehr C zuerkennen wäre» Pilatus / da er ist IEsum in DisemStand gesehen/entz de fetzte sich sechsten damb / und hielte L Darvor / die Steinharte Hertzen der I Iudeir wurden dardurch erweicht/ C und zum Mitleyden bewegt werden. R Nahm Ihn derohalben / und führte gl Ihn an ein offentliches/und erhöch st tes Qrth/ so vor seinem Pallast war» ni Da lmn IEsus also übel zugericht/ st> und also schimpflich bekleydet vor K Den Augen deß gantzen Volcks ge- x standen/ hebte Pilatus den Purpm-- MaMel auff/zaigte den verwundten/ und an vielen Orthen biß auff die blosse Bein zerrissenen Leib / und c sprach : Sehet einen Menschen/den ^ ihr deß Aalvari-Bergs. iot 'fig ihr mir übergeben/ den ich auch auff ber dise Weiß hab züchtigen lassen/ da- )es mit ich eüch befriedigte. Bald bares/ auff / als Pilatus schon beschlossen er- hatte/ deß Todts Urtheil über Chri- mi stum zu fallen / zaigte er denselben ey- dem Volck noch einmahl/und sprach: chr Sehet /dises ist eüwer König. Es er ist nit zu zweifflen / Pilatus habe nt- den Sohn Gottes für ein König der lte Juden erkennt/weilen er Visen Titul )er Jhme so vilmahl gegeben/ doch weil \V Christus sechsten gesagt : (^ein m. Reich seye nicht von dieser Welt/ jo rtt glaubte er / sein Königlicher Gewalt ch- seye allein in dem Gaistlichea / und rr. nit in dem Weltlichen / und folglich >t/ seye es dem Reich und Gewalt deß or Kaisers nit entgegen. W Bcschasstigung der Seel/diirch die ^ Siim und Vernllnsst. >ie Der erste Absatz. ün AJe Mutter GOttes sambt dem jj? ^ Heil. Joannes / waren gegen- ™ wür- tos Die 7. Betrachtung wartig / da PilatuS Christum den < HErren für das Volck geführt. Stelle dich zu Ihnen / und betrachte < wohl / was sich bey seiner Lrönung ^t habe zugetragen / und dann auch/ was bey seiner Vorstellung geW tnii hen. die Srhe Tochter von Siondem Gesponß tragt auff seinem Haupt ein schmüchlich / und schmertzliche »j u Cron von Dornen/ Mche Ihme die , Juden haben auffgesetzet. «>, Sihe/ die Henckers-Knecht m $ ueüweren Ihme seine Schmertzen/ JJ: da sie Ihme dieKleyder/welche schon «ij an die Wunden angebachen waren/ ^ wiederumb mit Gewalt ab demLeib ^ reißten. o,. Sihe/ wie sie die Dom in einam ^ der flechten / und ein Cron darauß ® machen. Sihe/ wie sie die Cron Ihme auf ^ das Haupt setzen / und tieff hinein & trucken. 9 { Sihe / wie sie mit dem Rohr um oe barmhertzig darauff schlagen. de Sihe/ — beßAalvari-Bergs. 1 03 M Sihe / das Bluet Messet häuffig herab über sein Angesicht. Sihe / man gibt Jhme harte W Streich ; das allerheiligste Bluet W wird vermischet und verunreiniget mit dm unflätigsten Speichlen ; in . die Händ stecken sie Ihm ein Rohr; eit J sie knyen nider/und sagen mit Spotts N len und Lachen: Sey gegrüsset S du König der Zudem p Sihe/ der Pilatus zeiget Ihn dem m Volck. Christus stellt sich gantz ", ehrbar und aufferbäwlich / tragend auf seimn Schulteren einen Purpur- „, Mantel / und auf seinem Haupt ein ' h Dörnene Cron. Besitze deinen Heyland in diesem ^ Zustand wohl/und nimme in obacht/ „e was für ein Würckung dieses Traur- v Spihl in deinem Hertzen verursache, mf Isaias sagt: Wer hat dem Wort/ das er von uns gehört/ geglaubt? und wem ist der Arm M deß HErren geoffenbahret worden ? Er hat weder Gestalt noch )e/ F Schö- 104 Die 7. Betra chtung Schöne. Wir haben Ihn gv ^ sehen als einen Mann der m acht y und als den Geringsten y r rmDer allen Manneren. Einen *•: Mann voller Schmertzen / und Der Schwachheit wohl rrfch r ac rm hat. Sein Angesicht war hx gleich wie verborgen/ und voller m Schnrach / darumb haben wir tie auch Ihn nit geachtet. Erhal 0 fürwar unsere Äranckhetten ctöf rvc sich genommen / und unsere f Schmertzen hat Er selbst getm m gen; und wir haben JhnglM ^ wie einen Aussiitzigen gchalM, als einm der von Gott gesthl« L gen / und gedemüthiget wäre. ^ Er aber ist verwundet umb m ser Missethat willen/und ist umb n unser Sund willen zerschlagen! tt , Die Züchtigung unsers Arie- « dens war über Ihm / und wir u seynd durch seine Wunden # heilet worden. Der fle Mt steil nett unD fahr Vük >llek wir hat auf isett tw ttäj W W att. M Mb \W> ;rk» M W Der deßZ-alvari-Vergs. 10? Der ander Absatz. dir znmHertzen-rede. Höre / was die Henckers-Knecht sagen: Seye gegrüM du König verluden. F §en den freyen Zaum/und nime wohl der m acht/was das jenige/ so du gesehen W und gehört/in deinemHertzen würcke. M> Wann es aber durch dises alles noch der nit bewegt ist/so dre Höre Gott den Vatter/ welcher che dir also zuredet: Siche einen Man ^ schen/ welcher der Allerheiligste auß JE allen. Ich hab Ihn seinen Feinden G! übergeben/damit Er dich vorn em kwt gen Todt erlöste. Sihe meinen Cr Sohn/welcher mit mir in dem Hinm vie regieret/ den du aber durch dein Host jjc fart und Ehrgeitz mit Dornen haß gecrönet. Höre deßMvari-Bergs. 107 Höre an die stetigste Mutter: Sie sagt dir: Sihe dieser ist mein jcn: allerliebstes Kind / welchen ich von dem Heil. Geist empfangen / welchen ich ich aufferzogen mit so viel Mühe und enk Sorgfältigst/du aber hast densel- 4 ben so vielfältig verwundet mit der- ’L nen unzimblichenBegierden/und nit a erlaubten Wollüsten deiner Sinnen. »lins Höre an die Engel / welche mit rohi dem Finger auff dich zaigen / und heu sagen: Dieftr ist der jenig Gottlose :cfe. Mensch/welcher dem Sohn GQttes loch den Todt verursachet; Dieses ist die jenig undanckbare Creatur/ welcher che Christo hat dörffen auffsetzen ein Cron von Dörnen/von Mlchem doch ruß Ihr zubereitet wäre die Cron der den Glori. Scheinen hoffärtigen/eü tw nen meinaidigen / einen Gottlosen nen Christen / welcher sich erfrechet / mit mel vielfältigen Sünden so viel tausend- >osi mahl seinem lieben Heyland in das »äst Angesicht zu speyen. F 3 Der io$ Die 7-Betrachtung Der HMsAbßch. ^ wvUn mit Dornen gecröiiet mit werden, i. Unftre Sünden außp jah löschen/ und die dardurch vrrdiM mi> Straff für uns auszustehen. Ls ckei Anfang und Ursprung aller Sünde« wö ist in dem Haupt; Allda hat und zu macht man so viel hoffärtige / unm ftr ne/Rachgierig-neidig-undHHige die Gedancken; Daher hat dises heW fen ja Göttliche Haupt mit Dornen p H crönt/ und mit so viel Spott M G Echmertzem müssen erfüllt werden. 2. Damit an dem gantzen Leid kein * z einziger Theil zu finden / welcher nit > $ v gclidterr / und gepeyniget worden;! ^ Dann weil Christus sich hat darger ^ den als ein Brand - 'Hpffer für dir m Sünden der gantzen Welt/ fo wäre ct [ AvthwendiA / daß Er durch die Schmertzcn gantz und gar auM ^ zehrt / Md gleichsamö vernichtet ^ wurde. K In der unmmjchlichm Gaißlüng wart drßKalvari-Bergs. 109 wäre an stimm gantzenLeid kein Drth unversehrt 1 rmd ohne Wunde» ge- blieben/ als allein das Haupt. Da- )ti(t mit Er dann auch die Straff bes §ß zahlte/ welche du/ md alle Menschen m« mit bösen rmd ßrndhafften Gedan- D« cken verdienet / hat Er mit Dornen :to wöllen gecrönt Mrden. z. Dich unv zu lehren/ftin Reich seye nit von die- m strWett/ tmö folglich/ daß wir auff ftgt diestr Welt dieDorneme Cronmüs- liz/ sen tragen mit Chriflo/wann wir im p Hmrnm wollen tragen die Cron der M Glori mit Christo. !"* {turn flr ihren König niL wollen er- cn ’ kennen ; Die Ehrsüchtige/die Geitzi- ge / und die Unkeüsche. Die Ehr- süchtige wollen Ihn ntt / weilen sie allzeit begierig auff die Ehr und AN- Pr, 1 sthen / da doch ILsus also verspots f ' 1 tet / und verachtet worden. Die m Geitzkge verwerffen Ihn / weilen: sie Gold und Silber über alles MbeM "L §4 «! iio Die 7. Betrachtung da doch Christus so armb und U m \ dürfftig gewesen. Die Unkeüschei, ^ verschmähen Ihn / weilen sie suchen @v die Wollüst deß Leibs / da doch da m gütigste / und liebreichste Heyland ? gewesen ein Mann der Schmertzen. W Alimuthungen. lf x gtrEtte an Christum deinen König/ A ^ und wünsche/daß dudardurch Er ersetzen könnest alle Schmach und r Unbild/ welche Ihm in seinem Ley- ^ den von den Juden und Henckeck Ar Knechten angethan worden / auch ^ annoch von bösen Christen täglich angethan werden. ■ Daneke Ihm/daß Er deinetwillen nu so grosse Verssottung und Schmertzen zu leyden sich gewürdiget/ und a. ein Dörnerne Cron hat wollen tra- < gen/ damit Er dir die Cron der Glori in dem Himmel köndte auffsetzen. L) fthönfter / und Wer alle ste Menschen liebreicherJEsu l wo nu Kynd jetzunL diejenige Liebs- w Mahlen b durch welche du alle on Hevßen kanst an dich ziehen? tu M) ist jemöAngesicht/welches ve auff dem Berg- Lhabor gleich w der Sonnen- geglantzet? Wo ks feynd die Kleyder/welche schö- w ner gewestn/und weißer als der U S chnee t D Monarch Himels p! 31& und der Erden / wo ftlM dltz lchr Zaichen deiner Macht undHerr- >kest ltchkeit % Seynd diest Dorn die vev ^ jenige Kr on/ welche GL)tt dem 'hr» Vatter dir auMifttzen verjpro- 'Nkg chen'i Zst dlefts Nohr der E Scepter / welchen Er dir geben die füll m deine Hand 2 Zst dieseo m Purpur - Mantel das )enige tm Klryd / welches nach der Pro^ m ptzezryung deß Davids ttiifc , Gow gestickt/ und mit Edelgc* alle steinen versetzt? Ach -etzund wo muß ich erkmnen/daß vor dei^ bs- neu Göttlichen Augen nichts rlie angenetners stye als Veracht n? tungund Schmertzen / nichts »es verdienstlicherS / als Drmuch lch undGedultl Ietz siche/ jetz er^ bo kenne ich dir Mliche Krön/ w welche dir dein Himlifther Vat-- er tsr versprochen durch den Pro- w ptzetm/ da Er gesagt: vm!L ^ Ihne n4 Die 7 . Betrachtung Ihne mit Widerwärtigkeit crö- lei «en. W Ach kommet dann / kommet at ihr köstliche Dörn/die ihr durch t stechen haben das Haupt meb sie nes Erlösers/ komet und durch de tringet mein Hertz / und mein See!/ damit ich auch empfinde di die Peyn/welche meine Sünden so verdienet! Nunmehr will ich G nichts mehr hören von Ehr H und Gwrt/ von Freud und Lusts > m barkeit. Ich schäme mich ohne fn Dorn zu seyn/ wann ich -O ZE^ üb jü auff deinem Haupt siehe dise B so wohl schmertzlich als schimpfliche Krön. Köndte ich auch ze> ein Glred von deinem Leib seyn/ bt> wann ich weder Wunden noch ch Schmertzen hatte? Kan auch in ein Haupt welches mit Dörnen da durchstochen/einen anderenEin- A fiuß seinen Gliederen mitthei- th len/ deß Aalvari-Bergs. 115 w- le» / als was es selbsten fühlet und empfindet? Gölte ich dann tef auff dieser Welt auff meinem ch- Haupt Rosen tragen / da ich ei- fiche / daß mein Heyland auff ty dem seinen Dörner hat? in! <0 allerliebster JEsu/ich sage de! dir unendlichen Danck/ daß dn m so viel Dörner mir auß meinem ch Gewissen gezogen/ und in dein )k Heilig Haupt getruckt / daß du \0\ mir alle meine Missenthaten re freywillig abgenomen/und mich -- überhauffet hast mit Gnad und >e Barmhertzigkeit. Ich bitte demüthig umb Ver* ) zeyhung wegen allen Unehrent-- / \ bietigkeiten / die ich in der Kir- ) chen/wegen aller Untrem die ich ) in dem Dienst GOttes allein k darumb begangemdamit ich den Welt^Kinderen nicht mißfallen thäte. <0 wie offt/ach laider! ti6 Die/.Betrachtung __ wie osst hab ich dich verachtet/ J £ verlaci>et / sa gar vertafstn we-- W gen Menschlichem Respect und K Ansehen? Wie offthadtchdurch bt meine Werek gefugt; D« Ä ^ JCfu seyest nicht mein König/ f. und ich habe keinen anderen A Herren als den Kaißr. Erzai- U ge dannL) Heyland/erzeige mir ku Gnad «nd Barmhertztgkeit/ ^ mme VattAlichaAfdenSchluß ^ meines gueten Willens/ durch welchen ich mir steiff hab Orgc, J £ nommm Dir hinfüran treulich ^ zu dienen. Niemand wird p mahl mehr m meinem Hertzen X S regieren / als du allein. Über ^ alle Ehr/ Ansehen/ ReKhkhum/ und Wollust der Welt wird mir ftyn / wann dn mir die Gnad wirst gebe« m deinem Dünst 0 biß an mein End beständig yx" .. Perharren^ MimOMenköm - n m öeßArlvaki-Vekgs. nf Jty nett die Ehrgeitziqe sagm: Sie w haben feinen König als den uö Kaiser; Meinechalben können ch die GeitzhW schreyen: Sie ha- 9 den keinen Gott als Gold und ai Silber; Meinekhalben können ert die Gärte und Unmäßige ihr ü, ZM und End fetzen in den Wol» ,y msten ihrer Sinnen. Ich mm D ries Thetts will im Leben- und jg Todt lägen und bekennen: Ich ch habe keinen anderen König als [U den armen ZEsumIch habe a keinen anderen Gott als den \v demüthigen IEsum ; Ich habe , n kein andere Freud und Glück- er fteligkett aks den traurig-und M betrübten ZEsinn. Vbungen und Lehrstück. # «FBtttmge heüt mit Gevutt die M . Schmertzen deines Haupts/und v . die Betrübnusien Semes- Gemüths. Lrucke u8 Die 7. Betrachtung Trucke tteff in das Hertz die Heiligt Dorn der Bueß. Alle Schmacht ivort und Stick - Reden nimme mit Sanfftmurh und Demuth auf. Hüte dich / daß du deinem Nebent- Mein fchen dergleichen keine anhenckess und dardurch deinem Heyland die Dorn tieffer in das Haupt truckest. Erinnere dich/ daß Christus der HEn der Heiligen Catharince von Senis zwey Cronen gezeiget/ eine «uß Gold/die andere auß Dörn/mit diser Erläuterung / daß wir Mem schen beyde müssen tragen/eine nach der anderen. Wer die auß Gold trage in disem Leben/ werde die auß Dorn tragen in dem anderen; und welcher die Dörnere traget auf diser Welt / werde tragen die güldene in dem Himmel. Nimme dann mit Christo dem HErren die Cron auß Dornen deiner Widerwärtigkeiten/ und trucke dieselbe mit Gedult tiejf in dein Haupt. Betrübe auff kein Weiß deine Obm- deß Aalvari-Bergs. 119 Obrigkeiten / welche für dich arbeiten und sorgfältig seyn. Wer seine Vorgesetzte belaidiget/ schlagt Christo dem HErren mit dem Rohr auff sein Heil. Haupt. Seye gedultig in allem Creütz/ und standhafftig in den Versuchungen. So offt als dich etwas sticht/ oder betrübt / so bilde dir ein es seye ein Dorn / welchen Christus auß seinem Heil. Haupt gezogen / und dir geschenckt. Mit was für einer Ehr« entbietiqkeit wurdest du verehren die Cron Christi? Wurdest du dich erfrechen einen Dorn darvon auf den Boden zu schmeißen / so man dir einen schencken wurde? Wohne heütdemGottsdienst bey mit anfferbäwlicher Andacht / und ersetze alle Unbilden/welche dein Hey- land von den Gottlosen empfangen hat/und noch alle Tag empfangt. Hüte dich heüt vor vier Sünden/ welche stinckende Speichel seynd/die man Christo in sein Angesicht gemorsten. i 2 o Die 8. Betrachtung worffen. Vor der Gottslästerung/ vorSchmachworteu/ vor frech und ärgerlichem Gesthwätz/ und vor Eh« abfchneidung. T Gniffe und tröste die seeligste ^ Mutter Gottes / ant) gehe mit der- JE ftlben biß auff den Berg Calvari. no Die Cron / so ihr Sohn auf seinem or Haupt tragt/ tragt sie in ihrem Her- ze tzen. L> wie war dises ihr ein ttau- oe riges Schauspihl? O wie ein bitte- W ren Kelch der Schmertzen hat Ihr dargereicht Pilatus/da Er Christum ß ft> übel zugericht dem Volck hat «or- « gestellt! O wie viel tödtlicheSMich hat sie bekommen durch das- wütige Geschrey der Gottlosen Juden: Fort/ fort mit Ihm; Sreützige ^ Zhn/creütztgeJhn! I -- m Die 8- Betrachtung. IEsus wird zum Todt w dambt/ und tragt das Creütz auß. Listori/ er C C deß §aivan-Bergs, nt G Hiftori/ anßden Evangelisten- , 2 gnogm, giXJlakus da er jahe/.dasser nichts t außrichten tönte / und daß dex ,w Tumult allzeit mehr und mehr zürn. nckme/ hat er lassen Wasser herbey E dringen/ Mne Händ gewaschen / und «r* gesagt r Ich bitt unschuldig voir w dem Bluet dieses Gerechten/ W schauwet chr zu. Das gantze Volrk antwortete: Sein Bluet m soll komen über uns/ und unsere L Kinder. Also schaffte Pilatus JE- ^ ftim ab/und übergäbe Ihn ihrem Ges 3 mit/ damit sie Ihn creützigten. ^ Auf vifts rissen sie Ihm den Pur- ^ pm-Mantel ab dem Leib/ und legten Ihm seine alte Kleyder wiederum^ — am Iu dem Außführen haben sie einen Mann mit Nahmen Simon Cyreneus/ welcher auß feinem Felds guet nacher Hauß gegangen / angehalten/und chn gezwungen / daß es Christo hat müßen helffen das ^ Creütz 122 Die 8 . Betrachtung Creütz tragen. Es giengen aber mit 2 Ihm ein grosse Menge von dem D Volck/ und der Weiber / welche Ihn w beweinten und Mitleyden mit Ihm de hatten. IEsus aber kehrte sich st umb/ und sagte zu ihnen: Ihr Loch "t ter von Ierusalem/wainet nicht übet K 1 mich/ sonder wainet über eüch selbst/ dc «nd über eüwere Kinder / dann es tt werden die Täg kommen an welchen st man sagen wird : Seelig seynd die ve Unftuchtbare/und die Leiber die nicht gebohren haben/ und die Brüst / die w nicht gesaugt haben. Alsdann wer/ 6< den sie ansahen zu den Bergen ja/ ^ gen: Fallet über uns / und zu den s Buhlen bedecket uns; dann thuen sie diß im grünen Holtz / was wird K dann am dürren geschehen ? w Außlegung deß Geheimbnuß. 3 HXJlatus hatte von den Juden ver/ es y nommen/daß IEsus sich für ein \ Sohn Gottes außgeben. Er sechsten f, erkandte auch/ daß etwasmehrs an Ihm/ deß Aalvari-Bergs. 12 j mit Ihm/ als sonsten an einem gemeinen >em Menschen ; daher» filrchtete er ihm chn mehr als zuvor. Dise Forcht wur- hm de vermehrt von dem Bericht so ihm sich sein Haußftaw gäbe; dann sie hatte im Schlaff viel gelidten wegen Chri- ber st». Über das/ware Pilato bekandt/ >st/ daß Christus viel Wunderwerck ge-> es than / wie auch daß die Hohenprie- M ster Jhne auß Neyd hatten »berge- die ven; weilen er aber noch mehr ge- cht forchten die Dcöhwort der Juden/ die welche ihn bey dem Kaiser znverkla- >ev gen gesinnet / hat er seine Hand vor ja- dem gantzen Volck gewaschen / zum >e» Zaichen / daß er kein Schuld haben icn wolle an dem Todt dises Menschen/ ich welchen er doch zum Creütz verdammet. Man zweifflet/ ob Pilatus das t. Todts- Urthel ausgesprochen; der gröste Theil der Vatter vermeynen/ er- es seye geschehen. Als IEsus den nn Sententz deß Todts gehört / hat Er en freywillig sich darein ergeben/da Er ^ t>i\A 124 Die 8- Betrachtung ---u. doch denselben leicht hätte siürtze» w> können/wann Er hätte wollen. Es ge tvare dazumahl der Brauch/ daß die Maleficanten feststen zur Wchtstatt Z\ habm tragen müssen die JnstmriM ren ihres Todts/ darunckhakman m auch Christo sein Creütz aufgeladen/ h< welche sünffzehen Schuech lang A rvar. Seine Heil. Achßleu waren st in derGaißlung übel zrrgericht/ unö rnuestEr diefts.schwäre Holtz a«ff < feine Wunden legen» Nachdem Er Dasselbe ein Stuck iveitfortgesthlaist fet/istEr under disem Lchi niderge- suncken; dann Er hatte weM vilan ^ Blutvergiessen/und grossen Schmer» V tzen feine Kräfften Verlohnn. Dir ^ Zuden hätten ihren Lust nicht recht L gebüsset/wann sie Ihn nicht wurden ^ gesehen haben an dem Creütz han/ gen / sie muesten -aber fürchten Er * möchte under dieser Bürde auff de« h Weg verschmachten/dahero nöthige/ ^ ten sie Simvnem Cyreneum / daß er Christo das Creütz nachtragen/ oder ^ mi beßAMari-Vergs. tif tzen wie andere wollen/ müsse helffen Lm- P gen. die Dasjenige was Christus zu den kalt Weiberen geredt / war eine Weissa- renk gunq der Zerstöhrung Jerusalem/ m welche etliche Jahr danach gesche- >en/ hen/und ss> erfchröcklich war/daß die ang Welt dergleichen noch memchl er- >re« fahren. M M Beschasstignng der Seelen / durch Ek die Sinnen -und VcrnunM. aist rgek Der erste Absatz. ^ ^Ihe / O andächtige Seel/wie S ^ Pilatus sitzet auff seinem Rich- ^7 terstuel / wie er Jesum lasset für sich 52 führen / wie er das Tvdts r Urthel Z über spricht. Sihe auch / wie Christus dem uns gerechten Urthel sich fteywillig un- ^7 derwirfft für die Chr seines Himm- ^ lischen Vatters/und aüß grosserLieb ^ gegen dir/wie Er sein Heilig Haupt 2; darzue neiget/ und nicht mit einem m ein- tz6 Die 8. Betrachtung einzigen Wort widerspricht. Er appelliert tut / sonder ergibt sich guck ttti wil.ig/ obwohlcn der Sententz wider Jk alles Recht und Billichkeit wäre. du Sihe/ wie man Ihm den Purpur- de> Mantel von dem Lerb hinweg reißt/ Ihme seine Aleyder wiederumb an- nei legt / damit Er von manniglich erkennt werde. ter Sihe/ wie man Ihm das Creüß ner darreicht/ wie Er dasselbe umbfan- m get / wie Er es küsset / und auff seine Hai Heil.Achßlen leget. Sihe die unzählbare Menge deß R, Volcks / welches von allen Orthen fcn herbey geloffen / damit es zusehe/wie W man drsen grossen Propheten hin- un richte. da Sihe/ wie Er zwischen zwey ZW an deren mit Soldaten umbgeben/ durch zw die Gassen der Statt geführt wird/ trc wie Er sein Creütz tragt mit Dv A muth/Gedult/Sanfftmuth / und zu Aufferbäwlichkeit/ daß viel die Ihn ab in disem Stand gesehen/ sich der 3^ deren nit enthalten tönen. St/ DeßMvaBBergs. 12? ■ w Sihe / wie Er under dem Creütz >uet; mderfavti wie dieHenckers-Knecht ndek Ihn mit Fausten 1 Füssen / Prüglen durch Schlagen und Stössen wie- M derumb nöthigen auffzusteheni ißt/ Sihe / wie Er under diesem Last «v neüwer Dingen zu Boden sinckt! i) er; Sihe dieses alles an mit der Mutier Gottes / und dem Heil. Iohay- reüß nes / und ermesse den Schmertzen/ fan; wann es seyn kan / dieser Schmertz- feint hassten Mutter. , Sihe zuletzt/wie die Juden/ deren deß Raserey Pilatus Christum überlas- then sen/ fürchten/daß Er nicht auff dem 'wie Weeg den Geist auffgebe / und dar- hin; umb nit auß Barmhertzigkeit/sonder . damit sie Ihn noch lebendig können 8ov an das Creütz hassten / Simonem urch zwingen / das Creütz Ihme uachzu- ird/ tragen biß auff den Berg Calvarice. De; Wann dises traurige Spectacul dir und zu Herhen gehet / so halte still/so es 3^ aber dich mt bewegt/ so Sb G Der 128 'DieZ.VetrachkunH Der ander Absatz Äßte wasPilatus sagt.: 3? * unschuldig von dem Bluet Dieses Gerechten; und dannoch verdammeter JhnegumTodt. Bist du auch unschuldig / .du /der .du ei» Ilrsach.bistseinesTodts? Höre/ was JEsus sagt zu den Frauwenvon Jerusalem/ welche ab diesemTraurspihl tzertzlich geweynet. Höre/ was Er seinen Jüngeren/ dir und.allen Christen saget: Wer nach mir 4vill fommen/der muß sich selbst verlaugnen/dasKrech auf seine Achßlen nehmen / unS mir nachfolgen. Höre / was Erzu deinem Hertzen spreche : Mein Sohn/mein Tochter/ hilff mir mein Creütz tragen / dann wie du sitzest / ich kans nicht mehr-, Gibe mir ein Erleüchterung / nvd! n imme mir diesen Last ab / oder« wenigsten hilff mir denselben tragen. I ük in E sei de icl sei de m !e Jei V m H vl C w d. ei Ci Der! n Heß §klvan-Bergs. *29 btrt Utzt och m ein den !üb litt. m 5er mi; M tut / m A, tltJÖI iuni| M, 5er Der dritte Adsatz. MRrachte / warumb der Sohn ^ Gvttes/wekcher bißhero ein unüberwindliche Gedult erzeigt/ und in allen seinen Betrubnussen und Widerwärtigkeiten keinenTrost oder Erleuchterung begehrt/ noch zugelüft sen/ ja welcher Miracul gethan / nur damit Er sterben könte; tvarumb sag ich/ Erkein Miracul gethan/daß Er sein Lreutz selbstm hätte können auf den Berg Calvari bringen / sonder under demselbigen erlegen/und wollen/daß man damit belade die Achs- len eines armen fürübrrgehenden Menschen. Dises ist geschehen vor- nemblich auß zweyen Ursachen: u Uns zu underweisen / daß wir alle ohne Außnamb / unser auffeüeMs Creutz mit Ihme tragen müssen/ wann wir wollen gezehlt werden um der seine Lehr - Jünger. 2. Daß es ein Zaichen seye -unserer Begierd Ihme sein Creutz helffen zu trägem wann wir mit Gedult rmö in das G 2 unsere izo Die 8. Betrachtung ^ unsere schien ; und daß wir alsdall ha Ihme ein 'Trost geben in seinen wi Schmertzen / wann wir die unsere mr sanfftmüethig übertragen. Sein P Creütz wäre zweyfach/das Materials ffc fche/ und das Geistliche. Das im A terialische wäre das Holtz deß Crem sie tzes; das Geistliche / welches auch G weit das schwärere / waren die @un* G den aller Menschen / welche Er auff da sich genommen. Daraus folaet/daß nr so offt du dich von einer Sund hü te> test/ so offt thuest du Ihme auch seine m Schmertzen verminderen / so offt du ar aber eine begehest/ so offt thuest du V Ihm dieselben vermehren. ® Betrachte die underschidliche Per- de sohnen/die mit Christo auf den Berg Calvari steigen. Die Juden / die! Mörder/ der Simon Cyreneus/ die r fromme Frauwen / die Mutter GoU tes und St. Johannes. Dw Juden ö| hatten einen Abscheüwen von dem » Creütz/und wer es auch nur anrührte/ [. wurde von ihnen für vermaledeyt gehalten. Hess §alvari* Bergs. 131 löst halten. Die Mörder musten auch tett wider ihren Willen daran / und Si* cre mon hat auß zwungenem Gehorsam eiy feine Achßlen darunder gelegt. Die # ftommmnd Heil. Frawen hatten ein m Mitleyden mit Christo/ doch waren eür sie nicht vollkommen in den Willen ch GOttes resigniert. Die Mutter iw GOttes und St. Johannes trugen lvff das Creutz mit Christo mit vollkom* >aß nrr Resignation in den Willen Gott hw tes; Christus- aber hats getragen im mit Fremden/ und hat dasselbe nicht du änderst auff uns geladen / als daß du wir auch theilhafftig werden der Glori/wannwir theilhafftig gewesen »er* der Schmertzen. erg die! die xu »ein te/ gv en. Anmuthungen. ZXAncke deinem Heyland / daß Er ^ den Last deiner Missenthaten auff sich genommen/und hat wollen sterben/damit Cr dich vom Todt er* lösete. Habe ein hertzliches Mtleyden mie G 2. Ihm- IZ 2 Die 8. Betrachtung Ihm/ weilen die Henckers - Knecht Zhne nit allein beladen/ sonder auch flössen und schlagen wie ein unsers nünfftiges Viech. Weyne nicht soviel über Ihn/als über deine Sünden/welche Ihn mehr gekrackt als sein Creutz. Wann du über dieselbe nit Bueß würckest/so wirst du verdambt werden. Trage dich an/daß du wollest deinem Hcyland helffen das Creutz tragen/ und zweiffle nicht / daß du Ihm sein Creutz erleüchterest/wanndu die Beschwarden Leibs und der Seelen in diesem Leben gedultiss übertragest. Begehre Beystand und Gnad/ und bitte Ihn / daß Er dir helffe dein Creutz tragen/ gleich wie Er von dir begehrt/ daß du Ihm sollest helft fen das feinige tragen.. Gebett. £) Mein liebreicher Erlöser/ der du als ein gehorsainer Isaacsetdstm daöHoltz tragest/ durch dr > SeßAalvariWergs. iZZ ch, durch welches du wollen deinem rch Himmlischen Natter für das m Menschliche Geschlecht auffge- opfferet werden! Ich daucke dir/ daß du meme Sünden haft N wollen auff dich nemmen / und L über dich ergehen lassen das ' Todts- Urthel/ welches ich verein dienet hatte. w <0 wie sehr wird ich betrübt/ >« da ich sche/ dass du so unbarm- 'le hertzig mißhandlet wirft vcn A demjenigenVolck / deme du so E viel Gutthaten erwiesen, f- <0 ICsu ! es seynd viel/ wel- ^ che wie die Frawm von Iertrsa» L lem ein Mitleyden mit dir haben wegen dem schwären Kreütz/ so du auff deinen Achslen tragest; ^ aber es seynd sehr wenig/welche y dir ein Trsft und Erleichterung x geben/und sich under das Krenss ti »eigen wollen. Ja es seynd vi« h ©4 stz 1 134 Die & BetrachtunK so Gottloß und unverschambt/ t daß sie mitten under die Henckcr li hinein lauffen/ ntt daß sie diesen § Last ringeren/oderdirabneinen/ g sonder damit sie selbigen ven » mehren/ und das Kreütz schwa- i- rer machen. z Deine eigene Lehr-Jünger? i weil sie Juden waren/ haben { einen Abscheüwen darab; Sie < glaubten daß der vermaledeyet! \ stye / den man daran hasstet. ■ < Viel Khristen thuen es äusserlich verehren/aber innerlich und i in dem Hertzen grausset ihnen < darab. Sie werden zwar ge- i nöthiget als wie die Schacher/ 1 ein jeder das seine zu schlaissen/ i und können sich nit entschließen/ > solches frey- und guetwillig zu ' thuen. Wo will man" einen finden/der es liebet/der es küsset/ der es umbarmet/ ja mit Freu-- V t deß Aalvari- Bergs. i#t den traget als wie du £> mein liebreichester JEsu! Ach wolle Gott wir waren zum wenigsten gednltig und guetwillig darbey! Ich/ OHErr/ ich der ich die Gnad und Ehr habe ein Khrist zu seyn/ will dir nachfolgen/ wo du immer hingehest;under dem Kreütz- Fahnen will ich mit dir gehen biß auff den Berg Aal- vari/ dort will ich mich mit dir ereütztgen lassen. Hilff mir/ L) HCrr/hilff mir/ ich bitte dich / hilff mir mein Treütz tragen/weilen du so sehr verlangest/daß ich dir sollhelf- ftn das deinige tragen. Du weist/ daß niemand elender/ niemand schwacher ist als ich; du weift daß ich alle Schritt ntdee smcke under meinen Armseelig- keiten. Starcke mich dann/ £> HErr/und gib mtrneüweKraff- G 5 ten/ i 3 6 Die 8. Betrachtung ten/und wannich so bsß öin/daß ich das Areütz vounrir werffe/ k oder ssungerecht/ daß ich mich! ti darüber beklage/ oder so kleine dt müthig/ daß ich es fliehe/so nö- ß Lhige mich/ daß ich gleich dem , Simon mich darein ergebe / da- Ä mit ich auß Noth dir müsse S nachfolgen/wann ich es nit auß ^ gueten Willen zuthuen begchre. a> Vbrmgeur ^ ft EuL leyde mit Gedult alle Arm- v seeligkeiten Leibs und der See- U reu. Nimme dein Crucifix/und'lege es E deine Brust / und bette den tj^mnum r VexiUa Regis. Besuche die Kranckenv undtrösts dre Betrübren / damit du ihnen auss sirlche Weiß helffest ihr Ereutz tragen» Hüte dich vor der.Ungedult/ sanften wurdest du deinem Heyland sein . Lttntz schwerer machen» Warm _ öeß§alvari-VergE- t^s ^ Wann dir etwas Widerwärtiges fk/ kegegnet/sogev'enckeesfeheekn Par- ich! ticul von dem Creutz Christi / und in> dancke Gott/ daß Er dich desselben W , theilhafftig macht. - W Sage mir an/wann dn an Simor w nis statt wärest gewesen / und Chrir stum so wohl erkennt hättest/ als du Iß Ihn jetzunder^ erkennest / hättest du w Ihm das Creutz nicht mit Freuden abgenommen/und für ein Ehr gehakten / solches auf deine Schulteren zu legen? Dieses verrichtest dujetzun- r der/ wann du dem Creutz geduttig w tragest» * m & ff & % Drey. Betrachtung. > ZEsus wird andasAreütz gehafftet» Histori/anß dtn vier Evangelisten gezogen. A^Ze kamen an das Otth / das ge/ ^ nennet wird Gvkgotha/daö ist/ auff I rß Die 9. Betrachtung auff den Berg Calvarice/ und sie! \ gaben Ihme zu trincken Wein mit ! Gallen vermischet; und nach dem > > Ers gekostet / wolte Er nit trincken. \ 1 Nach dem Er gecreütziget worden/ \ 1 haben sie seine Kleyder vertheilt/und ! das Löß gcworffen/daß erfüllet wor- | den die Prophecey/die da sagt: Sie ! haben meine Kleyder under sich gc- , theilet/ und umb mein Rock haben - sie gemorsten das Löß. ' ' Es wäre umb die dritte Stund ; 1 deß Tags/ da man Ihn creützigte/ ■! 1 und über seinem Haupt stunde ger ^ I schrieben die Ursach feines Todts 1 mit Hebräisch/ Griechisch/ und Latesi ! Nischen Buechstaben: IEsus von 1 Nazareth ein König der Juden. > Mit Ihme wurden auch gecreütziget > zwey Mörder / einer zu der rechten/ 1 der andere zur lincken Seiten. In , 1 der Mitte aber IEsus. Die so für- . > über giengen/ schüttleten ihre Hau- , < pter / lästerten Ihn / und sagten: 1 Wann du bist der Sohn Gottes/ so steige sie mit em> etr. i :n/1 int» m ?ic p m nd p t tf ts lii >N IT. es i / !l deß Kalvari-Bergs. 139 steige herab vom Creutz/ damit wir dir Glauben geben- Er hat anderen geholffen / und kan Ihm selbst mt helffen. Es verspotteten Ihn aber auch dieKriegM'necht/tratten hinzu/ und reichten Ihm Eßig/ und sprachen: Bist du der König der Juden / so hilff dir selbst. IEsus aber sagte: Vatter vergib ihnen/ dann sie wissen nicht was sie thuen. Einer aber von den Ubelthätteren/ die auffgehenckt waren/lästerte Ihn/ und sprach : Bist du Christus / so hilff dir felbs und uns. Da antwortete der ander / straffte ihn und sprach: Und du förchtestGott auch nit/ der du doch in gleicher Verdam- nuß bist ? Und wir zwar seynd billich darinnen/dann wir empfahen/ was unsere Thaten verdient; dieser aber hat nichts Böses gethan; und er sprach zu IEsu: HErr! gedencke an mich/wann du in dein Reich wirst komm. Und IEsus sprach zu ihm: Heut wirst du mit mir seyn im Pa- radeyß.: 14 © Die ^ Betrachtung radeyß. Cssirmdenaber neben dem Creutz JEftt seine Mutter/und seiner Mutter Schwoster / und Maria Magdalena. Da nun IEsus seine Muetter sahe / und den Jünger dabey stehen/ den Er lieb hatte/sprach Er zu seiner Muetter: Sihe dein Sohn. Darnachsprach'Er- zuwem Jünger-: Sihe dein Muetter / und von derselben Stund an nahm sie der Jünger zu sich,- Außlegung deß Geheimbnuß. wäre der Brauch/daß man vor ^ Altem denen Verurtheilten zum Creutz ein gewissen' angemachten Wein zutrincken gab/ damit sie dar- durch gestarckt/und zumahl auch die Sinnen und Empfindlichkeit in etwas eingeschlafferet Md benomen wurden. Die Henckers-Knecht aber reichten IEsu Wein mit Gallen vermischt». Er nahm darvvn in sein Mund/damit Er die Bitterkeit verkostete/ doch wolle Er wekterö dar- m deß§alvan-Bergs. 141 t« von nit trincken/weilenEr auch die wenigste Linderung seiner Schmer- ■ a tzen nit zulassen wölke. Das wahr- « scheinlichste ist/man habe das Creutz v anst die Erden gelegt? den Heyland * mit 4, Naglen daran gehasst / mrd >» also auffqericht und in die Höhe ge- m zogen.- Dieses geschahe umdMit- tagszeit/ und gleich darauff wurde Nr gantze Erdboden mit dicker Fm, sternuß bedeckt Der Titul/in welchem Christus ein König der Juden benambset worden / wäre in drey Sprachen beschrieben: Hebräisch / >r Griechisch und. Lateinisch / damit er m von denvornembstenNationen der « Welt / welche dazumahl wegen deß r-- -Osterr Fests zu Zerusalem versamlet ie waren/ köndte gelesen werden, n Das erste Wort/ so Christus an n dem Creutz geredr / wäre das Gere bett/so Er für seine Feind zuseinem n Vatter gethan. Er vergaste- aller n Schwachen und Schmertzen / nicht r- . aber derjenigen/ so IHme dieselben v mti 142 Die 9. Betrachtung verursachet. Das ander Wort that da Er zu dem gueten Schacher/ welcher rei Ihn dazumahl für > m König er- vo kennt / da die gantze Welt Ihne ver- du schimpftet/ und als ein Ubelthätter ge tractieret hatte. Das dritte geschahe zu seiner Mnetter/ welche nah sei bey dem Creutz stuende. Diese von dc aller Menschlichen Hülff entblößet/ ihat Er Iohanni seinem Jünger als nc ein Muetter ihrem Sohn anbefoh- st! len/ welcher dann auch von derselben d< Stund an sorgfältig für dieselbe ge- fo wesen. Der erste Absatz. ^Ihe / der Sohn GOttes von ^ Schmertzen gantz abgemattet/ kombt endlich mit großer Mühe auf den Berg Calvari; das Creutz wirfft man auf den Boden/und rüstet alles was nothwendig zu der Creützigung. Der Heyland aber wendet seine Augen darvon nicht ab / sonder wartet mit Verkangen/biß Er deinErlösung daran <** « - öessMlvartBekgs. 145 kt daran vollbringen möge. Sihe man r reisset Ihm die Klcyder abermahl v von dem Leib/ und erneüweret dar- :{ durch die Wunden/ an welche sie an- t gebachen waren. \t Sihe/ die HenckersKnecht werf- h fen Ihn mit grosser Ungestümme auf n das Creutz. / Sihe/ Erstreckt sich der Länge s nach auf dem Creutz auß/ und raichet v. ftlbsten seine Händund Fuß dar/ n damit sie können angenaglet wer- •i dem . Sihe/ Er erhebt seine Augen m den Himmel/und opfferet sich seinem Himmlischen Vatter auff für das Heyk der Welt. " Sihe/ wie man Ihm Händ und ' e Fuß mit den groß und dicken Näg- l fett dmchbohret / wie das Bluet I Haussenweiß auß den Wunden her- ' vor spritzet/ wie die Spann - Aderen ; vor Hafftigkeit der Schmertzen sich 1 zufammett ziehen. Slhe/die lincke Hand kan das ge- \ ■ bohrte i44 Die 9» Betrachtung? bohrte Loch uit mehr erreichen/ dar- umb dieselbe mit solchen Gewalt dahin gezogen wird/ daßman alle Aderen und Nerven sehen / und zch- len kan. Sitze/ Er nimbt Galt in feine« Mund: Sitze/ man richtet das Creutz auf/ und stecht Ihn sambt demselben in die Höh^ Sihe wie Erden ersten Augenblick von-dem Creutz wirfst auff sein liebe Muetter/ und den Heil. Johannen?. Sitze/ Er schweigt-qantz still/und beklagt sich nicht / da Er vvch gantz nackend/ voller Wundenan dem kalten Wind hanget / da Ihn die Hem cker verachten-/ die Hohenpriester lästeren/ und die Juden verlachen. Sitze den Tittul/den man Ihme auf. sein Haupt gesetzt :JESUS N A 2 ARE NUS R E X JllD/EO- rum: Der andere Absatz. ^Telle dich vordisen deinen Gott- lic Ei H G ve lis te w ha cr, ch de ih' D ge de ge T dil dv O di^ dc th deßAalvari-Bergs. 14 i lichen Lehrmeister/ und höre an/waS Er von dem Creutzdirzu deinem Hertzenrede: Höre und verwundere dich ab dem Gebett / sö Er für seine Todtfeind verrichtet/ und sie bey seinem Himmlischen Vatter entschuldiget : Vat- ter verzeyhe ihnen / dann sie wissen nicht was sie thuen. Ee hat geöetttn für alle die Ihn ge-r creütziget. Nit allein für die / mU che seinen Leib daran gehüfftet / sonder auch für diejenige/ welche lnit ihren Sünden darzue Ursach gegebeir. Du/ du bist auch einer von denselbi- gen/du hast auch nit nur einen/ sonder so viel Streich auff die Nügek gethan/so vil du Sünden begangen. Thue nun deine Augen auff/und sihe die unaussprechliche Schmertzen/ die du Jhme verursachet; Eröffne deine Ohren/und höre/ Er bettet noch füe dich: Vatter verzeyhe ihnen/ dann sie wissen nicht was sie thuen. 546 Die^.BetrachkMK r ■ 1 " "■ ■ ■■ --- — Höre an den guten Scha'cher; Höre wie Er mit Worten straffet/ und Brüderlich ermähnet den bösen Schacher. Höre auch an die Bitt / und Re- commendation , st) er bey Christ»' eingelegt/und was für ein Bescheid er darauff erhalten. . Höre / was Er zu seiner Muetter und dem Heil. Ioannes sagt. Höre die Gottslasterung / und Verspottungen der Juden. Höre sie versprechen/daß sie Ihm glauben wollen/ wann Er von dem Creütz herab steige. Höreendlich den Himlischen Vat- -er/ welcher dir zum Hertzen redet/ Und spricht r Sitze ) und mache alles nach dem Vorbild/ so dk auss dem Berg gesehen. Der dritte Absatz. MJrffe dich mit dem Heil. Paulo ^ auff deine Knye/und betrachte di di L D W IN di m le> üe ch C ch di ft W s ik K d - tt id tt n t* e it Dch§awan-Vergs. 14 7 die Lange/ die Braite/dieTieffe/und die Höhe deß Creützes JESU. Die Länge ist gleich seinem Leben. Die Braite hat in sich ein unzählbare Menge aller Üblen und Widerwärtigkeiten. Die unbeschreibliche Liebe macht die Höhe. Die Demuth aber die Liesse dises Creützes. Betrachte/wer der jenigeftye/ den man ans Creütz gehäfft / was Er leyde/ warumb Er leyde / wie Er leyde; zu welcher Zeit / und an welchem Orth Er leyde. Der/ so gecreütziget worden/ist ein Sohn deß lebendigen Gottes / welcher von dem Thron seiner Glori auf Visen Thron aller Schmach und Verspottung gestigen. Es ist der wahre Meßias / welcher bey Anfang dtr Welt von Gott versprochen / und so inständig verlangt/ und begehrt ist worden von allen Völckeren. Es ist der Heiligste / der Weisseste / der Sanfftmüthigstr/ der Unschuldigste/ der Liebreicheste under allen Men- K48 Die 9. Betrachtung scheu- Diese unbeschreibliche Peyn Zi< rmd Schwachen leydet Er -uns -zu er- ui lösen von derHölien/ die wir verdie- I net. Er leydet solche umb den Mit- tö lag zu OesterlicherZeit/ in welcher H -ein unzahlbareMenge Volcks zu Je- 1 w Lusalem gewesen. Er leydet auff E dem jenigen Berg/ wo man gewöhn- er lich den Gottlosisten Ubelthatteren das Recht angethan/und ihreLasm C abgestraffet. Er leydet vorden Au- g> gen deß gantzen Volcks / und und« Verspott- und Lästerung seiner Fein- , fe den. Er leydet mit Sanfftmuth/ h Eingezogenheit/ Geduld/ und ver- a wunderlicher Liebe/die st> hochgestie- ei gen/ daß Er von seinem Vatter umb h Verzeyhung angehalten für die / so 9 Ihn gerreutziget haben. s Betrachte / wie es Der seeligsten ( Muetter umb das Hertz gewesen/da t -Sie gehört -die Hammerstreich/ mit welchen man ihren lieben Sohn an 5 das Creütz geaaglet; da Sie gesehen x Jhne sambt dent Creutz in die.Höhe < desiAalvM'i-Vekgs. i49 yn ziehen; da man so viel Lästerungen/ er- tmt» Schmachwort öffentlich wider m Ihm außgegossen. Seynd das nit ‘it> tödtliche Stich in ein Mütterliches -er Hertz gewesen/welcheIhr das Leben 1 wurden genommen haben / wann nit uff Christus wunderbahrlich dasselbige W erhalten Hütte. en Bttrachte/daß Gott habe wollen/ ier Sie solle bey deut Ereütz stehen/und iw gleichsam mithelffcn das Menschliche >er Geschlecht zu erlösen/ durch Auffopf- iw i ferung ihres liebenKindS. -St. Io- h/ hannes stellt vor die jenige/ so GOtt w als Kinder angenommen / und auß-- ie-- erwählt zum ewigen Leben. Diese ab hat Er ihn dem Heil. Ioanne seiner so Mutter befohlen / und wird der jemg fchwärlich seelig werden/welcher disr en Göttliche Muetter nicht liebet und da verehret. nt Betrachte vier Gattungen der an Menschen / so Christum den HErren en verspottet : Die Priester/ dieHen- he ckers-Knecht/ die Vorbeygchende/ ie- und ! i$o Die Y.Bekrachkung And die Schächer. Die Priester ; vcrschimpfften seine Gottsforcht; che die Henckers^Knecht seine Allmacht; Er die Vorbeygehende seine Miracul; -ef die Schacher sein Elend. Die Prm mi> ster verachteten an Ihme die Würde uni deß Sohn Gottes; die Hencker die - Würde eines Königs; die Schächer ftjl die Würde deßMeßice; die Vor- gos beygehende die Wurde eines & wa lösers/ sagend: Er hat anderen ne> geholffen / und kan Ihm selbst am nicht helffen. der Anmuthungen. ein her bOmme herbey Christliche See!/ gri und werffe dich nider vor distm un Thron der Gnaden/vor disem Thron ste der Barmhertzigkeit. Bette an den t>ü nen Erlöser / und in tieffer Demuch lui Leibs und der Seelen spriche: Wir au betten dich an Q Christe/ und bene- hj, deyen dich/ weil du durch dein Creütz ei> die Welt erlöset hast. ^ Dancke I _ _deß §alvan-Bergs. 151 Dancke Ihm wegen der unendli- ^ chen Liebe/ so Er dir erwiesen/indeme ! Er sich an den schmählichen Galgen ul; deß Creützes hat hätten laßen / da- 'W Mit Er dich von der Hollen errette/ che und in den Himmel erhebe, die Dancke Ihm tausendmal / daß Er sein Rosenfarbes Bluet für dich ver- M gössen. Küsse seine Hand und Füeß/ -V wasch und reinige dein Seel mit seien uem für dich vergossenem Bluet/ nit bst änderst als wann du persöhnlich auff dem Berg Calvarice wärest. Thue Christo Geistlicher Weiß ein General- Beicht über dein gan- tzes Leben / oder aufs wenigst der w grösten Sünden so du begangen/ em und bitte Ihn als den höchsten Priemn ster/daß Er seine Hand ablösen/und w dir von dem Creütz herab die Abso- O lution geben wolle. Nimme solche -ll auff dem Boden ligend mit Ehrent- w bietiger Demuth an / und bilde dir utz ein/Er sage zu dir/wie zu dem Gicht- brüchigen: Seye getrost mein ckr H Sohn/ 151 Die 9. Vetraä)Lung Sohn / deine Sünden werden dir nachgelassen. Hoffe auff sein unerschöpffliche Gütigkeit/ und gedencke nicht / daß Christus/der auch für seine Hencker gebetten; der dem Mörder das Pa- radeiß versprochen / ja der für deine Seeligkeit gestorben / verlange oder wolle / daß du sollest verdamet werden. Erbiete dich/ und verlange mit Jhme gecreütziget zu werden/ dann die / so^hrifto zugehören/ sagt St. Paul / haben ihr Fleisch gecreütziget sambt ihren Begierden. Bilde dir ein du seyest der gueteSchücher/ und sage mit ihme: Die Übel / so ich leyde/ habe ich wohl verdienet/ ja noch unendlich; mehr. HErr gedencke an mich/ wann du kommen wirft in dein Mich. Höre Christus antwortet dir: Bald wirft du bey mir seyn in dein Paradeyß. Bitte ma daj ren leir tze> nie E, m fei; eir fdi da de m eil T L h- deß Aalvarl-Bergs. 153 en mt mtt tu Bitte daß Er dich theilhafftig mache feines bitteren Leydens / und daß du diese Trostreiche Wort hören mögest in deinem Sterbstünd- lein. Gebett. dem Geist der Demuth/ und mit zerktlirschtem Her- tzen falle ich vor deinem Kreütz nieder / und bette dich an/ O Khriste ZEsu du Heyland und Erlöser der gantzen Welt! -Ob zwar du die Gestallt eines Menschen schier gar verlohren/ ja einem Ubelthater / und Aussätzigen gleichest/ so glaube ich dannoch/daß du seyest ein Sohn deß lebendigen Gottes/ ein König über Engel und Menschen/ ein Richter über Lebendige und Todte/einSchlacht-undBrand- Opffer für die gautze Welt; der höchste Priester deß Neüwcn £ 2 Ge- 15 4 Die 9. Betrachtung _ Gesatzes/ ein Uberwinder deß V Teüffels/ der Welt/ und deß, K Lodts; Ein Erlöser deß mensch?, br ltchen Geschlechts/ und der jent- m ge groß- und unvergleichliche be Lehr-Meister/ welcher auffdie Kantzel deßKreützes gestiegen/ iv und darab gelchret hat den vc Weeg zu dem Himmel. s e « «O mein IEsu/ wie bist dir m vermahlen weit in einem ande? Lt ren Stand/als du vor decke auf m dem Berg Thabor gewesen! hc Dazumahl wärest du bekkydet A mit Hellem Liecht / jetz aber han-, T gest du nackend an dem Kreütz. ue Dorten warestuzwischenMoyse ve und Elia/jetz in der mitte zweyer Mördern. Dein Himmlischer 3 Vatter erkennte dich als seinen £ Eingebohrnen / jetz scheint f als wann Er deiner aantz veo ve gessen/und dich verlassen hatte, vr Weise deß Aalvari-Bergs. 155 )en du de.' zeß Weise Wolcken waren selbiger zeß Zeit umb dich herumb/nun aber j bist du umbgeben mit dicker Finch sternuß/welche die gantze Erden ehe bedecket. die L) Heyland meiner Seelen/ en/ wie schmertzhafft kombt mir vor / dich in diesem Stand zu sehen! -O wie groß ist diese Demuth / wie unermeßlich diese Liebe !jetz erkene ich/wie schwär aus mein Kranckheit/der man nicht en! hat können helffen als mit diier det Artzney / jetz fasse ich was m Todtsünd/dieman nit hat können änderst auslöschen/ als nut dem Bluet eines Gottes. Ich dancke dir O gütigster JESU von gantzem meinem Hertzen / von gantzer mein-r See! wegen der unerhörten 1 -t^ be/ welche du zu mir getragen biß in den Todt/und zwar in den H 3 Todt auch. # yer her icu es >ev tte. eist N6 Die 9. Betrachtung D! M bit T, B vei mi me dv! sor un ra! Todt deß Kreützes. Ich küsse gantzEhrenbietigund mit höchster Danckbarkeit deine Heiligste Füeß/und Hand/welche so vtlen Guers gethan / so viel Krancke gehailet. Ich umbfange dein Heilig Areütz als ein Laither zu dem Himmel / als ein Thron aller Gnaden / als ein Archen deß Heyls/ als ein Baum deß Lebens / als ein Lantzel deiner, Göttlichen Weißyeit/ von wel- (her du uns alle Tugend gelehrt, "e Ich bitte dich durch alle Pey-! nen / die du für mich gelidten/ ^ durch das Gebett welches du für deine Feind gethan/ durch bicSchmertzen undBetrübnus- sen deiner feeligsten Mutter/ durch die Gnad die du dem (Schacher erzaigt/ durch dein Verlassenheit / durch deinen Durst/ Zu un da ke> lic deß§alvari-Vergs. 157 Im >cke 3|ß Durst/ durch Eßig und Gall/die man dir hat dargereicht; Ich $e' bitte durch alle Zäher / und Tröpfflin deines allerhetligstm Bluets/so du für mich vergossen/ verzeyhe mir meine Sund. Seye mir gnädig/seyebarmhertzig m meinem End. Ach verlasse mich doch nit in dem letsten Streitt/ sonder starcke mich/ tröste mich/ und versprich mir auch das Pa- radeiß/wie du dem guten Schacher gethan/ welcher dir an deiner Seiten gestorben. >ltg em ler )eß ^e- m ess rt. Y-! n/ du ch rss' IV m in 1 / Vbuttgcn und Lehrstück. ^Ette an das Heil. Creütz/ wie man andenCharfreytag pflegt D thUN/ UNd bett das Vcxilia Ilegi Bette mit außgespanten Armen; umbfange dein Crucifix/ und trucke dasselbige mit grosser Ehrentbietig- keit/und andächtigem Kuß der Heiligsten Wunden auf dein Hertz. H 4 Nimß 158 Die 9. Betrachtung j __ Nime mit Gedult an alles Creutz _ - und Widerwärtigkeit so dir GOtt M zuschickt / und beklage dich deßwegen du nicht. geh Ergibe dich gantzlich in den Willen vtt Gottes/ und erbiete dich alles zu! bey übertragen nach seinem Göttlichen P Wohlgefallen. — Wann man dich verachtet / oder deine gute Meynungen zum Bösen «m außlegt/ so leyde es mit Gedult. Hasste dich gleichsamb zu Christo an das Creütz/ und bette für deine Widersacher. Hoffe auff die Barmhertzigkeit Gottes/und sörchte seine strenge Ge^ v richt. Ein Schücher ist seelig mtf ' Zu den; verzweiffle nicht. Der ander lar ist verdämbt worden / trauwe dir nit" G> zuviel. l Bekenne mit dem lguten Schacher ; all du habest verdient alles Übel 'so du dü leydest/und gib anderen ein Exempel sch der Gedult/ und Resignation in den dr> Willen Gottes. ste Falle deß Aalvari- Bergs. 159 eutz Oft gen llen r» hen Falle der Mutter GOttes zu Füssen /und verspriche derselbigen/ daß du leben und sterben wollest als ein gehorsames Kind derselbigen / und bitte / daß sie dir in deinem Todt beystehen wolle / gleichwie sie Christum biß an sein End nit verlassen. k Die 10. Betrachtung. Christus stirbt an dem Areütz. Histori/ allst den Evangelisten gezogen. l^r-On der sechsten biß aufdie neunte v Stund daurete die Finsternuß. Zur neündten aber ruffte IEsus mit lauter Stimm : Mein Gott/ mein Gott warum hast du mich verlassen! Nachdem aber IEsus gesehen daß alles erfüllt wäre / sagte Er: Es dürstet mich; Es war da ein Geschirr mit Eßig angefüllt/in dasselbe drukten die Soldaten eincnSchwam/ steckten ihn auff ein Rohr/und gaben H 5 ihn i5o Die io, Betrachtung | ihn IEsu zu feinem Mund. Und eil als IEsus den Eßig genomen/sprach Zr Er : Alles ist vollzogen» Bald her- S nach schrye Er mit lauter Stimm: V Mein Vatter in deine Hand besticht 0 ich meinen Geist. Nachdem Er B dieses geredt/ neigte Er sein Haupt/ fic und gab feinen Geist auff. de be Außlegung deßGcheimnuß. w §>Je erste drey Wort hat IEsus ^ ^ vor derFinstemuß geredt. Um ^ der der Finsternuß/ welche 2 , Stund $ gewahret / hat Er ein tieffes Still- ^ schweigen gehalten / und die Todts- U1 Schmertzen ohn einiges Wort ge- Z dultig übertragen. Er wäre zwar § in denr besten Alter/und in der Blühe seiner Jahren; doch weilen sein z Bluet schier alles vergosten/starb Er, noch vor den zweyen Schacheren/ welchen man ihre Schenckel brechen muste/den Todt zubesürderen. Nach der Finsternuß hat Christus die vier \ letste Wort gesprochen/und zwar nur deß Aalvari-Bergs. iSt Inö ein kleine Zeit vor seinem Todt. ach Zweymahl hat Er mit sehr grosser M, Stimm geschrauwen / welches ein m: Wunderwerk war/ in deine Er vor lche -Ohnmacht / und Erschövffung deß Er Bluets gestorben ; von dessen häuft pt/ figer Vergiessung auch herkommen der grosse Durst/über welchen Er sich „ beklagt hat / vbwohlen Er wohl ^ wüste / daß man Jhme kein andere . Labung geben wurde / als sauren E Eßig. Die groste Peyrr auß allen/ wäre die Verlassung von seinem ISP Himmlischen Vatter / welche darum fl bestanden/daß in disem so schwären/ ^ und schmertzhafften Streitt seiner Menschheit alle Consoiatioa und Trost ist entzogen worden. m & w en ch er nr in Beschasstigung der Seelen / durch die Ginnen und Vcrnunsit. Der erste Absatz. ^Ihe/ OChristliche See!/ dein ^ Heyland ligt in den letsten Zügen/ ifo Die io. Betrachtung gen / und schreitet allgemach zu dem End. Sihe/seine Augen sterben/ sein Angesicht erblaichet/ seinBluet flies- set nur Lrvpflinweiß / das Haupt neiget sich/ und sinckt. Sihe / die unbarmhertzige Juden geben Ihme in seinem unbeschreibli- chen grossen Durst nichts anders als Eßig zutrincken. Mit den Laster/ hafftigsten Menschen/so wegen wohlverdienter Straff/ auff dem Rad ligen / oder an dem Galgen hangen/ hat man ein Mitleyden / aber über IEsum/ von welchem die Welt so viel Gutthaten empfangen/will sich niemand erbarmen. Ein elender Mensch tragt ein Mitleyden mit einem anderen elenden / und sihe der lincke Schacher hanget neben IEsu an dem Creütz / und dannoch ohne einige Belaidigung/ lästeret er JE- strm an dem Creiitz/und beladet Ihn mit vielen Unbilden/und Schmach- worten. Sihe/ lei er lo w w U si« in K- M ni S % fei >> sei xu • sei dc 3^3 deß §alvari-Bergs. 16z em: ein ich rpt »en \v ls IX( W lö ri/ er so ch er it !r u e - Sihe / der Mond ist zwar in vollem Liecht / und der Sonnen grad entgegen gesetzt/ wird aber miracu- loser Weiß under die Sonnen gesetzt/ und verfinsteret dieselbige. Sihe die unerhörte Finsternuß/ welche die gantze Erden bedeckt; den Umbhang m dem Tempel / welcher sich von einander theilt von oben biß unden; die Erden welche zitteret/die Felsen welche sich spalten / die Gräber welche sich eröffnen. Ach ! sage mir / thuet dann diseö dir dein Hertz nicht bewegen ? Sihe/ da JEsus stirbt / neigt Er sein Haupt/ zum Zaichen erstlich der Gehorsame gegen seinem Himlischen Vatter/und dann deß Frieden-Kusses gegen dir. Ach siche/Er strecket seine Armen auß dich zu umbfangen; nach dem Todt eröffnet man Ihme sein Seyten mit einer Lantzen/ damit der Sitz der Liebe auffgeschlossen wurde/und du in diesem liebreichen Hertzen töntest deine Wohnung nehmen. Der i64 Die io. Betrachtung Der ander Absatz. | v fxove Er beklagt sich gegen seinem £ *V Himmlischen Vatler mit in Zä- ^ ') her schwimmenden Augen nit wegen den unaussprechlichen Schmertzen/ < sonder wegen der grossen Verlassen ^ heit / als welche Ihme die große Peyn war aus allen/ so Er gelidten/ und zwar in Gegenwart so unzahl- bahrer Persohnen/ welchen dardurch ; sein Heiligkeit hatte können verdächtig werden/ sonderbahr aber der Im j den / welche Ihm sein Unschuld und v Gottheit sonsten haben angefochten/ v und in ein Streitt gezogen. 6 Höre / Er beklagt sich über seinen t Durst/ welcher so groß war/daß nie- J mahl ein Mensch dergleichen hat auß- £ gestanden. Hierdurch bezahlte Er " die Straff der Unmäßigkeit in Essen und Trincken/ theils aber auch / da- £ mit die allerinnerste Theil seines ^ Leibs von den Schmertzen nicht be- 11 steyet wären. Höre / Er schreyet: Alles ist f voll- deßAalvari-Vergs. 16 $ ' vollzogen! das ist/alles ist erfüllt/ ü)as ^ie Propheten von mir vorge- sagt/ alles vollbracht / waS mir mein S! Himmlischer Vatter hat befohlen. S Höre/ Er befilcht seinen Geist dem Himmlischen Vatter/ dich zu under- ,ste lveisen/ wie du sterben sollest. M Der dritte Absaß. rch Z^Etrachke/und fasse rvohl/ warum ch- ^ der Sohn G-Ottes von seinem zu, Himmlischen Vatter an dem Creütz ,nd «eye verlassen worden. Es ist dar- M umb geschehen / dieweil Er auff sich genommen für unsere Sünden gnug ien Zu thuen / und die von uns verdiente m Straffen außzustehen/auß welchem iss die allergröste ist / wann man von Er Gott verlassen wird. Er hat auch sen uns dardurch verdienet / daß uns Gott weder in dem Leben noch in »es dem Todt verlasset / wann wir uns be- nicht zuerst von Ihme absonderen. Betrachte/warumb Er ein so groft ift sen Durst leyde ? i. Damit Er für uns r66 Die io. Betrachtung uns büeste / was wir mit Überfluß/ und Uninäßigkeit in Speiß und § Tranck gesündiget. 2. Daß kein ft Theil seines Leibs weder innerlich/ zr noch äusserlich wäre / welcher nit ein st sondcrbahrePeyn gelitten. Er hatte st auch noch einen Gastlichen Durst a> deß Heyls deiner Seelen / welcher a Lhme weit grössere Schmerhen veu ej ursachet als der Durst seines Leibs. Z Betrachte/ warumb Er gestorben, d Es ist geschehen i. auf sich zunemen ei die Straff deß Menschlichen Ge- le schlechts / welches wegen der Sund n den Todt verdienet hatte. 2. Zu r> zaigen/daß Er wahrhafftig an sich a genommen unser Menschliche Natur, ei z. Dem Todt seinen Gewalt zu neh- S men/ und uns unsterblich zu machen k durch eine Wiederaufferstehung/ die st der seinen solte verglichen werden. S f 4. Uns zu underweisen / wie noth- d wendig seye / daß wir der Sünd ab- f< sterben/ wall wir wollen in der Gnad Gottes leben. si Be-, deßAalvari-Vergs. 1 67 \v Betrachte / warumb Er an dem nd Creütz gestorbm? Die Ursache» ■in seynd : 1. Uns die Forcht deß TodtS h/ zu nemen / weilen kein Mensch gemein sen/noch seyn wird / welcher einen so 'te schmählich - und schmertzlichen Todt l'ft außgestanden / als wie Christus, w 2. Weilen durch Niessung der Frucht w eines verbottenen Baums Adam alle s. Menschen verkaufft / wolte Christus n. die Menschen auch wiederumb an m einem Baum erlösen. Er hat wol- v len sterben auff dem Calvari- Berg/ >d weilen nach Meynung vieler Vätte- 'u ren die Hauptschidelen deß AdamS ch allda begraben / und Jsaac / welcher r. ein Figur oder Vorbedeütung deß Y Heylands wäre / alldorten hatte sol- « len geschlachtet Mrden. Er ist ge- ie storben zu Jerusalem/ welches die 1. Hauptstatt deß Juden-Landts / und V' das Orth allwo man Gott hat opft v feren müssen. d Betrachte wohl / was ein Todt- sünd seye/welche man nit hat können auß- i68 Die ro. Betrachtung auslöschen/als mit dem Todt eines Gottes. Betrachte die Liebe deß Himmlischen Vatters / die Gütigkeit deß Sohns unsers Erlösers/und dre Be- trübnuß seiner seeligsten Mutter/ nachdem sie gesehen / daß Er seinen Geist aussgegeben/und gehört sagen: Er ist todt. ha V. sty ber ni< da ret tee ley Anmuthungen. cnt MAnn dein Hertz nicht härter als ' SJ ^ Marmelstein/ so laA selbiges Z in Seüffzer zerfliessen. Vermische A deine Zäher mit dem vergossenen Bluet JEsu. Zaige eil, hertzliches Mißfallen/daß du ein Ursach gewesen seines Todts / und verfluche deine ' JJ Srrnden/durch welche du Ihme sein * * Leben genommen. Mercke aber/ daß :[} die wahre Rew/ und die Zäher der ^ . Seelen bey Ihme weit mehr gelten/ als die Zäher der Augen. . Dancke deinem Göttlichen Hey- land/ daß Er auß Liebe gegen dir hat nes nli- deß Leer/ im m: rls ies He ieit >es e« ne in rß >er n/ y- ir deß Aalvari-Vergs. 169 hat wollen von seinem Himmlischen Vatter in der Todts-Angst verlassen ftyn / dir die grosse Gnad zu erwerben/daß du in deinem Todt vonGokt nit verlassen werdest. DanckeIhm/ daß Er sich für dich hat auffgeopffe- ret der strengen Gerechtigkeit GOt- teö/ welche durch deine Sünden be- leydiget wäre. Setze dein Hoffnung aMdie unendliche Barmhertzigkeit GQttes/ und zweiffle nicht/Er werde in Ansehung der Verdiensten Christi IEsu dir deme Sünden verzeyhen/unddas Paradeiß wie dem Scha'cher gnüdig- lich mittheilen. Gibe Ihm in seine Händ / und opffere guetwillig auff dein Leben/ als ein Sach / welche auß allem was du von der Welt hast / billich das allerliebste ist / dardurch zu zeigen/ daß du danckbahrlich erkennest die unendliche Gutthaten/so du vonIhm empfangen ; daß du nach Möglichkeit wollest gnug thuen seiner Ge- ijo Die io. Betrachtung rechtigkeit/ und ein Prob geben deiner Lieb gegen Ihme; daß du begehrest theilhafftig zu «werden seiner Glorwürdigen Aufferständtuuß. Bezeuge in Gegenwart der aller- seeligsten Iungftauwen seiner Mutter/ daß du hinftiran nit mehr wollest Ursach geben zu seinem Todt/ und Jhne wiederumb durch ein Todtsünd in deinem Hertzen creützigen/ sonder dich ernstlich befleissen/daß sein Geist in dir lebe; dann Er hat darumb das Leben deß Leibs auffgeopfferet/ damit du durch Jhne töntest haben das Leben der Seelen. Gebett. I?ahere dich zu dem Kreütz/ mein Seel / zu dem Areütz sag ich/deines Heyiands/ und betrachte deinen König auf seinem Thron; deinen Richter auf seinem Rtchterstul; deinen höchsten Priester auf seinem Altar; dei- -eich- net ser< u* lest ind -er Ab et/ <» tz/ w Üf Uf h- p; v deß §alvari-Vergs. 1 71 deinen Lehrmeister auf seiner Aantzel / von welcher Er dich nnderweiset. Gehe vertraulich zu diesem Thron seiner Gütigkeit! Slhe was du gethan; betrachte was du gekostet/ und verglsse nicht was du entgegen schuldig seyest. GOtt hat für dich sein Leben geben/darumb bist du Gott dein Leben auch wiederumb schuldig. Fürchte dir nicht vor dem jeni- gen zuerscheinen/an dessen Todt du Ursach gewesen. Er ist kein griniiger Löw/ sonder ein sanfft- müthiges Lamb/welches sich für dich freywillig hat auffgeopffe- ret. Er neiget an dem Kreütz sein Haupt / damit Er drr den Friedens-Kuß gebe; Er streckt seine Armben auß / damit Er dich umbfange; Er last Ihm sein Hertz eröffnen/damit du all- dotten jyi Die rv. Betrachtung der jeni Lo hör ner ten Dorten dem Wohnung nemest/ und umb deiner Erlösung willen ist Er an das Areütz genaglet worden. L) mein Heyland! wohin hat dich dein Liebe/wohin die Grausamkeit der Menschen gebracht ? Gc Daß du mich unermeßlich lie- mei best / kan ich nunmehro keines Kr Wegs zweifflen / Massen ich der durch dein verwundtete Seyten Dir kan in das Hertz hinein sehen. Ach! gedencke ich meiner Sünden / so bin ich voller Forcht und Schröcken; Gedencke ich aber an deine Gütigkeit/ O ZEsu / wird ich mit Trost und Hoffnung erfüllt. Owie ersthröcklich ist es/ fallen in die Hand eines lebendigen Gottes! D wie Trostreich ist es/ fallen in die Hand eires sterb-mden > H Gottes ! eines Gottes sag ich/ . he UNi Pc stn Hi ich ntt bei we bei all mi m et u- t? v ?$ ch m in iv er n- t/ 'st -ie ie $1 en .n !)/ »er deß Zlalvari--Bergs. 17? der stirbt au'ß Liebe gegen dem jenigen/welcher einUrsach seines Todts gewesen. -O ein unerhörte Liebe! was wird ich können thuen dieselbige zuvergel- ten? O meinHErr/ und mein Gott/ ich dancke dir auß gantzer meiner Seelen/auß allen meinen Krassten/daß du hast wollen an dem Areütz für mich sterben/ und durch so unaussprechliche Peynen stillen den Zorn der strengen Gerechtigkeit deines Himmlischen Vatters/welchen ich mit meinen Sünden über mich gereitzet hatte. Ich dancke deinem liebreichesten Hertzen/ welches mich so weit hat gelie- bet/daß es hat wollen seyn ohne allen Trost und Erquickung/ mir zuverdienen die Freuden deß Himmels. Ich dancke deinen heiligsten Augen/ welche so viel Zäher i74 Die io, Betrachtung Zäher vergossen / a'ußzulöschen das Fester deß Zorn GOttes/ Welches ich selbsten angezündt durch meine Laster. Ich dancke deinem allersüessesten Mund/ welcher Eßigund Gall hat vm kostet/ abzubüessen meine Um Mäßigkeit in Epeiß und Tranck. Ich dancke deinem Göttlichen Haupt/ welches mit so vielen Dörneren schmertzlich durchstoß chen worden/zu heilen dieWum den / welche mir mein Hoffart gemacht. Ich dancke deinen gutthatigen Handen und Füssen / welche mit Näglen gram samb durchbohret worden / zu verbesseren alles Böse so ich ge- würcket / und zu ersetzen alles Gute / so ich underlassen. Ich dancke endlich deinem rainen/ undIungftäwlichen Leib / web cher so vtl unmenschlicheStreich empfan- em boi Fr dai nei urj Hei me che ich du m fes Er au Sei ich dii Li nc m Ui len :s/ ldt c Xt rd/ w in* ick. >ett Ich to* w rrt tett üs- tu* zu p ies O n/ >el* ich w oeß§alvari-Vergs. 175 empfangen abzubüessenalle verbotene Wollust und unzulässige Freüden meines Fleisches. L) füssesterIEsu/ich bekenne/ daß ich ein Ursach seye an deinem Todt. Ich hab dir verursacht so grausirnie Schmer- tzen. Wolte GL»tt ich könte mein Bluet vergiessen zumZai» chen meiner Reüw! Ach konte ich sterben für dich / gleich wie du für mich gestorben bist! Aber! dieses kan ich; und ist dieses noch mein einziger Trost. Es ist wahr/ sterben muß ich/ auß dieser Noth will ich ein Tugend machen. <£> mein ZEsu/ ich will sterben auß Liebe gegen dir / gleich wie du gestorben auß Liebe gegen mir. Ich verzc yhe nach deinem Exempel allen die mich beleydiget. Ich bestich und übergiebe mich deiner hei- I ligsten 176 Die 10. Betrachtung ligften Mutter. Meine See! lege ich in deine Hand/damit du selbige vorstellest deinem Hiün lischen Vatter. OJEsu ! lasse doch nicht zu Grund gehen meine Seel / die dich so viel hat gekostet! <0 JEsu verlasse mich nicht/wann ich die Welt/und mich die Welt verlassen muß! Sage alsdann deiner Muetter: Sihe diß ist dein Kind / trage Sorg über Dasselbige. £) JEsu gedencke an mich/gleichwie andmguten Schacher/und lasse mich in meinem letsten Athemzug hören: Hcüt wirst du bey mir seyn in dem paradeyß. T V m M! m U! C di he I m « et m K v> 61 Vbungen und Lehrstück. ^Cye gedultig/wannvn in deinen ^ Geistlichen Übungen von GOtt verlassen wirst / und an statt deß Trosts U 8 b v deMalvari-Vergs. irr -el : Trosts nichts anders als Verdruß/ Widerwillen/ und auch Auslachen/ ! und üble Außlegung von andere» muest gedulden. Leid solches / da- ... > mit du etwelcher Massen empfindest/ N und verehrest die Verlassenheit M Christi. Bekümere dich nit/ wan» O dich die Menscher; verlassen / sonder im hange und stirbe an dem Creütz wie elt JEsus mit Veriaugnung deiner tut stlbsten. Lasse dich nicht abwendig ist «rächen / wann Gott und die Men- J r fchen dir allen Trost entziehen. Nimme ein wenig Wermuth/oder etrvas anders ungeschmacktes in der- not Mund / darnit du auf solche ed Weiß die bittere Gall umb etwas n: verkostest / und von seinem Kelch im auch eirren Trunck bekommest. Den Todt nime mit gueten Wil- , len an/ wann und wie es Gott will. Bereite dich noch heüt darzue / und bette mit Gelegenheit das Testar ment eines Christen. ßs Sey nach dem Exempel deines I 2 Hey- 178 Die iO. Betrachtung Heylands gehorsam biß irr den Todt/ n und zwar den Todt deß Creützes. d Gehorsame nicht allein Gott/ sonder auch den Menschen / welche GOtte- Stell vertretten / und Werckzeug « seynd seiner Barmhertzigkeit / und ö seiner Gerechtigkeit. Befleisse dich/ daß Christus durch 1 seinGnad/Frieden/Sarfftmuth und Gedult in deinem Hertzen lebe. Durch dieses gibst du Ihme in sei- \ nen Schmerßen einen Trost/und verr giltest nach Möglichkeit sein Leyden. Z Stirbe ab der Welt/der Eytelkeit/ 2 den bösen Neigungen/und allen um 1 « ordentlichen Begierden. Gedencke y> daß du in Christo gestorben/und lebe vl hinfüran nit änderst als in Gott und £ für Gott / welcher dich erkaufst hat J 1 mit so theurem Werth seines kvstbm renBluets. 1 Besuche das Heilige Sacrament v, umb z. Uhren / und beichte dewselbü ^ gen Geistlicher Weiß/nit änderst als v! wann du auff dem Berg Calvari« 9 mit h deß Aalvari-Bergs. 175 mit Magdalena wurdest knyen bey demFueß deß Creützes. Die ii. Betrachtung. Khristus wird vom Areütz abH> gelößt und begraben. Histori l «ruß den vier Evangelisten gezogen. yiM Abend käme ein reicher Mann auß der Statt Arimathaea mit Nahmen Ioseph/so auch ein Jünger JEsu war / und das Reich GOttes erwartete. Dieser gienge kecklich hinein zu dem Pilato/ und begehrte den Leichnamb JEsu. Pilatuö verwunderte sich/ daß Er schon gestorben/ liesse darumb den Hauptmann kommen zu sehen/ ob Er schon gestorben. Nachdem der Hauptmann eS bestattiget/schenckte Er den Leib dem Joseph / welcher Ihn vom Creütz herab nahm mit Nicodemo / der Myrrhen und Aloe brachte bey die hundert Pfund. Also nahmen sie 2 3 dm rso Die n.BetrachLM denLeichnamb JEsn ab/und bunden ihn in Leinene Tücher mit Spece- »eyen. Es war aber an demfelbigen Orth / da Er gecreütziget ward ein Gart / und im Gatten ein neüweS Grab in ein Stern gehauwen/in web ches noch niemand war geleqet worden/ daselbst legten sie IEsum hm/ dieweil das Grab nah bey der Hand war/und weltzten einen grossen Stein darfür. Außlegung ßeß Geheimbttuß. §>Je Juden hakten im Sinn den ^ Lcichnamb Christi in die Schin- der-Grueben zu werffen/welche nicht weit von dannen in einem Thal war/ wrhm man auch die Leiber der Schächte geschleppet; Aber Gott wolte solches nicht gestatten/ sonder gäbe einem Mann mit Nahmen Joseph/ die Gedancken und Hertzhafftigkeit ein/daß er diesen heiligsten Leichnam von dem Pilato begehren sokte. DaÜ weil Christus außBefelch deß Blut- Richters Pilati gecreütziget worden/ h. ni m v< C tu ch r« d. w b st ai ( ö 8 d den m gen ein ve- sel/ wtt m md :€«l V E>e» in- cht w )df \tt >be h/ ert IM itf n/ at deßAalvari-Bergö. 181 hat ohne fein Erlaubnuß denselben niemand dörffen vondemCreütz nehmen. Nachdem Malus solches vergunntt/hat Joseph Christum vorn Creütz abgelöset mit Hülff Nicode- mi/welches eben der jenig war/welcher zuvor in der Nacht zu dem HEr- ren kommen. Es wäre bey den Juden der Brauch/ daß die Männer gewaschen und begraben haben die Leiber der verstorbnen Männer / die Weiber aber der Weiber; darumb haben auch Joseph/Nicodemus und St. Johannes den Leichnamb Christi begraben. Die fromme Frawen abermerckten wohl dasGrab/damit sie nach Jüdischem Brauch kommen tonten denselben zu salben. Der erste Absatz. ^Jhe/ wie der Hauptmann nach dem Todt JEsu seine Seyten öffnet mit einer Lantzen / und wie Bluet und Wassernuß dieser Wunden stresset. I 4 SM 182 Die ii. Betrachtung Sihe/wie Ioftph vonArimathia unerschrocken hinein tritt in den Pal- J last deß Pilati / und begehrt dm , Leichnamb IEsu/ und wie Nicode- \ mus/welcher da Christus noch lebte/ l auß Forcht nicht hat dörffen offent- t lieb bekennen/ daß er sein Lehr-Jum t ger sey/ jetzund aber solches Hertzhass ( tig thuet. * Sihe / wie diese beyde den Heil. , Leichnamb von dem Creütz herab/die f feeligste Iungftaw aber selbigen auff \ Ihre Schooß nimbt/andächtig käst } setz seüffzcnd betrachtet/ und mit Za- [ heren begiefstt. ! Sihe/ wie St. Johannes und St. Magdalena seine Heil. Händ und s Füeß küssen/auch in Ansehung eines i so traurigen Spectaculs in Zähe» 1 zerfließen. i Sihe/ man tragt den Leichnamb von dem CalvawBerg hinweg/man J wicklet Ihn ein in saubere neüwe < Leinwat / man bindet / und salbet Ihn mit SpecereyennachZüdischem Brauch. Der _d eß Lalvari- Bergs. i 8 z jjjj Der ander Absatz, ök Aöte/rote sich der Sohn GQttes ^ *V durch den Mund deß Davids >de- beklagt: MeineStellstmitLey- bw den erfüllet / und mein Leben ist ent, nah zur Höll kommen. Ich bin Än- denen gleich geachtet / die zur # Grub hinab fahren ; Ich bin worden wie ein Mensch der ohne ,£ Hülff ist/ frey under den Tod- ten. Sie haben mich in die un- yf derste Grueb gelegt/ in die Fin- Zti- sternuß / und in den Schatten deß Todts.Ps.87. Bt Höre was die Mutter GOttes ind sagt / als Sie anficht den Leichnamb iks ihres lieben Sohns/der mit so vielen her Wunden bedeckt / und mit Bluet gantz überrunnen. nb Höre was Sanct Paulus sagt: an Durch den Tauff seynd wir be- we graben und gestorben mit<^hri- sto/und unserLeben muß seyn ern 2 verborgnes Leben in Gott. c * I 5 Der iB4 Die ii. Betrachtung Der dritte Absatz. , H^Ctrachte/ warumb Gott jugclaß ^ ftn/daß ein Soldat Christo fein Seyten erömiet/und seinHertz durchstochen : i. Daß man an seinem Todt nitmehr zweifflen könte / und also auch daß fein Aufferstehung umb so viel wahrhaffter und gkaubrmlrdiger wurde. 2. Daß die Kirchen gleich- samb als ein andere Eva auß der Seyten difes Göttlichen Adams genommen worden. 3 . Den Heilige« Sacramenten deß Lauffs und Fron- leichnambs Christi ein Anfang zu machen/als welche durch das Wasser undBluet/so «roß der Seyten Christi geflossen / vorbedeütet worden. 4. Uns 0 eröffnen den Zugang in das Innerste seiner Barmhertzigkeit/ nrd ein Wohnung zu machen in seinem Hertzen/das ftlr uns verwundet worden. 5. Den Menschen zu trösten in seinen Widerwärtigkeiten/und ein sichere Zuflucht zuverschaffen in allen feinen Trübsalen. Be- deßAalvari-Vergs. ig$r Betrachte den Eyffer / Andacht/ 'laß lind Großmüthigkeit deß Ioscphi fein von Arimathia/welcher sich öffentlich rch erklürt/daß Er ein Lehr - Jünger sey 'M eines Menschens/den man zum Todt also' verdambt/und an das C'reütz gchaff- b sy ket / da underdessen die Apostel sich :ger darvvn gemacht/unv das Hertz nicht ich- gehabt sich sehen zu lassen, der Betrachte / wie er den Leichnamb ge- Christi begehre von dem Pilato/mrd ieti dardurch ihm heimblicher Weiß sein m Gottlose Ungerechtigkeit vorwersse. W . Betrachte/daß von diesem guten fa Vorhaben ihn nicht abgeschröckt die m Gefahr der Gesangnuß/der Zorn der m. Hohenpriester / und die Wueth deß i» rasenden Pöffels. t/ Betrachte / daß obwohl er ein >i- Mann von grossem Ansehen gewesen/ es sich doch nicht geschamet habe an den >n Creütz-Galgen hinauffzu steigen/den n Leichnamb abzulösen / und in das n Grab zu tragen. Betrachte / wie glückselig dieser >e Heil. i86 Die n. Betrachtung Heil. Mann geMsen/ welchem der. Leichnamb Christi geschencket wor-! den; dann den Besätzen und Recht; nach/gehörte Er der-Obrigkeit; Wetz len dann Pilatus solchen dem Joseph ' geschenckt / ist er Herr und Meister. darüber worden; war also derLcrch- ! namb Christi ein Sach / welche deß Josephs aigen war. Betrachte/daß r nsrH-yland nit seye von dem Creütz herab gestiegen/ als erst nach seinem Todt. Mercke auch wohl/ daß Er sich mt sekbsten darvon abgelöset/sonderen von ande- rcn darvon abgenomen worden; dir zu einer Lehr/ daß du sterben sollest an demCreütz/und dasslbig nit ver- lasten biß nach dem Todt. Gibe kein Gehör der Welt / dem Fleisch und dem Teüffel/wann sie dich überreden wollen/daß du das Creütz verlassest. Von dem Creütz sollest du fallen in die Arme mari/e der «llerseeligsten Mutter. Betrachte letztlich/daß ein wahr- haffter ha str m> de Ml ük sch mi w> O de B H w, de ne ist B B zu deß Aalvari-Bergs. 1S7 der m ?cht - Zetz , :ch )eß nit m cke en >ir est 'V be 'ch xt v 1 u IX 's X haffter Christ müsse sterben wie IE- sus / und mit sich lassen handle» als mit einem todten Leichnamb/der weder',Bewegung/noch Empfindlichkeit mehr zaigt. Wann man ihn schon übel tractiert/ schlagt/ flösset/ ver- schmcichet/ auff die Erden schmeisset/ und gar mit Füessen trittet. Führe wohl zu Hertzen/daß das Heil. Meß- Spffer seye ein Vorstellung deß Ley- dens und Todts JESU Christi. Wann du communicierest/wird dein Hertz gleichsamb zu einem Grab / in welches Christus gelegt wird / nachdem Er zuvor auff dem Altar von neüwem für das Heyl der Menschen ist auffgeopfferet worden. Anmuthungen. H^Ette an den todten Leichnamb ^ IEsu Christi/küsse seine Heil. Wunden / und wasche dieselben mit BuessZäheren. Dancke deinem Heyland / daß Er sich gewürdiget nicht allein filr dich ru sterben / sonderen auch in einem Grab r88 Die n. Vetrachtuttg - ^ä^eingeschköiftnzu wcrdenHäw A cke seiner allerhciliqsten Seel/daß sie ys sich so weit gedemükhiqet/ und abger sts Liegen zu der Hollen / dich von t»et# ve selbigen zu erretten. ttti Zittere wann du ansitzest diesen A Heil. Leichnamb; Das Bluet/ well un cheö Er vergossen / klagt dich offen ll tct lich an/daß du der Mörder seyest/so Jhme fein Leben genommen. Ver, nu fiuche deine Sünden / als ein Ursach 0 deß Todts dieses eingefleischten Goll ha tes. Nimme guetwillig den Todt seh an / und schicke dich gedultig in alle ® Widerwärtigkeit zu gebührenderW Ei straffung deiner Laster. H> Habe ein veste Hoffnung / daß m GQtt dir barmhertzig seyn werde. Ck Christus sein vielgeliebter Sohn hat Ei alle seine Verdienst / und die Frucht fm seines bitteren Leydens und Ster/ benö dir überlassen/daß dir dardurch mit seinem Himmlischen Vatter ver- C sehnet/und ewig seelig werdest. Liebe den jenigen von gantzem S Hertzen/ dejMalvari-Bergs. 1 S9 Hertzen/der dich biß in den Lodkge- liebet hat- Wann du nicht die un- danckbareste under allen Creatmen seyn wilst/so mache das Christus in deinem Hertzen lebe. Dieses einig- und wenige verlangt Er von dir zum Zaichen der Danckbarkeit/wegen so unendlich viel und groffen Gutthaten/welche Er dir crwiesen- Bezeüge vor Ahm/daß du fürohm nur wegen Ihm allein/ und zu seiner Ehr leben/auch seine Gebott treülich halten wollest- Er hat hindan gesetzt das Leben seines Leibs/ damit Er tonte erhalten das Leben/welches Er hat in der See! eines Gerechten; Hüte dich dann / und willige nie- mahlen ein in ein Todtsünd/ welche Christo wiederumb entziecht / was Er mit seinem Bluet so theuer erkaufst hat. Gebett. £) JCsu mein Heyland / wel. cher du für das Heyl meiner Seelen an dein Kreütz bist ge- schlach- 190 Die n. Betrachtung schlachtet/ und deinem Himmlü g schen Vatter geopsseret wor- h, den! Ich strecke me-ne Arme n anst dich empfangen / und dir k, nach so veel außgestaudenen Ar, u bett und Schmechen ein Ruhe- n statt/ und Herberg in meinem li Hertzen zu machen. d> O JCsu mein Erlöser ! jetz g> bist du wahrhafftig ein verbor- b, gener Gort / welchen fast nie- d> mand erkennet. Nun bist du/ tt was du hast wollen seyn/nemb- se lich ein hart geschlagenes/ und se in der Erden eingegrabenes ei Wattzenkörnlein/ welches nach lt wenig Lagen wiederumb grünen/ und hervor kommen wird. lr L) glückseliger Joseph / wel- g, chem Gott ein so grosse Scham so ckung / und Gnad vergunnet! w L) Heil.Händ/welche den Leich- te namb JCsu von demAreütz ab- tr genorm ___ deß §alvari-Bergs. 191 M genommen/ undindieSchooß m der heiligsten Zungftauwen sei- me «er Muetter gelegt! Ein ver- dir kehrter / und seines Nahmens llr- unwürdiger Khrist ist derjenige/ he- welcher sich wargeret/diesen hei- em ligsten Leichnamb auß den Handen eines Priesters zu empfan- etz gen / und in seinem Hertzen zu >r- beherbergen ! Glückseelig aber je- der jenige / welcher denselben u/ würdig empfanget; Massen die- b- ser Göttliche Leichnamb alsdau ^ sein eigen ist/ aus Gnaden nit es eines Pilati/ sondern deß HM- ch ltschen Vatters. ü- Ö mildreiches Lamb Gottes/ d. welches für unsere Sünden ist !l- geschlachtet worden l Weilen du lr- so grausamblich bist gebunden t! worden von den Henckers-knech- )- ten/ hast du verdient anjetzo zu ^ tragen den Scepter der Gott- ^ heit; D ie ii. Betrachtung heit; Weilen du mit Dornen la gecrönet/und mit Speichle» ver- ^ fd wüstet worden/hat man dir anst ni gesetzet die Krön der ewigen Jr Glory; Weilen du an den dr schmählichen Galgen deß Krem de tzes gehafftet worden / hast du • fd bestigen den Thron deines Vat- E ters ; Weilen du mit so viel ui Verfluechung - und Gottslaste- C rungen beladen worden / loben gl und benedeyen dich alle Areatw iß ren ; Weilen du für das Heyl m aller Menschen gestorben/w ist iß es billich/ daß du in aller Mem zr scheu Hertzen allein lebest / und la alle Menschen für dich sterben w sollen. Stehe mrss «nein Ehre/ lö stehe «ruft mein Psalter und Harpft vl fe. pstrl. Z 6. Kome hervor auß th diesem Grab; dann das Hauß di deß Todts/ kan nicht seyn eine 8! Wohnung deß Lebens. Ver- C -eßAalvari-Bergs, 193 neu lasse doch diese steinerne und ct* schröckliche Felsen-Höhle/ und lust ntmme dein Herberg in meinem gen Hertzen / welches nunmehro )en durch die Bueß erneüweret/mit eck dem Geruch der Tugenden ge- du • schmücket / sonderlich aber Vkr ad Gedult/welche als ein Myrrhen >iel und Aloe allezeit lieblich vor sse- Gott riechet. Mein See! sitzet >en gleichfamb in der Vorhöll / und tu- tstumbgebenmitderFmsternuß chl und Schatten deß Lodts/und ist ist in Gefahr in die undere Hölk w zu fallen / wann du mein Hey- nö land dieselbige nicht darvon been wahrest. Komme <0 mein Er- •e/ loser/ komme und errette mich von der Dienstbarkeit deß Sa- !iß thans. Zerstöhre den Gewalt nß dieses Höllischen Tyrannen, ne Wirffe auff meine Seele die r- Strahlen deß jenigen Liechts/ 194 Dien. Betrachtung _ welches alle Finsternuß vm J treibt. Zerreisse die Eisen deß Leüffels/mit welchen ich ange^ ^ faßlet/als ein leibatgner Knecht Ä ihme bißhero gedienet. Ach ^ mache mich theilhafftig deiner W, Glorwürdigen Ausserstehung. ? Reisse meine See! auß demjeni» geh gen Grab/in welchem sie under dar den Todten schlaffet. Meine Ch Lesizen ftynd froh / daß ich dir ^ Lobfing/ und meine Seel/ die d» ^ JJJ erlöste hast. ps 70. vbungen und Lehrstück. seil K^Edencke vielmahl / daß du auß ^der Zahl derjenigen seyest/welche Zr wie St.Paulus sagr/der Welt seynd abgestorben / und kein anders Leben M sollen haben/als in G-Ott. Das ist S je gewißlich wahr/seynd wir mit f Ihm gestorben/werden wir auch E mit Ihm leben. Helffen wir Ä mit leyden/werden wir auch mit ' herrschen. 2.Tim.r.». Aalvan-Vergs. J 95 ixt Wann man dich verachtet / und eß also zu rede»: mit Füssen tritt/so bilde .JJ dir ein du seyest todt / und der Welt Z abgestorben. Ein todter Mensch ^ empfindet nichts mehr / und leydet ™ ohne Widerred alle Schmach und tt Unbild. g. Wann du zu der Heil. Comunio» ch gehest/so halte darvor/daß deinHertz er das jenige Grab seye/ in welches man nt Christum legen werde. Bereite für lir Iyn ein weiß und saubere Leinwat/ i das ist/ ein reines Hertz; wie auch den Geruch allerhand Tugenden Ih- me;u Gefallen. Verbirge dich m seine Heil. Wunden/und in allen bei, >ß nen Anfechtungen nimme allda Pein )t Zuflucht. ,d Weiche niemchlen ab von der n Mutter G-Ottes; wann ihr lieber st Sohn dir in deinem Gebett und Heil. Übungen allen Trost entziecht/ r. so seye nit kleinmüthig und unqlau- ; big/ wie viel auß den Jüngern Chri- t sti gechan/ sonder verbleibe stand- hafftig, ?9§ Die n. Vetrachkung hafftig/ und warte mit Gedult biß > Er in deinem Hertzen wiederumb hjj aufferstehet/und seineGnadenstrah- ^ rfw len von neüivem sehen lasset. <4 Steige mit der Seei deines Er- d lvsers in die Vorhöll / und benrühe S" dich eine Seel auß dem Fegfeüer zu «rlösm. Du wurdest dardurch gleich» ich samb ihr Heyland und Erlöser seyn. üe Beschluß. dir Andächtige Gebett / oder Bitt ! Ä zu den fünff Wunden IEsu 1 ™ Christi. ™ £) HErr IEsu Khriste/ich bitt L dich durch die Lieb/mit wel- l J e cher du die Wund deiner rechten j Hand empfangen/ und so uit* .. erträglichen Schmertzen darin» ^ gelitten hast; du wollest mir § verZeyhen was ich mitVerrich- K tung böser Wercken gesündiget W hab. » e i o deßMvarl-Vet'gs. 79 / 5 1 «O HErr JEsir Mriste/ ich ^ bitt dich durch die Lieb/mit wel- ^ ' cher du dieWund deiner lincken - Hand empfangen/und so bittern ^ Schmertzendarin gelitten hast/ ^ du wollest mir verzeyhen was h- ich mit Underlassung guterWer- n. cken gesündigethab. -O HErr JEsu Khriste / ich bitt dich durch die Lieb/ mit wel- .j cher du die Wund deines rech- " , ten Fuß empfangen/und so unmenschlichen Schmertzm darin gelitten hast/du wollest mir ver- ? zeyhen was ich mit bösen Gan- ^ ! gen gesündiget hab. " O HErr JEsu Meiste/ ich ^ bitt dich durch die Lieb/ mit wel- jx cher du dre Wund deines lincken h f Fuß empfangen/und so unaus- ^ wrechlichen Schmertzen darrnn gelitten hast/ du wollest mir ver- 0 ' zeyhen i9§ Die ir. Betrachtung zeyhen was ich mitUnderlassung P guter Gang gesündiget hab. * <€> HErr JEsu Khriste / ich Litt dich durch dieLteb/mit wel» cher du deine Seyten hast lassen v, eröffnen/und BlueL und Wasser darauß wollen vergiessen / du wollest mir verzeyhen was ich mit bösen Gedancken und Begierden meines Hertzens gesündiget hab/Amen. ENDE. SS Anhang. Geistliches Vhrwerck Wsndem Äydcn LHrtstt/ Und wie solches zu richten/und zugebrauchen» ZiUß Älen verdienstlich und Gott- ^ gefälligen Wercken ist kein ver- dienstlichers und Gott wohlgefällir gers Merck/als diestäte und danck- vare Gedachtnuß deß bitteren Ley- dens Christi IEsu. Dise von dem mit so großem Werth seines Göttlichen Lebens / und Tvdts auff dem Ealvari-Berg / und mit so gwsser Liebe und Schmertzen erlösten Menschen zue erhalten/"und unvergeßlich Zue machen/hat Christus der HErr nicht allein das Hochheilige Sakrament deß Altars/ und Heilige Meß- Opffer zue ewiger Gedächtnuß eingesetzt / sonder Er hat auch wollen leyden an allen -Orthen ; von allen Menschen; durch allerhand Jnstru- X menten; al «£ »el m ol U ge w r. menten; in allen Stunden deß W bentÄ/der Nacht/deß Morgens/ und, deß Tags; damit alle Stund; alle Menschen; alle Znstmmenten; alle Oerther; ja alles was uns vor dieAu- gen fallt/seiner unaussprechlich - und unbegreifflichcr Liebe md Schweren uns erinneren / und niemahl vergessen lassen. Frome/und nn Geist geübte Seelen wissen sich dieses Heil. Exercitij nützlich zubedienen/und v>r« allen Orthen wo sie seynd/ und von allen/was sie sehen ein Heil. Gebart ft cken deßbitterenLeydens zu schvpffen. g, Den Einfältigen aber/und in Geist!. Sachen nicht sowohl geübten Menschen ist solches schwär. Den aller- ärmisten aber und einftiltigisten Seelen ist das allerleichteste und nutzlich- ste/auff das wenigste alle Stund mit einem einzigen kurtzen und hertzlichen Gedancken sich dessen zue erinneren/ was Christtls der HErr in selbiger, Stund gelitten habe / weil Er ein vollkonmesUhrwerck v')n 24. Stunden bey Tag und Nacht mit seinem Heil. Leyden außgenracht / welches % als ein köstlich - und Kunstrei^eS rnd Halß-ührlein ohneKosten und Mühe alle jeder ärmbste und einfältigsteMensch alle mit höchstem Nutzen seiner Seelen Am ohne einzige Verfaumnuß seiner Ar- and best brauchen kan; wann er nur kölner- genden kurtzen Bericht beobachten vev wird. A Bericht / wie das Uhrwerck zu ^8 richten/und zugebrauchen. vo» r. Alle frome Christen pflegen Gott- >«*> seelig zu Erlangung eines glückseeli- fen. gen Sterbstündkems so offt die Uhr istl die Stunden schlagt/ ein Heilig Ave rew Maria zu betten; Bey disem kan die ller- Stund deß Uhrwercks ohn einigeVe- ~cw schwärt/ wie die Gehrnnbmrssen deß lich Heil. Rosenkranzes gebraucht / und- mit nach dem Heiligsten Nahmen IEsus chen beygefttzt werden: v. g. lind gebene- cen/ deyt ist die Frucht deines Leibs JE- iger, sus/welcher umb 7. Uhr von dir/sei- ' em ner liebsten Mutter/seinen Kindlich- tum und betrübtesten Abscheid genomen; nem Heilige Maria Mutter Gottes rc. w 2. Wann man aber ein mehreren Nutzt« von distt Geistlichen Uebung Ziechen wiss/ist nothwmvig/daß da- Geheimbnuß ftlbiger Stund und« disem Heil. Gebett hertzlich bedenck, und bewachtet werde; nit als wann es vor tausend/ und so viel Ändert Jahren geschchen wäre/ sonder als wann es erst jetz/ zue/ und in dich Stund m Gegenwart / und vor den Augen geschähe/ und gesehen werde g. In vorgemeldter 7. Stund gv dencke/sthe/ höre/ betrachte/ wie JE- sus ein so unschuldiger/lieber/ Göttlicher Sohn von Maria einer fb be- trübten/trettwen/ltebreichen/undm vergleichlichrn MurLter Abstheid und Urlaub Mme. was verlast JE- sus? S was verlast Maria in diser Stund wegen dir t O mein Seek! was wilt du dann / oder was sollest du dann wegen JEsu und Maria nit auch in diser Stund verlassen/was? nb. das/das rc. Also solle zu allenStunden etwas/ das der Heil. Geist einem jeden eingeben wird/vorgenommen werden zu Ehren/und auß Liebe der Schmertzen Christi in selbiger Stund auch etwas auets C d, ir t< n «s d st n d u h d st b v st r r i i i ( l jmi Guets zu thuen/ oder Böses zue un- derlasscn/nach demExempel deßUri« in dem anderen Buech der Königen E ii. Joab nretn Herr / sagte dert er / ligt auff dem Erdboden/ und als ich soll gehen in meinHauß/essm ich und trincken/ rc. Also sage du: de« JEsus mein HErr leydt für mich rde. dise Stund re. und ich soll wegen JE- gv su dise Stund nit teyden rc. W ^ O wie wird es dich alsdatt in der-' ött- nsm Sterbstündlein ftemven / wann be- du alle Stundmir so Heil.Begierden W und Werckm wirst zugebracht ha- den; dtmn eine auß Visen 2^. Stum W den wird seyn deinSterbstund. Erst^ schröcklich wurde seyn/ wann du sterbet. den svlteff in der jenigen Stund/ in test welcher du dein Lebtag die gröst/und mt schwerste Sünden begangen; Trost- >v. reich hingegen und überglückftekig wird es seyn/ sterben in einer solchen ,*/ Stund / welche du den Tag deines Lebens allzeit mit jo grosser Andacht/ rmd Gottseeligkeit zugebracht hast. ^ Es wird Christus in deiner Sterb- >as stund alsdann deiner gewiß nit ver- itt X 3 gessm/ gegen / wann du seiner / und fernes' Heil. Leydens kein Stund vergesien wirst. So nime dann drß köstliche >! Uhrwerck Christi/ und gebrauche es i zu Gottes Ehr / und deiner Seelen Heyl. Vhrwerck. Abends umb 7. Uhr. Ave Maria. ^Esus/wekcher umb 7. Uhr/ ehe Er für uns in den bitteren Todt ge- , gangen/von dir seiner liebsten Muet- > ter fein leksten/Kindlichen / und betrübten Aoscheid genommen/und in ; , diser Stund seinen Jüngeren die Füß , gewaschen hat. Heilige Maria rc. j' 8. Uhr. Ave Maria. KEsus / welcher umb 8. Uhr sein 1 f^v letzte/und kiebreicheste Predig zu j < seinen Jüngeren gehalten/und in die- > > ser Stund das Hochheilige Sacra- ^ ment deß Altars eingesetzt hat. Hei- ; ' ligeMarra rc. 9. Uhr. Ave Maria. > ^Esus/welcher mnb 9. Uhr mit sei- i <5 nen Jüngeren das Lobgesang ge- fprochen/und in diser Stund in Gar- - tenGethsemani gangen ist.Heiliqerc. 10. Uhr. to. Uhr. DveMM KCsus/wctcher umb i. » llhs si'MM Himlischtn Vatrer zum dritten- ' mahl aufffeinem Angesicht gebettcn/ und indiftrStund gesagt hat/Mein Vatter/so es möglich ist/jv laßdiserr - Kelch von mir gehen; doch nik wie ich will/sonder wie du wilt. Heiligerc. ei. Uhr. Ave Maria.. ^Esus/welcher umb u. Uhr ange- '»v fangen sich zubetrüben/ fürchten/ und traurig werden / und in dieser Stund vor Todts- Angst das BIuet geschwitzt hatt Heilige Maria rc. 12» Uhr. Ave Maria» ch^Esus/ welcher umb 12. Uhr vonr Judas mit emem Kuß verrathen/ und in dieser Stund von den JudM gefangen geführt worden durch dm BachCedron» Heilige/tt i» Uhr. Ave Maria» K Eins/welcher umb i. Uhr zu Amur ^ geführt/und in diser Stund von dem Diener deß Hohenpriesters denk Backenstreich empfangen hat. Heil.rr 2. Uhr. Ave Maria» KCsus/ welcher umb 2.Uhr zu dem ^ Caipha geführt / und in dieser X 4 StUNS Stund von falschen Zeügen angeklagt worden. Heilige Maria rc. z. Uhr. Ave Maria. KCsus/ welchen «mb z.Uhr Petrus dreymal verlaugnet/und welcher in dieser Stund Petrum vatterlich wiederumb angeschaut hat. Heil. rc. . 4. Uhr. Ave Maria. ^kCsus/ welcher umfr* Uhr von -iy den Soldaten verspeyt / und in diser Stund BackenstrcLch/ Gespött/ und entsetzliche Schwachen gelitten hat. Heilige Maria rc. 5. Uhr. Ave Maria. KCsus/welcher umb s.Uhr für den ^ Jüdischen Rath gestellt/ und in dieser Stund als ein Gotkslasterer deß Todts schuldig erkennt worden. Heilige Maria re. 6. Uhr. Ave Maria. KEsus/welcher umb 6. Uhr dem Pn i ^ lato übergeben»/ und in dieser Stund zu allen falschen Anklagungen stillgeschwiegen. Heilige Maria rc. 7. Uhr. Ave Maria. KCsus / welcher umb 7. Uhr vom Pilato -u Herode geschickt /und in in diserStund vonHervde/und stv nem gantzen Hoff in einem weifen Kleyd verß-ottet worden. Heil. rc. 8. Uhr. Ave Maria. lAEsus / welcher umb 8. Uhr Bar, -s rabbce nachgesetzt/ und in dieser Stund von allem Vvlck jum Todt deß Creützes begehrt worden.Heil.rc. 9. Uhr. Ave Maria. KCsus/welcher umb 9. Uhr gegaiß- ^ let/mrd in diserSwnd mit Dornen gecrönt worden. Heilige rc. ; iö. Ubr. Ave Maria. Todt begehrt / Md in dieser Stund von Pllato zu dem Todt deß Creri- tzeS verdambt worden. Heilige rc. n. Uhr. Ave Maria. KEfns/ welcher umb n. Uhr zwi- -S schent zweyen Schacheren zu der Schädelstatt außgeführt/rmd in dieser Stund das schwäre Creütz getragen hat. Heilige Maria rc. r2. Uhr. Ave Maria. KCsus/tvekcher umb ra. Uhr an das Crelltz genaglet / und in dieser Stund gecreütziget worden. Heil.rc. )(5 -.Uhr. i* Uhr. Ave Maria. <^Esus/ welcher umb r. Uhr von den Juden und Heyden/ auch von dem Schacher am Creutz verspottet worden/und in dieser Stund für seine Feind gebetten / und dem gueten Schacher das Paradeiß versprochen hat. Heilige Maria rc. 2. Uhr. AveMaria. «^Esus/ welcher umb 2. Uhr dich ^ sein liebe Mutter Joanni/ und Joannem dir befohlen/und in dieser Stund auffgeschrarrwen hat: O mein G-Ott! L) mein GL)tt! warumb hast du mich verlassen? Und: Ich dürste. Heilige rc. z. Uhr. AveMaria. KEsus/ welcher umb 3. Uhr auffge- schrauwen/ daß nun alles vollendet seye; und in dieftr Stund mit grossem Geschrey/ und Schmertzen seinen Geist in die Hand seines Him- nschen Vatters anbefohlen/ aussge- geben/und gestorben ist. Heiligere» 4. Uhr. Ave Maria. KCsus/dessen Heiligste Scytenmit einem greulichen Speer eröffnet/ und Jtt ch ’» Ä i M » I ch w er 0 -» . ♦