Der wichtigste cdanckcn ^ eines gewissenhaften un ih-. er? lisch- Wßrikens: Ich will mich um meine ewige Geeligkeit bemühen: Oder Ulmüthige Nrkläruttg / Warum Ein jeder Christ um sein ewiges Seelen-Heyl, und ewige See- ligkcik sich eifcigist bemühen solle. Denen ihrerSeel und SeeligkeitVer- gessenen ru heylsumer Wahrnung, und ttösilicher Ermunterung gegeben. Nebst sechs trostreichen Ermunterungen zu reumülhrger Bricht. Mit Erlaubniß der Oberen. Gedruckt, m» Fürstlichen GOttShauß St. Gallen, r?75. Anmerkung ist in der Wahrheit höchst, schnierzlich zu ? behalten, das viel Menschen / auch unter denen Christen gefunden werden / welche ehender aus l der Weit gehen, als daß sie wissen/ warum sie in die We t kommen seynd: Weil sie um nichts wenigers sorgen - a!s um ihre ewige Stetigkeit, da doch wir Menschen nur darum in die Weit gebohren werden, . damit wir hier in der Zeit GQtt diene»/ und in der glückseligen Ewigkeit ewig selig seyn sollten. Viel § auch aus denen nachlässigen Christen vergessen ihrer s Stetigkeit so entsetzlich / daß sie wenig oder nicht eh, ^ rnder daran gedruckt! , als da ihnen der Tod die Augen schliesset. Viel und gleichsam der mehriste Theil ^ achten ihre ewige Sceligkeit dergcstalten wenig, baß l > sie solche um eine augenblickliche Sünb j» verliehrcn kein Bedrucke,i tragen. Die UnglückieUchste aber seynd jene, welche alle Hülfs, Mittel zur Seligkeit . verachten, ymsetzllch/ und ftcywiliig in Sünden ster« , den, und verderben. Daher» der d» diese wenige Bläktlein jetznnd in Handen haltest, crwege dieses ^ wichiiqller, hieriun erklärten Gedancken / und sage ^ mit Freuden : Nnnmchro will ich mich um mein« l Sceligkut eifriqist bemühen, es ksste, was es wolle, ob gleich ich d>8 in leisten Welt > Wincke! durch die Dör-nr Wille kriechen Der Himmel ist alles werth. ^ ES gcschihet dem Guten nicht zu viel, wann ich nur' in Himmei komme, und ewig selig werde. de» uis die eis vir n, -er Ziel ! rer eh, !iu. -eil laß rcn der keit 'er, ige «ca iige in« lle, die ?ih. mr Gc;) s ^v>-> l^V^- Erste Abtheilung. Wichttgiste Uchuldigkeit U M Sein eigenes und ewiges Seelen-Heyl. §. i. ' Ich will mich um meine ewige Seeligkrit bemühen , weil ich da, rum erschaffen bin. ^Ene Menschen leben umsonst m der «v) Welt, und wäre besser, sie hätten in der Welt niemahls gelebt, welche gleichsam nicht wollen ew»q selig werden, sondern aus eigner Boßheik durch sündhaftes Leben des ewigen Lebens sich sechsten berauben. Ein sündhaftes Leben ist mehr einem Tod oder lebendigen Todten, als emem Lcbe» zu vergleichen. Nichts ist süsser in der A 2 Welt, H ( r) G Welt, als das Leben, obschon man in hüuffigen Elend leben muß. Man lasset sich brennen und schneiden, das Elend , volle Leben auf wenige Iühr- lein zu erhalten. Wann aber ein Mensch sein zeitliches Leben auf tau, send Jahr lang, in allen erdenklichen Freuden könte verschieben, wer wurde es ihm selbst zu Lieb nicht thun? Nun aber kan ich mir mit leichter Mühe durch die Gnade GOttes das ewige Leben, wann ich will/ verdienen, und solte ich ein Bedenken daran haben, mich darum zu bemühen? Was kann glückseligers ersonnen werden, als ewig in unendlichen Freuden leben, und in Ewigkeit keinen Tod fürchten? So lieb als mir mein Leben ist, will ich mich um das ewige Leben ^ bemühen. Es ist nicht zu viel, tausend bitterste Tod zu leyden, und dadurch ; das ewige Leben zu kauften. Vorsatz. -Llcs,was mich von meiner See- ^ tigkelt kö te abhalten/ will ich ' auf alle erdenkliche Weiß meyden. ^ K (^ ) A 5 Ich will ernstlich nachsinnen, was , mich bißhero von meiner Stetigkeit > hat abgehalten / und was mir zu mei- ^ ner Seeligkeit helfen könte. Ich will ? jenes mcyden, und dieses thuen : Ich will meyden/ was in die Hüll bringt, und leyden/ was in Himmel bringt. §. n. Ich will mich um meine ewige Seeligkeit bemühen, weil ich im Himmel ewige Freuden gemessen werde. HjUAn kann ungezweiffelt glauben, es seye kein Mensch in der Welt der nicht lieber lebe in Freuden, als in Leys den. Man siehet täglich, wie die Menschen sich bemühen, damit es ihnen in diesem zeitlichen Leben sollte Wohlergehen. Nun! ob gleich ich mir alle Freuden , Glückseligkeiten, Schönheiten, Reichthum, und Ehren der Welt einbilde , so ist doch dieses alles viel weniger, als ein flüchtiger Schatten gegen jenen Freuden, Glückseligkeiten, und Schönheiten des Himmels, die ich m Az Ewig- 6 Kct) G Ewigkeit / und ohne End gemessen werde, wann ich mich > m meine SeeligkeiL werde eiferig bemühen. Warum habe ich doch so oft eine augenblickliche Freud in der Weit gesm. chet, da ich doch im Himmel ewige' Freuden haben kann? Sollte ich gegen mir, und meiner See! so grausam seyn, und mich selbst der unendlichen Himmels - Freuden berauben ? mich selbst ! ausschlössen? meine Seeligkeit, rve- l mg oder nichts achten ? verachten? ^ " Vorsatz. ! ^Ene Leut will ich für meine arg- ! stc Feind halten/ welche mich zu einer Sünd anführen wollen / ob- j schon solche meine beste Freund wä- ^ ren / weil sie mich um den Himmel / 7 um See!, und Seeligkeit zu bringen suchen. Ich will niemahls vorsätzlich ^ in eine böse Gelegenheit gehen, damit ich meine Seeligkeit/ und die ewige Freuden des Himmels zu vcr- .! liehren/ mich in keine Gefahr setze. 7 il >- j l- ie c- Sf-t) Ä §. m. Ich will mich um meine ewige See- ltgkeit bemühen/ weil meine See! nach dem Ebenbild GOttes erschaffen/ und unsterblich ist. könte von meiner Seel mehr gesagt werden/ als daß sie ein Ebenbild GOttes, und unsterblich ist? Wie? sollte ich dieses theure Bild in abscheulichsten Wust der Sünden selbst hinein werfen ? oder lange Zeit darinnen liegen lassen ? Wann ein Perlein oderKleynod auf die Erden gefallen/ wie sorgfältig wird es gesucht/ und aufgehoben , warum ? es ist ein theurer Schatz, an welchem viel gelegen ist. Nun trage man zusammen alle Schätz und Kostbarkeiten der Welt/ so w»rv doch dieses alles zu gering und verächtlich seyn gegen einer unsterblichen See!, als einem theurem Ebenbild GOttes, welcher auch alle erdenkliche Schönheiten in der ganzen Welt welchen müssen. O meine Seel ! O theure Brlonuß ! vielmehr will ich dich lieben, als tausend Leben/ weil ich um dich za erhalten auch tausend Leben zu geben kein Bedenken trage. A4 Vor- r O ( -t ) O Vorsatz. ^ ^Ch will meine Lebens - Besse- i ^ E rung niemahls verschieben ,da-.^ . mit meine unsterbliche See! nicht in ^ Gefahr der Verdammnuß gerathe. ' Dahcro will ich durch reumükhige . ; Beicht (absonderlich / wann ich mit einer schweren Sünd in meinem Ge- ^ wissen sollte behaftet seyn,) mich mit dem beleydigten GOtt bußfertig versöhnen , und meine Seel in Sünden nicht lang ligen lassen. ) ! §. IV. z - Ich will mich um meine ewige See- ! ltgkeit bemühen, weil meine Seel von ^ dem Sohn Gottes selbßen so ^ schmerzlich erlöset worden. ^Ollen dann dle so schmerzliche Wunden, so theures Blut, so bitterer Tod des ewigen Sohn GOt- tes an meiner Seel ewig verlohrs seyn? welches gewiß geschehen wurde, so fern ich nicht solle selig werden, und mich um ! c-t-) meine Seeligkeit nicht weite bemühen. Weil alsdann das bitteriste Leyden und Sterben Christi mir zu grösserer Verdammvuß wurde gereichen. Wann einem Vatter sein inniglich geliebtes ie . Kind aus den Händen gerissen/ und in einen brennenden Feur-Hfen solte geworfen werden, was wurde ein getreuer Vatter sagen? mit welchen Augen wurde er einen solchen Kivder- Mörder ansehen? Was wird aber der liebreichiste Erlöser Christus IEfus (da ich in letztem Gerichts-Tag meine Lebens - Rechnung werde machen müssen ) von mir sagen, wann ich solte meine Seel durch sündhaftes Leben in die Höll werfen? welche er unendlich liebet, und ihn so viel blutige Wunden gekostet hat? Das soll in Ewigkeit von mir nicht geschehen. Vorsatz. 'Eine eigene und einzige Seel will ich hinfüro in so hohen ' Werth halten, daß ich sie um alle ! Reichthum der Welt nicht wolle ver- ^ sichren. Ich will niemahls verges- 4 A 5 ftn, rö ( t) sen, wie theurund schmerzlich sie von Christo ist erlöset worden. In Gefahr und Gelegenheiten zu sündigen will ich mich selbst ernstlich anreden: wie wird es aber meiner Grei ergehen ? §. V. ^ , Ich will mich um meine ewige Stetigkeit bemühen, weil ich in der Höll ewige Peynen zu fürchten habe. ItCH! wer hat Vernunft, und förch- ^ tet sich nicht, als oft er auch nur das geringste von der Höll höret, in welcher jene unglückselige Christen auf ewig brennen, so sich um ihre ewige Seeligkeit nicht bemühet haben? Wcx wolle um eine ganze Welt zu gewikren, sich in ewige Flamen, in ewigenBrarrd, in ewige höllische Gefängnuß, in ewige Feur - Gruben nur auf etliche Augenblick hinein werfen ? Wie bald beklage ich mich, wann ich auch nur etwas geringes zu leyden habe/ und wie solle ich mich ftlbsten in ewige Peynen so blind hinein stürzen? da doch im Hiiml ewige Freuden mich erwarten? Wann H ( t ) G " Wann ich mir vorstelle alles, waS in der Welt schmerzliches ist, oder seyn kann, oder was alle Menschen gelitten - haben/ und annoch lryden werden, so ' ist doch alles wenig, oder nichts zu ach- ^ ten gegen denen höllischen Straffen; - und ich soll mich darfur nicht sörchten? mich nicht bemühen? damit ich nicht hir - nein falle, allwo ich ewig unter denen ' Verdachten müßte ligeu, und lt yden. Vorsatz. >Ann ich hinfüro etwas schmerzliches werde leyden müssen, so will ich gedenken: Wann ich dieses solle ewig leyden, wie konnte ich es ausstehen? so will ich mich dann Lag und Nacht bemühen, damit ich selig werde. Wann ich den Himel nicht wolle lieben, so muß ich doch die Hüll fürchten, welche mit ihren Pcyncn erschrecklich und ewig ist. §. n. Ich will mich um meine ewige See- A 6 Ug- O ( t ) A ^ ligkeit bemühen, weil meine verlohrue Seeligkeit mich in Ewigkeit wurde schmerzlich reuen. OS ist zwar schmerzlich anzuhören: ^ selbst gethan, selbst behalten; a- 1r ber noch schmerzlicher ist die spate Reu, welche zwar nicht hülst, dannoch das Mark in Beinen verzehret, und alle Augenblick an einem betrübten Herzen schmerzlich naget; ich hab es selbst in der traurigen Erfahrnuß, wie bitter die spate Reu gewesen, wann ich in zeitlichen Würthschafts - Sachen etwann ein Glück oder einen Gewinn verrohren hab. Nun will ich mit mir die Rechnung , machen: Wie schmerzlich es mich in E- wigkeit wurde reuen, wann ich aus eigener Boßheit nicht solle selig werden. I Was wurde ich nur gedenken, wann ^ ich sehen solle jene himmlische Krön, die mein wäre gewesen, jene Freuden, die ich hätte können gemessen, jene Glückseligkeiten, die ich hätte können ewig haben, und ich müßte in denen höllischen Flammen ligen? Es lasset sich kein Augenblick zurück ruffen - was ein- 4 O ( ) O rz einmahl geschehen, bleibet ewig geschehen. Die spate Reu machet keine Linderung der Peynen, sondern es verbittert das ewige Unglück alle Augenblick mehr und mehr, welches ich mir durch 1» sündlichrs Leben sechsten auf den Halst ziehe. Vorsatz. ^Eil ich ohne reumüthige ' Beicht, nachdeme ich auch nur in ein einzige schwere Sünd gefallen/ nicht selig werde/ so will ich alle meine Sünden reumüthig beichten / und die Zeit meines Lebens wissentlich kein schwere Sünd in der Beicht verschweigen/ weil ich dadurch im letzten Gerichts-Tag vor der ganzen Welt nicht allein wurde zu Schanden werden/ sondern müßte auch in der Hüll wegen ungebeich- ten Sünden ewig brennen. Ich will mir selbsten diese tröstliche Büß auflegen/ daß ich alle meine begangene Sünden reumüthig wolle deichst 7 ten. -4 O ( t ) O ten. Ich will ernstlich bedenken: Habe ich mich nicht geschämt zu sündigen / so will ich mich auch nicht schämen zu beichten. § vn- Ich will mich um meine ewige Stetigkeit bemühen, weil sonst niemand für meine See! sorget. A^Er wird meiner Seel Gutes thun, wann ich es sechsten nicht thue ? In so grosser Wichtigkeit, welche mein ewiges Seelen-Hrpl anlanget, kann ich mich auf andere Leut nicht verlassen, obgleich solche die beste Freund gegen mir sich erweissen. Wer wird vor dem strengen Gericht GOttes für mich und meine Seel reden? Wer wird meine Sünden - Schulden bezahlen , als ich ? Wer wird für mich leyden, was ich verschuldet habe, als ich ? So ist es ja billich, daß ich selbst für meine einzige, und unsterbliche Seel Sorg trage. Ich mache mir öfters die Einbildung, als versorge niemand besser meme zeitliche Sachen, als ich, darum fallt O ( 5 ) O i5 j fallet es mir schwer, wann ich es solte - aus meine» Händen lassen: Wie aber kann ich gleichsam so unsinnig seyn, daß ich um daß allerwichtigste, an welchem mehr, als an der ganzen Weit ^ gelegen ist, daß ist, mein ewiges Seelen - Heyl, gleichsam kein Hand will anlegen? und also aus der Acht lasse, als grenze eS mich nichts an, oder als . wäre meine See! mein ärgster Feind? Vorsatz. ^Ie Sünd will ich mehr fürchten alsdenTod selbsten, und will niemahls einem Menschen zu gefallen den iiebrcichisten GOkt beledigen / weil ich nicht weiß / ob mir GOtt diese Sund / welche ich bege- 4 hen wolte, wurde verzeihen, oder ob ich die Gnad haben wurde reu- müthig zu beichten. Ich will diesen ernsthaften Vorsatz täglich crneuren: Nichts in der ganzen Welt will ich also fliehen/ und fürchten/ als die Sünd. r §. vm. »6 G ( 5 ) O §. VIII. Ich will mich um meine ewige See- ligkeit bemühen, weil in der Welt alles vergänglich ist. will wohl bedenken das Wort vergänglich; und darum will ich mich mit diesem, was vergänglich ist, nicht befriedigen lassen. Was hälft es dem Menschen, ob gleich er die ganze Welt gewinnet, an seiner Seel aber Schaden leydet ? Wie viel ligek jetz- und in ihren Todten-Gräbern, und seynd in eine lange Vergessenheit kom- ! meo, welche vorhero bey der Welt hoch angesehen waren? Wie viel haben grosse Reichthum zusammen getragen, welche jetzund andere besitzen? Wie viel haben sich selbst betrogen, da sie sich um die ewige Seeligkeit nicht bemühet , und darbey auch die zeitliche Glückseligkeit verlohren haben, daß sie also mit leeren Händen müssen in die Ewigkeit fahren. Da ist gewiß kein Gewinn, wann man die ewige Seeligkeit verliehret, ob > gleich man tausend Welt hätte gewon- ; nen. t K ( 2 ) A »7 neu. Wie wurde es mir ergehen, wall ich mich nicht wolte um meine Seeligkeit eifrig bemühen, und treulich anrieh, men, weil ich von GQtt verworfen, unter denen Verdammten müßte ewig unglückselig seyn? -0 unglückselige E- wigkeit! wie bist du erschreckich/ und wirst gleichwohl so wenig geforchten! Vorsatz. jemahls will ich das Herz von zeitlichen Eitelkeiten einnehmen . lassen, sondern gedenken: Wann mir eine zeitliche und vergängliche Freud ! also gefallet/ wie werden mir die e- ^ wige Freuden im Himmel gefallen, - um welche ich mich treulich bemühen i Win. ? §' IX. - Ich will mich um meine ewige See- r lrgkeit bemühen, weil ich getröstet l sterben werde. ! ?V)Ach gethaner Arbeit ist gut ruhen, l Wie getröst gehet mau von der z Arbeit zu dem Lohn, nach dem Streit ' zu -8 O ( 5 ) A zu der Krön. Wie ein süsser Gedanken bey einem sterbenden Ich werde in Himmel gehen / und ewig selig seyn, um welches ich mich in immer Lebenszeit so eifrig bemühet hab. Nur jene haben den Tod zu förckten, welche der ewigen Seeligkeit vergessen, ihre Lebens - Jahr in Sünden verschwendet, und von dem Todbethlein in die unglückseligste Ewigkeit, und ewige Unglückseligkeit fahren müssen. Diese seynd an Leib und See! unglückselig, da der Leib im Grab von Würmern verzehret wird/ und die See! im Feur und Flamen der Hüll ewig ligen muß. Jene aber/welche sich um ihre Seeligkeit bemühet haben/ werden mit Freuden ihre Augen im Tod schließen/ und tröstlich sagen kosten: Wie haben, da w r lebten, daß unserige gethan, jetz- und da wir sterben, gehen wir mit Freuden davon, fragt ihr wohin? von zeitlichen Leiden zu ewigen Freuden. Vorsatz. ^Ch will mich öfters erinneren : E was mich im letzten Todbethlein K ( 5 ) O -9 l lein käkite trösten, oder betrüben, ^ und darum will ich öfters mein Ge- ! wissen erforschen, und mich selbst zu ! Zeiten fragen: Ob ich nicht vielmehr s meinen müheseligen Leib, als mein unsterbliche See! liebe? und ob ich i nicht meine See! auf ewig zu verlieh- ^ ren in Gefahr lebe? ! H. X. ^ Ich will mich um meine ewige See- ! ligkeit bemühen, weil ich mich bishe- i ro um das Zeitliche viel bemühet habe. ^Ch muß es bekennen, daß ich mich ^ bMero mehr um das Zeitliche, ^ als um das Ewige bemühet habe, und ist dieses die mehriste Ursach, weil ich meine ewige Seeligkeit niemahls ernst- ^ llch zu Gemüth habe geführet. I Nunmehro solle es änderst mit mei- l nem Leben werden, und ist billich, daß ! ich mich mehr bemühe um meine See- > ligkeit, die ich ewig germssen werde, als um das Zeitliche, welches ich nur ro G ( 2 ) O eine kurze Zeit haben kann. ES.wurde t mich ja im leisten Gerichts-Tag die l l ganze Welt auslachen/und müßte mich ! < vor Himmel und Erden ewig schämen/ > t daß ich meine Seeligkeit aus eigner » Schuld boßhaft und leichtfertig verloh- ? ren habe. Es bleibt bey mir ewig beschlossen/ und diesen heiligen / und heylsamen Vorsatz will ich biß in meine Todten - Gruben beständig halten , t Und behalten: Ich will mich auf alle « Weiß um meine ewige Seeligkeit eis- t rigist bemühen/ welche ewig l f ist / und ohne Ende. s Trostreiche rmuriteru ng ^ Z« Meumüthiger Weicht. Erste Ermunterung. - Eil es dann einmahl seyn muß, nach begangenk schweren Sän den in der Beicht die Sünden reumü- Ll O (t) K thig bkennen, oder in der Höll ewig brennen. Warum nicht lieber heut, als Morgen? Jetzund, als hernach? Es ist die höchste Nothwendigkeit, daß » ich, so fern ich in ein schwere Sünd ge- 7 fallen bin, reumüthig beichte, damit i ich nicht in Sünden sterbe, und ewig ! verderbe. Warum lasse ich mich von i meinem bösen Gewissen so lang marteren, und peinigen, indeme durch ! eine reumüthige Beicht alle Unruhe ! des Gewissens so trostreich kaun ge- t stillet werden? ^ Änderte Ermunterung. ^Je Schulden müssen bezahlet wer- ' den, wann man bestehen, und eine ^ Ruhe haben will. Nun wann ich eine v so grosse Schuld gemacht Hütte, welche ich mit Haab und Gut, mit Leib, und Leben solte bezahlen. So fern ich aber diese grosse Schuld mit einem einzigen , Fuß - Fall, oder mit einer demüthigen i Bekanntnuß, und Abbittung auf einmahl könte richtig machen, wurde ich i diefts zu thun ei» B-denken tragen ? § Wie wird es mir in der Ervigkrit er- i ge- L2 K (-s- ) G gehen, wann ich mich nach gemachten Sünden-Schulden mit drm beleydigken GOtt nicht bald versöhne/ welcher von mir, und allen bußfertigen Sündern eine reumüthige Beicht erfordert? soll ich, um Vergebung aller meiner Sünden - Schulden zu erlangen, mir die Beicht lassen schwer fallen? mich darüber beklagen, als wurde von mir zu viel erfordert, da ich doch die Höll fo vielmahl verdienet habe? Dritte Ermuerung. AAAnn ich mir durch eine geringe Arbeit veil tausend Gulden tönte verdienen, wurde ich eine solche geringe Mühe nicht mit Freuden aufmich nehmen? So ist es aber gewiß, daß ich durch eine jede rechte Beicht in göttliche Gnaden angenomen werde, so ist es aber auch gewiß, daß ein einige göttliche Gnad mehr werth ist, als » alle Schätz und Reichthum der Welt. ! Nun so erlange ich also durch eine jede reumüthige Beicht einen grösseren ' Schatz, als mir die ganze Welt mit ; allen ihren Reichthumen geben kan / rühmlichen, neue göttliche Gnaden. ) Wie ? solte ich mir selbst so feind seyn, * (t) LZ und mich eines so grossen Schatzes nicht theilhaftig machen ? Vierte Ermunterung. /§S seynd viel tausend Leute, welche ^ denen Leib - und Wund - Ärzten nicht allein die heimlichiste, und ab- fcheulichiste Wunden, und Krankheiten entdecken: Es srynd auch, welche sich schneiden, und brennen lassen, damit sie ihre verlohrne Gesundheit auf etliche Iahrlcin können verlängeren, oder erhalten; und was soll ich thun, damit meiner todt - kranken See! geholffen werde, welche wegen meinen vielfältig verübten Sünden hätte in die Höll sollen begraben werden ? Ich will mit göttlicher Gnad meine Sünden reU- müthig beichten, damit ich in der glückseligen Ewigkeit sagen könne; Nun ist mir ewig leicht, weil ich hab recht gebercht. Fünfte Ermunterung. trostreich wird es mir auch seyn in meinem lezten Todberh- lein, wann ich mit Wahrheit diese ge, tröste Wort werde auslprechen: Ich habe mlk der Gnad GOrres alle 24 O ( 5 ) H ^ meine Sünden reumüthig gebeicht? Wie getröstet werde ich meine Augen im Tod schliessen, wann ich alles wer, de abgelegt haben, was mir ein schwe- res Herz könte machen? Cs ist keine > schwerere Bürde, als die Süvd, und v wird niemand auch nur mit einer ein; gen schweren Sünd beladen, den Hin ; mel ersteigen. Darum will ich meine Sünden bey Zeiten reumüthig ablegen , damit ich mit einem leichten Herzen sterbe, und ewig den Himmel erbe. Sechste Ermunterung. kö Ite «Miß nicht unsinniger handeln, al-' wann ich m>r einer oder mehr schweren Sünden beladen, mir die Rechnung machle: Ueber ein Monat, oder viertel Jahr werde ich meine Sünden beichten. O t v.r-. effrne Rechnung! wie kann ich aber sicher schlaf. I fen gehen t habe ich Siegel und Brief, daß ich bis auf die bcsiimmte Zeit leben werde l Wie leichtlich kann Mich ein Schlag < Fluß sprachlvß machene oder eine »-'versehene ryifcrtlge Krankheit mich in die Ewigkeit " schicken. Kann nicht ein uiwerhofkes Unglück mir eh. , ender das Leben nehmen, als ich mir es einbilde e W» ^ bleibet aber die Beicht e wird es mit meiner gemachten . Rechnung richtig seyn / da ich niir vorgcnommcn/nicht ! ehenecr, als um diese, oder diese Air zu beichten e Ich - will mich auf 1» 'innmM Ait nicht verlassen sondern , da ich kann. beichten. Lausend, < mahl besser gethan/ als: härE^^Mlthan! ^