8i'lk'r8öisi>i0i'i;LL 817 . Sambt der grossen Kunst Gott» scellg M kerben/ Daß ist: -aß ein rechter Shrist den Todt nie fürchten/ sondern mtt Begird standhaff- tlg erwartw/ und mit Freuden empfangen solle: Sambt Lehrreicher Unteruchtung/ wie man fich zum Todt bereiten/ wohl / und glüch>^> seelig Sterben könne. Besthribm Durch k?. Gerald Wieland/ tularen deß Fürftl.GottshaußW St» Gallen. ^ SHon mchrnraken (doch ohne beygesetzten Ramm deß »Kor») in Truck gegeben / anjetzo aber jn grösserem Trost und Nutzen eines jeden guten Christen in etwas verändert/ und verbessert/ für die Urstlich-St. Gallische LandschW Ne« aufgelegt. Sekrurtt im§W.GvkkSba»ß U. Gallen. r?Z7. K K A D D A V A D D A G S Ä Hk N«H>GKS»WNA«««SWW«W >LV2V ^2 6 V2 üV2 t»V2 k r r r r ? r r r : r r r ! r^ Orn praelenZ I^ibe1Iu8 6s maxirno^ c^uo6 8inAuÜ8 in- üac, ncAorio>fe1ici8 nem^e i^lor- N8 okcinen^L, Vr36b3N8, Veras ki6ei rcAu1i8 innixu8, 6c 3 !) ipls ^urkore luo, ex 3 IÜ 8 a ie olim eäici8- 6o6drin3,6c Zierate inii§- nibu8 opulcu1i8 jgrn noco, lätis coinmen63ru8» cuilibec d^ri- üiLno tionnni ^lurimum ^nli- racis rav8 allamruz meriro censegrur, publicis reimprimi, Lc j)rX- ci^uc j)ro 8pirirug1i 8u!)6icoruln 83NAAlIenÜ8 l'errirorij commo- evu1§ari xorek. ^ Darum in 5 . Oallo, Die z.^xrilis. 1737^ Lernaräu! ?rancL äe krancicenberZ I. D. D. OapirulLriz i8i6cm öc (Üels.^' ac R^ev.«' 8. K.. I. krinc. OtR.ciaÜ8 in §xi-; rrruslilsuz Ocncr. Dok- 4 r r ; OtO ; ; : r ! k ^ r r r r r r r r » Vorred. )Nter allen unseren Geschälten ist der bevorstehende Todt das gröste/vornehmste/und wichtigste. Dann der Todt ist ein Augenblick/ an welchem die immerwährende Ewigkeit hanget. O theurer Augenblick! welcher uns vor das gestrenge Gericht Gidtces stellen/ und die ewige Glo- ry im Himmel/ oder die ewige Pein in der Hollen ab- oder zusprechen wird. Diser ist jener Augenblick/ welcher den Baum unsers Lebens abhauet/ er falle nun/wohin er wolle/ zur Rechten/ oder zur Lurchen/wird er an selbiger Stell immer/ und ewig lligen bleiben. Discs so hochwichtige Geschäht sollest du mein Christ! desto rieffer zu Herizen fassen/ und de- U L st» sto mehr angelegen seyn lasten/ einen guten / und Gottsteligen Tod zu erwerben / weilen du nur einmahl sterben wirst; und auch nicht weist/ wo/ wie/ wann/ oder in was für einem Stand du sterben wirst/ oder wohin endlich der Tode dich führen wird/ eintweders in den Himmel/ oder in die Höll. Dahero uns Christus unser Heyland ernstlich ermähnet bey Mathäo am 25. Lap. daß wir allezeit zu distm hohen Geschafft uns fertig halten sollen: Wachet/ dann ihr wisset weder den Tag/ noch die Stund. Allein/ was zu bcdauren! nach so klarer Wahrheit/ nach einem fo aussgerustenen Glaubens-Articul wollen wir uns doch nie darzu bereden lasten; wir thuen nicht dergleichen/ als wann wir solches glaubten: ja! wiewolen wir solches täglich erfahren/ sehen/ und greisten/ indem bald diser/ bald jener dahin fahrt/ lalstn wir uns doch nichts minder« angelegen seyn/ als dises Geschäffe der imerwährenden glüchseelig- oder Unglückseligen Ewigkeit. Wir besteigen uns aller nothwendigen Lüttsten zu unseren zeitlichen Verrichtungen; allein die nothwendigste / nützlichste/ und hochwichtigste Lunst ZU sterben/ und stelig zu werden lehrten wir nicht. Und dannoch wann wir alle Lüttsten diser Welt ergriffen/ und aber die Lunst wohl zn Sterben nicht können/ so ist unstr Seel verlohren/ in der Höll werden wir ewig den Abgang diser Lunst beweinen/und abbüssen: Ach! Christliche Seel! woher kommt doch dise so grosse Faul- und Lauigkeie in einer so wichtigen Sach? warum thun wir nir unser gantzes Leben / alle Lräffren / alle Täg/ und Grund dahin richten/ daß wir die Lunst Gokt- stelig zu sterben erlehrnen? ohne Lweiffel ist nie die wenigste Ursach einer so bedaurlichen Leichtsinnigkeit die allzu große Forchedeß Codes/ wir thuen uns selben vermahlen als ein erschreckliches Abentheür/ als das gröste Übel der Welk: Daher» A z erfol- erfolget/ daß wir nichts von demselben hören wollen/ vil weniger zu selbem uns vorbereiten. Damit du dan Christliche See!! die hochwichtige Annst Gottstelig zu Sterben wohl erlehrnest/ ist sehr nothwendig/das 8m zuvor alle Forcht deß Codes auf die feiten legest: welches alles dich gegenwärtiges Büchlein lehrcnwird/ fo zwey Theil in sich Halter: In dem Ersten Theil wird dem Todt die häßliche Larven abgezogen/ und darge- than/ wie derselbe an sich sechsten st» Liebreich / nützlich / und erwünschlich seye/ und folglich von einem verständigen/ rechtgläubigen Christen nicht zuförchten/ sondern vil mehr mit Liebe/ und Negird erwarrer/ und mit Freuden empfangen werden fülle. In dem Anderen Theil soll die große Nunst Gottstelig zu Sterben gelehrt werden / das ist: wie ein Christliche <8eel sich zum Todt so wohl bey gesünder Seit deß Lebens/ als auch in der Lranckheit/ und endlich in dem Lctstc Srerbstündlein zubereiten solle. Erster «o- r s» >MOK! SSL! Nrster Theil. Es wird dem Todt die erschreckliche Larve außgezogen/ und sein Gestalt gantz Liebreich vorgestellt. Das «sie Kapitel. Ein gut Katholischer Shrist solle den Todt nicht förchten; wann er auch schon schmertzlich / und frühzeitig ist. Erster Absatz. Der Loderst einunvermeidenliche/ und allgemeine Schuld der Natur. GOtt Anfangs den Men- schen erschaffen / hat er ihne unter anderen Gaaben/auch mit der Unsterblichkeit außge-- ziehret/und wan selbiger m'cht gesündiget hatte/ wäre er ohncTodt auß dem irrdi- schm schen Paradeyß/ in das Himmlische übersetzt worden. Nachdem aber Adam rebellischer Weiß das Gebott GOttcs übertrettcn/ ist der Todt sein wolverdienter Lohn worden / und hat der so hochbeleydigte GOTT ein Allgemeines Gesatz allen Menschen aufferlegt/ daß sie deß Todts sterben sollen. Bey disem dann hat es sein verbleiben/ und ist unmöglich / disem allgemeinen Gcsatz zu entrinnen / wie der H. Apostel sagt: Es ist den Menschen gesetzt/einmal zu sterben. Weilen dann der Todt unvermei- dcnlich/ und allen Menschen gemein ist/ auch keiner demselben entweichen kan/ Kayser/ und König so wol/ als der Bettler sterben müssen; darum solldi- ses Gesatz niemand schwär fallen; dann ab dem / was allen gemein ist/ soll sich niemand klagen. Diß lehren uns auch so gar die Ungläubige Heyden. Seneca redet also: Es möchte mir einer sagen: du muft sterben: also erforderet es die Natur. Du must sterben: »L Z SS» e ben: mit diftm bin ich in die Welt kommen/ daß ich widerum darauß zeit he. Du muft sterben: das ist das Recht 1/ aller Völcker/ wtderumen zurück ge- n bcn/ was man entlehnet hat. Du e must sterben: daß Leben ist nur ein Pil- n zerfahrt. Du must sterben: ich hab s vermeint / du wollest mir etwas Neues sagen / zu disem bin ich geboren / zu di- l- sem lebe ich / zu disem führen mich jede i- Lag meines Lebens / was hab ich zu >. klagen? Es ist ein Torheit/ fürchten/ t- was du nicht kanst mcyden. Du must sterben: ich bin nit der Erste/ und nit i- der Letste. Du must sterben: diß ist ein / Schuld/ welche ich mit dem jenigen / Schuld- Gläubigen gemacht / über wellt chm ich mich nit klagen darff. Es ist i- der grösteTrost/ gedencken/ daß jenige n seye dir widerfahren/ was allen vor- h und nach dir widerfahret; Darum ge- - dunckt es mich / die Natur habe das jenige/ was das schwariste ist/ allen ge- r mein gemacht / damit die Bitterkeit desselben von der Gleichheit verminderet werde. Cice- «o§ 4 1 »> Cicero sagt: Die Natur hat uns hier ein Herberg geben/ einzukehren/ ritt beständige Wohnung zu haben; So seyen weit von uns/dise alte Weiber- Possen / daß Sterben ein Elend seye. Dann weilen es doch einmal muß gestorben seyn/ was ligt daran / ob einer stüher/ oder späther sterbe. Wir kommen endlich alle zusackcn/ einer früher/ der ander späther. Etliche seynd vor tausend/ etliche vor hundert/ etliche vor zehen/ etliche vor einem Jahr/oder erst gestern gestorben; Etliche im ersten/änderten/ zwanzigsten / fünffzisten / achtzigsten / hundertsten Jahr ihres Alters / jetzt seynd sie olle gleich todt. Was haben die jenige/ so länger gelebt / mehr/ als andere? sie seynd doch todt. Weilen dann der Todt unvermeiden- lich ist/ und es doch einmal seyn muß/ solle selbigen niemand fürchten/ sonder hertzhasst außstehen/ und die allgemeine Schuld der Natur willigllch bezahlen. AN- Ändertet Absatz. Der Tode ist em wohl verdiente/ und gnädige Straff. )Ann ein Lehen-Mann gegen sei- ' nem Ober-Herrn untreu ist/ und mit dessen Feinden heimliche Ver- ständtnuß machet/dem nimmt man bil-- lich das Lehen hinweg: Auch dem je-- nigen/ welcher dem Lehen nit rechtvors stehet/ sonder selbiges mehr zur Beleidigung seines Herrn/ als zu dessen Nutzen braucht / wird Mich das Lehen auf- gekündet. Weilen dann dein Leben/ O mein Christliche Seel! ein Lehen GOttes ist; du aber bißher so manchesmal gegen ih-- me untreu gewesen/ so vilfaltige heimliche Gemcmschafften mit seinen Ery-- Feinden: dem Teüffel/ der Welt/ und dem Fleisch gepflogen / ihnen mehr angehänget/ als deinem gütigsten Lehen- Herrn/ und also die mehrereZeit deines Lebens vil mehrers zu Entunehrung/ und Schaden/als zu Ehr/ und Nutzen det- «»§ 6 so» desselbigen angewendt/ und mißbraucht hast; erforderet es alle Billichkeit/daß Her Todt dir das Lehen aufkünde/ und hinwegnemme. Gehe ein wenig in dich selbsten/ durchsehe deinen bisherigen Wandel / so wirst wol erkennen/ wie du so übel ge- hauset/ und deinen HErm so offt/und schwarlich beleydiget/ und erzürnet habest: Betrachte das Zihl/ und End/ warum du erschaffen; die grosse Gutthaten/ mit welchen du überhäusset; die köstliche Zeit/ und beste Gelegenheit/ GOtt/ nach deinem Stand / und Be- russzu dienen; so vil Gaabcn/und Gnaden/ mit welchen er dich vor anderen erfüllet; so vil Vätterlichc Hulden/ in- deme er dir so offt deine schwäre Fahler/ und Sünden übersehen / und durch die HH. Sacramenten widerum zu Gnaden auf- und angenommen hat. Erinnere dich/wie du allbcreik so vil Jahr lang deinem HErm lau/schlecht/ und hinlaßig gedienet/ in allweg aufs höchste undanckbar dich erzeiget/ und Da du von Tag zu Tag im Guten hast sollen 7 L» ht sdllen zunemmen / du hingegen mehrers rß abgenommm/ unvollkommner worden/ w und also vil Zeit / Tag und Stund un- nützlich / ja mit vilen groben Sünden 1/ zugebracht haft. so Was ist nun billicher / als daß dir e- das Leben/ welches du so schändlich wild der GOtt mißbraucht hast / hinwcgge- nommen werde? was ist billicher / als >/ daß der gerechtste GOtt dich mit dem t- zeitlichen Todt straffe / der du so gar ie den ewigen Todt so manches mal ver- l/ schuldt hast? ja was ist billichers/ als e- daß die höchste Majestät/ die du vilma- r- - lenverletzt hast/sein Hand wider dich n außstrecke / dich vertilge / und mit an- deren Rebellen in die ewige Verdanun- 7 nuß werffe? ie Nichts hättest du darzu zusagen/ l- als mit dem Psalmisten : Gerecht bist du OHErrl und gerecht ist dein Ur- il rbeil. 7 Du hast dich nit Magen / ab dem s ewigen - will geschweigen / ab dem zeit- d lichcn Todt/ vilmehr hast dich zu ver- b wunderen ab der grundlosen/ und um guß- 8 außsprechlichen Barmhertzigkcit GOt- tes/ daß er die Raach nit in die andere Welt verschiebet/sonder dich wegen deinen Sünden in diser Zeit abstraftet/und den Leib zu Grund richtet / damit der Geist seelig seye/an dem Tag deß HEr- ren. Dise Straff ist gar gnädig / ring/ und vil tausendmal verdienet. Wann ein König ein armes Bäur- lein/ welches sich an Seiner Majestät vergriffen / all seines Haab und Guts ' beraubte / zum Hauß - und Land auß verstossete/ damit er ihne nachmals an seinen Hof aufnemme/ mit Ehr und grösten Reichthumen begabete; so wäre die Straff dises Bäurleins gnädig / ja Mckseelig/ und crwünschlich? Wie vilmehr solle dir / mein Christ! die Straff deß Todts ring und leicht vorkamen/ mit welcher zwar dich GOtt rechtmäßig strafft/ und von der Herberg diser indischen Wohnung außjagt; inzwischen aber dich/ also Vätterlich gezüchtiget an seinen Himmlischen Hof auf- und annimmt/ auch die ewige See- Zigkeit mittheilet. Mit «Sss 9 So >t- Mit beyden Armben sollest du ein so re milde und barmhertzige Straff umfan- tt- gen/und zurAbstattung/und billicher id Bestraffung deiner Undanckbarkeit/ und er Sünden den Todt nit fürchten / sondern r- mit Freuden empfangen/ und ftolocken/ ;/ daß du die Gelegenheit bekommen/die verletzte Göttliche Ehr durch den Todt r- um etwas zu erstatten. ^ Dritter Absatz. ld Christas/ and seine Heilige/ «märe so gar die Heyden haben den Todt mc ja geförchrer. r! E^Hristus unser Heyland hat dm st Todt also ntt gefürchtet/ daß er tt chne auch wünschte/ und mit r- Verlangen erwartete: Ich muß t; mich kausten tasten/ mit einem Taust H (deß Todts) und wie ist mir so bang/ )f bis er vollendet werde ! Eben dise Be- e- gr'rd hat er auch am letsten Abenomahl außgeWn/da er gesagt; ^Mir B Vers «»k 10 Lv» Verlange hab ich verlanget dise Öfteren mit eüch zu esiett. Und als seine Iün- j ger wegen seinem Abschid betrübt wur- ! oen/ sprach er: Wann ihr mich liebten/ , so wurdet ihr eüch erfreuen / daß ich l zum Vaccer gehe. Mit dism l Worten zeigte er an/ man müsse sich er- r ftcüen/ wann die Zeit deß Toots herzu j kommt/durch welchen man zum Vatter r kommen kan. Darnach als er im Gar- , ten dieTodts - Angst außgestanden/ wie j starckmüthig hat er sich darein ergeben! j wie heroisch hat er den Kelch deß Ley- j dens angenommen! wie tapffer ist er ? den Feinden entgegen gangen! wie so s wunder - gedultig hat er den Todt auß- r gestanden! < Zu Betrachtung deß Lodts Christi/ s mahnet uns der Heil. Paulus s Laßt uuö lauften durch die gedulk zu r dem dampft/ der uns fürgelege ift r und aufsehen auf den Urhäber / und ( Vollender deß Glaubens JESUM / ! welcher / als ihme die Freud vorgelegt war/ das Lreütz erlitten hat/ Mit Vers ä achcung der Schand. r Spri- n s» ke- Spricht mit Christo: Nicht mein/ lN- sonder dem Will gesthehe! den Lelck) ar- deß heylsamen Todts: will ich nemcn / m/ und den Namen deß HErrn anrüsten: ich Diftr Kelch ist zwar bitter; aber selbigen sen hat mein Heyland getruncken/ und mir er- von dem Creütz zugebracht. Soll ich di- 'ZU senLelch/ den mir der Natter gegeben ter hak/ den mir Christels zugerüstet hat/ ar- welcher mir die ewige Gesundheit verur- vie fachet/ mr erincken ? bis anBodenwill m! . ich ihne heryhasst außtrincken! entzwi- 'y- schen will ich meine Augen von meinem er Aryt Christo, nit abwenden: mein Ange- so ficht will ich steiffseyen in das Angesicht lß- meines gecreüyigten HErrens / in welchem ich die höchste Liebe gegen mir zule- bi/ sen bab/ und also will ich Visen Kelch stanbhasstia/und unerschrocken außlah- zu ren/ welcher desto ersprießlicher seyn ist wird/ je früher / und geschwinder mir GOtt denselbigen zu zuschicken sich wür- 1/ diget. ge Eben solche Tapffcrkeit haben die irr Heilige Gottes nach dem Beyspihl ihres Heylands gegen dem Todt e' et. ir Ss- Die Herlige Märtyrer! wie haben sie so ftandhafftig alle Tormmta gelitten? wie fteüdig haben sie den Todt verachtet/ ja verlachet/ und auf alle Weis gesucht? lise ihre Legemcn/ so wirst du dich verwunderen: Alles / was sie übertragen haben/ hat sie Augenblickliches/ und Ringes gedunckt wegen Liebe deß Himmels. Der Heil. Vincentius/ als er gantz mit Peynen überhäufst wäre/ sagte er ru den Tyrannen: Ihr sollet wissen/daß dises bittere Spihl den Christen nicht unangenehm seye/ wegen denen unauß- sprechlrchen Freüdm deß Himmels. Eben auf solche Weis sprach Men- nas der Heil. Martyr: Hautt/ brennet/ zerreißet/ ihr werdet nicht abwendig machen den Menna/ alle Tormmta seynd ring/ gegm den Freüden deß Himmels. Der Heil. Ambrosius/ als man ih- mc den Todt ankündte / sprach: Ich hab nicht also gelebt/ daß ich mich schäme/ unter eüch zuleben; aber ich fürchte mir auch auch nicht zusterben/ weilen wir ein guten HCun haben. Der Heil.Basilius/ als ihme der Kayser Valens getrohet/ antwortete: Wolte GOTT! ich hatte ein würdige Verehrung für denjenigen/welcher Ba- stlium bey Zeiten von dem Band dises sterblichen Leibs erledigen wurde. Die Heilige Dominicus/ Martinus und Hilarion haben ihnen in Mitten ihrer Feinden/ und Todts- Gefahren nichts gefürchtet/, sonder scynd gantz fteüdig gewesen. Der Heil. Laurentius Iustinianus/ spricht den Umstehenden zu im Todtbeth: Gebet fort mit eüeren Thränen/ es ist jetzt oieZeit der Freüden/ nicht deß Weinens: Schämet eüch / den Todt zu fürchten/ indem Christus für uns am Creütz hat wollen sterben: disen Tag hab ich allezeit vor Augen gehabt / du weist es / O mein JESU! Ein alter Einsidler lachte im Todt- Beth/ und als er um dessen Ursach gefragt wurde; antwortete er : das erstemal hab ich Machet/ weilen ihr alle den B z 14 As» Todt fürchtet: das anderemal hab ich gelachet/ weilen ihr nicht gerüstet seynd: das drittemal hab ich gelachet/ weilen ich von der Arbeit zu der Ruhe gehe. Thomas Morus verehrte dem Hen- üer ein Ducaten/ und sagte: Du wirst mir heüt geben/ was mir bishero kein Mensch hat geben können. Reginaldus Polus Cardinal/ als König Heinrich der Achte ihme den Lodt trohete/ liesse sich also verneinen: Ich hab schon längsten den Todt gewünscht/ und der König wird nichts anders thun / als daß er einem / der schlaffen gehen will / das Kleid außzichet. Auch die kleine Kinder seynd uns hierinn zu disen unsern Zeiten in Iapo- nia/ und anderstwo mit ihrem Beyspihl/ und Exempel vorgegangen. Betrachte dann O Christliche Seel! das Exempel deines Göttlichen Hey- lands/ und der Heiligen GOttes/ wie wenig sie den Todt geforchten: und du sollest an allen Glidcren erzittern/wann du nur etwas von dem Todt hörest? da doch «o- If h -och so gar auch die Heyden den Todt >: gantz/ und gar nicht geforchten. n Seneca hat an vilen Orten herrliche Zcügnus hinderlassen/ daß man den Todt nicht fürchten solle/ wie auch schon st oben eins / und das andere angezogen in worden. Er sagt: So gar soll man den Todt nicht fürchten / daß man ihm al- 's ' len Gutthaten vorziehen solte. Die Na- n Lur hat demMenschcn nichts bessers ver- i: ordnet / als die Mrye deß Lebens: so e- vil Gefahren / Kranckhciten / Forcht / und Sorgen machen / daß nichts üffters f- gewünscht wird. Epictetus sagt: Mir ists crwünsch- ls lich / vom Todt angefallen zuwerden / o- wann ich in keiner anderen Sach be- ,l/ schasstiget bin/ als wie ich meinen Willen recht einrichten wolle/damit ich ohne §.» Verwirrung / und ohne Verbindernuß y, GOtt sagen könne: hab ich deine Ge- >ie bott übertretten? habe ich deine Gaa- -u ben mißbraucht/ oder meine Sinn? ich m hab dich niemalen getadlet: ich hab dei- )a ne Regierung nie geandet: ich bin kranck geweftn/weilen du es hast wollen; andere «»§ is widere seynd auch kranck gewesen / aber ich a freywillia: ich bin arm gewesen / weilen d du es hast wollen/ aber fteüdig: ich bin fertig / wann dir etwas zu befehlen be- H liebet: willst / daß ich jetzt sterben soll? d so stirbe ich/rc. Indeme ich dises gcden- r cke / indeme ichs schreibe / indeme ichs s lise/ solle mich der Todt ergreiffen. - Ccrcidas/ als er am letften wäre/ < spräche zu seinen Freunden: Er sterbe nicht ungern/ er hoffe/ er werde auß den ^ Weltweisen Pythagoram/ auß denMu- s sicanten/Olympum antreffen. l Du / O mein Christliche See!! wirst t wol andere Gesellschafft antreffen/Chri- c stum/ U. L. Frau/ und so vil tausend s Engel/und Heilige. k Socrates / als Criton chme vorhiel- l te/ wann er sein Leben nicht achten wol- t te/ soll er aufs mindest seinen Rinderen/ t und seinen Freünden/ die ihm vonnö- then hatten / verschonen/rc. Gab er zur Antwort: GOtt wird für die Kinder/ die er mir gegeben hat / sorgen: Freünd/ rüeres gleichen / oder auch bessere / wird ich finden/wann ich von hier abscheide/ auch ch auch euch wird ick mt lang manglen / inen dem ihr mir auch bald werdet nachfolgen, »in Eben diser Socratcs / da ihn Plats )e- gefrager: Ob er gern sterbe? sagte: In l ? derIugend Habeich gelehrnet recht leben/ n- und im Alter recht sterben / und also be- )s schwart mich nichts/ und scheühe ich den Todt nicht/ sonder erwarte denselben mit e/ Freuden. be O gütigster GOtt! wann auch die en Heyden / welche nichts von der Auftr- u- stehung / und ewigen Glory gewußt haben/ nur wegen zeitlichen/ und schlech- rst ten Absehen also Heroisch den Todt der- ri- achtet: muß sich ein Christ ja billich ad schämen / welcher / wiewo! er eiwAuf- erstandnus/ und ein ewiges Leben glau- el- bet/ und hoffet/ dannoch den Todt förch- )l- tet / und so übel ab einem jeden Schatz n/ ten desselben erschricket? ! 0 - ur r/ d/ rd »e/ Vietd- Dierdter Absatz. Der Tode ist emSchuel der Tugenden. istwahrhajstigeinBlind-und Torheit/ wann ein Christcn- Mensch/ den Todt scheühet/ und fliehet/ welcher nit nur allein nichts Schröckbares/ sondern alles Gutes zubringet. Der Todt ist ein Schuel aller beroischen/ und zurSeeligkeit nothwen- Digen Tugenden/ welche ein Christ sowol in dem Leben erlehrnet/ als auch indem Todt-Bcthlein übet. Von dem Todt erlehrnet man die wahre Demuth: dann wer wolle sich können erheben/ wann ihne der Todt seines Grabs/ der Verfaulung seines Leibs / seines Staubs und Aschen erinneret? wann er zu Hcrtzen führet/ wie alsdann alle Menschen gleich? wie so gar die König/ und Regenten diser Welt von den Bcttleren so nichts unterschöben? «»§ 79 S»» W den? wie aller Pracht / Hochmuth/ und Ansehen zum Grab getragen werde? Der Todt lehret in seiner Schuel die Verachtung aller zeitlichen Ehren/ und Reichthumen; dann wer wolte dise zugängliche Sachen nicht verachten / welche uns in dem Leben nur verführen/in nd dem Todt aber schändlich verlassen/ und ein schwäre Verantwortung aufladen ? nd In discr Schuel erlehrnet ein Christ >ts all sein Trost/und Hoffnung auf GOtt ju- zusetzen: dann wer solte nicht sein ganye ler Hoffnung auf GOtt stciffen; wann wir !N- auß täglicher Erfahrnuß sehen/ daß kein >ol Mensch/ kein innerster Freund / kein Kö- M nig oder Kayser mit all ihrer Macht/ und Reichthumen in dem Todt-Beth- vie lein uns etwas bcysxringen können.. ich In diser Schuel werden wir von dem ei- Todt zu allen gute Werckcn aufgemun- -es tuet: indeme wir wissen / daß wir alles in- anderes in diser Welt zurück lassen müs- Die stn / und allein von unserem Thuen/ und so Lassen/ guten / und bösen Wucken bc- elt gleitet in der Ewigkeit eine Herberg suhl- chcn müssen: die gute Wuck zwar wer- den uns führen in das Hauß der ewigen S Glückseligkeit/ die böse aber in den un- ti glückseligen Kercker der Verdammten: k> Die Gutes gewürckt haben/ werdkn eingehen in das ewige Leben: welche aber * Übels verübt haben/ in das ewigeFeür. Der Todt haltet ab von allen Sünden. Dann wann ein Christliche See! disen Lehrmeister össters anhöret / wird v sie selten / oder niemalen sündigen; die ri Löse Gelüst/ und Beginlichkeiten wer- - den alsbald zergehen / waun der Todt V deren elendenAußgang zu Gemüth füh- ^ ret. Dahero als die Höllische Schlang die erste Menschen zu den Sünden an- a gerecht/ hat sie ihnen die Forcht deß t, Dodts außgeredt: 6'-«. Ihr werdet bey weitem nicht sterben. Sonsten waren sie niemalen zum Fahl gebracht L worden. u Ey dann mein Christ.' fliehe den b Todt nicht / förchte ihn nicht / sondern d komme mit Freüden in dise hohe Schuel/ n und crlehrne allda dise / und andere schö- si ue/ und dir höchst nothwendige Tagen- si den / mit welchen du Mehret voll der v guten p gen unkn: nutzer nir. ün- ieel >ird die protzt ah- mg anlest dee lcn cht ven ern iel/ l)ö- cn- der l guten Werckm gany freudig/ und getrost auß diser Welt in die ewige Seelig- keit abscheiden wirst. kSL 4G»SK» Füttffttr Absatz. Der Todt ist ein gewisses Präses Vtttiv wider dasFegfcür/ und gutes Mittel wider die Verdammnvß. Christen ängstigen sich sehr EA mit dem zukünfftigen Fegftür/ fürchten darum den Todt über alle maßen/ und suchen allerhand Mittel/ demselbigen zuentrinnen.* SiheO mein Christliche See!! allhier zeige ich dir an / das beste Präservativ/ -a ein gewisses Mittel wider das so heisst/ und forchtsamme Fegfcür; wer solches braucht/ wird dasseltzige nicht empfin- dm; dises Präservativ / oder Mitte! ist nemlich derTodt; wer in disen sich recht chicken kan/ der ist in weiterer Abstraf- 'ung/und Peynigunggantz sicher/ gc- )tt auch ohne weitere Äerhindernuß iy das ewige Letzen. Es V «»§ 2.2. L«» Es wird zwar nichts unsaubcrs ein- i gehen in den Himmel / aber der Todt l ist der rechte Rubel / welcher die See! von aller Unsauberkcit genugsam abfe- ^ get/ und von allen Macklen der Sün- < den also reiniget/ daß es weiters kein - fegen braucht. r Es lehren alle Gotts- Gelehrte/daß l ein in einem hohen Grad heroische Tu- l gcnd-Ubung der wahren Demuth/ Büß/ Z und Liebe Gottes/ nicht nur die Schuld/ sondern auch alle Straffhinweg nemmc/ l wie wir sehen an dern guten Schacher/ r an Maria Magdalena/ und anderen ? Heiligen. ) Wann nun der Todt mit einem rech- i ten Christlichen Helden- Mutb aufgc- 1 nommen wird / so werden dise heroische H Tugenden im höchsten Staffel geübt/ l und ist also weiter kein Fegfeür zu förch- l ten / sonderbar / weilen GOtt selbstcn l wegen der Sund den Todt zur Wichen i Abstraffung verordnet / wird er selbigen l schon scharpffen nach Maaß der Schuld/ daß hernach kein Peyn mehr vonnothen i seyn l «»§ 2) L» ein- seyn wird bey dem jcnigcn/ der den :»dt Todt Christmüthtg außgestanden hat. Zecl O wie ein grosse Glückseligkeit ist bfe- dann der Todt! O was für ein köstli- ün- cher Schatz ist verborgen in dem Todt ? kein O was grosse Gnaden seynd verdeckt unter der erschrecklichen Larven deß lieb- daß lichtsten Todts l O wie vil ist daran ge- Lu- legen/ daß man sich Gottselig rüste uß/ zum Todt! iw/ Ist es datt nit möglich/ daß ein Christ nc/ auß der Noth ln Tugend mache? und )er/ den Todt/ den er doch nothwendig ren leiden muß / freywillig leide? man muß ja nicht mehr thuen als sonsten/ man ch- muß sterben / wie sonsten / kein Under- 'gc- scheid ist unter dem Todt dessen/ der che gern/ oder ungern/ willig/ oder unwil- bt/ lrg stirbt / als allein diser / daß jener voll ch- Schrecken / Iamer / und Angst stirbt / ?en und zurHöllen hinunterfahret/diser aber )en voller Trost/ und innerlichen Freüden M m das Himmel- Reich eintringet. ld/ Die Haubt- Ursach aber / warumen M schier alle Christen ab dem Todt so übel i erschrecken / ist mehrentheils die Forcht nit nit so fast deß Fegftürs/ welches entlich D ein End nemmen wird / als der ewigen v Verdammnuß: dahero mancher gern n stürbe / wann er vor der Hollen sicher st wäre; weilen er aber sorget/ er möchte 2 etwann in das Höllische Fcür geworffen u werden / ist er voller Schrecken/ Angst/ ^ und Zitteren / und ertatteret/ wann er nur an den Todt gcdencket. n Allein dises geschicht billich allen fau- ^ ^en/ungeschickterr/ und liederlichen Chri- st sten/ welche nicht wissen/ was derTodt ist/ und wie man selbigen Christlich / Er und nützlich leiden / und außstchen kön- ^ ne/ und müeffe. H Visen ist der Todt zuwider / sie er- H kennen nicht die gerechte Urtheil GOt- ^ tes / sie widerstreben der Göttlichen An- A ordnung / und tragen Bedencken / sich st Derselben zu unterwcrssen/ und also ver- st sündigen sie sich in dem Todt / welchem st sie doch / als gezwungene Ubelthäter mit ^ bitterem Hertzens- leyd/ Angst/ Kurner/ ^ und Forcht unterligen müessen. A Nicht also ist beschaffen ein rechtes ^ Christliches Hertz / welches sich recht/ st und , , .. . . . ich und Gottseelig zum Todt schicken kan/ ;en Dann solches niÄt den Todt ohneForcht -rn mit Freuden an / überstehet selbigen/ und )er findt also unter der rauchen Larven deß )tc Todts ein unaußsprechlichcn Trost/und fen unfehlbares Mittel wider die Verdatti-- st/ Mß. er Ach liebe Christen! eröffnet doch einmal eüere Augen/ schauet den Todt recht m- M/ fürchtet ihn nicht / und machet ihnc ri- eüch zu Nutzen, Der Todt ist erfchrücklich / oder licb-- h / llich : er bringt eüch die Hüll/ oder den >n- Himmel: welches ihr nur wollet. Wann ihr köüten auß der Noth ein Tugend ma- er- chcn/ und den Todt/ deme ihr nichtuuß- )t- weichen möget / mit Freuden annemcn / ln- Der gerechten Anordnung deß Allerhöch- ich sten frey - und gutwillig eüch unterwerft fen/ das Leben GOtt zu einem Vollen kommenen Opffer dargeben / alle Wehe njt und Schmerlen der Kranckheitcn / und er/ den Todts-Kampff/ als ein wolverdicnr- te Straffbußfertig umfangen / und M- 2s dere hohe Tugendm/ welche bey dem )t/ lasten HintM seyn wollen/ und sollen^ T auß ' «»§ r6 -»» auß aufrichtiger Liebe GOttes Helden- Christlich / und Gottseelig leidet / ein d! gewisses Präservativ / und unfehlbares rr Mittel seye wider die ewige Verdamm- lc nuß. g ---WKSWWWWK«--» ^ Sechster Absatz. Ein fchm?rtzlichee Todt ist ein grosses Gluck / und mache einen Christen gleichsam zu einem Mareyr» S gibtvilLeüth/ welche den Todt -Wck übel fürchten wegen den gros- sm Schmertzen/Ach/und Wehe/ die denselben begleiten. Und dise Forcht ist nicht eitel; sintemalen grosse Schmertzen den Leib ängstigen / bis sie die Seel völlig auß ihrer Herberg verjagen. Aber dises achtet ein wahrhafter al C di d. r>! d ki dl dl ki lc tk E S «»5 2.7 S» m- Christ nicht / sondern er haltet alles für >on ein lauteres Glück; er schreyet auf mit ür- dem Heil. Augustino: Hie brenne/ hie schneide/ damit du in der Ewigkeit ver- >aß schonest. Er gedenckt/ dises alles seye cht nichts gegen der Hollen/ und Fegfeür/ ein die er wohl verdienet hätte; er spricht tes mitdemWeltApostel DrstrSeic Ms leiden ist nicht werrh der zukünftigen Herrlichkeit/ die in uns soll offenbar werden ^ Er weißt/ daß er ein Christ ist/und also müßt mit Christo leide/ und in sein Glory eingehen, Er erkennet/ daß alles Creütz/ Schmeryen / und Lei- den in diser Welt lauter Glück/ und sonderbare Gaaben GOttes seyen/ und das die Schmeryen der Saamen der zuckt künfftigen Freüdcn/ und also nach Maaß os- deß Leidens/ auch die Maaß der Freü- Ze- den seyn werde: er erfreuet sich / daß >ise er auf disc Weis Christo seinem Hey- >sse land / welcher unaußsprechlich vil Mar- sie tcr außgestandcn/ und im höchsten er- Schmerycn am Creütz gestorben ist/ 'tcr gleichförmig werden/ und sterben kan r : CL er 28 Ls> er ftolocket/ daß er durch bittere Angst/ b und Wehe sein Liebe gegen GOTT in- li brünstig erzeigen / und in so schwerem u Zustand sich tapsser in den Willen Got-- si tes ergeben mag: er dancket/ daß er durch solche Schmeryen verzehret / und fj GOtt zu einem angenemmen Brandt n Opffer aufgeopffcret wird: er nimmt 8 Christmüthig die wol verdiente Straff a von der Väterlichen Hand GOttes an/ § und ist wol zufriden / daß sich GOtt al- u so scharpff an ihme wegen seinen Sün- u den rächet/ und das auf dise Weis der Göttlichen Gerechtigkeit bestermassen u ein Genügen verschaffet wird. O wie glückseelig ist ein solcher ü Christ l er thuet daß/ was die Heilige 8 Märtyrer gethan; welche jederzeit für ü die gröste Ehr/ und Gnad gehalten/ wan d sie haben können Märtyrer werden: diß § bezcügen so vil hundert tausend gewal- g tige Helden Christi/ welche Leib/ und d Leben / Gut / und Blut hergegeben/ und li mit freüdigem Heldenmuth alle grausa- b me Peyn/ und Marter/ ja den Todt 8 sechsten außgestanden/ sie haben es nein- lst/ lich / wie Mich / für die gröfte Glücksee- in- ligkeit gehalten/daß sie mit Christo/und em um Christi Willen können leiden / und ot- sterben/rc. er Eben also thut es'ein wahrer Christ nd für die gröste Ehr / und Gnad achten / ld- wann er mit Christo / und um Christi mt Willen den Todt außstehen kan / dann äff also wird er etwelcher Massen gleich den m/ Heiligen Märtyrer / indem er sein Leib/ al- und Leben/Haab und Gut/ Verwandte in- und Bekandte fteywillig verlasset / und )er GOtt aufopfferet / und also den Todt sen um GOttes Willen auf- und annimmt. Die HH. Märtyrer haben den Todt -er übertragen zur Zeüanuß der Göttlichen ige Wahrheit/ oder sonst einer Tugend: du/ für übertrage den Todt ZurZeügnuß deiner an Unterthanigkeit gegen GOtt deinem )iß HErm/ zur Aeügnuß einer völlige Uber- al- gebung deiner sechsten in den H. Willen md deines GOttes / zur Zeügnuß oer Gott- ind lichen Gerechtigkeit / welche dich gantz lsa- Mich wegen deinen Sünden mit dem )dt Todt züchtiget. ln- Lttstlich/ wie die Heilige Märtyrer ' C z den den Todt gelitten/ damit sie die Ehr GOttes schützten / und nicht wider Ih- ne sündigten: also leide auch den Todt/ daß du surohin GOLt nicht mehr beledigen könnest. Wann du auf disc Weis den Todt wirst annemmen/ so wirst du gleichsam ein Martyr; sonderbar wann du ein guten Willen hast/ und Meinung/daß du den Todt/ und alle Ungemach / und Schmcrtzen desselbigen willig von einem Tyrannen um GOttes / und seiner Ehr Willen leiden woltest;wann du die Gelegenheit hättest/ auch jetzt in deinem Todt-Bethlcin alles mit Gedult auß- stehest/und mit dem Schmcrtzen/und Todt Christi vcreinbahrest. So sollest du dann den Todt nicht fürchten / sonder auß der Noth ein Tugend machen/ und mit denen Heiligen Martyren einen schmertzhafften Todt für ein Glück halten/ denselben Christ- müthig erdulden/ damit du Ihnen etwcl- cher Weis gleich werdest. Sibend- zr s«» Hr ih- )t/ :y- >dt nn cin aß nd :ni :hr )e- nn cht ?u- ;en >dt lst- »el- »Si Gtbendttr Absatz. der frühzeitige Todt ist der beste/ Vrrd ein Zeichen der Außerwählung. kommt der Todt so er- schröcklich/und grausam vor/ als der Jugend/ welche vermeint/ unerträglich zu seyn/ der Sichel deßTodts in der ersten Blühe der Jahren zu undcrligen. Aber dise sollen wissen/und beglaubt styn/ daß der ftuh- zeitige Todt/ der beste Todt/ und da- hero nicht zuförchten; dann was ich in vorgehendem Absatz gesagt / hat sonderbar statt/ und platz / wann der Todt stuhzeirig/ und in den besten Jahren daher kommt; dann da erzeigt sich die beste Gelegenheit abgesagter Massen Heldenmütig/und verdienstlich sich in den Todt zu ergeben. Wann einer schon craltet/abgelebt/ und unvermöglich ift/so hat er ohne das nichts mchrzuerwarten/ als dennoth- wen- wendigen Todt/ welchen man offtcrmal b wegen vilen / und schwären Zuständen/ 8 und Ungemachen oeß Alters mit Vers fe Iruß erwarten muß; alsdan ist nit mehr A die Zeit/ sein heroisches Gemüth mit u einem solchen Eyffer und Liebe Zu erzei- ^ Zen / indcme das Leben damalm nicht w mehr so werth ist / und selbiges zuver- fe lassen kein so grosse Tapfferkeit erfor- ze Deret. Wann aber der Todt in der be- § sten Blühe/ und Zeit deß Lebens her- fi runahcr / da ein Mensch noch vii Jahr L das gesunde/ und stischeLebm mit allen u feinen Vörthlen zu geniesscn hätte / als- gl dann braucht es cmChristlichcnHelden- ^ Muth / und ist die erwünschte Gelegen- B heit / den Todt ihme selbsten zu einem st Werck- Zeüg der höchsten Tugenden M rr machen/und sein Treu und Liebe in frey- williger Aufopferung deß Lebens gegen 3 feinem HErm und GOtt zuerweisen. st Je junger dcrohalben/ und gluckste- ü liger einer ist auf Erden/ je schwerer/ g und schmertzlicher kommt ihnc der stech-- § zeitige Todt an / dämmen ist er auch b besser/ ial besser /verdienstlicher/ und Gottseeliger. n/ Dises uns zu lehren / hat Christus un- er- fer Heylano den Todt in seinem besten hr Alter außgestanden; darum soll sein Die- alt ner sich auch erfteüen / wann ihmc dises ei- Glück widerfahret / daß er hierinnen seiht riem HErm gleichförrnig werden/ md er- fein Leben / da es am besten ist GOtt >r-- zu Ehrm abttetten kan. Ab disem sollen doch die Alte nicht >e- Kleinmüthig werden / sondern sich beer- fieisscn/ d'aß sie mit grösserem Eyffer und hr Liebe GOttes sich in den Todt ergeben/ en und dahero/ da sie noch ftarck/ und jün- s- ger seynd / ihr Leben offt in den Willen n- GOttes aufspfferen/ und wann es n- GOtt beliebte/ alle Augenblick/ auch w ftuhzeitigcr dm Todt außzustehen sich M willig / und bereit halten» y- Ist auch darumen ein ftuhMger en Todt nicht zu fürchten/ sondern zuwün- schen / weilen durch denselben ein Christ e- in seiner Unschuld erhalten / und bcvesti- r/ get wird / da er sonsten selbige mit der h- Zeit verliehren / und GOtt schwerlich ch beleydigen wurde; hat er aber schon ges sündis , ___ ^ _ sündiget/ so ist kein besseres Mittel dar- für/ als der frühe Todt/ wann er Christ- müthig/ und Gottseelig angenommm wird. Derohalben sey wol gettöst mein Jüngling/ wann du erkranckest/ wann der Todt anklopffet/ wann du so frühzeitig daran must/ es ist ein Zeichen/du seyest außerwahlt/ wann er dich so zeitlich von diserWelt abforderet. Fürchte dir nicht / wann du noch in deinen unschuldige Jahren sterben must/ da du noch von so vil tausenderley Gefahren/ und Stricken deiner Feinden ledig bist/ da du noch kein schwere Verantwortung auf dir hast. Sonstcn/ wann du länger gelebt hättest/ wärest du in böse Gesellschaffttn/und Gelegenheiten gerathen / hättest GOtt je länger/ je mehr vergessen/ und mit schweren Sünden beleydiget/und wäre also das längere Leben dir ein gewisse Ursach deß ewigen Untergangs worden. Iey thut dich/ mein Christlich er Jüngling der Todt von allen Gefahren/und Sün- E U ck le K rr r, a d l, o S e L 2 i ! l 1 ^5 45 ar- Sünden erledigen / und ist difts ein ge- ist- wiffes Zeichen deiner Außerwahlung. im Und wann du etwann schon etwelche Sünden begangen hast / kanstdu allein les auf das beste durch deinen fruhzeiti- mn gen Todt abbüssen / und mehr verdienen ah- . mit einer heroischen Aufopferung deines du zarten Lebens / als sonsten in vilen Jäheit- ren mit allerhand guten Wercken. Daß aber GOtt auß sonderbaren t in Gnaden junge Leüth hinwegneme/wird st/ auß H. Schrift crwisen wann der Gerechte vom Tode schon übereile- lcc wird/ jo wird er doch nr der Er- ler- quickung seyn; dann ein Ehrwürdi- 'N / ges Alterthum ist nir auss länge der kst Feie / oder auß Anzahl Verfahren zu- ens ermessen / sonderen da deß Menschen! er/ Ginn/ und Verstand gran scynd; und een ein unbeflecktes Lehen ist die Feit deß >as Alterthums. Der GOtt gefällig war/ )eß ist ihm lieb worden ; und da er unter den Sünden ledere/ist eranderstwo- 1g« hin genomen worden; Er ist schnell inh hingezucke worden/ damit die Bos- ' Herr seinen Verstand nicht veränderte/ te/ oder sein See! durch Hauch lere^ ^ nicht betrogen wurde; Dann das be- ^ rrieglich Schwätzen verduncklet das Gvr/ und Begird Verkehren den eins faltigen Verstand. Wiewol er bald gestorben ist / hat er doch vil Zeit er- A füllet / dann stin Geei war GOtt ges ^ fällig. Allhier hörest du/ wie GOtt die g Außerwahlte abfordere/ daß sie nicht ^ verführt werden! item wie so nichts da- M ran gelegen / ob einer alt an Jahren seye/ sti oder nicht / weilen GOtt nicht auf die v) Jahr/ sonder auf das unschuldige Leben bc fihet: wer unschuldig / und in der Gnad M GOttes ist/ der ist alt genug: wer sein A Leben in den Willen GOttes setzet/ der ör ist / oder wird unschuldig / so ist er dann ka «lt genug. So mache auß der Noth ein v, Tugend/ und fürchte den frühzeitigen er Todt nicht. ^ Achte? r> >as Achter Absatz. m- -rld Ein gäher Todt / ist ein glückstelk^ er- ger Todt. aes W^Rschräckllch kommt uns öffters die 6^4 vor / wann wir einen Menschen chk urplötzlich ohne eintzigcs vor- da- gehendes Zeichen mit gesundem Hertzm ye/ sehen dahin sterben. Christliche SeeU die wurdest du nit als einen traurigen Fahl >en bedauren/wann du deinen besten Freund iad Zu Morgen Stein-Todt in dem Beth ein finden wurdest/welchen du zu Nacht in )er bester Gesundheit/ und Wohlseyn der- nn lassen? wurdest dich nit entsetzen / wann em dein lieber Bruder an deiner Seiten von -en einem Schlag/ oder Donner getrossen- > oder von derPest angesteckt/deß gahen Todts wurde dahin sincken? ja wie wurde es dir um das Hertz seyn/ wann dir selbsten ein solcher Todt bevorstehen j solle? wurdest du es nicht als ein Augenscheinliche Straff GOttes außdeü-- ren? Aber Z8 s» Aber weit änderst Urtheile ich: Ein ge; guter Christ solle auch den gäben Todt wc nit fürchten/ als welcher für die grüste Gnad GOttes zuachten/ wann einer da) im Stand der Gnaden ist. Sintemalen sto ein langsamer Todt öffters vilen Gefah- wa ren undcrworffen ist/ theils wegen grosse sah der Schmcrtzen/ theils wegen vilen An- M fechtungen deßTeüffels/ welcher nichts niö unterlasset den Sterbenden zu Stüryen. niü Hingegen thut ein Mensch durch den ha! gähen Todt gleichsam unempfindlich/ me in einem Augenblick/ ohne weitere An- uni fechtungen/ und Gefahren dem Himmel ha! zufahren. gäl Damit du dann den gähen Todt nit Si fürchten müssest/ so schicke dich also da- sto rein: gedencke / daß dein Leben in der an Hand / und Gewalt GOttes seye/ und rev selbes ohne sein Befelch dir niemand Ku nemmen könne. Lein Spay/ sagt Chri- »e< stus /s. falle über das Tact) hi- ich nah/ ohne den Willen deß Himmli- dei sehen Vareers: und deine Haar auf kei -einem Lopff seynd alte von GOTT gezehlr/ M Ein 'M öste Mtt alen fah- össe An- hts zen. den ich/ Lln- mel nit da- der md und hri- hi- nti-k -ruf LL gezehlc/ und karr die keines verrück? werden/ ohne seinen willen. Wann nun einiger forchtsamer Ge- anstoßet/ wann es donneret / und strahlet/ wann Suchten / und andere gähe Gefahren abhanden/ so mache dise Meinung: Wann GOtt jetzt discn Todt nicht über mich verhänget / so wird mir nichts Ungrades widerfahren/ darum hab ich mir nichts zuforchten/und wäre mein Forcht/ und Schrecken kindisch/ und nicht Christlich ; wann aber GOtt haben will/ daß mich da/oder dorr der gähe Todt überfalle/ daß mich der Strahl treffe/ daß mich ein Sucht anstoße/rc. so bette ich seinen Heil. Willen an / und crgibe mich gantz frcywMg da-' rein/ und sprich mit dem Heil. David; du bist gerecht O HERR/ und gerecht ist dein Urtheil! Gar gern will! ich Seiner Majestät huldigen/ und den Todt wegen meinen Missencha- ren ausstehen. Wann du dich also resolvierest/ und entschließest/so übesteinWerckderhvch- stcn «»§ 4 2 sten Liebe GOttes: bist im Stand der W Gnaden/ so lasse den Todt unerschrocken ket kommen / er übersetzt dich im Augen- m blick in den Himmel. nic Mache es derohalben offtermalen al- gcl so / sonderbar / wann du in das Beth dis ligest /oder am Morgen aufstehest/oder , wo sich einige Gefahr/ Wetter/ Sucht re. zul anmeldet; so hast du den nahen Todt, üb nicht zuförchten/ sondern ab demselben/ die als ab einem sonderbaren Glück dich höchlich zuerfreüen. re Neündter Absatz» Der Todt ist der Christen täglicher Wunsch, Ä^Ndlichen uns alle Forcht deß MMe Todts zuncmmen/ erinneret der H. Cyprianus einen jeden Christen: Wir sollen eingedenck seyn/ daß wir denWillen GOttes/ und nicht den Unsern thun müssen / welches alle Tag zuerbetten uns der HErr befohlen hat; Wie rw G set Nil ckc wi W de AH» » der Wie ist es dann so hindcrfür/ wie so verkett kehrt/wann wir/ die da alle Tag begehen- rm / daß der Willen GOttes geschehe/ nicht gleich dem Beftlch seines Willens al- gehorsamen/ so er uns berufst/ und von eth difer Welt abforderet, der , Christus hat uns nicht allein dises ' >e. zuthun gelehrt/ sondern er hat uns noch odt e über das befohlen: daß wir alleTag um en/ die Ankunfft seines Reichs betten sollen, »ich Wann es derohalben nicht besser wäre sterben / und mit Christo in feinern Reich zu seyn/ als in disem Iammer- Thal lebm/so hätte Christus nicht befohlen/ daß wir in dem täglichenGcbett solches inständig erbitten sollen. -er Es ist wahrhafftig schandtlich/wann rm Christ so offt/ und ernstlich um die Gnad zu sterben / und mit Christo m >eß feinern Reich zuseyn/ anhallet/ und doch der nicht will erhört werden/ auch verschri- m- M/wann ihne GOtt zu erhören/bc- >aß würdiget/ und ihmc den Todt/ als ein )en Wawel in das Hauß schickt / ihne zu ^ag dem Reich GOttes einzuholen, atz - Karum sagt erst-gemeldter Cyprich ! D nus; nus: Was betten / und begehren wir / st( daß uns das Himmel- Reich zukomme/ ne wann uns dise indische Gefangenschajst belustiget? Was verlangen wir mit so -o offt widcrholtem Gebett/ daß der Tag ist deß Reichs herzu eyle/ wann wir ein H grössere Begird / und Wunsch haben/ m allhie dem Leüffel zu dienen / als alldor- do ten mit Christo zu regieren? sä Wann ein Sohn eines reich- und mächtigen Königs von seinem Hof/ und Vatter-Land verflossen/in dem Elend herum ziehen/ und mit Verlangen erwarten müßte/ bis man ihne zu seinem Reich beruffen wurde: wann auch endlich ein Gesandter vom ganyen Land anlangte/ ihne zu dem Königlichen Thron zu beruffen; er aber darab erschricken/ denBotten fliehen/förchken/und lieber noch länger im Elend verbleiben wolle/ könnte man solches Mich für ein grosse Torheit halten. M ein grössere Blind- und Torheit ist es/wann ein ErbMrintz deß Himli- schen Königreichs lieber in diser Welk leben/ als sterben/ und das ihme zu- ' stän- air/ ständigeReich der ewigen Sceligkcit an- me/ nemmen will. »äfft Nicht also/ ein wahrer Christ/ deme t so das Heil. Vatter Unser zubetten ernst Lag ist: dann diser begehrt täglich mit dem ein H. Apostel/ aufgelöste zu werden/und en / mit Christo in seinem Reich zvseyn; )or- darum so bald der Todt / als ein Bort- schassterGOttes anklopffct/ ihne zudem und erwünschten Reich einzuholen/ ist er und voller Freuden / und gehet mit end höchstem Frolocken ein in er- die Freud seines iem HErms. Ad- an- ron 'en/ kber -lte/ osse heit nli- Zelt D- Das Das andere Kapitel. Ein gut Katholischer §hrist solle den Todt lieben / und mit Begird erwarten. Erster Absatz. Nereiewiltigkeir/ und Begird zum Todt ist ein gewisses Zeichen der ewigen Stetigkeit. gibtvil Leüth ab/welche den Todt nicht fürchten / etliche auß Unglauben/ weilen sie nicht vi! um GOtt/ und den Himmel wissen/und dise seynd Gottlos: etliche fürchten den Todt nicht/sondern jamcren nach demselben wegen Ungedult/ und vilen Be- fchwarden discs zugänglichen Lebens/ und dise seynd Närrisch / und verstehen nicht/ daß sie auß dem kleinen/und zeitlichen/ M sil se> te ül re w L S lh et d< C ii. al E re 8 «»5 45 olle d ^vm widm auß ivil und dm cm- Be- ns/ hm ;eit- / lichen/ in das grosse / und ewige Elend hinein platzen: etliche aber fürchten den Todt nicht/ auß einem Antrib der Tugend/ sonder sie warten mit Wunsch/ und Verlangen aufdenselbigen/ damit sieGOtt huldigen/ und sich ihme/ und seinem heiligen Wjllen unkerthanigst un- terwerffen/sich ihme gantz/und gar mit allem dem ihrigen auftpfferen/wegen ihren Sünden die wolverdiente Straff außftehcn/ und GOtt versöhnen/ ihr Treu / und Liebe gegen ihrem Himmlischen Vatter erzeigen/ auch sich Christ- ihrem Heylano ähnlich machen/ und etwelcher Massen vergleichen können; ja damit sie durch den Todt zu ihrem Schöpffer gelangen/ ihnevollkommen- lich bedienen/ loben / und lieben/ und alle seine Güter in der Himmlischen Glückseeligkeit geniessen mögen. Dise machen auß der Noth ein Tugend/ brauchen den Todt zu ihrem grüßen Nutzen/und erlangen durch denselben die ewige Seeligkeit: dise seynd die rechte wahre Gottseelige Christen/ treue Diener/ nnd liebste Kinder GOtteR» D z Wck «»§ 46 So- Welche also gesagter Massen denTedt nit fürchten/ sondern Christmüthig wüu- dk schen / verlangen/ umfallen / und mit ja Frcüden außftehen/ die haben ein gcwis- scr scs Zeichen / oder Versicherung der ewi- m gen Seeligkeit/ und können nicht verdammt werden: sintemalen solche einen sk wahren / lebhassten Glauben / ein steiffe C Hoffnung auf die Versprechung Christi/ und ein übernatürliche Liebe zu GOtt 6k haben/ auß welcher sie gern um GOttes bc Willen alles Indische verlassen/ den w Todt für ihre Sünden leyden/ und zu ihrem liebsten Vatter zukommen innig- di lich verlangen. Wer aber einen solchen 2 Glauben / ein solche Hoffnung / und ein th solche Liebe hat/ der ist der ewigen See- ui ligkeit versicheret. Ä Was braucht es vill es ist ein Glau- d> bens- Articul: daß ein ewiges Leben/ u ein ewige Glückseeligkcit in der anderen Welt seyc / und daß alle zeitliche Güter/ a Ehren/ und Wollüst ein lauterer Schat- Ä ten / Kinderpossen/ und Koth zuschalten/ gegen ewigen Güteren/ Ehren und Wol- N lüsten. r 47 m't Es ist ein Glaubens- Articul: daß ün- dift ewige Güter / Ehren / und Wollust/ mit ja unendliche Glückseligkeit zubereitet vis- stye allen dmen / die in Himmel kommt- men. »er- Es ist ein Glaubens - Articul: daß alle die in Himmel kommen/ welche wol/ iffe Gottselig/und heilig sterben, sti/ Cs ist ein Glaubens- Articul: daß Dtt alle die/ wol/ Gottselig / und heilig ster- tcs den/ welche in wahrem Glaubem/Hoff- )en mng/und Liebe zu GOtt abscheiden, zu Es ist ein Glaubens- Articul: daß ig- die alle / welche obgesagter Massen den -en Todt nicht fürchten / sonder Christmü- ein khig verlangen / mit Freüden annemen/ cc- und auf oben gemelte Weis tugendlich überstehen/ und leiden/ daß / sage ich/ m- dise im wahren Glauben/ Hoffnung/ m / und Liebe zu GOtt abscheiden, cen So ist es dann ein Glaubens-Artier/ cul: daß alle / die auf oben bescheidene at- Meinung sterben/ ewiglich selig werden, m/ 5. sagt der Heil. Apostel Paulus: ol- kNir ist hinderlegt / dieLron der Ge- vechrigkeic: aber nie allem mir/ sons der ««>5 48 der allen/ die fein Ankunffr (sein te Todt: ) lieben. W ' Ey dann! so mache mein Christliche in See!! auß der Noth ein Lugend: auß dem natürlichen Todt / ein Heil. Todt; Li und weilen du sonst sterben w.ust/ auß w Noth / so stirbe auß Tugend / daß du d, GOLt deinem HErrn huldigest/ und ke dich Ihme / und seinem heiligen Willen ll unterthünig unterwerffcst / daß du dein Leben/ und alles / was du hast / GOtL « aufopfferest/ daß du die wolvcrdiente Straff außstehest/ und dardmch GOtt versöhnest/ daß du dein Treü / und Liebe gegen deinem HErm erzeigest / daß du Christo am Creütz ähnlich werdest / ^ und mit Ihme sterbest/ so bist du dei- ^ ner Seeligkeit versicheret. Wann du auch dein Lebmlang nichts ^ Guts gethan hast / so thue aufs mindest n dises / und sterbe auf solche weis/ opft d fere die Verdienst Christi an statt deß- ^ F ner Verdiensten auf/ so ftirbcst du wol/ und wirst seclig. b. Du nimmst den Himmel hinweg/ 2 wie der Schacher am Creütz: du erhal- st Da- sein iche Mß dt; mß du md llen >em ^)tt 'Nte ^)tt ^ie- )aß st/ )ei- )ts -cst ssf- >ei- ol/ 'g/ st- 49 s»» testden Groschen deß ewigen Lebens/ wann du schon erst um die cilffte Stund" in den Weingarten deß HEnn kommest. Damit du aber ein grösseren Lust/ Liebe / undBegird zu demTodt bekommest/so will ich dir weiters erweisen/was der Todt für ein verborgener Schatz/ köstliches Kleinod / ein Brunnquell und Ursprung seyc aller Glücksecligkeit. AOAKAGOAAAOHOKA )§» Ändertet Absatz. Der Tode macht das Leben bester^ Todt bleibt nicht bey einem Christen/ sondern er gehet nur fürüber: er nimmt das Leben nicht hinweg/ sonder er verbesseret es; dämmen soll man ihne lieben/ und mit Freuden empfangen. Diß hat auch erkennet Sencca/der berühmte Welt-Weise / da er sagt: Der Todt nimmt das Leben nicht/ sonder stellet es nur ein: es wird widerum ankern- ^5 so So» kommen der Tag / der uns an das «< Liecht bringen wird: mit unerschrocken m nein Gemüth solle abscheiden der jnage/ der widerum bald zurück kehren so wird. re Der Hell. Thomas von Aquin/über fit die Wort deß Heil. Pauli Chn- st stus ist mein Leben / und der Tode ist gt «nein Gewinn/ sagt: allhier redet der fö Hell. Apostel in eigenthümlichem Ver- dc stand: bann ein jeder achtet es für ei- dc nen Gewinn / wann er sein unvollkoin- dt menes Lebm kan verbesseren. ui Darumen nemlich haltet der Heil. L Apostel den Todt für einen Gewinn / ch weilen Christus unser Leben ist / zu web sa chem wir durch den Todt gelangen/ welcher unser Leben vil verbesseren wird. d< In dem Todt wird das zeitliche Lc- ze Len in ein Ewiges/ das Gebrechliche in ni ein Unverstörltches / das Elende/ in ein di Glückseeliges/ das Sterbliche/ in ein se Unsterbliches verkehret. 7^»-spricht n Christus: Der in mich glaubt / wird L leben / auch wann er schon wird gestorben seyn: und ein jeder der lebe/ U und «»§ sl L»» das und an mich glaubt/ wird ewiglich cke- nicht sterben. eni- Lasset uns anhören/ den Heil. Chry- >ren sostomum: Wir sollen es mit den Bauren halten/ welche nicht erschricken/waü der sie sehen/ daß das Wachen-Körnlein ab- >ri- stirbt/ und verfaulet; wann es aber noch ist gantz / und frisch auf dem Feld ligt / so der fürchten sie ihnen; sobald sie aber sehen/ ler- das es faulet / so erfreuen sie sich / dann ei- das absterbende Körnlein ist der Anfang an- der zukünfftigcn Ernde; also sollen wir uns crfrcüen/ wann unser verstörliches eil. Hauß zu Haussen fallt / indeme auf sol- n / che Weis ein unsterblicher Mensch gc- >est säet wird. >el- Es wird einer sagen / es ist zu bedauern / daß der Leib / nach dem Todt Le- zerstöret wird; ich aber bin der Main nung / man müsse sich erstellen / dieweil ein durch die Zerstörung deß Leibs der Todt ein selbst zerstört wird: die Stcrblichkeit- cht wird zernichtet/ nicht das Wessen deß rd> Leibs. st- Gleichwie wanndasErtzgeschmächt >r/ wird/ daß man ein Bildtnuß darauß greift/ *»§ sr L» giesse/ das Ertzt nicht verderbt/ sonder zu einem besseren Brauch angewendet wird; also wird es mit deinem Leib ergehen. Item spricht er: Lasset uns nit klein- wüthig werden/ die jenige die wachen/ greifft der Todt nicht an/ als ein Strassen-Räuber/ sonder als ein Königlicher Bottschaffter: er berufst zu den ewigen Güteren; den Bösen ist der Todt ein Mörder/den Guten ein Gesandter Gottes/ welcher zur Hochzeit bcrufft/ sagend: es ist alles bereit / diebereit scynd/ kommet zum Hochzeit- Mahl. Widcrum redet er uns zu: Das ist kein Todt / sonder ein Außzichung / und ein Veränderung der Herbcrg/ vom Schlechteren zum Besseren/ von der Erde zum Himmel/ von den Menschen zu den Engten/ und zu dem HErm der Engten selbst. Und wir ist das so unge- reimbt/bekennen derHimmel seye besser/ als die Erden/ und doch die jenige / so von bannen scheiden/ beweinen. Daß man nicht allein den Lebendigen/ sonder auch den Todten Glück wünschen solle/ halt ur dc G s. s s-K» x? rr ^5 ^ « Z Z Z- 2 . L5 8 >der hast du vom Heil. Paulo verstanden; ldet und das es besser seye / aufgelöste wer- er- den/ und mit Christo zustyn. Bisher- gar schön der Heil. Chrysostomus. kin- Der Heil. Apostel Paulus bestattn/ tiget discs auch gar krafftig 2. ww käst wissen/ st» unser indisch Haust disev her Wohnung zerbrechen wird / dast wir zen ein Wohnung haben/ von GOrr er- ein bauet/ ein Haust nicht mir Händen ge- l)t-- macht/sonder welches ewig ist imHim- sa- mel/ und darum seusttzen wir / und ad/ verlangen nach unserer Behausung / die vom Himmel ist/ und begehren/ ist dast wir darmik überangezoge» wer- nd dee. rc. wir stynd aber getrost alle- )M Zeit/ und wissen/ dast wir/ st> lang wir in disem Leib seynd / st> wandern zu wir herumb als Pilger von dem HErrn: Dann wir wandten im Glaube- ben / und sehen ihn nicht/ wir seynd er/ aber getrost / und haben vilmehv sö Lust ausserr dem Leib zu walfahr- aß ren/ und bey dem HErrn gcgenwär- >er rigzuseyn» le/ Ml- -- 54 S» Welcher nun als ein wahrer Christ ein Sinn und Meinung mit dem Heil. Apostel hat / der nimmt den Todt mit grossem Frolockcn an. Eben diser Heil. Apostel munteret uns auch tapsser auf Endlich ' warte ich/und hoste/ daß ich inkei- nerley Stuck zusthanden werde/ ich hin der gantzen Zuversicht / das gleich wie allezeit/ also auch jetzt Christus rn meinem Leih wird hochgepriserr ' werden/ es stye durch das Lehen/ ^ oder durch den Todt; dann Christus ist mein Lehen / und Srerhen ist mein ^ Gewinn. Und bald darauf: Ich hegehre zu sterben/ und bey Christo zuseyn/ weh ches auch vit bester wäre. Weilen dann sterben besser ist / als leben; so solle ein Christ gern/ und mit Freuden das Bessere annemmen. Orte, »eil. mit Dritter Absatz. Der Tode Hede alles Übel auf. Ann wir mit ernst betrachten wollen das Menschliche Leben / in disem elenden Iam- ich merthal werden wir nichts anders fin- -us den/ dann Mühe und Arbeit / Angst und sen » Noth / Beschwärd und Vertruß/ Iam- m/ ^ wer und Elend / ja lauter Armfeeligkei- ^us ten. em ^ Dises bezeügt der Heil. Job Der kNensth von einem Weib gebohren/ zu lebt ein burne Zerr / und wird erfülle >el- mir vilen Becrübnnjstn: er gehet auf wie ein Blum / und fallt ab / und sties -ls her dahin/ wie ein Schatten / und Nlt bleibt nimmer in einem Stand / und ^Veestn. Deß Menschen Eingang in dise Welt/ fanget an mit schreyen und weinen/sein Außgang endet sich mit heülm und klagen: alle werden in Sünden empfangen/ mit Schmertzen geboren/ mit Mühe und Ar- «0L 5 § L»- Arbeit auferzogen / und müssen sich mit ist Kummer / und Sorgen / ja mit bitte- dij rem Schweiß ihres Angesichts crnäh- Fr ren. loi Alle Ständ/Geistlich und Weltlich, G Reich und Arm/ Herren und Knecht, m Junge und Alte / seynd tauscnderlcy Arlnseeligkeiten unterworffen: kein Tag ter gehet füruber so glückseclig / der nit mit üb einer Bitterkeit/ und Beschward an Leib, ga oder an Seel vermenget werde. de Das Lacher» wird mir Gchmertzen ver- misthec/ und das End der Freuden m ist Weinen. M Der Mensch hat nie kein Rübe/ und de Mann er schon vermeint / er seye für sich ab selber sicher/ so kommt ihm doch etwann ch Lln Betrübnuß von seinen Verwandten, Angehörigen/ Vorgesetzten/ Nachba- an reu./ oder einem leiblichen Zustand eini- bl, ger Kranckheit: vor welchen er nie sicher E! ist / ja alle Lag schwarere Anstoß / und gr fchmertzlichere Zusaht zuerwarten hat. lai Gedcnekewie vil elende Menschen in diser Welt seynd: aller anderen Elend Le sän dir auch über Nacht begegnen: es ftr ist «07 57 Mit ist alles lauter Creutz / und Trübsal in ttc- disem Jammerthal/ sonderbar bey den iah- Frornen / welche allezeit von den Gottlosen verfolget werden/ und durch vil ich/ Creutz/ und Leyden in das Reich GOL- ht/ tes eingehen müssen. 'ley Alles diß Übel / alle Armseeligkci- ^ag ten Leibs/ und der Seelen hebt der Todt mit überall auf/ und macht den Menschen eib/ gantz befteyet von allen Bcschwarden deß gegenwärtigen müheseeligen Lebens, »er- Auf diser Welt fahren wir gleichsam >en in einem ungestümmen / und wütenden Meer daher/ und seynd immerdar in md der Gefahr deß Untergangs; der Todt sich aber ist der erwünschte Port/ und si- mn cheres Gestad aller Glückfeeligkeit. en/ Auf diser Welt seynd wir nichts ba- anders als Frembdling / und haben kein im- bleibende Statt/ sondern ziehen in dem her Elend herum; der Todt aber ist der md grade/ und gewisse Weeg zum Vatter- >t. land. hm Auf diser Welt ist unser See! im end Leib/ als in einem Kercker eingeschlos- eö sen; der Todt aber eröffnet denselben / c E und f8 S«- und führet die See! in die wahre Frey- ge heit. * lig Darum sagt der weise Mann ^/. 7. Der Tag deß Todes ist besser/ als der bei Lag der Geburt. W Als Elias von den heimlichen Nach- kel stellungen der Königin Jezabcl gantz Ze umringet war / verlangte er zusterben/ nei damit er zu dem End seines betrangten wk Lebens gelangen möchte. Fr Job und Hieremias verfluchten gar m den Tag ihrer Geburt/ dieweil sie ver- M meinten / es wäre besser nicht Leben/ als oa mit so vilen Armseeligkeiten überhäuft ist fet werden. Wtderum Job sagt: wer wird zei mich meiner Bier gewähren /daß mir U GOce gebe/ was ich erwarte ? und daß iß der/ so angefangk/ mich gar aufreibe ? Hil Als der H. Cyprianus das Uttheil deß Todts vernommen/ spräche er: len GOtt sey Damk/ der mich von den in Banden dises Leibs aufzulösen würdi- mi get. La Der H. Ambrosius: Die Starcken stt sollen denLodt nicht fürchten/ die Klu- vo ge ey- Zc sollen ihn wünschen/ und die Armscc- Lge sollen nach demsclbigentrachtm. /- 7. Der H. Chrysostomus: Allen Ar- -er beitendm ist der Außgang sücß : ein Wandersmann ftaget gern/ wo einEin- ich- kehr seye? ein Taglöhner rcchntt die mtz Zeit feines Diensts / wam er ein End m / nemlne: ein Bauersmann wartet Meten weil auf die Ernd: ein schwEscre Frau denckt stats an den zehenden Mo- gar mr; also die Diener GOttes ftagen >er- gern /nach der Vollendung diser Welt/ als Kam es ist gcfchribm: wo dem Schatz iust ist/ da ist auch dem Heetz. Der H, Gregörms Naz. ruffreMe- ird zeit M GOtt: HERR löse auf Visen mv Rock / der mir so schwär / so Mrlastig >aß ist < nemlich den Bletz deß Leids) und gib mir einen ringeren. heil Wellen dann der Lodt dich von al- cr: lew Übel erlediget / urll) «ß dem Elend ven in das Vatterland überstHet / so hallc es di- mit dan Heil, Cypriano welcher sagt: Lasset uns den Lag umfangen/ der einen ken jeden in sein HerbKg einführet/ der uns lu- von dmmm hinwegnimmt/ Md von : E L den —§ 6o Luden Stricken diserWelt entbindet / auch widerumindasParadeyß/und in das Himmelreich überbringet. Ruffe mit dem König David: selbsten recht erkennest/ so bist du ein lau- na, tere Schwachheit/ Unvollkommenheit/ L- und Sünd: es wimßlet in dir alles vor j>iii Vile der Sünden. Und was wurde es dir nutzen/ wann M d" schon die gantze Welt gewinnen / und M aber an deiner Seel Schaden leiden soll- v Er test? test? Wann du auch wurdest vil All- di mostn geben / die Hungerige speisen/ d, die Durstige trancken: Wittwen und b« Waifm besthützm; Tag und Nacht viL g LemGebttt obligm; dein gantzes Hauß ch zur Heiligkeit ermähnen: und aber inzwischen ein einzige Todt-Sünd thatest? bi so wurde es ja ftevlich hundertmal bes- w ser seyn / wann du jetzt deß gähcn Todts er stürbest/ als wann du alle gute Merck n> allein übtest? cc Wer will nun jetzt dich versicheren/ b. Laß d« dein Lebenlang / so solches lang d> wahren wurde/ kein schwäre Sund be- a! gehen werdest? wann man jovil Amei- le tzungen/ Zlnfechtungen / Gelegenheiten/ öl Gefahrc/unddieMenschliche Schwachheit betrachtet/ so ist solches nicht zu- vermuthen / sonderlich wann du grosse d Haußhaltung/Aernbter/ und Geschafft kl verwaltm müßtest /ist solches gleichsam 8 gewiß/ daß du dich etwann übersehen wurdest. 8 Indifer Welt ist alles voller Strick/ ir mit welchen uns unsere Feind heimlich g zufangm sich befleißen/ wie n die «»§ 6 ? §»> All- die Fisch mir dem Angel gefangen wer- M/ den/ und die Vogel mir dem Strick and begriffen; also werden die Menschen kvll gefangen in böser Zeit (der Versus auß chung.) in-- Aufs mindest wirst du alle Tag mit est? bilen läßlichen Sünden dich verfallen / des- welches grob genug ist. OSünd.'O >dts crschröckliche Sünd! wer kan dir entrinn erck nen? höret an/ was der Heidnische Cicero sagt: es ist besser tausendmal ster- rertz ben / als GOtt auf das geringste beley- ang digen. Wann deme also/ so ist es besser bo- alle Stund und Augenblick sterben / als irei- leben/ indeme wir GOtt alle Tag zum ten/ vfftcren bclcydigen. ach- Nicht allein der Todt/ sonder alle/ zu- auch erschröcklichstc Marter/und Peyn . 'ossc der ganyenWelt sollen ehender über uns »äfft kommen/ als der Grcüel einer eintzigen sam Lodt-Sünd. :hen Darum sagt der Heil. Ambrosius; Was verlangm wir dises Leben so sehr/ eick/ in welchem je länger einer seyn wird/je ilich grössereBurde der Sünden er aufladet; Vie was ist der Todt / als ein Begräbnuß e der *»§ 64. L«» der Lästeren /und ein Auferweckung der Lugenden? Weilen dann du allhie ohne vilfälti- ge tägliche läßliche Sünden nicht leben kaust/ sondern alle Tag mit dcnselbigen GOtt beleydigcst/ auch jeder Zeit in grö- ster Gefahr derTodt-Sünd stehest; der Todt aber dich von allen denen erlediget und befreyct/ so sollest billich den- selbigen lieben / wünschen / und nur grosser Begird erwarten / und mit dem H. Paulo //. hertzlich ftüfftzen: wie bin ich ein armseliger Mensch! wer wird mich erledigen von dem Leid deß Todes? Fünffter Absatz. Der Todt ist die beste Bneß. Mvorhast gehört Christliche Seel! ^ wie vilenAnfechtungen/und Gefahren der Sünden der Mensch unterworffen seye/ und wie offt wmi- gist mit läßlichen Sünden er sich belade. Nun «»§ Lx s» der Nun ist gewiß / daß ein Sünder ohne Bucß nicht eingehen kan in das ewige M Leben; wohin, nichts Unsauberes gelassen sen wird; und wann er schon Reü / und igen Leyd über seine Sünden erweckt / und ;rö- selbe durch die Beicht abgelegt hat / so der bleibt ihme dannoch einige Straff übrig/ edi- welche er mit ordcnlichen Büß- Wer- )en- cken abstatten muß; dahero lesen wir von roß. so vilen Heiligen/ wie strenge Büß sie H. nach ihrer Bekehrung verrichtet haben. Die. Kein krafftigers Mütel alle Straff ver hinweg zunemmen/ ist / als den Todt .eib willig / und mit Büß- fertiger Meinung außstehen/ dann unter allen Buß-Wer- cken/ ist das strengste der Todt / wel- cher eigentlich zu btllicher Abstraffung der Sünd dem Menschen ist auferleget worden / von der verletzten Göttlichen Gerechtigkeit. So kan ein armer Sünder kein grös- eel! sere/ schwarere/ und GOkt gefätttgere He- Büß thuen/ als wann er sich demTodt/ isch welchen zu Bestraffung seiner Frevlen m- GOtt über ihm verhänget hat/ willig/ de. und l «GL 6§ L»> -, -> --- -»— -»»> > -» > »» »- und mit Büß- fertigem Gemüth Unters tic wirsset. de Der berühmte Welt-Weife Aristo- m tcles spricht: Auß allen crschröcklichen m Dingen / ist der Todt das erschrecklich- de ste / und dem Leib das beschwarlichste/ vc als welchen er mit tausenderley Wehe rc und Schmeryen anfüllet/ und endlich le ihme den Garauß macht: dises dann xj fteywittig GOtt zu versöhnen / außfte- b« hen / ist oie gröste/ und beste Büß/und de eben disc Gottseelige Meinung ziehet dem re Todt die Larven ab/ verjagt alle dessen ck Schreckbarkcit/ und machet ihm lieb- w reich/ süeß/werth / und angenemm/js über alle Massen erwünschlich. d< Hingegen auß allen lieblichen Din- w gen / ist das Leben das lieblichiste : dises bi nun/ sambt allen Gaabcn deß Leibs/ rr Gemüths / und deß Glücks / wegen sei- r, nen Sünden / und wegen Versöhnung d. der verletzten Höchsten Majestät mit er reümüthigem Hertzen willig / und bereit E hergeben/ ist die gröste/ uno beste Büß. li Der Mörder am Creütz hat vil ge- E sündiget/ aber zwar ein kurtze/doch kraß- d tige/ ML «7 S«» litev- tige/ und beste Büß gethan / indcme er den Todt/ welchen er auß Noth leiden i'sto- müeßte / ihme fteywillig gemacht / und kchen mit Büß - fertiger Meinung außgestan- -lich- den: er bekennete / daß er den Todt wol M/ verdient/ und leidete denselben/ als ein Vehe rechtmäßige wolverdiente Straff, wie dllch leiden / sagt er: billich / dann wir einkam pfangen/ was wir wol verdient ha- ßstft den. Nach seinem Todt ist discr Mör- ^ und der alsbald in das Paradeyß abgefah- dem ren / sintemalen er die beste Büß gewür- csseil cket hat durch den Todt/ den er so kick willigaußgcstanden. 1/ jg Mauritius der Kayser/ als er von dem Tyrannen Phoca gefangen wäre/ Diw und seine Kinder von demselben umge- dises bracht wurden/ hat er zu eincsjeden Er- ibs / mördung aufgeschryen / Ge- 1 sei- reche bist du O HErr! und gerecht ist mng dein Urtheil. Lifts thäte er auch / als mit er selbsten den Streich empfangen solte. ereit Es hat nemlich dtser Kayser die bik Zuß. liche Straff/ die GOTT wegen seinen l ge- Sündm über ihn koMen lassen/ erkennt; raff- darum hat er die Göttliche Gerechtigkeit e/ gepri- «05 68 SS» gevrisen / und also die beste Büß gethan/ und Gottseelig gestorben. Der also den Todt willig zu Straff feiner Sünden außftehet/unv die Göttliche Gerechtigkeit preiset/ der thut die beste Büß / und solte ein Sünder eben darum den Todtmit Wunsch/ und Freuden erwarten/ weilen er ihme die Gelegenheit macht/rechte Büß zu thun/die verletzte Ehr GOttes wider zu erstatten/ der ewigen Straff zu entrinnen / und also den graden Wceg dem Himmel zufahren. So mache dann ein Christ auß der Noth ein Tugend/nemme er den Todt von der Hand GOttes mit Freuden an/ > als ein rechtmäßige Straff seiner Missethaten/ und leide alle Ungemach desselben mit Gedult/ so würcket er oie beste Büß / und bleibet sicher von allen Straffen der zukunfftigen Welt. m un ter hu au ba lei W! G lie Seche N de m ha er troff Sechster Absatz. eben der Tode mache einen rechten Dielen- nerGOttes. kle- hat die unendliche Weisheit -IÄ! GOttes vor Anfang der Zerrn ten seine allgürige Augen auf ^ uns Menschen geworffen / und auß lau- ^ lerer Gnad auß dem grossen Nichts hervor gezogen/ und erschaffen: es hak "Ou auch hernach Christus so vil auß sonder- M ^ barer Liebe gelitten/ uns zu erlösen / al- M lein zu disem Aihl und End/daß wirIH- uA me/ als unserem Höchsten HErm/ und ^ GOtt sotten dienen / Ihne loben / und " lieben. Und dises ist die gröste Würde deß Mmschen/ daß er allein zur Bedienung deß Himmlischen Monarchens gewidmet ist / und kein ander Zihl und End hat/als GOtt selbsten/ausser welchem ^ rr keine Ruhe finden mag / wie der Heil. * Ikugu- Augustiners sagt: Du hast uns für der- sen m hohe Pcrsohn gemachet/ O GOtt! lob undunserHertz kannirgendsruhen/als we in Dir. ver Wann gleichwol der Mensch mit al- T! ken zeitlichen Güteren/ und Ergötzlich- kciten überhäuffet wäre/ so wurde er doch M keinen rechten Friden / und Ruhe finden/ ha als in dein Zihl und End/ zu welchem sol er erschaffen worden. de Alle andere Ding werden dem Merr- ne: fchen nur vergebliche Sorg und Wider- Willen verursachen: all seineMühe und ist Arbeit / alle Stund und Augenblick / ss ge er zu etwas anders anwendet/ gehen ne verlohren/ weilen er durch sie nicht auf w, den rechten und endlichen Zweck abge- ra Met: alle Schritt / und Tritt/ die nicht m discsAbsehen haben/ seynd lauter Miß- du und Fähltritt/ weilen sie ihne von dem de recht- schuldigen Zihl in einen Abweeg verführen. de So sollen wir dann allen Fleiß und Ui Ernst anspannen / daß wir unserem Zihl S und. End gemäß leben/ und all unser nu Sinn und Gedanckcn/ Thun und Las- n sen der- sen dahin richten/ daß wir GOtt dienen/ )tt! loben/ und lieben: alle andere Zeit/ in ' als welcher wir dises nicht thun/ leben wir vergebens / und als wie unvernünfftige t al- Thier / nicht wieMenschen. ich- Was nun den Willen/ und gute »och Meinung GOTT zu dienen / anlangt/ )en/ hast du zwar O mein Christliche Seel! -cm solchen von Jugend auf gehabt/ und jederzeit gewünscht/ GOtt allein zu dicken- nen/und zu gefallen, der- Aber ach das GOtt erbarmwie und ist solches im Werck bisDato so schlecht / so geschehen? wie bist du in demDienst dei- hen nes HErm so faul/ trag und Hinlaßig? auf wann du auch schon allen Ernst hinfu- ige- ran anwenden sollest/ so wirst du doch icht m diftmLeben nicht darzu gelangen/daß riß- du deinem HErm gebührender Massen )em dein Schuldigkeit ablegest. »eeg So lang wir in drscr Welt seynd / verunreinigen unsere Merck tausenderley and Unvollkommenheiten/und Mangel? alle Zihl Stceg und Weeg ligen voll Verhinderter nujftn: ja wann wir die Sach recht überlast legen/ so bringen wir die wenigste Zeit in r dem dem Dienst GOktes zu / und noch di- Tr ses lau und schlafferig. rer Wann du derohalbe GOtk wahrhaff- tzei tig zu dienen begehrest/ must du änderst ivi darzu thun / und eine bessere Gelegen- un heit suchcn/wclche du mrgcnds/ als nach da dem Todt im Himmel finden wirst/ all- ob! dorten allein ist das Ort/ GOtt voll- kommenlich / ohne alle Verhindernd zu zet dienen: der Todt allein wird dich zu ei- kor nem rechten Diener machen. kör Dergleichen bist du auß unzahlba- un ren Titlen/und Ursachen schuldig Gott deinen höchsten Gutthatcr zu loben/ fch und zu preisen / und wann du nichts an- G ders thatest/ als immer ohne Unterlaß un dem Lob GOttes obligen/ und unauf- M hörlich ihme dancken wegen so vilen Gutthaten/ so wurde alles gar schlecht/ Zer und ring gegen deiner grossen Schuldig- ve: kcit seyn. M Nun aber kanst du dem Lob GOt- V tes/ und gebührender Dancksagung in m disem Leben nicht allezeit/ nicht allen- der thalben/ nicht genugsam abwarten: die wc mehreste Zeit gehet durch mit Ejsen/ Trin- 7Z > di- Trmcken / Schlaffen und tausend anderen Beschäfftigungen/ auch wol unnü- tzm/und weltlichen Handle»/ inzwischen )erst wird das Gemüth verwirret/ verstreüt/ gen- und bmnruhiget/ also daß MM so gar nach das acwohnliche Gebett schlecht / und /all- obenhin verrichtet» soll- Aber nach dem Todt wirst du alle-, ßzu zeit/ allenthalben/ und auf das voll- a ei- komMneste ohne einige Verhindernuß können GOtt dancken/ loben/ preisen/ >lba- und benedeyem Mt Letstlich hat es eben ein solche Beben/ fchaffcnheit mit der Liebe: wir lieben offt ; an- GOtt / das Höchste GUT mit Hertz rlaß und Mund; aber gleich erzeigen wir das lauf- Widcrspihl in dem Wer«, silen Ach! wie offt erweckest in dir Ubun- cht/ gen der Göttlichen Liebe? ach! wie ojst ldig- bezeugest / daß du das höchste Gut über alles liebest? und vergehet kaum ein Ot- Viertel- Stund / so überwindet dich der- g in ne Sinnlichkeit/ und sündigest schon willen- der/ gantz der Unbeständigkeit unter- : die worffm. jjen/ Ach! wie offt thust du dich auß mir a- 2 dem «»§ 74 dem Heil. Paulo: wer wird mich ab- A sondern von der Liebe Christi ? Trüb- m saal / oder Angst / Verfolgung / oder ko Gchwerdr? rc. Nichts wird mich dar- st von absonderen : und sobald die mindeste Gelegenheit / oder Versuchung an- *> kommt/ist alles erkaltet. Wahrhafftig! der Geist ist bereit/ aber das Fleisch ist schwach: wir empfinden mit dem Avostel ein anders Ge- satz in unserm Glioercn: du wünschest zwar/ deinen Geliebten über alles zu lie- ^ den; aber dasselbe Gcsatz widerstrebet/ L und wird widerstreben/ so lang du lebest; " Wann du aber von disem Gcsatz durch h, den Todt wirst erlediget werben / alsdann ach! alsdannwirst du deinen Gc- ^ liebten lieben / recht lieben / vollkommen § lieben / über alles lieben / ohne Maaß/ h, ohneZihl lieben/ja dein gantze Beschaff- n tigung wird allein seyn/ GOtt lieben, st Derohalbcn O Todt! O glücksceli-. ger Todt! O erwünschlicher Todt! web h cher dich von so vilen Unvollkommen- n heiten/ und Verhindernussen erledigen h wird/ welcher dich in einen Stand se§ p tzen -«§ 75 ) ab- tzm Wird/ in welchem du ein rechter Die- :rüb- ncr GOttes werden / und GOtt voll- odcr kommenlich dienen / loben/ ehren / prei- dar- sen / und lieben wirst können, min- SLbendttr Absatz. M Der Todt ist die beste Gelegenheit 'Ge- GOTT zu huldigen. schest ulv Leben deß Menschen kommt ebet/ von GOtt her/ welcher dassel- 'best; hfge dem Menschen als ein Le- >mch hm übergeben hat. als- Dises ist allezeit in seiner Hand / und l Gc- Gewalt/ er kan uns aufkünden nach sei- EN nem Belieben / wann er uns das Leben -aaß/ hinwegnimmt/ nimmt er nur das Sei- Haff' nige/ und haben wir darzu gar nichts zu- bcn. sprcchm. Wann nun der Todt anklopffet/ so wel- heißt es: du must dein Lehen GOTT men- widerum einlifferen / Er begehret es/ Er vlgen besihlet es/ du muft sterben / also will ld sc« ss GOtt haben /jetzt/ in diser Stund/ en F* an an disem Ort / auf dise Weis muß du Ur das Leben lassen/ du wollest / oder nicht/ gr> es seye dir Lieb / oder Leyd: förchte den all Todt / so vil du willst / wehre dich/ so zei starck du kanst / kümmere / und ängstige bei du dich / biß du von Sinnen kommst/ ser es muß doch gestorben seyn. So derohalben GOtt besagter was- ge ftn den Todt für die Thür schicket/ was Zei willst du mache/meinChristen-Mensch? sol alsdann ist vorhanden die beste Gele-- H genhett/ dein Heldenmuth zu erweisen/, H der höchsten Majestät zu huldigen/ und dc deineLreü Ihro zu erzeigen. Wann nun der Todt dich aufzufor- T deren anlanget/ ergibe dich fteywillig/ E nimmc an den Befelch deß Allerhäch- . w> stms/ unterwirffe dich unterthänigtst ser seinem heiligen Willen/ demüthige dich ' g« mit gehörigem Respect gantz fteüdig un-. di ter der Hand GOttes/ und stelle dein A Lehen seinem HErm also widerum zu Handen. Durch dises erzeigest du im höchsten Staffel/ daß du ein treüer Vasall / und Lehen- Mann deß grossen HErm seyest; ^ du Und dises zuthuen / solle dir eine weit icht/ grössere Freüd seyn / als vil Jahr nach den allem deinem Wunsch zu leben: je ftüh- / so zeitiger dich der Todt aufforderet/ je hel- ssigc vcmnüthiger wird dise deine Huldigun- nft/ seyn. So lasse dann dise so vortheilhaffti-» nasi ge Gelegenheit/ dein Treu GOtt zu be- lvas Zeugen/ nicht auß den Handen/ sondern sch? sobald sich der Todt anmeldet/ fasse ein lelc-- Hertz / unterwirfst dich heroisch seinem iscn/ ^ Heil. Befelch / und mit höchsten Freü- und den huldige seiner unendlichen Majestät. ' Dises wird dir ein unaußsprechlichcn for- Trost bringen / und die gewisse Huld / llig/ Gunst/ uno Gnad deines HErrns er- ach- . werben: ohne allen Zweifel wird es heis-- lgiß sen: Ey du guter Lncche/ der du ereü dich gewesen iir dem Wenigen / gehe ein M 'die ewige Freud deines HErm. stm und estr r § z Achtet / «»§ 78 S«- SLl der ere Achter Absatz. Der Todr ist ein köstliches Gpffek. Leb ^AßEr H. Chrysostomus sagt: Der uck Todt ist ein nothwendige Gaab te; der schon verderbten Natur/ hab welche man mit Freüden umfangen solle, gen Wir sollen uns das jenige freywillig ma- schl chen / welches doch ein Nothwendigkeit sän seyn wird. Läßet uns GOtt zu einem > alll Opsser aufopssercn/ was wir auß Schul- ge; digkeit zu geben verpflichtet seynd. Dise Lehr deß Heil. Chrysostomi Is solle ihme ein jeder Christ wo! lassen ge-' au jagt seyn/und wann ocrTodt herzu na-, sen het / solle er alsobald sein Leben dem Allmächtigen GOtt willig/ und freüden- H wüthig zu einem lieblichen Opsser dar- C bieten. V Das Leben ist das edlistc/ vornehm- sei sie/ und liebste Gut deß Menschen/ an ur welchem sein gantzcs Weesen/ und was E ^ 79 ^ M er hat/hanget r discs alles ist der Mensch GOTT schuldig; darum solle er alle Stund und Augenblick solches gern wider aufopsseren / dem jenigen/ von deme er es empfangen hat. ffer. Abraham hatte einen Sohn / dessen Leben diserH. Vatter über alle Schatz/ Der und Güter diser Welt achtete / uud lieb- )aab te; dises wolte GOtt zu einem Opffer itur/ haben; befähle dcrohalben disem heili- solle. gen Mann / daß er Ihme seinen Sohn ma- schlachten solte: Abraham wolte gehor- gkeit sammen/ und wurde dessentwegen über inem > alle Menschen von GOtt gesegnet/ und chul- geprisen. Eben also soll ein Christ seinen lieben konu' Isaac / daß ist sein eigenes Leben GOtt n ge- aufopsseren / so bald der Todt ihme des- u na-. sen Befelch ankündet. M Gleicher Massen haben so vil tausend idew Heilige Märtyrer ihr Leben ihrem dar- Schöpffer übergeben: eben mit solcher Willfährigkeit/ und Eyffer soll ein Christ ehm- sein Leben dem Allerhöchsten überlassen: r / an und kan der Mensch nichts thun / daß was GOTT wolgefattiger seyn Mancher er - opffc- «oss 8o SS» vpfferet sein Gut/ sein Ehr / seinen Wil- A len; aber das Leben dargeben/ über- W. trifft alles. Es ist zwar ein köstliches Opsser/ wann einer um die Ehr GOttes willen ^ das Leben hergibt/ aber nicht vil minder ists/wann einer die Wehe und Schmer-- ^ tzen deß Todts williglich überstehet/ und ^ mit gutwilligem Herye sein Leben durch den Lodt seinem HErm aufopffcrct. Ja W der Eyffer/ und Liebe eines Gotkseelü ^ gen Dertzens konnte so groß seyn/ daß Lei man oern Verdienst der HH. Marty- ftn rer allerdings zukamme. kar So soll dann ein rechter Christen- jen Mensch durch den Todt fein Leben dem ten höchsten HErm willfchrig/und mit gw ru rem Hertzen aufopffercn/ und auf dise du Weis fteywillig/ und tugendsam ma- crr chen/ was sonsten nothwendig gesche- ' zu hen muß. Dises wird der Grund-gü- aa tige GOTT gewiß annemmen zu ei- R nem lieblichen und wolgefalligm Opf- m fer/ und dise köstliche Gaab nicht vrr- !ai werffen/ sondern mit Gnaden ansehen/ wi und in das ewige Leben bewahren. wi Reundtz «»§ 8i 50» .sftr/ Ncündker Absatz. ndcr ^ ^ Todr cröffttee die Pötten deß Ainiitteis. lAß eigenthümliche Erbthell eines Chriftm/ so ihmc Christus un- ' serHeyland mit seinem bitterm d«ß Leiden und Stcrbm / und mit dem gros- arty- ftnWerth seines kostbarlichen Bluts er- kaufft hat / ist -erHimmel: dises ist das istew jenigc Reich /welches allenAußerwähl- > dem ten zubereitet ist von Anfang der Welt r t W zu disem kan man nicht gelangen / als s dise durch den Todt. Der Todt allein ist der ms- erwünschte Portncr / welcher die Thür ische-' zudemselbigen aufspehrct / und den Ein- -gü- Lang eröffnet. O Himmel du seeliges u ei- Reich! O Himmel/ du liebreiche Woh- Opf- nung! O Himmel / du wahres Vatter- vcr- land allen tteüen Kindcrcn GOttesr hm/ wie schön / wie lieblich / wie angenehm/ . wie erfreulich bist du.' «»§ 82 §» Die zierliche / und überauß herrliche prä Beschaffenheit disesOrts beschrcibtuns täte der H. Ioyannes nur ein we- deri nig obenhin/ da er sagt: Die Himm- Gö tische Statt Jerusalem/ und dero Pa Gaffen seynd von purem Gold/ die lich Mauren derselben seynd auß lauter ste/ Edelgestein / und die Porten auß lau-- Ulff rer köstlichen Perlein / ihr Tempel iß tzet der Allmächtige GGtt/und die Statt keil bedarff keiner Sonnen/ noch deß keil Monds / daß sie ihr scheinen; dann Wii die Herrlichkeit GGrres erleuchtet sie/ ter und ihr Licchr ist das Lamm: Nichts Dl Ltnreines wird da hinein gehen / und S GGtc wird abwischen alle Thränen ein von ihren (der Innwohneren) Augen/ kill und der Todt wird nimmer seyn/ noch lch Leyd / noch Geschrey / noch Schmer-- vh tzen wird mehr seyn- Bisher hat der Heil. Johannes ge- E sagt/ fovil er hat können sagen/ dann ks wie es an ihme Selbsten alles im Himmel m ist/ wäre unmöglich zusagen: der Him- w mel ist der Pallast deß Allmächtigen tt GOttes: was köstliches/ansehenliches/ F prach- «»§ 8Z S«» licht prächtiges in allen Höfen der Poten- uns taten diser Welt zusehen / ist lauter Kinne- derspihl / und Tockenwcrck gegen disem um- Göttlichen Pallast: der Himmel ist das vero Paradeyß / und Lust- Garten der Gött- die lichen Ergötzlichkcit/ welchen der weise- uter sie/ und Allmächtige Künstler zu seiner/ lau- und der (einigen Belustigungen gepflsn- el ist yet hat: alldorten ist keinFinstcrnuß/ -cace kein Nacht/ kein Winter / kein Sommer/ deß kein Regen / kein Ungewitter / kein Verein wirmng / kein Vertrust: alldorten ist lau- e sie/ ter Freud ohne Traurigkeit / Liecht ohne chks Dünckle/ Gesundheit ohne Kranckheit/ und Sicherheit/ ohne Forcht und Gefahr / wen ein Fülle ohne Eckel / oder Verleydung / gen/ ein Freüd chne Beschward / ein Wol- noch lust ohne Schmertzm/ ein Überfluß wer- ohne Abgang / ein Leben ohne Todt / alles Guts ohne End: alldorten ist alle s ge- Schöne ohne Mackel / alle Wollustbar- )ann keit ohne Mangel/ alle GlückseeligkeiL amel ohne einyige Beunruhigung. Mit ei- )im- ncm Worti in dem Himmlischen Vat- cigcn terland scynd vil Wohnungen / alle voll chcs/ Freuden/ Wollust/ und Ergötzlichsten, h- Wann Wann jetzt schon in diser Welt GOtt mit sich also in seinen Creaturen sehen lasset/ alle was wird erst imVattcrland geschehen? wann GOtt seine Güte also außgießt Gä ouf Erden; was wird Er im Himmel les thun? wann die äußerliche Gestalt deß rig Himmels also Herstich ist; wie wird die der innerliche so Glorwürdig seyn? wann sig GOtt seinen-Feinden in disemJammer- (L that so vil Gutes erzeiget; was wird er sth< in seiner Göttliche Residentz denen Kin- dir deren mittheilen? dahero sagt wol der H. Augustiners: Wann duO HErr! Br uns so vil thust in der Gefangenschaft; bet was wirst du erst thun/ in deinem Pal- strl tast? wann du so vil Guts erweisest an dem Lag der Zäheren; was wirst darge- un! den an dem Lag der Hochzeitlichen Ol Freuden? dann auß disen kleinen/und kgl sichtbaren Gaaöcn können wir die grös- M st/ und unsichtbare erkcnnm. W Mit wenig Wottm zusagen: wohin tyr die Augen/ und das Gemüth sich in je- M nein Feld der Wollüste kehren / ist nichts W Zufmdm/als ein Gegenwart alles Guts ! und der *«§ 8s rOtt und ein wette Entfernung alles Übels; ?.ssct/ allenthalben ein lauterer Himmel, hen? Alldorten wird erwartet/ was gießt GOtt versprochen Ich will ihme al- innel les Guts zeigen. Item: Euer Trau- t deß rigkeir wird in Freud verkehre wer- d die den. Item: Euer Lohn ist überhäuf- sann fig im Himmel. G^rntz schön bist du mer-> (O Himmlisches Vatterland!) gan Sitze/ wie gut / und wie lustig iß W es / wann Bruder in guter Verstäub- der nuß bey einander wotznen/ dann dop btt ren tzae Gtdtt seinen Seegen verord- nee / und das Letzen in alle Ewigkeit. str> kär Alldorten wirst du bald mit U. L. all! Frauen / bald mit St. Joseph / bald mit abl deinem Schutz- Engel/ bald mit deinen tzei heiligen Patronen / und anderen Heiligen / oder auch sonsten mit deinen Eltc- de> ren/ Brüderen/ Verwandten/ und be- G kandten Freünden dich undmcden/ und hö crfreüen können. H Und alle dise werden seyn / König/ «g und Königinnen / Kinder / und Erben W GOttes. ' ka So schreye dann auf mit dem Psal- ter misten: «»5 87 So» chüU misten: O HErr! wie so beliebe jeynd kligeri deine Wohnungen/ mein Geel verluden langt/ und verschmachtet schier von Voll- Begirb nach dem Vorhof deß Herrn. : M Gedmcke! was für ein grosser Narr r ein der wäre/ welcher daheim in seinem Vat- sseyn terland die vornehmste Eiteren / und Freund/ alle Reichthum/ Ehr und Geig ist götzlichkeit haben köndte; nun aber bey änd- den Türcken gefangen wäre/ bey dcnsel- dor- ben alle Tag Hunger/ Durst/ grobe -ord, Streich / und Gefahren deß Todts auß- ckeik. stehen müßte / und wann ein Bott ankäme/der ihm erledigen/ und heim zu I.L. aller Glückseligkeit führen wolte; er ) mit aber lieber in Stücken und Banden stemm tzm wolte / als heim gehen. )eili- Ein solcher Narr bist du / wann du Lltc- den Todt nicht liebest; dann durch die o be- Gnad GOttes bist du ein Kind deß ' M höchsten HErm/ an seinem Hof/ in dem Himmelreich warten auf dich alleHei- nig/ lige/ alle Ehren/ Freüd/ und Reichten thumen/ und mehr als du wünschen kanst; darum verlasse mit bestem Wil- )sch stn difes zeitlicheIammerthal/ und gehe rr mir 88 Ss» mit Frolocken ein in das so lang erwünschte Himmlische Vatterland. Sehender Absatz. Der Tode fähre die Sccl in das ewige Leben. )O bald der Todt dir/ O mein Christliche Seel! das gegenwärtige armseclige Leben wird Mßgelöscht haben/ wird er dich ohne Verzug in die ewige Freud/ und Stetigkeit einführen. Alsdann wirst du nach dem zeitlichen / und elenden Leben ein ewiges/ und Mckseeliges Leben gemessen. O Leben/ welches GOtt zubereitet hat denen/die Ahne lieben t O lebhaffres Leben! O stetiges Leben! O sicheres Leben!O ruhiges Leben! O reines Leben! O keusches Leben O heiliges Leben! ein Leern ohne Mackel/ ohne Schmerlen/ oh- M Angst/ohncVcrstöhrung/ ohne Ver- wrr- wir Be^ voll M Feä kein von ben ton ben 1 > rw j» Fr *»§ 89 S»- er- ms ern en- ird >ne ee^ kl- nd n/ sie O O ü- ,e- y- wimmg/ ohne Verenderung/ ohne alle Beschwärd/ und Vertrust! ein Leben voller Frcüdcn/und aller erwünschlichen Wollustbarkeit! ein Leben/ daß keine Feind und Widersacher hat/ das von keiner Anretzung zur Sünd weißt/ das von keiner Forchr betrübt wird! ein Leben in welchem lauter Liebe/ und vollkommene Liebe anzutreffen ist! ein Lc- I ben/ in welchem GOtt von Angesicht > N Angesicht gesehen/ und dieScel mit > oiser Speist deß Lebens/ ohne einigen ! Abgang ersatttget wird. l Cs erhitzet /und seüffzct zu dir mein Seel O gutes Vatterland! OVatter- land derEnglen! O Vatterland/ in wel- > chem niemand stirbt! in welchem kein ! Feind zugelassen wird! ein Vatterland/ ^ in welchem du GOtt zum Freund/ und ^ ewigen Freünd wirst haben. In disem Leben/ und c rwigen Leben wird dein Seel in lauten Freuden und Wollüsten gantz vertiefft/ und versenckt werden: Kein Aug hat es gesehen/ kein Ohr gehört/ kein Mensch karr es ergründen/ was GOtt zubcretz G M 9 0 L»» ttt hat im Himmel/ den jenigen/ web M chcIhne lieben. W Alsdann wird der Verstand alles! mit fassen / alle Naturen und Eigcnschafften/' get Krasst und Würckung so viler unter- ^ den schidlichenCreaturen: er wird mit allen M Wissenschafften begäbet werden/ also/! ftin daß der mindeste Heilige / mehr wissen /! urs und verstehen wird / als Adam imPa-! radeyß/ und der weiseste Salomon in. un> aller seiner Weisheit. ^ Alsdann wird die See! mit ihrem ! Verstand begreiffen die geheimistcWun- > M Der der Göttlichen Vorsichtigkeit/wie sich GOtt sie so gütiglich außerwahlt/ so me wunderlich beruffen/ so Vatterlich an ^ rer Seel und Leib erhalten: sie wird fthen/ um mit was für grossen Gnaden GOtt sie ^ m i begäbet / mit was für Mittlen/ und An- ^ un' triben Er zu ihrem Heyl geholffen/und wie ihr ganyer Lebens-Lauff so weislich grc in einanderZerichtet gewesen: sie wird fiel sehen alle Gefahren/ von welchen sie rig entrunnen/ alle Gutthaten die sie ein- un' pfangcn / alle heylsame Ermahnungen/ O und Entsprechungen/ mit welchen sie m unter- 91 L0» vel- unterwisen/ alle Streich/ Widerwärtigkeiten/ Trüebsaal/ und Verfolgungen/ ues i mit welchen sie so Vatterlich gezüchti- ten/ - get/ und in dem Guten erhalten Wörter-- > den: alles dises wird dem Verstand um gantz hell / klar / bekannt/ und offenbar lso/ ^ sein / auch ein unbegreiffliche Freüd deren/ . Ursachen: Wahrhafftig wird die See! > damalen seyn/ wie ÄOtt/ und das Gute l tN l und Böse dastehen. i Der Will wird gantz erfüllet wer- cem den mit hitziger Liebe gegen GOtt/ und un^! allen Mit-Heiligen: die unendliche Lieble lichkeitGOttes wird ihn gantz ernnem- ^ mm/ gantz entzünden/ ja gantz in lauan ter Freuden versenckcn: die Schöne/ >m/ und Glory anderer Heiligen werden sie! in ihme auch ein unaußsprechliche Freud/ ^ ^ und Ergötzlichkeit erwecken, b Der Will wird auch ein überauß Stosses Vergnügen haben / wegen einer ur? lievreichisten Ruhe/ und völliger Ersüt- sit tigung / in deme ihme nichts abgehen / 'in- und er gäntzlich beftidiget seyn wird. §n/ O Frld! O Ruhe! welche nirgends/ als m dem ewigen Leben anzutreffen. ' Gz M ^ . .. . Die dritte Freud deß Willens wird seyn die vollkomene Gerechtigkeit/ durch D welche die Seel GOtt gefallt/ und in-- trij niglich lieb ist/ auch selbige nicht mehr Fr> verliehren/ oder mit einiger Sünd be- macklen kan. Discs alles wird demWil- ge' len ein unbeschreibliche Freüd verursa- rcr chm. dis Die Gedachtnus wird auch mit ih- hö ren Wollustbarkeitm überhauffet wer- sch den: wann sie wird sehen beysammen G das ganye vollbrachte Leben / und alle ho so wunderliche Verordnungen GOttes/ ge und warum diß / oder jenes geschehen: U wann sie sich wird erinneren / wie osst sie man angestoßen / und allerdings verloh- ur ren gangen/ wie man auch noch mehr wi sich versahlt/ wann es GOtt nicht so . ge gnadiglich verhütet hatte/ wie so ojfi nach leydigem Sünden-Fahl man wi- C derum zu Gnaden sey aufgenommen m wordm: es wird auch die Gedachtnus aller Historien/ und Geschichten so je- malen geschehen/ vollkommenlich sich erinneren/ welches alles unglaubliche Freuden mit sich bringen wird. O Freüdl *»§ 9? S» )trd rrch in- lehr be- Vil- rsa- - ih- Verven alle tes/ -en: offt loh- rehr tso B nullen aus je- sich lche r O Freüd! schreyt aufderH. Augustmus : O Freüd! über Freüd! sie über- triffct alle Freüd/ ausser welcher keine Freüd ist! Was ist dann das für ein unsinnige Blindheit/ welche mit blutigen Zäheren solte beweinet werden/ daß wir auf diser Welk Kinderpossen / Gauckclspill/ höltzerne Rößlein/ und Pfeifflem/ ein schnödes Wollüstlein/ ein schlechtes Gelrlein/ ein zergangliches Ehrlein so hoch achten; und das ewige Leben / ewige Reichthum/ ewige Ehren / ewige Wollust / ewige und unendliche Glück- secligkeit so schändlich hindann setzen/ und verabsäumen/ja erschrocken/ wann wir durch den Todt zu denselbigen eingeladen werden. So bist du dann thorrecht/ mein Christliche Seel! wann du fürderhinnit Mit allem Ernst nach dcmTodt seüfftzest/ und wann er ankommt/selben mit Frolockcn bewillkommest. Lilss« »»- 94 Lllffter Absatz. :L-» Der Todt zeiget das Angesicht GOTTES. jIe vornehmste/wesentliche/und Haubt-Seeligkcit bestehet inder Anschauung deß Göttliche Angesichts/ welches ist ein klare / und helle Erkandtnus/ ein vollkomene Besitzung/ und ein vereinbarliche Geniessung deß höchsten unendlichen Guts/ auß disem entspringt ein unaußsprechliche Freud/ und ein unbegrerffliche Liebe/durch welche die Heilige allerseits seelig gemacht werden. Dann so bald das Liecht der Glory wird anfangen zu glantzen/ und sich GOtt mit den Seelen derHeiligen ver- einbahren/ und in dieselbe sein Gottheit außgiessen/ so wird gleich ein so unbeschreibliche/ und unbeschranckte Frcüd/ auch ein solche Brunst der Liebe in dem Gemüth derHeiligen entstehen/ daß sie iru kör Hi Ll sur kör ale N. nit sie U. hei ttt dci sie sc^ A so! kli Lt dl tn «S- 95 L» in alleCwigkeit nichts mehrdarvon wird können abwenden. Von diser höchsten Seeligkeit der Himmlischen Bürgeren/ sagt der Heil. Thomas: daß/weilen sie ein Bemessung GOttes ist/ sie nicht besser seyn könnte/ als wie nichts bcssers seyn kan/ als GOtt. Gleichwie die Menschliche Natur Christi zu einer grösseren Würde nit hat können erhebt werden/ als daß sie GOtt ist vereinbahret worden: auch U. L. Frau mehr nicht hat können erhöhet werden / als daß sie Mutter GOttes worden; also kan die Seeligkeit in dem Himmel nicht höher seyn / als das sielst / indeme sie GOtt selbsten anzuschauen/ und zu gemessen mittheilet. Was aber für ein unbeschreibliche Wollustbarkeit seye/ GOtt anschauen/ solle ein wenig mit einem Exempel erkläret werden. , Es erzehlet Ludovicus Blosius: daß der Heil. Brigitta von Christo seye gesagt worden: wann du sehen wurdest/ dieSchyne der fettigen Seelen/ oder dey HH. «SL 9§ SS» HH. Englen / so wurde dem Hertz vor rer Mugrosser Freüd zerspringen. un Eben diftr bezeügct: Es habe der M HErr der Heil. Cakharma gesagt: Du all weist O Tochter! daß / da ich einsmals kör dir in einer Verzückung die Gestalt deß Teüffels nur ein Augenblick gezeiget Ai hab / du nachmals geredt hast r Ich will dir lieber mit blossen Messen über glüende dij Kohlen spatzieren/ bis zum Jüngsten j w. Tag/ als dife erschröMiche Gestalt noch ^ ge einnra! anschmwn. so, E So wol! ist dann der böse Geist so > D häßlich/ und abscheulich / daß man lie» de der solle das Feür außstehcn/ als selbigen ansehen? was für ein unermeffener gc Wollust wird dann seyn/ GOtt/ die i gr Brunnquell aller Schöne ansehen? ! ni Es schreibt Casarius: es habe der ^ H Höft Geist zu Cöllen auß einem Beftsse- i de neu unter anderem geredt / als er gefragt lü worden / was er geben wölke/ wann er den Himmel wider erlangen könnte? , T wann ein Gaul / sagte er / von der Er- di den bis indenHimme! langte/ mit lau- gl ter stitzigm Mglen/ und Scherrmcjfts ei rm bor rm zugericht/ und ich in einem Leib Tag und Nacht müeßte auf- und abgezogen der werden bis an Jüngsten Tag / wolle ich Du alles gern leiden/ wann ich widerum mls könnte zur ewigen Seligkeit kommen, deß Überlege jetzt alle deine Müke und 'iget Arbeit / alle deine gute Merck und Ver- will dienst/ und schaue was du thuest/ daß nde diser Seeligkeit werth seye. Das gegen- stm j wältige Leiden ist nicht welk!) / ges loch gen der zukünftigen Glorv. L sondern ein Augenblick / und geringe k s0 Trüdsteligkeie würckec das Gewicht lie» der ewigen Glory. 2 . llbi- Alle Peyn der Märtyrer/ alle Streng 'nee gc dtt Emsidler ist nicht werth der ewi--» dir l gmGlory: wann wir selbige einen ei-- ^ nigm Tag könnten geniessen/ sagt der der > Hell. Augustinus / so sollen wir wegen O- - dem allein alle zeitliche Güter/ undWol? agt W verachten. t er Dife Seeligkeit ist nach Lehr der lte? , Theologen ein vottkockene Mtthcilung Lr- der Gottheit / sovil ein Creakur fähig ist? au- gleich wie ein Tröpflein Wasser / das m Ist- em Faß voller Wein geschüttet wird/ » Wem «av §8 S«- ^-- - — - Wem wird; also werden die Heilige un! in GOtt vergstaltet werden. /. Gä lwiv werden Ihme gleich seyn: dann nm es wird zwischen GOtt / und einer seeli- unr gen Seel ein solche Vereinigung seyn/, nen daß dise gleichsam als in einem Meer wu wird versenckt werden; und dahero dann' Fm entstehet ein Zusammenfluß aller Wol-! fan lustbarkeiten. ! dar Wir werden auch in GOtt alles se- ? auc hen/ was zur Seeligkeit dienlich seyn zug mag: wir werden sehen alle Göttliche! hen Vollkommenheiten/und Eigcnschafften. ^ W Wir werden sehen/ jenes hohe Gehenn-! Kr nus der Allerheiligisten Dreyfaltigkeit:! hm wie der Sohn vomVattcr gebohrt wer- ^ wn de/ wie der Heil. Geist von beyden auß-! M gehe: wie in einer Natur drey Persoh- ^ da nen seyn können: und wie die Göttliche Persohn mit der Menschheit vereinbaret > vil worden: auch alle andere Wahrheiten ste von der Gnad / und Gnaden-Wahl/re. bec Wir werden sehen/ das herrliche Hauß so l GOttes: die Schöne/ und Größe deß kor Himmels: alle/ und jede Bürger desselben/ und alle ihre Verdienst/ Würde/ A> und 99 As» ilige und Vergeltung. Wir werden sehen in ». /. GOtt / die Hüll/ sambt allen ihren Tor- ann mmten/ uns Verdambrm/ und dann celi- uns erfreuen / daß wir derselben entrun- yn/^ um. Wir werden in GOtt sehen/die ^eer wundersame Ordnung der Göttlichen am' Fürsichtigkeit/ und Regierung vonAn- Zol- fang der Welt / bis zum End/ sonderbar in Geschafften unsers eigenen Heyls/ s st- j auch alles / was sich jemalen in der Welt eyn zugetragen. Endlichen werden wir seiche ! hm alle erschaffene Ding/ die jemalen ten. gewesen seynd/und alle ihre Schöne/ im- Krüfften/und Eigenschafften: und nach eit: hundert mal hundert tausend Jahren -er--. wird disc Secligkeit so vollkommen/ so uß-' angenehm/ und erfteülich seyn/ als in ob- dem ersten Augenblick, che Wann du oerohalben vil erfahren/ rret vil wunderliche Sachen sehen/vil Kirnten sten / und Wissenschafften zu ergreiffen /w. begehrest/ so wirst du dises alles haben/ iuß so bald du für das Angesicht deß HErm >cß kommest. scl- Wann du gern hattest/grosse Macht/ ve/ Ansehen/ Ehr/ Schatz/ Reichthum/ - groß- ^»§ 100 Lck» .. . .- --» «U grosses Lob / Ruhm/ und alle ersinnli- che Wollust; da wirst du alles Überfluß ^ sig / und ewig haben. O glückseelige' Seeligkeit! O stresse/ und erwünschte - ! Anschauung deß Göttlichen Angesichts! stei wann? ach! wann wird mein Seel da-! ^ hin gelangen.? So lang wir «Hier le- > M Len / kan es nit seyn / allein der Todt ist! A jener GöttlicheBott/ der uns das Gott- ^ liche Angesicht zeiget. ! St So stehe dann auf mein Seel! lege Ug ob die thorrechte Forcht deß Todts / er- H2 hebe dein Begird/ deine Seüffyer zu de, dem Himmlischen Vatterland/ und er- > ihr warte mit Freüden deinen Abschid auß ger disem Elend; Russe und seüfftze össters Rr mit dem Psalmisten. Gleich au wie der Hirsch verlanget nach dem rhi llVajser-Brunnen; also O GGcc t ver- llangee nach Dir mein Seel! wann Ai wird ich kommen / und ersthei- hil «en vor dem Angesicht deß U HERRN? R . k! §wöM »r rvi s» W j AwSlfftcr Absatz. schte - Der Tode mache auch den Leid rm-r hts! sterblich. da- ^ r le- > MrsjLs auf ein Zeit der Heil.Johanne ist ! ESI nes in der Insul Patmos in wts' Verzückung wäre/ hat er eine ^ Stimm gehöret/ die also lautete: Gee- lege lig seynd die Todten/ die in dem / er- ^ e-Errn sterben/ von nnnan/ jpriche t zu der Geist/ daß sie ruhen sollen/ von > > er- ^ ihren Arbeiten, ^r-sc. /^k. Dahero psie- auß gen wir zusagen / von den Todten: Sie ters Ruhen in dem HErrn : wir wünschen eich auch ihnen dtse Ruhe: HErr verleyhe >em ihnen die ewige Ruhe. -er-> So ist der Todt ein Ruhe von allev rtr» Arbeit und Mühhseeligkeit: er nimmt - hinweg alle Beschward/ und die Sterblichkeit deß Leibs / dann nach kuryer Ruhe wird der Leib widerum von derselben/ als von einem Schlaff auferstehen gantz glorwürdig/ und urtsterblich. » Gleichwie ein Blldnus/ wann sie in «»§ lOr L«» in dem Ofen ^erschmeltzt/ nicht verderbt/ sondern erneueret wird; also wann unser Leib stirbt/ gehet er nicht zu Grund/ sondern wird gantz neü. (Zagt der Heil. Chrysostomus. Von diser Veränderung deß Leibs sagt der H. Apostel /. /r. Diß Ver- wceßliche muß anziehen das Unver-- weeßliche/ und diß Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit/ dann wird erfüllet das Wort/ daß geschahen ist: der Tode ist verschwundc in dem Gig. Alsdann wird es heißen /. ). ÜlVir stynd von dem Todt zu dem Lehen übersetzt worden. Alsdann wird wahr seyn / was der Heil. Job sagt: e. //>. Ich weiß/ daß mein Erlöser lebt/ und daß ich am Jüngsten Tag von der Erden wird auferstehen/ und in meinem Fleisch sehen GE>kt meinen Heyland. Alsdann wird erfüllet werden/was Paulus spricht/ nr. Es wird ge- säer (daß ist vergraben) verweeßhch/ und wird' auferstehen Uttverweeß- lich: Ks wird gejaec in der Unehr/ mc keil hei, Rr che, geil Ap Ga ist ver Sc! unt erst ver niä kön unt heil unt stu, we, L^e Lei ftu «»§ Ivz Lo» rbt/ Mb wirb äusserste hen itt der Herrlich- ' nser kett: E6 wird gejäer itt der Schwachen-- heir/ und wird aufferstehen in der: Rraffr: Es wird gesäer ein rhierli- cherLeib / und wird aufferstchen em M geistlicher Leib. )er- In disem Spruch begreifst der Heil. »er- Apostel die vier Eigenschasstcn/ oder a,r-- Gaabcn eines glorwürdigen Leibs: Es ird ist unser Leib verstörrlick/ sterblich/ ist: verweescnlich/ und allerhand Leiden/ ;ig. Schmertzen/Mangel/und Ungemach ). untcrworffen: er wird aber wider auf- Le- erstehen/ und haben die Gaab der un- vcrweeßlichen Unzerstörrlichkcit / daß er der nichts mehr wird manglen/ oder leiden »aß können. Iey ist unser Leib verächtlich/ -rm und verduncklek; er wird aber ausser- ird stehen/ und haben die Gaab der Klatsch ^ heit/ daß er gantz hmlich/ glantzend/ und durchscheinig seyn wird / wieChri- >as stus bezeuget / /L. Die Gerechte He- werden glantzen wie die Sonn/in dem y/ Keich ihres Varrers. Jetzt ist unser eß- Leib gantz trag/ gemach/ schwach/ r/ faulre. Aber er wird auffersteyen/und > . haben «5 524 §«» haben die Gaab der Starcke/ und Geschwindigkeit/ daß er in einem'Augenblick wird seyn können / wo er nur will. Jetzt ist unser Leib gantz thierisch / indisch/ materialisch/ hart und plump; aber er wird auffcrstehen/ und haben die Gaab/ eines gleichsam gantz Himmlischen/geistlichen Weesen/ und jo subtil seyn/ daß er alles wird können durchgingen/ wie der glorwürdigiste Leib Christi /welcher zu verschlossener Thür ringangen. Zu solcher Glory und Herrlichkeit gelanget der Leib/ durch den zeitlichen Todt: alsdann wird der gantze Leib/ alle Sinn und Glider in unaussprechliche Wollüsten versenckct werden: die Augen werden sehen/ was jemalcn lustig Zusehen ist: die Ohren werden hören/ was jemalcn lustig zuhören ist: die Nasen wird riechen und schmecken/ was je« malen lustig zuricchen/und zuschmecken ist: der Muno wird verkosten/ was jemalen lustig zu verkosten ist: die ern- pfindk'chkeit wird fühlen/ was jemalcn lustig lust jaa nich dur sterl so! nen bess D. ti hm *«§ rvs S«» Gegen^ Vlll. irr- np; ldie mli- ibtil rch- Leib :l)ür -keil chm alle iche Au- lstig M/ sra- Decken ;je- ern- alM S lustig zufühlen/ und zu empfinden ist: ja alles/ was dem Leib wol thun kam Weilen nun der Leib ohne denTodt nicht kan zu diser seiner GlückseeltgkeiL gelangen/ und allein im Todt/ und durch den Todt der Saamen der Unsterblichkeit/ und Glory gesäet wird/ so soll ein Christ durch den Todt seinen Leib gern/ und mit Freüden verbesseren/ glorwürdig/ und unsterblich machen lassen» Das dritte Kapitel» Etliche Emwürff/ Daß man den Todt fvrch» tcn / und nrt gern sterbe« solle. W^Uß deme/ W>as drshero von dem »b Todr nach rmfählbarer Lehr deß Christlichen Mauöene gesagt worden/ erscheinet Ltenugstrm/ daß dev Ladt ML 106 SS» Tode ein überauß heytsamme Gaab GOcces seye/welche ein wahrer Christ i nic förchten oder scheuen/ sonderen ! mit großem Danck / und demüthiget! Erkandcnuß von der Väkterlichen Hand GGctes auf-- und annemmen > solle. Jedannoch können leyder! um ^ zahlbar vil Christen nicht dahin be-! wegc werden/daß ste die Forche deß Todts völlig auß dem Hertzen schließ ! no mr w fen / und denselben mit Begird er svarcen/ und mit Freöden empfangen : Sie machen noch aller Hand Erm würff/ und Beschwärden/ angem- lbcn/ theils arrß Liebe deß zeitlichen Le- bens; theils auß natürlichem Gram fen gegen dem Tode; theils aber wegen ihren Sünden / und wolverdien- rer Straff/ welche sie zuerwarten haben. Damit dann dir E> Christliche Seel! alle auch kleinste Forche deß Todes gäntzlich benommen werde/ Will ich dir deine Einwürff/und Beschwerden / oder vilmehr lähre/ und Hbel gegründke Scnrpel /etztunder gäntzlich auflösen, Wer E rc^ es Le dej da bei wa gt! UN! tin hir ltt, Kral, ^risii eren ^ ige- i chen mcn > um , r be-! ^deß 'liest, er- fum Lim etki- kLe- ram we- >iem r hü- icke deß cke/ Stund ckev E 7O7 Erster Einwurff. Ich will gern sterben/ aber jetzt noch nie: ich bin vilznjung/möchte mrch ulk werden/ und noch mehr dife Welk genießen. Antwort. muß das Alter nicht von Jahren / sonderen von der Weisheit/ und Gottseeligkeit rechnen: /. Ein ehrliches Ding ist es um dusAleer/ nicht welches langes Leben/oder vilIuhr Hut/ sonder du deß Menschen Verstund grau ist/ und das rechte Alter/ ein «»bestecktes Leben. Derchatiang gelebt/welcherbis zur wahren Weisheit/ und Gottseeligkeit gelebt hat; die wahre Weisheit aber / und Gottstckgkeik bcftchm in dem: daß einer wolle/ was GOtt will; wer dahin gölangt ist/ der ist alt genug/weiten er zum höchsten Gipffe! der Weiss H H M —§ ro8 L» hcit/ und Gottsceligkeit gelanget. Du sollest sterben / wann GOtt will/ wie diö GOtt will/ und wo GOtt will/und ner sollest dich erstellen / daß du Gelegenheit un> hast/ den Willen GOttes zu erfüllen/ un> und nit nur alle Zeitliche Sachen / son- her dem auch das Leben selbst/ ihme zu Lieb luf -uvcrlassen; auf solche Weis sterben / ist im hohen und vollkommenen Alter/ auf W das weislichste und Gottsceligste stcr- se. ben. Life im I. Capitel den 7. Absatz, ger Daß du aber verlangest/ noch län- m ger die Welt zu geniessen / ist ein Näri- sor scher Gedancken: hast du doch nichts/ E) Laß dich in discr Welt halten solle: ist nri doch lauter IaMer/Angst/ und Noth in disem Jammerthal/ scyno doch wir im E- es lend vorn Vatterland/ und unserm lieben in! Vatter verstoßen: wann wir sterben/ M verkehren wir das Leben nicht / sondern kc> verbesseren es: wir veränderen das m- st« Lischt Leben in ein Himmlisches / das un sterbliche/in ein unsterbliches/ das zer- gängliche in ein ewiges; ja je balder wir -- sterben / je glückseliger seynd wir / und h- haben Ursach GOtt desto mehr zu dankten. Wann »»5 rc>9 Lo» Du Wann etwas in der Welt wäre/ daß wie dich von fteywilliger / und freudiger An- und nemmung deß Todts abhalten konnte / lheit und folte/ so waren es die Rcichthumen/ lenz und zeitliche Güter / oder grosses Anse- son- hm/undEhren-Acmbter/ oder Wol- ^ieb lust und Ergötzlichkeiten deß Leibs. / ist Was oie Reichthum / Ehren und auf Wollust anlangt/ so hat selbige der weiter- se König Salomon in allem Überfluß atz. genossen / und doch hat er in aller Volle lan- kein Trost / und Ersattigung gefunden/ lri- sonder bekennet / daß alles ein lautere its/ Eytelkeit / und Aengstigung deß Geist Muths seye. L-L/7 /. ) in Sonderbar im Christenthum lasset l E- es sich gar nichts auf dise Sach fttzm / ben indemc der Grund / und das Haubt-» en/ weesen desselbigen ist: wer mir nach- ern kommen will / der verlängne sich selb- M- sten / und nemme sein Lreutz auf sich / )üs vnd folge mir nach. zcr- Von den Reichen sagt Christus. lvir -- Wehe euch Reichen/ dann ihr md haben eueren Trost schon empfangen. an- Von denen die in Wollüsten leben/ - H Z sagt «»§ no sagt Er: H)ehe euch die ihr hie lachet/ dann ihr Werdet weinen: solches bt- stattiget er mit dem Exempel deß Reichen Manns / oder Prassers. . . Von denm/ die in hohem Ansehen uel seynd/ sagt Er: wehe euch / wann euch jedermann wol redet/ oder lodere. Ninnand hat Christus weniger mögen gedulden/ als die stoltze Phartster/ Schrifft-Gelehrte/ Priester/Mb Vorgesetzte deß Volcks. . z Darum haben alle fromme Christm/ und Heilige stderzcit alle zeitliche Reich- ^ thum/ Wollüst/ und Ehren / als wie die Pest geflohen / und verachtet. r Wellen dann nichts in der Welt dich vernünsstlg aufhalten kan / so laße die Welt sambt ihrer Eytelkeit fahren. In dem Himmel seynd die rechte Ehren/ Reichthum/ Wollust/ und Ergötzlich- j ketten; und eben dise sollen dich gantz ein- nemmen/starck zu sich ziehen / und mit Verlangen nach denselbi- gm zu seüfftzen machen. Der be- Der andere Eirrwursf. Reu Ich Verlasse nicht gern meine ge- chm liebte/werthe/bekandre/und Freund» Antwort. gibt auf diser Welt wenig gu» aer/ MWi ke Freund die dich hertzlich / und Zor- vertreülich lieben/ und achten/ . du kanst ihrenthalben wol sterben/ sie km/ werden deinetwegen wenig trauren/ und ich- ^ weinen: zu deme wirst du sie bald wide- : dir rum sehen/ weilen sie dir in kurtzem nachfolgen werden. dich Der Todt führet dich zu einer weit die besseren/ und liebreicheren Gesellschafst/ In nemlich: zu deinen lieben Vorelteren / :en/ Brüderen / Schwestcrcn/und alten Bc- lich- l kandten/ zu den HH. Englm/ Apost- ein- len / Märtyrer / Beichtiger / und Jung--- d stauen/ ja zu Christo unserem Heyland feststen/ und zu seiner Äilcrheiligstm Mutter: Dise seynd deine rechte wahre Freund / welche dich hertzlich lieben/und : M Verlangm aufdich warten. Atz «»5 Hr K» Du must ja aller Wiy beraubt seyn/ böj wann du nit tausendmal Lieber bey ob sch ser heiligen Gesellschafft im Himmel/ gci als bey den unbeständigen Menschen so! auf Erden zuseyn verlangest? List im ter 2. Capitel den 9. Abstry. düj sch Der dritte Einwurff. , Ich bin noch nie recht gsräst /da- nun will ich Länger leben/ mich best Ej ser rüsten/ und Büß thuen. Antwort. lEr heüt nicht gerüstet ist/wird morgens auch nicht gerüstet seyn: Über zehen/ überzwan- tzia Jahr wirst eben dises Liedlein singen/ und gewiß alsdann minder verfaßt seyn zum sterben: die Erfahrung bringet es mit sich / daß je älter man wird / je unlieber man stirbt/ weilen man täglich mehr Sünden aufladet / und all unser Rüsten / und Büß thuen nichts anders ist/ als von Tag zu Lag die Sach vcr- bösc- ne w, B all ar vc m m E dt br b< *»§ HZ L»» chn/ Loseren/ und arger machen: du hast vi- schon vilmal dergleichmdir ernstlich für- Ul / gmommm; es ist aber memal etwas er- Hm folget: was m der besten Zeit deines Al- im ters/und Eyffers nicht geschehen ist/ ' daß wird auch im höheren Alter/ da du §M anfangest schwach zu werden nicht geschehen. , Das beste Rüsten / und die beste - Bußwürckung ist / daß du den Todt ^ Christmüthig amremmest/ und zu der och EhrGOttcs geduln'g außsteheft: wann der Todt ankommt / huldige GOtt dei- nml HCrm/ mit demürhigstcr Unter- werffüng / und Übergebung in seinen H. M Willen: Opssere Ihmc dein Leben und .stet alles / was du hast / und bist/ fteywillig an- auf: nimmc den Todt an / als eine wollen/ verdiente Straff deiner Sünden: vereinn nige deinen Todt mit dem Todt Christi/ es und opfferc aufseinc heilige Verdienst zu un- Erstattung deiner Wenigkeit: erfteüe lich dich / daß du Ihm fürdcrhin nit mehr tscr bcleydigm/ sondern vollkommcnlich lo- ers bm / und lieben kanst/ fasse ein grosse >cr- Begird / zu GOtt zu gelangen/ und Ih- «»5 H4 s«» ne zu genießen: traue/ und baue/und verlasse dich auf seine Güte/ und Verbrechen. Auf dise Weis thust die beste Büß/ und bist zum besten gerüst: stirbt nur tapffer / es kan nicht fahlen. Life im 2. Capitel den f. Absatz. W der; der UN! - bor der son gs Der vierdte Einwurff. Ich wole gern noch mehrGGTL dienen/ und meine Verdienst/welche gar gering stynd Vermehren. kor die Antwort. Ms nutzet es/ die Verdienst mehren/ wo man vilmehr die Sünden mehret? welches unfehlbar geschehen wird/ so lang du lebest. Darnach was willst du die Verdienst vermehren/ wann sie GOtt nicht begehrt / sondern vil mehr haben will/ daß du sterbest? Wann es dir recht ernst ist/ GOtt langer zu dienen; so nimmt Er den Willen für das Wcrck auf: im übrigen fchis M du off m, ab all he vc w vi L st —L Hs L» und schicket er dir die rechte Gelegenheit zu / 3er- deine Verdienst zu vermehren: wann du ?estc den Todt leidest / mit der Resolution / stir- und Meynung/ wie in der Antwort deß List vorigen dritten Emwurffs gesagt worden/ so verdienest mehr mit sterben/ als L i». §)nstm in vilIahrmr aufs mindest brin- ^ gest du die leiste Stund wol zu/ in dem Weingarten deßHErm/ und also bekommest den Lohn sowol/ als andere/ die den garwen Tag gearbeitet haben, lche Der Herl. Chrysostsmus lehret dich allhicr ein schönes Stücklein/ welches ^ du in deiner Lebzeit offt üben sollest/ mit Derer Widerholung obgesagter Reso- ienst lutien/ und Meinung/ er sagt also: wir : die müssen den Todt nur einmal leiden / um aber mit unserem Willen können wir l le- ETag sterben: dahcro wird es gescheiter- hm/ daß wir mit so vil Sigkräntzlein licht von hmnm schcidm werden / sovil Tag oill/ wir hie werden gelebt haben; ja noch mit vil mehreren/dann wir können in einem Ott Lag einmal / zweymal / und noch öffter den sterben. Dift Lehr soll wol in obscht geigen «ommcn werden, is End- H6 L» - - . . Endlich! wann du recht vollkom- m menlich GOtt dienen/ loben/ und lie- keil den willst/ so ist nichts bessers / als der soll Todt/ dann nach demselben wirft du nit mehr sündigen / du wirft Ihme ohne um Verhindernuß dienen/ Ihne vollkom- che menlich loben/ ehren / und lieben; ja du übe wirft GOtt in einem Tag mehr Lob/ uni und Danck sagen/ als hie in fünM M Jahren: wann du dcrohalben GOtt er inniglich liebest / und sein Ehr allein su- der chest/ aufwelches du mehr Achtung ge- ner ben sollest/ als auf dein Nuyen/ und der / Verdienst /so kan / soll / und wird dir mo nichts erwünschlichers / und liebers seyn lisc als der Lodt. un' Und wie wäre es / wann du etwann mc ein Todtsünd thatest? du wurdest ja La mehr mit verderben/ als mit unendli- chcn Verdiensten gut machm. ^ Welche den Todt also fürchten/und . scheühen/seynd gleich dm Evangelischen ' Entschuldigeren/ welche/ als sie zum ! Abendmahl eingcladm/ mit allerhand dei Außrcden/ und Vorwand zukommen Ze sich beschwärct haben; der HErr aber ^ wäre an «»5 117 kom- wäre zornig / und verschwörte sich/ daß > lie- keiner auß dcnselbigen sein Abendmahl ?der solte verkosten. a nit GOtt hat ein grosses Hochzeitmahl ohne uns zugerüstet in dem Hinuuel / zu wel- 'om- chem er bald disen / bald jenen bcrusset; a du aber was gcschicht? allerhand närrisch / ?ob/ und kindische Entschuldigungen/ und Gg slußffücht wenden wir vor; diser sagt: lOtt er möchte länger das Leben gemessen: n su- der ander: er möchte länger GOtt die- z ge- nenrc. Und also weigeren wir uns stund derzeit zu dem Hochzeitlichen Freuden- dir mahl zukommen: billich solte der HiM- seyn lische Gastgeber sich über uns erzürnen/ und sagen: Niemand auß dmen solle >ann mein Abendmahl verkosten. List im 2. k ja Lavicel den 6. Absatz. und Hm mm and nen rber e Der fünffte Ltnwurff. Es ist ein ersthrLckliches Ding um den Todr / es graustr mix ab desselbi-- gen grossen Schmertzen/ Angst / und ^Vehe/ mir welchen der Todr mich anfallen wird. Ants «»x uz Antwort. Eeii wirst du nicht entrinnen; mc wann du schon noch vil Jahr le- mi ben sottest/muß es endlich seyn. ftü Zum anderen ist freylich der Todt all! erschrecklich den jenigm/ die kein Hoff- gs nung habm: den Gottlosen/welche der Todt der Hollen zuführet; aber nicht dej den Gottseeliacn Christen/ wclchm da wi Todt der beste Trost/ Glück/ und si- ta chere Wceg zur Seeligkeit ist. sie Was die Gchmertzen/Ach/ undM-! P he/ Angst/und Todtsnothen betrifft/ m /o seynd zwar selbige schreckbar/ und di^ forchtlich/ wann wir sie nur mit Mensch- ab iichem/ und natürlichem Verstand / als ein Beschwürt» / und Übel deß Leibs bc- m trachten; wann wir aber diesclbige mit wi Christlichen/ und übernatürlichen Au- P gen anschauen/ so seynd sie liebwerth/ rrj und gany angenehm / einer GottsteligM ttr und GOtt mehr als sich selbst liebenden II Seel. Sintemalen sie selbige Ansicht/ üe Als ein wolvcrdiente Straff/ und Vat- see LcrLiche Räch.der Götrlichm Berechtig- Hi "»5 H9 S«» keit wegen ihrm Sünden: sie erkennt/ es geschehe gar recht/ und habe sie wol inen; mehr verdienet: sie gedruckt/ andere hrle- müssen in die Hüll/ andere in das Feg- ieyn. ftür; sie aber werde an statt denselben todt allein mit disen zeitlichen Schmertzen )off- gczüchtigct. c m Sie nimmt also den Todt / sambt nicht dessen Ungemach / und Beschwarden/ i da willig und gedultia von der Hand Got- id si- tcs an / und erstellet sich im Geist/daß sie Gelegenheit bekommen / die verletzte We-1 Ehr der höchsten Majestät ctwelcher eist/ maßen zu erstatten / und das sie so gna- und diglich abgeftrafft/ und in diser Welt ssch- abgefeget werde. ' als Letstlich wendet sie sich zu ihrem ge- z be- rreützigten Heyland/ unv in Betrach- ^ mit tung dessen grossen Schmertzen/ und Au- Peyn/ Angst/ und bittere LodtskamM rch/ crftcüet sie sich/ daß sie ihrem Gelieb- igm den gleichförmig kan werden/ auch mit Heil Ihme leiden/ und sterben; und wie Er cht/ gestorben ist am Crcütz auß Liebe / sie Iat- seelig zumachen; also begehret sie auch Mg- rn ihrem Creütz zu sterben / auß Lieber Lt sei- iro S» seinen Willen zu erfüllen / und die wol, verdiente Straffbußfcrtig außzustehen. Life im i. Capitel den <5. Absatz. Der sechste Cinwurff. Christus hae den Code Angstmü- rhig geförcheer/ da er im Garten gantz traurig worden: es haben auch vrl Heilige densttben sehr gefZrchtec. d« wc Fo sch wc fte licl Antwort. ÜHristus ist zwar in dem Garten gantz traurig worden/ neben anderen Ursachen/auch wegen bevorstehendem Todt; es hat aber Christus dises geschehen lassen (da er sonst gany begirig zum Sterben gewesen) zu erzeigen/ dass er ein rechter wahrer Mensch seye/ und daß er auch natürlicher Weis den Todt / und so vü Pcyn und Marter / die er unschuldig leiden solle/ fürchte/ und ein Grausen darab )abe; Er hat sich aber gleich zum Ge- xtt erhebt/ und dem Willen seines Himm, gel M der der der fiel or er wc G be< wc ter m der ««5 irl So- wob HimMfchen Vatters völlig übergeben/ chm. darum er gleich vom Engel gestarcket worden / und hat fort an kein einige ^ Forcht mehr erzeiget: discs alles ist ge- ^ schehcn/ uns zu einern Exempel/ mit welchem er uns lehren wollen / daß wir , , fteylich schwach seyen / und einen natür- ^ tichm Grausen ab dem Todt haben; wir "ch sollen aber uns alsobald zmn Gebekt be- ruch achcn / die Göttliche HU/ und Bey- stand anrUen/ und uns dem Willen GOltes gantzlichen überlassen / so wer- dm wir gleich im Geist gestarcket werden den / den Todt nicht mehr fürchten/ fön- r am dcrn tapsser/ und Christmüthig über- ^be- stehaw chri- Saß etwelche Heilige den Todt ge- onjr iörchtet / und im ersten Ansehen sich ab l) M demselben entsetzet / ist geschehen / theils hm wegen natürlicher Schwachheit/ und urln Grausen/ theils wegen ihren vorher- begangenm Sünden/ rherls weilen sie wen wol wüsten / daß sie auß eigenen Kräff- ten die Gaab der endlichen Beharrung Ge- indem Gutm nicht haben könnten; nach lnes baue sie aber die Sach nach dem Geiß ^ A überr überleget/ den Willen GOTTES in Obacht genommen/ ihren Glauben/ Hoffnung und Liebe erwecket/ seynd sie gantz starckmüthig worden/ und seynd mit höchsten Freuden zum HErrn gefahren. List im I Capitel den z. Absatz/ allwo alles ausführlicher/rc. «S -WAHN ÄUE WS-SSSE-M» «S» HWtzMbW W Der flbende Einwurff. er bei un dt! tül Ul dir scr Ich förchce sehr übel die Anfech- l klingen deß bösen Geists: er möchte mich envann zu einer Sund anreihen im Todtbech/ und in das Ver-! derben stürtzen. Antwort. ^Arum fürchtest nicht auch der ' Himcl falle herab? das seynd überflüßige Sorgen/ und Ge- dancken. Die allgemeine Regel lautet: Wie das Leben ist/ so wird auch der Todt seyn. Wann du Christlich gelebt Hast/ wirst du auch Christlich sterben: wie der Todt dich wird finden/ so wird cr G ba all sto in an laj tze G G G dn Skn eben/ tdsie eynd t gehört. «»5 12g äs» fech- >chre Server- -der eynd Ge- utet: l der clebt bcn: wird cr er dich nemmen; man hat alsdann mit den Schmertzen deß Leibs zuschaffcn/ und kan nicht vil weder demGuten/ noch demBösen mehr nachsinnen. Zum anderen/ wann du auf dich allem schauen wilst/ und deine eigene natürliche Krafften betrachten/ hast du Ursach dir zuförchten/ wellen du auß dir feststen deinen Feinden nicht gewachsen bist/selbigen zuwiderstehen/ und sie zu überwinden; wann du aber auf die Gnad / Hilff/ und Beystand GOttes bauest / und veinHoffnung/ und Trost Ein auf Ihne setzest/ so wird er dich starcken/er wird dein Helffer/dein Tröster/ dein Fürsprecher / und Seeligma- cher seyn. Oder vermeinest du / erwerbe dich in deinen letsten Nöthen/ da du seiner am mehristen vonnöthcn seyn wirst/ verlassen? Er werde sein Versprechung vergessen? Er werde sein Vattcrliche Güte von dir abwenden? behüte uns GOTT! vor solchen schlimmen / und Gotts - vergessenen Gedanckcn: wann du einen guten Freund hattest/ du wur-- Z» dest deß ihme trauen/ er werde dir in deine» wa Nöthen zu Hilsskomm; aber dem hoch- rm. sten GOtt/ der dir alle Hilff verspro- sei, chcn hat / sollest nicht so vil trauen? O ab« unverantwortliche Mißtraulichkeit! ver- m,l meinest du / er habe vergebens so vil gc- I2 litten? Er gönne dir das ewige Leben nu nit? Er thue sich Schertzweis für deinen be, Heyland auß? es scye ihme nicht recht ernst dich seelig zumachen? oder bildest un' dir ein/ er wisse nicht/ daß du seiner lich Hilff vonnökhen habest/ und ohne Ih- da ne nicht könnest seelig sterben / und den haj Feind überwinden? pfui der Schand! bet daß du ein so schlechte/mißtrauige/ja mc Gottlose Meinung von deinem aller- tzej gütigsten Vatter hüben sollest? tef Gedencke was der H. Paulus sagt: Als wir noch Sünder waren/ nach gei der Zeit ist Christus für uns gestor- Ltt den: darum werden wir jetzt / nach- in dem wir durch sein Blut gerechcfercis sie gec seynd/ vilmehr durch ihn vom Et Vorn befreyet werden; dann so wir Mi mieGDre versöhnet seynd durch den ^ Todt seines Sohns/d,r Mir noch Feind de "0t irs So- «> . .. -> ,< »»«1 AM »varen / so werden wir vilmehr jetzt/ öch-r nachdem wir versöhnet seynd / durch pro-i sein Lehen seelig werden: nicht allein ? O aber das: sonder wir rühmen uns ver-r auch in GOtt/ durch unserir HErrn l gt-i IEsum Christum / durch welchen wir eben nun die Versöhnung eurpfangen has im dem /. rchk Sehest du' worinnen dich rühmm/ ldeft und dein Vertrauen seyen sollest / nein- 'incr lich: in Christum/ der dich geliebt hat/ Ih- da du Feind wärest/ und ihne geflohen den hast; wie vilmehr daiA wird er dich lie- md! den / da du jetzt seiner verlangest/ zu ih- / ja mc fliehest/ alle Hoffnung auf ihne seile» heft / und ihne demüthig um Gnad bit- ,igt: So sollest dann GOtt für den jeni- ach aen halten/ der Er ist/ ncmlich: dem lor- Liebhaber/ Helffer / und Seeligmacher rch- in allen Nöthen/ sonderlich in der let- rti- sten Noth/ da es ernst/ und um die om Ewigkeit zu thum ist. Spriche Helden- rvir wüthig mit dern Heil. Apostel Paulo r i>ett F wer wird uns abänderen von ind der Liehe Christi? ich hin vergwist/ ? Ir daß ! .»§ 1^6 L» »»»E« . »» .. - >> « . . . M. dass weder derTode/noch Leben/wes der Engel / noch Aürstetttbum/ weder gegenwärtiges / noch Zuknnsttiges/ weder hoch/noch nidcres/ weder einige Lrearur uns wird können absonderen / von der Liebe / die da ist/ m LhristoIEsti unserem HErrn. Der achte Linwurff. wa Nlt der Mi Tr dic der un liel B wann ich gewiss in Himmel käme/ ^ fo wolre/ und solcc ich freylich den Todt nicht förchten/ sonder vilmehv i ^ hertzlich verlangen/ und lieber im! ^ Himmel / als auf Erden seyn; jetzt 77 aber/ weiten ich nie weiss / wie es mir in der Ewigkeit ergehen wird / thue ich mich bi llich ab dem Todt entsetzen. > ^ Antwort. T Knopffwirst du niernal auf- IN lösen/ dann so du noch hundert sei Jahr leben sollest/ wird es end- m Lich eben das seyn/ du muß es einmal ^ wa- «»§127 L» wes edel? e er- ! j-n- / irr me/ det» ^ -chv im setze mir hrre ruft )ert nd- nal wagen / du magst außerwählt seyn/ oder nit? du must einrnal daran / du magst den Todt fürchten oder nit? das beste und sicherste wäre/ auß der Noth ein Tugend machen/ so könnte es nit fahlen. Darnach weiß ich nicht/ wie GOtL dich deines Heyls hätte besser können versicheren? Er hat dich zu disem Zihl und End erschaffen: Er hat dich also ge« liebet/ daß er dir seinen eingebohrnen Sohn zu Hilff geschickt/welcher mit sei- nemTodt dich erlöset / deine Sund hin» weg genommen/und alle seineVerdienst dir geschcncket hat: Er hat dich beruft fm zu dem wahren Catholischen Glauben: Er hat dir sovil gute Gelegenheiten/ und Mittel an die Hand aegeben -ein Seeligkeit zuerlangen: Er bat dich behüetet vor so vil Sünden / die ou sonst begangen hättest: Er hat dich mit vilen Lrübsaalen Vätterlich gezüchtiget/und von Ubermuth abgehalten: Er hat dich mit so vil Gaaben/und Gnaden vor tausend anderen außgeziehret: Er hat dich mit unzählbaren guten Entsprechungen/ BcwegunM/ und Liches-Zeichen be- gna- «s- 128 Sa» dal strr Ex soü gnadet: Er begehrt in allweg ernstlich ch< dich scelig zumachen: welches auch me endlich geschehen wird/ wann du nicht Lig muthwillig ihme widerstrebest/ und von roi rhme abweichest; dann er verlaßt nie- wand/ er werde dann zum ersten von ihme verlassen. Zum anderen/ ist die aanye Heil. Schrifft voll der Göttlichen Tröstungen und Versprechungen/ mit welchen W GOtt sein Gnad / Hllff/ Beystand und das ewige Leben mit seine theürcn Worten zugesagt hat. Also hat GGtt die welk geliebt/ daß er seinen eingebohrnen Sohn geben hat / daß ein jeder/ der an ihir glaubt/ nicht zu gründ gehe/ sonder das ewige Leben habe. ?. warlich / warlich! sag ich euch/ daß derjenige/ so das Wort höret/und demjenigen glaubt/ der mich geßrnde dar / das ewige Leben hac / und er kommt nie in das Gericht/ sonder er wird vom Todt zum Leben eingehen. Und der Hell. Paulus"^. ^ Das ist ein gewiß/ und gantz werthes nuj ittj weder Hl gcr am j-y sie Wi rvr rn .sez «»§ I2Z> S»- auch > von nid von M agm ! die und Zor- chk/ ch- ihn wer ich/ und ndc er rett ,en. ?r-«. werthes Wort/ daß Christus JEsusVom- men ist / in die Welt / die Sünder stetig zumachen/unrer welchen ich der Vornehmste bin/ aber darum ist mir Barmhertzigkeie widerfahren/ auf daß an mir fürnemlich JEsus Christus erzeigte sein graste Gedulc/ zum Exempel denen / die an ihne glaube» sotten/ zum ewigen Lehen. Ach swic vil schöne Exempel/ Gleich- nussen/Und Lehrsprüch hat uns Christus rttseinem H. Evangelio hinterlassen/ in weichern er feine Güte gegen den Sün- derm erzeiget hat/uns darmit ein Trost/ Hoffnung/ ja Versicherung zum ewigen Leben zugeben? alle/ welche selbe mmcmmcn/ und sich darauf verlassen/ stynd scelig. Darum sagt der Heil. Paulus lTlieurand auß uns lebt ihm stlb- sten/und stirbt ihme stlbsten; Lebe» wir/so leben wir dem HErrn: sterbe» wir/ st> sterben wir dem HErrn: darum/ wir leben/ oder sterben/ so seynd wir deß HErrn« Nach disem allem weiß ich nicht/ *»§ IZO warum du Misstest / und so klein-gläubig bist? es ist oir nichts im Weeg/als Lein kleinmüthige Mißtraulichkeit: wall du nurGOtt trauen/ ihme glauben/und auf ihne hoffen möchtest/ wäre alles richtig. Ey! schäme dich / dann es ist dir wahrlich ein grosse Schand / daß du ein Christ seyn willst/und den Göttlichen Verheißungen nicht besser trauest: kehre um/ und sprich mit demIob r z. Wann du mich schon todten witst/ will ich doch in dich hosten : Und mit dem Prophet Ieremia Gue ist der HErr alten/die in ihn hosten / einet beel/ die ihn suchet/ die seine Gebell haltet / und insgemein ihne mit keiner Lodtsünd wissentlich beleydiget. Folge dem Psalmisten: wirste deine Sorg auf den HErrn / und wann du fallen wirst (durch den Todt) ss wirst dich nie verstoßen/ dann det HERR wird sein Hand unterlegen. und,4-. Ubergibe dich gantz- lich seinem Willen/ im Lebm und im Todt/ mit einer Kindlichen Vertrau- lich- lich de alle Kü es, te/ her pr re' vei 4 rr- 8 izr so» glM Z/als i/und alles st dir )uein lichen kehre li ich^ dem kdet emek >ebott -einer .' dei-, Nidel? kgen. ^antz- ) im trau- h- lichkeit/und gewisser Hoffnung/er werde ein Natter an dir seyn: wann du dich M in seine Hand werffen wirft/wie ein Kind seiner Mutter in die Schoos / so ist es gewiß / daß er dieArmben seiner Gute/ und Barmhertzigkcit nit von dir zie- hcn kan: Gut ist der HErr/ die auf Ih»e hoffe». ^(OOGOOGOHODOOGDO)SW Der neündte Einwurff. wie wär es aber/ wann ich nicht prädestiniert/ oder außerwählt wäre? so wurde ich ja m alle Ewigkeit verdamme werde» ? Antwort. EZe wäre es / wann du närrisch ' wärest? und als ein imLhri- - ^ - ftenthum unerfahrner Neuling allerhand unanständige / und Gottes Ehrverletzliche MPvcrträulichkeitm gegm deinem Himmlischen Vatter ersinnen thätest? es wäre weit besser/du wur- -«5 r;r S«» wurdest dich einstellen/ wie ein rechtes Kind / dein Vertrauen auf deinen so gütigen Vatter setzen/ daß gantzc Geschafft deines Heyls ihme überlassen/ so wurde und könnte es nit fahlen. Du sollest nicht vil in dem hohen Ge- heimnus der unergründlichen Gnaden- Wahl herum grüblen/und nachforschen: es solle dir genug seyn/ daß GOtt unendlich gütig ist/ seinen Sohn für dich in den Todt gegeben/ dich ernstlich begehrt seelig zumachen/und scineLiebege- gen dir durch so vil Zeichen bisher hat mercken lassen. Folge dein H. Augusti- uo/ der da sagt: Wann du nicht außer- wahlt bist/ so mache/daß du außerwahlt seyestrc. Nemlich: hange GOtttreülich an/ und führe ein frommen/Gottseeli- gen Wandel; so bist du außerwahlt/ist ein Glaubens-Articul: bitte GOtt cmb- fig um sein Gnad/Hilff/und Beystand/ und er wird dich nach feinern Versprechen nhören; so bist du außerwählt/ ist ein Glaubms- Articul. Übe Werck deß wahren Glaubens - Hoffnung/ und Liehe/ sonderbar wann es zum lösten komt; so sob Art! und außl nim gen! wie gew Art Gu To! P -»5 lzz SS» htes i Ge- den- hm: um dich -berge- ! hüt j UM I rßer-! -ählt Uch seeli- t/iß inb- md/ 'pre- t/ist deß so bist außerwählt/ ist ein Glaubens- Articul: erwecke ein vollkommene Reu? und Leyd über deine Sund; so bist du außerwählt / ist ein Glaubens-Articul r nimme den Todt willig an/mit derjenigen Resolution / und heiligen Meynung/ wie oben in der Antwort zum dritten Einwurff gemeldet worden; so bist du gewiß außerwählt/ ist ein Glaubens- Articul» Ja wann du dein Lebenlang nichts Gutes gethan hast/ so thue es in deinem Todtbethlein/ oder leisten Stündlein/ pie schon gesagt worden: so bist du außerwählt/ist ein Glaubens- Articul. Was wilft du mehr/du Kleingläubiger? Der «s§ 7Z4 M »NsWsMK^sM^^A r«i scha Der zchende Linwurff. wann ich niemableir gejundigec hätte/ so wölke ich mir nicht fürchten; jetzt aber/ da ich GOre so offe beleydiget hab/ und die Hüll Witz wohl verdienet/ forchre ich bitlich/ GOtt straffe mich nach meinem Ver« dienen. Antwort. DAvHAnn GOtt dich straffen walte nach deinem Verdienen/so wä- re es freylich um dich geschehen/ und hattest nichts anders zuerwarten/ als die ewige Verdammnus: wann du aber an die unendliche Güte/und Barm-. Hitzigkeit GOttes gedencken wilst/und ^ auf dise dich stcüren und verlassen; so werden dich alle Teüffel nicht Pr Höll hinunter bringen / wann du selbige schon vil tausendmal verdienet hattest. GOTT hat allen Sünderen das Evan- alln sein! alle^ er h Ihre Io geb Va Chr Ver alle die ein Va ster sere der Au St! Ite uns dies *»§ izs SS» W »rch-r offe iantz lich/ oer- iolke wä- hen/ ten/ lidu einund ; s» )öll hon Evangelium/ das ist: ein gute Bott- schafft verkünden lassen/nemlich: ein völlige Verzeihung/und Nachlassung aller Sünden / durch IEsum Christum seinen lieben Sohn/ der mit seinemBlut alle unsere Missethaten abgewaschen hat: er hat denselben bestellt/ zu unserem Für- sprecher/ und Richter/darum derHeil. Johannes sagt: wann einer: gesundiget/ so haben wir bey dem Vaktek einen Fürsprecher JEGbltNl Christum den Gerechten / der ist die Versöhnung unserer Sünden/ und nie allein für unsere/ sondern auch für die Sünden der gantzen Welt. Werwolte ihme fürchten/wann er ein solchen Fürsprecher hat/ deme der Natter alles Gericht übergeben. Dise Gnad hat uns GOtt vor längsten versprochen/ nemlich: Er wolle unsere Sünden hinweg nemmen; so weit der Untergang der Sonnen/ von dem Auffgang scye. Item er wolle alle unsere Sünden in das liesse Meer versencken. Item er wolle nit mehr cingedenck seyn unserer Sünden/sobald wtr nur über dieselben scüsstzcn werden. Mit «»§ IZ§ L» Mit einem Wort/ er will alle Ver- dienst seines lieben Sohns / die unendlich seynd/ schencken/ allen/ welche sie wollen/ verlangen/und annehmen. So ist weikers nichts vonnöthen/ als, daß dudises gute Anerbieten annchmest/ Reü/ und Lcyd über deine Sünden er-' weckest: Wann du dises thuest; so seynd alle deine Sünden völlig bezahlt/ und außgelöscht: und das ist ein Glaubens- Articul. Derohalben mache es also zum Deren in deinem Leben / und auffs wenigiß in deiner Kleinmütigkeit / und Sterv- stündlein: Glaub an IEsum Christum: hoffe auffIEsum Christum: Liebe IEsum Christum: habe Reü und Leyd über deine Sünd; und alsdann verlasse dich auf dieGüte GOttes/ und aufdie Verdienst JESU Christi deines Seeligma- chers/ und also fahre freüdig in die ewige Sceligkeit. ZumBeschluß wäre das beste/ wann du es mit jenem Bettler Lhauleri halten wurdest: Diser Thaulerus wäre ein frommer und hochgelehrter Mann/welche' W, tcn cni Be stell hab geh Gl ma! Th fta< chel Be woi err hab Un, und W derj chei sein *»§ r)7 Vtt- »ttd- i/als mest/ n cr- -cynd und ?ens- öffte- Aglß !teck tum: JE- über dich Ber« kw- oam yaü r ein wett chcr vil dem Werth der ewigen Gnaden» Wahl nachsinnete/ und von GOtt begehrte/ er solle ihme einmal einen rechten Lehrer zuschicken: auf ein Zeit/ als er in die Kirchen gienge/ traffe er einen Bettler an/ disem wünschte er einen glück- sceligenTag: der Bettler antwortete: er habe niemalen einen unßlücksceligenTag gehabt; Thaulerus wünschte ihme vil Glück und Guts: er sagte: er habenic- mal ein Unglück/ oder Ungutes erfahren; Thaulerus sich hicrab verwunderend ftagtcweiters: wie so/und warum er solches rede/da er doch ein armer elender Bettler wäre? derBettler gabezurAnt- wort: er wolle niemal anders/als was GOtt wolle/und also geschehe alles/wie er wolle nach seinem Wunsch / darum habe er niemalen einen bösen Tag / oder Unglück; Thaulerus verwunderte sich/ und sprach: wie wäre es aber / wann dich GOtt in die Hotten verstoffete? da widersetzte der Bettler: wann GOtt solcheshaben wolle/ so wolle ich es auch / sein Will wurde mein Will sein/ ich wolle Ihn umfangen mit den Amben der E» ir? s» Hoffnung/ und Liebe/ und wolle ab so mit Ihme in die Hüll hinunter sah, ren/und mich gantz seinem Vatterlichcn Willm/ und Anordnung überlassen; so könnte Er nit von mir weichen; und wann ich Ihne hätte/ wolle und solle ich mich mit Ihme in Ewigkeit beftidi- gen lassen. Also mache es mein Christliche Seel! übergibt dich gantz der Göttlichen Anordnung/bette an alle seine gerechte Urtheil: wann er dich in Himmel aufnem- inen will / sage Ihme Lob und Danck: wann er dich verstoßen will/ sage Ihme Lob und Danck: sein Will solle an dir vollzogen werden/ in der Zeit/ und in z der Ewigkeit. Wann du dich also in den Göttlichen ^ Willen/und seine gerechte Anordnung z ergeben wirst; so bist du gefrcyet von! oller Forcht/ Kummer und Angst/ von oller Kleinmütigkeit/ und Mißtrauen; ja du bist gewiß außerwählt/und einKind der ewigen Seeligkeit. Be, sr ^u bej mc sie so- az e al« ichln n;ss und Mc M §eel! An- eUr- nem- mck: lhme i dir ,d in chm tung von von Mir ld E5 rzs s» Beschluß deß erftm Theils. ^Olan dann mein Christliche Seel! sihe/ wie bist in drey Capitlen verfaßte Lehr/und Glaubms-Gründ dem Todt die häßliche Larven abziehen/ und denselben so schön vorstellen: besichtige Ahne wohl/ mit Christlichen Augen in dem Liecht deß wahren Glaubens/ so wird er dir nicht mebr abscheülich/ oder erschröck- lich/ sondern aany liebreich/ und er- wunschlich vorkommen/als welcher ein so heylsame Gaab GOttes/ ein verborgner Schatz/ und kostbares Kleinod ist. Er ist ein Schuel der Tugenden/ und guten Wercken/ ein Präservativ für das Fegfeür/ und für die Hollen: Er ist die beste Büß/ ein köstliches Opffer: Er macht dich gleichförmig dem am Crcütz sterbenden Heyland/ und dm heiligen Märtyrer: und das um so vil mehr/um so ftuhzeitlicherodcr schmertzlicher er sich erzeiget: Er erlediget dich von allem E- K r lmd/ 140 Ä» lend/nimmt hinweg alle Sünden/und j machet ein vollkommenen Diener GOt- ; tes. Er macht den Leib unsterblich / und k führet die Seel in die ewige Glückseelig- , kcit. Wer solte dann mehr den Toot fürchten? wer solte ab seiner Ankunjst ! erzitteren? zu sterbm sich weigeren? Nit , also du mein Christliche Seel! nit also! vilmehr sollest du vorangezogene Grund- j Lehrm wol betrachten/und osst zu Her- yen legen / Lust und Liebe m dem Todt - fassen/ dich recht und wohl varzu rüsten/ ihne bertzlich wünschen/ und verlangen; < und so er ankommt/ denselben Christ- müthig empfangen / als ein Christlicher < Held außstehm/ und durch ihne dich führen laffm in die ewige Freüd/ , und Seeligkeit/ . Amen. E § Der Mndere Uheil. Kunst Wohl und Gottseeltg zu Sterben. ^^^Ishero habe ich in dem Er- sten Theil dists Büchleins dem abscheulichen Tode die hässliche Larve abgezogen/ und denselben mit übernatürlichen Farben dess wahren Glaubens also enrworffen/ dass du mein Christliche Seel! fürderhin nit die mindeste Ur- fach haben banst den Todt zu fürchten/ sonderen vilmehr sollest du Lust/ und Liebe zu demselben fasten/ihn« mit Verlangen erwarten/ und wann er ankomme/ mit Lreüden empfangen; jetzt ist noch übrig/ dass ich irr A z discm disem Anderen Theil dich die Große 2Kunst Goreseelig zu sterben lehre; an welchem alles gelegen ist/ und welches alle Menschen / auch die graste Sünder verlangen / mit dem falschen und Gottlosen Propheten Da- laam/ rüstend: O das mein See! sterbe deß Todts der Gerechten! daß ist eben st» vil gesagt/ als: ie E- Daö erste Lapttcl. Vorbereitung zum Todt in dem Gesunden Leben. Erster Absatz. pich en n- in r- rls er ls- !a- Sich n- ic- k. Ein Christliche See! solle den Lob« beer achten/ vnd allezeit vor Lugei« haben. ^Rstlich gedencke O Christliche _Chr Seel! daß du gewißlich sterben w.rst/ das Gesay GOttes/ die Natur / die tägliche Erfahrenheit/ alle Elteren/ alle Acryt/ und Prediger/ ja die gantze Welt schreym über dich: Er ist deß Todts schuldig. Wir haben ein Gesay/ und nach disem Gesatz muß er sterben. Dein Leben hanget an einem Faden/ welcher alle Stund/und Augenblick kan abgeschmttenwerden;dcrTodt eil/ wie die Heil. Schrifft sagt: 7 . V «. _ ««V r44 §«» -7. V. eg wirst? ob du eines natürlichen / oder ge- ich ' wMhätigen/eines gahcn/oder lang- ns samm Todts sterbe« wirst? ob du mit h der Vernunfft bis an das End begäbet / oder «Xf 14L A«» ^ oder derselben beraubt seyn wirst/ ob die HH. Sacramenta wirst empfangen können/ oder nit ? ob du in dem Stand der Gnaden GOttes seyn/und bis zu dem End verharren werdest/oder nicht? Zum vierdten gevencke/ daß es wol schn kan / daß du deß nahen Todts sterben wirst: vor disem bist kein Tag/ kein Stund/kein Augenblick sicher/ darum mahnet und wahrnct Christus ^,,6. ^ Daß wir allezeit wachen/ und uns zu dem ungewissen Sterbstündlcin fertig/ und bereit halten sollen: und der heilige Vatter Benedictus spricht den Seini- aen zu: daß sie täglich den verdächtigen Todt sollen vor Augen haben; darum lenz als wann difer Tag der letstewarc/ und du zu Abend unfehlbar sterben müßtest: auch alle Abend sollest du dich asio in das Beth rüsten / als wann du in das nes Gersen in der Nachfolgung Christi. Zum ftlnjsten gedencke/daß duvil- leicht eines langsamkTodts sterben/und durch dir B, ble tth erl un crl licl O G bil G da m di dc al dt ni S> rr ni u _ ^rt durch einschwareKranckheit werdestvtt- n- zehret werden: da bllde dir ein einen fter- >er benden Mmschm: da liget er in dem 'M Beth gantz elmd/ schwach/ krafftlos/und . bleich/ die Füeß seynd eyßkalt/ die Stirn erhärtet / der Leib erstarret / die Leffmn er- erbleichen/ die Augen werdm dunckel/ 'in und verkehren sich / die schwache Hand im erlchwartzcn / das Angesicht wird todt- ^ lich / der Mund struvffet ein / der Durst zu ist nicht zu löschen/ vicPuls erliget/die g/ Gestalt nimmtt ab/ die Stachlcn deß igc bitterstm Todts umgebm die innerliche ni- Glider/ sie ttuckcn/ und durchtringen len das Hertz / alles ist voll Ach und Wehr/ un und alsbald ist da der Todtschweiß/der el- die GUder durchtringet/ und anzeiget/ rc/ daß die Natur überwunden seyc; und lß- also necken die Schmertzen über Hand/ ld der Leib wird zerbrochen / und die Scel as nirnmctAbschw. en Jnzwischm wird auch die Secl sehr geängstiget/das böse Gewissen bcschwa- sti. rct sie / alle Sünd und Missethaten kom- il- rnm ihr vor Augen / der Höllische Feind nd , «mgibt sie/ selbige zu bestreiken/daß zus künff- künfftige Gericht/ und ungewisse End- Urtheil erschrocken sie; alsdann wird sie erst recht erkennen / und bedauren/ daß sie dieZeit ihres Lebens so übel angewm- ^ det / so vil gute Gelegenheiten verabsau- ! f» inet/in allem ihrem Thun und Lassen so ke hmläßig/und lau gewesen/daß sie ihren ^ HErm und GOtt/ihren Schöpffer/ ^ und Erlöser so wenig geliebt/ja so vtlfäl- ! ^ tiq belcydiget hat. O mein Christliche - ^ Seel! wann du einmal in Visen elenden sie Stand gerathen wirst/ was wirst du n wünschen / daß du gethan/ oder nicht ge- de than hattest? ach jetzt! jetzt! weil du noch gesund bist/thue alles dasjenige/was je! du alsdann wünschen wurdest/ daß du be gethan hattest/ thue das jenige/ was dich ur «lsdann wird freuen/ unterlasse das je- uige/ was dich wird reücn. Zu disem al wird auch sehr nützlich seyn/wann du eii vfft zu den Krancken/und Sterbenden cv gehen wirst/da kanst du villehrncn. br Al m- A- i. ^ 149 L» Anderter Absatz. Ein Christliche Seel solle zvHertzeir führenden glücksteligen Code der Ges rechten. ^Er falsche und Gottlose Prophet Balaam/wie übel er auch gelebt hat/ wünschte er doch / daß er sterben könnte / wie die Gerechten : Ach dass mein Geel sterben möchte dess Todes der Gerechten. Ein solchen billichen Wunsch soll ein jeder Christen-Mensch haben/ und sich befleißen zu sterben wie die Gerechten/ und Außerwahlte Kmder GOttes. Ein solcher Todt ist ein Schatz über alle Schätz / ein Glück über alles Glück/ ein Gnad über alle Gnad / welcher das ewige Leben/ und alles Gutes mit sich bringt. ///. -köstlich ist vor dem Angesicht dessHErrn der Todt seiner Heiligen, ^poe-t/. //. Geelig stynd die Todte/welche in dem HErrn absterben. L,/. Der Gerechte/ wann ev vom «OL Is« S» vom Tode überfallen wird / wird er aus tn der Erquickung seyn. Le-/r/7/. Dem ge Gottsförchcigen wird wohl seyn an das feinem lersten End / und am Tag sei- zeh nes leesten Hineriees wird er gesegnet voi werden. /. Die Seelen der From- au« men seynd in der Hand GDttes/ und sit! kein Peyn deß Todes mag sie beruh- xm ren: Vor den Augen der Unweisen ersi wurden sie geachtet / als stürben sie/ bül aber sie seynd im Friden. Kein PeyN/ ew kein Schrecken deß Todts/mt die natürliche Schmeryen/ nit die Forcht zu lig erscheinen vor dem Richterstuhl GOt- liel tes / nit der nagende Wurm deß Ge- reö Wissens werden den Gerechten beruh- keil ren / sondern er wird seyn tn dem Friden/ dis und daß im ewigen / und unzerstöhrli- M chen Friden. sor Wann es zum letsten End kommet/ hel wird der Gerechte die Schmertzen/ und H Aengsten deß Lodts nicht achten / son- als dern er wird sich erfteücn/daß er durch zu dieselbige Christo seinem Geliebtestea gleichförmig werden / am Crcütz mit iy- ter me sterben/ und sein Leben dargcben c an/ ^ für auß > er auß Liebe dessen / der für ihne daß seini- em ge gegeben hat. Er wird sich erfteüen/ att daß er mit Schmertzen und Wehe derlei- zehret/ und dardurch mitbülicher Straff nee von seinen Sünden gereiniget wird/ >m- auch etlicher Massen wegen seinen Mist md sttyaten der Gottlichm Gerechtigkeit öh- einige Satisfattion/ oder Vergnügung je» ttstütten kan. Inzwischm wird er fevn/ sie/ voller Trost wegen deß herzunahenden c)n/ ewigen Lebens. na- O! wie crwünschlich! wie glücksce- zu lig ist der Todt deß Gerechten! O! wie A- lieblich ist das Sterben dem jenigcn / der ?e- recht und Gottseelig gelebt hat! welcher üh- kein Trost/ Freüd und Ergötzlichkeit auf en/ diser Welt suchet/welcher nichts mit der rli- Welt und ihrer Eytelkeit zuschaffen hat/ sondern als ein Frembdling vorbey ge- ret/ her / und immer nach GOtt / und dein md Himmlischen Vatterland seüMet / und om also allein nach demAhl und End/ wor- rch zu er erschaffen ist/strebet! ken , Dssem ist derTodt ein End deß streitig tens / ein Cron der Verdiensten/ ein An- an/ fang der ewlgenGlürkseeltgkett. An dem ! ler- «»§ isr L»> letstcn End und Sterbstündlein wird de' GOtt ein getreüe See! mit seiner eige- > sicl mn Gegenwart wider alle Feind treu- Ac lich schützm / mit seinem Trost liebreich de erfüllen/und mit seiner Gnad starckbe- vestkgen: Er wird ihre Schmcrtzcn mit sol der Gedult linderen/ und alle Forcht und Angst verjagen: Er wird seinen erl Englen befehlen/oaß sie selbige in Fri- sie den auftremmen / und in das Paradcyß all begleiten sollen. un Sobald nun die Seel vom Leib wird er, abscheiden / werden die HH. Engel scl- nü bigc empfangen / und mit grossem Iu- aei bel und Frolocken in das Himmlische ho Vatterland einführen: Alldort wird sie A GOtt selbst auf das fteündlichste bewil- kö: kommen / und als ein treüe Dienerin bc- K lohnen / als ein liebes Kind zum Erbm ge aller seiner Güter einsetzen / und als ein k liebste Braut mit dem Kleid der Glory anlegen / und außziehren; alsdann wird Der HErr alle Zäher von ihren Außen abwüschem Ol was für ein grosseFreud l was für ein süesser Trost ^ was für ein er- wünschliche Glückseeligkeit ist der Todt der ird der Gerechten? was gutes derselbe mit ge- > sich bringe/ sihe oben in dem ersten Theil, eü- Ach! daß mein Geel sterben möchte/ ich deß Todes der Gerechten. be-> Darum / O mein Christliche Secl! nit sollest dir nichts mehrers lassen angelegen cht seyn/ als daß du einen glückseligen Todt ien erlangen mögest: die Kunst/ wohl/Gott- »ri- seelig und heilig zu sterben sollest du mit yß allem Ernst lernen :diser sollest du Tag und Nacht nachsinnen; wann du dise ird ergreiffen wirst/ so bist du geschickt ge- scl- nug / ja geschickter als alle Weltwelsen: ju- geschickter/ als alle Doctoren auf allen che hohen Schulen: geschickter als alle sie Welt - Regenten/ und klugeste Spitzel- köpffder gantzen Welt; dann ohne dise bc- Kunst werden alle dise ewig zu Grund >en gehen; du aber wirst mit derslbigen beeil? kommen/ GOtt / den Himmel / und »ry die ewige Freüd und ird Seligkeit. er- L «»5 7s4 As- Dritter Absatz. Ein Christliche Geel solle Herrachs een den unglücksteligen Tode der Gotlostu. dö ft) ak ihi ft Hosts Ding ist der Todt der Sünder. Die unge- rechte Völcker werden ein grausames End haben z Darum sollen ihnen billich fürchten alle Ungerechte/ Ungläubige/Ketzer/ Gottlose und welche m diser Welt gut Leben haben; dann dise haben keinen Theil an GOtt / an dem Himmel und ewigenLe- ben/sondern sie werden mit dem reichen Mann in den Abgrund der Hollen ge- ftürtzt/ und in dem höllischen Feür- Ofen immer und ewig gepeiniget werden. Wann es nun zum leisten End kommet/ wird der Ungerechte an Leib und Seel erschröcklich geangstiget werden/ die Schmertzen werden den Leib grausam anfallen/ und die Raach GOttcst wird sich über ihn gantzlich außgiessen: Lc G T. lel al M Zi Ä ftk A m te so u> Li b w h> b u *»§ Iss -o» ch- der ge- ein UM ige- lose ha- an Leitn m- ind m/ m- lcA :n: > / da muß der armeTropff gahling auß di-- serWelt abziehen/alles Haab und Gut/ alle Ehrenstellen/ und Wollüsten/ alle Bekandte und Verwandte/ ja alles was ihmeLieb ist/verlassen/ und allein die gefährliche Straß der Ewigkeit antretten. Lk/e-7 ^. O Todt! wie bitter ist dein Gedächtuuß dem Menschen/ der gute Täg/ und genug hat / und ohne Sorg lebet/ und dem es glücklich gehet irr allen seinen Sachen ? Die Seel wird mit Schrecken/ Angst/ Grausen/ und Zitteren gantz umringet werden: der Wurm deß bösen Gewissens wird erschrecklich wüten/ und das Hertz zernagen: die Teüfel werden den Krancken umgeben/ und ihme alle seine Missethaten vorhalten/ wie er nemlich sein Leben so übel zugebracht/ so vilZeit/Jahr/ Tag und Stund schändlich versäumet/ sein Leib / Haab und Gut / und alle Gaaben GOttes so undanckbarlich mißbraucht/ wie er so vil guteEinsprcchungen/ so vil heilsame Ermahnungen/ so vil schöne Gelegenheiten verachtet/ seinen HErm und GOtt/ seinen Schöpffer und Erlö L z ser/ «»5 iss sa- ser / seinen zukünfftigen strengen Richter he mit so vilen Sünd und Lästeren beleydi- ge get/ verschimpffet/ und auf das höchste verbitteret: wie er nun anjetzo nichts an- ge ders zu erwarten/als das Höllische Fcür E und ewige Verdammnuß. w> -Alsdann wird der elende Mensch al- L les Trosts beraubt / aller Hilss entblös- w set/ von GOtt und allen seinenHeiligen he völlig verlassen/ in Verzweiflung gera- U then/ und sein gottlose Seel außschütten: ih sobald nun dises geschehen / werden die te Teufel die Seel empfangen / und mit A grimmigem wüten für das strenge Ge- g, richt GOttes stellen. O! was für ein Schauder und Schrecken wird es dem 2 / Ungerechten seyn/erscheinen vor seinem d, HErm/und GOtt/den er so grausam ui erzürnet: vor seinem Vatker / den er so h, boßhafftig verschimpfft: vor seinem Kö- tz ntg/den er so gröblich verachtet: vor sei- g nem Freund/den er so meineydig vma- l> then: vor seinem Bräutigam/dem er die ! 5 versprochene Treü so spöttlich gebro- fl chen: vor seinem Richter / den er so vil- d faltig bcleydiget: vor seinem Heyland/ u «»§ is7 den er mit seinen Lästeren zum öffteren ^ gecreütziget. ste Alsdann werden seine Gottlose Au- gen erst aufgehen/ und sehen / alle seine ur Sünden/und Bosheiten/welche ihne werden anklagen: sie werden sehen die Leüfel/ welche gantz begirig auf ihne O warten werden: sie werden sehen obenan her den erbitterten Richter / welcher das 'a- Urtheil der ewigen Verdammnuß über n: ihne fallen wird: sie werden sehen/ un- tenher den offenen Rachen deß höllischen uk Abgrunds / in welchen er alsobald wird gestürtzet werden« ltt Alsdann wird es leider heissen ^ 2/. Gehe hin/ du vermaledeyeer in ^ das ewige Feür/welches dem Teufel/ tU und seinen Engten zubereitet ist : ge-- sü he hin/ du verfluchter in das Ort der Grausamkeit/der Finstcrnuß und ewi- gen Untergangs/ in das Reich der Teüf- lenz in den Abgrund alles Elends/in die i Hüll der Verfluchung/in die Werck- o? statt aller Peincn und Tormenten / in ll- die Gruben der Krotten/ Schlangen/ und alles Unflats: da wirst du schreyen L z und «»§ i§8 Za» und wcheklagen/aber niemand wird dich G hören: da wirst du heulen und zahnkla- er pern / aber niemand wird Mitleiden ha- in den: du wirst brrnmn und braten / aber sa niemand wird sich erbarmen: dein Ge- er fellschafft werden seyn die Teufel / und sei alle Gottlose / aber sie werden dich nur ni außlachen/ und ohne Unterlaß peinigen: te alles Übel / alles Elend / alle Wehe und ui Schmertzen werden dich überfallen/ g> aber niemand wird dir einigen Trost/ Hilff/ oder Linderung schaffen. Gehe hin du vermaledeyke Creatur/ hl'Mran wirst außgcschloßcn/und verstoßen von GOkt / vom Himmel / von « allen Gütercn GOttes/ von seiner Vor- ^ stchtigkeit/ Weisheit und Güte r Hinfür- > ^ an wirst du dem Unwillen/dem Zorn/ i der Räch/ der Femdschaffr deß Aller- ' höchsten unterworffen seyn/und er wird ^ 5 all feine Mmacht anwenden/dich/als ! d einen Rebellen/ und Feind zupcimgen/ ^ < und dises ohne einige Gnad / ohne eini- ^ i ge Ruhe/ ohne einige Barmhertzigkeit/ ^ i ohne einiges Mtlcyden/ ohne einiges r Aufhören/ m alle Ewigkeit: So lang < GOM Is9 ^ ich ia- Haber 9c- ind M 'n: nd n/ st/ w/ er- on or- ir- s n/ er- ' rd - ils ! N/ > A- ^ r/ ! es N GOtt / GOtt seyn wird / so lang wird er dich also Marteren/ so lang wirst du in dem Höllischen Feür-Ofen grau- samlich gestrafft werden/ immer/ und ewig/ ohne End. O ewiger/ O er- schröcklicher Todt deß Sünders! Wer nur an dich gedencket/solle billich erzitteren/erstaunen/und vor Forcht/Angst/ und Schrecken erstanen: einmal übel gestorben/ ist in alle Ewigkeit verdorben. Vierdter Absatz. Ein Christliche Seel solle der welk absterben. öfftere Betrachtung deß Todts/ und dessen Nutzbarkeit solle ein Christliche Seel sich deß Todts allgemach gemahnen/ und von dem zeitlichen Leben/und allen indischen Dingen entwehnen/ daß er ihro nachmals nit mehr schreckbar/seltsam/und ungewohnt / sondern liebreich/ nützlich und erwünschlich vorkomme. Folget also auß denen Zweyen ersten Puncten/ so «»§ 162 So» so zur Sterb-Kunst vonnöthen/ auch der dritte nemlich: daß ein Christliche Seel die schnöde / üppige und betriegli- che Welt verachte / sambt allen ihren Eitelkeiten/ Ehren/ Reichthumen/ und Wollüste/ welche den Menschen schändlich verführen / in kurtzem verlassen/ ja gar in die ewige Verachtung/ Armuth/ Pein und Marter hinab ftürtzen. Welcher allhier in Reichthum/ Ehren und Wolleben sitzet/ der stirbt gar ungern/und thut Scheiden sehr wehe/ wie der weise Mann sagt / H Todt! wie bitter ist dein Gedächt- nus / dem der Frid bar in stinen Gü- reren. Ein solcher lebt mit dem reichen Mann/ stirbt mit Kummer/ und Angst/ und fahrt mit ihme der Hollen zu. Hingegen sagt eben diser weise Man O Lodc l wie angenehm und gut ist dein Urtheil Dursttigen rc. Welche allhier in Armuth/ Mangel/ Verachtung / Traurigkeit/ und grosser Strenge leben/ auch kein anderenTrost/ als die Hoffnung zu der ewigen Seligkeit haben/ solchen verleidet das Leben für st cir L di dc ih M st dl Ä le ei 8 ' n ä ä st d b u «»5 I6l S«- ach che cr> en 'N für sich selbsten/ und der Todt ist ihnen ein erwünschte Bortschafft/ von welchen Christus sagt/ /. Geetig styud die da weinen/ und betrübt scyud / dann sie werden getrost werden: und v«s. Die Welt wird sich erfreuen/ ihr aber werden traurig seyn; aber eüere Traurigkeit wird in Freud verkehret werden. Gar schön sagt der Heil. Chrysosto- mus. Welcher ein strenges/ und be- schwärliches Leben führet / seüfftzet nach dem End / damit er von gegenwärtiger Mcheseeligkeit erledigetwerde; aber weilen wir nicht in der Strenge leben/ die einem Christen gebührt / sondern ein ringen/und denKommlichkeiten deß Leibs ergebenen Wandel führen/ist es cinZci- chen/ daß wir uns ab gegenwärtiger Welt erlustigen. Wann wir aber in dem Fasten/Wachen/ und Abbruch uns übetcn/ und unsere Begierlichkeiten einhielten/ so wurden wir das zukünfftige verlangen/und begehren. Steige auf die Berg hinauf/ und betrachte alldortcn die München/ wcl- «»§ I6r L«» W ^" l . . —... >> »,» > »„, — welche sich in Sacken / Banden/HD- w um/ und ftatem Fasten aufhalten/ so w wirst du sehen/ wie alle den Todt / und licl die ewige Ruhe wünschen. ! liä Alle Christen müssen sich befleissen/ lcn daß sie der Welt absterben/ als welche ge nach Zeügnuß deß Heil. Pauli schon in sti ihrem Tauffoerselbigen abgesagt / abge- - wi sterben/und mit Christo begraben wor- , ne den. ! m. Die gantze Lehr deß Heil. Evangelij S rihlet fürnemlich dahin/ daß der Mensch D derWelt/ sambt ihren Ehren/und Gü- w- Leren/und dem Fleisch/sambt allen des- si> sen B egierlichkeiten/ und Wollüsten absage/ GOtt allem suche/ nach dem Geist m wandle/ auch alles Zeitliche verachte/ stund einyig/und allein dem Ewigen nach- G strebe: Dahin zihlen die acht Seeligkei- ch ten Welche das Fundament g< scynd deß Christenthums: dahin ist ge- m meint/ was Christus sagt/ /E.ch üMer sein Geel liebe in diser Welt/ daß ist: Wer der Welt anhanget/ und st thme will wohl seyn lassen in disem Le- H ben/ der wird sein Geel vermehren; Wer 16; S» iji- wer aber sein Geel hajstt auf diser so weit/ daß ist: der ihme selbst alle zeit- nd liche Ehren/ Reichthumen / und Ergötz- ! lichkeiten entziehet um GOttes Wil- 'N/ lm/der bewahret st'inGeelindas ewi- He ge Leben: dahin gehetder Spruch Chri- M sti^Lrtt^. Wer nach mir kommen p )r- W sch ü- es- >b- ist e/ H-- ei- nt !t- c/ td d-- r; will / der verläugire sich jelbsten/ und nemme seinLreütz auf sich / und folge mir nach. In disen Worten stehet die Summa/ und Innhalt deß Evangelij: Diß ist nemlich die enge Porten /§. welche zum Leben führet/ und wenig finden dicstlbige. Der Heil. Paulus 2 unterweiset einen Christen / wie er der Welt absagen solle / da er spricht : Es ist erschinen die Gnad GE>kkes/ und unsers Geeligma- chers allen Menschen/ und hat uns gelehrt / daß wir sollen abjagen dem ungöttlichen Weestn/ und den weltlichen Lüsten: und gemäßiglich/ ges recht/ undGoktsförchcig leben indi- ser welt/ und warten auf die seclige Hoffnung/ und Zukunfft der Herrlich- kcit —5 r§4 Arbeit deß grossen GOktes / und unsers Heytands JESU Christi. Item 6^/. F. welche Christi scynd/ die haben ihr Fleisch gecreuniger/ fambc den Lästeren / und bösen Be- girden. Der H. Johannes /. wahr- net uns: Ihr sollet die Welt nichr heben/ such das jenige nicht/ was in der Welt ist: wann einer die Welt lieber/ so ist die Liebe deß Vakkers mc inihme: dann alles/was in der Welt ist/ das ist Begirlichkeit deß Fleisches/ der Augen/ und Hostart deß Lebens/ welche nie auß dem Vacrer/ sondern mrß der Welk ist / und die Welk vergehet/ und ihr Begirlichkeit; wer aber den willen GGrres thut/ bleibt in Ewigkeit. Welcher derohalben die Kunst zu sterben wol lchrnen will/ der muß von der Welt außgehen/ und derselben ab- ^ sterben / daß er mit dem Apostel sagen könne / er ein eck er- i den in derPhantasey erwecket dieBild- nusscn jener Wercken/ welche man deß Tags hindurch zu üben gepflegt hat. Der Soldat träumet von den Waaffen/ derKaussmann von den Marcktcn/der Ackersmann von der Ernde. Eben solche beschaffenheit hat es mit dem Todt/ in welchem eben jene Gestalten/ und An- muthungen erneueret/ und auferwecket werden/ welche man in dem Leben ge- tribenhat. Dahero die allgemeine Lehr/ und Regul der HH. Datieren ist: wie das Leben ist/ so ist auch der Todt. Wer wol sterben will / der lebe wol: niemand stirbt übel/ der wol gelebt hat: auch niemand stirbt wol/ so übel gelebt hat. Dahero sagt der Heil. Ambroßus: Wir haben in dem Todt nichts zu fürchten / wann wir im Leben nichts forchtsa- mes begangen haben. Und der heilige Chrysostomus: Walln wir den Todt fürchten / haben wir ein kindische Forcht/ wann wir betrachten wollen/ was der Todt seye/ werden wir thne nicmalen fürchten; wilst aber die Ursach wissen/ warumen wir den Todt fürchten? wie sich- 168 führen keinen guten Wandet/ wir haben U kein reines Gewissen / wir leben nicht ^ nach unserem Christlichen Beruss/und A Stand. Wann dises nicht ware/wurde § / uns der Todt nicht schrecken. Es beste- ^ het aber ein guter Christlicher Wandel/ A und frommes Leben in dem wahren de Glauben/Hoffnung/und Liebe/ wieder ^ Heil. Paulus sagt<7^. Nun aber lel bleiben Glaub/Hoffnung/Lieb/dise ^ drey. Aber die Lieb ist das griffest 6v unter ihnen ; ja wie eben diser Apostel ler meldet Ä«. /. DasZihl und End aller ^ Gebotten ist die Liebe / welche auß ei- §l> nem reinen Hertzen / und auß einem guten Gewissen / und nie auß einem ^ falschen erdichtete Glauben herkomt. W Allhie wird durch das gute Gewissen da die Hoffnung verstanden / weil dise her- H kommt auß einem guten Gewissen. str So ist dann zu oer Christlichen Ge- ^ rechtigkeit zum allerersten vonnöthen/ A der Glaub / und das nicht ein erdichte- du ter/ und falscher Schein - Glaub / als Z" wie die jenige haben /welche zwar glau- s" bcn/ aber nicht leben wie sie glauben: b« Visen «»5 169 S» »-M > .. > - -hen diftn Glauben nennet der Heil. Apostel icht Iacobus einen todten Glauben. Der und glauben ohne die werck ist todt. Und M O l wie vil Catholische gibt es ab/wel- che mit Worten GOtt bekennen; aber )el/ mit den Wercken verlaugnen? welche E bekennen/ Christus seye ein Richter der da Lebendigen/ und Todten; und doch also der leben/ als wann kein Richter wäre? wel- djse che sich deß Heil. Evangelij berühmen; seß aber demsclbigen gantz zuwider Händel len; dise leben nicht wol / weilen sie keiner nen lebendigen Glauben haben / werden ei- also auch nicht wol sterben, em Die andere Tugend eines gerechten em Menschen/ist die Hoffnung/oise ent- Nc. springet auß einem guten Gewissen; ssm dann wie will einer von GOtt etwas )er- Guts hoffen können/ so lang er sein Feind ist? so lang er weißt/daß Er über ihne He- erzürnet ist? Salomon sagt r. Die M/ Hoffnung deß Gottlosen ist wie ein )t(- dürre Distel- Blumen/ die der Wind als Zerwehet/ und wie ein dünner Wast au- serstdaum / der von dem Ungewitcerr m: bmgesiötzr wird/und wie eiyRauch/ > 2 ^ 170 L» der von dem wind hin und her zer- G Dräuet wird: Ein solche Hoffnung sA bricht endlich in ein Verzweifln« g auß/ u« und werden solche mit anderen Gottlo-- mi sen sagen So huben wir dann frs gefählt / von dem Weeg der Wahr- da heic/ und das Liechr der Gerechtig- wc bcic hur uns nicht geleuchtet: was eit hur uns dünn unser Hoftarc für Nu- W tzen gebracht; oder was Hut uns ge-- ttt nutzer der Ruhm unserer Reichthums die die Ding seynd alle hingegangen wie un ein Schatten / und wie ein lauftender G Botk/der fürüber laufte. Wann wir dcrohglben wollen wol leben/und wol rro sterben/so sollen wir kein Augenblick auß lm eitler Hoffnung deß längeren Lebens in gc, den Sünden stecken bleiben/ sondern mit dir einem guten / und reinen Gewissen unse- > brr re ganye Hoffnung auf GOtt seyen/ sei, und also die ewige Glückseligkeit mit S Freüden von Ihme erwarten. da Die dritte Tugend / ein Königin al- w, ler anderen / ist die Liebe / ohne welche rw niemand lebt: dise bestehet in dem/ daß sii einer seinem Stand gernaß lebe / und die rm Ge- «»- r7r Zs» zer- ung ruß/ tlo-- -rnn chr- tig- vas ttu- ge-- m? wie der wir wol lluß sin mit listen/ mit i gliche vaß die Gebort GOttes halte: Wie Christus sagt Wer meine Gebore hat/ und dieselbige haltet/ deu ist«/ dee mich lieber : Und als ein Jüngling ges fragt was muß ich thuen/ daß ich das ewige Leben besitze? Antwortet Christus: Wann du zum Leben eingehen wüst/ so halte die Gebort. Werderohalben die Gebott Gottes haltet/ seinem Stand gemäß lebt/ der hak die Liebe; wer die Liebe hat/ ist gerecht/ und wird sterben durch den Todt der Gerechten. Es soll auch ein Christ die HO. Sakramenten offr/ recht/ und andächtig brauchen; dann dise seynd der beste/ und gewisseste Werckzeüg unsers Heyls: wer das heilige Sacrament der Büß recht braucht/ der ist versichert/ daß ihme seine Sund verzyhen/ und er in dem Stand der Gnaden GOttes seye: wer das H. Sacrament deß Altars osst/und würdig empfangt / der ist versicheret der ewige Stetigkeit / laut der Worten Christi/ wer mein Fleisch ijstt/ und mrm Blvk trincket/ der hat das Ai - Swi- ^ S»- ewige Leben / und ich will ihn wides W rum auferweckcn um Jüngsten Tag. schl Darum so offt du dise heüige GeheiM . biti nusscn empfangest/ so befleiße dich sel- Di bige also zuthun / als wann es das die letste mal wäre/ und du gleich darauf Hai sterben mästest/ und alsdann mit dem M alten Simeon sagen könnest: Jetzt las- M' fest du O HErr! deinen Diener im M kör den fahren» jch Sechster Absatz. Ein Christliche Geel solle um er» A «gutes Grerb-Stündlein offk/ und eist stj ferig betten» p< Kunst Gottseelig'/ und heilkg be Zu fterben bestehet in der Beharr- C ^2- uchkeit in dem Guten bis zum ur End. Dise Beharrlichkeit ist die gröste l ^ Gaab/ und Gutthat GOttes / welche st, Er gibt / wem / wo / und wann er will; bc tnit keinen guten Wcrcken kan man die- y> selbe verdienm/ als allein durch das H- ur ^ solides Gebett; den jenigen kan er solche nit ab- schlagen / welche Lhne inständig darum -im- ^ bitten; darum der H.Auaustims sagt: sel- Die Göttliche Vorsichtigkeit pflege uns das hie Beständigkeit in dem Guten bis m M das Todt - Beth nicht zugcbm/ wann dem Wir ihne nicht darum beständig bitten/ las- und ankommen; durch das Gebett also M können wir ein glückseliges Stcrbstünd» lein erhalten laut deß Göttlichen Vcr» »s. sprechens / krafft dessen er unser Gebett " zu erhören sich verbundm.' Solches widcrhollet er vilfältig in . seinem Heil. Svangelio em Wir wollen uns aber mit einer Stell bc- rist fridigen. /<. wann ihr etwas von dem Vakter begehren werdet in meinem Namen/so wird ers euch ges c»lg den. Mit disen Worten versicheret uns >arr- Christus / daß sein Himmlischer Vatter W uns geben wolle/was wir in seinem Na- oste t wen begehren werden. Der H. Augu- lche stinus über dise Stell spricht: Alsdann )ill; begehren wir in dem Namen Christi/ dtt- Wann wir solche Sachm begehren/ die zu H- Mftrem Heyl nützlich seynd. Nun ist ^ Mz nichts nichts nützliches/ und nothwendiges ge! zu unserer Seligkeit / als die Gaab der rer Beharrlichkeit: wann wir derohalbm gn fleißig um dise Gnad betten werden/ da! wird er uns selbige unfehlbarlich mit- na theilen; so bette dann osst / und embsig/ T> so erlangest du die Kunst/ Gottselig/ gcj und Heiligzusterben. wl Derohalbm Christliche See! / befihle üb osst dein Seel GOtt deinem HErm/ let damit er sie in dem letstenAbtruck in sei- G ueHand aufnemme. Eyleöfftcrszuder sie Himmels Königin/ so ein Mutter ist der mi Barmhertzigkeit/ ein Zuflucht der Sün- V der/ein Trösterin der Sterbenden. Russe m auch zur Hilss deinen Heil. Schutz- En- zei gel/ und deine HH. Patronen. Zu dssemAihl und End können nach- ^ C folgende Gcbctter dienen/ welche abson- ih derlich Sonn-und Fcyrtag/oder auch di sonstcn dm Tag hindurch / so vil dir die w Zeit zulasset/ können nützlich gebraucht tc werden. C Erstlich / so osst ein Gottseelige Seel gl das Heil. Vatter Unser bettet/solle ihre te vornehmste Meynung seyn / das sie be- w gehre/ —s I7s AS» ;ers gchre/ damit der Namen GOttes in ih-- ' der rem Todt geheiliget werde in bestandi- lbm ger Übung der Heroischm Tugenden: M damit das Reich GOttes ihr zukomme mit- nach einem Gottseeligcn / und heiligen 'sig/ Todt; damit der Willen GOttes an ihr lig/ geschehe/ und sie sterbe/ wann/wie/und wo GOtt will: damit ihr das übernachte rürliche/ und Göttliche Brodt an dem cm/ letsten End zu theil werde: damit ihr iseü GOTT alle Sünden verzeche/ und l der sie reinige vor ihrem letsten End; da- , der mit sie in dem letsten Kampffvon keiner ün- Versuchung übergwältiget werde: da-» Ae mit sie endlich durch den Todt von allem Eri- zeitlichen/ und ewigen Übel erlöset werde. , , Zum anderen / so osst ein Gottseelige ach- Seel den Englischen Gruß spricht/solle ldm ihre Meinung seyn/ daß sie begehre durch uch die Menschwerdung Christi seelia zu die werden/ und das die allerheiligfte Mut- lcht ter GOttes für sie bitten wolle in der Stund ihres Absterbens. Dahin kan ?eel gemeint werden das zum Mittag Leü- M ten: zum Englischen Gruß Morgende- und Abends. / Drit- «»§ r>?6 .so» ^ Drittens/ soll auch sie Jährlich ihr dar Stund-Gebett fleißig verrichten für die j rm Sterbende/damit auch für sie in chrem Er Sterbstündlein das Gebctt verrichtet/ ! und von GOtt gnädiglich erhörtwerde. ^ Vierdtens solle ein Christliche See! ä. um ein seeliges Sterbstündlein zu erhal- re' ten jene Gcbetter so wol zu der fettigsten > ^ Mutter GOttcs/als auch zu dem Hell. ^ Schutz-Engel/ und HH. Patronen/ ^ welche im St. Gallischen/und anderen ^ Bett-Bücheren zu finden scynd/öffms A betten. Fünfftens solle ein Christliche Seel i alle Stund ihr das bittere Leiden / und Sterben Christi zu Nutzen machen / und um ein glücksecllgcs Sterbstündlein bit- ! ten auf nachfolgende Weis. i Abends um 7. Uhtt. ZU GOtt dem Vatter. WZErlcyhe uns Himmlischer Vatter M ein seelige Stund zu leben/ und zu sterben/durch deinen lieben Sohn unsern ! 0 HErrn IEsum Christum/welcher um s ^ die sibende Stund mit seinen Jüngeren ! u das ' <»§ 177 ihr das leiste Nachtmahl geesstn hat: da^ 'die ^ rum seye ihm Lob/ undVanck in alle eem Ewigkeit/Amen. kett 9u GOrt dem Sohn. rde. Gütigster HErr JESU Christe, ^eel durch dein letstc Angst/und schwa- re Verlsssmheit / verlasse uns niemalen, ^ ^ insonderheit in der Stund unsers Abster- bens/Amen. Zu GStt dem H. Geist. ^ b>Omm Heil. Geist mit deiner Gnad, Mit deiner Hilff/und Göttlichem Rath/ ^ Indiser Stund uns wol bewahr/ Vor aller See!/und Leibs-Gefahr, bit- ?u der HH. Dreyfaltigkert. /zr Elobt/ und gcbenedeyt seye die allere ^ heiligste Dreyfaltigkert/ GOTA Vat-fter Solchn/ und Heil. Gestist von nun an bis in Ewigkeit/Amen. tter Um acht Uhr. ) zu Iu GOtk dem Datter. ern A>Erleyhe uns OGOtt Himmlischer um --<) Vatter ein selige Stund zu leben, rm , und zu sterben durch deinen lieben Sohn > unse- «oe i-8 unserm HErrn IEsum Christum/welcher um die achte Stund seinen Jüngeren die Meß gewaschen/und das Heil. Sacramcnt deß Mars eingesetzt hat: Darum sey ikme Lob und Danck in alle Ewigkeit/Amen. Tu GOtt dem Sohn / dem Heiligen Geist/ und zu der HH.Dreyfal- cigkeic wie oben um siben Uhr/ und dists zu ullen Stunden. Um 5. Uhr. Verleyhe uns O GOtt rc. welcher um die neunte Stund mit seinen Jüngeren an Oelberg gegangen ist: Darum rc. Iu GOtt dem Sohn/ wie oben. Um I O. Uhr. Verleyhe uns O GOtt rc. welcher um die zeyende Stund in seiner Angst dreymal zu seinem Himmlischen Vatter gebetten hat: Darum sey rc. Um 11. Uhr. Verleyhe uns O GOttrc. welcher um die cilsste Stund Blut geschwitzt bat/ und von einem Engel gestarcket worum: Darum sey rc. Um M ge gc w le ui w n rel- ge- lck. at: alle ili- Äl- ind her gc- uc. l». her gst ter her lyt or- 775» LS» Um IL. Uhr. Verleyhe uns Q GOttrc. welcher um die zwöiffte Stund von semein Jünger verrathen/ und von feinen Feinden gefangen ist worden: Darum sey rc. Um i. Uhr. Verleyhe uns O GOttrc. welcher um die erste Stund nach Mitternacht zum Annas geführt / und mit einem harten Backenstreich geschlagen worden: Darum sey rc. Um 2. Uhr. Verleyhe uns O GOtt rc. welcher um die zweyte Stund zum hohen Priester Cayphas ist Verschicket.worden: Darum sey rc. Um z. Uhr. Verleyhe uns O GOttrc. welcher um die dritte Stund von Petro dreymal verlaugnet worden: Darum sey rc. Um 4. Uhr. Verleyhe uns O GOttrc. welcher um die vierdte Stund in deß Priesters Hauß geschlagen/ verspeyet/ und schändlich mißhandlet ist worden: Darum rc. Um Um f. Uhr. Verleyhe uns O GOtt rc. welcher um die fünffte Stund dem Jüdischen Math vorgestellt/und fälschlich verklaget ist worden: Darum sey rc. Um 6. Uhr. Verleyhe uns O GOttrc. welcher um die sechste Stund von seinem Volck verworssen/und als ein Gottslasterer/ und Verführer/ deß Todts schuldig erkennt ist worden: Darum sey rc. Um 7. Uhr. Verleyhe uns O GOtt rc. welcher um die sibende Stund dem Landpfleger Pilato ist übergeben worden: Darum rc. Um 8. Uhr. Verleyhe uns O GOtt rc. welcher um die achte Stund in einem weißen Ktcyd vomHerodes verspottet worden: Darum sey rc.«. Dm Vhr. Verleyhe uns O GOtt rc. welcher um die neündte Stund grausam gegeis- let/ und mit Dornen gccrönet worden: Darum seyrc. «»§ i 8r s» her hm klas Her olck cer/ cr- Her 'ger ttc. her ssm m: Her leis- m: VM !2. Vhk. Verleyhe uns O GOtt rc. welcher um die zehende Stund dem Volck in erbärmlicher Gestalt vorgestellt / und zu dem Lodt deß Creützes verdammt worden: Darum sey rc. Vm n. Vhv. Verleyhe uns O GOtt rc. welcher um die eilffre Stund das Creütz hat auß- getragen: Darum sey rc. Vni l 2. Verleyhe uns O GOLt rc. welcher um die zwölffte Stund gecreütziger ist worden: Darum sey rc. Vm r.Vhk. Verleyhe uns O GOtt rc. welcher um die erste Stund Nachmittag an dem Creüy die grösteSchmertzk/ und Peyn/ Schimpff/ und Spott gelitten hat: Darum seyrc. Vm 2. Vhv. Verleyhe uns O GOtt rc. welcher um die zwevteStund die Siben Wort gesprochen hat: Darum seyrc. Vm z.Vhr. Verleyhe uns O GOttrc. welcher um «se !8r L» um die dritte Stund an dem Stammen deß Heil.Creützes gestorben ist: Darum seyrc. Vm 4. Vhr. Verlcyhe uns O GOttrc. welcher um die vierdte Stund an seiner Seiten mit einem Speer durchstochen worden: Darum seyrc. Vm 5. Vhr. Verlcyhe uns O GOttrc. welcher um die fünffte Stund von dem Creütz abgenommen/ und in die Mütterliche Schoos ist gelegt worden: Darum rc. Vm 6. Vhr. Verlcyhe uns O GOtt rc. welcher um die sechste Stund begraben worden: Darum seyrc. Sibendter Absatz. Ein Christliche Geel solle die vornehmste Lugenden öffcers üben. ^^S ist oben gesagt worden/daß " der Todt em Kchuel scye der Vornehmsten Tugenden/ welche nm Oa- «»5 !§; s» che ein Christliche Secl in disem Kampff im höchsten Grad üben solle/ und kan/ absonderlich aber in dem Glauben/ Hoffnung/ Liebe/ und der vollkommenen her Reü/und Leyd. Damit sie aber dise km schöne Tugenden in dem Todt tapsser en: erweisen könne / welche zu einem Gott- stetigen Hintritt erforderet werden / solle sie sich täglich/ ooer auf das mindeste her - wöchentlich bey ihren gesunden Tagen ütz in denselbigen üben/ damit sie ein gute che Gewohnheit bekomme/ und nachmals c. als ein erfahrne Meisterin Heldenmütig in dem Todt erzeige/ was sie in her dem Leben erlehrnet. Dahero gibe ich m: ihr hier einige dergleichen Übungen / als nemlich: deß Glaubens/der Hoffnung/ ^ Liebe/ und Reü und Leyd: wie auch die gute Meynung zu sterben/ in welcher sie sich erkläre / wie sie zu sterben gesintz ^ nct scye ; es komme dann der Todt gähling/ und unversehens/ oder langsam durch dornst hergehende Kranck- )cr S heit daher» ei- Vburrg «»§ 184 S»- Mung deß Glaubens. Mein HEn/ und mein GOtt/ du höchste und ewige Wahrheit/ ich glaub lnit steiften und lebendigem Glauben/ alles was du uns durch die Schrisst/und durch dein allgemeine Kirche geossenbahret hast. Ich glaube das du ein allmächtiger/ ewiger / unbc- greWcher/ allwissender HErr seyest/ ein SchöpfterHimmels/und der Erdm/ unendlich gütig in Belohnung deß Gu- tens/ und gerecht in Bestraffung deß Bösens. Ich glaube/ daß du einfältig in der Natur/ und dreyfaltig seyest in den Persohnen/ nemlich GOtt der Natter/ GOtt der Sohn/ und GOtt der Heil. Geist/ ein heilige / und unzertheil- te Dreyfaltigkeik. Ich glaub auch in JESUM Christum den eingebohrnen SohnGOttes/ unseren HErm/ Erlöser/ Mittler/ und Seeligmacher/ und was die allgemeine Christliche Kirch glaubt und bekennt/ das glaube und bekenne ich / und in Wem/ und für disen Glauben begehre ich zu leben/ und zn ster- «»§ r8s sterben / gantz demüthig bittend/ du wollest mich indisem Glauben starcken/und erhalten in das ewige Leben/ Amen. Vbung der Hoffnung. Mein HErr und mein GOtt/ du höchste unendliche Treu und ^2) Güte/ mit Kindlicher Zuversicht und Vertrauen hoffe ich von dir alles zu- erlangen/ was du uns mit deinen heiligen Wortm so gnadiglich versprochen hast: auf dich allein O gütigster GOtt rst mein Hertz vor allen Dingen gerichtet; du allein bist mein Schatz/ mein Hilff/ mein Trost/ mein Freüd/ und Alles. Nichts liebers möchte ich sehen/ hören / lieben und umfangen / als meinen so guten / schönen und liebwerthen GOtt/in deme alle Wollust/ alle Freüd/ alle Schönheit beysamen ist; disen meinen so lieben GOtt / verhoffe ich sambt allen Güteren/ FreüdenundReichthu- wen nach disem zeitlichen Leben ewiglich zubesitzen und zugemessen / und wiewo- lm ich ein armer grosser Sünder bin/ der dises grossen Guts nicht werth ist/ N son- «»§ 186 L»» E - - - sondern alle zeitliche und ewige Straffen alle wol verdienet hat/ so hab ich doch ein I unt recht Kindliche Hoffnung auf deine! alla Vatterltche Güte / und auf das bittere füll Leiden und Sterben / wie auch alle Ver- ! voll dienst unsers HErm JESU Christi/ vde auf dises traue / und baue ich/ daran ^ wir hebe ich mich/ darauf verlasse / und über-! cho gibe ich mich gantzlich/ da tröste und um erfteüe ich mich hertzlich/und hoffe Gnad vor und Barmhertzmkeit/Vcrzeyhungmci- ^ lieb per Sünden/ Besserung deß Lebens/ lieb Verharrung im Guten bis zum End/ unl und die ewige Freüd und Seeligkeit/ He gany demüthig bittend / du wollest mich alle in diser Hoffnung starcken und erhalten Zu in das ewigeLeben/ Amen« au< wa Dbung der Liebe. gel Mein HErr/ und mein GOtt/ wo AAE du höchstes/ und unendliches nie Gut! von Grund meines Her- un tzens wünsche ich dir alles Guts / ich er- O fteüe mich das du ein so mächtiger/ ein ! un so vollkommener/ ein so glückseeliger > va GOtt undHErr bist. Ach wünsche daß ^ Se alle I äffen alle Creaturen dich recht lieben / loben - ein! undehren/deineGebott halten/ und in deine! allweg deinen allerheiligisten Willen er- ttcre füllen/ wann solches geschicht/da bin ich Ber- ! voller Freüden/ wann du aber von mir/ cisti/ oder anderen entunehret /und beleydigtt aran l wirst / so ist mir übel und wehe/bis sol-- iber-! ches abgewendet wird. O GOtt allein und um deinct willen/ weilen du ein so hoher/ Znad ^ vortrefflicher/ unendlich gütiger/ und meü ^ liebwerthisterKErr und G-OTT bist/ ms/ liebe ich dich über mich / und über alles/ ?nd/ und begehre dich zu lieben auß gantzem .keit/ l Hertzen/ auß gantzem Gemüth/und auß mich allen meinen Krafften / ich begehre dich llten zu lieben mit der höchsten Liebe/ es feye auch zu thun / zu lassen/ oder zu leiden/ was es wolle/ auß Liebe gegen dir begehre ich zu leben und zu sterben/wie/ htt/ wo / und wann du wilst/ dein und nicht ches mein Will geschehean mir in dem Leben/ her- und im Todt/ hier zeitlich und dort ewig. h er- O mein allerliebster Natter! entzünde , ein > und bestattige mich also in deiner Liebe/ liger I daß weder Leben noch Todt/ weder En- daß ! gcl noch Fürstenthumer /weder gegen- le ! NL war- «s§ 188 -S» wattiges noch zukünfftiges/weder hohes der noch nideres / noch einige Creatur mich ^ Va könne absonderen von deiner Liebe/die lich da ist in Christo unserem HErm/ Amen.! Vc me! Vollkommene Reü und Leyd. ! un! Man HErr und mein GOtt/ ! gea mein allerliebster Vattcr.' ich ! zah erkenne und bekenne/daß ich ein j W grosser armer elender Sünder bin/ und W daß ich mit unzählbarenHinläßigkeiten/ bist Versaumnussen/ Undanck/ Sünd und me Lästeren dein Göttliche Majestät ver- > lich letzt/ erzürnet und belcydiget hab: Ich . keil erkenne und bekenne / daß ich alle Straf-- dm fen/ zeitliche und ewige recht und wol' lich verdienet habe/ und daß ich auß lau- dol ter Gnaden noch lebe / damit ich meine, va Sünd bereuen / und abbürsten könne, len Ich erkenne und bekenne / daß ich eben G der jenige Evangelische verlohrne Sohn, me bin/ welcher von seinem liebreichisten ^ erz Vatter so muthwillig abgewichen/und - Ac sein Väterliches Erbtheil so liederlich un verschwendet hat/mit disem elenden Lue- tzei der i «§ 189 A» >hes der kehre ich wider zu dir O gütigister nich ^ Natter ! und lege mich gantz demüthig - / die lich nider vor deinen Messen/ und sprich: neu. ^ Natterich hab gesündiget in den Himmel/und vor dir/ich hab gesündiget/ d. > unddich meinen HErm und GOtt von ^ meinen Kindlichen Tagen an bis auf Dtl/ ! gegenwärtige Stund beleydiget mit un- ich l zahlbaren bösen Gedancken/ Worten/ ') ein i Wercken/ und Unterlassung viler guten und Wercken. Es ist mir hertzlich leyd/und iten/ dises nicht allein darum / weilen ich mit und meiner Bosheit die Höllische Peyn bil- ver- ' lich verschuldet/ und die ewige Seelig- Ich . keit muthwillig verschertzt/ sonder allein traf- darum / weilen ich dich meinen unend- wol' lich gütigen/ liebreichen/ schönen/ und lau- vollkommen GOtt / und höchstes Gut leine verschtmpfft/ und entunehret hab: wei- nne.. len ich dich mein so treuen Vatter / und eben Gutthäter/ Erlöser und Seeligmacher/ ohn , mein allerliebsten Schatz so unverschämt sten ' erzürnet / verlassen und beleydiget hab. und ! Ach! es ist mir leyd/und schmertzet mich/ 'lich und wünsche von Grund meines Her- ?ue- tzens/ -aß ich vil ehcnder tausendmal r > Nz gestor- «»§ I9D L» — . » >> », -- - -' . . . » .» ! gestorben wäre/ als daß ich ein eintziges ^ So malgesündiget. Auch daß ich fürderhm ! U ehender sterbe/ als daß ich mein hoch- W stes Gut mehr schwerlich beleydige / ich ^ am übergibt mich nun gantz und gar indei- ^ Gi nen Heil. Willen/ und nimme gantz bc- 8ff reitwiüig an alle Straffen/ ja den Todt ^ uff selbflen/ wie/wo/und wann du wilst/ die damit ich dardurch etwelcher Massen dem ber verletzte Gerechtigkeit versöhne. Ich ^ mi bette auch demüthiglich an alle deine! Verhangnussen / und Verdammnussen/ ^ un welche bisher über mich ergangen seynd/ au und fürderhm ergehen werden / und des S Zehre deßwegen in alle Ewigkeit dich zu ste loben/und zu preisen/ und spreche: Ge- m kecht bist du Ö HErr / und gerecht ist 8? dein Urtheil l //-L st> So sihe dann an O barmhertzigcr al GOtt! und gütigifter Vattcr! mich ar- ^ hc wen Sünder mit den Augen deiner de grundlosen Barmhertzigkeit/ wie du den Peter in dem Vorhast deß hohen Priesters / Magdalenüm bey den Fuejsen IEsu/ und den Schacher an dem Creütz angesehen hast / um deines allerliebsten Sohns ^ rZr L«» igks Sohns Willen; umfange mich dein ver- rbkn lohrnes Kind mit dem Armb deiner och- VÄterlichen Güte/ und nimme mich / .ch ^ armen reüenden Sünder widerum zu da- Gmden auf/ und an. Ach! seye mir ; bc- gnädig/und verzeyhe mir meine Sünd ^odt ! und Missethaten durch die hohe Verriß/ dienst deß bitteren Leidens und Ster- dem bens/ und durch das kostbarliche für Ich mich vergossene Blut deines Sohns mne! IEsu Christi / meines getreüen HErm ssen/ und Hcylands: welches alles ich dir )nd/ aufopffere zur Versöhnung aller meiner > be- Sünden/ und auf difes habe ich ein h zu fteiffen und vesten Glauben / du werdest Ge- mir alle Sünden vergeben/ und das ewi- r ist ge Leben schencken: ourch IEsum Christum unseren HErm. Ich verzeyhe auch ;iger allen den jenigen / die mich veleydiget - ar- ^ haben/ und umfange sie mit dem Kuß einer deß Fridens/ demüthig bittend/ du wol- : den lest uns mit einander im Friden auf- >ric- ncmmen in die ewige Freüd und essen Seeligkeit/ Amen. «»§ 192 L«» Gute Meynung zu sterben. ^ Mein HEr:/ und mein GOtt! in deinem Gewalt stehet mein Leben/ und mein Todt: dein ^ bin ich / ich scye auch / wie ich wolle: dir gehöre ich zu / ich lebe/ oder sterbe: und weilen ich ewiglich dein zu seyn vcrlarge/ so soll nit mein/ sondern dein Will geschehen an mir auf das vollkommmste in dem Leben/und im Todt / in der Feit/ und in der Ewigkeit: nichts anders will ich / nichts anders wünsche ich/ wanndu schon alles Übel/alle Schmertzen/auch den grausamisten Todt über mich verengen wirst: nichts anders begehre ich/ darzu zu sagen/ als: Gerecht bist du O HEn/ und gerecht ist deinUrtheil! dein Will geschehe/wieimHimmel/ alsoauch auf Erden! O wie ein gütigen HErm habe ich! deme ich mich so sicher vertrauen/ in dessen Vorsichtigkeit ich all meine Sorg so süeßiglich übergeben kan. Derohalben/O mein gütigster Vat- ter! nimme ich gern/ willig/ und mit ' Freüdcn von deiner Hand an/ die mir ver- verordnete Kranckheit/ Schmertzen und ! Todt/ als ein gewisses Kennzeichen dei- l ner Liebe: ich will gern leiden / ich will gern kranck seyn/ ich will gern sterben/ , wann du wilst/ wo du wilst/ und wie du wilst. Erstlich damit ich deiner unendlichen Majestät huldige / mich derselben gäny- lich unterwerffe/ vor derjenigen mich unterthänigst demüthige/ und gar vernichte. Andertms / damit ich deiner Anordnung/ und Befelch/ als meines höchsten HErm Gehorsam leiste/ und deinen Willen vollkommenlich erfülle. Drittens/ daß ich nach dem Exempel meines Heylands gedultig leide / ih- me gantz gleichförmig werde / und mit ihme am Creütz lebe/ und sterbe. Vierdtens/ damit wie Abraham seinen Isaac/ also ich meinen Willen / und alles was ich hab/und bin/ der höchsten Majestät zu Lob / Ehr/ und Dienst/ schlachte/ und aufopffcre. ' Fünfftens/ damit ich die wolverdicn- te Straff der Sünden/ außstehe/ selbige «»§ ,94 A»» bl'ge mitdmVerdiensten/ und Todt unsers HErm IEsu Christi vereinige/ und also mit rechter Büß die Göttliche Gerechtigkeit versöhne. Sechstens/damit ich mit wahrem/ und lebendigem Glauben bezeüge/ daß «ach disem Leben ein ewiges Leben scye. Erbendes/ damit ich mein Kindliches Vertrauen gegendemHimmlischcn Vatter erzeige/ mit welchem ich nach disemLeben von seiner Güte durch IE- sum Christum meinen Heyland / und Seeligmacher die ewige Glückseeligkeit Zu erlangen verhoffe. Achtens/ damit ich meine Liebe gegen meinem allerliebsten HErm/ und GOtt erweise/und gantz Heldenmütig dem jenigen zu Lieb sterbe/ der mir zu Lieb gestorben ist / damit ich auch meinen allerliebsten Vatter nicht mehr be- lcydige/ und undanckbar scye/ sondem ihme vollkommcnlich ohne Verhinder- nus mit allen Außerwahlten dienen/ ihne loben/ ehren / preisen/ und sambt allen feinen Gütcren gemessen möge: di- sts ist mein Will/und mein letster Will/ inv beg rig> alle ers an! alle ver Sc mir erc tzee hat der frei ru «»§ 195 in welchem ich zu leben / und zu sterbm begehre/ und Visen meinen Willen vereis rige ich mit dem letsten Willen deines allerliebsten Sohns IEsu Christi/ wie er selben in seinem letftenTodts-Kampff an dem Oelbcrg erkläret/ und in deinen allerhetligsten Willen hat übergeben: ich vereinige auch alle über mich verordnete Schmeryen/ Aengsten/ Verlassenheit/ mit dem Todt deffelbigen Unsers Lieben HErm IEsu Christi: und letstlich wie er an dem Stammen deß heiligen Creü- tzes sein Seel in deine Hand befohlen hat; also befihlc ich auch mein Seel in deine Hand/ jetzt/ und m meiner let§ sicn Sterbstund. O IEsu Christe unser Gecreützigter Heyland/ und Erlöstrl ich bitte dich dcmüthiglich durch das heilige Leiden/ und bitteren Todts-Kampff/ den du am Freytag um die sechste Stund an dem Heil. Creütz für die Erlösung deß Menschlichen Geschlechts hast gelitten/ und außgeftanden: wie auch durch die Fürbitt deiner mit dir in der Todtss Angst mitleidenden Mutter Maria/ ers HStÄ I?6 Li» barme dich über mich / und verleihe mir den ein glückseliges End / daß dein heiliges pel Leiden/und Sterben nicht an mir vcr- lohren werde/Amen. auf Lehrne derohalben/ O Christliche reck See! l dise Tugends-Übungen fleißig: . rüs übe dich in denselben embsig / gewöhne nur dich an dieselbigc stattig / damit wann alse es einmal zum Ernst kommen wird / du/ als ein wolerfahrncr Meister/ und Se Künstler wol bestehen rnögest in diser lich so wichtigen Kunst / wohl und Gottsee- St lig zu sterben. - Gl Mehrere dergleichen Tugendö- ^ tigk Übungen suche indem Se.Gallischen ? Lie Beec-Buch. ern leic lest Achter Absatz. ^ wie ein Christliche Geel allezeit zu dem Tode bereit styn könne. ^-Hristus wahrnet uns öffters im Heil. Evangelio/ daß wir flcis- sig sollen wachen/ und uns zu dem sey ne^ un> ber Vi «»5 197 mir dem Todt fertig halten/ nach dein Exem- ges pel der fünff weisen Jungfrauen oer-- ! und Der Knechten/ welche auf ihren Herm warten. Wer nun Zeiche recht ist/ der ist allezeit zum Todt ge- jig: . rüstet; wer aber den Glauben/Hoff- hne mng und Liebe hat / der ist gerecht/ und ann also zu dem Todt gantz tauglich, du/ So befleiße sich dann ein Christliche und Seel öffters disc drey Lügende/ so Gott- user lich scynd / zu üben/ so ist siejederzeit zum ^ Sterben auf das beste bereit. Es ist ein Glaubens-Articul/daß du gerechtfer- lda- j tiger werdest / so offt du ein vollkomene/ hen ! Liebe GOttes über alles von Heryen - erweckest; darum kanst du dein Heyl leichtlich in Sicherheit seyen. Du möch- test aber sagen: wann ich gewiß wüste / daß ich gerecht/ und in keiner Todtsünd wäre/ so wurde ich freylich wol gerüstet zeit seyn/ und den Todt nicht fürchten. Antwort: Wann du ein vollkommene Liebe übest/ so bist du gewiß gerecht/ ^ im und in keiner Todtsünd; ist ein Glau- ris- bens- Articul: zum anderen ist zu deiner zu Versicherung kein besseres Mittel / als t die ' Ex r§8 SS» die vollkommene Reü undLeyd/ welche du öjsters / sonderbar alle Abend / ehe du schlaffen gehest/ erwecken sollest. Wer ein solche Reu und Leyd hak/ der ist gerecht/ und sterbe er wie/ wo / und wann er wolle/ so ist er gewiß seelig. Durch dtse Reü und Leyd kan ein Christliche Seel ein Menschliche/ und Sittliche Gewißheit haben / daß sie gerecht seye. Dahero sagt Andreas Vegar Cs könne ein Mensch Krasst diser Reü und Leyd ohne allen Anstand/ und Zweifel glauben/ er habe Gnad / und Verzey- hung der Sünden gefunden. Bellarminus sagt: Es ist kein (katholischer Lehrer/der sage/ daß die Leüth allezeit zwetflen müssen wegen ihrer Versöhnung mitGOtt; dann dieKirch hebet zwar nicht alle Forcht auf/ doch hebet sie alle Angstmüthigkett/ Kummer/ und Zweifelmuth auf. Item der in Empfahung eines heiligen Sakraments ihme keines Betrugs bewust ist/ der lst vergewissct/ daß ihme die Sünden nach- gel< ach die ihr W jen I-l flu liel die ne- cr ^ ret tt' 3 . V0 die in B cn «»5 199 ^ lche gelassen seynd/allein mit einer Mensch- edu Wen/und Sittlichen Gewißheit. Vtt Der Heil. Basilius ftagct: Wie kan ge- die See! vergwisset werden / daß GOtk am ihr die Sünd nachgelassen? Antwortet: Wann sie es in ihrem Gemüth mit dem em jenigen haltet/ der da sagt: "L and Ich hab die Sund gehastet / und vergeb fluchet; dein Gesatz aber hab ich ges Es and eiftl siy- üth Zeche-- he- rer/ in nts erst ich- liehet. Der Heil. Thomas von Aquin setzet vier Stuck/ worauß einer erkennen könne/ daß er gerechtfertiget seye. i. Wann er das Wort GOttes andächtig anhöret; dann Wer auß GOrc ist/ höret daswork GDrces. 2. Wann er willig / und hurtig istzu dem Guten, z. Wann er ein guten Vorsatz hat/ sich von Sünden zu enthalten. 4. Wann er die begangene Sünden bereuet; dann in disen Stucken bestehet die wahre Büß. Auß diser wahren Reü und Leyd entstehet in einer Christlichen Seel ein grosser innerlicher Friden deß Gewissens/ ein liebliche Sicherheit/ ein angenehm- 200 So nehme Freüd/ und ein Trostreiche Ruhe. Lere Damit aber besser verstanden werde/ i Lol was ein Menschliche/und Sittliche Ge- war wißheit/ und wie steiff/ und gründlich hole diesclbige scye / wollen wir etliche Excm- Str pel auß Andrea Vega biehero setzen. Su 1. Gleich wie ich ohne Zweifel glau- Ve> be/ich seyegetaufft; also nach erweckter Reü und Leyd kan ich ohne allen Zwei- fcl glauben/ ich seye gerechtfertiget. i 2. Gleich wie ich mit einer Menschlichen/und Sittlichen Gewißheit ohne ü allen Zweifel für gewiß halte/daß ich Ihr von disen Eltercn geboren seye; also kan ! Vci ich auch von meiner Gerechtfertigung ! —. glauben. z. Gleich wie ich glaub für gewiß/ es seye einKayser Carolus genannt/es seye ein Statt Wien genannt/ die ich doch niemal gesehen; also gewiß kan ich glauben/die Sünden seyen mir verzyhen/ nach gehabter hertzlicher Reü und Leyd. Derohalben sollest du/mein Christliche See! idisen Schluß machen: Lrst- ! En lich / wer jederzeit in einer Reü und Leyd > stlr über seine Sünden ist/ der ist jederzeit bc- und daß bereit zum Todt/ und wird also dm Todt nicht fürchten. L. Reu und Leyd- wann sie groß ist/ oder öffters wider- holet wird / löschet auß die Schuld und Straff; welchem aber die Schuld und Straff nachgelassen ist / der gehet ohne Verhindernuß ein m denHürMel. Ncündter Absatz» Ein Lhristliche Seel/ wann sie das Ihrige gethan / solle ein Endliches Vertrauen zu Gcdec haben. ^j^Aullls sagt -r. ÄM. r. -Christus IEsirs ist in die tVelr boms men / daß er die SÄnder seelig Machte / unter welchen ich der erste und gröste bin; aber darum ist mir Barmhertzigkeir widerfahren / auf baß an mir furnemlich Christus JE- fus erzeigte stin grosse Geduik/ zum Erempel denen/ die an Ihn glaube» sotten / zum ewigen Leben. Christus sechsten sagt r Er feye nie Q bonu «o§ 202 K»» kommen wegen den Gerechten/ scn- deren wegen den Sünderen. Das H. Evangelium ist nichts anders/ als ein Verkündigung der Ver- zeyhung aller Sünden/ für alle diejenige/ welche dise Gnad / und gute Bott- schafft annemmen wollen. Der Heil. Johannes /. zeüget: Er hat uns geliebt / und abgewichen von unseren Sünden in seinem Bluc. Wann nun deine also/ solle ein Christliche Seel wol getrost seyn / und ein stcif- fes Vertrauen setzen auf Christum ihren Heyland/ welcher sie seelig machen will. Es sagt widerum der Heil. Paulus Asm. /. Aber GGrr erzeiget stine Liebe gegen uns: Dann Ko Christus für uns gestorben ist/ da wir noch Sünder waren/ der Zeit nach; so werden wir jeizc vilmehr behalten vor dem Zorn/ nach dem wir durch scinBluc gerechtfertigt seynd: Dann so wir Väterlich versöhnet stynd durch den Tode seines Sohns/ da wir noch Feind waren/ vilmehr werden wir/ also Versöhnst!) bet wir uni dur nur IM W nm hat war dilu du > Sü nun Als< er! hac nie Leb nen und ( sdgt *»§ 2OZ S» sctt- an- 3er- ieni- >ott- get: hm uc. rist- teif- , ih- Hm llus lebe uns der wir rn/ hc- -er- odc ra- >er- r sthuce stelig werden durch sein Leben; Nicht allein aber das/ sondern wir rühmen uns auch GGttes durch unseren HErrn JESUM Christum/ durch welchen wir nun die Verjoh- nung empfangen haben. Was köndte Trostreichers einem ar- mm Sünder gesagt werden/ als die schöne Wort deß Heil. Apostels: wann nemlich der Sohn GOttes dich begehrt hatseelig zu machen/ da du sein Feind wärest/ und seiner nit verlangtest; wie dilmehr wird er dich seelig machen/ da du ihne begehrest zu lieben/ da du deine Sünden bereüest/ da du alle deineHoff- nung und Trost auf ihne seyest? Also hat GGrc die Welt geliebt/ daß er seinen eingebohrnen Sohn geben hac/ daß ein jeder/ der an ihn glaubt/ nit zu Grund gehe/ sonder das ewige Leben habe. Was hatte er doch mehr thuen können/ sein Gutwilligkeit dir zu erzeigen/ und dich seelig zu machen? ^ Ja! wann einer schon qesündiget hat/ W derH.Iohannes /. Soha- A L den «»§ 404 - ^ den wir einen Fürsprecher bey GGtt IEsum Christum den Gerechten/und derselbe ist die Versöhnung für unsere Sünden; nicht allein aber für unsere Sünden / sonder auch für der gantzen Welt. Wer solle einiges Mißtrauen haben können/wann erden Sohn Gottes zu seinem Fürsprecher hat bey GOtt dem Vatter/ welcher alle Schuld auf sich nimmt/ und abzahlt. VLl andere schöne Exempel hat Christus in dem Heil. Evangelio hinderlas- sen allen armen Sünderen zum Trost: Als ncmlich von dem verlohrnen Schaf- lein/ von dem verlohrnen Sohn/ von Maria Magdalena/ von Petro/ von Matthao/Thoma/ und dem Schacher amCreütz/.'c. Welches lauterBeyspihl der Göttlichen Barmhertzigkeit seynd/ uns derselben zuversicheren. Nit allein hat uns GOtt die Sünden abgenommen / sondern er hat auch mit theüren Worten uns das ewige Leben/ alle seine Güter/ und Göttliche Schatz in dem Himmel zu geben verheißen; HO che( chur rauf chen wir der Rm dare Vat lm ! also liebt gell sche So! Hei er s Seg Sei - fein und ^ gen- «»5 20s L», heissen; darum sollest du mein Christliche Seel! seinen Väterlichen Versprechungen glauben/und dich gäntzlich darauf verlassen: Er hat so gar versprochen/ er wolle unser Vatter seyn / damit wir ihme recht Kindlich trauen dürsten. /. Ein solche Liebe hat uns der Vatter gegeben / daß wir seine Rinder genamset werden/ und seyen; darum wir auch täglich zu ihme betten: Vatter unser/rc. Kein Vatter / kein Mutter ist jemah- lm erfunden worden/ welche ihr Kind also geliebt haben / als wie GOtt uns liebet -E. z. Also hatGOtt die Welt geliebt (daß ist/uns Weltliche Menschen) daß er seinen eingebohrnen Sohn hergegeben hat/ rc. Und wie der Heil. Paulus schreibet/ § In dem er seinen Sohn für uns in den Tode gegeben/ hat er uns auch alles das Geinige mit demselben geschencket. So ist dann Christus unser eigen / fein bitterLeiden ist unser eigen/ sein Leib und Blut ist unser eigen / alle seine Tugenden seynd unser eigen/alle seine Ver- O z dienst «»§ rv6 A«» dienst scynd unser eigen; also seyndwir reich/ und haben alle Schatz der Göttlichen Gnaden in Christo IEsu: mit Visen geziehret/ tretten wir vertraulich für das Angesicht GOttes/ angethan mit seiner Gerecht- und Heiligkeit/welche er uns geschencket hat. Es wird an dem Jüngsten Tag kein Vatter/ oder Mutter sich rühmen können/ daß sie seyen gütiger/und liebreicher gegen ihren Kmderen gewesen/ als derHimmlische Vatter gegen uns seinen Kindcren ist. Oder / sage an: ist auch jemahl ein Vatter oder Mutter gewesen/ die stats an ihrliebes Kind gedenckt haben? Nein. Er selbst sagt Lan auch wol ein Mutter ihres Bands vergessen/ daß sie sich seiner nie erbarme? und wann schon sie ihres Bands vergessen wurde / so will ich dannoch deiner nie vergessen. Hat auch jemahlen ein Vatter/oder Mutter so vil/ und so köstliche Aufwärts bestellt zum Dienst ihres Kinds/ als wie GStt uns gethan hat? Nein, Sin- Sin scha solle Kin unst crn< Bl Ne Kü wa unj ten me der me du au H hö M «»§ rv7 A«» c>ir tt- di- 'ür nit er ein )N- -ei- lls ren ein its M. c»ol n/ ird seil nie her ar- >s/ 'in. Sintemalen ex so vil tausend Engel erschaffen/die uns abwarten/ und dienen sollen. Hat auch jemand alleHärlein seines Kinds auf dem Haubt gezehlt/ als wie unser Himmlische Vatter gezehlt hat? ^«6. /s. Nein. Ist auch jemand für sein Kind in den grausamsten Todt gegangen/ wie Christus für uns gegangen ist? Nein. Hat auch jemand sein Kind ernähret mit seinem eigenen Fleisch und Blut/ wie Christus uns ernähret hat? Nein. Ist auch jemand / von dem ein Kind mehr Lieb / Hilss/ und Treü Zu erwarten hab/ als wir von Christo / und unserem Himmlischen Vatter zu erwarten haben? Nein. Nein! ach nein / O mein Christliche Seel! es ist niemand/ der es also Vatterlich / und Mütterlich meine: auf niemand kanst/ und füllest du also vestiglich vertrauen/ als allein auf deinen allerliebsten Vatter/ der im Himmel ist. Schäme dich derohalben ins Hertz hinein! wann du einige MißtraulichkeiL an dir verführest! schäme dich daß M einem ^ roL schäme dich l daß du die Versprechungen GOttes so wenig achtest: schäm Dich! daß du kein Kindlichers Hertz gegen einem so liebreichen Bauer hastr sls wann er nicht treu wäre / als wann es ihme nicht recht ernst wäre/ dich see- lig zu iMchen/ als wann er nur dergleichen thäte/ als wolte erdeinVatter ftyn/ als wann erUrsach suchte/ dich zu- sangen / und zuverwerssm. Behüte dich Gott! vor solcher Gottslästerung.Wali kin Iud dir öffentlich etwas versprechen wurde / du wurdest ihme trauen; aber dein Himmlischer Vatter solle dir nicht gut genug seyn/daß du ohne alles weiteres Bedencken ihme trauen/ und glauben sollest? daß ist wahrlich ein schändliche/'und dir übel anstehende Sach. Vilmehr sollest du nachfolgen dem Exempel eines Kinds/ welches allen Worten / und Versprechungen seines Vatters ohne einiges Bedencken glaubet: all sein Hoffnung/Trost/und Zuversicht auf ihne setzet/ auch in allen Gefahren zudem Vatterlauffet/ihmevep; trau- trau roll und Vai ist/ allo Bei drie war deri mer verl Se spre terr und und auc dick unl che' Ge reis der lieb wii «»§ rvp L«» traulich in die Schooö fallet/und alldort völlige Sicherheit zu haben vermeint: und je mehr Vertrauen das Kind zu dem Vatter erzeiget/je lieber es demselbigen ist / weilen nichts dem Vatter das Hertz also einnimmet/ als wie ein hertzliches Vertrauen seines Kinds; hingegen verdrießet einen Vatter nichts mehrers/als wann er ein Mißtrauen an dem Kind verchühret: je mehr das Kind solches mercken lasset/ je mehr es dem Vatter verleydet; eben also / O mein Christliche Seel! sollest du allenWorten / und Versprechungen deines Himmlischen Vat- ters/ ohne alles Bedencken glauben/ und trauen / all dein Hoffnung / Trost/ und Zuversicht aufihne allein vest seyen/ auch in alle Nöthen zu ihme lausten/ und dich gantz vertraulich in seine Schoos/ und Armb werffen; so wirst du gewiß sicher seyn/und wird dich aller Höllischer Gewalt ihme nicht auß den Handen reisten/ und je mehr Vertrauen du zu deinem liebsten Vatter erzeigen wirst/ je lieber wirst du ihme seyn: Nichts gewinnet GOtt das Hertz also ab/ als ^5 2IO S«» wie ein aufrichtige Vertraulichkeit seines Kinds; hingegen ist GOtt über alle Massen zuwider alle Mßtraulichkeit: je mehr er solche an dir spühret/je mchr du ihme verleydest. Sey du ein rechtes Kind / so wird GOtt gewiß ein rechter Vatter an dir seyn; daß du aber ein rechtes Kind seyest/ ist mehr nicht vonnöthen / als daß du an deinen Himmlischen Vatter glaubest/ auf ihne vertraulich hoffest/ und ihm herylich liebest: dises thue; das übrige lasse alles ihme über: IGus wird deine Sünden hinweg nemmen/ und abzahlen : IEsus wird seine Verdienst/ und Heiligkeit dir schencken: IESUS wird dein Heylastd seyn/ und dich ewig seclig machen. Du sollest auch wegen deinen Mäng- llen/ und täglichen Fahleren nicht klein- müthig werden / sondern selbe dir also zu nutzen machen/ daß du deine Schwachheit erkennest / dich vor GOtt schämest/ demüthigest/und danckest/ daß er dich > nit in schwärerc Laster hat fallen lassen. ^ - Die Elteren übertragen vil Fahler an ihrem j zuk wol wid daß seye siei und Kir ess net< der Vier schl Kii sch Er ten set ein ihn nel rn SO» res üle üt: ehr dir est/ an 'st/ hne ige >ei- ab- -st/ lS oig ag- 'in- >zu ch- est/ lich m. an l ihrem Kind/ und werssen es nit gleich zu dem Fenster hinaus; / sie geben thme wol die Ruetcn mithin/ und lieben es Wider fort/ wie zuvor/ in Bedencken/ daß es ein ungeschicktes schwaches Kind seye/ sie verflossen es darum nit/so lang sie in demselben ein Kindliche Affection/ und Liebe verspührcn; wann aber das Kind nichts mehr darnach fragte/wann es schon fühlte / und die Elteren verzür- nete / und also kein Zuneigung / oder Liebe mehr erzeigte/ wurde es bald außge- dienet haben. Eoen also übersehet unser Himmlische Vatter die tägliche Fahler seiner Kinder/ weilen er wol weist/ wie so schwach / und gebrachlich selbige seynd: Er züchtiget sie auch öffters mit der Ruten der Trübsceligkeitcn; Er verflösset darum selbige nit/ so lang sie noch ein Kindliche Zuneigung/ und Liebe zu rhmchaben/ welches auß deme erscheinet/ daß sie sich wegen ihren Fahleren schämen/ demüthigen/ umVerzeyhung bitten/ und sich befleißen zu besseren; wann aber einer disen täglichen Sünden Tl'L LS» uit vil nach fragte / und ohne Scheu selbige begienge/ und also nit achtete/ ob schon de" Vatter mit selbigen erzürnet/ und beleydiget wurde/ köndte ein solcher auß Mangel der Liebe bald außdiencn/ und in schwärere Sünden fallen. Endlich / weilen uns GOtt Zu dem Himmel erschaffen / und alldort uns alle seine Güter/ ja sich selbsten zu geniessen zubereitet hat; so sollen wir ein grosse Begirdzu dem Himmel / zu GOTT/ und zu oer ewigen Freüd / und Seelig- keit erwecken/ nach selbigen seüffyen/ und hertzlich verlangen/ auch / wann der Todt uns dahin abholen will / sollen wir nicht erschrocken / sondern uns erfreuen/ daß wir zu unserem Himmlischen Vatter abscheiden können. Sonstcn wann wir nit gern sterben wollen/ ist es ein Zeichen/ wir achten die ewige Seeligkm/ GOtt/ und alle seine Schätz nit hoch; sondern wir lieben mehr die indische / als Himmlische Güter/ daß zeitliche/ als das ewige Leben/ ja mehr uns selbsten/ als GOtt / zu deute wir so schlechtes Verlangen tragen: riz -s» sel- ob iet/ cher cn/ )em alle ssm »sse T/ lig- m/ der wir cn/ at- ien ten seilen lü- n/ )e- nr welches wahrhafftig einem Christen sehr unanständig ist/ und ein Zeichen eines schwachen Glaubens. So habe ein steifst und vestes Vertrauen aufdie Gütigkeil GOttes/ und Verdienst Christi/ so kanst du die Kunst/ wohl und Gott- ftelig zustecken. Aehcnder Msatz. Von dem gähen Tode. A^Ann du/ mein Christliche SeeU nachdemBefelchChristiwirst wachm / und die Sterbstund/ wie du bishero gelehrt worden/ täglich üben/ so wirst du stäts zu dem Sterben gerüstet seyn/und den gähen Todt nicht fürchten; ja es wäre für ein grosses Glück/ und Gutthat zu achten/ wann der Todt dich gähling überfallen/ und hinweg nemmen solle/ indeme der- selbige dich von allen weiteren Gefahren/ und Anfechtungen befreyen/ und gleichsam in einem Augenblick in die ewige «»<7 414 - ge Glückseligkeit übersetzen wurde; so lehrne dann die Sterb-Kunst fleißig/ übe dich darinnen täglich/und halte dich allezeit fertig / damit / wann der HErr kommt / er oich wachend finde; Im übrigen stelle es alles in den Willen deß Allerhöchsten/ demüthig bittend/ daß er mit dir schalte/ und walte nach seinem Belieben in dem Leben / und Todt/ in der Zeit / und in der Ewigkeit. Wann du dich alle Abend zum Sterben , rüstest/ so hast den gähen Todt nicht Zuförchten. VMM Das «»5 ris S» Das andere Kapitel. Vorbereitung zum Todt in einer schwärm Kranckheit.. Erster Absatz. wie ein Christliche Geel sich Zu vers halten habe / wann sie mit schwäret» Lranct Heiken überfallen wird. bald dich/ mein Christliche Seel! ein schwäre Kranckheit anstoßet/ erkenne die Hand GOttes/ welche dir den Arrest anlegt/ und dich in Verhaßt nimmt: der HErr ist es/ der dich angreifst / was hast du dawider zusagen? du böser Knecht! du Erden-Wurm du lauteres Nichts! es ist aber auch die Vatterliche Hand / die züchtiget den jenigen/ welchen sie liebt/ bette selbige an/ unterwirfst dich/ und sage Danck/daß er deiner gedenckek/ und «»§ 27 § SH» dir allhie den Rost abstoßen will/ damit er die Mach in das künsstig aufschiebe: sage Danck/ daß er dich so gnadiglich heimsuchet/ und je mehr er dich mit Ach/ Wehe / und Schmertzen anfüllet / je mehr sollest du dich erfreüen/ daß sein Gerechtigkeit sich so barmhertziglich an dir rachet/und mit wolverdienter Straff deine Sünden abfeget: sage Danck / daß cr dich würdiget/ seinem liebsten Sohn gleichförmig zumachen/ dessen gantzes Leben lauter Schmertzen gewesen; er- freüe dich/ daß du mit ihme an dem Creütz kanft leben / und sterben: sage mit dem H. Augustino: O HEr:hie brenne/ hie schneide/ damit du ewiglich schonest: erneüere deine gute Meinung/ zu leiden/und zu sterben/ wie oben am 7. Absatz/ im i. Capitel. Zum anderen sollest dich alsobald Zu einer vollkommen Beicht rüsten / und in derselbigen alles mit reümüthigem Her- tzen ablegen / was dich beschwurt/ und nach dem Rath Christi 5 Versob- ne dich / weil du noch auf dem Werg bist/ mir GOrt/ den du durch deine Sund ^5 ri7 So- Sund zu deinem Widersacher? gemache hast. Zum dritten sage schuldigen Danck deiner Geistlich - und Weltlichen Obrigkeit/ und Seelsorgern um alle Gutthaten/ welche sie dir erzeiget haben/ um alle Mühewaltungen/und Sorgen/ welche sie wegen deiner getragen / rc. Bitte selbige um Verzeyhung wegen allen deinen Manglen/ Fahleren/ Unehrnbie- tigkcit/ und Ungehorsam. Hernach/ wari du noch deine leibliche Eiteren hast/ so thue ein gleiches gmen denjenigen / begehre von ihnen den Seegen/ daß du die Kranckheit gedultig übertragen/ und Gottseelig absterben könnest; halte demüthig bey ihnen an/ daß sie wciters mit dir Gedult tragen wollen/ so lang es GOtt dich in disem Leben noch aufzuhalten beliebet. Bitte auch deine Haußgenossen/Be- kandte/ Brüdcr und Schwestern / sonderbar welche du etwann beleydiget/ um Verzeyhung wegen allen deinen Manglen / Unvollkomenheiten/ Beschwerden/ Aergernussen/ und Bcleydigungen/ und P svl- -«5 ri8 As» West m't nachlassen / bis du versicheret bist / daß kein Mensch etwas wider dich habe/ sondern daß du mit allen versöhnet seyest/ damit du in vollkommener Liebe abscheidest. Ersuche auch die jcnige/ die dir abwarten/ und pflegen/ sie wollen mit dir Gedult haben/ dich ernstlich zu der Ge- dult/und Büß anmahnen/und nichts an dich zürnen. Zum vierdten/beichte/und empfange die Heil. Communion als den letsten Zehrpftnning auf die bevorstehende Neyß in die Ewigkeit / und m'mme deinen IElum zum Weegweiser/ auf welchen du alle Hoffnung / und Trost setzen sollest. Zum fünfften/ mache dein Testament/ wie hernach folgen wird / in welchem erklären sollest/ wie du zuleben/ und zusterben gesinnet seyest/ und verwahre dich in demselbigm wider alle Anfechtungen deß bösen Feinds. Zum sechsten / lasse dich bey Zeiten salben mit dem Heil. Oel/ damit du durch dises H. Sacrammt bald Wider ge- gesu zum Ehr ftm wer! Enl k-gl tapj inr ?lw Ge heit W nt i »ich öh- ner ab- dir Scan anten ade )ei- reizen ta- ^ rcl- cn/ »er- »ln- ten du der M» ««>>7,'.'EH - - -««M», gesund werdest/ wann dieKranckher'L nik zum Todt gehet/ oder damit du / als em Christlicher Fechtmeister zu dem lets ftm Kampff gefalbet/ und gestarM werdest» MS» Änderten Absatz^ Ä7ie eirr LhtiMche See! ier wähs kendev ^kanckhckcsich verhalten sollen währenderKranckheit solle ein Christliche Seel die Zeit wol anwenden/ und je naher es zu dem End gehet/ je minder solle sie saumsee- kig seyn : in der letsten Stund solle sie tapffer in dern Weingarten deß HErrn arbeiten/ weilm die Stund kommet/ in welcher niemand mehr arbeiten/ Und etwas.verdienen kan; derohalben solle sieL t. Ihre gewöhnliche/ und tägliche Geben und Übungen so vil die Krankheit zulasset/ eyffrig verrichten/ als neim W das Morgen- Geben/ Nacht- Gez P4 bett,. 22,2 As- bett/ das Examen/ oder Gewissens- Erforschung / das Geistliche Lesen/ rc. 2. solle sie alle Tag der Heil. Meß beywohnen/ oder auf das mindeste/ so man in die H.Meß leüttet/ sich einfiel-- len/ als wann sie derjenigen bcywoh- nete / und geistlicher Weis kommunicieren. z. Solle sie wahrender Kranckheik vsstcrs beichten/ und die Sacramenta- lische LedWrechung empfangen / damit sie in der Gnad GOttes desto mchrge- steiffet werde: man kan auch die schon absolvierte Sünden widerum beichten/ wann nur ein, neue Reu über sie erwecket wird. Solle sie öffters das Heil. Sa- von verll dale den lein z. ^ groj tMl Glc aucl neül Abj M nun 4. erament deß Altars/ als ihres eintzigen Trosts gemessen/damit sie mit ihrem Liebsten desto mehr vereiniget/ und von rhme gestärcket werde. s. Solle sie allezeit etwas Geistliches lesen / oder vorlesen lassen: daß lesen soll seyn auß einem Geistreichen Buch / zu welchem der Kranckc zum mehristen Lust hat/ vernehmlich das Evangelium von Kr, mit ster nur mit leid ant des un' *»§ 221 L*» Er- -SS' cc /so oh- rie- heil Nannt gehen en/ we- Za- gen rein von hes soll 'zu sten iuM n von dem verlohrnen Schäflein/ von dem verlohrnk Sohn/ von Bekehrung Mag- dalenä/ Matthäi/ Zachäi/ deß offenen Sünders ; sonderbar aber von dem Ley- den Christi. 2. Gegenwärtiges Büchlein/ von Lust und Liebe zu oem Todt. z. Das Leben der Heiligen / die etwann grosse Marter/ und schwäre Kranckyei- tmaußgeftanden/rc.rc. Solle der Krancke täglich den Glauben/ Hoffnung/ und Liebe/ wie auch die vollkommene Reü und Leyd erneueren/ wie oben im 1. Capitel am 7. Absatz : Item solle er sich in den Willen GOttes ergeben/ und die gute Meinung zuleiden/ und zu sterben erneueren. 7. Solle das Crucifix - Bild dem Krancken offt vorgehalten werden/damit er durch das Exempel seines liebsten Heylands in der Gedult/ Hoffnung/ und Liebe gestärckt werde/ und mit ihme williglich an dem Creütz lebe/ leide/und sterbe: discs solle der Krancke andächtiglich besichtigen/ umfangen und küssen/ und sich in die HH. Wunden deß gccreützigten JESU verschließen/ und verbergen. P z §. «»§ 24» S», -> » >> ,,/F ! > M 8. Sollen dem Krancken andächtige Seüfftzer/ und Schutz-Gebettlem zu GOTT vorgehalten / auch schöne Gc- hetter vorgelesen werden. 9. Wann aber die Kranckheit sehr grossen Schmertzen verursachet/ so muß manihme mit obgedachtcn Übungen nit übcrläftig seyn/ sondern es ist genug/ wann er die Schmertzen gedultig auf- «immet / GOtt darum lobt/- und sich indem Willen GOttes ergibt; zu welcher er dann mit Vorhaltung deß Exempels Christi/ und Erinnerung seiner Sünden / und wohlverdienter Straff/ wie auch der ewigen Belohnung / solle aufgemunteret werden: andere Tugenden sollen dem Krancken mit kurtzen Worten vorgehalten werden/ als zum Exempel: O GOtt! ich glaube in dich; ich hoffe auf dich; ich liebe dich; alle Sünden reüen mich; es geschicht mir recht/ ich Habdises/und vilmehr verdienet. Gerecht bist du OHErr.' und dein Gericht ist gerecht: ich ergibt mich in deinen Willen ; ich bitte du wollest mich nicht Verb mit' sterl i die' St, den zun 1 wie schi das wi« Sc UN! Ch bei licl gei G cke G vo im sehe ruß nit ug/ ruft sich vel- em- iner W olle lenken um ich an- ht/ Selch« um cht «»§ Z» verlassen/ und Gedult geben/ daß ich mit dir an dem Creütz leben / leiden/ und sterben könne, 10. Damit derKrancke sich besser m die Gedult schicken könne/ solle er alle Stund seiner Kranckhcit mit den Stunden deß Leidens Christi vergleichen / als Um 7.UhrÄbends solle er gedencken/ wie IEsus von seiner Mutter den Ab- schid genomen/ und mit seinen Jüngeren das Nachtmahl geessen. Und so fore wie oben im i. Lavicel am 6 . Absatz. Deßgleichen solle er betrachten die Schmerlen und das Mitleiden Mariä; und sich befthlen ihrem Schutz / wie ihr Christus Iohannem befohlen hak. 11. Die jenige welche den Kranckm besuchen/sollen nichts von eytlen/Weltlichen/ und unnützen Händlen/ Zeitungen/ Mahrlein reden/ sondern sie sollen Geistliche Gespräch halten / den Kran- cken im Glauben/ Hoffnung / Liebe und Gedult ftarcken/ ihme etwas Geistliches vorlesm / oder etwann cinLitaney / oder schere Gebett vorbetten: den Todt sol- «»§ 2^4- AS» len sie ihme nicht außreden/ und lährc Hoffnung deß Lebens machen / sondern ihne ermähnen zur Büß / und Ergebung in denWillenGOttes: Man solle dem Krancken auch nichts von seinen Verdiensten/ Wohlverhalten/ und Tugenden vorgeben/ sondern vilmehr ihne seiner Sünden erinneren/ daß er sich vor GOtt demüthige / und allein sich aufdie Verdienst Christi verlaffe. 12. Was die leibliche Artzney/ und Abwartung betrifft/ wann etwann ein Abgang/ oder Mangel darum sich erzeiget/solle er gedencken wie Christus so verlassen am Creütz gewesen / wie man so rauch mit ihme umgangen/ wie an statt einiger Erquickung er mit Gallen geträncket worden; wie an einen harten Beth er seinen H. Geist aufgegeben. Drlt, Dritter Absatz. Etliche schöne Lehr-Puncten/ welche den Lcrnncken den grossen Tross/ und Hoffnung deß ewigen Lebens bringen können. r. ewige Weisheit redet also zu ihrem Diener P. Henri- cum Susonem: Ein jeder Sünder / wie groß er auch ist/ kan den köstlichen Schatz meines Leidens also ihme sechsten zueignen/ daß wann er schon tausend Jahr in dem Fegfeür leiden solle/ er in kurtzerZeit sowol die Schuld/ als die Straff außiöschen wird/ also/ daß er ohne Fegfeür gantz befteyet in den Himmel abscheide; dises aber muß auf folgende Wels geschehen: erstlich solle er offt mit zerknirschtem Her- tzen die vile/ und grosse seiner schwären Sünden überlegen: zum anderen solle er die Werck seiner eigenen Genugthuung für gering achten / und die Unendlich- «»§ rrS S«» llichkeit meiner Genugthuung hoch erheben/ als dessen kostbarlichen Bluts ein einiges tröpflein genugsam gewesen wäre/ die Sünden tausend Welten außzu- löschen: Zum dritten solle er durch ein wahres Mitleiden/ und Vereinigung mein Leiden ihme selbst zueignen/ seine schlechte Genugthuung in die Unendlichkeit der Meinigcn versencken/ und mein Blut dem Himmlischen Vatter für alle seine Schulden vertraulich aufopsseren 2. Ein Krancker solle in die offene Wunden / und in das tiefst Meer der unbeschrancktcn Barmhcrtzigkeit Christi IEsu/ sich mit allen Sünden/ und Hinlaßigkeiten hinab lassen/ und ver- fencken/ und sich als ein lebendiges Schlacht-Opfstr dem HErm auß wahrer Liebe aufopsseren/ bereit alle Ungemach/und Scharpffe/ ja so gar die Bitterkeit deß Todts selbsten/ und alle Straff/ welche GOtt in in disem / und in dem anderen Leben über ihn verhangen will/ zuleide». Wann er dises mit Ernst thuen wird / wann er/ sag ich/sich Wß rmmLl'ehc mit völliger Übergebung film der mit wir, Hö wm gan z will esc ficr es wel ben tan wa sich nw dai zu' er, da daj chr he- ein oa- zu- ein lNg M ch- lein alle !en. ene der -ri- ind Nerzes ch-- ge- rlle nd in- nit ich ftiner ftlbsten zu aller Straff für die Ehr der Göttlichen Gerechtigkeit zuleiden mit ruhigem/und freywilligem Gernüth wird antragen/ yiser wird weder die Höll/ noch das Fcgfeür anpsinden/ wann er schon aller Welt Sünden begangen hatte. z. Gleich wie gezwungen/ und unwillig sterben keine Tugend ist; also ist es ein Merck eines grossen Verdiensts/ sterben wegen der Liebe GOttes / wie es erscheinet in den HH. Martyren/ welche sich fteywillig in den Todt gegeben haben mit höchstem Wohlgefallen GOttes: dem Beyspihl diftr Heiligen kan der Krancke um etwas nachfolgen/ wann er sich hcrylich ergibt in den Göttlichen Willen/ und freywillig die Hoffnung deß langen Lehens hinweg wirffck/ damit er sich mit bereitwilligemHertzen zudem Todt aufopffere. Welches/waii er es thuen wird/ verrichtet er ein so Heldenmütiges/ und fürtreffliches Merck/ daß dessen Krafft kaum kan außgespry- chen werden. ^ «»§ daß er etwelchermassen den HH.Martys ren ähnlich stürbe: dan wie dise um Christi willenumgebracht wordc; also solle er verlangen/ auß Liebe Christi zusterben/ und also gleichsam von seinem Willen/ und Anordnung getödtet zuwerden; sintemalen es GOtt ist/ der denKrancken in das Beth gemorsten; GOtt ist es/ der den Aryneyen gesund zumachen/die Krafft hinwegnimmt; GOtt ist es/der todt/und lebendig machet: wann dero- halbm derKrancke zufriden ist / daß ihne GOtt nicht gesund machen will/ wie wol er es im Augenblick köndte/ so wird er durch dise Übergebung zu einem vollkommenen Schlacht-Opffcr GOttes gcmachet. 4. Es solle sich ein Kranckcr nicht nur zu dem Todt / sondern auch zu der Peyndeß Fegftürs frcywillig ergeben; weilen durch solche Übergebung ein grosser Theil der überblibenen Straffen auß- gelöschet wurde/ wann einer auch noch in dem gegenwärtigen Leben auß der Noth ein Tugend machte / und sich an- tragte/ die Schärpffe deß Fegftürs frey- willig/ will setzn tigkl kom den. GL dan köst dicr der! mn GL Neu sein sein fere vil gut run Hr unl aus 2.2Z S«- ty- -ri- ecr m/ m/ sinken die der ro- -ne wie ird oll- tes cht der m; vs- äß- och der AI- ey- willig/ und aedultig zuleyden/ zu Ersetzung der Ehr der Göttlichen Gerechtigkeit/ wurde er nicht in das Fegftür kommen / oder doch bald erlediget werden. 5. Ein Krancker solle Sorg haben/ daß er alle Schmeryen wol zu der Ehr GOttes/ und seinem Heyl anwende; dann dise Zeit der Kranckheit ist sehr köstlich / als in welcher einer mehr verdienen kan/ als er sonst sein Lebcnlang verdienet h-at; dann weilen der Krancke immerdar leidet/ so kan er immerdar GOtt ein Wohlgefallen/ und ihme ein neuen Verdienst machen/ wann er nur sein Schwachheit wol anwendet/ und seine Schmerycn GOtt öffters aufopferet: es kan zwar ein Krancker nicht vil betten / doch kan er offtermalen einen guten Seüffyer zu GOtt schicken; darum solle er etliche solche Seüffyer an der Hand haben/ selbige fleißig brauchen/ und bald dise/ bald jene im Mund oder aufs wenigst in dem Heryen haben. s. Ein Krancker solle aufs höchst beflissen seyn/daß er mit einer gantz Kind- Kindlichen Vertraulichkeit/ und ruhiger Sicherheit alle Sorg seiner Kranck- heit/ seines Lebens / und deß Todts / ja auch alles dessen/ was ihme nach seinem Absterben begegnen wird/ in die liebliche Fürsichtigkeit/ und allerheiligistm Willen seines allergütigistcn Vatters/ und mildreichisteSchöpffers unerschrocken hinein werffe/ als welcher/ weilen er die Güte selbsten ist/ alles vorsehet / alles kan/ und das Heyl deiner Seel herylich verlanget/auch dein Seel mehr liebet als du / für welche er so vil gethan/ so vil gelitten/ damit er dich seelig machte: gewißlich kan er dich O Christliche SeeU in der letsten Gefahr / da du mit dem Todt/ und der Hollen ringen muss/ nicht verlassen/ und minder thuen / als in einem solchen Fahl ein jeder kühler Freünd thäte; wann du nur dasDeinige thuest/ und dich steiffan ib- ne haltest/ auch allein sorgest wie du iy- mt gefallest / und inzwischen dich wenig bekümmerest/ was er nach dem Todt mit dir anfangen werde/ gantz bereit mit Freuden zu umfangen alles / was er mit dir dir' Sü, GL scher seinc als er i Km dir zuli dich Db gan unt Sc ftr- an Sc geb «»§ r?r HO» chi- ick- ija icm bli- ! kn I es/ rollen ett stet ehr dir verordnen wird/ um wegen deinen Sünden zuerstattcn die Ehr deines GOttes/ wie er es haben will: Inzwischen sollest du ein vestcs Verttauen zu seiner Güte haben/ und auf das Blut IEsu Christi hoffen / er werde gütiger/ als du hoffen kanst/ mit dir verfahren; er ist der HErr/ mache er mit seinem Knecht was gut ist/ vor seinen Augen: dir solle genug seyn / ihne zu ehren/und zu lieben/ nit aber seine Anschlag über dich zuerforschen. an/ ckg ist- da linder stillt ib- ty- nig )dk nik nik Dbung der jetztgemelttn trostreichen Lehren. > Allmächtiger gütiger/und barm- heryiger GOtt! sihe ich dein unwürdige Creatur übergibt mich gantz/und gar in dein Göttlichen Willen/ und opffere mich dir auf mit Leib/ und See! zu einem lebendigen Brand-Opf- fcr/ gleich wie sich dein allerliebster Sohn an dem Heil. Crcüy in feinen höchsten Schmerlen dir aufgeopfferet/und übergeben hat: ich bm von Grund meines Her- »5 rzr So» Hertzens bereit zu deiner grösten Glory/ und Ehr / und zumvollkomnistenWol- gefallen deiner ewigen Majestät auß lauter Liebe gedulkig zuleiden/ und außzu- stehen alle Verhängnussen/ Kranckhei- ten und Schmertzen/ ja auch den Todt sclbsten / wie/ wo / und wann mir solche von deiner Göttlichen Gerechtigkeit auferlegt werden: ich bekenne auch hiemik vor dir/ und allen deinen Heiligen/ daß wann es mir schon ftey stuhnde noch hundert Jahr zuleben in allen Wollüsten/ und Ehren / so wolle ich doch um deiner Liebe Willen lieber eben jetzt den Todt leiden/ als wider deinen Willen noch ein einyige Stund leben. Derowegen sprich ich mit völliger Übergebung meiner sclbsten in deine Göttliche Hand: O HEr: nik mein Will/ sonder dein «llerheiligster und gerechtster Will geschehe mit mir/durch mich/und in mir/ vor / in / und nach dem Todt von nun an bis in alle Ewigkeit! Amen. Vterd- Z» Vierdter Absatz. wie matt einem RvattEett znspres chen / und erösten solle. >ry/ ! UGMßSMjM! Zol- lau- ;zu- hei-- odk lche mft mik )aß och cn/ ner odt och M rei- ad: ein ge- ur/ seyn/ und jedermann die Ger sundheit vor allen Dingm lieb / und angenehm ist / so kommt es einen Menschen überauß schwär an / wann ihn GOtt mit einer Kranckheit heimsuchet; darum man demKranckcnzum allerersten zusprechen muß / daß er sich recht darein schicke/ die Vatterliche Hand GOttes erkenne/ und sich gäntzlich m den Willen GOttes ergebe: darnach- weilen derMenschlichenNaturderTodt sehr schreckbar vorkommt/muß manih- we die Larvm abziehen/ und demKran- cken die Forcht desselben außredcn: fers ners/ weilen die begangene Sünden/ und liederliches geführtes Leben/ auch Ver- saumnuß vüer Zeit/und guten Gelegen- Q Heiken den Krancken starck zu ängstigen/ und die natürliche Forcht deß Todts wegen bevorstehendenGericht/ und Straff GOttes hasstig zu vermehren pfleget/ muß man den Kleinmüthigen trösten/ und in der Hoffnung gewaltig steiffen/ und bevestigen: entlich weilen auch die vilfaltige Schmertzen/Ach/ und Wehe den Krancken überfallen / peinigen/ und zurUngedult antreiben/ muß wanden- selbigen in der Gcdult ohne Unterlaß ftärcken/und anmahnen / daß er dise gute Gelegenheit ihme zu nutzen mache. Wann du derohalben einem Krancken zusprechen must/ greiffe die Sach weißlich / und allgemach an/ grüße ihn fteündlich/ und bezeüge dein grosses Mitleiden / und guten Willen ihmezu- helffen/ und zudienen; wünsche ihme bald widerum die Gesundheit: und wan er etwas von seinem Zustand reden will/ so höre ihm mit Gcdult an/ darnach mache mit ihme einen Anfang/ daß er sich kapffer in den Willen GOttes übergebe/zum Exempel: gab rer< der ges unl bet keir unj raff jtt/ en/ en/ die rchc and )em 'laß! gu-. » ^ !an-! >ach ihn sses! zu- > -me oail M >ach 'ß Fünffter Libsatz. Wie matt den Ararrcken zur Übergab m den willen GDrces aufmun- rerett solle. ^8^Ein lieber Bruder/oderFrcünd! WäM es ist mir Zwar eüer Zustand vonHeryen leyd/ und bedaurlich; doch erfreuet mich auch/daß ihr ein Christ seynd/ und eüch auch jederzeit einen rechten Christ zuscyn beflissen haben; darum hoffe ich / ihr werdet eüch schon/ wie es 'einem kapsseren Christen gebärt/ in den Willen GOttes resigniert/ und übergeben haben. Der höchste HCrr Himmels/ und., der Erden hat sein Hand über eüch auß- gestrackt/ eüch in Verhaffk genommen/, und veranestierk; also hat es ihme beliebet/ also will er es haben / kein Mensch/ kein Creamr hat dises gethan/ sonder unser gnädigster Vatter hat es also be- *»§ -tz6 S»» fohlen / darum müssen wir seinem Ve- selch unterthänig gehorsamen/ und uns seinem heiligen Willen unterwerssen: Er meint es gut / und Vatterlich mit uns; von seiner Hand kommet dise eücre Kranckheit her/ ohne dessenWillcnkem Härlcin von euerem Haube zu gründ gehen kau/ wie Christus selksten sagt So sollet ihr dann mit dem heiligen Job sagen wann wir das Gure von der Hand GOeces empfangen/ warum sollen wir nie auch das Böse annemmen? GOtt hat eüch die Gesundheit geben / GOtt hak sie wiederum genommen/ der Namen deß HErm seye gebenedeyt. Wann es zu der Ehr GOttes / und eüerer Seelen Heyl gereicht/ daß ihr langer leben sollet / so wird er eüch bald widerum den Arrest auflösen/ und vorige Gesundheit mittheilen. Er züchtiget eüch ein wenig wegen küeren Sünden/daß ihr in eüch selbften gehen/die Gesundheit und andere Gut- rhakkn höher achten/ und fürderhin ein besseres Leben zuführen anfanget; darum rmr ^ f selb der ges, der auf Mi Ari ney mu um auf bm den Urs W lich V( ger seü rri so Leins Er is; lere ein md 6gt rum sollet ihr dem Rath GOttes ^ folgen: Mein Lind! verachte dich selbst nicht in deiner Lranckheit/stns der bitte denHErrn/ so wird er dich gesund machen: wende dich ab von der Sund/und richte deine Händ hinauf/ und reinige dein Hertz von aller Misiethac: Darnach gibe Platz den >cm lvir ach Üch wi- deß ich ihr ald bogen len »ut- em da- r Artzten. Da sehet ihr/welches die beste Artz- ney ist/ und wie man sich verhalten muß/ wann man will das die Artzten uns mit heylsamen Artzneyen widerum aufhelffen. Wann aber das längere Leben zu Entunehrung Gottes/ und Schaden eüerer Scel gelangen folkc/und der Ursachen halber euch GOtt auß diser Welt abforderen wolte/ so sollet ihrbil- lich gantz willig/ und bereit euch in seinen Väterlichen Willen ergeben/ und sagen : Er ist der HErr/ was gut ist vor seinen Augen / das thue er. Unser Leben ist nur ein Lehen von GOtt/ er kan uns auffänden/ wann er will: wann es GOtt also haben will/ so muß es gestorben seyn/ ihr sterbet Q z gern/ gern / oder ungern; dises allein wird der Unterschid seyn / wann ihr eüch ungern und unwillig darein ergebet / so habet ihr kein Verdienst / sterben wie die Hayden/ ohne allen Trost/ und versündiget eüch wider GOtt: wann ihr aber eüch Christ- wüthig dem Willen/ und Ordnung GOttes ergeben/ und freywillig die Kranckheit und den Todt anncmmct/so machet ihr auß der Noth ein Lugend/ gefallet.GOtt absonderlich / und verdienet mehr mit einem so Hcldenmüthigen Sterben/ als ihr sonsten in zwantzig/ oder dreißig Jahren mit vilm guten Wercken verdienet hatten; ja wann ihr nur dise letste Stund in dem Weingarten deß HErm tapffer arbeitet / so seynd ihr deß ewigen Lohns versicheret. So demüthiget eüch dann unter der gewaltigen Hand GOttes/ und huldiget gantz unterthanig seinem allerheiligisten Willen : opfferet eüer Leben / und alles was ihr haben/ GOtt auf zu einem Ovffer der Liebe / wie Abraham seinen Isaacr Nemmet willig den Todt an/ als ein wolverdimte Straff eücrer Sünden/ wet- welc miti mas freü tyre eüer Cw sterl stov dem gen treü Liel sein> lerh stur lehr mit lass der ern ihr en/ ist- ? mg ^ dle /so ad/ biegen , tg/ lten > ihr ^ iar- i )nd So! -al- ! Mtz öi9 c)«s ffct lacr ein en/ welche ihr so wol verdienet haben/ damit ihr durch dise Büß/ GOtt etwelcher Massen ein Genügen leisten können: erfreuet eüch daß ihr mit den HH. Mar- tyren den Willen GOttes zuerfüllcn euer Leben lassen / mit Christo an dem Creütz leiden/ und dem jenigcn zu Lieb kerben sollen/welcher eüch zu Lieb geworben ist; also sollet ihr jetzt eüercn Heldenmuth/ als ein rapfferer Soldat gegen seinem König/ cücre Treu/ als ein treüerDicner gegen seinemHErm/ eüere Liebe/ als ein gehorsames Kind gegen seinem Vatter erweisen/ und euch der Disposition/ und Anordnung deß Allerhöchsten gäntzlich überlassen/wie Christus uns zuthun an dem Oclberg ge- lehret hat: zuforderist sollet ihr eüch mit den HH. Sacramenten versehen lassen: damit ihr gerüstet seyen zu.n Leben / und zum Sterben / wie es GOtt ordnen und verhangen wird. i(*)? Sechs. 2^2 AH» Sechster Absatz. wie man den Nrancken in dev ^»ostnunA stärcken solle» ^Ein lieber N. Ihr sollet eüch eüere Sünden nicht schrecken lassen / Haber ihrvil gesündi- get/ so thuet beyzeiten Büß / erwecket wahre Rcü/ und Leyd/ beichtet eüere Sünden / und zu Abbüssung derselben leidet williglich eüere Schmcrtzen/ und Lodts- Angst / so wird GOtt eüch alle Sünden verzeyhen/ und eüch ohne allen Zweifel seelig machen: setzet eueren Trost und Hossnung in IEsum Christum eüeren Heyland / und Seeligma- cher: verlasset eüch auf sein HeiligesLeben/ Leiden und Sterben/ durch welches er eüch seelig machen will/ seine heilige Verdienst opfferet dem Hnnlischen Vatter auf/ an statt eüerer schlechten Verdiensten/ vereiniget euerc Schmer- yen und Todt mit seinen Schmcrtzen/ und bitteren Lodts -Kampff/ verlasset euch euck wel streue! ihn irch lich -ei Gc un stu die ew nei de S kei rm ldi- «»S' 24k L» euch auf seine heilige Verheißungen/mit welchen er versprochen / euer Nothhelf- ftr/ euer Seeligmacher/ euer Leben/ euer Auferstehung zuseyn: befehlet euch ihme mit Leib und See! / in ihme ruhet imFriden/ durch ihm werden ihr ewiglich seelig werden. cket lere ben and alle al- ren hri- na- Le- oel- haben jtM ur- en/ lsset Sibendter Absatz. wie man den Rrancken zu der Gedulk anmahnen solle. !Ein lieber N. Die Gedult ist jetzt euch in diser KranckheiL zum mehristen vonnöthen/ und muß allhie wahr werden/ was Christus sagt s/. In cücrer Gedule Werder ihr eüere Seelen besitzen: durch die Gedulk werden ihr so vil Staffel des ewigen Glory in dem Himmel verdienen/ so manchen Schmerym ihr empfinden : durch die Gedulk werden alle euere Sünden abgefeget werden/ daß darnach keinFegscür weims vonnöthk seyn wird; r4r So» durch die Gedulk können ihr jetzt die verletzte Göttliche Gerechtigkeit bestcrmas- sen versöhnen/ und euer Liebe erzeigen: durch die Gedult können ihr/ wo nit ein ganycr Märtyrer / doch schier so vil als ein Märtyrer werden: durch die Gedult können ihr Christo euerem Heyland gleichförmig werden; so gcdencket dann/ daß ihr jetzund Zeit und Gelegenheit haben / euere Belohnung in dem Himel sehr groß zumachen / dann je mehr ihr werden anjetzo leiden aufErden/je mehr Glory und Freud werden ihr ewiglich gemessen in dem Himmel. Gedencket/ GOtt suche euch Vatterlich heim/ wolle euch in diser Welt fegen / sauberen/ und reinigen von allen eueren Sünden / damit er in der anderen Welt nichts mehr an euch zu-straffen finde: O wie gütig ist der Himmlische Vatter gegen euch! rr hatte euch können in die Verdamm- riuß stürtzen/ und nach verdienen ewi- lich peinigen/ jetzt schicket er euch zu dise Kranckheit/ oise Schmertzen/ welche bald ein End haben/und gegen derHöl- lm oder Fegfeür ein lauterer Schatten . seynd: seyn ben> cwtc dig GL dare cher stey diel eher nit, GL mit tuu will wa, letzi alle M reck lisck zui du rhe 24; So» traft n: ein lls )e- nd rn/ >cit äel ihr chr ich et/ .lle nd )a- chr ttg ch.' m- vi- >ise che öl- ftynd: Ach! umfanget mit beydenArm- bm dises glückseelige Creütz/ saget GOtt ewig Lob und Danck/ daß er so gnädig und Vätterlich mit euch verfahret. Gedenckct auch / wie ihr eueren GOtt so offt und schwärlich beleydiget/ darum hattet ihr auß Liebe der Göttlichen Gerechtigkeit eueren Leib sollen ca- steyen/ und mit schwären Bußwercken die Unbild/ so ihr GOtt angethan/rächen und abbüßen; weilen aber ihr diß nit gcthan/so sollet ihr jetzt ftolocken/daß GOtt dises selbsten thut/ eueren Leib mit Schmcrtzcn anfüllet / und tapffer tummlet/ und euere Bosheit und Muthwillen deß Leibs züchtiget/ sich um etwas an ihme rächet/ und also sein verletzte Ehr rechtmäßig wider suchet: zu allen Stössen/ Rüpffcn/ Schmertzen und Wehe sollet ihr aufschreycn: So recht! dises / und vilmehr / ja das Höllische Feür hab ich verdienet/ es ist vil zu wenig/ was ich leide: Gerecht bist du O HErr! und gerecht ist dein Urtheil.^/,. 7/L Dein Will geschehe/wie im Himmel / also auch auf Erden/ jetzt/ und in alle Ewigkeit. Gedencket an die HH. Märtyrer/ wie vil Pein und Marter sie um GOt- tes willen gelitten/ und leidet auch mit ihnen um GOttes willen/ so vil euch GOtt zu leiden gibt/ er wird euch nit wehr auflegen/ als ihr tragen möget/ ruffet ihne an/ und er wird eüch mit seiner heiligen Gnad starcken/und trösten. Gedencket endlich an IEsum Christum/ was er euch zu Lieb abgestanden/ wie er so verlassen/ und elend an dem Stammen deß Hell. Creutzes gehangen/ und für euch seinen gebenedey- len Geist aufgegeben; vergeltet dann Schmeryen mit Schmertzen/ Todt mit Todt/Liebe mit Liebe; leidet/ sterbet wildem jenigen/ und wegen dem Wenigen/ welcher um euertwillen gelitten hat/und gestorben ist: Nemmet das Crucifix-Bild in die Hand/ trucket es an euerHertz/ umfanget/ küsset dasselbe/ und erfteüet euch mit euerem IEsu an dem Crcutz zuleben/ und zustreben. Achter Rr Chr gan lige ven 2 und nen un! den Sc wo ht/ er/ )t- nit ach nit §/ mit rö- )ri- an- an genuin mit :bet mi- ten )as es lbe/ an e «»f LH» : E-EAO Achter Absatz. Nützliche Fragen/ die man dem Rrancken vorhalten solle. können offtermalen dieKran- cken wegen arossen Schmertzen/ und üblen Zustand nit vil den Geistlichen Übungen nachsinnen/ und obligen; disen dann solle man nachfolgende kurtze Fragen vorhalten/ welche sie Krancke mit ja beantworten sollen. i. Ihr glaubet ja alle Articul deß Christ- Catholischcn Glaubens/ die gantzeHeil. SchriM/ und was die heilige allgemeine Kirch befilcht zu glauben? Antwort: Ja. 2. Ihr glaubet/ daß ein GOtt seye/ und derselbige dreyfach in den Persoh- nen/ nemlich: GOttVatter/ Sohn/ und Heil. Geist? Antwort: Ja. z. Ihr glaubet auch / daß eine auß den drey Personen / nemlich: GOtt der Sohn auß Liebe gegen euch seye Mensch worden/und daß er für euch gestorben an ««§ ^4-6 S» an dem Stammen deß Heil. Creutzes? Antwort: Ja. 4, Ihr glaubet auch / daß ein Himmel seye/ in welchem sich mitGOLLerfreuen alleAußerwahlte/ die ihme in di- serWelt gcdienet haben? Antwort: Ja. ' s. Ihr glaubet auch/ daß einHöll seye / in welcher ewig gestrafft werden alle / die unbußfertig sterben? Antwort: Ja. 6. Mit einem Work/ ihr glaubet alles/ was die allgemeine Christliche Kirch glaubt/ und bekennt/ und begehret in disem wahren Glauben zuleben und zu- sterben? Antwort: Ja. 7. Und dises alles glaubet ihr darum/ weil es GOtt gesagt/ und geoffenbahret hat/ welcher ntt fahlen kan? Antwort: Ja. 8. Ihr setzet ja euer Hoffnung nicht üuf euere eigene gute Werck/ und Verdienst/ die sehr gering seynd/ sondern auf die unendliche Güte/ und Barm- hertzigkeit GOtkes? Antwort: Ja. 9. Auch auf die Verdiensten Christi ZEfu/ und auf fein heiliges bitteres Lei- - den den daß An wel To' wui sein len es Ve gar Se alle daf wo Vi gel der Gr Stt -s§ 247 s? I im- er- di- i Za. oen »rk: al- rch in zu- lM/ >ret, >rt: ! ;er- ern .'M- n'sti Leiden/und Sterben? und ihr glaubet/ daß ihr änderst nit könnet stetig werden? Antwort: Ja. w. Ihr hoffet/daß IEsus Christus/ welcher euch zum besten die Sünd/ den Todt/ den Leüftl und die Höll überwunden/ euch werde stetig machen nach seinem H. Versprechen? Antwort: Ja. r i. Und das hoffet ihr darum/ weilen GOtt unendlich gut/ und weilen er es versprochen/ und getreu in seinen Versprechen ist? Antwort: Ja» l2. Ihr liebet ja auch GOtt/ auß gantzem euerem Hertzen/ auß gantzer Seel/ auß gantzem Gemüth / und auß allen Kräfften? Antwort: Ja. i z. Es ist ja auch nichts in der Welt/ daß ihr also liebet/ als GOtt? und wollet auch alles lieber vermehren/ als GOtt? Antwort: Ja. 14. Ihr wisset wol / daß GOtt euer Vatter ist/ der euch Leib und Seel gegeben hat; euer Erlöser/der für euch an dem Creutz gestorben ist; euer höchster Gutthatcr/ der euch unsäglich vil guts gethan hat/ und ewig in.dem Himmel Ms 248 .»s» guts thun will/ und darum liebet ihr ihn von Heryen? Antwort: Ja. r 5. Iyr wisset wol / daß GOtt aller Liebe werth ist/ daß er der allerschönste/ der allerliebrcichtste/ der allergütigfte HErr/ und das unendliche Gut ist/ und darum liebet ihr ihn über alles? Antwort: Ja. 16. Es ist euch auch von Heryen leyd / daß ihr ein so gütigen GOtt/ ein so grossen Gutthäter/ein so mildreichen Vattcr jemahl beleydiget haben/und wann ihr es nicht gethan Hütten/ so wol- ten ihr es nicht mehr thun? Antwort: Ja. 17. Es seynd euch euere Sündm kyd/nit allein auß Forcht deß Todts/ und Höllischer Peyn/ sondern vilmchr auß Liebe GOttes/ eueres HErrn/ daß ihr sein unendliche Güte beleydiget? Antwort: Ja. 18. Begehret ihr auch / daß euch der barmhertzige GOtt/ wahre Erkandt- vuß / auch Reü / und Leyd über euere Sünden verleyhen/ und mittheile wolle? Antwort: Ja. Wol- vm ten/ alle- war ten' 2 tbui ihn 2 M! für! bor Es als belc 2 die aus sie, alle ben chn 24-9 AS» ihn llcr ste/ ;fte st/ s? M ein M md >ol- rt: )M ts/ ehr >aß tt? der dt- ere le? i9. Wollen ihr auch gern eüere vergessene Sünden bereuen/ und beichten/ wann sie eüch bewußt waren? ja alles verrichten/ wie es GOtt begehrt/ wann ihr es nur besser wißten und könnten? Antwort: Ja. 20. Seynd ihr jetzt wol getrost? ja: thut eüch nichts mehr beschwüren? haben ihr nichts mehr zubcichtcn ? Antwort/ rc. 21. fallen ihr auch einen Fürsatz/ wann eüch GOtt wider aufhilfft/ eüch fürderhin die gantze Zeit deß Lebens vor Sünden zuhüeten/ eüer Leben zu- bessercn/ und ehender allen zeitlichen Schaden / ja den Todt selbstcnzuleiden/ als durch ein schwüre Sünd GOtt zu beleydigen? Antwort: Ja. 22. Verzechet ihr allen denjenigen/ die eüch beleydiget haben/und begehret auch von allen/ die ihr beleydiget/ daß sie eüch verzechen? Antwort: Ja. 2z. Seyt ihr auch willig und bereit allen Schaden/ welchen ihr dem Neben-Menschen an Ehr oder Gut zugefügt haben/ zuersttzen/ wann ihr solches wißten? Antwort: Ja. 3 ^ 24 . 450 L» 24. Wollen ihr auch dise gegenwärtige Kranckheik willig und gedultig von der Hand GOttes annemmen/und eüch in allweg lebendig und todt in seinen Heil. Willen ergeben? Antwort: Ja. 25. Ihr begehren ja alle eüere Schmertzen/und den Todt selbstenzu- vereinigen mit den Schmertzen/ und Todt unsers HErm IEsu Christi/ und selbige gern leiden/so vil und lang GOtt will/ als ein wolverdiente Straff eüerer Sünden / damit ihr also etwelcher Massen der Göttlichen Gerechtigkeit ein Genügen leisten/und in diser Welt eüer Fegfeür haben mögen? Antwort: Ja. So seyet dann wol getröst/ verharret auf eüerer Meinung bis an eüer let- stes End/ so seynd ihr gewiß ein Kind det ewigen Seeligkeit/ und werden von Mund auf in Himmel fahren: überlasset eüch gänylich seinem heiligen Willen/ übergebet eüch in seine unendliche Güte/ und Verdienst IEsu Christi; werffet eüch in seine heilige Armbcn/ und lasset ihne mit eüch schalten und walten nach seinem Belieben/hie Mich/ und dort ewig/ Amen» Neünd-- slle und, due dir Arki nreir derg Licbl walt mag darß es v Kra tzenl dun »är- )0N üch neu irre zu- wd wd Ott nr ias- 8e- üer a. >ar- let- dtt von las- Sil- iche sti^ wd ltett wd «SL Sr» NeLLndtek Absatz. Misttiches TeMmeM emeeiLb^rD lichtn Seel. Teflamem/ welches dumein Christliche Seel! bey Lebzeiten auftichten/ und aufs mindeste alle Monat erneueren sollest- solle jetz- vnder eyfferig widechollet werden; wann du es selbst nit lesen magst/ so lasse es dir vorlesen/ und antworte aus jeden Artieul mit disenWorten: dises ijtz Mein will / und' Meinung. Und seyL bergwißt/ daß kein Ding ist/ welches die Seel im Glauben / Hoffnung / und Liebe mehr starcken kan / und dm Gewalt deß bösen Feinds mehr brechen mag/als eben dises Testament; ja ich darff dich kecklich vertrösten/ wann du rs vor deinem Todt in deiner lerstcn Kranckheit nur einmal mit tteüem Herben betten / und dich also erklären wirst/ du nit kanst verlohrm werden. So sprl- chc dann also: ^ R» 3«, «o§ 2.52 So» M -ssr -84» W» Im Namen GOtt deß Vatters/f und deß Sohns/ ll und deß Heiligen Geists / ll Amen. jIeweilich armer sündiger Mensch gewiß / und versicheret bin/daß ich werde müssen sterben / und aber nit weiß/ wie es mir in meinem Todt möchte ergehen; darum will ich jetzund/ da ich noch bey gutem Verstand bin/ mit dir/ O mein allerliebster HErr und GOtt! gründlich abhandlen/ und mich vor dir erklären/ wie ich zu- lcben und zusterben begehre; weilen aber mein Hertz so unandachtig und untauglich ist/ dises bohr Geschasst würdiglich zuvern'chten; darum begehre ich es zuthun mit der Krafft/ und Würckung Deß allersüssesten Heryens IEsu Christi/ nemlich mit so tieffister Demuth / mit so innbrünstigerLiebe / mit solcher reiner und aufrichtiger Meinung / und anderen vollkommnesten Würckungen/ mit welchen Christus'als ein wahrer Mensch Dich seinen ewigen Vatter angebellet/ verehrt und geliebt hat/ und begehre in di- sem kell. Va micl du berc mer wie bett gen und den neu und ner ste ligf mei He ter der /t sch no em ich er- ker en/ ber m- ing >ri- nit ner ccn >el- sch et/ diesem Merck zuverharren bis in alle Ewigkeit. Sihe oerowegen/ O allergütigister Vatter vom hohen Himmel herab auf mich dein armseeligeCreatur/ als wann du deinen allerliebsten Sohn am Oel- berg in seiner Todts- Angst mit höchster Andacht vor dir knyen/ und sein Testament mit dir machen/ sehest; und gleich wie du dazmnal sein allerheiligiftes Gebet! mit höchstem Wolgefallen hast angenommen; also wollest du auch jetz- und discs mein Testament/welches ich dem Seinigen will vereiniget haben/an- nemmen/ und zu deiner höchsten Ehv und Glory/ wie auch zum Heyl meiner armen Seelen gereichen lassen. i. WEH armer unwürdiger Mensch NN. §W bekenne hie vor dir/ O allerhcilig- ste Dreyfaltigkeit! und vor der allersec- ligsten Jungfrauen Maria/ und vor- meinem liebenSchutz-Engel/und allen Heiligen/ daß du O GOtt! auß lauter Gnadm mich erschaffen/ und.durch den Todt deines Sohns erlößt / und N z durch 254 L» durch deinen H. Geist gcheiliget/ und zu -einem gleichwohl unwürdigsten Kind habest aufgcnsÄen. Darum bekenne ich dich auch allein für meinen wahren Gott und HErm/ der du vollkommene Macht ^ und Gewalt über mich hast ;, und dem - ich allein mit Leib und Seel eigentlich zustehe / und zu dienen verpflichtet bin. ! Welches ich auch in alle Ewigkeit nach allem lMmmVermögen zuthun bereit hin.. 2? Alles was ich mein Lebtag für Gna- -mund Güter anLeib und Seel in geist- ben sag un> cm zuf nid empfangen hab / dasselbige schreibe ich dir meinem GOtt allein zu; und bekenn m/daß du auß doiner grundlosen Wnn- hertzigkeit/ und durch die Fürbitt deiner Neben Helligen mir tausendmal mehr Guts gethan habest/als ich um dich verdienet hab. Und daß du auch mein ganzes Leben mit solcher Macht/ Weisheit ied ken wa ich B G Ar M w< 'in eintzige Creatur hatte können ! chun. Für welches ich dir meinem M «»5 rxs L»» D I hm/ gütigen GOtt unendlichen Danck lad sage: und zur Danckbarkeit mein Leib O ! und Seel/ und alles was ich von dir E! empfangen hab/fteywtlliglich widerum chk zustelle / und allhie für deine Heil. Füeß E niderlege. ach reit na- !ist- hm ich nn- ner ehr )cr- M hell llck ^7* Den wahren Glauben / den ich im H. Taust empfangen / wie auch alle und jede Glaubens - Articul glaube und bekenne ich/wie sie die wahre Catholtsche Kirch glaubt/und bekennt. Und indisem wahren Catholischen Glauben begehre ich zulcben/ und zustecken/ und wolte lieber mein Leib und Leben/ Gut und Blut verlassen/als von disem wahren Glauben abweichen/oder einen etntzigen Articul desselbigen verleugnen. Ja wari schon jetzund allbereit einer mir einem gezückten Schwerdt hinder mir stuhndtt so wolle ich tausendmal lieber meinen Kopff dargeben/ als im geringsten etwas wider difcn Glauben reden / oder handle». Wann ich villeicht in mcinan Todt (dar- (darvor GOttftyn wolle) durch tcüff- ltschc Eingebung/ oder auf was Weis es möchte geschehen/solle disem wahren Glauben etwas zuwider gedenckcn/ reden/ oder thun/oaffelbige will ich hic- mit gantz und gar vernichtigct/und un- kräfftig gemacht haben: und sagcjetzt- uno/ oa ich noch bey gutem Verstand bin / daß dises wider allen meinen Willen geschehe. Und darum befehle ich/ O mein GOttdisen mcinm Glauben deiner Allmacht/ Weisheit und Billigkeit/ und verschließe ihn in die rosenfar- LeWunden IEsu Christi/ damit er also unverfälscht verbleiben/ und durch kein tcüsslischcn Gewalt könne umgestos- sen werden. mi« der soi tc/ me Sl ftai ich St mi! me Sl V0! od« Zm Alle und jede Sünden/die ich von meiner Jugend bis auf dtsc Stund mit Gedancken/ Worten und Wercken gegen GOtt/ gegen meinem Nächsten/ und gegen mich selbsten begangen hab/ die seynd mir von Grund meines Her- tzens Leyd/ allein darum / weilen ich dich meinen treühertzigstcn GOtt/der du für mich Ml ner ligi me me V gä G >cis rm re- hic- un- Ht- md Sil- ch/ bm tig- 'ar- al- rch tos- )0N mit ge- m/ ab/ >er- >ich für mich das rosmfarbe/ und theürc Blut deines einigen Sohns dargegeben haft/ so schwerlich erzürnet hab: und ich wolle/ daß sie mir so lcyd waren / daß mir mein Hertz vor lauter Leyd in tausend Stuck zerspringen thäte. Und zur Er- ere ich dir oie heryliche Rcü/ so dein lieber Sohn darüber gehabt hat. Ich präsentiere und erbiete mich hiermit dir für alle diefelbige ein vollkommenes Genügen zu thun / und alle die Straffen/ welche deine Gerechtigkeit von mir erforderen wird / es seye in difer/ oder jener Welt/ von Hertzen gern an- zunemmcn/ und williglich zu lcyden/damit ich dir die Ehr/ so ich dir mit meinen Sünden genommen hab / möge völ- liglich widergeben. 7. Damit ich aber desto völliger für meine Sünden genug thüe/darum nem- me ich meine Zuflucht zu den reichen Verdiensten JESU Christi; und zur Säntzlichen Nachlasung uno Bezahlung aller «»§ 4s8 L»" t» .. .. >., > >> .n.»> aller meiner Missethaten opssere ich dir anfalle Genugthuung/welche dein lieber Sohn von dem ersten Augenblick seiner Empfangnuß bis auf den leisten Augenblick seines Lebens verrichtet hat. Und in seine heilige Wunden und bitteren Todt versencke ich alle meine Sünden/ bittend/ du wollest sie mitftinem rosenfarben Blut außlöschen. 8 . Alle und jede/ welche ich jemak/ und auf was Weis es seyn möchte/ erzürnet hab/ bitte ich demüthig um Verzeihung/ bin auch bereit allen Schimpff/ und Schaden / so ich ihnen an Ehr und Gut zugefügt/zu erstatten. Und allen/ die mich Mal auf einige Weis belediget haben/ verzeyhe ich von Grund meines Hertzens/ gleich wie Christus am Creütz seinen Feinden verzyhen hat: und um deiner Liebe willen schencke ich ihnen auch'alle Raach/ die ich an ihnen hatte suchen können; also das ich mich von diser Stund an bis in Ewigkeit weder mit Worten/ noch mit Wercken an -ihnen begehre zurächen. §. Ich du sie ga laj de au V m siö bei wi da ke' Mi un un da du dc so Ich bekenne und erkenne / daß ich durch meine gute Werck allein nit kan seelig werden; darum verlasse ich mich gar nir auf dieselbige/ sondern ich der- laße und vertröste mich ganylich auf deine grundlose Barmhertzigkeit/ und auf das bitterste Leyden und Sterben IEsu Christi/ und auf die Fürbitt und Verdienst aller Heiligen; ich habe auch ein solche starcke Hoffnung und Zuversicht auf dieselbe/ daß ich nit kan glauben/ daß du mich verstossen könnest. Ja wann ich schon tausendmal mehr gesün- diget hatte/ als ich gethan hab / so wols ke ich doch im geringste an deiner Barrn- hertzigkeit nit zweifle»: dann ich weiß/ daß dieselbe unendlich größer ist/ als meine Sund: und weiß auch/wie du so ungern ein eintzige Seel verdammest; und daher» kan ich mir nit einbilden/ daß du mich könnest verstossen/ weilen du mich so hertzlich liebest/ und durch den bitteren Todt deines lieben SohnS so theür erkaufst hast. 262 Sa» IO. Mein Leib und See! / und alles was ich hab/ opffereund schencke ich dir zu deinem ewigen Lob mit so aufrichtiger Meinung / und mit so vollkommentli- cher Übergebung/ als du mein GOTT undHErr kauft wünschen und begehren/ also / daß du mit mir nach deinem wohlgefälligsten Willen magst schaffen und verordnen. Ich begehre kein Stund langer zu leben/ als es dir gefallt: bin auch bereit zu sterben/ und ein solchen Todt und Kranckhcit zu leiden / wie es deinem allergerechtisten Willen am aller- wolgefälligsten möchte seyn. Ja wann es mir frey stuhnde/ noch tausend Jahr in allen Wollüsten zu leben/ so wolle ich doch vil lieber um deiner Liebe und Ehren willen jetzund den Todt leiden/ wann es dir gefällig wäre/ als wider deinen Willen noch ein eintzigen Augenblick leben. 11. Ich liebe dich O mein GOTT von Grund meines Hertzens: allein darum/ weil du ein so liebreicher/ anmüthiger/ frcütid- fte ba wi Di wo ltek ich erb Uu dw für der bee tho hei! mn ner der Lü uni bec gek «»5 26! So ftcündll'chcr/gütiger/ und barmhertziger GOtt bist; und ich begehre dich zu lieben in alle Ewigkeit/ wann ich schon wüßte / daß ich den geringsten Lohn und Danck von dir nit Zu hoffen hatte. Und wolle/ daß ich dich tausendmal mehr liebte /-als ich thue. Ja ich wolle/ daß ich alle die Liebe hätte/ welche in allen erschaffenen Hertzen jemal ist gewesen. Uud weilen ich dich nit genug lieben kan/ darum bitte ich/ du wollest dich selbst für mich lieben / wie du geliebct zu werden würdig bist. 12 . Letstlich bezeüge ich hiemit/ daß ich begehre zusterben / wie ein ftommer Ca- tholtscher Christ/ und begehre die hochheiligste Sacramenten der Beicht/ Conr- munion und letsten Oelung mit solcher Andacht zu empfangen/als sie von einem Menschen können empfangen werden. Und wann ich villeicht in meinem Todt solte allen Verstand verliehrcn/ und die heilige Sacramenten nit könnte begehren / so will ich hiemit von Hertzen Amen haben/ daß man mir dicselbige «»§ S» reichen wolle. Begehre auch / und wün- fche von Heryen/ daß ich aller heiligen Messen und Gcbett/ so nach meinem Todt werden verrichtet werden/möge gemessen/und theilhafftig werden. Bitte auch O Christe IEsudaß du meiner Seelen in ihrer letsten Noth nur einen eintzigen Seüsstzer von denen/ die auß deinem betrübten Hertzen an dem Heil. Creütz Herfür geflossen seynd / schenkest/ und nur ein eintziges Tröpflcin deines kostbarlichen Bluts/welches auß deinem Heryen geflossen ist/ Zu gut kommen lassest/ so will ich fröhlich meinen' Geist in deineHand fahren lassen/ Mich Dersiglung deß Testaments. ^Un dann O allcrhochwürdigste Dreyfaltigkeik! vor dir und deinem gantzen Hicklischen Heer/ und vor aller Welt bekenne ich offenbar / daß alles / was in disenzwölffArticklett verfaßt ist/ mein gänylichcr/ aufrichtiger und ernstlicher Will ftye/ und daß ich Hiebey begehre zuleben und zusterben- und an, nee ode vor ner wa du; stai stie W soll diä ses nir< be/ ebe! ß>» übe unl un! mei terj heil mit Ge ««f 26z s»» . ..» > - - »-> - __,> > - >» X » » » E> « Und will/ daß dises mein Testament keines wcgs solle/ noch könne widermffen/ oder umgestoßen werden/ sondern sowol vor- als in - und nach dem Todt in seiner Krassk unveränderlich verbleibe; wann aber sich zutragen thäte/ daß ich durch einigen Zufahl disem meinem Testament folte zuwider handlen/ so protestiere/und bezeuge ich hiemit/ daß dise Widerruffung nichtig und ungültig seyn solle. Zu disem Zihl und End ersuche ich dich O allergütigster IEsul daß du dises verhinderen wollest/ und weilen ich nirgends einen treuherzigen Freünd habe/ deme ich sicherer trauen darff/ als ! eben dir meinem eintzigen Mittler/Fürsprecher und Seeligmacher/ darumm übergibt ich dir dises mein Testament/ und bitte daß du selbiges aufzeichnen/ und darunter deinen allcrheiligisten Namen mit deinem Rosenfarben Blut unterschreiben/ wie auch mit deinen hochheiligen fünffWunden bekrafftigcn / und M den siben Gaaben deß Heiligen Geists / als mit siben Sigillen versig- _264- s»_ ^ len wollest / und dann dasselbige in dein lvaj allerheiligistes Hertz/als in das Archiv M und Schatzkammer der allerheiligtsten M Dreyfaltigkeit hinein legen/ damit zu Hh allen Zeiten/und fürfallendcr Noth/ son- En derlich wann ich von diser Welt abschei- wcv den / und vor deinem strengen Richter- M Stuhl erscheinen muß / daß selbige der M Göttlichen Majestät könne präsentieret/ stm und vorgelegt werden: inzwischen bitte M ich demüthiglich / du wollest mit mir Ws deinem armen und geringe Diener schal- im ten und walten nach deinem allerhci- ^ ligsten Wolgefallcn / und mich leben/ ^s und sterben lassen / wie es deiner Gött- lichen Majestät lieb/ angenehm und wol- Mi gefällig ist / damit in der Zeit und in der M Ewigkeit mit mir geschahe/ was das be- sie und tauglichiste ist. i. Zu deinem p. grösseren Lob und Ehr. 2. Zur schul- M digstenDancksagung um so vil unzahl- un bare Gutthaten, z. Zur vollkommnisten ^ Genugthuung/ und Abbüssung aller Dl meiner Sünden/und 4. Zu Erzeigung ^ ^ meiner Kindlichen Liebe gegen dir mci- nem allerliebsten Vatter/ es seyc jetzt was ! Ä6s W» lkM hrv ken zu aller- n/ Pas .es wolle / säur oder sneß/ Glück öder Unglück / Gesund- oder KranckhM Freud oder -Leyd/ Lebm oder Todt/ Himmel oder Hüll/ und was zu disem End sichrer / schaffe und ordne an mir; was aber selbiges Verhinderer / wende ab von mir / damit ich in deiner Hand seye/ wie ein Ball in derHand deß Spillenden; oder der Laim m Gewalr deß Haffncrs/ und du mein allerliebster Natter ! ein Geschirr auß mir machest Nach deinem Göttlichen Belieben/ und ich gantzlich zu einem Opffer werde deines aüecheiligflen Willens» Endlich rüste ich euch auch an / O Mein allerliebste JESU / und Maria/ sind Joseph! wie auch alle Heilige und Äußerwahlte GDttes / sonderbar mei- ei- ünd Verwandtschaffr Christi / meinen heiligen Schutz-Engel/ St» Bkncdict/ St.Gall/ St. Othmar/ SüNotker/ St. Euse'bi St> Johannes den Lauster / St; Johannes den Evangelist/ St, Mb- chacl/ St» Maria Magdalena/ St.Bara S bara/ kara / S. Wiborada / St. Fides / St. me Scholastica/St. N.rc. Demüthig bit- g§, tend/daß ihr dises meines Testaments ßtt Zeugen seyen / selbiges unterschreiben / hei und mich in disem meinem leisten Wil- ria len treülich erhalten wollen: ich bitte M dich O mein allerheiligste Mutter Ma- G ria! unterzeichne disen meinen leisten in Willen/ und erlange mir die Gnad bey vo- deinem allerliebsten Sohn / daß ich da- wi rinnen verharre bis an meinen leisten ftr Athemzug: So befihle ich setz / und in der Stund meines Absterbens mich in H deinen Mütterlichen Schutz / als wie M dein allerliebster Sohn dich an dem H. ne Creütz dem Iohanni / und Iohannem dis dir anbefohlen hat / und durch dieselbi- uei ge Befehlung / und durch den Schmer- zu yen / den du im Todt deines allerlieb- sten Sohns empfunden hast/ wie auch tre durch deinen allerglückseeltgisten Todt/ du und alle deine Mütterliche Barmhertzig- keit/ erbarme dich meiner/ jetzt und in ria meinem leisten Srerbstündlein: O Ma- sc§ ria! Mutter der Gnaden / Mutter der H Barmhertzigkeit/ durch dich hab ich von «»5 267 ^k. meinem Heyland IEsu Christo empfan- blt- am alles/was ich hab; und durch dich "ts begehre ich auch mein Seel zu überge- kn/ ben in seine allerheillgste Hand: OMa- ria! unter deinen Schutz und Schirm ltte Dehc ich: O allerheillgste Gebährerin ^a- GOttes! verschmähe nit mein Gebett lkn m meinen Nöthen / sondern erlöse mich von aller Gefährlichkeit: O du Glor- da- würdige und gcbenedeyte Jungfrau! un- stn ser Frau / unser Mittlerin / unser Für- un sprecherin / versöhne uns mit deinem ch Sohn/fürstelle uns deinem Sohn: O ^ Maria! unser Fürsprccherin / kehre dei- H- ne barmheryige Augen zu uns/ und nach kch disem Elend zeige unsIEsum die gebe- bl- nedeyte Frucht deines Leibs: O Maria! ? Zu dero ich so offt gerussen / du mächtige A Jungfrau / du gütige Jungfrau / du ge- lch treue Jungfrau/ du Heyl derKranckcn/ du Zuflucht der Sünder / du Trösterin ^ derBetrübten/rc. bitt für uns. OMa- ria! zu dir hab ich so offt geseüfftzet/ und ^ ftüfftze noch bis an mein letstes End. Hellige Mutter GOttes bitt für uns ar? on S L me 268 SS- me Sünder/ jetz und in der Stund un- ^ fers Absterbens/Amen. ^ O heiliger Joseph .'der du unter den A Handen IEsu und Maria deinen seelig- ^i stcn Geist aufgegeben hast/ komme mir zu Hilff in meinem Stcrbstündlein/ daß G ich auch in deiner / JESU / und Mariä Gegenwart auß diser Welt abscheiden ^ möge in die ewige Freüd und Seeligkeit/ ^ Amen. de O du heiliger Ertz- Engel Michael! kocke zu mir an meinem letsten End/und ^ wann ich komm fürs letst Gericht/führ mich zu GOttes Angesicht. O Heiliger Schutz-Engel! bester ^ Freund/ eile mir deinem anvertrauten Kind zu hilff/daß ich Gottseelig leb/und sterb / und also die ewig Glory erwerb. O glorwürdiger Patriarch / und ße- Lenedeyter Vatter Beneditte! du wur- ^ digster Führer/ und Hertzog eines so grossen Geistlichm Kriegs-Heers der L Ritteren Christi/ ich ermähne dich der- ! ^ selbigenWürdigkeit/mitwelcherdichder > H gütige GOtt mit einem so glorwürdi- gen End zu beehren / und seelig ^uma- ^ ^ chen gcwürdiget hat/daß du deinen fee- ligen Geist mit erhobenen Augen gen Himmel aufrecht stehend/ und bettend deinem Schöpffer so süßiglich aufgegeben hast: durch dise Würdigkeit/so dir GOtt vor anderen Heiligen gegeben hat/ bitte ich demüthiglich/ daß du mir in meinen letsten Todts-Nöthen treulich wollest beystehen/ und mich gegen dem Anlaufs deß bösen Feinds durch deine Gegenwart behüten/damit ich ihren gefährlichen Stricken möge sicherlich entgehen/ und zu den ewigen Freüden gelangen/Amen. Aehender Absatz. Wie der Rraneke die lerste heilige Lommunion empfangen solle. ^^Achdeme du nun / mein Christ- i lichc Secl! dein Kranckheit mit ! gedult / nnd Dancksagung von der GötttichenHand angenommen/ und ! dich gantz in seinen H. Willen ergeben/ S z auch «»5 27° S» auch deine Beicht mit reüendemHertzen abgelegt/ und dich mit jederman voll- kommentlich versöhnet haft/ so rüste dich das letste Viaticum/ oderZehrpfenning zu der Reiß der Ewigkeit zuempfangen. Allhie sollest du allen Ernst/ Eyffer/ und Andacht anspannen/ damit das hohe Werck/ an welchem jetzt dein Ewigkeit hanget / recht und wol verrichtet werde. Wie schlecht/ lau/ liederlich / und simd- lich du auch gelebt haft/so kanst du doch jetzt in disem hcylsamen Werck alles verbesseren/recht/ und gutmachen/ und dich deß ewigen Lebens versicheren. Ein rechte Demüthigung / oder offenhertzige Bekandtnuß deiner Sünden wird vor GOtt so vil gelten / als wann du ein gantz frommes Leben geführt hattest; derohalben bilde dir ein/ du seyest das jenige Cananäische Wciblein/ welches Christus einem Hündlein verglichen/ oder vergleiche dich gar demKönigDavid / welcher sich selbsten einen todten Hund nennet. Bilde dir ein / du seyest die verschrey- te Magdalena/ habest wie sie ein üppiges gei vei chl hei un cir rio sii de lic dc ch he re bt la E ai g kl u ei ! «»5 L» ges Leben geführet: bilde dir ein du seyest der verlohrne Sohn/ der das Väterliche Gut / daß ist/ so vil gute Gelegenheit/ und Zeit liederlich verschwende/ und mißbraucht: bilde dir ein/du seyest ein anderer Petrus/der nach so vil Jähriger Unterweisung in der Schuel Christi/ mit deinem Leben/ und Wandel deinenHErm/ und Heyland so schändlich verlauanet: bilde dir ein du seyest der offene Sünder/ oder der elende Za- chaus/ oder sonst einer von denen in der heiligen Schrifft wolbekandten Sünderen. Oder vermeinst du / du seyest besser? behücte dich GOtt vor solcher Hoffart/ lasse ab mein Christliche Seel! demüthige dich du elender Erd-Wurm/ ein Sünder bist/ und darzu ein grosser; aber höre das Evangelium/daß ist eine gute Bottschafft: Gnad/ Barmhertzig- keit/ Verzeyhung aller deiner Sünden/ und das ewige Leben traget er dir an: ein Helffer/ ein Mittler/ einSeeligma- chcr/ ein Artzt schickt dir GOTT der HimlischeVatter zu/ der dich von allem Elend «»§ 274 A»» Elend emttcn/ von allen Sünden ke- freyen/ und von allern deinem Anligen kurieren / und heylen sollte So erfreue dich/ und seye wol: getrost/ er ist jetzt vorhanden/ und will Zu dir kommen; dann He eben jeydwill IEsus Christels der gebencheyte Sohn GOttes/ dein liebster Heyland und Seeligmacher zu dir kommen / bey dir einkehren / und dich armen Sünder stetig machen. will zu dir kommen / deine Seel vorn Heiken und Gepresten heylen. IEsus. Christus der barmhertzige? Samaritan will zu dir kommen/ div deine Wunden verbinden/ und pflegen., IEGÜS Christus der gute Hirt will zu dir kominen/ urrd das verlohnn- lnemmem neu will zu dir kommen/ und dich von allem Unflath abwaschen. JESUS das lebendige Himmel- Bpodt wU zu dir kommen / und. dich M mit zu gen Nit Wil hei kor ger dir er P, gel koi th' W tti W di DM4 m l.e- ist ist id «»L »7; S» mit seinem eigenen Fleisch/ daß du ewiglich nit hungerest/ nehren. IEsus der mildreiche Pelican will zu dir kommen/ und dich mit feinem eigenen Blut tränckm/ daß du ewiglich nit mehr dürstest. IEsus das wahre Liechtdiler Welt Will zu dir kommen/und deine Blindheit/ undFmsternuß erleuchten. IEsus der rechte Weeg will zu die kommen/ und dir den Weeg zu der eww m ^ IEsus die ewige Wahrheit will zu H-- dir kommen/und dir alles halten/was er versprochen/ auch sich selbsten zum >W .'rt nd n- )N 'l- geben. ^ IE^ kommen/ und dir das ewige Leben mits IEsus der geereützl'gke/ verlassenes und sterbende will zu dir kommen/dich trösten/stärOn und lehren/ GottseM und heilig mit ihme zusterben. IEsus der obsigende Held will M dir kommen/ dich schützen/ fchirmM ' dverja» 2,74. S» IEsus der oberste Heerführer will zu dir kommen/ und mit dir den Himmel einnemmen. IEsus dein treücr Freünd will zu dir kommen/ und dir in allen Nöthen redlich beystehen. IEsus dein König will zu dir kommen/ und dich in sein Himlisches Reich einführen. IEsus dein Lehrmeister will zu dir kommen/und dich lehren/wie duinall- weg seinen heiligen Willen erfüllen/und in deiner Kranckheit die schönsteTugcn- den üben sollest. IESUS dein Bruder will zu dir kommen/ und mit dir das reiche Erb seines Himmlischen Vatters theilen. IEsus dein Vatter will zu dir kommen/ und dich verlohrnen Sohn umfangen/ und mit dem Kleyd der Heiligkeit bekleiden. IEsus dein liebster Bräutigam will zu dir kommen / und dich in Hünmlische Schlaff-Kammer aufnemmen. IEsus dein Richter will zu dir kom- men / und auf diser Welt mit dir abmachen. IS- me zah kor ver mc seü gci un tht ge! bei H A se ni ur ar ft C w er «»§ 275 ^ )ill IEsus dein Bürg will Zu dir kom- m- wen / und deine Schulden für dich abzahlen. zu IEsus dein Fürsprech will zu dir >en kommen / und dich bey seinem Satter verthadigen. m- IEsus dein Schatz will zu dir kom- ich wen/ und dir sich selbften / sambt allen seinen Verdiensten / Heiligkeit und Tu- - dir senden schencken / und also dich gerecht rll- und heilig machen/ damit du angelnd than mit seiner Gerecht- und Heiligkeit/ cn- gebührender mästen als ein schönes / liebes/ und angenehmes Kind / vor seinem dir Himmlischen Vattcr erscheinen mögest. ^ Sihedaß seynd lauter Glaubens- Artieul/ und von dem GöttlrchenMund A geredte Wahrheiten/was wilst du mehr? A nimme sie an / traue und baue/ verlasse/ und übergibt dich/lebe und sterbe dar- ^auf / und ftye wol getröst / es kan nicht fahlen. Wie obgedachte Evangelische ^ l Sünder GOtt aufgenommen hat; also wird er dich aufnemmen: wie es ihnen ^ ergangen; also wird es dir auch ergehen: nie- niemand hat aufGOtt gehoffet/ undist zuschanden worden. Inzwischen/ wann das Heil. Gas eramenc herzu gebracht wird/ und t»u selbiges jetzt empfangen sollest / so knve nider/ wann es je möglich ist/ und seüsttze zu deinem Liebsten. O Barmhertziger ewiger GOTT! mein hcrtzliebster Hm IEsu Christe! ich glaub/ daß du deinen Heil. Leib/ und Blut für mich an dem Stammen deß Heil.Creützes aufgeopfferet/ und selbiges in dem Hochwürdigen Sakrament keß Altars zu Beftättigung deiner wahrhassten Verhetssungen/ uns die Sünden zu vcrzeyhen/auch zum gewissen Unterpfand deß ewigen Lebens hin- -erlasse havest: aufsolche deine tröstliche Zusagung vertraue ich/ demüthiglich bittend von gantzem Hertzen/ du wollest mich jetzt speisen/ und trsncken mit deinem Heil. Fronleichnam/ und Rosenfarben Blut zur Vergebung aller meiner Sünden/ auf das ich in wahrer Liebe gegen dir in alle Ewigkeit bestattiget wei Si H- unl vil dre ich tzi( mc me bet liel Et bri G gr> ich all K du sie ZU in, H 277 ist werde/ und in Krafft diser Göttlichen Speis wandten möge bis zum Berg a- Horeb/ daß ist: in die ewige Freu» ,d und Seeligkeit/Amen. so O mein allerliebster IEsu! mein zu ;/ vil tausendmalen erwünschter IEsu! so ist dann jetzt vorhanden die Stund/ach! die allerglückseeltgste Stund / in welcher A ich dich mein höchstes Gut / mein ein- ch tzigen Schatz/ mein Erlöser und Seelig- nd macher/ mein allerliebsten Bräutigam / eß mein GOtt / und alles in mein Her- berg empfangen wird? sihe! mein allcr- nt liebster IEsu! mit höchster Andacht/ 'er Ehrentbiethigkeit/ und Demuth/ mit )le brinnender Begird und Verlangen/ mit Geistlichem Hunger und Durst/ mit ^ grösterFreud/ Lust/ und Liebe komme he ich dir entgegen: so strecke dann auß O ch üllersüßister IEsu! deine atterheiligste Hand / mein See! zuumfangen/ und wie M du sclbiae durchbohret / unter den grö- ^ sten Schmertzen deß Lodts alle Sünder ' zu umfangen außgestrecket hast: ich/O mein IEsustrecke auß nit allein meine ;et Hand und Armben / sondern auch mein 2.78 S» ^ Hertz und ganye Seel/ dich zuumfan- die gen/ und in mein Hauß einzuführen: um O wolte GOtt! ich hatte ein solche Rei- ich nigkeit und Liebe/ wie jemal ein Men- we schliches Hertz gehabt hat: O wolte D GOtt! ich wäre erfüllt mit allen Tu- ucr genden / Begird / Andacht und Heilig- M keit: O wolteGOtt! ich könnte dich mit M solcher Ehrentbiethigkeit/ Liebe und mu Würde empfangen/ wie dein liebste An Mutter in deiner Menschwerdung / und ste' nachmals in dem Heil. Sacrament cm- pfangenhat. dm Komme dann / O mein IEfu! mein um eintzigerLrostundHoffnug/ meinHeyl/ mein Leben / mein Glückseligkeit / mein Er GOtt / und Alles / komme mein Liebster ! erfreue und besuche dein Liebste/ km ersetze -alles / was mir abgehet/ der du um alle zu dir eingeladen hast/ sprechend: St //. Corner zu mir alle/ die ihr arbeiten / und überladen seyr/ und ich rvill euch erquicken. Sihe ich bin auß- stü gearbeitet/ und gany überlade mit Sün- Ach den / so erquicke mich mit deiner Gna- ^ef denreichm Gegenwart/ nimme nur ab um die «»5 279 So» die schwäre Bürde meiner Missethaten / >ri: und fülle mich an mit dir selbsten/ daß 2i- ich von dir gantz eingenommen / nichts ?n- mehr achte/ wisse/ noch liebe/ als IE- lte sum den Gecreutzigten: daß ich mit dei- ^u- ncn heiligen Tugenden und Verdiensten ig- geziehret / mit deiner Gerechtigkeit an- mt gethan/ deinem Himmlischen Vatter ge- nd falle/ und als dein Liebste / mit dir berste einiget / an dem Creuy lebe / leide / und nd sterbe/ mit dir auferstehe / und in den n- Himmel fahre/mit dir immerdar lebe/ dich genieße/ dich allein liebe/ lobe/ ehre -in und preyse in alle Ewigkeit/Amen. -,1/ Alsdann demüthige dich mit dem M Evangeli sehen Haubkman/sprechend: b- O HEn! ich bin nit würdig/ daß du e/ eingehest unter meinTach/ sonder sprich )u nur ein Wort/ so wird gesund mein h: Seel. Und empfange das allerheilv gifte Sacramene. Nach Empfahung der Heil. Ho- ß- stien/spriche mit dem Heil. Peero/und n- Thoma: Du bist Christus ein Sohn a- deß lebendigen GOttes! O mein HErr! rb und mein GOtt! mein Gott! und Alles! Nach ^ 8 S Nach der Heil. Sommrmlött. ERR nun lassest du deinen Dies ner nach deinem Wort im Ariden fahren. Dann meine Augen haben gesehen deinen Heyland.j Welchen du bereiter hast vor dem Angesicht aller Völcker. Ein Liecht zu Erleuchtung der Hey- den/ und zum Preiß deines Volcks cv Ehr sey dem Vatter/und dein Sohn/ Und dem Heiligen Geist: wie er war im Anfang/ jetz/ und allwcg und zu ewigen Zeiten / Amen. Gebete zu ZLSV. . __ ^ k!ich bette dich demüthigist an/als meinen HErm undGOtt; ich lobe/ ehre und preyse dich / sage auch unendlichen Danck/ um deine Erhöhung/ Ehr und Gewalt/ wie auch alle Sanken und Gnaden / welche deiner heiligen Mensch- M che G, chc xf- dei gei aui da mi S- un^ ge «»5 2.8 k L» eN m ks n/ 6t zu ch ! ls ch ^ n- l ! 6- cn Menschheit mitgetheilt worden: desgleichen sage ich auch ewigen Danck um alle Gaaben/ Gnaden und Gutthaten/welche ich in dir/ von dir/ und wegen dir empfangen hab / sonderbar daß du jetzt mit deinem allerhciligstk Leib und Blut mich gchisen und gctranckt hast/ und daß du auß lauter Liebe gegen mir armen Sünder die Menschliche Natur angenockcn/ mich durch deinen Heil. Todt an dem Stammen deß Heil. Creützes erlößt/ und also dich sechsten/ und das Deinige mir geschenckct hast. So bist du dann mein eigen/ O allerliebster IEsuund alles was du hast ist mein eigen: mein seynd alle deine Lugenden / und Verdienst; alle deine Heilig-und Gerechtigkeit; daß thue ich reiff glauben/ auf das thue ich vertrau- ich hoffen / darum thue ich dich hertzlich lieben. Und weilen ich dich liebe/ darum ist mir über alles leyd / daß ich dich meinen HErm und GOtt/ das unendliche höchste Gut/ mein Erschaffet / mein Erlöser/und Sceligmachtt/ mein allerlieb- L ften -öa» sten Liebhaber so offt/ und schwärlich erzürnet / entunehrct/ und beleydiget; und daß ich die gantze Zeit meines Lebens so liederlich zugebracht / und dir so schlecht/ lau/ und hinläßig gedienet habe: O O mcin IEsu! mitMagdalena falle ich dir zu Messen / mit ihr thue ich selbige umfangen / und küssen / mit ihr schäme ich mich vor deinem heiligen Angesicht/ mit ihr scüsstze/ und jammere ich / mit ihr bitte ich demüthig um Gnad/ und Barmhertziakeit/ und Vcrzcyhung aller meiner Sünden; mit ihr klage ich mein Elend/ und Noth / in welcher ich stecke bis über die Ohren. O IEsu! wann ich aufmtch selbstcn schaue / so bin ich übel getrost / und gantz und gar verlassen/ habe auch nichts zu- erwarten/ als die ewige Verdammnuß/ welche ich wol verdienet hab; wann ich aber mein Hertz und Augen zu dir erhebe/ so bin ich voller Trost/ und Freü- den; vcrhvffe auch sicher und gewißzuerlangen die ewige Stetigkeit/ welche du mir verdient/ und eroberet hast. O IEsu! du bist mein Seeligmücher; so so sce löj vo rm sch ba S ba Ml un S ge be flc w «a§ -rHz Ls- ^r- ad so )t/ O 4 ge ne L/ u't ad tl- cn O ! u- ch -e- ü- u- c>u r; so erbarme dich meiner/und mache mich ftelig. O IEsu! du bist mein Erlöser/ so erlöse mich von der Sund/ vom Todt/ vom Trüffel/ und ewiger Verdamm- nus. O IESU! du bist der Aryt meiner schwachen/ und Krancken Secl/ so erbarme dich meiner/ und mache mein See! gesund. O IEsu! du bist der guteHirt/ so erbarme dich meiner / und nimme dein armes Schaflein auf deine Schulteren/ und trage es zu dem himlischen Schaaf- Stall. O IEsu! du bist der barmhertzige Samaritan; so erbarme dich meiner/ und verbinde meine Wunden / und pflege mir. O JESU! du bist ein lebendiger Brunnen; so erbarme dich meiner/saubere/ und wasche mich ab von allem Unflat. O IEsu!du bist das lebendige Himmel- Brodt; so erbarme dich meiner/ T L und «»§ -r 84 L«» und speist mich / daß mich ewiglich nit mehr hungere» O IEsuidubist der mildreiche Pelikan; so erbarme dich meiner/ und trän- ckemich mit deinem eigenen Blut/daß mich ewiglich nit mehr dürste» O IEsu! du bist dasLiccht der Welt; so erbarme dich meiner/ und erleuchte mein Blindheit» O IEju! du bist der rechte Weeg ; so erbarme dich meiner/ und zeige mir den Weeg zur ewigen Glückseligkeit. O IEsu! du bist die ewige Wahrheit; so erbarme dich meiner/und haltt alles / was du mir versprochen/und bewahre mich vor allem Irrthum. O IEsu ! du bist das wahre Leben; so erbarme dich meiner/ und gibe mir das ewige Leben» O IEsu! du bist der gecreützigte/ verlassene/ und sterbende Sohn Gattes; so erbarme dich meiner / und tröste/ starcke/ und lehre mich Gottselig/und heilig mit dir zusterben» O IEsu! du bist ein Obstger aller Feinden- so erbarme dich meiner/ und stehe fleh Ne rüg mic so k deii inl der der M sar dn mi B un sch ba Zü m «*§ r8s ä» nit stehe mir redlich bey in meinen letsten Nöthen. slp O IEsu! du bist mein gesalbter Körn- nig; so erbarme dich meiner / und führe aß mich in dein Himmlisches Reich. O IEsu! du bist mein Lehrmeister; lt; so erbarme dich meiner/und lehre mich ^ dein H. Willen in allweg erfüllen/ und in . g; air ^r- lte )e- nz ur -e/ )k- ie/ ad ler den üben. O IEsu! du bist mein liebster Bruder; so erbarme dich meiner / und theile mir mir das reiche Erb deines Vattcrs. O JESU! du bist mein gütigistcr Vatter; so erbarme dich meiner/ umfange deinen verlohrncn Sohn/ und mit Dem Kleyd deiner Heiligkeit bekleyde mich. O IEsu! du bist mein holdseliger Bräutigam; so erbarme dich meiner/ und nimmc mich auf in deine Himmlische Schlaff-Kammer. O IEsu! du bist mein Richter ; so erbarme dich meiner allhie in dijem Leben; züchtige/und straffe mich/daß du ewig mir schonen könnest. Lz OJE- «»§ LH- O IEsu! du bist mein Bürg; so erbarme dich meiner/ und zahle ab für mich alle meine Schulden. O IEsudu bist mein Fürsprech; so erbarme dich meiner / uns verthädige mich bey demVatter. O IEsu! du bist mein Schatz/ und Alles; du hast jetzt allbereit in dem H. Sacrament deines Leibs und Bluts dich selbsten mir geschenckt/ fambt allen deinen Verdiensten/Heiligkeit und Tugenden/ und also hast mich gerecht/ und heilig gemacht/ damit ich angethan mit deiner Gerecht- und Heiligkeit gebührender Massen als ein schönes/liebliches und werthes Kind vor deinem Vatter mich stellen / und erscheinen möge. So Iajsc ich jetzt mein IEsum schalten und walten/ ihme übergibe ich daß gantze Geschafft meines Heyls; er wird füö mich alle Schulden bezahlen/ er wird alles richtig machen/ er wird mich führen in die ewige Freüd/und Seligkeit/ Amen. , O IEsu! dir lebe ich! O IEsu dir sterbe ich! O IEsu dein bin ich. todt./ und un> sus nin na Ei be gc gl' en scl ur C tzi be st st <§ st rl -ich- 18 7 Lo» und lebendig! O IEsu seye mein JE- . sus/und mache mich seelig! O IEsu nimme auf mein Geist jetz und in meinem lctsten Athemzug / Amen. Ein überauß kräftiges Gebett zer dem Himmlischen Natter. Barmheryiger Natter/ und GOtt alles Trosts! der du auß UberflußdeinerunendlichenLie- be uns deinen eingebohrnen Sohn gegeben hast / damit ein jeder/ der an ihne glaubt / nit zu Grund gehe/ sonder das ewige Leben habe/ und damit der unerschöpfliche Schatz seiner Verdiensten unsere Armuth ersetze: sihe ich armer Sünder/welcher durch dein Barmher- tzigkeit in die Gesellschaft deines Sohns ! berufen ist / bin jetzt theilhaftig worden seines Leibs und Bluts: so hab ich nun jetzund bev mir/ und in mir meinen GOtt/ und Heyland / und besitze denselben als ein mir vereinigtes Eigenthum. Und als ein solchen opfere ich dir auf- «»§ r88 ^ aufO gütiger Vatterzu deinem ewigen Lob/ Ehr und Glory in Vereinigung der jenigen Liebe / mit welcher er sich ftlbsten vor disem auf dem Altar deß Heil» Creützes gegeben hat/ und auch jetzt gibt/ und mittheilt in dem heiligen Sacmment/ auf daß du in demselben ein würdiges Wolgefallen habest / und auch wir/ die auß unstren Verdiensten dir nit gefallen können/wegen den Verdiensten deines allerliebsten Sohns voll- kommentlich gefallen mögen» Ich opffere dir auf allerheiligster Natter! alle seine Liebe/Andacht/Gotts- dienst/ Gehorsame/ Demuth / Armuth/ Sansstmuth/ Gedult/ Keuschheit sambt allen seinen Lugenden / und Heiligkeit/ damit durch dises alles/ was mir abgehet/erstattet werde. Und weilen ich nkt würdiglichm Danck sagen kan um alle Gutthaten/ welche du mir erzeiget hast/ so opffere ich dir auf all fein Lob/und Dancksagun- gen / welche er verrichtet hat allhie auf Erden/ und jetzt dir aufoMret in dem Himmel» Wci- für ret Lr Bc auf blic letf Sc bill ter, nee un> der stei thr chr dei du do gei ur un *«§ r§9 S» M cß ch en en id en geller s- h/ bt t/ e- m l/ re u- if n Weilen ich auch m't genug thuen kan für meine Schuld und Sünde / so opffe- re ich dir auf all seine Mühe/und Arbeit/ Tritt und Schritt/Fasten und Wachen/ Betten und Übungen/ so er gethan und außgestanden von dem ersten Augenblick seiner Smpfangnuß bis zu seinem lasten End; alleAengsten und Nöthen/ Schmeryen und Pcyn/ Schimpff/Unbilden und Verfolgungen/ sein gantz bitteres Leiden uny sterben / sein vergossenes Blut / und alle heilige Wunden/ und letstlich den schmächlichistenTodt/ den er für mich gelitten hat. Sihe daß ist der Schatz O gütigi- ster Natter l auf welchen ich alle meine Hoffnung setze; dises seynd die Reichthums welche ich aufopfferczur Genugthuung/ undAbzahlung meiner Sünden. So nimwe an O gütigster Vatter! deinen allerliebsten Sohn / in welchem du alles Wolgefallen hast/ und wegen demselbigen sihe mich an mit den Augen deiner Grundlosen Barmhertzigkeit/ unter sein Schutz und Schirm fliehe ich/ unter dem Mantel seiner Verdiensten erscheine ich vor deinem Angesicht/ damit du in Ansehung seiner dich erbarmest über mich deinen geringsten/ und nichtsnutzigen Diener. O GOtt! lasse nit zu/ daß verderbe die jenigc Seel/ welche so offt empfangen hat deinen lieben Sohn / welchen du in die Welt gesandt/ daß er suchte/und seelig machte/ was verlohren war. Di- ses bitte ich durch dein unendliche Barm- hertzigkeit/ und durch denselben deinen Sohn unsern HErm IEsum Christum/ Amen. wann der Krancke so schwach ist/ daß er dise Andachten nie so weic- läuffig üben kan/ solle man ihme selbe vorlesen. Alsdann solle er das Le- jstainent widerun» erneueren. Das Das dritte Kapitel. > Von Dem letsten Sterb - Stündleitt» Erster Absatz. ^ Wie man sich zu verhalten habe Key einem Sterbenden in Abgang eines Geistlichen. solle man dem Krancken den Todt bey Zeiten anzeigen/ und nicht verbergen. Andertens: Solle man mit ihme die guteMeinung erwecken/ zur Gedult/ und Vertrauen zu GOtt aufmunteren/ daß Exempel deß gecrcützigtcn Hey- lands staks vorhalten/ und wider alle Anfechtungen starcken. Und wann es zum lasten kommt/solle man Drittens dem Sterbenden daß H. Creütz/ Rosenkrantz/ und geweychte brin- rsr »»- krknnende Katzen in die Hand geben/ oder halten. Vierdtens: solle man össters den Sterbenden / und sein Bethlein mit dem O. Weychwasser besprengen/ sein Stirn/ Mund / und Hertz mit dem Heil. Creütz bezeichnen. Fünfftens: sollen dieHerumstehende den Sterbenden mit Geschwätz/ und anderen Getümmel nit beunruhigen/sonderen vilmehr die geängstigtcSeel durch andächtiges Gebett deß Heil. Rosen- krantzcs/ der Litancyen von der hoch- heiligistcn Dreyfaltigkeit/ von dem bitteren Leiden / und Sterben Christi/ von der seeliaisten Mutter GOttcs/GOtt anbefehlen. Sechstens: solle man ihme kurtze/ und krafftige Schutz-Gebettlein/ und Seüfftzer eingeben; absonderlich die heilige Namen: IEsus / Maria/ Joseph/ vffters widerholen. Sibendtens: solle das Zusprechen auf der Seiten/ und etwas ob dem in Haubt deß Sterbenden allgemach/ und ^ bescheidenlich ohne Geschrey gesche- ^ hm. An- Ändertet Absatz. Heilige Änmmhungen für die Sterbende / zu der MerheiligisteiO dreyfalcigkeie» Nachfolgende heilige AnMUthutt- gen/Me schon zuvor gemeldet worden/ sollendem Sterbenden gemach/ und bescheidenlich beygebracht werden/ so vil es die Zeit deß Todrss Dampfs zulaKt: dann es ist nie nothwendig/daß man ihme alle nach der Ordnung einrüste/ sonderen es können die beweglichste außgelesen werden: einige von der hochheiligisten ^>reyfaltigbeic/ andere von dem ge- ereutzigren Heyland/ und so fort/ re. MNdächtiger! wir wollen den Asten W Strettt anfangen in dem Namen der Allcrheiligsten DreyfaltigkeitGOrt Vat-fter/ So f hn / und Heil. Geil'sts/ inVedmcken/daß der Strcitt kurtz/die Belohnung aber groß / und ewig in dem Himmel. -2/94 S«» Allerheiligste Dreyfaltigkeit/ ich ^ erneuere mein Heil. Tauff/ und de verlobe in deinem allerheiligsten nr Namen zuleben/ und zustecken. _ 2. Ich widersag dem bösen Feind/ dk allen seinen bösen Eingebungen/Rath/ m und That. Ich GOtt Allein/ will eigen E seyn.! z . Ich glaube in dich / O allerhcilig- m sie Dreifaltigkeit! ich hoffe auf dich/ O m allerheiligste Dreyfaltigkeit! ich liebe E dich/ O allerheiligste Dreyfaltigkeit! Was soll ich dem HErm vergelten für ni alles / was er mir gegeben hat? ich will dk den Kelch deß HErm empfangen/ und w den Namen deß HErm anruffen. ' 4. O allerheiligste Dreyfaltigkeit! in dk Vereinbahrung jener Reü / und Leyd / w welchemcinIEsus vonseiner allerheilig- gi sten Menschwerdung an/ bis an das End seines schmertz-vollen Lebens für mei- st ne Sünden aufgeopfferet / bereüe / und la verfluche alle weine Sünden allein wc- rr gen dir meinem GOtt. f. O -295 As» O allerheiligfte Dreyfaltigkeit! erbarme dich meiner nach deiner grossen kch Barmherzigkeit / und nach der menge nd deiner Erbarmnusscn / vertilge alle mei- en ne Missethaten. 6. O allerheiligfte Dreyfaltigkeitm d/ deiner Göttlichen Liebe verzeyhe ich allen :h/ meinen Feinden/damit wir alle in dir M Eines werden. 7. Heiliger GOTT/ erbarme dich lg- meiner! Heiliger ftarcker GOtt / crbar-- O me dich meiner! Heiliger unsterblicher be GOtt / erbarme dich meiner! it! 8. O gütiger Vatter! verwirfst mich ür nit das Geschöpft deiner Handen / senil! der um deines Vätterlichen Namens ad willen/seye mir gnädig. O IEsu du guter Hirt! lasse mich in dein Schäflcin nit auß deinen Handen/ )/ um deines Heil. Namens willen seye mir g- gnädig. id O Heiliger Geist! du wahrer Trö- ei- sier/ veracht mich nit in meiner Vcr- td lassenheit / um deiner Liebe willen seye r- mir gnädig. A. O allerheiligste Dreyfaltigkeit! er, bar- 49§ L» barme dich meiner / und Wattige/was du in mir gewürckek hast! Dich preise/ , ^ dich ehre / dich lobe/ dich anbette ich/ und § « sage dir Danck um deine grosse Glory. ^ ro. O allerheiligste Dreyfaltigkeit! A wie der Hirsch verlangt zum Wasser- Brunnen/ also verlangt mein Seel zu ^ dir/ O mein GOtt / und Alles! ^ ri. O ewiger Vatter! ich bitte dich durch das Leben / und Todt deines lieb- H sten Sohns/ verleyhe mir/ daß ich in dern Guten beständig verharre/ und in deiner Gnad sterbe. O gütiger IEsui r. Ich bitte dich durch deine letste Work/ mit welchen du deinen Geist deinem D Vatter anbefohlen / nimme auf meinen la' Geist in dein heiligstes Hertz/und Wun- be den. O Heiliger Geist! ich bitte dich/ zu erfülle das Versprechen IEsu / und scye ar mein Tröster. i L. O allerheiligste Dreyfaltigkeit! di O daß ich mit dir Eines werde durch di Erfüllung deines heiligsten Willens! m Dein Will geschehe wie im Himmel/ also auch auf Erdem ^ II. te II. Au IESV dem Gecreützigten. (MNdächtiger! betrachtet/ und sehet an den Anfänger/ und Vollender unsers Glaubens IEsum Christum den Gecreützigten. Sehet an das Lamm GOttes/welches hinnimmt die Sünd der Welt. Hoffet auf unseren Fürsprecher bey dem Vatter IEsum Christum den Gerechten. i. Trauriger IEsu/ tröste mich.' O verwundterIEsu heyle mich! O schwacherIEsu/ stärcke mich! O verlassener IEsu/ beschütze mich! O sterbender IEsu erlöse mich/ und führe mich zudem ewigenLeben! OIEsu! löse mich auf/ und lasse mich bey dir seyn! 2. IEsu du Sohn Davids / erbarme dich! IEsu du Sohn Maria/ erbarme dich! O IEsu! seye mein IEsus/ und mache mich seelig! z. O IEsu/ seye gnädig mir armen Sünder! ein demüthig-und zerknirschtes Hertz wirst niemalen verachten. U 4.Q «»5 298 S» 4. O IEsu! setze zwischen dein Gericht/ und mein arme Seel deine unendliche Verdienst/ mit welchen ich mein Leiden/ und Sterben vereinbahre/und "durch dich deinem Himlischen Vatter/ in der Lieb deß Heil. Geists aufopfferc. 5. Christus überwindet 's Christus herrschet 's Christus gebietet 's sehet ihr verdammte Geister/ das Heil. Creütz IEsu/ und weichet ab von meinem Todt- Bethlein. Durch dein letste Angst/ und schwäre Verlassenheit / verlasse mich nit/ O gütigster IEsu linder Stund meines Absterbens. 7. Durch das Zeichen deß H. Creü- tzes/ erlöse mich/ O IEsu! von meinen Feinden. 8. O JESU! gedencke nit an die Sünden meiner Jugend / und an meine Missethaten / ftye meiner inngcdenck nach deiner Barmherzigkeit. 9. Wer wird mich scheiden von der Liebe IEül Christi? weder Trübsaal/ wederAngst/ weder Schmertzen/noch Sterben. In dtsen allen überwindet die Liebe IEsu Christi. rv. O N1 2 E Nl N1 n< ur la w vl nl rr «»§299 S» Heldin nd in ns hr ütz m nd it/ ei- ü- ei- die ei- ick 10. O IEsu in jener allerheiligsten Meinung / in welcher du unser Leiden mit deinem Leiden deinem Himmlischen Vattcr aufgeopfferet/ leide / und sterbe ich. O IEsu! alles zu deiner grösseren Ehr/ und Glory. 11. O mein IEsu! vergibt mir meine Schulden/als wie ich auch vergibt meinen Schuldigeren / und ihnen in deiner Meinung/und Liebe/ mein Leben? und Sterben schencke. O IEsu! in deinem Eyffer verlange ich allen eigenen Willen auszuschwitzen/dir nachsprechend : Butter/ wann du wilst/ so nimme disen Kelch von wir/ doch nik mein/sonder dein Will geschehe! O IEsu! durch dieKrafft deß allerheiligsten Altars Sakrament lasse mich mit dir vereiniget sterben/ und ewig lebend >er Zu der Zungfrärrttchen Mutter tl / GOttes/ Hell. Schutz- Engel/ ch undHH.Pattonen. WNdachtiger! lasset uns Hilff suchen sTZ U L bey «»5 400 s» bey Maria / welche IEsus ihme selbsten ^ zu einer Mutter erwählet/und sterbend nl an dem Heil. Creütz uns zu einer Mut- ^ ter vermacht. Lasset uns auch eyffrig an- ft ruffen die heilige Schutz - Engel / wcl- hi chen GOtt befohlen/ daß sie uns beschützen auf allen unseren Weegen/und auf ! ^ ihrenHandenunsereSeelenindenHim- E mel tragen. Erneüeret euer Vertrauen y gegen die jenige heilige Patronen / dero si Namen ihr in dem Heil. Tauff zutragen gewürdiget worden/ oder fonsten u zu eüerem Schutz in dem Sterb-Stünd- ! n lein erwählet haben. i u i. W Zlllmeiniste Iungftau! deine un- H W) befleckte Empfangnuß glaube/ und bekenne ich. Ach! ovffereauffür ^ mich deine Reinigkeit/ und Unschuld dei- ^ ues Gespons deß Heil. Josephs / und er- ^ halte mir/ daß ich gereiniget werde in ^ dem Blut IEsu Christi. - 2. Heilige Maria! dein heiliger Nam ^ j scye mein letstes Wort/und bleibe allzeit ! in meinem Hertzen. O Maria voll der ' Gnaden/ erhalte mir die letste Gnad l . «»5 zor L» en z. O Maria! in deinem vollkomme- lw nen Glauben / Hoffnung / und Liebe ^ leide / und sterbe ich / zernichte alle An- n- ftchtung durch alle deine Sig über den cl- bösen Feind. u- 4. O Maria! mit deinen Schmer- uf ! yen/ und Zähren bereue ich alle meine ^ Sünden. Ach! versöhne mich mit dei- nem Sohn / befihle mich deinem Sohn/ w fürstelle mich deinem Sohn. l s. O Maria! under deinen Schutz / cn und Schirm flihe ich / verschmähe nit d-r mein Gebett in meiner äussersten Noth / i wende deine barmhertzige Augen auf mich / und zeige mir dein gebmcdeyte Frucht IEsum. 6. O Mutter der Göttlichen Gnaden! lasse mich Gnad/ und Barmher- tzigkeit durch dich bey GOtt finden/ an meinem letften End. 7. O Maria Königin der Glory! in die Vile deiner Gnaden versencke ich mich / in dein Mütterliches Hertz befihle ich mein Leiden/ und Sterben. 8. O Maria.' nimme mich aufunder deine Kinder/ wie du Iohannem den z U ge- «<»5 gor §«» geliebten Jünger von dem Sterbenden IEsu auf- und angenommen. 9. O Maria! erkenne mich für dein Kind an dem Heil. Rosenkranz undH. Scapulier. Verzeihe mir mein Un- danck/ und Hinläßigkeiten. Mache mich theilhafftig aller Gnaden / und Ablassen/ durch IEsum Christum deinen liebsten Sohn. i o. O Maria! mein See! mache mit dir groß den HErm / und erfreue sich in GOtt ihrem Heyland. n. O Maria ^ du Zuflucht der Sünder/ vergisse meiner nit/ der ich dich so vilmalgegrüeßt! ach! lasse jeyund sehen/ wie starck/ und mächtig deineJungfräuliche Fürbitt seye! 12 .0 Mutter Gottesvereinige meinen Willen mit dem Göttlichen Willen/ durch jene allerheiligste Wort: Sihe/ ich bin ein Dienst-Magd deß HErm/ mir geschehe nach deinem Wort. iz. O mein Heil. Schutz-EngelO mein getreuester Freünd bis in Todt! ach! verlasse mich nit/ streitte für mich/ liebe für mich / und opffere auf mein Leben Lei scr i S ds G lei tei su m m ! al Sr ^ ^ Ä i ir k- u «»«7 ZOZ L«» den in dem Todt IEsu meines Erlösers ! 14. O Starcker Engel! durch den SigIEsu Christi zernichte allen Gewalt der Hollen / und lasse an mir nicht zu Grund gehen dein so vil Jahr getreü geleisteten Schutz / die Heil Sakramenten/ daß für mich vergossene Blut IEsu Christi. 15. O lieber Schutz - Engel! führe mich an das jcnigc Orth/ welches mir mein IEsus vorbereitet/ Ihne mit dir alldorten in alle Ewigkeit zu loben/ und zu lieben. 16. Heilige Joseph/ Joachim/und Anna! nemmet auf in eüere Hand / mit welchen ihr so vilmal JESUM getragen/ meine gcangstigte Seel. Verschließet mich in das Lieb - volle Hertz IEsu / und Maria/ lasset mich in ihrem/ und eüeren Namen seelig sterben. l/. O Ihr meine Heilige Namens- Pfarr-und Schutz - Patronen/ bettet/ und strcittet für mich Todt- schwachen Sünder! Setzet zwischen das Gericht Gattes / und meine arme Seel alle Geheim- <«§ ZO4- s«» Geheimnuß/ Verdienst/ und Opffer ! IEsu Christi / und seiner heiligen Kir- ! si chen / in dero Schoos ich leben/ und ' E sterben will. n Zusprechen bey denen Leisten- ß Zügen. ii ^l.M!Cheide/O Christliche Seel/von s> diser Welt / im Namen GOtt s> deß Vatters 's der dich erschaffen/ im ( Namen GOtt deß Sohns ff der für dich gelitten / im Namen GOtt deß » Heiligen Geists ff der dir in dem Heil. r Taust ist eingegossen worden. 2 2 . GOTT Allein glaube ichGOtt s Mein hoffe ich! GOtt Allein liebe ich! r O Allerheiligste Dreyfaltigkeit! erbar- ^ me dich meiner! ! z. IESU - IESU ! sey gnädig , , meiner armen See!! Durch dein letste Angst/ und schwäre Verlassenheit/ O ! gütigster IEsu! verlasse mich nit in der ^ Stund meines Abstcrbens. ! 4. Ich Glaub in GOtt Vatter / rc. ^ Vatter unser. Ave Maria. i «»5 zos La» 5. ICsus! Maria! Joseph! O IE- su/ mir ist leyd! bis gnädig mir armen Sünder! 6. Vatter! in deine Hand befihle ich meinen Geist. IEsu! in dein Hertz befihle ich meinen Geist. Heiliger Geist! in deine Lieb befihle ich meinen Geist! 7. O Allerheiliafte Dreyfaltigkeit / seye mir gnädig! IEsu! Maria l Joseph ! in cüere Händ befihle ich meinen Geist! IEsus! Maria! Joseph! Wann die Geel außgefahren/ solle man noch 5. harter unser / und Ave Maria / oder andere Gebete für den Abgestorbenen beeren/ und nie so geschwind darvon lausten. Den Leichnam soll man vor verlostenen 24. Gründen nie begraben/ auch biß dahin das Angesicht nicht vermachen/ weilen man osteermahlen für todc gehalten/ welche erwan nur in Ohnmacht gelegen/ und nachmals wider zu ihnen sechsten kommen seynd. ENDE. Regt m Der Kapitlen/ und Absäßen/ welche in dl'sem Wercklein enthalten seynd. Vorred. Erster Theil. Es wird dem Todt die erschröckliche Larve außgczogen/ und sein Gestalt gantz liebreich vorgestellt. Da6 erste Kapitel. Ein gut Catholischer Christ solle den Todt nicht forchten; wann er auch schon schmertzlich/und frühzeitig ist. Erster Absatz. Der Todt ist ein unvermeidenliche / und allgemeine Schuld der Natur. i. Vlat. Anderter Absatz. Der Todt ist ein wol verdiente/und gnädige Straff. 5. Dritter Absatz. Christus / und seine Heilige / ja auch die Hcyden haben den Todt liit geforchren- Vierd, Register._ Vicrdter Absatz. .Ler Todt ist ein Schml der Tugenden. ri> Fünffter Absatz. Der Todt ist ein gewises Präservativ wider dasFegseHr/ und gutes Mittel wider die Verdammnuß. Sechster Absatz. - Ein schmertzlicher Todt ist ein grosses Glück / und mächt einen Christen gleichsam zu emem Martyr. rS. Sibendter Absatz. Der frühzeitige Todt ist der beste/ und ei« Zeichen der Außerwähiung. Achter Absatz. Ein zäher Todt / ist ein glücksecliger Todt- Z 7 > Neündter Absatz. Der Todt ist der Christen täglicher Wunsch. ' 4«. Das andere Aapttel. Ein gut Catholischer Christ solle den Todt lieben / und mit Begird erwarten. Erster Absatz. Bereitwilligkeit / und Begird zum Todt ist ein gewisses Zeichen der ewigen Elüekiceligkeit. 44. Anderter Absatz. Der Todt macht das Leben besser- 4Zi Dritter Absatz. Der Todt hebt alles Übel auf. ^ ^ N.- Vlerd- Register. Vierdter Absatz. - Der Todt hebt alles Sünd-gcn auf. 6». Fünffter Absatz. Der Todt ist die b. ste Bnß- 64, Sechster Absatz. Der Tobt macht einen rechten Diener GOttcs. 69. Sibendter Absatz. Der Todt ist die beste gelcgenhcit Gott zu huldigen. 7s. Achter Absatz. Der Todt ist ein köstliches Opffer. 75. Neündter Absatz. ' Der Todt eröffnet die Porten deß Himmels. Lr. Zehendter Absatz. Der Todt führet die Scel in das ewige Leben. rr. Ellffter Absatz. Der Todt zeiget das Angesicht GOttes. 94. Zwölffter Absatz. Der Todt macht auch den Leib unsterblich. ror: Das dritte Kapitel. Etliche Einwürff daß man den Todt förchten/ und nit gern sterben solle, i os. Erster Einwurss. Man solle nit gern sterben in jungen Jahren / damit man die Welt meyr gemessen könne. Antwort- ^7- An- Register. Anderter Einwurff Man solle nit gern die Geliebte / Bekandte / und Freünk» verlassen. Antwort. m. Dritter Einwurff. Man solle gern länger leben / damit man sich besser rüste»/und Büß thuen könne. Antwort. iir. Vierdter Einwurff. Man solle gern mehr GOtk dienen / und die Verdienst vermehren. Antwort. 114. Fünffter Einwurff. DerLodt ist ein erschröckliches Ding wegen den grössere Schmertzen/Angst/und Wehe. Antwort. 117. Sechster Einwurff. Christus / und seine Heilige haben den Todt auch gk- Hechlet. Antwort. . --0. Sibendter Einwurff. Die Anfechtungen deß bösen Geists in dem Todt-Beth seynd billich zu förchten. Antwort. irr. Achter Einwurff. Die Ungewißheit der Gluck- oder Unglücksecligen Ewige feit macht den Todt crschröckiich. Antwort. irK. Neündter Einwurff. Man ist nit vergewißt / ob man außerwählt seye oder Nicht. Antwort. r;r. Zehendter Einwurff Man solle nach dem Todt billich die ewige Vcrdammnuß sörchlen wegen vile der Sünden. Antwort- Beschluß deß ersten Theils. «7- Der Register. Der - Andere Theil. Kunst Wohl/und Gottftelig zu Sterben. - Kurtze Vorred. 141. Das erste Kapitel. Vorbereitung zum Todt in dem gesunden Leben. Erster Absatz. Ein Christliche Seel solle den Todt alle Zeit betrach, len. 14). Anderter Absatz. Betrachtung deß glückseeligen Todts der Gerechten. 147- Dritter Absatz. Betrachtung deß unglücksceligen Todts der Gottlosen. 154. Vierdter Absatz. Wie ein Christliche Seel müeffe/ und könne der Welt Melden. is5>. Fünsster Absatz. Ein Christliche Seel solle ein guten Wandel führen. «-< 5 . Sechster Absatz. Uin ein glückseeliges Sterb - Stünblein solle man offt/ Mdeyffrig betten. 17». Si- Register. Sibendter Absatz. Die vornehmste Lugenden sollen öffters grübet wer, den. »s». Achter Absatz. Wie ein Christliche See! könne allezeit zum Tobt bereit seyn. 196. Neündter Absatz. Wie ein Kindliches Vertrauen auf EOtt könne/und solle gesetzt werden. 201. Zchmdter Absatz. Bon dem gähen Todt. Das andere §apttel. Vorbereitung zum Todt in einer schwären Kranckheit. Erster Absatz. Wie man sich zu verhalten habe / wann man in ein» schwäre Kranekheil fallet. ,15. Anderter Absatz. Wie man sich verhalten solle in währender Krauch, heit. »19. Dritter Absatz. Etliche schöne kehr - Puncten zu grossem Trost/ und Hoffnung deß Krauchen. ,rs. Vierdter Absatz. Wie man einem Krauchen zufprechen/ und trösten solle. Fünss- Register. Fünffter Absatz. Wie man den Krancken zur Übergab in den Willen . BOlles aufmunteren solle. Sechster Absatz. Wie man den Krancken in der Hoffnung stärcken solle. 240. Sibendter Absatz. Wie man den Krancken zu der Gcdnlt anmahnen solle. 241. Achter Absatz. N utzliche Fragen dem Krancken vorzuMten. 24s. Ncündter Absatz. Geistliches Testament einer Christlichen Seel. izr. Zehendter Absatz. Wie der Krancke die lctste Heil Commnnion empfan- -en solle. Das dritte §apitel. Von dem letsten Sterb- Stündlein. Erster Absatz. Wie man sich zu verhalten habe bey einem Sterbenden in Abgang eines Geistlichen. 291. Anderter Absatz. Heilige Anmuthungen für die Sterbende. ERDE. MM.iÄ