si'ir'i'sviüi.ioi'ttiL 8T. Das. Geschäft Wen sche u. Von ^ Matthias v. Mhönberg/ !? Priester der G. I. § _ fl r-SKSLÄSKKSKSSA ^ Die vierte Auflage. fl Mit Erlaubniß derObem. fl Gedruckt, und zu finden im !I Fürstlichen Gotteshause ^ Sl. Galle»/ 1781. ^ m GTSN inleitung. -warum sind wir da? — zu was Ende sind wir berufen ? — wo werden wir seyn, wenn wir nimer da. sind ? — Große, gewichtige Fragen ! sind diese auch schon beantwortet ? — und, wie ungereimt würde es lassen, wenn man hierüber noch gleichgiltig seyn könnte ? wenn man lebte, ohne zu wissen, Warum: wenn man endlich bald wtzder aus der Welt gehen, in die A 2 lan- IV lange Ewigkeit fortgehen sollte, be- T vor man es auch nur einmal wohl ha bedenket hat, wie, woher, zu was Ende, man auf die Welt, in dieß Leben gekommen ist. — Doch, es ist so; und so ein monströses Ge- _ schicke ist wirklich, selbst am Hofe des gottseligen Kaisers Karls des v, und Heinrichs des vm.m Engelland zur Geschichte geworden. Ja, nicht nur ein oder anders- l mal, sondern schon öfters solle sich E diese Trauergeschichte ereignet ha- ^ den, wie es p. Lataneo, und La- millus Hectoreus * erzählen, der- ^u gestalten, daß einer, wovon die es jtzt benannten Schriftsteller mel- kv< den, dieser seinen schrecklichen Feh- lm ler öffentlich selbst bekennet, und A nach einem trostlosen Lebensende ^ solchen zur allgemeinen Warnung vei mit folgenden Worten auf sein Tod- iU ^ !« 5o!iruä. sscr. be- Aodtengrab zu schreiben befohlen oh! hat: . in ^rer lregt — >ch, welcher in der Welt He- Nur für die Welt gelebet, oft Und aus der Welt gereiset ist, )es Ohne zu wissen, §n- warum er in die Welt n» Gekommen ist. ;xs- Fürwahr ein merkwürdiges Stück sich üuf dem prächtigen Grabmaale die- ha- ser unrühmlichen Leiche! — Sol- La- aber diese Erzählungen wirklich der- Kuch wahre seyn?Ich wünschte,daß hie es niemals so gewesen, und daß et- ml- ^us solches auf ewige Zeiten nim- fth- mer bewähret werde. Aber, noch und sehnlicher wünsche ich, daß jeder Vater, daß jede Mutter, und je- ung der, dessen aufmerksamer Sorge die sein jugendlichen Jahre von Miswachs zu schützen obliegt, daß jeder sich Az es VI es für die erste seiner Pflichten seyn „ lasse, einem so verderblichen Unkrau- „ te vorzubeugen, und es den Sei- nigen, schon in der ersten Jugend, . nicht nur einmal, nicht nur oben- te hin, sondern oft, und Nachdruck- h' samst vorzusagen: „ Mein Kind, ai „ nur darum bist du aufder Welt, ss „ damit du GOLt, deinem Schöp- F „ fer, dienest. Nur zu diesem En- ^ h; „ de hat GOLt dich erschaffen , auf C „ daß du alles thuest, was GOtt „ will, und alles anbethest, was ^ „ GOtt thut. — Nur deßwegen, w „ und nur für dieses hat dir der fc „ Schöpfer diese Augen, und Oh- ln „ ren, diese Hände, und Füße, die- st „ sen Leib, und diese Seele, und al- la „ les dieses gegeben, was du bist. de „ Von deinen ersten Tagen an, A „ gedenke dessen, der dich erschaf- ^ „ sen hat, ehe dann die Zeit des be „ Leids, und die Wehetage he- „ ran- vn M „ rankoinen ; worüber du stuft m- „ zen wirst. * " >ei- ^ Welch erwünschliche Folgen tönen- ' te man sicher versprechen, wenn das lck- hofnungsvolle Erziehungsgebaude ,d, auf so einem ^christlichen Grunde elt, sich stützen sollte ? welche schöne öp- Früchte ließen sich hiedurch aufblühn-1 hen machen, wenn dieser wichtige Grundsatz in einem noch unverdsrb- uen Gemüthe des zartern Alters >as Wurzeln fastete, und gehöriger mas- m, stu bis zu seinem Wachsthums behex fördert würde? wenigstens dörfte )h- man über diesen Punkt von der un- )ie- sinigen Weisheit einer Voltairisch- al- lästernden Schreiberey, und anbist. rer dergleichen gottlos - aberwitzi- n, gen Misgeburten unsers jtzigen aft Jahrhunderts so leicht nichts zu -es befürchten haben. he- __ A4 GOtt, ^ * Kicmcnlo LreLroiiz tni in äi'ebuL Juvcnrs- ri; tu«. L-c/e/.' rr». i. vm G«M SOLL, und sich selbsten erkennen, dieß ist die erste Pflicht des wi Menschen : aber nicht die vor- en nehmste, weil diese Erkänntniß ga nur das Mittelding, jenes aber, M damit wir dem HErrn, unserm Ek GOtt dienen, der einzig-wahre U Endzweck unsrer Erschaffung ist; nu Denn nur darum lebet der Mensch, M damit er GOtt diene. Und dieß gu rst es, was die Jugend immer zu H erst lernen, was der Mann stets M über denken, und der schon HM M ausgegeistete Greis niemals ver- Al gessen soll; weil es eine Wahrheit G ist, die, als eine Grundfeste so- he wohl des sittlich - als christlichen zu Lebens auch für das erwachsene ha Alter allezeit höchst wichig ist. Ei- les ne Grundwahrheit, die auf das zu menschliche Herz oft nur deßwegen so wenig Eindruck machet, weil man sie gar zu selten etwas reifers ch> erwäget. ge> Ge, M-MK IX 'em Gewiß ! der niedlichste Visiert des wird zur Gesundheit wenig gedey- ors- en, wenn man solchen sogleich niß ganz verschlingen, und nicht zuvor >er, jm Munde wohl vertäuen will. rrm Eben so muß man diese wichtigste hre Wahrheit behandeln; Nicht gell » nug, daß man sie obenhin wisse, ch / Man muß ihren ganzen Inhalt zerließ gliedern und wie eine Speise zer- ZU theilen. Man muß jeden Theil ets wohl, und genauest erwägen; und alb man muß ihn nicht nur mit dem >er- Auge allein, sondern auch mit dem heit Gemüthe beschauen, wenn man so- den Geist hieraus nähren, und Herr zum Nutze des Herzens lesen will; ene das ist, wenn man durch das Ge- Ei- lesene nicht nur belehret, sondern das zugleich auch gebessert seyn will. gen veil Ist nicht dieses die wahre Ursa- ers che, warum die unachtsame Jugend, nachdem sie so viel Gutes - A 5 ge- gelesen, das Gute bis annoch, so wenig befolget? — Doch, vieleicht darf sich meine gegenwärtige H- Abhandkrng eines bessern Schicksals getrösten, auch nur darum, weil ihr Gegenstand einer der wichtigsten ist, der jemals ist abgehandelt worden. Ein durchaus ernsthaft - erhabener Gegenstand ; des- K sen ganzer Inhalt nur lauter kern- hafte Satze seyn sollen: solche Satze, die auch nur darum vorzüglich schöne sind, weil sie mit der Vernunft, und mit unserm Gewissen an- nst- des- nn- Aalich Zer- sserr 4 - * ;»8 Erster Theil. GOtt dienen ist das einzigeGe-- fchäft des Menschen. »««—-.---s» §- l. GVtt dienen ist das einzige Geschäft des Menschen; weil der Mensch nur für dieses erschaffen ist. Aer Allmächtige, der von Ewigkeit ist, Er, nur Er hat den Staub zum Menschen, und diesen vom Nichts viS zur GOttheit erhoben. * Seine gebiethende Machthand hat den unge- —_A 6 form- H Ut LlüOsi ^ Lm«s. i. r. formten Erdklumpen zum kerbe gestab jen ket, und sein beseelender Hauch hat seil den Leblosen mit Unsterblichkeit begei- ho> stet. Er hat ihm sein Ebenbild, und er seine heiligmachenve Gnade, dieß In- siegel der GOttheit hat er ihm einae- drückt; und auf so eine Weise hat der Zet Ewige den Sterblichen, der All-- ^ei mächtige das letzte Meisterstück seiner ^ Hände, den Menschen geschaffen. — " GOTT gestaltete den Menschen N5 aus dem Leime der Erde. Er ^ hauchte ihm den Athem des Le-- sei! bens ins Zlngesicht, und so wur-- bo de der Mensch gebildet, und be- W lebet. * er vre Nur von GOtt also ist der Mensch nei geworden. Er ist das Geschöpf Got- ga tes; Er ist nicht von sich sechsten. —> Gi So ist er dann auch nicht sein eigenmäch- de> tiger HErr. Er kann nicht unabhän- we gig seyn, und er kann nicht nach seinem ge Belieben das Ziel seines Lebens sechsten ga sich ausstecken, sondern ganz nur für bei _je-- wc * rnspirsvik in freiem eju« sj,iiLcuIum vu«. Stc« L/k«. 2. stak- jenes muß er sich verwenden, wozu ihn hat sein Schöpfer bestimmet hat- Ganz ge- gei- hört der Mensch diesem HCrrn zu» weil und er ganz nur von diesem erschaffen ist. 3n- aqe- Hast du etwa einen Baum gepflan, der Zet - ein Feld gebauet, oder sonst nach M deiner Willkühr ein Werk gefertiget, j so ist dieses dein Eigenthum, und es muß eben darum ganz zu deinem Dienen ste seyn. Ich bin HErr davon, «p« sagest du, und billig sagest du so. —- ^ So steht der Sohn unter der Gewalt L-e-r feines Vaters, weil er vom Vater gelte- bohren ist ; und der Vasall muß dem be-r Wille seines Fürsten gehorchen, weil er dessen ein Vasall ist. — Um wie viel mehr aber mußt du, o Mensch» dorisch nem GOtt dienen, und diesem allein )ot- ganz unterworfen seyn» nicht nur, weil —> GOtt der Vater deines Vaters» und ich- der HErr deines Fürsten ist, ändern än- weil er dein Schöpfer, und der einzi- >em ge Ursprung ist, durch den allein dein sten ganzes Wesen, dein Leib, und dein Le- für den, deine Seele, und alles dieses ist - was du immer bist. — Höre hierüber ^7 die Sprache einer Mutter, die fast si» A 7 vie- 4 Viele Helden zur Welt gebshrerr, als sie Ämder sie erzogen hat. all „ Ich weis nicht, S meine Ritt- ^ „ der, wie ihr in meinem Leibe A „ seyd gegenwärtig geworden; A „ denn ich euch weder den Geist, ^ „ noch die Seele, weder das Le- ^ „ den gegeben habe. So habe sie „ ich auch diese euereGlieder nicht nc „ selbsten zusämmgefüget: nicht ai „ ich sondern nur allein derjeni- N „ ge hat euch dieses alles gege- gt „ den, der die Welt erschaffen, dt „ und der von des Menschen H „ Geburt, Gestalt, und aller „ Dinge der Anfang gewesen. * ^ — So redet die machabäische Heb ^ rinn, da sie ihre sieben Söhne in ihrem G noch zarten Alter zur Marter aufmum .jc terte , und großmüthig ermähnte , sie ^ sollten für das Gesetz, und für den Dienst ihres GOttes alles ihr Blut, «nd ihr Leben willig ausschlachten, weil sie ». LlLcitLb» 7. Lc. L-K2 5 als sie von dessen allmächtiger Güte allein alles empfangen. — Gleichwie nun der Mensch nur von GOTT ist, so ist er auch nur für . GVtt ; nur zu diesem Endzweck, da- ^ mit er GOTT diene. Oder hat vie- leicht der Schöpfer dich für was an- " e- ders, als für sich, nur zu seinem Dien- abe sie geschaffen? gewiß nicht. Zu mei- icht ner Ehre habe ich den Menschen icht aus dem Nichts hervorgezogen, eni- Mit dieser 'Absicht habe ich ihn M- gebildet, und nur zu diesem En- 'en, de habe ich ihn gemacht, saget der heN HErr, dein Erschaffer. * sspr« . O Zwar hätte GOtt statt eines Men- ^ . schen dich zu einer Pflanze, oder Mü- , oder zu einem leblosen Steine ma- >rem jhxn könen, gleichwie jtzt sein allmächs tiger Athem dich ganz in ein Nichts wieder zurückhauchen kan. Und, wenn ven Schöpfer dieses wirklich gethan hät- te, oder annoch thäte, so würde er doch wei» hie- w ---— * In glorirm mcsm crcLV» eum» formrvi eum- 6 Hiebey eine andre Absicht nicht haben, um weder eine haben können, die seiner um göttlichen Weisheit eben so würdig wär iew re, als nur diese, die er wirklich bey «ne deiner Erschaffung gehabt hat, näm- «ert lich, damit du ihm dienest, so, wie jtzt ven jedes, auch das leblose Geschöpf, vorn "7' Größten bis zum Geringsten dem Schör die! pfer dienet, indem es uns die Herrlich- uns keit, die Allmacht, und die Weisheit dessen, der es gemacht hat, unablässig vor Augen legt. GVtt hat alles, um und jedes, auch das kleinste lm Rrautlein, nur wegen seiner, ych nur für sich , das ist, zu seiner wii Ehre erschaffen. * Um wie viel mehr da, wird diese göttliche Weisheit das voll- unl kommenste feiner irdischen Werke, den der Menschen, zu keinem niedrigen Ziel, all und Ende bestimmet haben?— ' Gs fen . Ja» dieses Einzige, daß wir GOtt fm dienen, nur dieses war die Absicht des kei Ewrgen, da seine schaffende Stimme den Menschen, der nicht war, aus sei- ^ _ nem * univerla proprer tcmcriplum opcrLtur cA —^ vominu» IS. 4. < 7 iett» nem Nichtseyn hervorgehen machte, und iner nur dieß ist der Endzweck, war«m eben wä- jene Allmacht, mit der er uns fchuff, bey «ns täglich, und stündlich annoch in un- äm- serrrr Daseyn erhält, nämlich, damit wir jtzt dem HErrn, unserm Schöpfer dienen, -om — Ist aber nicht eben darum auch nur chS- dieses das Einzige, so wir thun sollen, lich, unser einziges Geschäft? — M Freylich müßen wir arbeiten, damit es wir zu essen haben; und wir müssen ef- sen, damit wir nach der weisesten An- ordnung Gottes vom Schweiße unsers Angesichtes leben mögen. Ganz ge- uer Mß; aber, sowohl das Arbeiten, als kehr das Essen, jede andre Beschäftigung, »oll- und selbst unser Leben, alles, und jeden des muß, nach der Lehre des Apostels, iel, allezeit nur dahin abzielen, damit wir GOtt dadurch dienen, weil alles zu diesem einzigen Ende nur die Mitteldings 2tt sind. Ihr möget essen oder trm- des ken, oder etwas anders thun, E alles solle im Namen Gottes , nur wegen GOtt solle alles geschehen; * weil cÄ --— .' - N I. IS. ß weil unter allen, was wir i'Ker thun mA wer gen, nur dieses einzige in sich, und für nich sich seibsten, und allezeit unumgänglich ebe> nothwendig ist; alles übrig» entgegen , nur wegen diesem, damit wir GOtt da- § durch dienen, uns nützlich, oder zuge- GL lassen wird :dergestalten, daß ohne dieß stin Einzige alle andere Beschäftigungen kei- nes ne Geschäfte, sondern eitel leeres Ge- hal zeug, lauter nichts bedeutende Nullen, mö flatterndes Spinngeweb, unnütze Ne- lich bendinge sind. Oder wer wird wohl ein Nebendinge, unnütze Nebendinge, und He leere Ländeleyen gerne sein Geschäft rmi nennen? ne Was nützet der Pinsel in der Hand fü eines Königs, der Länder, und Leute der regieren soll ? Und was der Scepter dai in den Händen des Malers, da dieser W eben ein prächtiges Bild soll verferti- nu gen ? — Der Reichthum, die Ehren, gu die Gesundheit des Leibs, die Wissen- rei fchaften, die Oberherrschaft der Erde, W und alles dieses Zeitliche, alles ist für wi uns eben so unnütz, lauter leeres Ge- au zeug, wenn es uns nicht näher zu GOtt ers führet: Und alle diese gutscheinenden un Dinge führen uns niemals zu GOtt, we wenn 9 MÄ wenn sie von uns zwar gewunschen, aber für nicht auch von ihm, von dem HErrn, glich eben nur für uns bestimmet sind. — egen, k da- So ist dann nur dieses, daß man uge- GOtt diene, der Beruf, und die Ber dieß siimmung des Menschen, und zwar ei- > kei- nes jeden Menschen, er mag Geschäfte Ge- haben so große, und viele sie immer sey» llen, möchten, er mag geistlich, oder weit- Ne- iich, ein Fürst, oder ein Unterthan, sohl ein Adelicher, oder ein Bauer» ei» und Herr, oder Knecht seyn; weil jeder HM nur zu dem Ende, damit er GOtt diene, erschaffen ist : von GVtt, MW and für GVtt, nur darum , damit wir mte den HErrn, und Schöpfer erkennen, s>ter damit wir einzig nach dessen heiligstem eser Wille leben, damit wir seine Verord- !rti- nungen alle mit «»bethender Ehrfurcht en, gutheißen, und allezeit fertig, und be- sen- reit stehen, seinen göttlich-wachende» de, Wink zu vollziehen. Nur darum leben für wir, und nur dieß ist unser Geschäft Ne- auf dieser Welt, unser wahres, unser erstes, unser letztes, unser allezeit un- de» umgänglich - nothwendiges Geschäft, >tt? weil es zur Wesenheit so wohl des sitt- n li- IS lichen,, als christlichen Menschen in sich, um und für sich selbst, und jedesmal so auf nothwendig ist - daß der Mensch ohne bis dieses Einzige, wie eine Sonne ohne ewi Licht, wie ein Feuer ohne Hitze, wie ein Wasser ohne Nässe, wie ein Körper ? ohne Seele, gleichsam lebendig schon teg todt, und allezeit armselig ist, obschon heil er allezeit beschäftiget ist. M< !ich Weil nun dem also, wie ist es wohl stör möglich, daß man so eine höchst - wich-r soll tige Wahrheit ohne ernsteres Nachdens lost ken so leichte vörbeygeht? — Wer ist M auf seiner Reise so unvorsichtig taub, Mu Daß er es wenig, oder durchaus nicht ftlk achtet, wohin ihn der Weg führet, B< wenn ihm nur gut geht? wenn er nur sen mit allem versehen, angenehme Straft sey fen, bequeme, und kurzweilige Ein- ner kehre paßirt, ob er früher, oder spä- sey ter, oder gar nicht dort ankömmt, ws- in hin er berufen ist, dieß sorget er nicht, sen Gewiß, Niemand aus uns handelt so thöricht, und niemals ist man so unklug , als vrelercht nur auf der Reise M zum himmlischen Vaterlande, da man, wie ein lauschiger Wandrer, auf dem — m - L-KK rr sich, irrigen Pfade immer so forttaumelk, und so auf das schreckliche Ende nicht denket, hnZ bis man dort ankömmt, wo man auf hne ewig nimmer zur ück kaum wie 'per Ja! ist es wob! möglich, daß es Leu- hon te giebt, die eine so helileuchkende Wahrhon heit wohl gar auch miskennen? Eine Wahrheit, die mit Handen schier grejf- lich ist, wenn man auch schon im Chri- >oh? stenthume ganz unwissend seyn könnte? ach- solche Leute soll es geben, die so zügel- )ens lose dahin leben, als wenn wirklich kein c ist GOtt wäre, oder, als wenn dessen un- nb, geachtet, sie, die Menschen durchaus icht selbst eigne, unabhängige Herren, der er, Bauch ihr GOtt , * und nur die- nur sem zu dienen, ihr einziges Geschäft ras- seyn börste, unwürdige, die Erben ei- ?in- nes vom Himmel stammenden Adels zu pä- seyn, und des Erschaffenden Ebenbild D§- in ihrem Viehisch - niederträchtigen Bucht. sen zu tragen. — ; so um Ich habe Rinder auferzogen, Me und erhöhet, sie aber haben mich >em - (Quorum VLur venrcr «ü. z. IL verachtet. * Sie haben mich veracht als tet, saget GOtt, weil sie viele Jahre vor so dahin leben, als wenn sie nicht muß- M ten, warum , und zu welchem Ende sie leben, weder, dieses zu wissen, sich Mühe geben, als nur etwa wenige Tage zuvor, wo sie zu leben wieder aufs hören sollen. Der Gedanke: Es ist ein GOTT;— ich bin von um GOtt ; — nur für GOtt bin sind ich erschaffen ; Dieser edle, dieser Wc größte Gedanke, dessen der Mensch fä- der hig ist, dieser ist ihnen immer zu ernst- ebet haft. Die Zeit wird ihnen lang, und wir! sie fangen zu gähnen an, alsbald man tet hievon anfängt mit ihnen zu sprechen, keil Aber elende Possen, kindisches Groß- ^ thun, unflätiges Buhlen, eine Karte, eine Handvoll Geld, und anders noch schlechteres Bezeug, diese sind jene lä- j« , cherlich - wichtigen Dinge, denen sie je d nachsinnen, womit sie sich müde sorgen, sich auszehren, sich unabläßig beschäf- tigen, und dergestalten alles andre eh- ^ er, lieber, und leichter thun wollen, ... __als rr ^ kilios coucrivi, üc cxsirsvi, ixü Luicm ixrs- — V«ru»r mc. i. r. N als nur jenes nicht, was sie einzig, und hre vor allem andern zu wissen, zu thun, und zu lernen berufen sind» dieses nam- „d» lich, daß sie von GOtt, nur für GOtt sich erschaffen worden» ^ Der Ochs, und der Esel erkennen i/r ihren Herrn, weil sie der Gutthaten, ^ oder wenigstens der Streiche sich erin- uern, wodurch sie von jenem belehret sind worden. — Mangelt es etwa an eser Wohlthaten, oder an Strafen, womit sä- der Schöpfer des Menschen sich diesem nst- eben so hat zu erkennen gegeben? oder, nid wird wohl der Mensch dessen ungeach- ian tet so kühn seyn, und sagen: Ich er- kenne keinen HErrn, ich will ihm ^ nicht dienen? * wird der Bösewicht so muthwillig fortleben dsrsen, als ^ wenn er wirklich so sagete? — Wie! A in dem einzig - nothwendigen Geschäft ne Ee dummer als ein Ochs, träger als M ein Esel seyn können, und dennoch ein U Mensch seyn» ist es wohl möglich? ^ Der Ochs kennet den , dem z ^ er zugehört, und der Esel die _ »rip- N Lrsuiä non iple e!i I^lcr ruur, qui potle- äi'r le» öc sccir, Sc creLvtt cc? - - zr. - sag ber 'olk der du ser ?er- ich- lk? n? er est, lfen pfek ken, sein 6nnr non enr? ,°sse- zr. t5 GSLZSSSSSSBS^xrSKSKSKKKKN §- II. GOtt dienen ist das einzige Geschäft des Menschen, weil auch dieses Einzige zur wahren Glückseligkeit auf Erde erklecklich ist. Ä)as ist endlich, warum sich die Menschen aufdieser Erde immer so unermüdet beschäftigen, und so sorglich bemühen? haben sie nicht überhaupt alle, und jede, jedesmal nur eine, und die nämliche Absicht, damit sie durch ihre Geschäfte ihr Glück machen?— Um dieses bearbeiten sie sich, vom Kleinsten bis zum Größten, von Früh morgens bis tief in die Nacht hinein. Nur dieses suchen sie, und eben dieses ihr Glück verlieren sie, weil sie es so, und nicht anders suchen; weil sie das, welches hiezu einzig, und vor allem nothwendig ist, außer acht lassen. Du bist gar zu sorgfältig,* — sagte einst Christus zu der geschäftigen -M.G. Geschäft. B Mar- I. L«c. lo. 41. i6 Martha, du bist immer voll der Ge- gek schafte, da doch nur eines nothwen- daß du die Gabe en-- GOttes erkennetest, * saget der die Erlöser, gewißlich, du hattest von ^ ihm zu trinken begehret, und er ren hätte dir lebendiges Wasser ge- geben. — Denn wer von dem >th- Wasser trinken wird, welches ich nur ihm gebe, den wird in Ewigkeit ück, nimmer dürsten, aßt Ein unfehlbarer Ausspruch, und zünde gleich ein vollständiger Beweis, nicht vyr nur für den Christen, sondern für jeden, der wenn er auch mehrer nicht weis, als nur ges dieß, daß er ein Mensch ist ; denn der la- nämliche GOtt, und Seligmacher hat let, eben dieses, schon, da er uns schuff die durch einen geheimen Justine- in unser "gr Innerstes eingeschrieben, indem er uns len- st em Herz, gegeben, welches sich mit un- iM zahlbaren Gedanken nur von darum been, scha'ftiget, weil eS sich immer nur nach ger Glückseligkeit sehnet, und dennoch nir- zu- gend, als nur in GOtt diese Glückselig- mel keitsindt. B 2 Das "7- — —--—-——-777 * §i icircs clonum Oei ! - - ru nbec>, Lc u.iln v vsm. - - > - ' 2Utem NiNcrir cx , c>»sm c^o (N-.N.i uon Ncicc in -erern-iN 4. v. -s> -r. -8 Das Bestreben nach Glückseligkeit iß srl das Ziel der wahren Weltweisheit, und dm Männer, die jemals mit Grunde Phi- wii losophen geheißen, die giengen auf die- sem Wege zu diesem ihrem Ziele da- hin. * Ein innerer Trieb, und eine un- m< auslöschliche Begierde zog sie, und lock- te sie, um glückselig zu seyn, das ist, eine fortdauernde, und beständige Zu- ^ friedenheit des Herzens, so viel mög- ^ lich, zu genießen. kei hä, Dieses Ziel glaubten die Stoicker in der der Tugend zu erreichen, indem sie ihre ger Schüler belehrten, daß ohne Lugend Gl niemals, auch nirgend eine Glückselig- ani keit seyn könne; * * aber worinn eigent- unl lich die Ausübung, und der Besitz die- zen ser kostbaren Tugend bestünde, dieß end war dem finstern Heydenthume unbe- wir kannt, und annoch wir sechsten wüßten nur es nicht, wenn es uns jener nicht ge- wt» sagt hatte, dessen Worte lauter Wahr- ma heit, und Leben, und die einzig wahre len Duelle aller Glückseligkeit ist; der, da M er * 8. HuFuK. 4;. ,» Jener großmüthige Alexius, wek, cher täglich, ja stündlich, so bald, und ons so oft ers nur wollte, der Erb eines ren übergroßen Vermögens seyn konnte, nd wenn er sich nur einmal, auch nur mit - B 4' ei- 22 einem Worte hätte zu erkennen gege? Sei ben, dieser edle Römer lag viele Jahr W re lang, als ein notleidender Bett- un ler, unter der Stiege seines väterlü so chen Hauses verachtet, und unbekannt, wi Dennoch dieser armselig Scheinende ach- sie tete sich glückselig. Er war es auch; un denn sein tugendvolles Herz war in die- B sem, obschon dem Scheine nach, elender ch( sten Stande gänzlich vergnügt; durch we dieses allein war dieser Diener Gottes ist bis zur Glückseligkeit vergnügt, weil er seinem Schöpfer dienete, dem er auf A so eine Weise ganz besonders zu gefal- len versichert war. Nicht minder glück- selig war der arme mit Geschwüren, mit ^ Wunden, und mir Hunger geplagte Lazarus , den Christus sechsten im Evangelium * selig gesprochen, und zwar eben zur Zeit, wo ihn der reiche Prasser geringer, als seine Hunde ge- «e achtet. de Aber, dieß waren heilige Leute, mit A denen man sich gemeiniglich so, wie mit A _den ^ cü Lukcm, Uk morcrcruc mcnclicu?, ^ öc portLrclur sb ^nZelis in 6num > L«c. IL. 2Z ege? den Riesen, nicht gerne messen will. lah- Wir dünken uns immer zu schwache, >ett- und diese für gar zu große, als daß wir ulü so , wie sie leben sollten, obwohl wir, lint. wie sie, Christen heißen, und so, wie ach- sie, einst belohnet seyn wollen. Lasset ich; uns also noch ein anders Beyspiel, ein die- Beyspiel von der Gasse herholen, welche- ches zu unserm Unterrichte und zu Beuch Weisung meines Satzes ganz vortreflich 2eS ist; eine Geschichte, die aus den ge- veik lehrten Schriften des Drexelms, E Lohnerus, und des Tanlerus, * M entlehnet habe, unter welchen dieser, ^ wie es die ältern Handschriften aridem ten, selbst ein Augenzeug davon gewe- fen seyn solle, rm !^d Acht ganzer Jahre hatte einst ein gro- ^ ßer Theolog zu GOtt um die Gnade 6 ^ gebethen, einen Menschen zu sehen, von dem er den leichtesten Weg, glückselig miss M leben erlernen möchte. Mit diesem M ersten Gedanke gieng er auf der Gasse , bey einer Kirche vorüber, wo eben ei- B 5 ner * /)»?>» in Uclio, l. r. c. I. in i»lU- tut. »<«». io^> öic. cus, »kse. Z4 L-KL ner mit elenden Fetzen kaum halb be- „ deckter, und mit vielen vom Eiter triefenden Wunden geschwoliner Bettler ^ saß, dem er sehr milteidig einen guten Lag gewunschen. Der Bettler dank- re mit heiterm Angesichte, und sagte: Nr er erinnerte sich nicht, jemals einen bö- bc sen Tag gehabt zu haben. — „ So „ ,» wünsche ich dir dann vieles Glück, „ sprach der Theolog: — „ Ich bin „ „ noch niemals unglücklich gewesen, " „ widersetzte jener. — Wohl eine ungewöhnliche Redensart „ für einen Bettler! dachte der Theo- „ log, und entschloß sich die Probe zu „ machen, ob es ernst oder im Scherze wä- „ re, was er gehört hätte. Er wieder- „ holte demnach noch einmal sein Vori- „ ges, sagend : „ GOtt gebe dir alles, „ „ mein Freund! was du dir selbsten „ „ wünschest. " — Worauf der Bett- „ ler: », Ich habe hier nichts zu klagen; „ „ dcü ich habe allezeit alles, was, und „ „ wie ich mirs wünsche: „ — Aber „ wie? sagte der Theolog Wetter, ,, „ bist du dann der einzige unter den u -- Sterblichen so glückselig, als wenn es Z5 f, es nur bey !dir nicht wahr geworden „ wäre, was bey dem heiligen Job sieht: * Der vom Weibe gebohr- ne Mensch lebt wenige Tage, und wird mit vieler Arnrseligkeit befallen ? „ oder, hast du allein ab „ len Uebeln dieses mühsamen Lebens „ so glückselig entkommen können? —. „ gewiß, ich verstehe nicht was du sa- „ gen willst. „ Es ist doch, erwiederte der Bett- „ ler, es ist nicht anders, mein Herr! „ als wie ich gesagt habe. Ich habe „ es widersprochen, daß ich jemals ei- ,, nen bösen Tag gehabt, denn, weil », ich GOtt diene, so bin ich mit jedem „ Schicksale, welches mein GOtt mir „ bestimmet, vollkomen zufrieden; und „ weil ich allezeit nur das will, was „ GOtt, und wie GOtt will, so geht „ allezeit alles nach meinem Wunsche, „ und Willen. Durch dieses Einzige „ bin ich allezeit glückselig gewesen, „ und bin es annoch. Kein Glück die- », ser Welt kann mich reihen , und so BL „ kann 26 „ kann auch kein Unglück die Ruhe mei- „ nes Herzens mir stören. —> Wenn W „ mich hungert, oder friert; wenn ich W „ krank, oder verlassen bin, so lobe kar „ ich den vorsichtigen Vater des Him- die „ mels, der den Hunger, und die Käl- er „ te, den Schmerzen, und die Dürftig- Hai „ keit eben so, wie andere Dinge zu sei- län „ nem guten Vorhaben erschaffen hat» ha! „ Wenn ich verachtet, geschimpft, o- wä „ der beleidiget werde, so lobe ich wie- „ ! „ derum meinen GOTT, ohne dessen „ ! „ Wissen» und Wille nicht das Gering- „ > „ ste von allen diesen geschehen mag? „ < „ und dessen Güte nichts gegen seinen . „ z „ Diener geschehen läßt, als, was „ z ,, gut ist. — Thun was GOtt will» § ein „ und wollen, was GOtt thut, dieß des „ ist mein tägliches Geschäft, worinn ner „ ich vollkommen vergnügt bin; und > „ l „ ich lache gar oft über die geschäftigen j „ l „ Leute, die dieses nicht wissen, oder „ i „ nicht wissen wollen, indem sie mit », i „ hundert nichtigen Sorgen, mit Ren- „ l „ nen, und mit Laufen ihr Glück an- », l „ ders, als so zu machen, suchen, und „ ! „ bey allem ihrem Glücke immer uns », k glückselig bleiben. „ —> Re 27 nei- Der Theolog staunte über die enn Weisheit, die in einer so schlechten ich Wohnung ihre Einkehre genommen. Er obe kam auf den Gedanken, ob nicht eben im- dieser der Mensch sey, welchen zu sehen äl- er schon so lange von GOtt gebethen Ug- hatte. Er war desto begieriger ihn noch sei- langer zu sprechen, und fragte ihn des- nt» halben mit ernsterer Mine: Woher er o- wäre? der Bettler antwortete: „ Ich >ie- „ komme von GOTT, der mich auf sen „ diese Welt erschaffen hat, damit ich ng- „ durch eben den Weg, den ich jtzr ge- rg, „ sagt , zu ihm , als meinem einzigen „ glückseligen Ziel, und Ende wieder as „ zurück gehe." — Du bist mir doch !ll, > ein wunderlicher Mensch, denn du reich dest nicht, wie andere Leute, sagte je- nn ner. — „ Wer, und wie ich immer nd ^ „ bin, war die Antwort des Armen, !en j „ so bin ich mit meinem Schicksale so >er „ vollkommen zufrieden, daß ich mit nt », dem größten Könige dieser Welt n- „ nicht tauschen möchte, denn auch ich !N- „ bin ein König, so lange ich GOtt nd „ diene, und meine Anmukhungen dein- », herrsche. " — Wo ist dann dein Reich? fragte der ander. ,» Dort o- B 7 „ den. -8 „ ben, erwiederte jener, und zeigte mit gan „ dem Finger gen Himmel. „ — Wer GL hat dich aber so denken, und so reden nen gelehret? sprach der Theolog zum um letztenmal. — „ HLrr, sagte der Bett- U „ ler, GOTT, und mein Herz, nur W „ diese haben mich 'solche Dinge ge- lur „ lehrt; denn dieses mein Herz war uejj „ vormals immer unruhig, als lange um „ ich ohne GOtt mit andern Dingen kay „ beschäftiget war. Nun aber habe lch ^ „ meinen GOtt gefunden, und nun in und „ diesem finde ich auch meine ganze Zu- ^ „ ftiedenheit „ — teil tra! Wie? ist dieß nicht ein Muster, wo- Heu von das Evangelium saget: Geh hi- ^ naus auf die Gassen, und Straft ^en sen, und führe die Armen, die , ^ presthaften, und die Lahmen he- ^ rein ? * — Ist es aber nicht auch em zv gründlicher Beweis, daß der Mensch so gar im größten Unglücke dieser Welt « Dennoch vergnügt, und glückselig seyn ^ könne, durch dieses Einzige glückselig, und vollkommen vergnügt , daß er von _— gaw- - o " L-«-. IH. rj. es' r- mit ganzem Herzen dem HErrn seinem Wer GOtt, dienet? — widrige Zufälle können nen ihn zwar hin und her werfen, aber um niemals beschädigen, niemals unglück- »ett- lich machen; denn er bauet nicht auf nur Glück» sondern emzig auf GOtt, der ae- für sein rechtschaffenes Herz einzig, und E besser als alles andere, erklecklich ist: na? und wenn ihm auch das Aergste wieder- qen fährt, so können doch die ungestümmen >rch Wellen der Widerwärtigkeit, die jeden ^ m andern verschlingen, ihn nur zu seiner Zn- ewigen Ruhe einwiegen. Auf diesem festesten Grunde ruhet fein sicheresVer- trauen, und in dieser süßen Zuftieden- wo- heit erquicket sich seine ruhige Seele, so, wie der dürstende Hirsch sich bey der le- bendigen Quelle erquicket. N?er da- voir trinkt, den dürstet nimmer; ^ * denn er labet sich, wie es GOtt ihm ^ versprochen, er labet sich mit dem sich Master des ewigen Lebens. mir Alkin; was thu ich? ich rede, und vieleicht der größere Theil Leute ver- - * Hm Iribcrlt cx ac>ug, Hurm c§o äLbo ci, NÜL Lttcl m rcriftum. ?s^», ZO steht mich nicht. Ich rede von solcher? Dingen, die die Kinder der Erde niemals fassen werden, noch wollen, weil sie sich nur auf jenes verstehen , was sie hören, sehen, und greifen mögen, denn der sinnliche Mensch versteht nicht, was des Geistes ist. * So will ich dann auch diesen fleischlich Gesinnten eine andre, und so eine Wahrheit will ich ihnen sagen, die sie wohl gar mit Händen fühlen müssen , dieses nämlich: daß ohne GOtt zu dienen , daß ohne dieses Einzige, auch das größte Glück dieser Welt keine Glückseligkeit ist; und selbst die verkehrte Welt wird mir, obschon wider ihren Willen, Zeug davon seyn» * 1> Lor, 14. G sch d Ä the zer sel, Die Er e ßer ger ker Pö! em die M -r chen nie- tveil vas len, )er- ist. isch- eine ! sie lenf die- mch eine ider i 5 m. GVtt dienen ist das einzige Ge/ schaft des Menschen, weil ohne dieß Einzige auch das größte Glück dieser Welt keine Glückseligkeit ist. 28ohllusi, Ehrgeitz, und Gelbsucht theilen den Menschen untersich» und die zerrütten ihn auch; sie beherrschen wechs felweis das sinnliche Herz, und sie sind Die angebetheten Glückseligkeiten dieser Erde. — Wohlan dann ihr Reichen! ihr Großen ! ihr Angebetheten! ihr Wohllüsti- gen, was seyd ihr? — Ach! die Al- kerglückseligsten. So nennet euch der pöbelhafte Schmeichler, und so redet eure schmeichelnde Eitelkeit. — Aber die, die euch so zurufen, diese sind eu- ere Betrüger ; * und vieleicht sind _sie * kopulc rneu§, c>iri rc bcstum 6icunt, ip6 te 6ccipi>.i„c r. 12, - - lrcatum äixcrunt pc>- pulum, cui kscc lunt: kcatus populus, cuj« vommur veus cjur. i dieser Erde! dieß ist alles euer Glück ihr ^ sten Unglückseligen, die ihr der Welt, und l mal eurer Sinnlichkeit ganz unermüdet die- ßeö net. Aber sehet auch hierinn die Hand gen des gütigsten Himmels, der uns durch es l eben jenes, was wir selbst in unsern du Vergebungen Nichtiges, und Verdrüß- brir liches finden, durch eben dieses auf den ohn Weg der einzig wahren Glückseligkeit dm zu gz mm, zu sich wieder zurückführet, dorthin» e Als zum Schöpfer, für den wir einzig er- selig- schaffen sind. — Lasset uns jede dieser ZOtt zwo Wahrheiten ins besondere erwä- Welt gen, um ihre heilwirkende Kraft desto wie? nachdrucksamer zu fühlen. mar- Ein immerwährendes Vergnügen, akeit eine beständige Dauer von Glückselig- e keit, nur dieß ist Glückseligkeit. Als- >and bald man das Ende befürchten muß, tob- so wird dieser schwarze Gedanke, dienlich ser Einzige wird wie ein finsterer Ab- aet - gründ sogleich alle Freude verschlingen» un- und in Bitterkeit abwechseln. Ein mit Millionen Gold reich belade- lies Schiff, welch eine ansehnliche Sum- ides ma! und sollte das Ganze durch ein »der großmüthiges Geschenk eines mächtig- k ihr sten Fürsten, sollte dieß alles auf einund ^ mal dir zugehören, welch ein übergroße- ßes Glück wäre dieses für dich! aber 'and gemach! nur mit diesem Bedinge hak urch es der Fürst an dich verschenket, damit sem du alles nach sechs Tagen an Bord ruß- bringen, und sodann die ganze Summa den ohne mindesten Rückhalt an einen an- ;kei§ dem, den er benennen würde, wieder iU- gh- Z4 abtreten solltest. — O nein! würdest^ jaul du sprechen, so ein Glück reihet mich sind nicht; und so etwas mit einem solchen ge; Bedingnisse auch nur einmal anzuneh- hin Men gelüstet mich nicht. — den , ^ . die Nun, sage, ist wohl das Schicksal mul dieser zeitlichen Güter, sind die Umstäm abl< de, womit der Allmächtige dir solche Hei hat zugestanden anders ? — Alles ist sen> eine nur auf sehr kurze Zeit dir geliehe- „§ s ne Sache, alles dieses, was du immer Sö jtzt hast; und sogar nicht auf eine Stun- um: de lang bist du versichert, ob nicht der- zuk: jenige» durch dessen Güte du dieses ge-! hju nießest, solches von dir durch Unglück? »est oder Todfall nach seinem Belieben wie- so § der abfedern wird, so, wie ers jtzt nur ver nach seinem Belieben dir hingeschenkt ißt hat. In dieser nagenden Sorge eilen xxn deine Tage dahin, stündlich näher zum nin Grabe, und sie sind oft schon am Ende? son wo du erst zu leben willst anfangen; wir schneller am Ende, als ein Schiff, wel- der ches von den stürmenden Wellen mit ekel fortgerissen wird, ohne daß es sich aufhalten, oder zurück kehren könne, oh- ? ne, daß man den Weg, wo es durchges lau- rdef^ Laufen, nachmals mehr sähe." — So mich sind deine wenigen, deine flüchtigen Tauchen ge; und so fliehen sie augenblicklich da- lneh- hin, weit von dir, deine sterbend^ Freuden. Täglich Hörest du, und siehst du die traurigen Beyspiele davon ; unver- mal muthete Todtenbeyspieke, die dir un- stän- abläßig den Schrecken ins Ohr rufen: >lche Heut trift es mich, morgen dich; ^ lst jenen schaudernden Schrecken, daß deiche- ne letzte Stunde sich nähere, wo du vom ^er Schmerzen des gegenwärtigen Tods tun- umzingelt» und von der Furcht deines her- zukünftigen Schicksales beängstiget , .6e- hilflos dahin liegen wirst, wo du dein "ck? zeitliches Glück sammt allem, was du lvre§ so sehnlich geliebet, dich auf einmal ""k verlassen, und wo jener Leib, den du b?" I jtzt zärtelst, gählings erblassen, star- "en ren, in stinkendes Eiter zerfließen, und chm nimmer ein Gegenstand des Reitzes, ^e- sondern ein häßlich faulendes Aas seyn -n; wjrd, welches allen, die es sehen, o- vel- riechen müssen, den tödtenden E- ruf- verursachen möchte. oh- An so gräuliche Dinge auch nur ein- >ge- mal Z6 mal gedenken, ist schreckbar, und so oft für manchen schier unerträglich. — A- der, wie wird dir dann seyn» du Zärtling ! wie wird dir wohl seyn, da du ein solches wirklich erfahren mußt? —- und wie muß dir schon jtzt seyn, weil du dieß traurige Schicksal schon jtzt, und so, täglich, und stündlich zu befürchten hast? — Keinen Augenblick lang bist du sicher davon: wie kannst du in Freuden, wie kannst du glückselig seyn? — Gewiß eben so wenig, als es ein Uebelthäter ist, dem man heute vom Reichthume, vom Tanzen, vom Kleiderpracht, vom Schmausen, und von lustigen Tagen vieles daher sagen will, nachdem ihm erst eine Stunde zuvor das Leben ist abgesagt worden. Ist es mit euch nicht eben so, eben das nämliche, ihr zum Tode, ohne Ausnahme verurtherlten Sterbliche, die ihr euers Lebens niemals bis Morgens, auch sogar nicht bis heut Abends versichert seyd? — Donnernder Gedanke! wie muß er nicht ein sinnliches Herz aus dem tie- festen Sünden-Schlummer in Unruhe verj in d rige eine eiiiti noä nocl Me eine lier, tes glm Be bre ich U1 Ge M haj iß, So ser < ckes , Z7 r oft versetzen, vom Grunde erschüttern, und A- in dem schwarzen Gewölle seiner trauert- rigen Finsternisse allen irdischen Dunst , du einer anscheinenden Glückseligkeit auf — einmal verschwinden machen? — Den- weil noch, wer möchte es glauben? Den- jtzt, noch, kak der mit Eitelkeit eingeschläferte be- Mensch in ein schimmerndes Elend, in blick eine elende Schönheit so sehr sich vertrust lieren, daß er dabey auch seines Got- ckse- tes vergißt. Wer würde so etwas als glauben, wenn nicht GOtt selbst uns eute Bericht davon gäbe? — vom und Ich will meine Scheuern ab- »gen brechen, und größere bauen: und öu- jch will im Besitze meiner Ver- das Mügungen sprechet: : Meine luö- Seele! du hast viele Güter; einer: ihr großen Vorrath auf viele Jahre ns,. hast du. Genieß nun die Ruhe! ver- jß, und trink; und ergötze dich. * So getrost spricht der Glückselige dieser Erde von dem Ueberflusse seines Glü- l ch ckeö berauschet. Aber wie lange noch tie- y z8 so? — Du Thor, muß er hörenx ^ und der bebende Schauer durchwühlet schon alle seine Gebeine; du Thor, ^ heißt es; noch ehe der Morgen kömmt, wird eine ewige Nacht deine Augen dir schließen. Schon jtzt wirst du nimmer hj„ bey deinen Freuden, nimmer bey dei- M nen Gütern, und diese werden ewig jjg< nimmer bey dir seyn. Schon morgen seh, wirst du nimmer jener reiche Prasser, den nimmer der schristgelehrte Pharisäer, eini nimmer der ftaatskluge Achitophel, blei nimmer der Liebhaber deiner Gelüste ^ *ie, seyn» denn heute noch will ich dei- A ne Seele vom Leibe, dich von die- M ser Welt, und von allen deinen fr§ Gütern abfodern : * Undwas wirst wsi du von allem dem Deinigen in die E- zu wigkeit mitnehmen können? ^ Welch eine schnelle Veränderung! Gl >— Wo du es am wenigsten erwartest, ist, werden alle diese Wahrheiten wahr wer- der den. Alles, was du, wie durch den prc Schleyer nur im Dunkeln jtzt siehst, nis alles, was der untrügliche Glaube dir M _ vor- ' x * ir. 10. L-KL Z- ! vorhält, und was du noch gar so weit -,.,1 von dir entfernet zu seyn glaubest, dieß, " und die ganze Ewigkeit wird auf ein- mal sichtbar vor deinen Augen sich dar- E' stellen, weil alles dieses dir allezeit ge- ' otr genwärtig, und gleichsam nur so, wie E hjnter dem Vorhänge, gestanden hat; und so auf einmal wird dein gegenwärtig tiges Glück, dein Glanz, und dein An- ^gen ^hen, deine Freuden, und Freunde, wd, dein ganzes Vermögen, alles wird auf rcr, einmal verschwunden seyn : wie das )el, blendende Irrlicht bey Ankunft der Son- Me' ne, und wie das schmeichelhafte Schattet- tenbild, das dich im Traume getäu- schet, so wird alles verschwunden seyn, ^ und du wirst mit den thörichten Iung- "b" stauen, vieleicht heute schon in der E- oirst wigkeit aufwachen, um dich betrogen ' E- zu sehen. -- . Wohl eine elende, eine minutenlange >ng' Glückseligkeit, die durchaus nicht besser kest, ist, als das lächerlich-pralende Glück wer- desjenigen, der heut am Theater einen den prächtigen König, einen stolzen Mi- hst. - nister, oder einen großen Philosophen ! dir gemacht. Die Lomödre ist aus: Und " m.s. Geschäft. K was 4 ° was wird es morgen ihm nützen, daß er drey Stunden lang auf der Schaubühne geglänzet? daß er Reichthümer, und Schütze gezählet? daß er Aemter, und Ehren ausgetheilet, daß er Lander und Leute, die ihm ein anbethmdes Knie gebeuget, beherrschet hat? — Es war nur eine Lomösie, nur eine gefabelte Vorstellung auf etwelche Stunden war es. Der heute so groß schien, der ist morgen so klein, als die Uebrigen: Er ist vieleicht schlechter, als ers gestern gewesen; denn er würde sich wünschen, niemals am Theater gestanden zu haben, wenn er etwa seine Person nicht gut gemachet, und von darum nur eine desto größere Schande zu gewarten hätte, je vorzüglicher seine Rolle geschienen. So, und nicht besser ist in seiner kurzen Dauer alles dieses Zeitliche, alle die zerschiedenen Stände der Welt, alle i die sich großdünkenden Geschäfte dieses irdischen Lebens. Nur eine Lomödre auf wenige Stunden ist alles dieses, was wir hier sehen, und haben. Und, wie elend werden die Glückseligen dieser Erde, de, klei Gr wio che Ge sor ßer W dar we! das we! rer kur sie sey! len her dig rer ihr Eli sol ren daj alli der 4r daß de, einer nach dem andern, von dem hau-- kleinen Theater dieser Welt auf ein iner, Größeres, auf jene Schaubühne der E- ter, wigkeit abtreten müssen, wo ihre adeliger che Geburt, ihre Wissenschaft, und ihr ides Geld, und aller Welt - Kostbarkeiten, "7 so wie eine falsche Münze gänzlich au- r el- ßw Cursstehen» lauter Waaren ohne 'lche Werth, und durchaus nicht besser, als ;wß das Koth auf der Gasse, geachtet sind? die welch eine kränkende Armuth werden sie als daselbst in ihrem Reichtume finden ? ^sich welch ein quälendes Unvermögen in ih- jran- rer Macht! welch eine Peine in ihrem Per- kurzdauernden Wohlleben! — Was dm sie jtzt sind, das werden sie nimmer 'e.zu seyn. Nur desto tiefer werden sie fal- sems ien, je höher sie gestiegen, und ihr da- hereilendes Ende muß ihnen nothwen- dig desto peinlicher schmerzen, je meh- kur- rer sie itzt in ihrem irdischen Glücke alle jh^r Sinnlichkeit schmeicheln. — Die alle i Elenden, unmöglich können sie einem eses solchen Gedanke den Eingang versper- g-e ren ; und eben so unmöglich ist es, was daß nicht ein solcher einziger Gedanke wie alle die Stunden ihres freudigen Le- Er-! bens verbittern muß, auch nur darum, r, 'Cs wen 42 ' . weil alles, was sie haben, von gar kei- ! des ner Dauer ist, und weil bey allen ih- Ar ren Vergnügungen ihnen nicht ein ein- nic ziger Tag, ja nichts, als nur ein uns sch erwartet - schleuniges Ende versichert wi steht. Das Ende ist nahe, * * wi und zwar in eben der Stunde ist euer Ende schon da, wo ihr es am we- ^ nigsten meynet , ^ * ihr glückseligen ^ Tropfen ! so redet euch die unfehlbare „ Wahrheit. — Wie ? könnet ihr mit so beängstigtem Herzen auch noch glück selig heißen? — Doch, lasset uns gegen diese hungrü gen Glückseligen recht freygebig seyn! I, lasset uns setzen, daß der Schöpfer, des sen sie immer vergessen, ihnen auch Zeit, (s und Jahre dazu schenkte, und daß die- ^ se Gottesvergeßnen allen den Gedanken d§ der Zukunft ganz aus ihrem Herzen ver, H bannen, nur damit sie nicht etwa darm> de ber seufzen müssen. — Elender Trost ! so elend, als es bey Demjenigen ist, _der ^ UNiIstc. huiz propc ck clics vnmim: czurü vsüiras s Oornino vcnitk iz 6. * * tzur kora non pukscir, Ljiur ii0Mini5 vc- ' nicr. L«c. ir. 40. L-KL 43 kei- ^ der auf der Richtstadt sich selbsten die ih-! Augen verbindet, damit er den Henker ein- nicht sehe, von dem ihm der Kopf itzt um schon soll abgeschlagen werden. Doch, hert wir wollen setzen, daß sie diese frey- , * willig - verblendeten von keiner Furcht wer des Zukünftigen nimmer erschrecken; baß sie sich ganz in das Gegenwärtige versenken, und ungescheuet mit jenen sgen Gottlosen sprechen: * " Weil wir um „ ser Zeitliches nicht allezeit haben, so „ wollen wirs doch genießen so lange, „ und so viel, als wir können: „ Itzt wohl»itzt mögen sie ihre Glück- Ml- seligkeit mit vollem Munde verschlingen, vn. Itzt können sie uns am beßten, und am bet- sichersten hersagen, was, und wie gut zeit, xs ihnen ist; denn wer die Sache selbst bw- wirklich erfährt, der kann davon renken dm. — Nun ja, wir wollen hören — ver- Aber sie schweigen. Wie so ? ist dann arw ^ der geldgierige Wucherer, ist der Ruhm- sichtige, ist der wohllüstige Mensch im tstl Cz Schoo- er -- * LxiZuum ck rcwpus vir« - , vcni'rc er»o. fru.,rn»r bonii, öc ursmur creztura - - cc». >z vc- ' roncmuL nor rolir, »»lequzm msrccscskil, Hi«. 5-». L. - . 44 Schooße des Glückes, auch itzt noch nicht glückselig? Wir haben ihm doch alles, was er sechsten gewunschen, alles haben wir ihm zugestanden. — Ach! eben darum, und eben itzt fühlet er sein Unglück. Selbst seine Wünsche geben ihm seinen Wunsch nicht. Er ist noch immer, und vieleicht am meisten eben itzt ist er unzufrieden. Was er so sehnlich verlanget, eben dieses, olsbald ers genossen, schon wirklich wird es ihm unschmackhaft. Sein Herz ist davon gar nicht beruhiget, sondern nur geschwächt, und beschweret; nicht anders , als wie es mit dem hungrigen Vielfraß geschieht. Kaum hat dieser sich unmäßig geschoppet, so werden ihm seine Leckerbischen zum Eckel, zur Last, rrnd zur Peine. Und so geht es dem unvorsichtigen Fische; so der unachtsamen Lerche am Vogelheerde. Jener schlücket das reitzende Keder, und fühlet den stechenden Angel nicht, bis er ihn tödtet. Dieser singt, hüpfet, und frißt sich satt: dann will er freudig davon ; und itzt merkt er erst» daß er betrogen, daß er gefangen ist. — Ist euch wohl anders, ihr Unsterblichen, die di. w< un sch au rir I< Kie au ne ve hk w L E W re M wi A U ltz de C di roch >och al- 45 die ihr anders, als mit GOtt, mit etwas Zugänglichem, euch zu vergnügen, und zu sättigen suchet ? —- uh- Wer war jemals auf die Oberherr- !ünr schaft begieriger , als ird aus Eifersucht auch unmännliche Thrä- ist nen vergoß, und sich, und die Tugend nur vergaß, in dem er sagte: N?enn VOahr- an- heit, und Gerechtigkeit verletzt N werden sollen, so sey es, um die hn, Oberherrschaft zu erlangen. — E Es hat ihm gelungen. Er hat seine E Wünsche erreichet dieser große Erobe- sa- rer. Er sitzt wirklich am Throne, im E Mittelpunkte dessen, was er einzig gelb- wünschen» und unermüdet gesucht hat. ^ . Alles erschallt von seinem Lobe. —> nd Und ist das Alles ! ruft er schon sa- itzt, dieser Ehrgeitzige» aus Eckel auf be- dem Gipfel seiner Hohheiten aus. —- Zff So gering war für den Hochmüthigen n, dieß Alles, was ihm von ferne so über- C 4 groß 46 L-KL -roß geschienen; dergestalt gering, daß ^ „ ! er öffentlich darüber seufzte, und in sei- „ i nem größten Glücke sein Herz annoch, „ , auch mehr als zuvor, unzufrieden, und „ j misvergnügt fand. Wie könnte er glück- », > selig seyn?— nj Wir wollen hierüber auch ein Zeug- „ . niß unserer spätern Zeiten vernehmen, „ ! das Zeugniß der sehr klugen Frau von „ j Maintenon, die sich durch Tugend „ > und Verdienste bis zur höchsten Stufe „ l der Gunst Ludwigs des xn er- n > schwungen hat, und der Ehrgierige " ^ wird sehen, daß diese Dame bey al- " ler ihrer Größe überall ein großes " Nichts gefunden, indem sie auch da- " mals weder groß genug, noch glückse- ^ lig gewesen, da sie von Seiten der Eh- re nichts grösseres, und wie es schien, nichts weiter zu wünschen hatte. ^ ,, Warum kann ich ihnen nicht mel- A » ne Erfahrung mittheilen , schrieb „ Mamtenon an die Frau de la hj, „ Maisenfort ; warum kann ich ihnen S „ nicht die Langweile beschreiben, welche ^ „ die L-KS 47 „ die Großen verfolget, und die Mühe, „ die diese anwenden, ihrer Zeit los zu „ werden! — Sehen sie nicht, daß „ ich fast für Traurigkeit sterbe, in ei- », nem Glücke, das man sich kaum so „ groß vorstellen kann. Ich bin jung „ und artig gewesen; ich habeVergnü- „ gen gehabt; ich bin allerorten beliebt „ gewesen. Bey zunehmenden Jah- „ ren habe ich meine Zeit im Umgänge „ mit klugen Leuten zugebracht. Ich „ habe die Gunst unsers großen Mo- „ narchen erhalten, die ich annoch ge- „ nieße, und ich gebe ihnen, meine lie- „ be Tochter, die Versicherung, daß „ bey allen diesen glänzenden Umstän- „ den ein schreckliches Leere zu finden ,» sey. " — Ein andersmal erklärte sie sich dießfalls noch näher» indem sie aufrichtig gestand, daß die Begierde sich einen Namen m machen ihre herrschende Leidenschaft gewesen; daß sie, um geachtet zu seyn, vieles gethan »und vieleicht niemand andrer die Sache so weit getrieben habe. Aber» setzte sie hinzu» vieleicht hat auch GOtt mich zur Strafe so hoch erhoben, und im Zorne zu mir gesprochen: Du willst Rührn C. 5 und 48 und Ehre haben; wohlan! du sollst sie haben, bis sie dich Müde macht, und zu Boden drückt. Fürwahr! welch eine Glückseligkeit! ein Mensch von allen Seiten mit schmeichelhaften Lobsprüchen beschrieen, die alle sogleich im Luft wieder ersticken! — Ein Mensch in Mitte seines Gelds, welches er doch, wie ein kangeohreter Midas, weder essen, noch trinken kann! — Ein Mensch in feiner zur Schaue aufgestellten Pracht mit Silber und Goldborden, wie ein Fast mit eisernen Reffen beschlagen! — Einereitzende Gestalt, die» wie ein prächtiger Todtensarg von außen mit artigen Farben geschminkt, und mit hundert Kostbarkeiten umhängt ist, aber von innen ganz mit modernden Beinern, und mit faulenden Häßlichkeiten strotzet! Eine unsterbliche Seele im stinkenden Fleische, und Gelüsten, und in dem ganzen Wüste von Leckerbissen eines Viehes versunken ! pfuy! welch eine Glückseligkeit5 ihr weichlichen Söhne der Wohllust, ihr der Sinnlichkeit verkauften Knechte! du übe t. keit! mei- die 'en! lds, eter iken zur kbee ; ei- reicher Zar- ?ost- inen mit Hne iche, uste sun- eit» ihr >te! s 4K fo eine Glückseligkeit ist diese Eitrige, an welcher jedes Thier, das die Wild- niß durchspürt, vieleicht jeder Wurm euch mit Rechte den Rang streitig kann machen. Eine Glückseligkeit, an welcher euer Herz sich augenblicklich matt seufzet, und schmachtet , und eben da, wo es glückselig zu seyn glaubet, Eckel, Verdruß, und Bitterkeit fühlet. Ihr Elendglückseligen, ist es nicht so? — antwortet endlich! Ich weis es, nicht allezeit redet ihr gerne; weil ihr auch damals, wo ihr wirklich euch schämet, euern schändlichen Fehler nicht so gerne bekennet. A- ber statt Eurer redet derjenige» der jedes Schicksal irdischer Glückseligkeit in voller Maaße gekostet, und jedes eben so sehr bereuet hat. Ich, saget Salomon ; * ich war Lm Ueberfluße, und mehr dann alle Rönige, die es vor mir in Ierusälem gewesen; und ich habe in meinem Herzen gespro- , S 6 chen: / ;v chen: Ich will hingehen, und der Wohllüsten pflegen, und alles/ was nur beliebet, das will ich genießen. — Ich habe mir herrliche Häuser gebanet, Lustgarten § gepflanzet, und angenehme was- strteuche gemacht. — Ich hatte Rnechte, und Mägde, den Reichthum der Röntge, und der > Länder. — Ich habe mir Gänger, und Gängerinnen, und alles was die Menschenkinder ergötzen mag, verschaffet; und meinen Augen habe ich alles, was sie immer begehrten, gegön- uet, und meinem Herzen alle Ersetzung, und Erlustigung zugelassen. - Go habe ich die^Früch- te meiner Geschäfte, und meiner Bemühungen nach Wunsch und nach Belieben genossen; und nachdem ich alles dieses gethan habe, da habe ich erkannt, daß in allem diesem keine Glückseligkeit, > son- sor die all der vo bei de tig rve> als die Gl tigl au< hei hü, hie rui feri - gei da, lnd es> ich :rr-. tm j 'äst at- >en >er rn- al- 5r sondern lauter Eitelkeit, und nur die Plage des Geistes gewesen. —* Eitelkeit über Eitelkeit, und alles ist Eitelkeit! und was anders gewinnt wohl der Mensch von aller seiner Mühe und Arbeit, mit welcher er auf dieser Erde sein Glück zu machen beschäftiget ist ? * — So redet der jenige§ welcher alles dieses sechsten, und beste» als jemals einer erfahren hat. ^ Wohlan, die Zeugen sind gehört, no die Sache ist abgethan: Das größte S , Glück dieser Welt ist für den vernünst m- tigen Menschen keine Glückseligkeit, r«, auch nicht einmal eine wahre Zufrieden- " ^ heit. — Der Einwohner der Stroh- ^ Hütte, und der König, beyde seufzen ^ hierüber; beyde sind hierüber gleich unter ruhig, im Schicksale von einander so nd ferne, im Klagen einander so nahe. ^ Warum aber sind diese zeitlichen Din- ^ ge, wenn sie auch schon immer so fort- Ln dauern sollten, dennoch warum sind sie it, > _ C? für * Lcc/,. 1. I. 1 » für uns itner so »»schmackhaft, alsbalh wir solche besitzen? und warum sind sie in ihrem innern Wesen allezeit nur gar > zu unkräftig, als daß sie des Mensche« Herz befriedigen könnten? — Rührt es nicht daher, weil der Mensch nur für GVtt, nur für den Himmel geschaffen ist ? — gewiß, ja! — Oder, fraget Ioung in seinen philosophischen Schriften, werden deine Heerden wohl klagen, die tief in rechter Weyde he- rumwaden, und ein höheres Vergnügen zu erkennen, und zu wünschen nicht fähig sind ? — Nein: aber ihrem Herrn, nur dir wird diese irdische Zufriedenheit versaget» so, daß du rm Ueber- fuße arm, und bey dem niedlichsten Gastmahle hungrig, nach etwas mehreres zu seufzen nicht aufhörest, obschon dir das Meiste und Beste davon genießest, Nur dir wird sü eine thierische Zufriedenheit versaget ; nicht, weil der Himel gütiger gegen deine Heerde, als gegen dich ist»sondern, weil du zu etwas bessern als deine Heerde, zu hohem, als nur zu zeitlichen Dingen geschaffen W, ganz unwürdig der HErr deine? Heer- He« den den ruf l die Ge Um Ne zeit chei grü den Hi> end zu< auj fch« obs ber sch> geh 4 mlh ) sie gar Hen rhrt nur ge- >er, Hen »ohk Henry )en- ber- äst- res dtt iest. Zuber als -as rn, fen ner 5S Heerdezu seyn wen du mit der kriechenden Glückseligkeit deiner Thiere zufrieden, über diese, gemäß deines hohen Berufes, nicht selbst dich erhöhe» willst. Umsonst also, und vergebens suchet die Sinnlichkeit, die Hoffart, und der Geitz mit dem keeren dieser Erde den Ungestüm ihrer Begierden zu ersättigen. Nein! denn unsere Wünsche gehen allezeit weiter; nichts Erschaffenes ist zureichend, um sie zu befriedigen. Unsere gränzenlose Begierden sind Engelbegierden ; sie sehnen sich nach etwas, daS höher ist, als alles Jenes, das erschaffen ist. Sie sind göttliche Fähigkeiten, die sich wie die Flügel des Adlers ger» Himel, und über diel Natur bis auf un- endliche Gegenstände erschwingen, bis zu GOtt, ihrem allein seligen Ursprünge, außer welchem das beängstigte Men- fchenherz, niemals eine Ruhe sindt» obschon vieleicht die von der Sinnlichkeit berauschte Vernunft eine Zeit lang noch schläft, und sich auch.nichts von dieser geheimen Ursache träumen läßt. — -Und wie sichtbar ist doch sogleich wieder 54 der diese Ursache, dieser geheime In-! ^ stinct, sobald die Vernunft wieder er-^ s. wacht ? — Der Gram des Menschen ist nicht, als seine verkleidete Hoheit, sein Misvergnügen über das Gegen- 6^ wärtige ist die Stimme seiner zukünfti- der gen Unsterblichkeit, und selbst seine Lei- MU denschaften reden alle diese Sprache, tet. und rufen ihn zum Himel. — So !en- «pjt ket der Allmächtige das Herz des Men- schen durch geheime, und unlaugbare " ^ Triebfedern dahin, auf GOtt nämlich, -- < wohin es einzig abzielen muß, wenn es „ < glückselig seyn will; wenn es nicht auch „ d bey den besten Vergnügungen immer „ t misvergnügt seyn solle. — „ „ l Wie dann! wird wohl das edle Men- Me schenherz mit irdischen Schlechtigkeiten Hj, sich noch länger betäuben? werden die ^ i sogenakten Glückseligen sich ohne GOtt vor annoch glückselig achten ? so wie die Ge dummen Mücken sich achten, die um Bil ein düsteres Nachtlicht, das sie für ei- sin ne Sonne ansehen, immer freudig, und H« so lange herumflattern, bis sie eben da ^ ihre Flügelchen verbrennen, wo sie am » nächsten dabey wirckttch im vollen Glücke 55 1 cke zu seyn glauben. Sie fallen halb ^ ! todte dahin, und schmachten, und mit ^ spater Reue müssen sie ihre Thorheit ei/ bekennen: Äch! so sind wir betrogen- gen ! nicht die wahre Sone, son- sski, dern nur ein blendender Schein , Lei- nur ein Irrlicht hat uns geleuch- He, tet. wir sind der Sünde und der ?em Eitelkeit müde , * " weil unser Herz mre " ohne wahre Zufriedenheit ist, ich, „ als oft, und als lange es ohne i es „ GDtt ist, so wie die Unruhe an luch „ der Uhr, der Stein außer seinem Mittlrer „ telpunkte, und die Magnetnadel, als „ lange sie außer ihrem Zwecke steht, ab , », lezeit unruhig ist. „ — Nämlich, der kern Mensch ist einzig für GOtt , und für den >ten Himmel erschaffen; und durch dieses ist dre ex vom Viehe, wie in seiner Gestalt, oft vorzüglich unterschieden. Wofern der die Geist zur Erde sich neiget, so ist unsre um Bildung unser Schimpf, und wir müs- eu sm errothen, daß unsre Stirne gen ind Himmel gerichtet steht. - da _ H-'V» aM » Lr^c, crrsvimuz >- - - juKiti» lumeri no» II». >lÜ- xit nobis - - lumu; in vis »srir, öc xeräiu'oair. H«/. tz. Z6 > babe . die ^ §- IV- Mer GOtt dienen ist das einzige Ge-- schaft des Menschen, weil GOtt denn und der Welt zugleich dienen- ohm keine Möglichkeit ist. ftr 2 eben Äie 2lrche GOttes, und Da- gon, GOtt, und ein Götz, Lhri- ßx„ stus, und Belial, das Licht und 'fahr die Finsterniß, wie stehen diese bey, lasse sammen? wie reimet sich das? — nicht daß besser, als jenes, wenn man GOTT und der Welt zugleich dienen» das ist: A beyden zugleich genug thun will, wel, wen ches geradehin unmöglich ist. Finj . . luge Dennoch, ist nicht eben dieses schrek gew die allgemeine Verfassung der Leute, wer die zwischen GOtt, und der Welt im- fanc merdar wechseln, weil sie im Dienste ge, be : gen GOtt immerdar unschlüßig, oder rrje unbeständig sind? Sie wollen GOtt der dienen, aber so, daß ihrer Sinnlich, reich keit, der sie nachhängen, nicht wehe daß 57 Ve, Ott n> -ri-- md bey, licht dabey geschehe. Sie wollen Eiferer für die Gerechtigkeit, und Beförderer der Menschenliebe seyn; aber nur so lange, als ihr Eigenutz, und ihre Eigenliebe den erwünschten Antheil dabey finden; denn weil sie gar wohl erkennen, daß, ohne GOkt zu dienen, alles Glück bin ser Welt unrraftig, ohne Dauer, und eben darum keine Glückseligkeit ist, so bemühen sie sich beydes zusamen zu reimen, nämlich, ihrer Gelüste zu genieren , und ihren Leidenschaften zu will, ahren, ohne deshalbeu GOtt zu ver, äffen; das ist, GOtt also zu dienen, daß sie den Teufel nicht beleidigen. TL ist: Wie fein läßt nicht dieß Kunstgriff, vel, chen! und wie witzig ist der Vater der Finsternisse, der feinen Kindern so lästige Streiche zulischpelt, welcher, so mer gewiß er es vorweis, daß er gar oft rte, feer abziehen müßte, wenn er gleich An, inu farrgs vieles, oder alles begehren würge, de: so sicher ist ihm auch dieses, daß »der rr jene« beym Kopfe bald haben werde, Ott der ihm die Hand auch nur einma l ge, llch, reichet. Er ist es gar nicht entgegen» 'ehe daß man GOtt diene: aber, einzig mit u GOtt 58 L-KL GOtt dienen» und dieses zu seinem eim i He zigen Geschäfte machen, dieß ist ihm zu er i viel, dem Stolzen, der immer dem Als sich lerhöchsten will gleich seyn. Einen Ver- ein gleich will er haben. GOtt solle die D Oberherrschaft mit ihm, und der Mensch ^ da, sein Herz zwischen ihm, und zwischen sey dem Schöpfer theilen; dieß ist die Ab- da ficht der alten Schlange, und der schwär- faj ze Vorschlag aus der Hölle. wi ba Doch nein! GOtt leidt keine Thest au lung. Er, der den ganzen Menschen, A und zwar nur für sich , nur zu seinem he Dienste geschaffen hat, der will ihn auch hö ganz, und zu jederzeit, nur für sich will eti er ihn haben.— Begehret er etwa zu F, viel» der Erschaffet, indem er sein Ei- so genthum fodert, und keine Theilung wi gestattet, die er ohne Verletzung seiner nj Ehre niemals zugeben könnte? gewiß nicht! — oder wer aus euch würde es gleichgiltig ansehen, wenn ein Frem- ^ der in euerm Hause den Herrn machen, ^ und die Frau zween Herren bedienen wollte ? — und welche Frau würde es " leiden, wenn die Magd auf beyden Achseln bald diesem, bald jenem aus dem ! ^ Hau- 59 ein? > Hause zutragen sollte ? sogar jeder Bau- U M ^ er würde zörnen, wenn sein Knecht täg- Al- lich, auch nur eine Stunde lang, füv 6er- einen andern, als von dem er das Brod bu ißt, arbeiten wollte- — Wie könnte usw, dann mit uns der Schöpfer zufrieden cheu seyn, wenn er sieht, dieser Allwissende, Ab- daß wir wöchentlich, und täglich immer var- fast wechseln, bald seinem Gesetze, bald wider unsrer sündhaften Begierlichkeit, bald GOtt, bald dem Teufel, oder 'hei- auch beyden zugleich dienen wollen? — ien, Wie ? kann er uns was solches hinge- nem hen lassen? uns, die wir doch selbst mch höchst empfindlich es aufnehmen, wenn will etwa ein Vertrauter mit einem unsrer a zu Feinde Gemeinschaft will pflegen? oder Ei- sollte dann GOtt von uns dulden, was ung wir doch selbst von unsern Knechten mer mcht leiden? — wiß wde Nein! dieß kann er nicht zugeben der em- HErr. Du sollst * den HErrn dei- !«en "e" GOtt anbechen, und nur e es ihm allein dienen ; aus ganzen; Ach- _ der- dem H Oominum vcurn luum räorilbir,! öi Nil lo- a- U servias. r. 6c> deinem Herzen, aus ganzem Gemüthe, und aus allen deinen Rraften * * sollest du ihn lieben ; ohne Vorbehalt, ohne Ausnahme, ohne geringste Theilung sollst du ihm dienen. — Dieß ist sein Befehl, nichts laßt sich dawider einwenden. Er erkläret sich hierüber abermal mit ausdrücklichen Worten, indem er saget: Niemand kann zweenen Herren dienen. ** GOtt euerm Schöpfer, und dem Gelde» diesem Werkzeuge der Eitelkeit, und der Wohllust, GOtt, und dem Gelde zugleich könnt ihr nicht dienen. — Und was folgert er, der göttliche Lehrmeister ? dieses : * *' „ Darum sage ich euch, sind sei- „ ne Worte, sorget nicht für eu- „ er Leben: säget nicht, was „ werden wir essen ? oder was werden wir trinken? oder womit werden wir uns kleiden ? sondern suchet in allem, und vor ma all« Hc rigl ma für da» häi der um ger wi! nie q- * r4> * * * 6. rs. 6r j „ V0k allem, allezeit einzig das im „ Reich Gottes, und seine Gell ; „ rechtigkeit. " * Welches eben so hne viel heißt, als hatte der Erlöser gesagt; ;Le- gleichwie man zweenen Herren nicht die- nen kann, eben so unmöglich ist es, daß ^ man GOtk diene, wenn man nicht m allen Geschäften allezeit nur dieses zur ^ . Hauptabsicht hat, und auf dieses ein- " ' jige alle Sorge also verwendet, als wen man nichs anders, auch nicht einmal er, für das Leben, gar nichts, als nur, der damit man GOtt dienen, zu sorgen 'tt, hätte. Wer anders zu Werke geht, rcht der theilet sein Herz, er will GOtt, der und zugleich seine Leidenschaft befriedi, gen, das ist, zweenen Herren zugleich sm will er dienen, welches doch durchaus m- nicht möglich ist. Nun, was werden diejenigen dazu sagen, denen eine einzige gute Mey- ^ nung» womit sie den Tag und ihr Herz st f zum Dienste GOttes einweihen sollen, nd schon zu viel, zu weitschichtig, und zu >r beschwerlich zu seyn dünkt ? Leute, die - sich 6. zr. 62 2^2 "sich schmeicheln, daß sie GOtt dienen, obschon sie des Tages kaum einmal mit wahrem Eifer ihres GOtteö sich erinnern ? — Leute, die ihren täglichen Verrichtungen, und Geschäften auf alle » auch auf schlechteste Dinge leichter» und eher gedenken, als auf jenes, daß sie, nur GOtt zu dienen, erschaffen sind, und daß sie eben darum vor allem, und allezeit nur für dieses beschäftiget seyn sollen? — Wie? ist es nicht etwa zu wenig gesagt, wenn man behauptet, daß durch so eine GOtt - vergessene, Ch Hmläßigkeit das Herz zwischen dem ebx, Schöpfer, und dem Geschöpfe gethei- jem keiä dies nen Äal Die Zeil gen aus daä und All! tes< let werde? GL Und was können wohl jene hierauf antworten, welche ganze Wochen, und § Monathe lang, und noch länger immer lustige Tage fortleben, ohne es nur ein- ^ mal zu erwegen, warum sie leben ? die sich immer nur mit diesem beschäftigen,! ^ wie sie Geld, und ihr Glück machen; ^ wie sie der Eitelkeit, und der Ergötzun- ^ gen pflegen; wie sie ihre Sinnlichkeiten ^ befriedigen, oder ihre sündhaftesten Ab- ^ sichten, auf was immer eine Weise er- ^ ^ 6z tttt , ! reichen mögen ? — Wollen etwa auch mits diese es vorgeben, daß sie GOtt die- mnr nen, vieleicht nur darum, weil sie des chen Jahrs etwelchemal sich äußerlich für faß Diener Gottes erklären? Alle übrige )ter» Zeit aber ganz nur auf die Welt, auf Ei-- daß gennutz» und Eigenliebe, und wohl gar gnd, auch auf die boshaftesten Anschläge be« und dacht sind? — Heißt nicht dieses GOtt, seyn und dem Teufel zugleich dienen? Dem a zu Allmächtigen einen Abgott an die Seir tet, te setzen? Die Arch und den Dagou, ssene, Christus, und Bella! aufeinen, und dem jenen Altar wollen Aufstellen, auf Heu jenes Herz nämlich, welches doch von GOtt, nur für GOtt bestimmet, und rauf ^Mweiht worden ist? und So eine Mishandlung hat einst der Ewige an den Philistäern mit schwer die "r Hand gezüchtiget, * obschon sie als s Hkyden, diesen ihren Fehler kaum, oder ^ gar nicht erkannten, und der Bundsr ' lade Israels mit aller Hochachtung ber ^i?en segnet hatten. Um wie viel mehr wird der Zorn des Höchsten auf jene dar . M. S. Geschäft. D rein- 64 reinschkagen, bey denen ein Gleiches nicht geringer, als Frevel, und Gottlosigkeit seyn kann? — kauj zwei vegi lend Nein, der Schöpfer kann die gött- sehe lichen Vorrechte seiner unumschränkten chet Oberherrschaft mit keinem andern ge-! gen mein haben ; und eben so unmöglich ist dien es, daß der Mensch zwischen GOtt, der und einem Geschöpfe sein Herz theile, dem und dergestalt nebst GOtt noch einem ^ Mu andern Herrn zugleich diene. — Oder, big was würde endlich dieser treulose Ar- Lob glist des Sünders gewinnen, als nur,' ster wie es Christus uns vorgesaget, daß ist r man beydes zugleich, nämlich das Ewi- mo ge sammt dem Zeitlichen verliere? M Der stolze phansaer wie eifert er ^ Doch für den Tempel, und für das Ge- setz, wie mitleidig freygebig zeiget er oai sich gegen die Armen, die er durch den pri Posaunenschal! auf der Gasse versamelt, um an sie sein reichliches Almosen aus- spenden zu können? * — Wer sollte M nicht glauben» daß so ein gutthatiger Mann sich hundertmal den Himmel erkauft i — * ^ 6. L. 65 hes I kauft hätte ? Und wer kann es wohl ott- zweifeln, daß er auch auf dieses eben s» begierig gewesen» als sehr er seine pra« E lende Ehre, und sein hochtragendes An- ött- ^ sehen bey der Welt zu vergrößern gefugten chet hat? —Aber, er hat sich betröge- ! gen der Ruhmsüchtige. Weder das Ver- > ist dienst bey GOtt, noch die Lobsprüche >tt, der Welt, keines hat er erhalten, in- le, dem er öffentlich, und selbst durch den iem ^ Mund GOttes, des Himmels unwür- )cr, big erkläret, und dem Pöbel, dessen Ar- Lob er zu haschen gehoffet, als ein Mu, ur,' ster des Scheinheiligen zur Verachtung daß ist vorgestellt worden. Menü du Al- wi- mosen giebst, so sollst du nicht "" mit der Posaune voraus blasen, t ^ wie es die Heuchler in den Gyna- Ne- Logen, * und auf der Gasse thun, - er damit sie von den Menschen geben priesen werden: — wahrlich ich elt, sage euch, diese, und alle ihres Gleist Heu, die mit solcher Gattung guter ^ Werke GOtt und der Welt zugleich dienen wollen, diese haben kernen An- DL theil * 6 . », 66 K theil mit GOTT, sie haben ihren Lohn schon empfangen: * diesen nämlich, daß ihre Scheinkugend, worauf sie so vieles sich wissen, und womit sie die Welt eine Zeit lang geäffet, endlich auch selbst vor der Welt, wie jene des Pharisäers, zu Schanden muß werden. Wer wird nicht die gottesmörderische Zaghaftigkeit des pilatus verdammen? Er bekennet zwar vor dem versammelten Volke, daß IEsUS unsträflich sey. Er betheuert, daß er am Tode dieses Gerechten keinen Antheil habe; daß er an allem , was dagegen geschehen würde, unschuldig seyn wolle. ** pilams versuchte alle Wege, JEsuM zu befreyen ; er thut alles, als nur jenes nicht, was er wohl wußte, daß in solchen Umständen nothwendig, und damals einzig erklecklich wäre, nämlich, wider die Verleumdung, und Ungerechtigkeit sich herzhaft erklären, und der Bos- Bo zem 3 Ziti Be! ster will sag doä will nich sein Po chel ruh se < dies der noä ct, > er I nac! * Hmcn cllco vobis, rcccpckunl mcrccöem tu- ^ 6, r> ^ 67 en ! Bosheit, gemäß seiner Pflicht, mit gan- en zem Ernste zu begegnen. — or- ' mt Dieß thut er nicht der eigennützige ,dr Zitterer, weil er dem Kläger, und dem >ne Beklagten, der Unschuld, und dem Las „a > ster, beyden zugleich dienen, beyden will recht thun. Nehmet ihn hin, sagt er, und kreuziget ihn; * che doch, auf eure Verantwortung: Ich m- will keine Schuld daran haben, ich will m- nichts davon wissen. — So wusch er ich seine Hände; und so suchte dieser feine >de Politicker beyden Partheyen zu schmeiße . cheln, und dabey sein Gewissen zu bebe- ruhigen, da ers doch eben auf diese Wei- ** se am meisten beschwerte; denn durch diesen arglistigen Ausspruch hat er we- der die blutgierigen Juden befriediget, ^ noch den unschuldigen Heiland befrey- .et, und nur sein eignes Verderben hak ch ^ er beschleuniget. — A Aber der mächtige Antiochus, " nachdem er das Volk GOtteö unter- — Dz drü- su- ------— ^cciplte eum vor, §c crucikZire , CAO enini non invcnio in eo csuiam. i-. S. «8 L-KB drücket, nachdem er die Städte geplündert » den Tempel ausgeraubet» und sich gleichsam zum Abgotte dieser Erde gemacher» sehet» wie thut er auf einmal nicht Büß ! — C)ja, es ist allerdings billig, daß der Mensch <6Ott unterworfen sey, und daß Her Sterbliche dem Ewigen sich nicht gleich achte. * So bekennet ers öffentlich. -— Wie schön! —- Nicht geringer waren seine heiligen Vorsätze. Jene Stadt, die ich zu schleifen dahergeeilet, eben diese, saget er, will ich zum allgemeinen Befreyungsort machen; und alle die Juden, die ich mit Weib, und mit Rindern den Thieren zu zerreißen habe vorwerfen wollen, diesen will ich Ehre anthun, und ihnen, wie den Athmiensern, vor allem Volke den Vorzug einräumen. — Sogar Gelübde machet itzt der zuvor so dreiste Antiochus. Er betheuert, jenen Tempel, den er aus- ge- ge, die sch zu all. fer ver de> w ru M mi es au S de hc ge de m. 6A Zeraubet, mit Kostbarkeiten zu zieren; die heiligen Geschirre, die er fortgeschleppt, in großer Anzahl dahin wieder zu schaffen, und auf seine eigne Küsten alles zu geben, was immer zu den Opfern gehörig seyn würde. Ueber das verspricht er, sechsten ein Iud zu werden , und durch alle Länder zu reifen, um überall die Macht des Allmächtigen zu verkündigen. Welch eine ansehnliche Bekehrung! — war sie aber auch eben so redlich? war dieß alles mit ganzem, oder nur mit halbem Herzen vermeynet? War es ohne Vorbehalt, ohne Ausnahme aufrichtig geredet? — Keinesweges: Denn, saget die Schrift: Dieser Schalk bath zu dem HErrn, von dem er keine Gnade zu gewarten hatte; * Nicht, als wenn GOtt aufgehört hätte barmherzig zu seyn, sondern weil der Bittende, so schön er immer sich machte, bey allem seinem Bethen , und Versprechen noch allezeit fortfuhr in der Stille seines Herzens em ,_§5 4 gram * r, s. iz. 7 « grausamer, ein geld-und ehrgierkger Bösewicht zu seyn. Den Allmächtigen, bey dem er um Hilfe bath, und seine zügellosen Neigungen, zu denen er früher , oder später wieder zurückzukehren hoste, beyde zugleich wollte dieserSchalk- hafte befriedigen, das ist: GOtt, und dem Teufel zugleich wollte er dienen; und so starb er eines jämmerlichen Todes, dieser eingebildete Büßer, betrogen vom Teufel, der ihm zu helfen nichts vermochte, und verlassen von GOtt, von dem er weder Gnade, noch eine Hilfe verdient hatte. — Sind vieleicht die itzt ungezognen Beyspiele zu selten, oder zu ferne von unsern heutigen Zeiten ? — Ey so lasset uns diese Vorbeygehen, um jene einzusehen, die uns näher betreffen möchten. Was ist bey der frechen Jugend gewöhnlicher , als jenes Bekannte:" Nun „ sind die Tage der Frölichkeit. — „ Es ist Fastnacht; — das Alter, „ Die Fasten, werden kommen, dann „ können wir Buße thun. — Andere „ machen es auch so. — Warum soll- „ te seö an! W ltch ner zu imi W so!, S< we vie gef ger. am ma ter wi rkger „ te ich allein heilig seyn ? was würde !gen, „ die Welt, was würden die Leute e zm „ dazu sagen ? " — Ist es nicht diesem fts, was man täglich noch hören kann ? hren — Und was will diese Sprache wohl lalk- anders, als, daß man GOtt, und der und Welt, dieser zu erst, und jenem end- wn; lich zu letzt, oder beyden Zugleich die- To- nen wolle? helfen Selbst unter denen, die sich fromm von Zu seyn achten, warum giebt es doch noch immer so viele Büßer, und nur gar so Wenige, welche standhaft sich bessern? — Ich rede nicht allein blos von den >nen Fehlern der Schwachheit, sondern von von solchen, die allezeit auch unsre eigne rsset Schuld zum Grunde haben, als ohne use- welche wir selbe zu beweinen nicht so m. viele Ursache hätten : und derley Vergebungen sind sie nicht eben sehr viele? ge- gemeiniglich fast immer die Vorigen?—- ?un —- Wenn wir in zeitlichen Geschäften er, aus eignem Verschulden auch nur ein- ann mal einen beträglichen Schaden erlitr )ere ten haben» so werden wir witzig, und soll- wir begehen das Nämliche so leicht mm- e D 5 mer 7L L-KU wer mehr. Nur in dem Betragen ge- gen GOtL verhalt es sich anders. Wir bereuen das Begangene» und wir begehen oft schon morgen wieder, was wir heute bereuet haben. — Warum Doch sind wir im Dienste Gottes so unbeständig , wenn wir einzig nur GOtL suchen? — Wenn wir aber auf was immer eine Weife nebst GOtL zugleich unsern Leidenschaften nachhangen, solche befriedigen, und dergestalt zweenen HErren zugleich dienen wollten: Wie? ist nicht eben dieses der drohende Verboth , und auch oft schon die wirkliche Folge jenes fürchterlichen Standes der Lamgkeit, von welchem Christus in der geheimen Offenbarung saget: * Ich weis deine Werke; denn du bist weder Aalt, noch warm: wollte GVtt! daß du das ent-- wedere wärest! — Nun aber wer! du weder Aalt noch warm bist, so will ich anfangen dich auszujpeyen. Schreck- tzm'a tcpi !ß ^ « L-KL 75 man bey so einer Verfassung zwischen GOtt und der Sünde immer sich theilet, und fast immerfort wechselt? — was Wunder, wenn so eine Gattung der Leute zuweil bey der süßesten Andacht in Zähren zerfließen, und eine Stunde darnach sogleich wieder, wie eine rasende Furie, im Hause herum- donnern können? wenn sie ihrem Nächsten ohne vieles Bedenken den bittersten Torto thun, eben zur Zeit, wo sie voll Menschenliebe zu seyn sich geschmeichelt haben ? und wenn sie endlich die schönsten Lehren in die Welt Hinausschreiben, immer gute Dinge lesen, und reden, aber sechsten nicht thun, was sie Gutes den Untergebenen vorsagen, oder ihren Kindern vor- predjgen, und also den scheinheiligen Wortdiener machen, * der mit Lefzen GOtt preist, da er den nämlichen zugleich in seinen Werken entehret ? -— Ja, was ist es Wunder ? daß ein __D?_ so H Oilexcrunt eum in ore luo , öc linzua tu» mennri lunt ei ; cor Lutcm curum nnn crak reÄum cum cn. 77. kopulus kic Iikiiz mc konor.it, cor LUtem es kmn ionse ck s mc. 8, 76 so rvankelnrüthiges Herz, welches bald GOtt, bald wieder der Welt , oder beyden zugleich dienet, in keinerley Anfechtung jemals Stand halt, * indem es auf den ersten Anfall eines wid- ^ ngm Schicksals sogleich zu verzagen beginnet, mit aller der vermeymlichen Tugend auch bis auf die verzweisiungs- vvl'sten Gedanken sich hingebracht findt, und über so eine Abänderung, die in ihrem Innern vorkömmt, oft sich sechsten bewundert? — Was ist es Wunder? l Nämlich, ihre Missethaten hatten schon vorhinein zwischen GOtt, und zwischen ihnen eine Scheidung gemacht. ** Das Herz solcher Leute war längst zuvor -wischen dem Schöpfer, und dem Geschöpfe, zwischenGOtt, und der Sünde getheilet, so vielmal war es gethei- i let, als viele Gegenstände waren, auf die sie von Zeit zu Zeit ihre Neigung? und * In rnileUis von lukNKcnt. r)A. » * Iniquirstcs veNr« äiviicrum iolcr st Vcitw vrürui». 4^ 5-, mü te, le S< Gl ger far he HE Lhi re- ur wi for L E, S sch sie at ge da M iald wer rley in- vid- > gm Hm >gs- wk, dre sich es at- )en erlas vor Ne- üw rrg? d >« Ä 77 und Liebe verwendet hatten : was kokte anders erfolgen, als daß sie im Falle eines treulosen Glückes von ihrer Scheintugend keine Stütze, und von GOtt, dem sie nur mit halbem Herzen gedienet, weder Hilfe, noch Trost fänden ? — Itzt werden sie zu Grunde gehen, spricht der Prophet, denn ihr Herz ist getheilt! * GOtt wird ihre Götzenbilder, die Götzen ihres Herzens wird er zerbrechen, und ihre Altäre verwüsten. So, wie sie im Dienste gegen GOtt immerfort laue sind, so sind sie ihm, dem Ewigen, endlich auch unerträglich. Er will sie, gleich einer übelriechenden Speise von sich werfen; auch da er sie schon im Munde hatte, will er annoch sie ausspeyen: Von NUN an Will ich anfangen dich auszuspeyen, saget der Nämliche, der gesagt hat, daß zweenen Herren zu dienen keine Möglichkeit ist. — _Wie ^ vivltun, clt, ror corul»» ttULc uireiwuur. 0/ ro. r. 78 Wie lange also ihr Menschenkinder! wie lauge noch wird euer Herz schwer seyn ? schwer, weil es ohne Geist, und ganz nur mit Erde erfüllet, zwischen GOtt, und der Welk, zwischen dem Zeitlichen, und dem Ewigen immer unschlüßig, und um euch glücklich zu machen, jmmer sowankelmüchigtst? — warum liebet ihr die Eitelkeit, und warum strebet ihr nach der Lüge ? * fragt der heilige Geist. Ihr liebet die Eitelkeit, da ihr euch allezeit lieber zum Bösen, und zur Sünde entschließet» und ihr suchet die Lüge, da ihr euch mit einer lügenhaften Glückseligkeit schmeichelt, indem ihr GOtt, und der Welt, euer Gewissen, und eure Begierlichkeit, beyde zugleich zu befriedigen hoffet. Nein, das Herz kann nicht leben, alsbald es getheilet wird, und du kanst GOtt nitrier gefallen, alsbald du nebst ihm zugleich auch einem andern dienen willst. * kilii kominum uz^uequc» Zravi coröe ? uc qui'ä vani'rstcm öc HU-ericis mel^ L - - - HÄ/. 4. r. Wil Hei HE dig GI, W. mer bey Zei die fen er bes niü de! bil stei soc fai es lor w< V no er! erz hne >tt, den im- -ich -st? tel- rch ist. als üm ' ?ü- len ihr en, ich n, . nst ! bst en 79 willst. Niemand kann zweenen Zerren dienen. Nur einer ist der HErr unser GOkt, dem wir dieß schuldig, und nur dieß ist die einzig-wahre Glückseligkeit, zu der wir besticket sind. Wer diese Einzige nicht hat, der ist immer armselig, und wer, um sein Glück zu machen, GOtt und der sündhaften Welt zugleich dienen will, der verliert beydes zugleich, das Ewige wegen des Zeitlichen, und dieses sammt jenem; die Erde, weil er für diese nicht erschaffen ist, und zugleich den Himmel, weil er für diesen weniger, als für die Erde besorget ist: Zweymal unglückselig, und nicht minder aberwitzig, als der Hund des Aesop, der nach dem Schattenbilde geschnappet, da er eben den besten Brocken im Maule trug: aber auch sogleich sah er sich betrogen; denn er fand jenes nicht was er gesuchet, weil es nur der Schatten war, und er verlor zugleich das, was er schon hatte, weil er ein dummer Hund war. -7- Wie! sollte der vernünftige Mensch an- noch nicht klüger seyn? ue Zwey- GOtt dienen ist das nnver- meidlichmothrverrdjge Geschäft des Menschen; weil wir es thun müssen» obschon wir uns widersetzen wollten. -ÖL-»» § 1 . wir müssen GOtt dienen, auch i ohne unser wollen und wissen ; nämlich, als die Werkzeuge seiner ewig herrschenden. Vorsicht. 28 ie riesenmäßig sehen nicht oftmals ; die Anschläge der Menschen aus? Und wie krüppechaft stehen eben diese wieder da, an ihrem Ende, als oft sie der Absicht des Himmels , auch nur im > geringsten» entgegen gewesen ? jedes- > mal > -er- des sen» uch m; sei- mls; llnd vie- der im! -es- l rl 8 - mal haben sie die Vorsicht des Allmächtigen, und zugleich die elende Schwachheit des Aberwitzigen nur desto kennbarer gemacht. Die Geschöpfe dieser Erde» alle bis auf den Menschen, dienen dem Schöpfer , indem sie seine Anordnungen allezeit aufs genauest erfüllen. Wasser und Feuer, und alle Elementen, die Sterne , die Sonne, und der Mond, alle fliegende, und kriechende Thiere, alle leblose Dinge» vom Größten, bis zum Kleinsten, von da, wo der Tag aufgeht, bis dort, wo er zum Ende sich neigt, alle diese dienen dem HErrn; täglich, und stündlich dienen sie ihm, weil sie unabläßigseinen göttlichen Wil- ! len vollziehen, so wie es der Schöpfte zu seinem Vorhaben jedem besticht hat. » — Nur der Sünder, der boshafte Mensch, der es im Gehorsamen allen ' bevor thun sollte, nur dieser allein will ! dieses nicht thun; oder doch thut ers weit unbeständiger, weit schlechter, als j alle andere, obschon eben nur er zu die- ' _ftm 5 Orämationc ma perlrverLt äic», ^uorus» VmruL lcrviulN tibi. /V7 n8. Ai. ' 82 sem Ende weit größere, und mehrere Vorzüge, als andere, empfangen hat. Den Menschen allein hat GOtt zum vernünftigen Geschöpfe gemacht, damit er selbst es erkennen möchte, wie nütz- lich, und billig es sey, dem HErrn dienen. — Dem Menschen allein hat GOtt alle Thiere, und Erdgewächse , und alle sichtbare Dinge unterworfen, damit alle diese, wie der Werkzeug in den Händen des Meisters, dem Menschen zum Dienste des Schöpfers ver- hilflich seyn sollten. Und endlich hat der Allmächtige dem Menschen allein auch > die Wahl frey überlassen, ob dieser seine Pflicht gegen GOtt willig, und gerne thun wolle, oder nicht. Ganz hat uns der HErr hiezu den freyen Willen gegeben, weil er von uns Mensche nicht so, wie von vernunftlosen Lhiern, nicht wie von nothgezwungenen Sclaven, sondern freywillig, wie von seinen Kindern bedienet seyn wollte, damit er uns, wie seine Söhne, wie die Erben seines Reiches , vorzüglich belohnen könnte. Aber eben diese Freygebigkeit hat den Un- 8Z »rere hat. zum aniit nütz- die- hat hse, fen, gin Denver- der Undankbaren zum Bösewicht gemacht. Denn, da der Frevler sich frey zu seyn spüret, wählet er das Böse. Er haßt das Gesetz, das seinen thierischen Ausschweifungen Schranken geietzet» und mit jener Gabe der Freyheit, die ihm der Schöpfer geschenket, empört er sich selbst wider diesen, sowie die Himmel- stürmenden Riesen es gewaget, und der wüthende Thor, der mit eben dem Dolche, den vormals sein Freund ihm zum Schutze, und zur Zierde gegeben, selbst wider sich, und wider seinen Wohlthäter raset. mch j ' sei- Je nun! wird etwa der Widerspen- ger- stige hiedurch vom Gehorsame sich kos- hat j reißen? wird der Empörer das Joch, illen ! GOtt zu dienen, ganz von sich abschüt- licht teln können? — Gewiß nicht; denn licht selbst dem HErrn der Schöpfung, aus son- dessen Willkühr es war, den Menschen >ern zu schaffen, oder nicht, selbst diesem wie stund es nicht frey, daß er sein Geschöpf )^ei- von der Pflicht, dem Schöpfer zu dienen , losspräche. Nein dieß kann er ! nicht, er, der sonst alles kan. — GOtt den dienen blecht für uns einmal, und alle- >- zeit s4 zeit eine ewige Pflicht, so wie GOTT ewig der HERR, und wir ewig seine Knechte verbleiben: Es hört niemals auf unser Geschäft zu seyn, auch da« mals nicht, wo der verbosteste Muthwille sich schmeichelt, daß, dieses zu thun, oder nicht zu thun ganz eine Sache nach seinem beliebigen Eigensinne sey. Ja, auch der widerspenstige Sünder muß GOTT dienen, und er muß oft durch die nämlichen Wege, die sein Ungehorsam auskünstelt, durch eben diese muß er jenes befördern, was er zu zernichten gehoffet hat. des chm ordr der Habmal die und ders § cher er l kam i der Was immer im Himmel, und auf hjs Erde geschieht, dieß alles geschieht ent- M weder auS Anordnung GOttes, wie ^ die Bewegung der Gestirne, und das ! hxx Wachsthum der Pflanzen, oder aus i ^ willkührlicher Zulassung des Ewigen, de, wovon die Sünde des Menschen das ein- ! ver zige Beyspiel ist. — Gleichwie nun der selb Höchste alles, und jedes, was er aus der freyem Entschlüsse thun, oder zulassen Er würde, alles von Ewigkeit vorgesehen vhl hat: so hat er auch, schon bis von E- ; seil wtgkeit her, jedes, sogar jene Sünde ßn des TT eme liaks da- uth- ; zu Sa- sey. nder oft Un- die« r zu auf ent- wie das! aus ^ cm, ein- ! »der ^ aus rssen ehen i E- ! mve :S 85 des Menschen, zu einer seiner göttlichen Weisheit würdigen Absicht verordnet ; und diese geheime Absicht wird der Allwissende, gemäß dem Vorhaben seiner ewigen Rathschlüsse, jedesmal ganz unfehlbar erreichen, obschon die Zeiten und Zufalle, der Mensch, und die Hölle ihm trotzen, und sich widersetzen wollten» Der Mensch kann gegen die göttlichen Gebothe sich ungehorsam erzeigen, er kann sie vollziehen, oder nicht; er kann sie mishandeln. Dieß kann er» der Treulose, als lange er lebet; denn bis dahin hat es der Schöpfer ihm frey gestellt; bis dahin läßt er ihm zum Guten, und zum Bösen die Wahl. A- ber»was immer der Freygelaßne wählen wird, dieses, und jedes, auch die Sünde, alles, weis der Schöpfer dahin zu verwenden» um hiedurch seine Befehle, selbst durch den Ungehorsam des Sünders , wider den Sünder zu befolgen. Er muß selbst dazu helfen der Treulose: ohne sein Wissen, und Willen muß er seinem GOrt hiezu dienen. — Dieß sind die göttlich-wunderbaren Wegs 86 der Vorsicht, die dmweistn dieser, Welt in seiner ewigen Weisheit, wie mit Fallstricken bindt, * seine klugdünkende Anschläge zernichtet," und lächelt, *** wenn gedemüthigte Sterbliche weinen. Durch seine eigne Bosheit wird der Böstwicht ge- züchtiget, und seine arglistigen Streiche müssen auf sein eignes Haupt **** alle zurückschlagen, sowie die Steine zurückprellen, die der Thor auf den Felsen unsinnig hinschleudert. »,n n d inse nac sinn HC Sst de! hoff dies Koi sten nen „ Ich solle der Stadt Ninive den ^ „ Untergang vorpredigen? wie aber, ^ber „ wenn die Leute hieraufBuße thäten? „ Ja! ich weis nur gar zu wohl, „ wie gütig der HErr ist; er wird ih- „ nen die Strafe sodan wieder nachlas- ^ ^ „ sen; ich aber, ich werde als ein fal- § „ scher Prophet, und meine Worte M _„ wer - * In Isquco, Liilcnncicrunt, com^relicn- ius ctl PC5 ec:nm 9 ** Lompix'kcnl.,^. Snpienrcz in »üuria corum. l 19. *** <^ui in cocli'z cor. » » » » In vcrriccm is>iins iniPiirsz cjui ciciccn- 6ec, 17. sanj jeni des gen N 87 ser, eit, sei- t," igte ^ eig- ge- trei- upt )tei- ! den „ werden lächerlich seyn. * — — Nein, „ das thu ich nicht. " — So redete in seinem Aberwitze der ungehorsame Ionas , und mit so widerspenstigen Gesinnungen floh er vom Orte, wo der HErr ihn gerufen. Er gieng eilends zu Schiffe, * * um weiter über Meer in fremde Länder zu ziehen, weil er hiedurch Hoffete, entweder die Gedanken über dieß verdrüßliche Geschäft sich aus dem Kopfe zu schaffen, oder, GOtt selb- sten würde indessen zu diesem Ende einen andern wählen. Doch, der HErr den )er, ten? >hl, ) ih- )las- fal- orte r- elicn- rum. wollte den Ionas, und keinen andern wollte er hiezu haben; und zwar durch eben jenes, womit der Ungehorsame sich spreitzte, durch eben diese Wege wollte der Schöpfer seine Befehle vollzogen wissen. Kaum war Ionas im Schiffe, sogleich schäumte, und tobete das zuvor sanftspielende Meer, als wollte es denjenigen nicht dulden, der dem HErrn des Meers, und der Erde zu dienen sich geweigert hat. Die wüthig steigenden M.S. Geschäft. E Wel- r. 4- iccn- 88 Westen, und die stürmenden Winde, das heulende Klagen der Leute, der blitzende Donner des schwarzen Gewölkes, und was man im schaudernden Dunkel immer noch sehen, hören, oder fühlen konnte, alles drohete von allen Seiten mit dem gegenwärtigen Tode» und dieses so lange , bis Ionas durch ein seltenes LooS ins Meer gestürzet, und sogleich von einem Walisische verschlungen wurde« Der Bauch dieses Ungeheuers war für den Halsstärrigen ein fürchterlichfinsteres Gefängniß, das ihm die Augen zu Bußzahern öffnete. Drey Tage, und Nachte lang lag er in diesem Kerker verschlossen, und am dritten Tage ward er eben so wunderbar vom Fische wieder ans Ufer lebendig, und unverletzt ausgeworfen. kaul geh, der lich. für wos Bei fmc wüj derj Hei Hei ten Kir und Hier erhub der gezüchtigte Flücht- lina seine Hände gen Himmel , zum Schöpfer, dem er sonst so dreist den Gehorsam versaqet. Er bekannte, daß er die Stimme des HErrn niemals stärker habe hören müssen, als wo er darüber raub bre te, anz übe heb soll me ger te < -e, bli- völr >den >der lllen >de, trch jet, ver- war lich- Au- Ta- taub hu seyn gewunschen. —Der Ungehorsam , und die Bestrafung, und der ganze Verlauf dieser außerordentlichen Sache, alles dieses war sowohl für den Ionas, als für die Stadt, wohin er gesandt war, ein schreckbarer Beweis, daß die Hand des HErrn fürchterlich sey; daß man ihm dienen müsse, und daß sich ihm Niemand widersetzen dürfe, noch könne. — Die Heyden, sogar die sonst ungläubigen Heyden, vom Kleinsten bis zum Größten , vom Könige bis zum unmündigen Kinde, alle glaubte» an den HErrn, und thaten die strengste Buße. * ** — ssem tten oom und lcht- zum Gest er iker aber >b l > Den kleinen Joseph, der die Verbrechen seiner Brüder niemals mitmachte, sondern gottesfürchtig dem Vater anzeigte, diesen Hirtenjung wollte GOtt über seine Brüder bis zum Throne erheben, und wirklich schon zeigte er ihm solches öfters in prophetischen Träumen bevor, "Wie in dem schönen Morgenroth den glänzenden Mittag, so zeigte GOtt dem frommen Jünglmge schon E 2 da- * v. 7. N' ** Z7> ^ 7 . 90 damals seine zukünftige Erhöhung, um ! hiedurch ihm einen Vorgeschmack von > der Belohnung zu geben, und das jugendliche Alter seiner noch aufkeimenden Tugend zur frühzeitigen Reife zu stärken. > Die Neidsüchtigen hörten, und sahen diese Dinge, und statt der Freude über das Glück ihres Bruders eiferten, und zörneten sie, weil sie seine Unschuld haft ! seten, die, so zart sie auch war, den- > noch ihren lasterhaften Ausschweifungen immerfort herzhaft entgegen gewesen. Schon schwuren sie ihm einen ausgeklügelten Tod, nur damit sie jenes hintertrieben, wovon ihnen der Kleine in seiner aufrichtigen Einfalt gar so oft, und vieles vorgesagt hatte. — Gehet! da kömmt er, der Träumer, nmrreten sie mit einander. Lasset ihn nur herkommen; wir wollen ihn todten, und da wird er bald sehen, was ihm seine goldenen Traume genützet.*— Mit so höh- ni- nis ihr M der Si fin ner fer da mii wi die we all es die ter ve> sie der ebr der wa der um von M ren- -zu hen iber lind )aft , >en- ! 'um ! we- us- nes eine oft, Ze- ' >er, ^ sset len ald im öh- 9r nischer Spötteley griffen sie den Joseph, da er einst weit vom Felde her ihnen brüderlich zueilte. Als wäre er unter die Mörder gerathen, so banden ihn seine Brüder mit fürchterlichen Stricken. Sie senkten ihn tief in eine finstere Grube, worinn er itzt mit Grauenvollem Auge umsonst zum weit entfernten Vater zurückweinete, und nur das blutige Messer erwarten sollte, womit der Brudermord ihm die Kehle will abschneiden. Aber der Allmächtige, der über die Werke der Menschenkinder wachet, weil er alles von Ewigkeit vorsieht, und alles liebreichest anordnet, dieser wußte es unfehlbar, daß die Bosheiten über dieses Todurtheil nicht einrg seyn konnten ; denn ihre blutgierigen Anschläge vermochten weiter nichts, als nur, daß sie das Glück des Unschuldigen beförderten, indem sie seine Tugend, durch eben diese Wege der Trübsal, zur halbem Reife gebracht, damit er dessen, was ihm die Vorsicht bestimmet, und der Neid zu verhindern beschlossen hatten , desto schleuniger würdig würde. E z Wirk- 92 Wirklich ziehen sie den kleinen Gefangenen wieder aus der Grube hervor. Sie wollen ihn eben nicht todten; doch solle er dem Vater nimmer zu Gesichte kommen, der Liebling, der das Va-, terherz ganz allein inne zu haben schien. ! Er soll keinen Erbtheil mit seinen Brüdern haben, und er soll, als ein elender Sclav, bis an die Gränzen der Welt fortgeschleppt werden, damit sie nur nimmer ihn sehen müßten, denjeni- > gen, der durch seine einfältige Fromm- heitin der Welt etwas Großes zu werden , und über alle seine Brüder einst herrschen zu können vorgegeben hatte. Mit solcher Absicht wurde Joseph den madianitischen Kaufleuten, und von diesen in das entlegene Aegyptenland zum Sclaven verkauft. Aber diesen nämlichen Ort, diesen Weg, und diese Zeiten wählete sich GOtt um seine ewige Rathschlüsse selbst durch die Hände derjenigen zu vollziehen, die, solche rückstellig zu machen, nun alles gethan zu haben meynten. Eben im Aegypten- lande setzte die Vorsehung den jungen Joseph auf den königlichen Thron, ? au ge de> Ntt an ter wl B un de hö MI sie ha be di si< ih !a Li se> w Ge- rvor. doch sichte Va-, chien. I einen s ein nder >it sie ijeni- > )MM- wer- einst itte. leph dvon »land »Lesen > diesem hän- ^ olche than pten- ngen ron, > uf auf welchem» der Verheißung zu Folge» veralte Vater ihn mit trostweinen- dem Auge noch sehen» und die grausamen Bruder mit gefalteten Händen ihn anbethen sollten. Eben dieses Aeqyp- ten war jener von GOtt bestimmte Ort, wo die muthwilligen Verfolger ihre Bosheit mit bitterer Reue beweinen»* und deshalben noch sogar in ihren Kindern » und Kindskindern mit einer weit härtern Dienstbarkeit gezüchtiget seyn müßten, als jene gewesen» zu welcher sie den unschuldigen Bruder hinverkauft hatten. Denn» als Joseph gestorben war, hasteten die Aegyptier die Rinder Israels: betrangten ste, und trieben den Spott mit ihnen. — Rommet, — hieß es, lastet uns das Volk Israels mit List unterdrücken. ** — Fest war es bey dem Aman beschlossen, ein ganzes Judengeschlecht seiner wüthenden Rache zu opfern, und ——_ E 4 dem * c?L». c. 4r. v. ii. ** Lxs-/ l« v. lo. Sc iz. *** L/ü. c. z. Si lealt- Der fromme Iud wird auf einmal, ath- ohne sein Vorwissen, an die erhabene acht Stelle des Amans gesetzet, und mor- hie- gen muß der ehrsüchtige Minister mit allen seinen Söhnen unter dem Gespöt- rthe te des Volkes an jenem Galgen ersti- der cken, den er gestern seinem Gegner ver- r er, meynt, itzt aber nur für sich sechsten ge- sei- ; bauet zu haben erkannte. * and So nämlich pflegt die göttliche Weisheit den Sünder in den Werken sich feiner Hände , wie mit Fallstricken cher zu fangen, und ihn in seiner Bosheit, > w wann, wo, und wie sie nur will, wie ha- r,ey Dieb auf frischer That zu ergrei- äu- An, ** und so wird sie den Unschuldi- t er gen durch Wege, welche ihn vom Ziele us- weiter ru entfernen scheinen, zu seinem >M E 5 Ziesel- rr * Lulpcnlus sk irsquc ^mzn in palibulo; psiLvcrsr ^isrciocliieo. 7. v- 10. ** In operibur mrnuum lusrum comprelrenln» «k ocresrvi. 96 L-KS Ziele zu führen wissen. So hat es der HErr mit den zweenen Richtern genüget, an denen er eben jenes Todurtheil vollziehen gemacht» welches die Bösewichte selbst gegen die keusche Su- ^ sanna gesprochen. * Und so hat der Ewige die falschen Ankläger des Daniels gezüchtiget, da er seinen Diener in Mitte der grimmigen Löwen beschützet , die Verleumder entgegen in die nämliche Mordgrube ** gestürzet, und eben jenen Bestien zu zerreißen bat vorgeworfen, die diese Ruchlosen dem Um , schuldigen zubereitet hatten. *** Wie wunderbar hat nicht GOtt das Werk der Erlösung durch die Hände derjenigen vollbracht, die solches zu hindern, und zu zernichten, ihr Ansehen , ihren Witz, und ihre Wuth fast gänzlich erschöpfet? — Heyden, und Juden, Fürsten, und Könige» Obrig- < keiten, und Unterthanen, das Volk, und die Priester, die Hölle, und die Welt, W de zu eir Le vo tu sie hö ler gi> mi S tt! di eii 8 Nk *1 " lncicj-t in foVLLM; 0ULM fceir. 7. der ge-! dur- die Zu- ^ der Warner chü- die und sor- Um , das nde zu nfe- fast und rig- >lk, die 97 Welt, alles * schien wider einen, und den nämlichen Mann sich verschworen zu haben, wider den jenigen, der doch einzig der Auserwähkte GOttes, der Lehrer, und das Heil der Welt zu seyn vom Himmel gesandt war. Die verruchtesten Anklagen, und die schwärzesten Verleumdungen, die man, ihn ge- häßig zu machen, häufig erdichtete, alles mußte unter dem geheiligten Religionsmantel verhüllt stecken, nur damit es beym eifernden Volke wider den Stifter einer neuen Religion desto bitterer, und nachdrücksamer wäre- Die Gottlosen umrangen den unschuldigen, wie die wüthenden Wölfe das einsame Lamm ; und wie das spritzende Feuer, wenn es in Dörnern braschekt, *' so knirschten sie ihm mit giftigen Zähnen ihren vergällten Zorneifer entgegen. *** Er rühmet sich GOtt zum E 6 Va- ii« Huzrc frcmucrum Armes? - - ke^es rc^r« öc?riacij?c; convcncrunt in unum sci verius OominuiN, Sc aävertu; Llrriüum cjus r. " Lircumäsnrcr circumcicljcrunc me . - exarierunr 6cut lAnis in spinis 117. E** kicitäucrum in mc äcmibns suis. Z4> 98 Vater zu haben, * sagten sie^ die grausamen Spötter, " nun komet, „ wir wollen ihn also zurichten, „ so viele blutende Wunden wollen wir „ ihm schlagen, daß er auch sogar keinem Menschen mehr ähnlich ist. — Er verspricht sich nach drey- „ en Tagen vorn Tode zu erstehen, „ und aus seinem Grabe, wie Ionas ** aus dem Bauche des // „ wer- Llorirtur kskrcm te kslicre Oeum. L«,. r. i6. ir. 10 L-'gnsnt» tzpiciem cum cuüoärbur. r?> LL. „ wallfisches, lebendig wieder „ hervorzugehen. — Aber gewiß! s, wir wollen ihm dafür thun; derge- „ stall woLen wir ihn tödten, als wen „ er niemals gelebt hätte; dergestalt „ todten, daß von seiner vorgegebenen „ Erstehung sobald nichts zu besorgen „ ist. Sein Grab soll mit obrigkeitli- „ chem Jnsiegel *** wider alle Betrüge „ versichert, und sein entseeleter Kör- „ per soll wider alle zu befürchtende „ Gewaltthätigkeit seiner Anhänger „ stets mit bewafneter Hand bewacht n ' n ! n! < Si ger de de» ber bet da Kr nis mii bek mi au i sin ! Tc sän 99 die ;et, m, wir keilst, ey- en, vie >es >er 'iß! ge- oen -alt nen ;en tli- ige ör- . rde j zer cht „ werden,damit sie nicht etwa ihn steh- „ len, und aussprengen, er wäre er- „ standen, und sodann unsie Ga- „ che sich ärger, als jemals ver- „ schlimmeree. * So schwatzten sie einander ins Ohr. So arglistig boshaft waren ihre blutigen Anschläge. Und, wie rasend wurde nicht alles, sogar mit Anspannung der schlaflosen Nächte, gegen den ge- benedeyten Heiland vollzogen? wie ü- bermüthig war die grausame Freude, da die Mörder den Gottmenschen am Kreuzgalgen erblassen gesehen, denjenigen, von dem sie vor zweenen Tagen mit sorglichem Kummer selbst öffentlich bekannten, daß sie umsonst sich bemühen , und nichts wider ihn auszurichten vermochten. ** Nun sind sie vergnügt, weil sie durch seinen Tod seine Verheißungen, alle gleichsam auf einen Streich, wie sie glaub- E 7 ten, i6. Lt erit noviülmur error pcjor priorc. ** Viäcriz. quia riikil proLcimur, totur mua» äiik ooü cuM adüc. 7-«». ». r-. 100 ten, ersterben gemacht. Sie stehen * w't hochtrabend-gerunzelter Stirne dem Gekreuzigten gegen über, und sie klatschen sich einander die Freude mit frohen Händen entgegen, wie einer» der im Tnumphe frolocket. Aber eben itzt, wo der Sünder mit dem Siege in den Handen sich schmeichelt , diesen nämlichen Zeitpunkt, die nämlichen Mittel, und eben diese Kunstgriffe der Gottlosen hat GOtt sich erkiesen, um sie mit den nämlichen Streichen , womit diese auf dem Rucke des Heilandes geschmiedet» in ihr eignes Angesicht zurücke zu schlagen, indem er denjenigen zum Beherrscher des Himmels » und zum allgemeinen Weltrichter itzt eben erhöhet, wo ihn die boshafte Welt sich zur Zielscheibe des allgemeinen Hasses gesetzt» um in ihm alles zu erfüllen» ** was in den Propheten von ihm vorgesagt» und in den Patriarchen ist vorbedenket worden, weil al- ^ Lt gabst püpulus IpeÄanr, Lc gericlcban« cum Principes L«c rz. ;s. tzur nizm 6c icripKrm cti, Lc Lc oporledrt (ikMuw kc. L«c. »4. dem > sie mit ^ ner» mit mei- die rnst- > er- tret- > des ;nes n er )im- ich- bos- all- ral- phe- > Pawel! l- :bsn« redst LskL roi alles auf seine Person nur eine Figur, und Vorbedeutung gewesen. * Schon in Mitte her blutigen Marter, selbst aus dem Uebermaße der Schmerzen, glänzte die im leidenden Fleische in- wohnende Gottheit, wie das Licht aus dem entgegen stehenden Schatten desto kennbarer hervor; nicht, weil die Gottheit den Schmerzen gehemmet, sondern, weil der leidende Gottmensch mit so einer Völle von Tugend alles ertrug , daß dieses die Kräfte eines puren Menschen weit überstieg, und daß sein wunderbares Stillschweigen allein, sogar aus dem Munde seiner Peiniger, ihm stets das lautbarste Wort redete, daß dieser Schmerzenmann GOtt sey. In Wahrheit, dieser ist der Sohn GOttes. ** So dachten, und so redeten jene, die diesem Kreuztode zugegen waren, und * Omnis in 6Zurs conringcbsnr Mir. l. in. ii. ** Vcrc kie lromo Mir vci erst. r; 102 > und reumüthl'g davon giengen. * ** Und k so schienen die leblosen Geschöpfe zu ger reden, die über den Tod ihres Schöps ten fers gleichsam empfindlich geworden, ^ Vk um nach möglichen Kräften von seiner um GOttheit das Zeugniß zu sprechen, tes Jedermann sah, Jedermann hörte, ! dai was von Anbeginn der Welt niemals str§ noch gesehen, weder gehöret war wors ^ den: so trauervoll ward beym Tode des Erlösers die Sonne verfinstert; , che so schrecklich bebend erschütterte sich so der Erdboden. Die ganze Natur war der über das Spectakel eines sterbenden * wi> Gottmenschen mit Erstaunung, und len Verwirrung erfüllet. Die Felsen zers bei sprangen, die Gräber öffneten sich; die wi Verstorbenen giengen zu den Lebenden de> heraus» und der Vorhang des gehet- sp» ligten Tempels ward durch eine unsichts un bare Hand von oben bis unten zerrissen, lic> um hiedurch dem Gesetze der Juden das ^ de Ende zu verkündigen. * kercurientcr peLorL sur rcvcrtcdrnkur. L»c r; 48. ** lenrbrL fsüse funr tupcr univertsm rer- > rsm, - - terrr mota cü» Sc peir» sciä« 1 u»c» Sie, Ivz Und Dieß waren die Anfänge des zufok r zu i senden Triumphes, lauter wunderdeu- höp- I tende Verbothen, die der Himmel zur >en, > Verherrlichung des Gekreuzigten , 'iner und zum tödtlichen Schrecken der Got- Hen. tesmörder voran schickte. Denn bald rte, i darauf, und wirklich ersteht jener JE- "als strs , der nämliche, den seine Feinde mit tausend Wunden zerfleischet; der nämli- che, der vor dreyen Tagen am schmähli- ert; i chen Kreuze gestorben, und im Grabe sich so vorsichtig - arge verschlossen war wor- war ^ den, eben dieser steigt itzt lebendig, wen wie die goldschimernde Sonne am hel- und len Mittage aus seinem Sarge zum Le- zer- ben empor; er ersteht von Todten, die wie ers hat vorgesagt. Dieumwachen- wen den Soldaten sind dessen die unwider- hei- sprechlichsten Augenzeugen : sie starren, icht- und staunen über den Glanz seiner Herr- ssen, lichkeit; * und sie schwören einmüthig das der ganzen Welt das unerschrockene Zeugniß davon. ** ß Nun, * ?rse rimore cxccrriti lunc cutiosles, Sc fräti lunr veluc mnrrui: - - öc vcncrunt in civiler- > larern, Lc nrinrisverrint krincis>i!)U5 lsccräa- ciü« turn, <^usc fsL» fucrant. »8. ** c, co«i. rc >4 Nun, hätte die Hölle den Rath- schluß , und diese Absicht des Ewigen gewußt: so würde sie, um die Erlösung des Menschen zu hindern, für die Be- freyung IEsu vielmehr als für dessen Kreuzigung sich bearbeitet haben. Und hätte die grausame Iudenrotte wider IEsum minder gewüthet, so wäre dieser Triumph für den Erlöser minder glorreich gewesen; * seine Auferstehung , diese Grundfeste des Christenthumes , ** *** wäre für uns minder, und nicht, wie sie wirklich es ist, so sehr greiflich geworden. Itzt, aber, itzt mochten die Rasenden vor Unmurh zerbersten, weil sie wohl sahen, daß selbst sie durch eben dieß, womit sie den Unschuldigen getödtet, zu dessen Verherrlichung '*' das Vornehmste gethan: daß sie zu ihrer eignen Schande, *"* und Stra- Sk, und wo und IÄ gla, leu der voi der * Nonne Ii-ec oporruir Clin'Num psti, Se tic i'ntrsre i »loiism lugm, /.«e. r4> rs. ** 5l gutem ;. r6 öc l/. *** kureutium mgnur, 6um pnoyri'o incum- dune iceleri, fgmulzt.^ Nunt R.c6cmplori- ^ » Lee»», Oesr«»«. Iniaucor ejur mäuaiu rontüllonc» iZl> rv 5 Lath- ligett 'sUNg Dressen Und sider wäre nder erstes isten- und sehe - itzt > zee- elbst Un- errli- daß und a- öc t>c nsn!r cum- p-ori. ^ iZl, Strafe selbst das Werkzeug gewesen, und dieß zwar eben damals am meisten, wo ihre tobende Wuth schon gesieget, und sie ihre rachgierigen Wünsche gegen IEsUtir ganz erfüllet zu haben geglaubt. Der Stein, den die Bauleute zum Gespötte verworfen, der ist durch eben ihre Hände am vornehmsten Orte zum Ecksteine des Gebäudes gesetzt worden. * — So machet es der HErr mit denjenigen, die sich ihm widersetzen, die oft eben dadurch» worinn sie sich weigern, vbschon ohne ihr Wollen und Wissen , ihm wunderbar dienen müssen. Alsdann mögen die feindlichen Gewässer der Widerwärtigkeit schwellen, und stürmen. Sie müssen selbst auf ihrem Rucken das Schiff tragen, welches sie zu verschlingen bedrohen; und je höher sie steigen , nur desto mehr erheben sie die siegende Unschuld, und die göttlich-herrschende Vorsicht empor. §. n. * I^spicicm, c>ucm rcproliLvcrunt secUkcAnter; Lic fzAuL cti in cspuc snAuIt. rr, V' »l. 4». l, r, 7. LS'c. io6 §. n. wir müssen GVtt dienen, anch wider unser ausdrückliches wollen, nämlich, als die Beyspiele seiner göttlich-strafenden Gerechtigkeit. ^o durchaus unvermeidlich ist für uns Menschen dieses unser einzig nothwen- di^es-Geschäft. Mit willen , oder mir Gewalt müssen wir dem HErrn, unserm GOtt dienen ; und zwar nicht nur in dem zukünftigen, sondern auch itzt schon, in dem gegenwärtigen Leben. — Dieses thut er, der HErr, und es ist wunderbar vor unfern Augen; * nur desto wunderbarer ist es, weil dieß Wunder der göttlichherrschenden Weisheit noch heute, und fast täglich geschieht, ohne daß wir es wahrnehmen, und davon kluge seyn wol- * ^ Domino clt iNuc!, 2c eit miiadilt in ocullL noürir. «7. »z. ri. 4». durc brar dein fe v Geo liess und rück C Hin SÜ! dies, er t Hel hat. den Wo bim »ich Bei Sa uns« Eck ! UNs 107 DU wollen. Oder wie! sehen, hören, und j fühlen wirs nicht itzt schon, und täglich, daß der Schöpfer eben jenes, wo- mcb ' wir seine Gabe zur Unmaaß mis- , brauchen, oder seine Gebothe mishan- l dein, daß er eben dieß zu unsrer Stra- pttle ft verwendet, und aus dem nämlichen > Gegenstände, worinn wir ihm zu dienen uns weigern, die Zuchtruthe bindt, und geißelt, und zu seinem Dienste zu- runs rückführt? — wem oder krrn, nicht auch > Le- Lrr, unsrer klich- und wir i seyn »l- ' ! 4 -. Gewiß ! noch heute straft GOLL die Hinlaßtgkeitder Vorgesetzten wegen der Sünde ihrer Unterthanen, durch eben diese ihre Unterthanen selbst; so, wie er durch die ungerathenen Kinder des Hell den ernstlosen Vater gezüchtiget hat. Den Schlemmer, den Spieler f den Ungerechten, den Wucherer, den Wohllüstigen, wie unfehlbar, und wie bitter, früher, oder spater straft er nicht jeden durch sein selbst eignes Vergehen, indem seine Weisheit die Sache so vorsichtig lenket, daß selbst unsere Eitelkeiten durch Unruh, durch Eckel, durch Schmerzen, oder Verdruß uns zur Folterbank werden, und daß die rog die ausschweifende Vergnügung gemeiniglich der eigne Henker seines Lieblinges seyn muß ? Der HErr hat es gethan; uns zur Strafe hat ers durch eben uns stlbsten gethan. * — Ist es nicht wunderbar vor unsern Augen? recht wunderbar; denn wir empfinden es, obschon wirs nicht allezeit bekennen. Wir empfinden» und greifen es täglich, sagt der heilige 2lu- gustm, daß jedes unordentliche Gemüth sich selbsten, wie ein Dorn im Auge, zur eignen Strafe ist: Und sogar der Werkzeug unserer Hände, die leblosen Geschöpfe, die der HErr uns zu seinem Dienste gegeben, alle hören auf, uns zu dienen, weil alle täglich , und stündlich wider uns streiten, alsbald wir dem HErrn, ihrem Schöpfer widerspenstig zu seyn uns erkühnen. Die Welt, und der Erdboden wird für den Schöpfer wider den Sünder in Harnisch schliefen. ** — Wie fürchterlich ist nicht der -er ^ er ur schlvi * LoZnolcctur vominus ,uu»nLdit cum illo arbis «rrarum conkra ia, tcnlrlos. L--. ri. D terlic der l erken sich l met» müßi fürch chem sie er Ei mirs hen; dem seine darst Met l ihm nicht erde zu »1 c 109 rls- )fer len. der lie- Ler HERR , unser GOTT, auch da er uns scheint über unsre Sünde zu schweigen: Doch, darf ich so reden? wie fürchterlich ist nicht der rebellische Mensch, der den schrecklichen Arm des HErrn erkennet, und dennoch zum Gehorsame sich zu beugen verweigert, und träumet, nicht er, sondern selbst GOTT müßte seine großsprechende Dreistigkeit fürchten? — So denken s"und so sprechen sie die hartnäckigen Geister, wenn sie einmal in der Bosheit erstarken. Ey nun! lasset uns dem Sündenstolze Mit festem Fuße unter das Angesicht stehen ; lasset uns demjenigen, der gegen dem Himmel so muthwillig aufmurret, seine ächte Gestalt in seiner Häßlichkeit darstellen. Er trotzt» und dieß rühmet er sich immer der Gottlose, daß es ihm ft y stehe, zu gehorsamen, oder nicht. Duß erhebt ihn in Hoffart; den er beucht sich» wie ein junger Waidesel, * zur Freyheit gebohren zu seyn. Die Wohl- ö In süperb,'am cr,Al'rur, Sc lgiicjuam pulilim vnaZri libcrum Ic namm xurar. Fsö. n IL. HO Wohlthat des Ewigen macht ihn nur muthwillig, und er fluchet dem Vater zur nämlichen Zeit, wo er unter seiner Zuchtruthe seufzet, so wie ein tollstmiü ^ ges Ungeziefer thut, da es unter den ' quetschenden Füßen schon berstet, und «nnoch seine giftige Zähne zum beißen will ansetzen. Eben dieß thun sie, die dm HErrn wohl wissen, und dennoch, ihm zu dienen, muthwillig sich wollen widersetzen. — Die Menschen lästerten den Namen GOttes, der, über diese Plagen die Macht hat;! und sie thäten nicht Buße, um hie-' durch dem Schöpfer die Ehre zu geben.-Sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerzen, und sie lasierten den GOtt des Himmels wegen ihren Schmerzen, und Wunden, und thaten den- ^ noch nichtBuße über ihre Werke? Wohl- se pl lanqi che? ihre der Mus versc sam. dersi sem! zünd schlä ft s Wsi Mit gen dem du, * Lüuavcrunl liornines scüu msAno, Sc pkemsverunr nvmcu Oei lrakcini^ poreks- rcrn super !»§ plgAss, neque cKcrunk pce>u'- reririaln, ur äsrenr i!I> AioriLm; See. r«/> i6. A, vom wer, lichl Häj aus tert, verz emp N m l nur Wohlan! lasset sie nur zischen, dre- iater se pharaonitischen Nattern : Und wie nner lange noch so? — ja, bis das gräuli- imck che Maaß ihrer Sünden erfüllet, bis den' ihre Bosheit am größten seyn wird. und der stolze Lucifer macht ihnen zum issen Muster der Erste die Probe. Dreist , die versagt er seinem Schöpfer den Gehör- loch, sam. Etwelche Minuten hat seine Willen Versetzung gedauert, und schon in die- lä- sem Augenblicke kracht, knallt, und ent- der ! ründt ihn der rächende Donner, und ! schlagt den Empörer im schwarzen Hau- fe seines Anhanges vom glänzenden p , Wipfel des Himmels bis in den finstern ' Z" Mittelpunkt der Erbe, tiefest zur ewi- ih- gen Peine hinunter. — Ha! itzt trotze nnd dem Allmächtigen, du elender Tropf! im- du großsprechender Geist! du Stern en, > vom ersten Range, der gestern so schim- >en- urernd geleuchtet, und heute so scheuß- ^ * ! lich» wie ein rauchender Lichrbutz seine ./ Häßlichkeit ausdämpfet! itzt magst du aus dem Wenden Pfuhle den geschmetterten Starrkopf erheben, und mit dem > verzweifelnden Pharao noch röchelnd «m- ! empor schreyen : Ich weis um kein? ^ M.S. Geschäft. F HErm; H2 HErrn ; ich will ihm nicht dienen. * — Je nun! ist nicht dieses das Schicksal, welches auch heute den Menschen erwartet? Den rebellischen Menschen ; der wie Lucifer dem Himmel will trotzen, und vieleicht heute noch, so , wie Lucifer, stürzen muß? ** Thörichte Bosheit ! du mußt dennoch gehorsamen, ganz nach dem Belieben des Schöpfers mußt du dich fügen ; Er wird dich, wie den Staub unter den Füßen, zerreiben, *** und was du nicht gerne thust, dieß wirst du gezwungener Weise, und zwar auf ewig wirst du es thun müssen; denn auf einmal, wo du es etwa am wenigsten vermuthest, auf einmal wirst du dahin seyn. Du wirst in der Hölle seyn, bevor du recht weist, daß du tod bist. — und, was wirst du wohl da? Ja, Ja, * cU vominns, ut su 6 ,'zm vocem cjus? nctcio Oowinum. 5 . ** -VcUiuc putillliin, L« non crit pcccstor : c>uL» rcr la-um ezu;, öc »an invcrucs. 86. *** Ur plilvercm ante fscicm venti euniau» »usm cvr. /'/r/. 17, len, hen als nes müs ruck nack ster! am wei lebe 6 mit Hö Ge unb geri deii Ori wa> der P sie neu n; )te-r das lenr len- mel >ch» )en- elie- fü- !Ub )irst auf auf sie» ,hin des bist. :jus? c>use. iS. nwi' Ja, da wirst du, auch wider dein Wollen, den Willen deines GOttes vollziehen ; und da wirst du dem Schöpfer, als ein ewig unseliges Schlachtopfer seines gerechtesten Zorns auf ewig dienen müssen; * so, wie es mit einem verruchten Uebelthäter geschieht, der itzt nach dem Willen seines Landsfürsten sterben, und zur allgemeinen Warnung am schmählichen Galge da hangen muß, weil er nach des befehlenden Gesetze zu leben sich widersetzet hat. So, und ohne Vergleich, wird es mit dir in der Ewigkeit seyn, in der Hölle nämlich, die dem widerspenstigen Geschöpfe eben so gewiß , als etwa itzt unbekannt, vieleicht auch nur gar zu gering ist. — Aber höre l betrachte dein zukünftiges Schicksal! lerne den Ort kennen, wo der Schöpfer mit Gewalt den Gehorsam erzwingt; den Ort, der deiner erwartet: damit du schon itzt, wo es noch Zeit ist, dich mit Ernste besinnen mögest, ob du da zu wohnen, und einst ewig zu bleiben Lust hast, F 2 . oder * LInriticsiijs Vcum, aur 6>ci'cn6ri, Leus «luoä lu "v" Vl--. § 1 oder nicht. — Steig zur Hölle hinab ? ue jtzt, wo du annoch zurückkehren darfst; ve> denn unter den sichersten Mitteln, der Dre Holle zu entgehen, ist dieses, wenn , M man zur Lebenszeit mit den Augen des >er Gemüths öfter da hinabsteigt» ^ Das Wort Hölle ist ein Centner- lö schweres Wort, welches sich von de- nen, die dessen Deutung verstehen, ohne ve> Schauder nicht aussprechen laßt. Nie- "l mand hat hievon wahrhafter reden kön- 6>r nen, als die ewige Wahrheit selbst, da vsi sie uns durch den reichen Prasser gesa- < get, * die Holle sey ein Vrt der per- nen; ein Strafort, welches zu diesem, ha und zu keinem andern Ende erschaffen xr, ist worden, als nur zur Quaal, und Tortur des unbußfertigen Sünders. Ein i an Ort, dessen wirkliches Daseyn eben söge- ! hx wiß, als gewiß ist, daß es einen Himmel ^ giebt; daß GOtt nach diesem Leben uns ' an urtheilen, und gemäß unsern Verdien- S sten uns belohnen, oder strafen wird. «j, Entsetzungsvolle Wahrheit! es ist ei- vc ne ^ ^ I-vcur rorwcnkorum, L«c. i8. inaö! der renn > des ner- de- >bne Skie- kön- , da ;esa- Weisem, lffea und Ein sge- rmel uns >ien- rd. steile rr? ne Hölle, ein Strafort für den Sünder, der GOtt, und seinem Gesetze zu dienen sich weigert, und ohne Buße dahin stirbt. — Doch! was hat etwa dieser Ort für eine Lage? — Was für Eigenschaften? — was für Einwohner? — wo ist die Hölle?— Aufdie- se Frage antworten schier alle heilige Vater, die Hölle sey im Mittelpunkte der Erde, in einer vom Himmel weitest entferneten Lage, welches, wie sie glauben, Christus hat sagen wollen, so oft er von den äußersten Finsternissen Meldung gethan; von einem Orte nämlich, weiches außer dem Sonnen- Zirkel, so abgelegen ist , daß kein Stral dahin dringen kann; indem der Erdenkreis, womit die Hölle, als gleichsam mit einer festen Mauer umgeben wird, auf vier tausend Meilen dicht aufeinander zu seyn, glaubwürdig geschähet wird. Es kann also in der Hölle kein anders Licht seyn, als der düstere Schein einer schweflichten Flamme, und ein zuweilen durchbrechender Blitz, der von der Donner-Stimme Gottes ausführt, und die gräßlichen Rauch- I z wol- n6 wölken zur Peine der Augen mit feurig- gei tobenden wetterleichten zertheilet.* D Dieß wenige ist alles das Licht jenes B Abgrundes, welcher, wie der heilige ^ de! Job schreibt, durchaus finster, und mit dem fürchtigen Schatten des Todes Hk! bedecket ist; und so wird die Sünde, wi das Werk der Finsternisse, mit den trau- rr rigsten Finsternissen gestraft. N bt> Die zweyte Peine entsteht von der En- ! d< ge des Orts. Die ältern Naturkündi- > sir ger betrachteten den Höllenkerker als ^ he einen Platz, der mehrer nicht als nur 4. < de Stund? breit, 4. Stund? lang, 4. Stun- a> den hoch, und 4. Stunden tief ist, web al ches sie aus dem Umkreise der Erde, ze und aus dessen Diameter abmessen wollten. Es mag nun so, oder anders seyn: gewiß ist, daß so ein Umstand, die Höl- L lenpein zu schildern, gar nicht zu gut da- li< zu ist; und so ist auch ganz sicher, daß . w dieser elendvolle Ort mehr als viele tau- Z send Millionen der elendesten Menschen bj mit Leibe und Seele in einem sehr en- a, gen rje Vox vomini rntcrciäcmiz üammrm ixnir> gen Raume werde einschließen müssen. Die Hölle wird also für diese Unzahl Bösewichte eng genug werden. Allein, der Kerker ist nicht zum spazieren, nicht zum stehen, oder nach Belieben zu sitzen , sondern zur Peinigung gebauet» wie solches der Erlöser andeutet, da er die Hinauswerfung in die äußersten Finsternisse mit jenem Urtheile ver- bindt, daß man dem Schuldigen Hände und Füße binden solle. * Dieß sind die Folgen der ungebundenen Freyheiten. Die elenden Verdammten werden, wie eine Scheiterbeuge auf einander gehaufet, nichts anders können, als da liegen , als winseln, und seufzen , und armselig heulen. Das Feuer machet die dritte Peine. Die Feuerstraf ist auch bey den menschliche Gerichtern die schmerzlichste: Deßwegen nur die schweresten Laster, dre Zauberey, die Godomiterey, und die Gotteslästerung mit der Feuer- strafe von den Rechten beleget sind wor- §4 den; * luAStir msnikus öc pcäikus ejicire cnrn »e- ncbrirs -:xrcriorcr. den; und lebendig verbrennet werden - ! da besonders» wenn es durch langsames G> Feuer geschehen sollte, dieß saget eine M Huaal, wovon der Name allein schon Jt Die Natur schaudern machet. Was Fe muß dann jenes erst seyn, was jiüi in igncm - - In csmiauiq iZnir; ibi crir Lcrus, öc üriäor öenriun» 2;. iz. s» dern zu trösten im Stande wäre. Viel- ker mehr schärfet, und vergrößert einer des ge andern seine Huaal, wrr mögen die Lei- jel ber, die Seelen, oder die Teufel, ih- > D re Gespanen betrachten. Von den Leu lie bern , die in der Hölle sind, steht ge- sei schrieben: Ihre Todtenäse werden ße ein unerträgliches Gestank von vi. sich geben. * Es kann auch anders en nicht seyn; denn mehr als viele tausend > ge Millionen auf einander liegende» in ei-- D ner schmachtenden Enge eingeschlossene, ge und immerzu faulende Körper müssen w nothwendig den häßlichsten Pestgeruch ^ de ausdämpfen. Und du, üppiger Weich- ge ling, der du einen übelriechenden Bett- M 1er verabscheuest, und etwa auch über w ihn ausspeyst: Zärtling, der du vor iv Grausen dahin sterben möchtest, wenn j F du bey einem stinkenden Siechen in dem ui nämlichen Bette schlafen müßtest, du T Weichling, wie willst du einen Trost ' so bey so einem höllisch - schmeckenden Ge- d> dränge dir versprechen ? ** Auch die Seelen der Mitverdamm- ' ten ve «LcisvLrrbui «orum »iccnäcc foecor. s» rrr Ziel-! ken sind eben so unfähig durch ihre Atzendes ge dir deine Peine zu erleichtern, werk Lei- rede, ohne Ausnahme, in die tiefeste ih- i Trauer, und Verzweiflung versenkt Lei- liegt. Jeder wird vor Grimme sein selbst eignes Fleisch anbei- ^ ßen, und zerreißen. * Dort wird die Freundschaft in Haß, und dieser in ers eine rasende Wuth sich verändern. Aerr end > ger, als wenn du in eine Grube der ei- Drachen» der Löwen» und Schlangen ne, gefallen wärest: weit ärger und giftiger ssen werden deine vormaligen Sündenfreun- uch > de ihre Zähne an dich setzen. JhrAn- ich- gesicht wird für dich ein fürchterliches ttt- Rüsthaus der göttlichen Rache seyn» ber wo die Augen wie Pfeile» die Haare -or wie die Vipern, und ihre Zungen wie mn i Feuerhacken auf dich loszielen werden» em und wie ein Büschel zusamm gebundner du Dörner, wo einer auf den andern sticht, ost < so werden die Verdammten sich einan- Ze- der selbsten verwunden » sich brennen, ** und peinigen. Wo du immer dein _F6_An- ^ H crrncm irrscirii >ui vorLbii. - — 1°-INSULIN ljiitii» r«>mk«re!?ruf. ?2L ! Angesicht hinwendest, dort siehst du s > ett und hörest du nichts anders, als Gräur > da el, und Geheul, Leiden ohne Millers > M den, Schmerzen ohne Hofnung, und ! G Verzweifeln ohne Hilfe. fo; jio Wenn wir zu diesem die Gesellschaft der Teufel noch beysetzen, die Gesell- ist schafk der häßlichsten Teufel, welche W als die Henkersknechte göttlicher Ge- i sitz rechtigkeit, die übrigen Keinen mit dieser vermehren, daß sie der Verdamm- < ^ ken unabläßig spotten, welch eine Volle i ^ von Schrecken und Marter muß alles j ho dieses dir seyn? recht bitter werden die- z 0L se Henker deines Elendes spotten, weil " lid Du ihren Anschlägen so leichtsinnig ge- wi glaubet 5 ihre Versprechen so unbeson- nen angenommen, ihren Schmeicheley- du en, und Drohungen so weibisch gewi- hö chen bist. — Schließ itzt, was für kj wi Trost es dir bringen werde, daß du in . so der Hölle nicht allein, daß du bey sok- ' wl chen Gespanen bist. — Eine Mutter all wird ungeduldig, wenn ihr Kind immer vo unruhig fortweinet; und das Geheul sel eines eingesperrten Hundes nur eine ig! Nacht lang beständig anhören, fallt um s«j er- erträglich. Wie weit härter wird es dann seyn, diese übeltönende Höllen- Musik der heulenden Seelen , und die Gesellschaft der gegen einander immer fort rasenden Verdammten durch Millionen der Jahre allezeit hören, und allezeit aushalten müssen? — Sieh! dieß ist die gallbittere Frucht der Vergnügung , und Freude bey solchen Gesellschaften , wo GOtt beleidiget wird. Nun haft du Neuigkeiten, wichtige Neuigkeiten von fremden Ländern gehöret; nicht von Paris, von Rom, oder von Londen, wo du vermuthlich dein Lebenstag nicht hinkommen wirst, sondern von einem Lande, welches dich näher angeht- Vieleicht bist du schon längst müde, so vieles davon hören zu müssen. Bist du aber auch wirklich schon sicher davon? wo nicht, so bist du ein Thor vom ersten Range, wenn du, dessenungeachtet, über diese allergrößte Gefahr, die dir annoch bevorsteht, dennoch gehörlos, oder saumselig seyn willst. Höre dann diese Neuigkeit ganz, bis zum Ende. Aber was sage ich von einem Ende? die Höllen- F 7 Pein 124 pein ist ewig. Sie dauert allezeit/ ohne Ende, gleichwie die Belohnung der Seligen ohne Ende, und ewig ist. Gehet, saget der Richter zu den um bußfertigen Sündern, gehet hin M das unauslöschliche / * in das e- wige Feuer. Es ist angezweifelt, daß der MenG durch natürliche Kräfte mcht einmal eine Viertelstunde lang in der Hölle aushalten, und leben könnte. Aber die Hand jener Allmacht, die den Menschen erschaffen hat» eben diese wird den Leib, und die Seele des Verdammten beysammen Hütten, und die Trennung, folglich auch den Tod, ewig verhindern; denn dieser göttlichen Allmacht fallt es eben so leicht, ob sie diese Trennung nur auf eine Stunde, oder auf ewig abhalte. Nun aber ist Der Schluß schon gemacht, GOtt will den rebellischen Menschen in seiner Peine ewig beym Leben erhalten, auch darum will er es soz ?slcsr comdurcl iAni incrrinAuibili vilccäile ia iLncr» «ler«»u». Zch> s» 125 ?ik, weil es billig ist, daß die Strafe eher nicht aufhöre, als die Sünde. Der ijs Sünder, alsbald er verdamt ist, wrro '' seine Sünde ewig nimmer bereuen, er „ wird darinn ewig unbußfertig erhärten. Der Bösewicht hat die Zeit zur Buße e- nicht gewollt, da er sie hatte, und ltzt wird er die Zeit nimmer haben, da er sie wollte. Er wird dem Tode rufen, fch um sterben zu können, aber der Tod M wird ewig von ihm weichen, damit er M so oft sterbe, als viele Augenblicke sind, die die er lebet. — Und wie lange wer- ' den mit dir die Sachen so gehen? aller ,en s^t. — Wann wirst du durch diese ken unsägliche Schmerzen doch endlich tod ^ seyn ? niemal. - Wie lang wirst 2.' du weinen, und schreyen? allezeit- — . ' Wenn wird man sich deiner erbarmen? niemal. — ng on O allezeit! o memal! o Ewigen keit ! — Ein kleines, und leichteres Le, Uebel, ein Zahn - oder Kopfschmerzen, oder sonst so etwas, auch nur Geringes wird unermäßlich, unerträglich, — und unendlich, alsbald es nimmer ein 'L. Ln- ILS Ende nimmt, alsbald es ewig damit kür dauern sollte- Wie schmerzlich muß es sch> dann seyn - in dem Höllenpfuhle allezeit gre brennen, und niemal zur Asche werden? ^ Th O allezeit! o niema!! o Ewig- gen keit! trauervolle Worte, welche auf " ^ dem dicken Höllenrauche mit feurigen " ! Buchstaben geschrieben stehen, um die '' Augen der Gottlosen mit ewiger Quaas !?" zu erfüllen. — Wer sollte über die- "re se Gefahr nicht itzt schon die blutigsten ^ Zähren weinen! ^ Wenn nun diese Dinge höchst schreck- ^ har sind: so ist doch dieses nicht alles. U Noch etwas ist übrig, welches alle an- dere, obschon unsägliche Peinen weit U übertrifft, und unendlich vergrößert, ^ dieses nämlich: daß du von der Glück- seljgkeit - vollen Anschauung deines ^ GVttes, der allein dein Ziel, deine S Ruhe, und deine Glückseligkeit ist, daß i ft, du von dieser unaussprechlich vollkom- nen Freude für allezeit, und auf ewig, «i, so lang GOtt wird GOtt seyn, berau- uet seyn mußt. — Ja diese Verwerfung , und Entfernung von GOtt iß fÜV L27 mit es zeit n? lg- Alf zerr die aal ?ie- kn 'ck- cs. ankert tr lck- les ine aß m- igr m- er- für die menschliche Seele eine unbeschreiblich große LZuaal; dergestalten groß, daß die heil. Väter, namentlich Thomas, und Lhrysosiomus sagen : " Diese einzige Peine sey für die „ Seele des Menschen weit schmerzli- „ cher, als tausend Hüllen immer seyn „ könnten; „ denn weil jedes erschaft sene Wesen durch einen angebohrnen inern Trieb unaufhörlich, und heftigst dahin trachtet, wozu es erschaffen ist, und wenn es dieß Ziel nicht erreichen kann, einen tödtlichen Zwang, und den bittersten Schmerzen empfindt, so folget ganz klar, daß unsre Seele unsäglich misvergnügt» und unbeschreiblich trostlos seyn muß, als lang sie ohne GOtt ist, weil nämlich nur GOtt allein der Mittelpunkt unserer Begierden, die einzig wahre Glückseligkeit, und gleichsam die Seele unsrer Seele ist. Sieh! so wird der zum Himmel erschaffene Mensch, der itzt GOtt nicht will dienen, ewig ohne Trost, ewig gepei- uiget seyn. Ewig, wird einst deine Seele, o Mensch! 128 Mensch ! in den süßesten Entzückungen den Schöpfer beneveyen, oder, ewig wird sie in Millionen der Schmerzen versenket, den besten Vater Verfluchen ; denn diese deine Seele, und alles, was in der andren Welt ist, und seyn wird, alles ist ewig. — Diese deine Hände werden mit himmlischem Reichthums erfüllt, und mit dem Zepter der Glory geziert, ewiglich herrschen ; oder aber sie werden in einer quaalvvllen verächtlichsten Dienstbarkeit ewig erstarren, und gefoltert werden; denn diese deine Hände sind ewig — Diese deine Augen werden mit göttlich reihenden Schönheiten sich ewig ergötzen ; oder sie werden mit einer ganzen Hölle der giftstrotzenden Scheusale, und der tödlichsten Häßlichkeiten ohne Ende, ewig, sich gemartert sehen; denn diese deine Augen sind ewig. — Und dieser dein ganzer Leib, dieser wird einst ^ in einer himmlisch süßen Zufriedenheit ewig seine Glückseligkeit fühlen, sich freuen, und glänzen; oder aber er wird ewig in einer blutigen Zerfleischung, und in den endlosen Quanten des Schreckens, cker der unl M unl der uw an! ist mi de> od er gl> de S lic ge ke ee ckens, der bitterschmerzenden Schande, des unauslöschlich wüthenden Feuers, und des fressenden Kummers sein ver- zweiflungsvolles Schicksal empfinden, und ewig hilflos bejammern müssen. * Ewig wirst du es also bejammern; denn dieser dein Leib, dieses dein Fleisch, und deine Glieder, alles, was in der andren Welt ist, und seyn wird, alles ist ewig. So, so wird der ganze Mensch mit Leibe, und mit Seele einst ewig dem Schöpfer dienen; mit willen, oder mit Gewalt, wird er,und muß er ihm dienen, entweder als ein ewig glückseliger Zeug der göttlich - lohnenden Güte im Himmel, oder aber zur Strafe des Ungehorsams, (ach schrecklicher Gedanke!) als ein ewig-trauriges Beyspiel der strengsten Gerechtigkeit in der ewig peinenden Hölle. Nun wähle, und entschließ dich, weil es noch Zeit ist. — Nun haft du die Wahl. * Ixnis Sc lulpliur Sc spiruur procelNrum cslici'k «orum. 9. Wahl. — Und was wirst du wohl thun? -- Ja was wirst du-gethan zu haben dermaleinst wünschen? — Je, nen, die vor uns waren, denen ist ißt ihr Schicksal auf ewig bestimmt. Vie, le tausend derselben leiden schon itzk in der Hölle, und sie werden ewiglich leü den- Vieleicht sind unter diesen auch einige aus deinen besten Bekannten, aus denen nächsten Verwandten und Bluts, freunden? Vieleicht sind derer einige schon wirklich verdammt? — O hätt ten doch diese dieses ihr ewiges Elend mit lebendigem Glauben öfters, und besser vor Augen gehabt! gewiß, sie würden besser gewählt haben. — Und was würden sie noch thun, wenn sie, obschon durch die härtesten Mittel annoch, so, wie du kannst, von der Höllenpeine sich los machen konnten? würden sie, so wie du bist, annoch saumselig seyn ? würden sie zum Dien, sie des Schöpfers sich nicht gerne den schweresten Gesetzen unterwerfen, auch nur, um jenen Schmerzen zu entgehen, die sie ewig itzt leiden, und, um jene Belohnung zu gewinnen, die sie itzt e- wig wig dter ru Ab! erst Me kön die wir der Ma le( wü zu me lick am ew ew Kr Wl L-KL rzr vohl wig entbehren, und dennoch ewig GOtt n zu dienen müssen. Je, Nämlich die Pflicht, dem Schöpfer M dienen, die Knechtschaft, und die Zk i» Abhängigkeit von GOtt ist uns mit am > erschaffen ; sie ist von dem Wesen des aum Menschen ganz unabsönderlrch, und wir aus xznnen diese eben so wenig, als selbst uts, hje Natur von uns ausziehen, werk ulge wir unser Daseyn nicht von uns, som yat, ^ 1 , nur vom Schöpfer her haben. Kein lend Fürst, kein Kaiser, kein Engel, Nie- uu? wand ist hievon ausgenommen, weil al- le Geschöpfe GOttes sind; und gleichwie GOtt nicht aufhören kann, GOtt zu seyn: so kann auch dieß, das wie >em GOtt dienen» daß wir ihm vollkom- rtkel ^n unterworfen find, diese unvermeid- aer - lich^nothwendige Pflicht kann niemals ku - > aufhören unser Geschäft zu seyn, unser E ewig dauerndes Geschäft, weil GOtt ^ ewig der HErr, und wir ewig seine E Knechte verbleiben» ,2 ^ dann, wir Sterblichen! was thun / wir, da wir wider den mit Donner Be- ^ waff- S rzr waffneten, wir Elende, uns erkühnen? — Wir kriechende Erdwürmer, die wir vor seinem allsehenden Auge uns nirgend verbergen, seinem rächenden Arme nirgend entfliehen, und nur im Staube zu seinen Füßen uns Hinwälzen , und stamelnd unsre Unvermögen- heit zu ihm aufwinseln können, * zu dem Ewigen, der mit einem seiner allmächtigen Winke den Tod und das Leben» die Hölle, und die Himmel, und alles, bis durch das Unermeßliche erzittern machet! in Welch eine Freveltbat wagen wir nicht, wir vermessene Sclaven, wenn wir die Gabe unsers freygelaßnen Willens wider GOtt unsern Schöpfer zu misbrauchen uns es jemal in Kopf wollen kommen lassen? Wenn wir dem Schöpfer unsere Dienste versage: wenn w»r seine bedrohende Befehle gering achten : wenn wir seiner untrüglichen Offenbarung widersprechen, oder solche H Lc>r.im illc, procitjcnt » - Sc inimici cjur ter,3m NiiMnt 71, M sein« wir letei eine ret ret unst zuk nur 6 Dir ur-v sen, setze ma wld lig wir nen run das gut Ge den bev rZZ en? die nns den im oäl- ;en- zu iner das el, lche in Zweifel ziehen wollen : wenn wir seine Gebotbe mishandeln : oder wenn wir gegen seine mit Geheimnisse umhüls leten Anordnungen auimurren, welch eine Frevelthat? — Höret! ach höret ihr Völker, und Geschlechter, höret ihr Menschenkinder! der HERR, unser GOtt ist zu groß, und wir sind zu klein, als daß wir gegen ihn , auch nur im geringsten uns weigern börsten. Ein GOtt, und der Schöpfer aller Dinge ist es, dem wir als Geschöpfe unvermeidlich nothwendig dienen müssen, wenn wir auch schon uns widersetzen wollten ; und eben dreier Allmächtige ist es, dem wir uns thöricht widersetzen, wenn wir ihm nicht wil- opf lig, und gerne, und allezeit, wenn )enr wir ihm nicht mit ganzem Herzen die- enn > nen wollen. Es ist aber auch eben da- ing rum höchst gerecht, und höchst billig, baß Unterthanen, die den Zepter eines gutthätigen GOttes verschmähen, die Geißel grausamer Tyrannen empfinden , solcher Tyrannen, die gleich einem bewaffneten Soldaten, sowohl inner, als wir enn Vil- zu hen !che r cju. !Z4 > als außer uns » täglich und stündlich dem Schöpfer zu Befehle stehen, um unsere Treulosigkeiten zu züchtigen, und ^ von uns mit willen, oder mit Ge- , walt den Gehorsam zu erzwingen; i denn der HERR wird stine Geschöpfe bewaffnen, um sich an seinen Feinden zu rächen, und , die ganze Welt wird mit ihm , wider die Törichten streiten* * crcgkuram sä u!u'c>ncm » Sc puA- , Lnsbit «um üla ordir ccrr»rum courrs iu- eculLtos. §->/>. -4- i I I Das Das eschäft des Menschen. u. Buch/ M.S. Geschäft. G ^ .p'IIk- > -W- rLr rZ s !Z7 O O ^ 88er möchte nicht zörnen, oder vielmehr mitleidig lachen, wenn er den Domitian, diesen Großen der Welt, mit verächtlichen Schlechtigkeiten, mit Fliegenfangen, sich beschäftigen sieht ? dieser Niederträchtige, der zum regieren, und am Throne zu glänzen berufen war, dieser machte sich ein Geschäft daraus, täglich eine Zeitlang in seinem Aabinet einsam auf Mücken zu jagen. Läppisch freue- te er sich, mit jener Hand, die den G 2 Zep- Zepter führen sollte, eines dieser gr Lhierchen zu haschen, und durch- !i< stechen zu können; worüber ein in gewisser Vibius Lrispus, auf die ^ pr Frage, ob der Kaiser allein, und je niemand bey ihm wäre, in folgen- sö dem Ausdrucke gespottet: * Ja, w niemand, auch nicht einmal ei- ne Fliege, ist da. Wir lachen über fo ein Geschäft, ! n; über des Domitiaus seine Mücken, » ftz gleichwie wir über die Tändeleyen u! der Kinder zu lachen pflegen. — Doch, gemach! jener war ein blödsinniger Heyd, und diese verste- hens nicht besser. Kinder weinen um eine zerbrochene Puppe, da sie doch der Verlmft einer getreuen Mutter nicht rühret. Kindische ? Ergötzungen kann man den Kin- > dem verzeihen. Wir aber, wie? sind wir, sind unsere Beschäftigungen * Lucromur IZ9 fer H- in )ie i ch n- r, ei- , st, ! n, » en d- lern sie en he : n- ! ? n- gen zuweilen nicht eben so lächerlich , wenn wir uns unermüdet nur immer mit dem Irdischen schleppen, und deßwegen das Bessere, jenes Ewige, wozu wir einzig erschaffen sind, zum Theile, oder etwa auch gänzlich vernachlaßigen, und verlieren? — Ja, ja, wir sind es; und diese unsre Schande ist für uns, wie der Verlurst, nur desto größer , weil das Geschäft, GOTT zu dienen, für uns sechsten das Nützlichste und zugleich auch das leichteste ist. _Zr , GZ S» §. l. 'Ott lohnet unsere Dienste, Er, dem doch allem, auch ohne einzigen Lohn zu dienen wir ganz schuldig sind. Oder, wann hat wohl der Sclav von seinem Herrn eine Belohnung abfodern dörr fen? — Dennoch, GOtt lohnet uns» wenn wir ihm dienen: Und, wer muß nicht GOtt dienen ist das nützlichste Geschäft des Menschen. GOtt dienen ist das nützlichste Geschäft: weil der Lohn dafür ewig ist. M sie sch oll w! !i§ E W H ckl st w di ki d d d f e s L-KR L4l nicht, auch nur aus diesem schon schließen, daß für den eigennützigsten Menschen nichts vortheilhafter seyn könnte, als so einen Belohner zu haben, der, weil er GOttist, zum geben eben so willig , als mächtig, und in beyden dieser Eigenschaften durchaus unendlich ist. Was Großes kannst du von so einem HErrn nicht hoffen, der in allen Stücken so groß ist ? Dergestalt groß, daß seines gleichen niemals einer gewesen, weder seyn wird, noch seyn kann.— i Eine übergroße Belohnung ist es, die GOLt seinen Dienern giebt, obschon i diese itzt noch nicht gegenwärtig, und ! annoch nur zukünftig ist ; denn dieser ! kurze Verschub wird durch das Verdienst unsers Glaubens und Zutrauens ! Die Vermehrung unsers Glückes; und die Versicherung dessen, was wir so unfehlbar hoffen, ist für uns schon itzt eine Gattung einer wirklichen Glückseligkeit. So hoffet, und freuet sich der begierige Handelsmann, da er sein kümmerlich erworbenes Geld auf jahrlangs G 4 Zm- -42 Zinse fremden Händen anvertrauet, und - einträgliche, obschon unsichere Gewinn- sie erwartet. So hoffet, und tröstet sich der gefchäftvolle Beamte, da er seiner längst verheißenen Beförderung mit schlaflosen Sorgen stündlich entgegen sieht. So hoffet der dürftige Dienst- Loth seinen Mühesamen Jahrslohn: und so der arbeitsame Bauer dön Frucht seines Schweißes, wenn er heut mit voller Hand auf den befruchtenden dicker den Getreidsamen hin streuet, den er gestern vom hungernden Munde ersparet hat. Er hoffet, und wartet gar - gerne, wenn er aufs Frühjahr nur glücklich ist. So hoffet jeder, und immer hoffet man seinen zukünftigen Nutzen, obschon diese ermüdende Hofnung uns oft nur beunruhiget; ob sie schon auf lange Jahre verzögert, und endlich nicht selten wider alle Erwartung mit einem jammervollen Ende alle unsere Wünsche vereitelt. Dennoch so hoffet man immer, ^ und man tröstet sich immer eines bessern, obschon des ungewissesten Glückes. Allein nicht so hoffet der Diener Gottes- Nein, nicht auf so ungewiß hm: - sou- son! chei Be un gü ihn Fn wir en, dar St ten der Vc seil trö Gl die he; tig ne Lic an un re< lo, ve sondern sicher, und vollkommen gesichert hoffet er die ihm zugesprochene Belohnung, weil GOTT selbst, der untrügliche, der allmächtige, der gütigste, der getreueste GOTT ihm Bürg dafür ist. — Nicht wie ein Fremder von einem Unbekannten, nicht wie ein Laglöhner von einem untreuen, oder unbeständigen Menschen, den das stürmende Unglück oft selbst außer Stand setzet sein Versprechen zu halten , nicht so zweifelhaft unsicher, sondern wie ein Sohn von dem liebenden Vater, dem das Beste seines Erben selbst nahe am Herzen liegt, so, so getrost , und so glückselig stolz hoffet der Gerechte die Verheißung von GOtt, die frohe Ewigkeit seines täglich annähenden Glückes; und an diesem Mächtigen Troste schwinget sich jedesmal feine Hofnung aus jedem Ungemach freudig empor, wie der schwache Epheu am stützende Pfahle sich empor schwingt, und grünet. Ja, so hoffet der Gerechte , als oft er seine zukünftige Belohnung, die seligkommenden Tage seiner Unsterblichkeit denket. G5 Mit -44 Mit so einer frohen Zuversicht ver- ehren die Königreiche den Erstgebornen ihres Monarchen» obschon dieser itzt noch in der Wiege liegt; und obschon der weinende Säugling annoch nicht fähig ist seine fürstlichen Vorrechte zu wissen, zu schätzen, oder genießen zu können : so wird dennoch dieses Kind von den Umstehenden schon itzt ehrfurcht- voll angesehen; und schon itzt wird es für glückselig geachtet, weit es von der günstigen Natur über Millionen Menschen erhaben, einst Krone und Zepter zu tragen, und alle feine Tage im Ue- berfluße zu leben gebohren ist. Aber, ist es nicht eben dieses? ist es nicht etwas unendlich noch Größeres, welches dir o Mensch, für dieß, daß du GOtt dienest, wirklich, von GOtt verheißen, untrüglich verheißen, und versichert ist? — O doch! was erwartet dich Gutes, was Großes wartet Deiner, mein Christ; und, o wie süß ist es schon itzt für den Gerechten, aus dieser dunkelen Ferne nach jenen ewigzufriedenen Tagen der Seligkeit aufblicken zu können, obgleich wir in diesem hr- ser on cht zu zu ttd )t- es ler ii- er !e- ^ es iß ! tt ^ rd r- ek « ß s i- U r45 sterblichen Fleische annoch nur Schattenbilder jener unsrer zukünftigen Herrlichkeit sehen? jener Herrlichkeit, wo- uns tausend anmüthige Scenen, tausend göttliche Schönheiten immer werden entgegen wallen; wo alle meine, alle deine großen Wünsche befriediget seyn werden; wo wir uns ewig freuen, unaussprechlich freuen, weil wir unaussprechliche Güter, unaussprechlich-große Vorzüge, und Vergnügung auf e- rvig, ohne Ende genießen werden. — Doch, wann? in welcher Zeit werden wir wohl diese große Verheißungen wirklich erfüllet sehen ? wann? wie bald? -— Vieleicht bälder, als wirs vermuthen. Vieleicht nach wenigen Jahren , nach etwelchen Monathen, oder Wochen, und für einige, vieleicht für dich, oder mich, auch schon morgen. Vieleicht schon morgen wird dein unsterblicher Geist dem Leibe, diesem seinem Kerker entfliehen, und das Glückseligkeit-ausstralende Antlitz der Gottheit wird vieleicht schon morgen, gleich einer unendlich - schimmernden Mittagsonne über deinem Haupte Dir aufge- G 6 hen, 146 hen, um dir den süßesten Strom von , te? Entzücken in deine freudengierige Sees wi le zu ergießen. — Schon morgen ist W etwa für dich dieser frohe Tag, wo du I lis den vergnügunssvollen Himmel, a!s , ne dein einzig - wahres, und ewiges Erb- « gut besitzen sollst, um daselbst unendlich ' mehr Gutes, als ich dir sagen, unends ^ lich mehr Gutes, als du selbst hievon j : denken kannst, ewig zu kosten; denn so ^ etwas Großes, Schönes, und Gutes, ^ A saget die Wahrheit:' So etwas hat ^ ein menschliches 2lug noch nie- ' er mals gesehen, kein Ohr hat et-- ^ et was gleiches gehöret, und kein zr Verstand des Menschen hat es " sich jemals gering vorbilden kön- " nen, so etwas Vollkommenes, " und Herrliches, wie jeires ist, „ welches denen, die GOtt dienen, „ zur Belohnung, und zwar als . »' eine ewig dauernde Belohnung " Zu genießen unfehlbar vorbehal- '' Ocu!ui non viciir, ncc ->ur,s »uclivit, ncc in cor koniini» slccnciir, qure prL^srsvicDcur jir- »jiiizuiil «um. r. r. x. ' -47 tett ist. — Wie doch! wie können wir uns glückseliger wünschen ? und wie könnte selbst GOtt mir aller seiner göttlich gütigen Freygebigkeit für seine Diener noch freygebiger seyn? — Nachdem man dem kleinen Nabm chodonosor, * der in seinen Kinderjahren ferne von den Aeltern, wie ein Findelkind weggelegt, in der finstern Bauernhütte unter den sckründigten Handen des Landmanes, dessen Sohn er zu seyn vermeynte, erzogen worden, etwa diese, oder dergleichen Worte zu Ohren geredet hat: " Sey gutes „ Muths, mein Kind, du bist nicht ge- „ bohren die Ochsen zu treiben, oder „ am Pfluge zu schwitzen; ganz was „ Hähers wartet auf dich.— Du bist „ der große Sohn des größten Fürsten, „ der das erste aus allen Reichen der „ Welt für dich in Bereitschaft halt. », Diese zerrißnen Fetzen mußt du mit », einem Rocke von Goldstück, diesen „ abgenützten Hut, mit einer glanzen- „ den Krone, diese Holzaxt mit einem G 7 Zep- Äüü» i» Lsaiel. ia slti» -48 „ Zepter, diese finstere Hütte Mit er- > I „ nem Pallaste, und diese verächtliche i ge „ Knechtschaft mit einem Königreiche „ vcrwechftm. Reichthunr, und Ue- u ,» berstuß, Schätze, und Bediente, u „ Freuden, und Ergötzungen, dieß al- u „ les, und noch mehr wird dir zu Dien- u „ ste seyn, weil du der Erb des gro- », ßen assyrischen Throns bist. „ — n Was erachten wir wohl, daß dieser u Jung, dem es an Witz, und an erhab- n nem Muthe nicht gefehlet, bey Anho- »r rung so einer seltenen Rede in sich sechsten empfunden hat? wird nicht eine so unverhofte Glückseligkeit ihn gänzlich m entzücket haben? und wird nicht, nach w verstandener Wahrheit der Sache, sein T adeliches Blut in seinen Adern, alles dL auf einmal rege geworden seyn? be se Wir aber ? wenn jemand heute auch dir dergleichen etwas vorsagen sollte? A wenn man itzt handgreiflich erwies, daß ^ ^ du aus königlichem Geblüte entsprossen» nach verlausten dreyen Jahren von den Unterthanen erkannt, und zum Besitze der Länder auf den Thron berufen sollst werden? wie würde es dir in deinem ^ Im Innersten seyn? was für edle Gesinnungen würdest du nicht sogleich in dir aufleben machen ? — "So will ich dann, „ würdest du denken, so null ich meiner „ hohen Geburt, nach der ehrwürdigen „ Asche meiner Ahnen durch fürstliche „ Tugenden das öffentliche Zeugniß „ thun. Ferne vom kriechenden Pöbel „ will ich dem Vaterlande zeigen, daß „ ich des Adels , und der Krone, die „ mir die günstige Natur zugeeignet „ hat, eben auch würdig sey. „ So würdest du, so würde jeder aus uns großmüthig sprechen, wenn er wahrnehmen sollte, daß er als Erb des Throns ein prächtiges Reich dieser Erde auf mehrere Jahre zu beherrschen bestimmet sey. Ganz würden wir unser Leben, unsre Art zu reden, und zu denken dahin richten: Wir würden hohe Entschließungen fassen, und unserm Stande gemäß würden wir nur nach erhabnen , nur nach großen Dingen uns sehnen- Nun, warum fühlet nicht unser Herz ganz gleiche, eben solche Bewegungen, da ! 5 -> da wir doch von einem eben solchen» i und weit größern Reiche, das dort im Himmel auf uns wartet, schon wirklich versichert sind? weit besser versichert, als ein schon itzt regierender Fürst wegen seiner Lander hier auf Erde seyn kann; weil jenes, was wir durch den Glauben erkennen, weit gewisser ist, als selbst das, was wir mit Augen itzt sehen. ^— Ja, als viele Selige im Himmel sind, so viele Könige, und Königreiche zählt man dort. Unsterbliche Kömge, ewig unveränderliche Königreiche, worinn immer, und durchaus die süßeste Einigkeit, die vollkommenste Gegenliebe, unbeschreiblicher Reichthum, Pracht, Herrlichkeit, und lauter Vergnügungen wohnen. — Und wie? herrschen wir nichtzum Theile wirklich schon dort ? in der Person desjenigen nämlich, der unser Haupt, nach dem Fleische unser Bruder und Er- loser ist ? der kurz zuvor, als er gen Himmel fuhr, uns versichert hat, daß er dahin gehe, für uns daselbst einen Ort zu bereiten? * O * Vääo xLkLl« vsbir lociun. 14» r>, O unsterbliche Seele! lerne doch einmal dich selbsten schätzen! lerne deine hohe Geburt, deinen Adel, und das große Erbtheil erkennen, zu dem dich dein GOtt, dieser dein Vater bestimmet, und geschaffen hat. — Du bist nicht erschaffen für ein beklagenswürdiges Reich dieser Welt, welches sich nur auf etwelche zwanzig, oder vierzig Jahre, und oft großentheils nur über arme, und gedrückte Sclaven erstreckt. Du bist nicht erschaffen für diese Blumichten Schattenbilder der Freuden, die, wie du siehst» eben so geschwind wieder verwelcken, als sie aufgeblühet haben. Du bist nicht erschaffen für eine kriechende Glückseligkeit, wie jene der Thiere ist, welche, weil sie nur auf den kurzen Genuß eines sinnlichen Vergnügens sich einschränket, allezeit mehr von ihrem Reiße verliert, und endlich dich mit dir selbsten nur immer unzufried- ner machet, je länger du solche genießest. — Nein, o Unsterblicher! der du der Welt itzt unbekannt, dürftig, und verlassen, bey dem magern Stückbrode unter dem Strohdache seufzest, du bist nicht erschaffen, um für allezeiß in diesem Elende zu schmachten ; nicht- s ek daß du mit ängstlicher Sorge immer di dich abnützest- immer mit Unschuldigen in in Thränen zerfließest- und Bösewich- tu ter lachen sehest; nicht, um immer um § Z ter Leim, und Koche zu leben - und an diesem sterblichen Fleische zu kleben: E Nein» sondern dort oben, sieh! dort - st rvo die Sterne glänzen - dort giebt es königliche Burgen, goldglänzende-Pal- vl lläste, entzückende Freuden, nicht nur ß geistliche- sondern auch wahrhaft kör- perttche Freuden. Dort giebt es kost- n bareste Schätze, aufgeklärte Wissenschaft ^ ten, unbegreifliche Klarheiten - und um x verwelkliche Schönheiten, die deiner warten; Kronen dein Haupt zu schmücken , und Zepter - deine Hände zu zis- Ä ren. Alles dieses gehöret dir zu. Nur d dich zu ergötzen, dich ewig zu erquicken- k dich glückselig zu machen, ist alles dieses angesehen; denn du biß der Erb des besten Vaters, der alles dieses ' bereitet hält, um dich dadurch zu beglücken, und für deine Dienste dichs- wig zu lohnen. Sich dann! hier steht sie obschon nm oben- «-t —. »s « ^cs L-KL -5Z chk, i obenhin, nur im Schatten gezeichnet, mer die reitzvolle Himmelsgestalt» und nur gen im Kleinen geschildert die große Erwar- nch- tung jener glückseligkeitr vollen Tage der um , Zukunft, womit der Günstige uns, sei- und Diener, belohnet, worüber selbst die en: Engel unabläßig ernste Betrachtungen 'kt, staunen: Der übergroße Lohn, wovon . kö annoch schier nichts ist gesagt worden, vbschon wir auch alles, was immer gro- nur ßes, und schönes, herrliches, und an- kor- genehmes gesagt, oder gedenket kann M werden, obschon wir dieß alles wirklich - gesagt hätten; den die Nacht kann dem un- Lichte keine Lobrede sprechen, ner um Wer unter uns darf seinem untrügli- M chen Glauben so untreu seyn, daß er ?nr Diese ewig-unfehlbaren Wahrheiten missen, kenne? Wahrheiten die der Mensch- die- gewordene GVtt mit seinem theuer- krb sten Blute versiegelt? Wahrheiten, die seS ' weit gewißer wahre sind, als wahr ist, bs- daß du diese Buchstaben hier liesest, o- )§- der diese meine Worte itzt hörest. Ja, wer unter uns ist so unglückselig fühl- los, baß er nicht über dieses sein eig- am nrs Glück edle Empfindungen, der E- - wig- 154 , wigkeit würdige, große Empfindungen , spüre, und fürohin alles, was nicht e- wig ist, alles mit einer großmüthig - heiligen Verachtung vorbeygehe? — Und wer kann annoch von dem häßlich - däm- j pfenden Dunste dieser Erde so tollsinnig betäubt seyn, daß er das Zugängliche, daß er auch sogar das Häßliche für seine Glückseligkeit achte? Nach dem Schatten sich müde lauft, und das Wahre verkenne? Aus stinkenden Pfützen schöpft, und die Urquelle des lebendigen Wassers mit offenen Augen nicht sehe? — Nein! zu hohem, zu bessern Dingen bin ich geschaffen. So denket, und so redet jedesmal der Diener des allmächtigen GVttes. So denket jeder, der von dem erhabnen Beruft seiner Schöpfung gerühret jedesmal ein Herz voll edelmüthiger Triebe hat; und so besieget er jedesmal alle Befchwerniß dieses zeitlichen Lebens, jede Anfechtung zur Sünde. — Wir aber, können wir annoch so Niedrige seyn, daß wir nach dem Verächtlichen uns sehnen? — Daß wir vom Throne Dc Un um wo ner wo sel! gle im sel ße dü ^ bei nü G ke tü ß< ch L. tl m gen , ne bis in Stall uns herabsetzen? — c e- Daß wir fürstliche Hände, diese zur hei- Unsterblichkeit erschaffenen Hände mit lnd unnützem Spinngewebe füllen , oder lm-- wohl gar mit dem greulichen Wüste einig ner Sünde besudeln? — Kannst du He, wohl himmlischer Erb! kannst du dich für selbst so niederträchtig hassen, ohne zu- >em gleich dich selbst zu cntadeln ? Wie der >as im Evangelium Verlorne Sohn, dich fm selbst zu enterben, und jenes übergro- le- ßen Lohnes, jener königlichen Würde» gen die der Vater des Himmels dir an- ? beut, dich sechsten so sinnlos zu ent- ^ ^ würdigen? — Zo Kann nun der Mensch sich nichts >ie- uützlichers wünschen, als diese ewigen so Güter zu besitzen: So kann er auch 9e- keine nützlichere, keine edlere Beschälet , tigung haben, als eben nur nach die- ebe ^ sin zu streben; das ist, seinem GOtt >lle ' Zu dienen» um hiedurch ein so übergro- s» ßes, und zugleich ewig unveränderlis Sir ches Glück zu verdienen. Es hat as ige der auch von darum anders nichts n§- >en thiq, um meinen obigen Satz noch fer- ro- - uers zu beweisen; denn es ist wirklich, und s und bis zum Ueberflüßigen ist es er-r ! ^ wiesen, daß das Geschäft GOtt zu ^ dienen das nützlichste ist, in Rücksicht GL auf die ewigen Güter. Ja, das nütz- alle lichste Geschäft, obschon wir für unser , ges re Dienste von GOtt auch durchaus ! gar keine andre Belohnung, als nur jene ! W nach diesem Leben zu hoffen hätten; , weil auch dieses Zukünftige allein ! "7^ schon alles enthält, was wir immer Gutes uns wünschen mögen, und es U ben so auch alles unendlich übertrifft, ^ alles, was immer Gutes auf Erde W seyn könnte- für grc Gewiß! wenn die Güter dieser Welt ich als der Lohn von so einem HErrn, wie ist GOtt ist, nicht zu geringe wären: und ksj wenn der Schöpfer eine nur zeitlü tzei che Glückseligkeit zur Belohnung seiner ! sin Diener nicht für zu schlecht» und für zu te unwürdig achtete : Gewiß, so würde ' stö der mächtigste, und freygebigste GOtt ' die Dienste seines göttlichen Sohnes nicht erst nur nach diesem Leben, son- H dem auch^nvch auf dieser Welt würde ^ ^ dieser Gütigste seinen Eingebohrneu l ^ mit zeitlichem Wohlseyn belohnet haben. ' Nun 157 w , Nun dann, wenn die Vergeltung M so übergroß, und wenn das Geschält ht GOtt zu dienen für uns durchaus und tz- allezeit das nützlichste ist: Wie mag es er , geschehen, daß man so unsinnig, und ts ! gar so oft jenes Unendliche für das ^ Wenige, das Schönste für das Häß- ! liche, das Ewige für das Zeitliche ^ ^ ganz unachtsam hinzieht? den Hirsrel e- für die Erde, die unschätzbarste Gnade t, GVttes für die Gunst eines elenden ?e Menschen; die unsterbliche Seele ' für den thierischen, für den in Bälde gräßlich faulenden Leib? das ist , und ?k ich will nur recht weniges sagen, das rs ist, ein Goldstück für einen Heller, das 'd kostbarste Kleid für einen unsaubern Fest- tzen, den ganzen Garten für einen wurm« er i snchigten halbfaulen Apfel. — Können te das unverständige Kind noch unver- rs l ständiger einkaufen? — tt ' 's Sagen : Du habest ein Der- n- dienst für die Ewigkeit verabsau- l Met, sind wenige, aber vieldeutende Worte, eben so viel, als wenn man sa- gen 158 gen könnte, du habest heut einen Erb- ^ theil von mehr, als sechs Millionen ^ Goldgulden verloren. — Sieh! nicht M geringer, sondern unendlich noch grö- die ßer ist der Werth des geringsten Ver- §r Dienstes, der einst ewig dauert, und e- nid tvig belohnet wird werden; und dieß ist If deine unglückliche Verfassung, worinn , arl du wirklich so oft bist, als oft du einen Hi Verdienst für die Ewigkeit zu gewinr g!o nen, oder zu vermehren verabsäumest, zu So lehret der Glauben. M ^ hn So lehret uns der untrügliche Glau- ' str den. Und wie kömmt es, daß wir ü- em der einen so unschätzbar großen, über ru einen ewig - unersetzlichen Schaden ganz S gleichgiltig, schier unempfindlich find? er> — wie kömmt eS, daß wir fast alle-- bc zeit mehr nur auf das Gegenwärtige st) dieses kurz dauernden Lebens hinschauen , und jenes Zukünftige, dieses E- . wige, und Beste, dieses unveränderliche, und unendliche Glück schier gänzlich außer Acht lassen? so außer Acht ^ lassen, als hätten wir keine Augen des ^ Glaubens: als wäre das Zeitliche, als wäre jeder Menschendienst wert nützli- ^ chrr r5> cher für uns, dann jenes einzig? noth- E wendige, jenes allernützlichste Geschäft, jcht GOtt dienen ? Ja, als wenn wir für zrö- die Dienste gegen GOtt, von diesem Zer- Freygebigsten, nur wenig, oder gar d e- nichts zu hoffen hätten? — Wie? — j ist Ist nicht unsre ausschweifende Lebens- cinn arr so? nämlich ganz anders, und schier neu Himmelweit ferne von dem, was wir via- glauben ? — und warum doch sind wir lest. zu unserm ewigen Schade bey Hellem Mittage so blind? eben so blind, als hinläßig, und schläfrig im Dienste um sam ' fers GOttes wir sind? — Erwachet ? ü- endlich ihr von der blendenden Eitelkeit iber eingeschläferten Seelen! erwachet ihr ,anz Söhne des Himmels! — erkennet em nd? ern Erbtheil, und suchet was dro- rlle- den ist ! denn, sehet; eure Erlö- tige simg ist nahe! * »am ' -r ' E- rrli- ' rnz- lcht des M.G. Geschäft. H §. u. als , ----- lHll- ^ * I-cvAtergpilg vcürs; c;uooiam rcäcm^rio velirL. L««, ri. r8. r6s §- U. GOTT dienen ist das nützlich- sie Geschäft, weil auch jedes Zeitliche Glück nur von GOtt ist. im Gr bra ! G ha dei . es Gleichwie der Mensch das Geschöpf G GOttes ist, so sind auch die Güter we dieser Erde, alle sind die Werke des ker Schöpfers, nur das Geschenk von > 6^ seiner Vaterhand. Er allein theilt hie- ma von aus, wem, wann, und wie s ftr er will. Selbst die Früchte unsrer Ar- o( beit, die Werke unsers Witzes, und ist Fleißes, und was wir immer Gutes A haben» oder Vermögen - alles kömmt von dem gütigen Himmel, nur von p- j den herab. * l x. Nur der AERR ist es, der alles giebt, und so ist es auch nur Er, der seine Gabe von dem Unwürdigen oft und ^ Omnc 6-niiii, oj)rimu« - - äclurlum cü »j«- scenäcirs a Mwinum. t. ^7, r6r F und bald wieder zurücknimmt, und ih» im Staube läßt darben, den, der die Gutthat nicht erkennet, oder solche mis- . brauchen will. Dieweil du meine ^ ^ Gebothe, die ich dir anbefohlen ^ habe, nicht gehalten: so will ich dein Reich trennen; und ich will - es deinem Rnechte geben. * So redete GOTT zu dem gottvergeßnen öpf Galomon , damit er diesen belehrte, lter wem er sein zeitliches Glück zu Verbandes ken, und uns, von wem wir solches zu von ' gewarten hätten; nämlich von Nie- hie- manden, als nur von dem HErrn un- vie serm GOtt: Denn der ganze Erd- Ar- boden, und was auf der Erde Md ist, alles ist mein, ** sagt dieser E Allmächtige. ^ ^ Wem aber wird wohl der Ausfpem > der alles Guten seine zeitlichen Güter lies H 2 vor- der ' ^.- ' — oft ^ tzui» no» cu^oij.'üi psKun; mcum 8: prE- ) ccpts me» , qnL mznäsvi , äiliurni'ckii —-- scinclsM icAnui» ruur», Li äsb» i!Inä Icr? 6«- r vo ruo. /ie». n- ! z-, H: r». i6r 'Vt vorzüglich mittheilen? Wer vor andern sen wird diese von ihm besser, und sicherer fto erwarten dürfen, als nur eben derjenü feg ge, der ihm vor andern besser, und ge- treuer gedienet hat ? — Nach Maaß - wi« der Dienste, und des Fleißes belohnet liü der Fürst seinen Bedienten, und der sej, Bauer seinen Knecht. — Menn ab ge, so ihr Menschen, die ihr doch Bö- ße se seyd, den Eurigen gute Din- Fe ge zu geben wisset: um wie viel E mehr wird es euer Vater thun, * öd der beste Vater, der im Himel ist? > N spricht der Sohn GOttes»und die gott, lichen Bücher zeigen uns hievon eine ' Reihe der anmüthigsten Beyspiele. GOtt ist es, ** der den prächtigen ^ Galoinon mit Weisheit, und inik Glücke so häufig überschüttet, daß in ^ Jerusalem der Uebersiuß von Silber, ^ ^ wie die Menge der Steine auf den Gast ^ __stn^ R a, * 5 i crzo vor, curn Ncis ws!i, noKi; bans cl»- er ciriL 6IH5 veüris, msAir ksrci vcHcr, c>ui ^'n coelis cK, öadil bo«L ^>cre»- „ ribus 1e? 7. ^ Lqz. z. i6z )em sen gewesen. * GOtt ist es, der den erer frommen Iosaphat dergestalten ge- eni- segnet hat, daß die Herrlichkeit seines ge- Reiches übergroß, und sein Reichthum, aaß s wie die Schrift redet, gleichsam unendr met ljch geworden. " — GOtt ist es, der der seinem Volke das Brod von, Himel al-- geregnet, *** und den Dürstenden sü- Zo- ßes Wasser **** aus dem härtesten 'in- Felsen hervorquellen gemachet. Dieser diel Ewrggütige ist es, welcher in der ,, * öden Wildnis; mit wenigem Brode nicht 6-r . nur einmal viele tausend Menschen niedr St/, lich gespeiset, """ und der uns alle noch heut zu Tage väterlich nährt, da er auf unsern Feldern die wenigen Sa- ' menkörner hundertfältig vermehrt, und E über selbe seinen fruchtbringenden Va- nii! tersegen vorsichtig herabthauet. — Al- les dieses thut nur er; und er thut es mit so einer göttlichen Güte, daß er > eine gleiche Wohlthat öfters und täg- lich auch dem ärgsten Bösewichte zu I. Nutzen kommen läßt, nur darum, weil auch dieser einst eines aus seinen Kim H z dem * 12. ** r. 17. l§. **** ^»« 7 , r». »i!»»* 6. »r. 61- ütc» cx». dern gewesen, und ißt, vbschsn nM i dai Lurch seine Barmherzigkeit, annoch um ^ ter den Seinigen, so, wie das Unkraut ^ unter dem Weißen vermischet steht. -- ^ Va, nur den Tugendhaften, nur ^ den Kindern GOttes» welche, weil sie dem Schöpfer getreu dienen, über Land, und über Leute den Segen her- E abziehen, gemeiniglich nur diesen müsi ^ sen es die Gottlosen, die gestuchten Sün- denknechte danken» wenn sie ein zeitli- A ches Glück genießen, oder wenn sie ^ nicht eben so unglücklich sind, als sie es ' w wirklich verschulden. nr Hier haben wir auf eine SteÜe gestos- sen, die dem treulosen Sünder vieleicht " ganz unerwartet seyn dörfte. Allein, es ist doch nichts anders; und so blin- 111 de sie auch sind, diejenigen, die das ein- h< zig - nützlichste Geschäft außer Acht las- es sen, und durch böse Anschlage besser, ' x, als durch jenes, daß sie GOtt dienen, - ihr Zeitliches zu befördern glauben: Wie p blinde sie immer sind, diese Söhne der ^ Finsterniß, so können sie doch die göttliche Schrift nicht miskennen, die eben - das 1 -65 E , das vollkommen beweist, dieses nämlich, daß man es gemeiniglich nur denen, die M GOtt eifriger dienen, zu danken hat, __ wenn der HCrr die Strafe, die er ü- ^ der Länder, und Leute verhänget, ent- weder lindert, oder gänzlich wieder oejj nachsieht; wenn der Richter die Tage ber der Rache verzögert, oder wohl gar ,er, auch ein zeitliches Glück dem Unwür- lüst digen, oft nur in Ansehung des Unschul- üm digen, auf eine Weile vergönnet. — So redet GOtt von der Trennung des sie Salomonischen Reiches. Ich es ' will, sagt er, das ganze Reich von seiner Hand nicht wegneh- . men; sondern ich will ihn in ei- A nem Theile desselben wegen mei- „ nem Diener, dem David, der in- nmne Gebothe gehalten hat, noch im herrschen lassen. * Und eben so heißt aß . es von Ioram dem Könige in Iu- ^' da : Er that böses vor dem An- A gesichte des HErrn; der HErr a- >ex der wollte Juda nicht vertilgen, tt- H 4 um en - ' ^ ;> K-L- n- Z4' er'-' r66 UM seines Dieners, des Davids willen. * Die Geschichte mit Helio- lic dorus und Abraham , und eine wu Menge andrer sind für jeden, der Au- , ba> gen oder Ohren hat» eine volle Ueber- «er Zeugung. un ab! Der raubgierige Hellodor kam mit ^ Kriegsleuten in Jerusalem an , um ^ daselbst die Schatze,und das Geld, wel- ches im Tempel hinterlegt war, und A zur Nothdurft der Opfer nicht gehörte, auszukundschaften, und mit ' ^ sich fortzuschleppen. Stolz aufdenBe- " fehl seines Königes * * trat er in die " Kirche zur Schatzkammer, und lachte " des Priesters, der ihn gütig ermähnte, n seine unheiligen Hände von dem Erb- n theile des HErrn zu enthalten. Aber " die Rache des Allmächtigen folgte " ihm am Fuße nach; denn, alle diejeni- . gen, die sich erkühnt hatten, dem He- liodorus zu gehorsamen, alle fielen A durch GOttes Rraft plötzlich zu Bc>- ^ » 4 ^ 8 18. Lfc ' ^ Ltsct»bseoruM z. v. S. tzs 7. /S«. "" ds io- ine llu- , mit um >el- ind ht nit ' Ze- die hte te, rb- >er ste ni- ^ >e- en ;u r§7 Boden in Ohnmacht dahin. He- liodorus entgegen, als der Anführer, wurde durch drey vom Himmel schreck- bar bewafnete Engel gewaltig ergriffen , die ihn in Gegenwart des Volks, und der Priester, welche zu GOtt un- abläßig um Hilfe betheten, so lang, und so schmerzlich gegeißelt, daß er des Todes zu sterben schien. So zugerichtet und gezüchtiget, warfen sie ihn endlich zum Tempel hinaus mit diesem aus- drücklich? Beysatze:" Sage demprie- „ sier Onias Dank; denn der „ HErr hat dir um seinetwillen „ das Leben noch geschenket; „ du aber, nachdem du von GOtt bist „ gegeißelt worden, du foult durch „ dieses dein Beyspiel jedermann die „ Macht und die HErrlichkeit GOk- „ tes verkünden. „ Abraham bethete inständig, GOtt möchte die fünfunzüchtigen Städte nicht so fürchterlich strafen, wie sein gerech, lester Zorn wirklich entschlossen hatte. Ja, antwortete GOtt * diesem seinem H 5 Die- Diener zum vierten - und sechstenmal, ja, wenn in der ganzen Stadt auch nur zwanzig, auch nur Zehen Gerechte zu finden find, so will ich wegen zehen, auch wegen diesen wenigen will ich aller der Uebrigen annoch schonen. -— Wie Vortheilhaft ist nicht so ein Ausspruch für einen, den die Rache GOttes bedrohet? wie nützlich für den Sünder, auch nur darum, weil er denen, die GOtt aufrichtig dienen, nahe ist, oder unter ihnen zu wohnen das Glück hat? , Ioram , von zweenen alliirten Königen begleitet, zog mit einem zahlreichen Kriegsheer wider Moab zu Felde. Durch große Umwege kam er mit der Armee in öde Wüsteneyen, wo Menschen und Vieh vor Durst zu schmachten anfiengen. wehe uns! * schrie er, weil es sein böses Gewissen ihm abnöthigte, wehe uns! drey Aö- mge hat GOtt versammelt, da^ mit ^ 4. Le?> r. Si lro. L-KL r6ß al, inlt er uns zugleich, wie das rdt Schlachtvieh, in die Hände Mo- Ze- abs lieferte. — Der Prophet E- . lisäus allem war übrig , bey welchem ^ Ioram sich Raths erholen, und um ler die Fürbitte zu GOtt ansuchen könnte, m. Was aber erhielt er? nur derbe und ein öffentliche Verweise, so, wie ers verehr dient hatte. — Was fragst du )en mich? und was sollte ich mit dir de- Zu thun haben? * Geh hin zu den Propheten deines Vaters, und deiner Mutter, sagte Elisäus. Und weil Ioram mit Bitten nicht len nachließ, widersetzte der Prophet: l)l- So wahr der HERR der Heer- ZU schaaren lebet, vor dessen Ange- ^ sichte ich stehe, wenn ich nicht ^ auf den Röntg Iosaphat, der * » itzt bey dir ist, zurücksähe, so Häken te ich dich weder geachtet, noch ö- angesehen. " Doch, setzte der a- „ Mann Gottes hinzu, " Doch „ in Ansthung des frommen Io- H 6 „ ja- „ japhat, wird der HCrr auf eine il 1 „ wunderbare Weise dem dürstenden „ Volke häufiges Wasser, und auch , Hc „ dir den voUkoinnen Sieg über » ^h „ Moab ertheilen. „ * -- Alles die- ^ ses ist sogleich, und eben so erfolget: ^ denn, GOtt erschlug die Feinde ohne se daß er nöthig hatte wider dieselben auch dc nur das Schwert zu ziehen. — So sez glücklich , und so siegreich des einzigen Iojaphat wegen , ist auch sogar der §i sündhafteste Ioram geworden. lis, vo Laban ** wurde von Tag zu Tage w> reicher, obschon er ein Götzendiener, uv ein wilder, und untreuer Mann gewe- mi sen. Doch, er wurde immer reicher; H aber auch nur so lang, als der gottes- fürchtige Jacob bey ihm war, welchen er eben darum von sich gar unger- ch ne entlassen; denn, sagte Laban , ich . n! habe es durch die Erfahrung ge- d« lernet, daß nrich GOtt nur we- ch gen deiner gesegnet hat. *** C Und * 4> Lez. z. ** tzkkl. ^v, *** Lm. zo. !7r Und, wem hatte es der abgöttische Putiphar zu danken, daß er sein Haus mit täglichem Segen erfüllet gesehen ? Wem anders, als nur dem keuschen Joseph, einem Sclaven, den man bis ltzt für den geringsten im Hause gehalten. GOtt aber segnete das Haus des Egypters um Joseph willen, und vermehrte alles sein Gut sowohl im Hause, als auf dem Felde. * Dieser himmlische Segen würde auch ohne Zweifel von Zeit zu Zeit sich vergrößert haben, wenn nicht ein unzüchtiges Weib den unschuldigen Jüngling vertrieben, und mit diesem zugleich das Glück aus dem Hause verbannt hatte. Gehet! mit so einem reichlichen Segen wird der Gerechte gesegnet werden saget David, nachdem er schier alle Gattung des zeitlichen Glückes erzählet, mit welchem GOtt denjenigen begünstiget, der ihm H 7 von * Lcneäixi'rHue vominu, ciowHi «MlH xrox- rcr loscrrli. <7«». 172 von Herzen gedienet hat. Diesen, wie itzt angezogene Schriftstelle fortsetzet, diesen wird er segnen in seiner Arbeit, * ** er wird ihn segnen in seinen Rindern; er wird ihn segnen in allem seinem Vorhaben , so wird er ihn segnen, daß oftmals auch der Sünder feinen zeitlichen Segen, oder die Abwendung eines größer» Unheils nur allein diesem Gerechten , mit dem er zu leben etwa das Glück hat, verdanken muß. — Selig ist der Mensch, der den HErrn fürchtet, der an seinen Gebothen große Freude hat; sein Geschlecht wird auf Erde mächtig seyn; Ehren, und Reichthümer werden in seinem Hause wohnen. ** Aber, lasset uns auf die Geschichte des Salomon noch einmal zurücksehen, weil diese Begebenheit merkwür- _dWr * ir)'. ** Lcaruz vir, Hui ti'mer Oottimum, m mSNM (jari; ejus volec nimi; , polen; in rcir» crir lcmkn cjus - . Alori». öi r» «i»m» «jiU. //»/«,. Nt» Liger ist, als daß wir solche nicht genauer erwägen sollten. Es ist unstreitig, daß nie ein so herrliches Reich auf Erde * gestanden hat, wie Iudenland unter der Regierung Galomons war, als lange dieser der wahre Galomon, das ist, im Dienste GOttes standhaft, und eifrig zu seyn nicht aufgehöret hat. Seine Länder erstreckten steh vom Fluße Euphrat bis uns palästmische Meer, und in der Breite, von Egypteri bis an den Pontus Euxirms. Eine Menge kleiner Königreiche waren hier einbegriffen; welche, ohne Ausnahme, den einzigen Galomon als ihr Oberhaupt erkannten, und ihm den jährlichen Tribut abzinsen mußten. Es läßt sich zwar sagen, daß diese jährlichen Abgaben freywillige Geschenke gewesen; aber auch dieß ist gewiß, daß jene untergebnen Fürsten durch Liebe, 774 be, und Hochachtung vielmehr, als Durch Furcht der Waffen hiezu gezwungen wurden; indem sie imer selbst das Kostbarste aus ihren Schätzen ber- vorsuchren, und hiemit ihren Souve- ramenzu bereichern, gleichsam in die Wette stritten. Palästina war eines der fruchtbarsten Länder auf Erde. Ein Land, wo damals Friede, und Ueberfluß wohne- ten, und die Felder, wie die heiligen Bücher sich ausdrücken» in Milch, und Honig gleichsam zu schwimmen schienen. Es ward mit vielen bevölkerten , reichen , und ansehnlichen Städten gezie- ret, die in selbem Jahrhunderte fast unter allen den Vorzug hatten. Nur in Galilaa allein sah man, wie es Joseph, der jüdische Geschichtschreiber saget, über zweyhundert Städte, und Flecken, derer der kleinste Ort mehr als fünfzehentausend Köpfe Einwohner zählte. — Ueberali war dieß gesegnete Reich mit gut angebrachten Festungen umgeben, welche durch die klugen Anstalten des weisesten Königs L-KZ -75 Zeg? alle feindliche Absichten eineschreck- bare Versicherung leisteten. Die Anzahl der Kriegsvölker, die das Land schützten» und stets für die allgemeine Ruhe wachen mußten, ist nicht weniger merkwürdig. Schon David hatte vor seinem Tode dreyzehnmal hundert tausend bewaffnete Männer» die allezeit bereit stunden dem Feinde die Spitze zu biethen. Dreymal hundert tausend hie- von waren unabläßig bewaffnet, und in zwölf Lomando getheilet, derer jedes zu fünf und zwanzig tausend Köpfe gerechnet, von Zeit zu Zeit sich abwechselten » um den Pallast ihres Königes , und die Gegenden, wo dieser Hofhielt zu versichern sowohl, als zu verherrlichen. Am Hofe Galsmons sah man fast eine Unzahl der Dienerschaft, ohne doch das Geringste von einer Unordnung zu sehen. Kein Rangstreit, kein Misver- ständniß, kein unruhiges Getümmel fand daselbst einen Platz, weil die kluge Anstalt dieses vorsichtigen Regenten in allem so weislich vorzubeugen wußte, daß alles, und jedes nur nach den den Regeln der Tugend, und Anstürr- fa digkcit» wie eine wohl tönende Musik gl harmonirte, worüber die Königinn von ^ ih Gabü weit mehr, als über alle andes st reKostbarkeiten bis zur Entzückungen n> staunte. * w Galomon that alles, was immer E Großes ein Fürst thun kann, oder die- o> sen kann groß machen. Berge und Flüft » se ließ er nach Belieben abgraben- Es n führte die kostbarsten Wasserleitungen. h Er übersetzte große Waldungen, und h pflanzte die anmüthigsten Gürten. Er bauete eine Menge Lustschlösser, neus Festungen, und Städte; und was im- § mer die Kunst schönes, oder die Pracht s herrliches erfinden möchte, dieses alles f stellte er dem Auge zur Lust, und des § spaten Nachwelt zur Bewunderung dar. r So mächtig er war, zog er doch nies ; mals ins Feld, um seine Lande zu erwei- ? tern, und nie machte er einen Unterthan j nen seufzen um sich zu bereichern, denn j seine Feinde kamen selbst, und bekann- , ten überwunden zu seyn, alsbald sie ihn , sa- , --- - ! L-KL »77 sahen; und jeder Unterthan achtete sich glücklich, wenn der König etwas von ihm anzunehmen sich würdigte, derge- stalten, daß es schier unglaublich scheinen möchte, was Joseph der obenerwähnte Geschichtschreiber meldet, nämlich : Es sey damals nirgendswo von Gold, oder von Perlen ein Kunststück oder sonst eine Seltenheit gewesen, die nicht die Fürsten aus eignem Triebe mit einer eifersüchtigen Dieristgestissen- heit nach Jerusalem zum Geschenke gebracht haben. Das Ansehen von dreymal hundert Lausend Soldaten, welche Salomon stets auf den Beinen hielt, machte ihn fürchterlich. Die tausend Millionen Goldes, welche in seiner Schatzkammer lagen, verschaften ihm alle mögliche Bequemlichkeit; und seine weisesten Verordnungen, die jedesmal mit dem holdseligsten Betragen begleitet gewesen , jedes wurde als ein neues Wunder der Erde betrachtet. Seine Bedienung war schier ohne Zahl; seine Wohnung » und Kleidung voll der Pracht: sein Geist aufgeklart wie die Sonne, und -73 und sein tiefeinsehender Verstand schien so, wie das weite Weltmeer, ganz unergründlich zu seyn. Seine reihende Leibsgestalt entzückte die Augen, und seine fast englische Beredsamkeit bezwäng die Gemüther, die er mit einer freundschaftlich-süßer Gewalt, wo er nur wollte, hinzulenken wußte, also zwar, daß auch steinharte Herzen, und, wie einige Schriftausleger reden, daß sogar auch die boshaftesten Teufel diesem Fürsten zu willfahren sich nicht weigern möchten. Nie würden wir so leicht an ein Ende kommen , wenn wir alles, was hierüber selbst die heiligen Bücher erzählen, vorbringen wollten. Aber, wie ist doch dieser Monarch, dieser junge Fürst schon in den ersten Jahren seiner Regierung größer als sein Vater, herrlicher, als alle seine Vorführer, reicher, als je einer gewesen, wie ist er dieses alles sobald, und so leicht geworden ? Gewiß? so eine Frage ist vor allem unsrer ganzen Aufmerksamkeit würdig. So höret dann, und lernet ihr alle, die ihr auf dieser Erde inr Se- fen Segen, und im Glücke zu leben verirr- langet. >de , ^ , nd l Salomon hatte seine -Jünglings- de- ' Jahre unter der Aufsicht eines gottes- rer fürchtigen Vaters in remester Unschuld, er und in zärtlicher Frommkeit vollbracht, !so gemäß dem, was er selbst von sich >d, schreibt: Ich war ein Anab von B gutem Verstände, und ich hatte A eine gute Seele. Da ich aber im Guten zugenommen/ habe s, ich auch einen unbefleckten Leib er erhalten; und weil ich wußte/ daß dieses eine besondere Gabe . von GVtt wäre / so trat ich zum eä Herrn / meinem GOtt/ und bethe- iri te ihn inständig aus ganzem Her- C- zen darum. Durch dieses dann >, ward der junge Galomon, der dt Liebling seines GOttes , der ihm die- sen zärtlichen Namen selbst beylegte, * * u- ihm r- --- ^ 5-r/ mir weder Armuth, noch Reich- ^ chum, gieb mir nur allein, was M meinem Unterhalte nöthig ist. ls Dennoch hat ihn GOTT mit dem Ue- ^ berfluße der zeitlichen Güter belohnet, ux Gieb mir nur Weisheit, und s, Verstand, damit ich dein Volk ig gut beherrsche, und hiedmch dir gesauen möge» ich ee- So bethete bep junge König.zu rr» GOtt; nicht nur ein - oder zweymal des n, Tags, sondern unabläßig, und inständigbethete er den HErrn,und nach dem Beyer rr- ^ ^enclicitstem Sc ciiviriss vc ckcöeri, milri: tribue caiUum vlüui M«o «xercllzri,. Z». L- 182 Beyspiele seines Vaters des David achtete es Salomonfür eines seine?' ersten, und wichtigsten Geschäfte, sich täglich in heiligen Betrachtungen mit GOtt zu unterhalten; auf das Gesetz des HErrn mit aller Emsigkeit nach zu denken, solches für sich selbsten zu lernen , und in den heil. Schriften, die er aus Eingebung des göttlichen Geistes verfasset hat, seine Untergebnen zu belehren. Wie unermüdet hat er nicht dem Gottesdienste abgewartet» da er mit, und vor allein seinem Volke ganzer sieben Tage lang das Fest der K'irch- weihe gefeyert? * — und wie prächtig war er bey Erbauung des Tempels, zu dessen Auszierung und Bereicherung er immer nur das Beste, und Kostbarste verwendet hak, dergestalten, daß iu diesem majestätvollen Gotteshause alles von allen Seiten mit <8§ld, und mit Diamanten schimmerte? ** So machte es der verständigste Monarch , den jemals die Erde zu haben das r. 7, ** rrikil crsr in rcmplo, c^uoj »on suro lcZererur. r. 6. rr. b< dk tu m ar dr di m, vc A ! eir i sti n o; r irr das Glück gehabt: Der weiseste König» den die ewige Weisheit mit aller Gats tung von Wissenschaften, folglich auch mit der oekonomischm, aufs beste aufgekläret hatte, und selbst GOTT» durch dessen wunderthätige Erleuchtung dieses alles geschehen ist, selbst den allmächtigen GOtt, als den Urheber davon, würde man lästern müssen, wenn Galomon, wie die eigenmüthigm Staatsklüglinge, und die oekonomi- schen Halbchristen reden, wenn dieser einsichtvolle Regent, als ein Verschwender, als ein andächtiger Müßiggänger, und sein Religionseifer, * als ein Versaumniß M. S. Geschäft. I der * Anmerkung. Dieß find die verwegene« Ausdrücke einer gegen die Religion/ und gegen den katholischen Gottesdienst neuest/ aufgewärmmr Eharreouen, die sein vermummter. Lugcnva- !er in dem' katholischen GalZdttrg , und Frepstttg gedruckt wissen will- — Ein Mensch Der den Scheinheiligen machet, da er eben bis zur Gotteslästerung/ und bis zur häßlichsten Arischwar, jung der kaiholischen Gememdeii/ und Staaten , rwd Fürsten über Haupts ohne Rücksicht/ nnd ohns Ausnahme unverjeha-m ausschweift, der will uns klM Der Zeit zürn Nachtheile des Gtaa- Les sollte angesehen werden» Aber» so Leben nur jene» welche die Religion - als ein Mittel brauchen - ihre zeitlichen Absichten, und Unternehmungen zu , befördern. Ein hvllenwürdiger Grundsatz , der bey dem auserwählken Volke GOttes wie bey Ieroboam^, Io- ranr, Ioas, und Achaz jedesmal die Verheerung der Königreiche , und oft den gänzlichen Untergang der Zander verursachet hat. Ein Grundsatz» der wider alle gesunde Vernunft streikt, als durch die wir gehalten sind, ^ Msere Aemter » unsern Stand»und alles unser Vermögen der Religion brauchbar , und unterwürfig zu machen. Nein ! nur Andacht, nur Tugend, und Frömmigkeit» nur dieses waren die glückseligsten Stützen Des salomonischer; s kluge mache»; und dieser offenbare Feind GOttes, der will auch über das noch der Menschen» Freund heißen-- Bis wie weil wird es dir Bosheit nicht w-'gen, wenn sie wie der Wolf unc r dem Schafpelze, noch länger uns äff n darf?-- W j. rz. ». ri. r. 7. Ki«, M>M Reiches» und so auch die Urquelle des Reichthumes. Denn steh? sagte der Ewige zu Galomon, steh! ich habe gethan , wie drr ' Verlangt hast. — Und, weildM weder um viele Jahre, weder um Reichthum, noch um dem Tod deiner Feinde gebethet: steh ? so habe ich dir Ltzt ein weises - und verständiges Herz gegeben,, dergestalten, daß deinesgleichen > vor dir rnSinals gewesen, und nach dir auch nicht seyn wLd» Zu dem habe ich dir auch jenes gegeben, was du nicht begehret i hast: Wmiich, Reichthunr, und Ehren, also zwar, das deines gleichen nie einer unter den Rö- ^ nigen jemals gewesen ist. * So ^ freygebig ist der HErr in Ausspendung der zeitlichen Güter ; und damit es je- Ja der, t * §c ric ümilis rui in rc»>dur, «uirais rclro ais. l -86 dermann greiflich verstünde, daß jedes zeitliche Glück nur eine Gabe, und ^ Belohnung vom Himmel ist : So hat ^ GOtt mit ausdrücklichen Worten ab , les Vorige von dem ungetreuen Gas ' ^ lomon ohne Verschicke wieder fortge- nommen, alsbald dieser seines GOtt w tes vergessen, und dem HErrn, wie ul Vormals, zu dienen verabsäumet hak. re Dieweil du meine Gebothe, die d< ich dir anbefohlen habe , nicht ge- halten: Go will ich dein Reich A trennen ; und ich will es deinem ^ ßc Rnechte geben. * Der ehemals glück- Dr seligste Galomon ward in wenigen ^ Zähren sammt allen den Seinigen wie- Der fast eben so arm, und schlecht» als A er zuvor reich und herrlich gewesen. *1 in Es hat demnach allen Grund, wenn lej man saget, daß das Geschäft GOtt zu dienen, auch m Ansehung der zeitlichen ' Güter, durchaus das Nützlichste ist» A weil GOtt diese vorzüglich nur denen ^ giebt, die ihm getreuer- als andere die- lic nrn. * j ^ ». i87 des iM. Suchet zu erst das Reich ka? <§Ottes; alles Uebrige, alles al, wird euch zugleich, als eine Zu- za- > läge mitgegeben werden, * So ge- versichert uns selbst das Wort des e- Ot- wigen Mundes. Ja , es ist dieses wie überhaupt, und allezeit richtig - es wa- >at. re dann, wie es nicht selten geschieht, die baß GOtt seinen Diener zu seiner grö- ßern Ehre durch außerordentliche Wer ^ se führen, und dessen Tugend durch zeitliche Widerwärtigkeit auf die Pro- em ^ be stellen wollte, nur damit er ihn hie- äck- Durch unter seinen Auserwählten desto gen vorzüglicher erhöhen, und einst vor der oie- ganzen Welt desto herrlicher machen kön- als te, so wie wir es von dem geduldigen Job, und von dem frommen Tobias in heiliger Schrift zu unserm Troste enn lesen. den > Doch, auch diese großen Diener Got- lst, tes, den Job, und Tobias, hat sie nen GOtt nicht auch auf dieser Welt reich- die- lichst belohnet? Tobias erhielt durch . I 3 ei- I sZI mnen vom Himmel abgesandten Enget seine vorige Gesundheit, und mit dieser zugleich einen Ueberssuß der Mir- chen Güter.' Eben so gab der HErr dem betrang» Sen Job * ^ an Reichthümern, an Ansehen, und am Glücke alles wieder, und Weit mehrer, als er zuvor jemals gs- Habt hatte. GOtt machte es nämlich, wie ein König dieser Erde, der den gefährlichsten Dosis nur seinen bestem Soldaten vertrauet, damit diese Gelegenheit Hütten, ihre Tapferkeit zu zeigen , und nebst dem Siegesruhme eine Desto größere Belohnung- von ihm M empfangen. Erwacht es, wie ein liebreicher Vater, der von seinem Kinde Den Apfel zurückbegebet, den er ihm e- Len geschenket hat. Er begehret das Gegebene zurück, nur danrit er durch eine neue Wohlthat dem lieben Sohne Doppelt so viel wieder geben könnte. Gewiß, diejenigen, welche, wie ein Job, von GOTT itzt geprüfet wer- Ten, auch diese können sich, wie Job, noch * D6 tL ** L. 4Z. M zer> es spr Ja da prr Wa nie de tsi m M WL Kd! dei a Wch in diesem Leben von GOtt eme zeitliche Vergeltung versprechen, wenn es anders ihnen ihr Gewisien nicht ab- spricht, daß sie in ihren jugendlichen Jahre» so unschuldig wie Tobias, ^ daß sie in widrigen Zufallen gegen die prüfende Hand Gottes, so wie Job/ standhaft getreue gewesen; und daß nicht etwa nur die rachfodernde Sünde die bittere Urquelle ihrer Drangsale ist. — Vorn Dornstrauche sammelt man nicht süße Trauben, And keinen weitzen Vom Felde ^ Wo die Ausschweifungen der Jugend, oder die Unbarmherzigk-ik des wuchernden Eigennutzes nichts , als Unkraut ausgesäet haben. ** Ist es nicht ? — Wahr jsi es, auch die Heyden, die Zm wahren GOtt so sinnlos miskens _^4_nen, ^ Lum cüer junior Omnibus, nibil kamen puo. rile Aedit in operc ; cumc^ue omncs irc:-x sci viculos aureos^ bic iolus fuAiebar conlor-, lia omnium. - - k-ec Sc bis üwllia iccunäuM IcZem Oci pucrulus obiervabar. ?sK. i. ** Kanquiä coÜigunr äe lpinir uv»r>,- «rk öv »ibuüs Leus § 9. iK»- nen, auch die Gottlosesten unter den Christen, die Christum oft so treulos beleidigen, auch diese sind in ihrem zeitlichen Gewerbe, in ihren Anschlägen , und Geschäften nicht selten die Glücklichsten. Stets lacht ihnen, wie es scheint, der frohe Frühling entgegen , und der wüthende Hagel, der den Gerechten getroffen, geht oftmals nur bey den Bösewichten ohne Schaden vorüber. Aber, find wohl die Gottlosen von darum so glücklich, weil sie Gottlose sind? oder, kann wohl dieses ihr Glück auch anders woher kommen, als eben nur von GOTT, ohne welchen doch nichts ist, und nichts bestehen mag, rvas immer ist? — gewiß nicht. Nur von GOtt ist es, was immer auch die Gottlosen Gutes haben; nur von GOtt ist es, der nichts, auch nickt das Geringste , will unbelohnt lassen, da er < wie es der heilige Augustin von dem Glücke der heydnischen Römer gesaget hat) da dieser Gütigste auch denjenigen , der seine Lebenstage vieleicht Kur einmal etwas Gutes gethan, auch die- diesen für dieses wenige mit wohlthätigem Auge auf etwelche Tage mitleidig anblickt; weil er doch vorsteht, der Allwissende, daß so ein elender Mensch sich, seiner übrigen Sünden wegen, jener bessern, und ewigen Belohnung einst auf ewig werde entbehren müssen. So unendlich gütig ist der HErr» auch gegen die, welche Böse sind; auA gegen seine Feinde: um wie viel mehr wird er es für seine Freunde so seyn» dieser Gutthätigste, der sogar den Verruchtesten Gutes thut ? der beste Vater, welcher, wie er sechsten sagte, niemals das Brod * von seinen Kindern wegnimmt, um solches den Hunden, das ist, dem Sünder hinzuwerfen. Es bleibt also unumstößlich wahr, Daß das Geschäft GOTT zu dienen, auch in Rücksicht auf den Wohlstand der zeitlichen Güter allezeit das Nützlichste ist, weil doch nur eben dieses» gleichwie es das einzige ist, das wir ^3 5 thun Hon ck bonnm iunrcrc psnsin üüdrum , »»M«ke ,6. SDK thun sollen, also auch der emM'wahre Ae! Mund unsers zeitlichen Glückes ist. W gäl Wie sehr dann darf es uns reuen, der haß wir oft so blind im Nebel getap- nac Pet, da wir durch eine schläfrige Wer- gar absaumung dieses nützlichsten Geschäfts- her dem HSrrn unserm GOtt zu dienen - ein einen zeitlichen Gewinn gesuchet, oder für unser Glück anders, als nur durch, und Ml mit GOtt zu machen gehoffet haben? lM — Ist es Wunder, wenn der Ewige riä unsre gewissenslsse Hofnung vereitelt? selk wenn er endlich seine Gaben zurück- ' Ler MMNt, um solche dorthin zu verwett- dei den, wo sie besser- erkannt, oder doch le i minder mishandelt sind? err die Wuchernder Richter! du sitzest gesät- so Äget am Tische, und du wühlest gleich- sen ssam im Segen des Himmels, ohne vie- ob leicht auch nur einmal des Tages mit , rm dankbarem Herzen an Gottes Güte zu da. denken, die statt der Strafe, die du verschuldet hast, gegen dich bisher immer , noch freygebig gewesen. — Gelegne- M ter Sandmann! jährlich siehst du deine G mferrde'Nahrung am Felde dir zula- > ^ chen; re Am; du füllest die Körbe auf den Weinbergen» und deine Sacke in Obstgärten. Du bindst eine Garbe nach r» der andern; du lädst einen Wagm p- nach dem andern, und du drischest dm r- ganzen Herbst in der geschenkten Gabe ch herum: dieß aber fällt dir nur selten r, ein, daß du dem weltversorger habe für dankest, wenigstens früh Morgens?- und des Abends mit einem aus erkennt- - - licher Ehrfurcht gebogenem Knie auf- Ze richtig dankest. Wie? würdest du nicht ? sechsten über so einen Undank deiner Un- Z- ' Lerthanen, deiner Äienstbothen, oder n- deiner Kinder ermüden? über einen siech le Monathe, und Jahre lang so fortdauernden Undank? und warum soll es dich wundern , daß endlich auch GOtt» t- so , wie du sechsten es thun würdest, h- seine freygebige Vaterhand einzieht, e- ob gleich keine andere Sünden, als it nur dieser dein Undank, die Ursache u dazu wären? — A Ihr habet vieles ausgesäet, e- rmd wenig eingebracht, saget re GOTT durch seinen Propheten» * " ._— Z 6 Ihr * ». r-4 Ihr habet euch nach vielen umge- fthen: und sehet, es ist wenig geworden. — " Ihr habet es in „ euere Häuser gebracht, und ich „ habe es wieder weggenomen. „ Ich euer GOtt, von dem al- „ lein aller Gegen ist, ich bin der „ HErr, der dieß alles gethan, „ ich mache den Friede, und schaft /, fe auch das Uebel. * Ich habe „ es gethan, weil ihr an meine Worte nicht geglaubet, weil ihr meine Dro- „ hungen nicht gefürchtet, weil ihr mir „ nicht gedienet, weil ihr meine Die- ner verachtet, und gekranket habet; „ darlnn habe ich angefangerr „ euch euerer Sünden wegen „ zuschlagen. ** — Darum „ seyd ihr verflucht, und müsset „ Mangel leiden, weil ihr alle „ zusammen mich beleidiget: — „ und ihr sprechet: mit was be- ,, leidigen wir dich ? *** n Ihr * ie. 45. 7. ** Ui'ck«». L. 6. ?. „ Ihr habet große Noth, und den- „ noch höret ihr zu sündigen nicht auf. „ — Ihr sündiget eben zur Zeit, wo „ ich eurer Sünde halber wirklich euch „ züchtige. Was würdet ihr nicht „ thun, wenn ich noch länger dazu „ schwiege? wenn ich , wie zuvor euch „ im Glücke iiner so fortleben liesse? — „ Nein, euch zur Strafe habe ich ,, euere Anschläge zernichtet, euere „ Arbeiten fruchtlos, und das Brod », von euern Scheuern verschwinden „ gemacht. — Doch, nur darum ha- „ be ich solche Dinge gethan, damit », ihr Buße thuet, und ich euch alles „ wieder geben könnte; damit ihr ler- ,, net, wie, und wem ihr es in „ Zukunft zu verdanken habet. — „ Versuchet mich hierin»! versuchet die Wahrheit meiner Worte , ob ich nicht euch die Fenster des Himmels eröfnen, und den Brodsegen Lm Ueberflusse über euch wieder ausgießen werde. * 2 7 Aber * Lrobzre me Nwcr koc, Äi'cir Oominus: L i9§ L-KU AVer seht es der HErr sogleich wieder bey, suchet zu erst das Reich Gottes, und stme Gerechtigkeit; weil nur dieses das Erste, und das Einzig e nothwendige ist , wozu ihr erschaffen seyd. Dieses suchet mit aufrichtigem, mit »«geheucheltem , mit standhaftem Herzen ; und sehet, alles Uebrige, dieses Zeitliche wird euch/' wie eine Sache/, die des Suchens nicht werth ist, zugleich mitgegeben werden. — So redet die unfehlbare Wahrheit; nur der Ungläubige kann daran zweifeln. speruero csrsrsüss coeli, Lc ekluöcro vobi; denccZiÄioneM urauc sä sbunäsnU- srn. Z, wev- »97 Zweyter Uheil. GDtt dienen ist das leichteste Geschäft des Menschen. - -. - . L» §- I. GOtt dienen ist das leichteste Geschäft in Betrachtung des HErrn - den; man dienet. wäre leichter für uns, als einen solchen HErrn haben, der unsere Dienste niemals vonnöthen hätte; einen HErrn, dsr uns dergestalten be- lohnete» daß er auch den guten Willen allein statt des Werkes aufnähme, und so gar auch den Schlaf, den seine Knechte mit gutmeynendem Herzen zu seinem Dienste ihm aufopferten, reichlichst vergelten wollte. Fürwahr, dieß wäre ein Glüs, wo man fein Brod mit 198 mit Schlafen gewinnen, und» auch mK Nichtsthun, nach Wunsche sich bereichern könnte. Doch, wo ist wohl dieser Gütigste, der es mit seinen Dienern so leicht, und so gerne zufrieden ist? wo ist dieser Mächtigste, der allezeit, und in allem sechsten sich allein ganz erklecklich ist ? Ja, wo, und wer ist dieser übergroße HErr, wenn es unser GOtt nicht ist , Er, der dieß a6es und noch unendlich mehr, als alles dieses ist ?—Zehn tausendmal hundert tausend, * und unzählbar mehr stehen jederzeit zu seinem Dienste bereit. Sie umgeben seinen Thron, nicht etwa zu seiner Hilfe, zu seiner Pflegung, oder Versicherung, sondern ganz nur zur Pracht, und nur -ur Verherrlichung. Dieß allein ist alles, was die Menge, was die Unzahl dieser Diener zu thun hat; nur damit sie zur Ehre ihres HErrn prächtig einher gehen, und damit die Geschöpfe diß Großheit des Schöpfers hjedurch desto besser erkennen möchten. P vänicl. r» i», ei- »99 Groß ist der HErr. Unendlichkeit ist sein Eigenthum, und der Schimmer ferner Großheiten, den er zuweil auch in seinen Dienern hervorleuchten man ^ chet» hat weder Maaß noch Ende. k " Nicht seine Diener sind es» die ihn» lek so wie einen Fürsten dieser Erde, ver- al- größer»; Er ist es von sich; einzig ' ich nur durch sich selbsten ist er dieß alles, er- was er ist; und er ist es von Ewigkeit Ht her, bis in Ewigkeit, ohne daß er hie- >d- zu einer Hilfe, eines Rathes » oder hn sonst eines andern Dinges bedürfte. >n- ' 'M GOtt bedarf keiner Sache von uns; en weil er allmächtig ist. Nur wir be- ä" Larfen Seiner; und immer, in jedem ^' Augenblicke bedarfen wir seiner Hilfe; u* * weil wir seine Geschöpfe sind, die auf A eine so nothwendige Weife vom Schö- ^ pfer abhängen, daß wir durch uns selb- "k sien nichts, gar nichts vermögen» *** und ohne ihn, unsern GOtt, in jedem "d Augenblicke ganz in unser Nichtsseyn zurückfallen müßten, als aus welchem nur * 144. z. 4». rl. Sc »r. Hon czuoä luKcicorcz ümur coztz. «Lre cx «vbir. r. <7^ r. s, nur seine gütige Machthand uns k-eks ßer Vorgezogen, und uns amwch bis itzk? mü stündlich und augenblicklich erhält. Die- rig, ser Allnrächtrge fodert eben darum W von uns nicht so fast unsere Dienste f em derer er nie, gar niemals nöthig hat. gle Er begehret vielmehr nur jenes, was che Misere Dienstleistungen öffentlich am Mb zeigen sollen: nämlich das BekänntniK unsrer gänzlichen Unterwerfung, die - wir seiner unsterblichen Majestät jedes- unj mal zu erweisen unentbehrlich schuldig wn sind. ^ kor frei Nun ? so übergroß der HErr in seh wir um unendlichen Großheiten ist: eben hei so und nicht minder auch freundlich ist sen er gegen uns, gegen seine Knechte, uu- «er endlich freundlicher, als es finstere Ms. M rancholanken sich gemeiniglich einbilden. — Die Msnsthm pflegen sich .. GOtt m vielen Stücken so vorzustellen? ^ E wie sie, die Menschen selbst in ihrem ^ Innern beschaffen sind? besser, oder schlechter? und nach jenem Maaße? wie ^ sie die Kräfte ihrer Seele mehr, oder * minder aufgeklärt, und gereimget haben. Daher geschieht es, daß em sim lktR steres, stolzes, oder melancholisches Geht , mükh auch von GOtt sehr finstere,traute- rige» und melancholische Begriffe sich um machet; daß man den Ewigen, als ke , einen fürchterlichenernsthaften, und at. gleichsam sauer - sehenden HErrn, wel- as cher nur Traurigkeit, und Schrecken M, gebiethet, sich vorbilde. * * nK die Weit gefehlt; denn es ist dem HErrn, es- unserm GOtt gar nicht zur Ehre, wenn djS wir das Bild seiner unendlichen Voll- komenheit nach dem finstern Dunkel unsrer Mwermögechert abzeichnen, wenn sei- wir den Höchsten nach unsern Schwachen Heiken messen, und sein göttliches Weift sen nicht vielmehr nur nach dem rei- m- nen Triebe eines lebhaften Glaubens rs. rms vorstellen wollen. "* iil- ick Nein! nichts ist liebenswürdiger, als GOtt, das Wesen aller Wesen, ' das in dem glückseligsten Besitze der voll- )er kom- oie ' ^ * Loxido iuper vor,sie Voiriinur, cosic.itiokcz p»««-,- Se noa sÄiüioni,. Lk«,,»». n. » » » ^ori cnim cvZNLkioncr mcrc co;;!ratlc:r:es vc- 'N- Nr«, nec-ue vr« vcÄr« vi» mcrc, ciicir Vy- ! LÜuus. ^7 , 5 . S. L- /e>. Los kommensten Glückseligkeit ist. Wir kZM nen keinen Hähern, und großem HErm denken; aber wir können uns auch keinen bessern Vater, keinen mächtigern, und zugleich zärtern Freund bilden. Er ist reich an Barmherzigkeit gegen uns; denn er läßt seine Güte vor uns hergehen» als einen herrlichen: Spiegel seiner wohlthätigen Vollkommenheiten zu unsrer Nothdurft, zu unsrer Genießung, zu unserm Ueberstusse, und zu unsrer Ergötzung ; und die ganze Welt muß aus seiner liebvollm Anordnung zu unserm Besten bereitet seyn, als lang wir in seinem Dienste getreue sind. Nichts ist liebenswürdiger,als GOtk, auch damals, wo er fürchterlich ist; weil er von uns nur darum gefürchtet seyn will, damit er für uns, und gegen uns desto liebreicher seyn könne, Dergestalt liebenswürdig, daß Davi?> der König in Mrtte seiner Trübsal, in Mitte des Verdrußes, und der ängstlichen Sorgen, die ihn quälten, sich aufzumuntern das beste, und das kräftigste Hilfsmittel fand, wenn er seines GOd 2s; GOttes gedenkte. Ich dachte an Meinen GOtt, und ich freuete Mich,^ saget er. Der einzige Gedanke an GOtt war schon vollkommen erklecklich, denjenigen, der vom Gesetze der Liebe, womit der Erlöstr unsere späteren Tage gesegnet, sich annoch weit entfernet gesehen, mit Freude zn überschütten, und diesen Reumüthigen» der wegen begangener Sünde stets voll heilsamer Furcht war, in die süßeste Frolockung des Herzens zu versetzen. So angenehm, und freudenvoll ist auch nur das Andenken an GOtt; und so wunderbar freundlich, ja so gar gefällig ist der HErr in seinem Umgänge mit uns, mit seinen Dienern: ganz anders, als es ein Monarch dieser Erde gegen die Seimgen ist. Es wünscht sich etwa ein armer Unterthan seinen Landsfürsten zu sprechen. Gut l aber wie schwer läßt es nicht, bis der Hilflose auch nur einmal diesen kostbaren Zugang ausfindig machet? wie kurz A kcnuic contcils^i anim« nies, mcmor hü Lc äciLgAtur luW. -A/. 76. kurz entgegen ist gemeiniglich das VM gönnte Gehör? Und wenn er nebst einemfrostigen Hofbescheide gar nichts erhält: So muß er doch dieses allein M größten Gnade sich seyn lassen, daß er sein Ansuchen bey höchster Stelle, auch um einmal Hak vorbringen dörfen. Nicht fo verhält sich der Allerhöchste gegen uns. Seine Ansprach kömt tms niemals so theuer zu stehen. —- Oder, hätte nicht auch er mit gleichem R. chte ein Gesetz machen können, daß wir Sterblichen uns niemals erkühnen sollten, an ihn, den Allmächtigen Unsre Bitte zu stellen , als nur etwa zu stner Zeit» wo er vom Himmel auf unsere geheiligten Altäre herabzusteigen pflegt? Nein, geliebet vielmehr , als gesorchten will er von uns seyn ; schier bis zur Verschwendung seines Ansehens will er auch so gar gefällig für uns seyn; und selbst seine Majestät scheint er herabzusetzen , nur damit er gegen uns desto freundlicher seyn möchte. Dieser HErr der Herrschenden, dieser unser GOtt ist alLeM willig, jeoey stt- M- ei- er- zm ee ach mt ett? aß -M en zrr IN- lM rls Lee ns nz er- )e- ies Wer Drener zu hören, bey Lage, und bey Nacht, an jedem Orte, wo, und Wann, und so oft man nur w;U : Auch damals ist er es willig , wo er. wirklich aus dem Tbrone der Herrlichkeit öder K öniae dieser Welt ftineMcheüe spricht^ Er läßt mich ferner nicht warten ; rch darf auch auf die Anspräche mit ihm gar nickt sorgfältig seyn.« Ick darf mir nicht Mühe geben durch auserlesene Worte meinen Vortrag glänzend zu machen, und ich darf nuch nicht sorgen- Mit weinen Angelegenheiten etwa zu weitläufig zu werden« Je aufr'chtiqer- je einfältiger ich rede, nur desto mehr gefalle ich; und ich kann niemals mit ihm reden, daß ich nicht einen Gna- densegen von seiner gutthätigen Vaters Hand erhalte. Wie! könnte wohl ein HErr leutseliger sich zeigen? Und was könnte noch leichter seyn, als so einen HErrn zu bedienen, der selbst seinen Dienern zu Dienste zu seyn scheint ? Ja, wie könnte man einen bessern HErr auch nur einmal sich wünschen, als es eben unser GOtt ist- der, so machttg, und rerch L 06 L-KL immer er ist, so unendlich gütig ist ee zugleich, daß er oftmals statt aller Be- GL dienung mit dem guten Willen seiner M Diener sich schon vollkommen begnüget; rrl denn auch den Willen allein nimmt er W. nicht selten fürs Werk an, und diesen Mi belohnet er gemeiniglich eben so hoch, den als wenn man ihm wirklich schon mit al- Ml kem möglichen Fleiße gebienet hatte. für Du findst dich etwa außer Stande» de Dieles zu bethen» öfters zzr fasten, oder kerl ein größeres Almosen zu geben: Es man- M l geln dir die Kräfte dazu. — Es fehs nur let dir etwa an Gelegenheit zur Ehre sut deines GOttes große Dinge zu unternehmen, oder das Unternommene aus- 8 zuführen: Und sieh! eine aufrichtige dm Meynung dieses zu thun, durch solche o- faß der durch was immer andere gute Wer- hat ke GOtt zu ehren, und ihm zu gefallen» es dieser in sich selbst, obschon ganz kraftlo- am se, aber zugleich wvhlmeynende Wunsch» i red auch dieß wenige ist ihm, diesem Gü- rwi tigsten, schon genug; und es ist zu dei- ^ uem Nutzen oft eben so viel, als wenn »er du alles wirklich gethan hättest, wem A" du es nur für GOtt zu thun, oder geo ein 267 i e» 8e- ner et; ee sen ch, al- de» dee an- eh- hre kers ns- ige eo- »ers en^ klo- sch, m- reimn mn ge- r Man zu haben verlangest. — Er, dein GOtt, er wird dich eben so, und nicht geringer, als das Werk sechsten, wird er diesen deinen guten Willen belohnen. Was könnte erwünschlichers seyn? — Mit Schlafen, und mit Nichtsthun seinen Lobn zu gewinnen, und so, ohne Mühe sich bereichern können, welch ein seltenes , und zugleich wahres Glücke für unsaber auch welch eine Schande ! welch ein Abendtheuer der Faultest ist es nicht, wenn man sogar bis zu diesem Nichtsthun zu träge, und oft nur darum so träge ist, weil der HErr gütig ist? — Dennoch, dieser HERR, den du durch Trägheit, und Untreue bisher fast täglich beleidiget hast, eben dieser hat dir auch täglich wieder auf ein neues verziehen. Er hat dich bis itzt noch allezeit geduldet, beschützet, und genäh- ret- Er will aber deiner Missethaten auf ewig vergessen, und er ladet dich über- Das neuerdings wiederum zu seiner ewigen Glückseligkeit, zur größten Belohnung für die geringsten Dienstleistungen ein. Sageist nicht auch dieses allein M. G.Gesichäft. K schon 208 schon eme lebendige Ueberzeugung aus ?er deinem innersten Herzen, daß der HErr fe unser GOtt unermessen gütig, und eben gl, so auch unendlich freygebig ist ? oder, ^o wo ist wohl ein HErr dieser Erde, der gx die Fehler seiner Diener so willig ver- sp, zeiht ? Der seine Bedienung den Gest mgen immer so leichte macht, und der ^ zugleich mit so Wenigem sich gerne be- gnügen läßt? — Wo ist der Knecht, von dem man nicht gemeiniglich mit al- ler Strenge erfodert, was er zu thun schuldig, und viekeicht auch dieses oft ^ kaum vermögend ist? Und wo ist jener , ^ beglückte Bediente, der es sich schmeü ^ cheln darf, daß seine Herrschaft mit fest -pl nem guten Willen nicht minder zu frie- „ den wäre, und ihm diesen allein eben G so freygebig, wie seilte wirklichen Dien- „ sie, belohnen würde, im Falle, daß er unbrauchbar, und seine ganze Lebens- " zeit krank liegen sollte? — Nein, nur " der HErr unser GOtt ist es, der ge- , -- gen seine Diener so unaussprechlich gü- „ tig ist. -- Ki Noch hatte Abraham seinen Sohn S nicht geschlachtet; sein großmüthig-zit- ^ Lern- - 209 us lernder Vaterarm war erst im Begrif- Lrr ft den Befehl zu vollziehen, als ihm so- )en gleich der Allmächtige zurief, und !r' von dem schweren Gesetze, daß er ihm der gestern gegeben, ihn schon wiederum los sprach. * Warum aber so? Der Ewi- ^ W, der seinen Diener nur prüfen woll- re, war mit dessen guten Wille, statt Des Werkes, schon gänzlich begnüget; und auch diesen einzigen Willen lobte, ^ und belohnte der HErr eben so sehr, als oft Abraham seinen geliebtesten I- saac wirklich zum Brandopfer gemachek, ' als hatte er alles bis auf den letzten sei- Punkt erfüllet. „ Weil du dieses rie- „ große Ding gethan, " sagte ben G-OLL, " und weil du mir zu Eieren- „ he deirren eignen Sohn nicht > er „ geschonet hast , so will ich dich „ux groß, und herrlich machen, ü- ge, , „ der alles, was groß und herr- gü- „ lich auf dem Erdhoden ist. „ — Und, o wie sehr Viele, Schwache, Kränkliche, oder Arme, schier in allen ohn Stücken sonst unvermögende Leute herr- zit- ^_ Äs scheu k- ^ -i icgcm tuam. ,/i/. i>8. ** Vico opers mc» Uc^i. 44 . Lix im sogar meinen Schlaf; und der HErr die ist für seinen Diener so gütig, daß er uen auch diese Ruhe, und den Schlaf, den 2s- ich zur Ehre seines Namens ihm auf- ien- opfere, mir eben so belohnet, als wenn ich M seinem Dienste gearbeitet, und ^ für die Beobachtung seines Gesetzes ge- wachet hätte. Wir wissen, schreibt e- benfalls Paulus, der Apostel, wir wissen, daß denen, die GOTT he-r lieben, alle Dinge zum besten rr, gereichen.* inte 2e nun! was könnte leichter seyn ^ als so einen freygebigen, und gütigen ^A HErrn zu haben? So einen göttlich- freygebigen, dessen unendliche Güte zur ^ Sammlung, und Mehrung unserer Ver- M, dienste, uns, so wie er es selbst ist, en: gleichsam allmächtig machet ? Denn und gleichwie bey Erschaffung der Dinge für gut- die Allmacht des Ewigen schon gelle, nug war, daß er es wollte, und so- gleich ist jedes erschaffen gewesen: Es — Kz wer- 7 . üoäi- " Lcimus, cjuoniam öili'Zcnkibui vcum omniL» . coopcrAk>c»r ik bosum- L»-» r8. L1L werde! Und es ist geworden r ^ eben so ist es auch seiner unendlichen Güte gegen uns, um uns zu belohnen, schon genug, daß wir es für ihn und wegen ihm wohlmeynend wollen,'obschon wir das, was wir so gut wollen, niemals zu vollziehen vermochten. So gar unsre Wünsche belohnet er; den Willen fürs Werk. Wenn wir nur viel, nur recht vieles wollen; auch nur Wolle» erkleckt schon. "Wie? Könnte der HErr wohl gütiger, und was könnte zu seinem Dienste noch leichter seyn ? * Oixit, Sc sZÜ» kunt, r. -v. 9. *» SuKcit vellc, Sc co»tc6s lii»c omrii», L T- n. GOtt dienm ist das leichteste Geschäft in Erwägung der Dienste/ die der HErr, unser GOtt von uns fodern könnte. §öahr ist es, nicht allezeit ist der Höchste mit diesem allein schon zuftie- den. den , das wir ihm dienen wollen. E§ will überdas, und durchaus billig will er es, daß es auch offenbar werde, ob wir thätig, und in Wahrheit, oder nur mit dem Munde, und durch leere Worte ihm dienen. And wer aus uns darf sich dawider beschweren, auch einzig nur darum, weil er, der solches begehret, der HErr ist?—- Ob, und wie schwer es sey, was der HErr, unser GOtt zu seinem Dienste erfodert,dieß muß man nach jenem abmessen, was, und wie viel der Mensch gegen GOTT schuldig, und was der Schöpfer vorn Menschen zu begehren berechtiget ist. — Wenn die wüthende Flamme die umstehenden Häuser deiner Nachbarn, alle bis in Grund verzehret, zugleich aber den größten, und beßten Theil des Deinigen unverletzt läßt: so schätzest du dich, selbst in deinem Unglücke, noch glücklich. Wenn einer deiner Gläubiger für eine Schuld von tausend Thaler sich mit hundert begnüget: so ist diese Schuld gegen der vorigen, zu tausend, etwas geringes, und leichtes, obschon auch diese hun« K 4 dert 274 dert dir sehr schwer fallen sollten; und» so werden oft große Dinge, für leichte geachtet» wenn solche mit etwas, das weit schwerer ist, in Vergleich kommen. Nun kömmt es dahin an, was, und wie vieles dein GOtt von dir habe fodern können» damit du auf jenes, was er wirklich begehret» ob es leicht sey, oder nicht, desto richtiger schlies- sen mögest. GOtt» der alleinig dein Schöpfte ist» der ist auch alleinig ein vollkomme- , ner, ein unumschränkter HErr. Er allein ist der Eigenthums - Besitzer über dich» und über alles das Deinige; ü- ber alles, was im Himmel, und auf Erde ist. — Er kann also , und er darf mit dir machen, was ihm, diesem Höchsten, beliebet. Er kann dich erhöhen» oder erniedrigen. Nach seinem Belieben mag er dich bereichern, wie i einen Salomon, oder erarmen, wie einen Job. Er kann das nämliche mit dir öfters so thun, wann, und wie es ihm gefällig ist. Er kann dich gesund,, oder krank, belehrt, oder unwG send- ind send machen, beym Leben - ertasten , o- ch- der tödten; denn die Gesundheit, und s , Leibsstärke, die Weisheit, Ehre , und m- Verachtung, Reichthum, und Armuth, is, der Tod, und das Leben, und was im- mer erdenklich ist, alles steht in seiner s, Machthande; er mag es geben, oder cht nehmen , wann , wem , und wie' lest er nur will; Niemand darf ihn deßwegen fragen, warum er so thue: weil er hiezu allezeit ein unendlich besseres Recht hat, als wir» da wir etwa unsere eignen Sachen nach Willkuhr verkaufen, abnutzen, oder verschanken, und solche, wie es uns gefällig , zum guten, oder' schlechten Gebrauche verwenden. Wir thu» damit, wie wir nur wollen, weil es, wie wir sagen, unser Eigenthum m ist. rr- k- So kann dann der HErr , dein GOtt mit dir nach seinem Gefallen verordnen. Statt zehen Gebothe hätte er Hunderte, oder eine eben so große Anzahl der Gesetze, wie im alten Testamente den Juden, dir aufbürden können. Er hätte dir alle Ergvtzlichkeiten einschränken, und alle Bequemlichkeiten in der Nah- K 5 rung, rung, und Kleidung verbiethen können, die er itzt zur ehrbaren Erquickung dir nachsieht, gestattet, und selbst mit einer anmüthig - wechselnden Vorsicht für jede Jahrszeit dir väterlich anbiethet. Nur wenige Dinge hat er, zum Kennzeichen feiner Obergewalt, und zur schuldigsten Bezeugung deines Gehorsames sich vorbehalten wollen. Doch, der Allmächtige hatte auch diese seine wenige Gebothe, zu deiner Prüfung, öfters verändern, er hätte sie, wie am Berg Sinai, mit hundert fchreckbaren Bedrohungen täglich? oder stündlich dir neuerdings wieder einschärfen können. Dieß hätte er thun können, und zwar desto billiger hätte ers so gethan, weil er es von Ewigkeit vorsah, daß eine gelindere Art, womit seine Liebe dem Sünder bis heut zu Tage begegnet» daß dieß alles bey einem sinnlichen Menschen ganz ohne Furcht, und ohne Frucht, gleichsam nur verschwendet seyn würde. Ueberdas hätte der Schöpfer zur Be- Z?7 >n- Belohnung unserer Dienste etwas «ring endlich geringeres, und nur kurz dau- nit erndes uns aussprechen können, etwa cht Zweyhundert Jahre in einem irdischen »ie« Paradiese zu leben, nach welchem wir un wie andere Thiere der Erde in unser nd voriges Nichtseyn wieder vergehen sollte- ten. Ja, dieser höchst (gebiethende hatte sogar auch alle seine Gebothe getrauest zu befolgen uns auflegen, und rch dennoch uns dazu ganz ohne einzige rer Vergeltung verbinden können; alles tte einzig nur darum, weil er der HErr rn- ' ist: ein unendlich größerer HErr , H, als die mächtigsten Könige über den in- Geringsten ihrer Unterthanen, oder un wir selbst über unsere Knechte, oder tte Lastthiere sind. Ein ewiger HErr eik der alles mit Allmacht beherrschet, und w- Niemanden was schuldig ist. Der uk Unendliche , dessen wir auch nur die ep . niedrigsten Sclaven zu seyn, durchaus ne nicht würdig sind. — So hatte der ^ Schöpfer, ohne zu strenge zu seyn, mit uns körnen verfahren, weil mirs ^ ja selbst mit unserm Eigenthums eben ^ so machen. Denn, wer bist du o K 6 Mensch l t S5Z: Mensch! ftaget der Apostel, ^ wer bist du, daß du mit deinem GOTT rechten charfst? spricht dann ein Werk zu dem , der es gemacht hat, warunl hast du mit mir also gemacht? „ Mache dich, auf, und geh in des' „ Hafners Haus hinab! sagte GOtt „ zu Ieremtas, daselbst sollst du „ meine Worte hören. Und ich gieng „ in des Hafners Haus hinab, und „ sah, wie er ein Geschier auf der ,, Scheibe machte: und das Geschier,, „ welches er aus dem Letten gestalte- „ te, zerbrach. Da fieng der Hafner „ wieder an, und machte ein anderes, „ wie es ihm gefiel; und der HErrre- „ dete zu mir, sagend : B^ann ichs> „ nicht auch eben so mit euch ma- „ chen, ihr aus dem Haus Ist „ rael? Hat der Hafner nicht Macht „ aus einem und aus dem nämlichen „ Leimklumpe ein Geschier zur Herr- lichkeit, und ein anderes zum ver- -ry ächtlichen Gebrauche zu machen?* " Gehet wie der Letten in des Hafners Hand ist: also seyd auch ihr, o Haus Istael, in meiner Hand. ** Und, wie höchst billig ist für uns jedesmal jedes Schicksal vom HErrn, weil es doch allezeit nur ein Werk seiner göttlichen Gnade ist, wenn er, unser Schöpfer , uns etwa zu prüfen oder sonst was von uns zu begehren sich würdiget? Mit so einer großmüthigeu heiligen Ergebenheit haben die drey unschuldigen Knaben Gidrach, Mijasch, und Abdenago sich der prüfenden Hand Gottes unterworfen, da es dem Himmel gefiel, ihre Tugend in dem schrecklichen Feuerofen zu bewähren. Es ist nicht nöthig, *** sprachen sie zu Nabuchodonojor, dem Tyrann , es ist nicht nöthig, daß wir auf dein gottloses Begehren dir antworten. Denn, sieh! um K 7 „ str * rr. S. z > 2LO str GOtt, den wir ehren, der be kann uns aus den; brennenden dr Feuerofen retten, und aus bei- th um Handen, o Rönig, erlöstn; . U'B, wenn er dieses schon nicht tk m will, wenn er uns schon den Flammen, und dem grausamsten Tode überlassen will: sh sollst du gleichwohl wissen, daß wir dem HErrn unserm GOrr allein dienen, ihn anbothen, und ihn; ewig getreu bleiben werden- So demükhrg redeten Die Unschuldigen in dieser schwersten Feuersprüfung. Wie dürften wohl wir uns beklagen, besonders, nachdem wir Sünden mit Sünden gsmehrek, ;md deßwegen vom HErrn vielmehr die Straf, als eine Nachsicht verdient haben? Wir haben deinen Gebothen nicht gehorchet ; wir haben nicht gehalten, was du uns befohlen. Du aber o HErr! Hast alles, was du mit uns gethan, und was du ü- sST s-2.2.2 Z. T 2 2 2LI bek uns verhängest, alles hast du aus gerechtestem Urtheile gethan, sagte Daniel. * Wir selbst, was erwarten wir von den Unsrigen anderes, wenn wrr sie etwa ihrer Vergebungen wegen haben züchtigen müssen ? Gewiß ! die gut - erzogenen Kinder knßen dem Vater, und der Mutter die Hände dafür; weil die Strafe, so wehe sie immer dem Söhn- lein gethan hat, dennoch allezeit gelinder» und geringer zu seyn pflegt, als es der Fehler verschuldet, und die väterliche Obergewalt thun hätte können. Schon genug, daß Der Gezüchtigte so eine Strafe für leicht, und sogar für eine Gutthat soll achten; genug, daß ihn der Vater nicht noch härter hat hergenommen. — So wollen wirs von den Unsrigen haben: und warum sollten wir es nicht eben so ansehen, wenn unser GOtt mit uns auf eben solche Weise verfährt? Warum sollte ein gleiches von unserm GOtt nicht weit leichter für uns seyn, weil wir es doch un- ^ Daniel, L22 fehlbar wissen , daß derjenige, der es- st>l so mit uns angeht, nicht nur der ^Err, M sondern zugleich auch unser GOtt ist, „ der es allezeit besser machet, als der Beßte unter den Fürsten, und so auch alles weit aufrichtiger meynet, als der " liebreicheste Vater? — Nur eines " will ich zu diesem Vorhaben aus den „ heiligen Büchern hier beybringen, ein „ Muster der Anbethungs - würdigsten „ Urtheile des HErrn, und zugleich ein rührendes Beyspiel eines demüthig; Büßenden. " Hell, der Fürst, und hohe Prie- " ster Israels erzörnte den Himmel, weil „ er die Sünden seiner Kinder etwas „ gleichgiltig angesehen, und solche nicht „ anders, als nur mit unthätigen Worten gezüchtiget hatte. Bald darauf läßt " GOtt ihm die Strafe bedeuten; eine " bittere Strafe, worüber, wie GOtt . " selbsten sich ausdrücket, worüber je- „ dem, der es hören wird, vor „ Schrecken, beyde Ohren klingen sob - 2 ) es- ft>llen.^ — " Ich will, sind die l2, Worte des HErrn, "ich will sein „ Geschlecht um dieser Sünde ^ „ wegen immerzu strafen, die- A „ weil, da er wußte, daß seine es „ Söhne sich ärgerlich aufführen „ ten, er sie dennoch nicht ge- nn „ straft hat. Derowegen habe e» „ ich dem Haus Heli geschworen, „ daß diese seine Missethat nie- ' „ mals, weder durch Schlacht- „ opfer, noch durch Gaben solle ie- „ ausgelöschet werden. Es wer- eil „ den die Tage kommen, wo ich as „ seinen Arm, und den Arm des Ht „ Hauses seines Vaters will ab- «e „ schneiden, also zwar, daß kein ns betagter Mann in seinem Ge- »tt „ schlewt seyn solle. Er soll sei- e- „ nen Gegner im Tempel sehen, >r „ die Augen sollen ihm darüber M ,, ver- Lccc , eZo fzeio verkurn in Isrsel. c^uoil » ^uicun^ue zu^i'eri'c, nnnicrit smbL surcr i. F. v. li. L24 „ vergehen; seine Seele soll vok au „ Leide verschmachten, und die der ,, beyden ungerathenen Söhne ure „ sollen an dem nämlichen Tage ^ „ sammt dem Vater des Todes ^ „ sterben. ^ — „ Alle diese fürch- ih^ terlichen Dinge ließ GOTT dem He-- de klang Vorhinein ankündigen, da'miS S glerchsam der lang vorgebend, und dau- au ernde Schmerz desto empfindlicher, und tei dem Büßenden, wenn er es wollte, zur Bezahlung seiner Schulde desto nützlicher wäre- Wer sieht hier nicht große und über- ^ Kroße Beschwernisse, um bey so schmerz- U lichen Umständen im Glauben, in Hoft ^ nung, und in der Liebe gegen GOtt im- ^ mer standhaft zu bleiben? um den Will ^ len des HErrn mit vollkommener Er- ^ gebenheit anzubethen, und unter der kc strafenden Zuchtruthe sich unabsnder- ' er lich mit reuvollem Herzen zu beugen? ke — Gewiß eine höchst schwere Prüfung w für einen zärtlichen Vater, und so g auch * r. L«. s. K25 Sk auch für einen hinläßigen Vorgesetzten , )ie denen die Sünde ihrer Untergebnen g§- ne meiniglich weit geringer scheint, als daß sie sich selbst dafür so scharf woll- ten hergenommen wissen. Aber GOtt ^ urtheilte ganz anders ; und eben so urs ch^ theilte auch der reumüthige Hell, in- >e- dem er diese traurige Ankündung der niS Strafe mit ehrfurchtvoller Gelassenheit ru- aufnahm, und nichts anderes antwor- nd rete, als : Er ist der HErr! * — e r Hell hat nicht gesagt, wie scharf strafest du doch! wie schwer ist deine Hand, mein GOtt! Derbe- er-, tagte Greis fühlte nur gar zu wohl die schmerzenden Streiche der Gerechtig- of- keit; aber er wußte zugleich, das alles m, dieses von dem jemgen herkäme, der, ljh als Schöpfer und vollkomener HErr, er- noch etwas weit härteres anordnen >er könnte, in dessen Vergleich alles, was er- ' er itzt leiden würde, gleichsam für leich- 1 ? te, und sogar auch für gut zu achten ng wäre. — was er irr seinen Aufs gen für gut findet, das thue er; , _ denn ? Lomiliu« est. i. z. S2§ denn er ist der HErr. * Dieß war die einzige Antwort des büßenden Alten, des bekränzten, aber zugleich auch reuvollen Vaters. — Es ist also Eines der wichtigsten,auf welches man bey jeder im Dienste GOt- tes uns vorfallenden Beschwerniß zurückdenken solle, dieses nämlich, daß er unser Schöpfer, daß nur er der HErr ist. GOtt selbst hat solches anzeigen wollen, da er den Juden seine Gesetze verkündigte, und nach jedem schier allezeit dieses nämliche insonderheit wiederholte: Ich bin der HErr. Ich bin der HErr euer GOtt, sagt er, " ihr sollet nicht stehlen. „ Ihr sollet nicht Lügen; es soll „ auch niemand seinen Nächsten „ betrügen. Ich bin der HErr.,,** „ Du sollst deinem Nächsten keine „ Unbilde anthun. — Du sollst nicht _ »» bis vominus ek, quaä bonum eli ia oculis e» jur, koc facisc. i. z. 18. lZui» vominus. . . Lev/,. 19. Ks.- LFrL 227 ft bis auf den anderen Morgen den „ Lohn deines Taglöhners zurückhal- „ ten, noch vor dem Blinden etwas „ legen, daran er sich flösse; Denn „ ich bin der HErr. „ Du sollst nichts thun, was unbil- „ lig ist; — du sollst nicht auf die Per- „ son des Armen, weder auf die Per- », son des Gewaltigen, sondern nur al- », lein auf die Gerechtigkeit Acht ha- „ ben. — Du sollst weder ein Ver- „ leumder, noch ein Ohrenblaser un- „ ter deinem Volke seyn- — Nichts „ sollst du wider die Liebe deines Nach- „ ften unternehmen; Ich bin der „ HErr. „ Du sollst gegen deinem Bruder in 1, deinem Herzen keinen Haß tragen. „ — Du sollst nicht Rache suchen, noch „ an die Unbild deiner Mitbürger ge- », denken : Ich bin der HErr. „ Haltet alle meine Gebothe, „ und alle Verordnungen, und „ voll- -28 „ vollziehet dieselben. Ich bin M „ der HErr, euer GOtt. * thr ste So redete GOtt mit Israel, seinem be! Wolke- Er wiederholte das nämliche Lreyzehnmal in diesem einzigen Capi- ^ tel; und fast jedem seiner Befehle setzte er auf ein neues diesen Schluß, diese «5- Wewegursache bey: Denn ich bin der HERR. Als wollte er sagen: gedenke 0 Mensch! daß ichs bin, der solches befiehlt: und schon dieses allein soll drr genug seyn, daß du es gerne, und ^ leicht thust; weil ich, als der vollkonv A ne HErr, weit größere Dinge von dir ' fodern könnte, gegen welchen dieses, was ich wirklich begehre, allezeit für etwas Weniges, und Leichtes zu ach- ten ist. Ich bin der HERR. Du V bist mein Geschöpf, und das Werk mei- fe ner Hände, welches ich jedesmal, so, hj wie du die Pflanze deines Gartens, . ^ nach Belieben abschneiden, oder auch §§ sammt der Wurzel ausreißen kann, und _Vi-l, ist ^ . . m ^ LollNoalte omn-z mc» , Sc uni- vcrlz j-uUciz, K c». LZi vomiirur ' ^ 19. bin rem iche spitzte Lese )in ge- sol- soll md un- dir es, für rch- k)U nei- so, >s, uch md uni- 229 Niemand darf fragen, warum ich dieß thue. -- Der Baum fällt, oder steht, wie es dem, der HErr ist, beliebet. * — ^ Domino tllo üsk« »ul caäir. 14. 4. §. m° GVtt dienen ist das leichteste Geschäft, in Rücksicht aufdie Dienste, die der HErr von uns wirklich erfodert» >enn es nicht schwer dem Schöpfer zu dienen , weil dieser Höchstge- diethende der einzige HErr ist, der alles, auch das Beschwerlichste von uns fodern könnte: So ist eben dieses noch leichter, ja sogar süß, und angenehm ist es, wenn man betrachtet, daß jenes , was unser GOtt zu seinem Dienste von uns wirklich begehret, durchaus LZ0 aus nur leichte, nur wenige, und für „ uns seibsten höchst nützliche Dinge sind. „ > — Ich behaupte hiemit eben das, was „ der Apostel Johannes langst schon ge- „ sagt, und der untrügliche GOtt ausge- du sprochen hat: Seine Gebothe sind ber nicht schwer. * Mein Joch ist tes fuß, und die Bürde die ich euch auflege, ist leicht.** Sobethem G> ert das ewige Wort: Und wer darf dei so verwegen seyn, daß er hierüber dem mc göttlichen Lehrmeister widerspreche? dsi daß er der Sinnlichkeit mehr, als dem » re Evangelium glaube, und die Wahr- p" Heit selbst lügen heiße? M ., eu Erstumme, und schäme dich, der du wi wider die besten Gesinnungen des gü- jst tigsten GOttes zu murren» oder zu dem i« ken dich erfrechest! — Nein, "saget B „ abermal der unfehlbare GOtt; , o! „ Nein mein Geboth, so ich dir ^ m „ auflege, ist nicht über dich, ^ ___ „nichts * cjus Arsvi» »c>n llink, l> 5. (l * ^ ^uZum meum lusve ck.. 2c yrius mcum E vc. ii. zo. r *** ?e>. H. ! 2zr füc „ nicht über deine Rräfte, daß sind. „ du davon dich entschuldigen solltest; was „ und mein Gesetz ist nicht so a ge- „ weit von dir enefernet, " daß sge- du wider die genaue Erfüllung dessel- tnd den mit Grunde etwas einwenden könn- ist test. Wahr ist es: jeder muß im Dienste Heu- Gottes Beschwerniße fühlen: der Sün, darf der am meisten, und dieß zwar jedes- dem mal um desto mehr, je mehr er gesün- >e ? diget, weil er desto mehrer für die Eh- dem > re GOttes zu ergänzen, zu verbessern, ahr- und abzubüßen hat, wenn er doch, wie jene, die unschuldiger gelebt haben, ^ einst in eben den Himmel mit eingehen e du will. — Die Befolgung des Gesetzes gu- jft also, in dieser Anordnung der gött- den- ljchen Vorsicht, fast niemals ganz ohne kget Beschwerden, es mag dieses geringer, *** , oder größer, ein wahres, oder anschei- div ^ nendes, und auch oft nur nach unserm ch, Dünkel so seyn; denn, wo kein Be- § fchwerniß, dort ist auch kein Verdienst. Oder, wo wäre der Grund von GOtt einen Lohn zu verdienen ? wo wäre die " *' . Gelegenheit durch unsere Werke dem i M. s. Geschäft. L Schöp- Lzr L-KS Schöpfer ein würdiges Wohlgefallen zu machen? wie könnte der HErr jemals uns prüfen? wo und wie könnten wir ihm unsern Gehorsam, unsre Treue, unsern Glauben, unsre Hoffnung , und Liebe beweisen? wie könnten wir GOtt dienen ? wie könnten wir dieses, wenn hierin» niemal etwas Beschwerliches vorkäme? die Gebothe des HErrn müssen demnach einigermaßen eine Last, ein Joch , und eine Bürde seyn, damit sie verdienstlich seyn könnten - sie hören aber, wie Christus spricht, deßwegen nicht auf ein süßes Joch, eine leichte Bürde zu seyn, gleichwie für den Schnecken sein Haus ist. Schier eben so hat uns GOtt sein Gesetz aufgelegt, daß wir es immer mit uns, und auf uns tragen sollten. Ein süßes Joch, weil es uns von dem wahrhaft schweren Last unserer sündhaften Leidenschaften befreyet, und so die angenehmste Freystadt für uns ist, als worinnen wir Erdwürmer, unter dem Schutze des Allmächtigen, gegen alle unsere Feinde in Sicherheit sitzen, und immer die süßeste Herzens-Ruhe genießen mögen. Gleichwie nun jenes, daß man Beschwernisse fühlet, zur Erwerbung, und Mehrung des Verdienstes durchaus nothwendig ist: so ist auch dieses ganz unleugbar, daß der Grund dessen, worüber wir iik Dienste unsers GOtteS uns klagen, insgemein, oder meisten- theils nur unsre Weichlichkeit, nur die verderbte Neigung unsrer Sinnlichkeit ist; so gleichwie es nur dein verderbter Geschmack ist, wenn du die Annehmlichkeit des kostbarsten Weins nicht fühlest, als lang du den Mund mit kindischen Schleckerbißchen gefüllt hast. Tausend, und tausend andere urtheilen ganz anders, als du, indem sie alles, und eben jenes durchaus leicht, süß, und angenehm finden, was du im Dienste gegen GOtt hart, und beschwerlich zu seyn vorgiebst. Frage sie, und glaube es dieser Anzahl der Diener GOttes; sie werden es einmüthig aussprechen»daß Das Geschäft, GOTT zu dienen, vor allen andern das leichteste ist; daß sie die Ehre für desto größer achten, je L - schwe- SZ4 LrKK schwerer der Posto, und je harter daK un Unternehmen, welches GOtt ihnen, xui als den Tapfersten unter seinen Soldar „ei ten, anvertrauen will; und daß selbst der heftigste Streit, wodurch sie zum ru Dienste des HErrn sich, und ihre Am . de muthungen besiegen, jedesmal weit süßer , und weit vergnügender kömmt, als alle jene Ergötzungen dks Sünders, ^ womit dieser sein Herz vielmehr abmak- ^ ten, als befriedigen kann. Der stine ej, Gelüsten bezwingt, saget GOtt*, in dem werde ich ein verborgenes , A Hinnnelbrod zu verkosten geben, nämlich eine Zufriedenheit, die alles, A was sinnlich ist, ungemein übertrist; ^ ein innerlich- tröstendes Vergnügen, wo- ^ rüber alle frolocken, die das Gesetz des HErrn von ganzem Herzen erfüllen. —- Hast du dergleichen etwas noch niemals ^ erfahren ? wie kannst du dann gering A davon sprechen? wie kannst du, wie ; ^ der Blinde von der Färb, hievon ur- » theilen, indem du das Süße für sau- A er, und jenes für unerträglich ansiehst, ^ was dem diener GOttes ganz leicht, ' ——. und v - ». i7. 2Z5 und höchst angenehm ist? — Ja, warum fallt dir nicht schwer ein Sclav deiner Sünden zu seyn? gewiß, hievon kannst du reden; deine eigne Erfahrung giebt dir dessen den überzeugenden Beweis. Wohlan ! sage, ob es so leicht sey » eine unruhige, eine niederträchtige, eine zügellose Leidenschaft zu begnügen? so eine Leidenschaft, die dich öfters Geld, und Gesundheit, oft auch Ehre, und Ansehen kostet? so eine verdammlich- häßliche Leidenschaft, wo man statt des unendlich-vollkommenen Schöpfers ein elendes Geschöpf liebet, das ist: statt der reinesten Quelle aus stinkenden Kothlacken trinket, und statt eines königlichen Gastmahles sich mit dem faulenden Aas sättiget ? gräßliche Reir tzungen! Wem fällten diese auch nur einmal eine Versuchung verursachen? doch, dieß ist der Gegenstand deiner sündigen Liebe. Sage, ob eben dieser dir nicht sehr theuer komme ? ja, sage, ob es nicht schwer sey, jenen unvermeidlichen, und bis auf das Innerste der Seele durchnagenden Gewissensbiß auszuhal- L z ten, LZ6 ken, welcher jedes Gemüth, das noch nicht gänzlich erhärtet ist, wie eine blutige Folterbank martert? Sich also, spricht der Prophet Ieremias, * sieh o Sünder! daß es sehr schwer, hundertmal schwerer, und bitterhart ist, dem HErrn, deinem GL)tt,untreue geworden zu seyn! — Eine unzählige Menge, alle und jede, die so ein Unglück erfahren, und bereuet haben, alle betheuern es, das Sünden - Joch sey vor allem das schwerste, und das bitterste, ganz unerträglich schwer. Sie haben diese häßlichen Bande zerrissen, und getrost wandeln sie jetzt, als die Söhne des Himmels, in Der glückseligsten Freyheit des Geistes. Diese, und jene haben dieses gekonnt, warum nicht auch du? GOTT stellet uns seinen Dienst, Das Geschäft unsers Heils, unter dem Gleichniß eines Gastmahles vor. ** Was könnte angenehmers seyn? gewiß, ge- ^ §c>rc>, Lc vicie, c>uis clurum öc siNLrum eKre- liczuisse rc vominum Ocum iuum. r» l-. 2Z7 gegen dem, was der Sünder bey allen seinen Ausschweifungen Gutes zu haben, oder zu genießen vermeynt, gegen allen diesen sündhaften und eitlen Ergö- tzungen ist das Geschäft GOtt zu dienen eben so leicht, als es leicht ist, bey einem niedlichen, und durchaus fröli- chen Gastmahle zu sitzen. GOtt ladet in der Person eines Hausvaters jeden» auch dich dazu ein. Wie? kannst du dich gegen diese Einladung beschweren? wer hat jemals gesagt: es seye leichter bey einem mühesamen Leben zu schwitzen, als bey einer gut zugerichteten Tafel zu essen, und zutrinken? Dennoch, so redest du, als oft du im Dienste gegen GOtt, mit den evangelischen Gasten * allerhand Schwirigkeiten, Ausfluchten , und Entschuldigungen verwendest. Aber, weh euch! spricht Isaias, ** weh euch; die ihr in euern Augen verständig seyd. Die ihr das Böse Gut, und das Gute Bös nennet. Die ihr Finster- —_L 4 niß 14 ** Vs, Hui sgpicnccr eüi? in ocuür vciUis, V»: ! r^ui ciicilis mslum bonum, A i»onum mslum, öcc, s. rs. Sc L!. szS niß für Licht, und Licht für Finsterniß haltet: die ihr aus Bitter fuß, und aus Süß bitter machet: Ihr werdet gar bald von diesem kostbaren Gastmahle euch eben so auf ewig ausgeschlossen sehen, und bey allem eu- erm zeitlichen Glücke werdet ihr, wie der Verlorne Sohn bey den Schweinkley- en feüfzen: 2) wie elend muß mein Herz vor Hunger verschmachten! da indessen die Taglöhner, die Geringsten, die mit gutem Gewissen GOtt dienen» in dem Haus meines Vaters täglich ihr Brod im Ueberfiuß genießen. * Siehso, und nicht anders sind die Beschwerden, die du vorgiebst. Sie sind ohne Grund. Sie sind etwas Leichtes, und Süßes gegen den Beschwerden des Sünders, Sie sind nicht die Klagen des Geistes der Wahrheit, sondern des tragen, des verderbten Sündenfleisches, und der Luge. Sie 0uLnri mcrccnztii in clomn ?gcris rnci sinnr- psnibus! öc kic s»me jierco. /.»c. 15. L-KL LZ9 sind ein rauschendes Geschwätz deiner kränklichen Einbildung; ein lächerliches Gespenst, worüber nur Kinder erschrecken. — Eine viehische Sinnlichkeit » ein schändlicher Eigennutz, eine träge Weichlichkeit, dieß ist die Last, worüber du seufzest. Lauter solche Beschwerden , welche nur du sechsten, nicht so fast aus Schwachheit der Natur» sondern aus Bosheit deines eignen Muthwillen, wie du wohl weist, dir zugezogen hast. Wieder wen willst du noch klagen ? — Doch, wir wollen diese, dem Gesetz GOttes entgegen murrenden Einwürfe noch genauer» und zum Theil auch ins besondere erwägen. Nun dann, was ist endlich dasjenige, und wie viele sind wohl diese großen, und so beschwerlichen Dinge, die der HErr von uns wirklich erfodert! Schwirigkeiten» wegen welchen der Sünder seine Sünde imer will entschuldiget wissen? — Ich will dir es sage») , antwortete Michäas * der L 5 Pro- -r Inälcsbc, ridi , o komo, c^uicl donum tik, qa>ci Oomnrus lcauirst L tc. 6. r-k- Prophet, bis zu deiner Beschämung will ich dirs sagen, o Mensch! „ was der HErr, dein GOtt /, von dir begehret. " — Du sollst GOtt deinen HErrn, von ganzem Herzen lieben, * und eben darum soll alles , was du thust, aller zeit mit jener Meynung geschehen, daß du dem HErrn, deinem GOtt dadurch dienest. — Du sollst den Nächsten lieben: weil er dein Nächster, weil er das Ebenbild deines GOktes ist. — Sieh! diese zwey Gebothe sind das ganze Gesetz; sie sind alles und das einzige, was dein GOtt zu seinem Dienste erfodert. " Zur Erfüllung dessen hast du weder Hände noch Füsse, weder Gesundheit- noch Leibsstärke, weder Adel, noch Wissenschaften, weder Geld noch Güter , noch einer andern großen Mühe von- ^ /?«>«/. 6. 2c rr, " viÜAckir vominuni vcum kuum cXtoro cok- cic run, öcc. cüÜA» proximum ruum, licur re ipsum, ilr kir ciuabuz univcrsL lex penciec 3L plvxkcc«. rr. V. Z7. öc 4«. 24k donnothen. Nur ein gukmeynendes Herz mußt du haben; nur die Meynung um durch jenes, was du sonsten schon thust, oder thun sollst, deinem GOtt zu gefallen, und ihm dadurch dienen zu wollen. Du sollst den HErrn, deinen <8C)tt lieben. Welch eine Gattung von Befehlen ist diese! ist es nicht eben so, als wenn man dem Hungrigen das Essen, dem Dürstenden das Trinken, und dem ermüdeten Arbeiter die Ruhe durch ein besonderes Geboth, und mit Bedrohen befehlen wollte? Nein, würde jeder in solchen Umstanden sagen, man darf mir so etwas nicht schaffen; gebt mir nur, was hiezu nöthig ist; r.ur viel, und was Gutes , es braucht sein Gebiethen; ich thue alles dieß selbst gerne. Gewiß, ein solches Geboth würde auch für jedes unvernünftige Thier ganz überflüßig seyn. Aber, ist nicht unsre Seele, ist nicht dieser unsterbliche Geist eben so, nur zur Liebe des Schöpfers , wie diese Speise, und der Trunk zur Ernährung des Kör- L6 vers» -42 pers, wie der Vogel zum Flug, und der Fisch zum Wasser, erschaffen? Warum dann sollen wir eines Befehles I vonnöthen haben, daß wir den Schöpfer, unsern GOtt lieben? Einen Befehl, denjenigen zu lieben, dessen Liebe unser Reichthum, unsre Nahrung, die beseelende Hitz? und das Leben unsrer Seele ist? denjenigen zu lieben, außer welchem alle andere Liebe entweder um ^ ehrbar, oder eitel, und ebeu auch nur ! darum unsers Herzens durchaus nicht ^ würdig ist? o wie süß, rufet Da- , vtd, * sind mir deine Worte, mein GL)tt! sie sind in meinem Munde süßer, dann Honig, und so redet auch der Sohn GOttes, in- , dem er sagt: Den willen meines himmlischen Vaters vollziehen, dieß ist meine Speise. ** Ja diese Beobachtung der Gebothe > des HErrn, nur diese ist der Frucht uns- * (juam clulcia taucibus mcis c^o^uis tua iii> per mci Lc fLVUin. 118. ** c,!,us meus sii, ur 5,ciLM volunksicm cjus, «ui miül mc. 4 , un re V de ler tr< sei be so sä B G w Nl dc h' d. hl w L sc d 24Z unsrer Liebe zum Schöpfer, die wahre Nahrung unsrer Seele, der beßte Vorrath, den jeder vorsichtige Wanderer sorgsam hewahret, und ohne vieles zu klagen, immer freudig mrr fortträgt, weil eben hierinn seine Hofnunq, sein Trost, und sein ganzer Reichthum besteht. So ein Joch ist ihm süß, und so ein Bürde achtet er für leicht, ob- schon es ein Joch, und eine Bürde ist. Warum sind uns die Gesetze unsers GOttes nicht auch so, weil doch alles, was hiedurch der HErr uns gebiethet, nur eine Wirkung der Liebe, jedemal das Beßte für miß ist? oder, fragt der heil. HLeronymus, wer kann sägen , daß er nicht lieben kann 2 ja, wer ist, der» ohne zu lieben noch leben kann? — Wenn uns GOtt befohlen hätte, daß wir Unwürdige, daß wir Sündhafte, ihn nicht dörften lieben: o, fürwahr ! dieß wäre für ein rechtschaffenes Herz unsäglich schwer. Unerträglich schwer wäre es, den liebenswürdigsten nicht lieben dürftn. Nun a- L 7 der -44 ber dieser Gütigste erlaubet es , er b^ehlt es sogar, daß wir ihn, dieses Höchste, dieses unser einziges Gut, euch ohne ängstige Furcht gegen seine höchste Majestät, das wir ihn durchaus verträulich, daß wir ihn aus allen unsern Kräften lieben sollen; und nur darum befiehlt er dieses, weil er besser als wir sechsten, es weis, daß nur in dieser Liebe gegen den Schöpfer die Glückseligkeit seiner Geschöpfe, die wahre Zufriedenheit unsrer Seele bestehen mag. — Ey nun! welch ein glückseligkeitvoller Befehl ist es demnach , wo uns schier nichts anderes befohlen wird, als nur, daß wir glückselig seyn sollen? Der heilige Augustm saget, " daß „ er das Gesetz, sich sechsten zu lieben, „ in keinem der zehn Gebothe gefunden „ habe, als nur eben in diesem Ersten: „ Du sollst den HErrn, deinen „ GOtt lieben. Er setzet hinzu, „ daß dieses Geboth eben so viel heiße, «, als, wenn GOtt zugleich ausdrück- u lich 24; „ lich gesagt hätte, der Mensch sol- „ le sich selbst lieben, weil man sich „ selbsten niemal besser, und so gar nie „ wahrhaft lieben kann, als nur durch », dieses» daß man GOTT liebet. " Wie? kann es dann anders, als leicht, süß , und höchst angenehm seyn, so ein Gesetz zu erfüllen, welches nur die Liebe , die zärtlichste Vaterliebe uns vorgeschrieben hat? oder, wir müssen, wie ein Unsinniger, gerade heraus sagen, daß es uns hart und schwer falle, uns sechsten zu liebem Doch, vieleicht hat das andere Geboth , von der Liebe des Nächsten, weit größere Schwirigkeiten? Gewiß nicht, wenn anders wir sechsten an allem, was hieran schwer fallen könnte, nicht die ganze Schuld seyn wollen; da wir nämlich von Rachgier, oder, Neide, oder von andern bösartigen Leidenschaften freywillig verblendet, nur immer auf die Fehler unsers Nächsten, die freylich nie liebenswürdig sind, hinschauen, und dergestatten das Ebenbild Gottes tu betrachten außer acht lassen, welches -46 doch allein in unserm Nächsten zu litt uen ben wir geheißen sind. Ge mä Ja, wem anders, als nur dir selb- vie sten, o Mensch! kömmt eben wiederum Sl dieses Geboth, von der Liebe des Nach- M sten, zu Nutze? — der HErr, der M dir heute so hochmüthig gebiethet; der wu Feind dessen Rache dich so gefährlich M bedrohet; jeder, von dem du einen ohi Schaden, oder Nachtheil zu befürchten sch haft, jeder wird durch dieses Geboth no angehalten, daß er dir dein Vergehen verzeche; daß er dir Gutes wolle, und dich lieben solle: nur mit diesem Bey- uei sahe, baß auch du eben diese Pflicht ge- te gen andere beobachtest, und jenes, was G du wolltest, daß dir andere thun soll- m ten, daß du eben diese Wohlthat auch du andern, und jedem deiner Nächsten A wieder entgegen erweisest. Was könn- G te billiger seyn? was könnte zur allge- ch meinen Ruhe, zum Frieden, und zum ° ok Vergnügen eines gesellschaftlichen Le-. dc bens, zur zeitlichen Glückseligkeit auf bc dieser Erde, was könnte erwünschliche- di res seyn, als eben die Erfüllung dieses heiligsten Gesetzes? so, daß es scheinen 247 nen möchte, GOtt habe wirklich dieses Geboth von der Liebe des Nächsten nicht so fast zu seinem Dienste, sondern vielmehr nur dir, 0 Mensch! zu deiner Sicherheit, und dir zum Trost, und zum Nutze gemacht. Und dieses, wel- ches dir selbst so erwünschlich ist, dieß soll dir ißt schwer fallen? dieß solle nicht süß, nicht angenehm seyn? du sollst, ohne die Vernunft zu kränken, ohne schamroth zu werden, dich hierüber am noch beklagen dürfen? Nun, so leichte diese zwey allgemein neu Gesetze der Liebe sind: eben so leichte sind auch alle übrige sonderheitlichen Gebothe, weil doch alle zusamm m diesen zweyen enthalten, * und nur von diesen eine Folge sind, also zwar, daß man auch nicht eines aus allen zehn Gebothen wird ausweisen können, welches nicht unumgänglich nothwendig beobachtet muß werden, wenn man anders GOtt, und den Nächsten will lieben , wenn man auch nur allein nach dem allgemeinen Gesetz der Natur ehr- * (Zui enim ciilizit - - Ie»cin >mp!cv«k. iz. 3. 248 lich zu leben verlanget. Wir können also mit allem Grunde behaupten, und wir sind es zu bekennen gedrungen, daß unser GOtt gemeiniglich nur jenes befehle, wozu die gesunde Vernunft selbst uns verbündet, und, was wir, als vernünftige Geschöpfe, zu thun gehalten seyn würden, obschon GOtt solches nicht hatte befohlen, obschon der HErr dazu schweigen könnte. — Kurz: GOtt müßte aufhören GOtt zu seyn, oder der Mensch müßte nimmer ein Geschöpf GOttes heißen, wenn der Schöpfer nicht eben dieses, oder auch nur weniger als dieses von uns Menschen erfo- dern sollte. So leicht ist der Dienst, den unser GOtt uns gebiethet; so wenig begehret er, und niemals so viel, als ein Mensch von dem Menschen gemeiniglich zu erfodern pflegt. Die Könige dieser Erde schicken oft den Beßten ihrer Oificiers in Mitte der Feinde, in Mitte des Ungemachs, und des Todes hinein. Auf einmal, wo ers am wenigsten vermuthet, muß der Kriegömann schon aufbrechen. Weib, und Kind, Haus, und Hof, alle seine »79 neu Ue Bequemlichkeiten, seine Güter, und und seine hochadeliche ganze Familie, al- daß jes muß er auf einmal beurlauben; die be- Kriegsordre, der dringende Befehl sei- löst nes Königs gestattet keinen Aufschub, als Und was steht ihm nicht schwereres noch Hai- zu gewarten bevor? Tag» und Nacht hes muß er etwa die ungewöhnlichsten Müh- Err seligkeiten von der Reise, von Frost, Ott von Durst, und von Hunger erdulden; der vieleicht auch von seinen Mitgefpanen, opf die ihm die Gunst feines Fürsten benei- fer den, auch von diesen muß er nicht sel- eni- ten die bittersten Verdrießlichkeiten aus- i-fo- halten. Endlich muß er den gefährlich- ist, sten Auftrag vollziehen, und öfters we- Dem Tode, den er unter den blitzenden iel, Schwertern, und krachenden Feuerröh- ge- den immer vor Augen hat, seinem eignen Tode muß er herzhaft entgegen gehen, weil es so feine Pflicht, und das oft Intvesse seines Fürsten erheischen: der selbst der Erste unter den Feldherren md würde es zur Schande sich rechnen , wo wenn er in solchen, obschon schwersten der Umständen, sich weigern, beschweren, ib, oder auch nur ein bißchen schläfrig sich ftp zeigen sollte. Dieß alles, so sauer es r uns L5V uns immer wird, achten wir wenig. K^oi Wir schämten uns dagegen zu klagen , nur damit wir so unsre Tapferkeit zei- 'M gen, oder einen Herrn bedienen, der sie, uns etwa auf einige Tage kann glücke lich machen. ue z rer Ja, was thut man nicht noch weit ^ mehr, wenn es um eine Geliebte, oder Am «m einen Liebhaber zu thun ist? — W Geh ! betrachte die feigen Weichlinge, die sonst über alles, was Schwer, o- l der Rauhe ist, erschrecken, und klagen! frage, wie oft sie, ihrer schändlichen M Leidenschaft zu Liebe, gegen die empfind- siV' lichsten Beschwerden erhärten, und die unl schmerzlichsten Bitterkeiten verschlin- uer gen? betrachte den Helden, der gestern Ar dem Tode getrotzet, und heut noch auf seine Waffen so lächerlich stolz ist, wie sie er bis zu den Füßen einer Pupe, sei, ner geschminkten Gebiethen», sich nie- ^ derträchtig herablaßt! und wie der Nie- ' drigste vom Pöbel, seiner Buhlschwe- ^ ster zu gefallen, als ein neuer Don (tAlirot von Besiegung aller Schwie- n, rigkeit, und von lauter Heldenthaten groß- L-KL 2;r nr». großsirricht. Betrachte diese kriechenden den Liebhaber,diese schmachtenden Zartzei- lrnge, denen sonst alles zu hart ist , wie der sie dessen ungeachtet» nach ihren Ge- ück- lüsten, gleich den erhitzten Hunden, ohne zu ermüden sich müde laufen, und ihrer viehischen Sinnlichkeit Tage, und vekt Nachte lang abwarten! nichts scheint »der ihnen zu schwer. Gold, und Gut, — Ehre, und guten Namen, Leib, und ige, Leben, nichts ist ihnen zu viel, auch , o- so gar nicht ihre Seele, so gar die galten! ze Ewigkeit nicht. Das Schwere muß hen ring, das Saure süß, das Häßliche, nd- schön, das Verdrüßliche kurzweilig, die und selbst das Unmögliche muß bey ih- kjn- nen in solchen Umstanden möglich hei- em ßen. Je mehr sie ihren unbändigen auf Anmuthungen ausschlachten, je mehr wie sie sich ausschöpfen desto lieber ists ih- sej, nen, nur desto heftiger raset ihre wild- E tobende Liebe, so, wie das Feuer, wel- ' ches nur desto heftiger aufbrennt, je ye, rnehrer Oel man ihm zuschüttet. >ie- - blinde Liebhaber bey seiner Da- lila, der tapfere Soldat in dem Feld, - der Baucrsknecht am Psiug, der Bedien- 25 » diente vor der Thür seines Herrn, der ket, Taglöhner in der Hokzhütte, die ge- mög ringste Magd in der Küche, wie vieles des thun sie nicht, ihre Absicht zu erreichen, sind, einen Lohn zu gewinnen, einem Men- nichi schen zu dienen? Frage sie! jeder weis M seine großen Beschwerden gegen die geringe Vergeltung seiner Verdienste zu messen, und solches nach der Länge die herzusagen. Gut! aber, wenn, und .^t wo hat dein GOtt zu seinem Dienste § von dir jemals so vieles begehret? so eine strenge, und genaue, so eine müh- same, ganzer Wochen und Jahre lang ^' anhaltende Arbeit, dergleichen ein Herr a von seinem Unterthan, der Mensch von x einem Menschen nur gar zu oft zu be- M gehren pflegt? Nein, nur wenig, und , zwar so Weniges fodert dein GOtt, daß er, als GOtt, nicht weniger könn- Ey te. Wer zu seiner Ehre etwas Uebri- g§„ ges thun wrll, dem laßt ers gemeinig- M lich, eines jeden Willkühre freygeftellt; und im Fall dieser Ewig-gütige, ,e; uns etwa auf die Probe zu stellen, et- yjej was Besonderes verhängt, oder anord- nw net: so giebt er auch besondere Gnaden sey dazu, durch weiche jeder, der witwirs 25z der ket, auch die schwersten, und sonst irrige- möglichen Dinge, ganz leichte, und voll eles des süßesten Trostes zu seyn jedesmal jen, finden wird; denn sein Work trüget ?en- nicht, da er saget» mein Joch ist süß, und meine Bürde ist leicht, ge- >?-! Zween Geliebte, die sich einander „ni> lange nimmer gesehen hatten, waren im zärtlichsten Vertrauen beysammen, da sie eben unvermukhet vom Regen über- fallen wurden. Als nun der Einte des- ^ halben unruhig ward, sagte der Ander ang xe. « wie doch: du liebest mich, du ^ „ siehst mich, und dn denkest noch da- 5-! " ran, daß es regnet? ,» — Könnte ^ nicht der Liebhaber unsrer Seele, uns ser GOtt uns täglich eben so erwas ver- «n! weisen ? wie oft könnte er uns sagen : ^ Ey nun, du liebest mich und du denkest ; ^ ganz was anders, a!S an mich? du kla- W. gest über mich? — Oder, solle es noch ur, eine Frage seyn, ob die glückseligkitvols ^ le Liebe zum Schöpfer nicht eben so A , und unendlich noch mehrer ver- npn >uöge, als die Liebe zu einem erschaft stnen, und eben darum sehr unvollkoms 254 L-KS menen Gegenstand? Eine ewige, eine ann mit übernatürlicher Kraft reizende Lie- Be be? eine Liebe, die durchaus weit best pa ser ist, weil das, so man liebet, ganz GL ohne Mangel, ohne Eckel, und ohne glai Ende, allezeit, und in allem durchaus zur unendlich ist: sollte so eine Liebe nicht eben das, und noch mehrers wirken? ^ ? weit mehrer, als jene minutenlange, sinnliche, thierische, häßliche Fleijchlie- 1 be, die unser Herz oft balder, als bald jem mit Bitterkeit füllet, und, endlich den ohr Menschen zum Vieh machet. O ja : wie ganz was anderes ist, ^ und wirket die Liebe zu GOtt! denn, ^ je würdiger der Gegenstand, desto leich- der ter, und süßer ist es dem Leidenden , lich sich etwas, oder auch alles dafür kosten ve< zu lassen. Tausendmal tausend haben sei aus so heiligen Triebe alles das Ihrige, ^ und sich sechsten, wie ein Isaac, dem ^ HErrn zum Brandvpfer gemacht. Sie haben es mit größter, mit süßester Her- ^ zensfreude gethan, ohne so etwas be- ^ reuet zu haben: und viele, recht viele thun ein glercheö vor demen Augen — eine Lie- bes- lanz »hne aus licht en? ge, »lie- >ald den ist, nn, nchr en, sten >ben rge, )em Sie )er- be- >tele 'gen 255 annoch bis heute. Höre hierüber das Beyspiel des großen Welt - Apostels, Paulus, und glaube es dem Worte GOttes, wenn du dem meinen nicht glaubest. Glaube es, daß die Liebe zum Schöpfer weit mächtiger ist, als alles, was schwer ist, indem sie alle Beschwerniß versüßet. Unter denen, die im Dienste GOttes jemals hart geprüfet sind worden, ist ohne Anstand Paulus , der Apostel» einer der ersten. Häufige Arbeiten, hundert Gefahren, * Etliche Verfolgungen von Feinden, und Freunden, unsägliches Ungemach , äußerliche, und innerliche Anfechtungen, ** beständige Unruhe, Beschwernisse über alle Maaßen, und Mistrost des Geistes, also zwar, daß ihn auch des Lebens verdrüßen möchte,*** dieß war vom ersten Anfange seiner Bekehrung sein gewöhnliches Schicksal, zu Folge dessen, was GOtt ihm auödrück- M.S. Gesch äft. M lich * In laboribur plunmir, in xcriculir, Scc. r» e-r. II. * * r. ir, *** 2. L. 2->s sich vorgekündet hatte : Ich will ihm al zeigen, wie vieles, um meines ßc Namens willen, er leiden solle,* M Dennoch , höre , wie sich Paulus hie- A rüber erkläret, eben zur Zeit» wo er A den ganzen Last dieser Beschwernisse ^' fühlet: in Mitte meiner Trübsal ^ bin ich mit Trost erfüllet, und ich zerfließe vor Freuden, ** sagt zu er, weil gegen dem, was ich ge- eu winne, alles, was ich itzt lei- Li de, etwas ganz leichtes, nur m von kurzer Dauer, und so ge- ^ ring, wie ein Augenblick ist. ^ ^ So gern leidet man für den» den man liebet. Ich achte alles für nichts, A spricht er, ich verliere gern alles, ül nur damit ich Christum gewin- in ne. Die Liebe IEsu Christi n< ist mein Gewinn, diest treibet u> nnch an, Dieft Liebe leidet A _a>1_ L » 9. iS ** keplerur ium consolstionc, g iu^crsbun6c> Nuäio in omai lribuistion» noKrs. r 60^. 7. 4, *** r. < 7 „. 4. — 25 ? alles, diese trägt, und versü- les ßet mir alles , sind seine Worte. —- r,* Willst du eben so unter der Last keine kies Last, und in deinen Beschwerden keine > er Beschwernisse fühlen ? übe dich in eben dieser Liebe; ohne diese ist alles schwer, >sal dmch diese ist alles leicht, alles ist süß. ^ Gesetzt aber, und ich will es euch "Al: zugeben ihr Hartherzigen, gesetzt, daß ge- euch diese Sprache von der göttliche» lei- Liebe ganz fremde ist: gesetzt, daß ihr ,ur nichts hievon fühlet: daß ihr die Stimm n-, des rufenden GOttes mit offenen Oh- ^ ren nicht höret, und mit offenen Augen narr den liebwürdigsten Schöpfer nicht ses het: Ich sage noch mehrer, erlöschet , ^ mit Gewalt, wenn ihr könnet, allen ks, übrigen Funken dieser Liebe, die etwa 'im m euerm noch nicht gänzlich verdorbe- Lsti nen Herzen, wie eine glimmende Kohle bet unter der AsHe, gegen euem Gchöp- fer und Erlöser hin und wieder noch ^ , lodert: Machet» wenn ihr könnet, daß " diese heiligen Ueberbleifel alle in euch gänzlich ersterben : ihr werdet dennoch Ma bey onc, ioiu» »»»» * r> L58 L-KS bey aller dieser Unempfindlichkeit üicht uneigennützig seyn, als lange ihr Men- hol schen seyd. * Schon genug: denn auch dig nur deswegen müßt ihr mirs eingeste- S< hen, das ihr im Dienste gegen GOtt Lei recht freygebig seyn sollet, und daß das nie Geschäft, GOtt zu dienen, das leich- wo teste sey, auch nur darum, weil ihr ei-- zu zennützig seyd, weil euer eigener Nutze les euch lieb ist. W vc Wenn ein aufrichtiger Freund eine H dir geliehene Geldsumma heut noch zu rückfodern sollte» aber mit dem gesicher-- ten Versprechen, daß er, zu deinem größten Gewinn, dir doppelt so viel ' j, gleich morgen wieder einhändigen wer- de: dörfte dir wohl so eine Zurückfiel- ^ lung auf eine so kurze Zeit, mit so ei- nem beträglichen Vortheile, dörfte, oder könnte dir so etwas wohl schwer ^ fallen? auch nur darum nicht schwer» weil jenes, so du hergiebst, nichts von ' dem Deinigen, sondern nur eine gelle- ^ hene Sache, ganz nur das Eigenthuul dj deines Freundes ist? — w Wohl ^ Oma« üt» tuM ovLrvLr. ». »!> -59 cht Wohl recht! und ich muß dir diese ens hochwichtige Wahrheit nur oft ankün- rch digen. Sage, von wem haft du dein« sse- Seele? von wem diesen Leib, dieses )LL Leben, deine zeitliche Güter ? das we- as nige, oder vieles, alles, und jedes ch- was du immer itzt hast, oder einst noch ei-- zu haben hoffest, von wem hast du al- itze les dieses? nicht wahr, dein ganzes Wesen, und Können, alles ist nur von GOtt, * und nur wegen ^ Gd)tt, nur eine geliehene Sache ist als . les das Deinige? Was folget? Dieß: E wenn der HErr von dir alles zurück- Ä federt, und wirklich zurücknihmt: so nihmt, und begehrt er nichts anders, als nur, was fein eigen ist; und wenn ^ der HErr über das dir schon vorhinein alles doppelt, und hundertfach, und zwar in Bälde wieder zurücke zu geben verspricht: Ey! warum freuet es dich , nicht, daß du aus deinem Geldlein so ;" viele Gulden kannst machen, als du et-> in! wa Kreutzer itzt weggiebst? Wem muß dieses nicht leicht, oder erwünschlich seyn? l_M Z_ Wahr -k (^uiä l»bcr, non sccc^iki, i, 4,7. 2§o Wahr ists » du hast es noch nicht ke wirklich in Händen, jenes dein Glück, lei welches dir vom Schöpfer so freygebig Verheißen ist. Aber, ist dir nicht ges nug, daß du dessen schon wirlich, und Vollkommen versichert bist? — Wer sollte nicht mit dieser gewißesten Siche- «< rung auf zwey, oder drey Tage lang in gerne Geduld tragen? oder hast du H dann nicht für jenes dir geheißne Kapital und Interesse den unfehlbaren GOtt selbsten zum Bürge, der dir Siegel, ^ und Briefe dafür im Evangelium mit h, seinem eigenem Blut unterschriebener ^ gegeben hat? - O ! ich weis es, schrie der Apostel voll Freude, nur m gar zu wohl weis ich es, wo- w hin, und an wem ich alles das Meinige auf gesicherte Zinse ver- ^ trauet habe. * Ich weis es, und ^ ich bin untrüglich vergewißt, ^ daß es bey dem allmächtigen j, GOtt, dem ich alles hingeschen- r> ket S 8c>'o, cui crc^iäi, 3c ccrrur c^uia po» »en« cä servsre Ir. ** 19. rp. *** Des creäcnäum e6. §, /. a. 2§Z >e- n-- rr >er h- >e- f- a- n- M H- e- m d §. lv. GOtt dienen, ist das leichteste Geschäft; weil der HErr selbst mit seinem Beyspiele alles erleichtert, und in allem vorangeht. ^as Beyspiel desjenigen, den man besonders schätzet , oder vorzüglich lier bet, hat jedesmal den starkesten Eindruck gemacht, so, daß man hierüber oft auch die größten Beschwernisse vergessen , und gleichsam für nichts geachtet. r, Zuwas großen Dingen muß nicht d die Heldenthat Aarls des v. den jum , gen Grafen de Bussü angeeifert - ^ haben, nachdeme er gesehen, daß der r Kaiser mit Gefahr seines eigenen Le- - bens ihn vom Tode gerettet; indem r der Monarch aus der Wunde dieses jungen Herrn das tätlichste Gift selbst großmüthig heraus gesogen. M z Zwar 2§4 Zwar hörte man bey der Armee Rarls des xn. in Schweden nicht seltenern misvergnügtesKlagen, theils wegen der großen Kriegsstrapazen» theils, und besonders wegen des öf- tern Mangels an Proviant. Alsbald man aber gesehen, wie dieser kriegerische König ftlbsten alle Beschwerden unermüdet aushalte, und gleich dem gemeinen Manne, ein schwarzes halb - verschimmeltes Stück Haberbrod in aller Gelassenheit aufzehre: sogleich war alles wieder stille. Jeder schämte sich im Dienste dieses herzhaften Feldobersten von einer Veschwermß zu reden ; und so eine Aufführung des Königs machte, daß die Armee Widerwertigkeiten ertrüge, die sonst vieleicht Unerträglich geschienen hätten. Ein fast gleiches ließt man von dem Herzog de Bourbon, der im 2ahe 1527. bey einer Belagerung in Wesscy- land die geschossenen Breschen unter den Ersten überstiegen, und daselbst tödlich verwundet worden. Der Herzog sorgte, daß nicht etwa der Verlorst L§§ des Generals seine Leute möchte mukh- ios machen. Als nun die Soldaten? am Orte, wo er halb tode auf der Erde lag, zum Sturmlaufen vorbey mußten, und immer unter einander sich fragten , ob es wohl wahr wäre, daß der Herzog das Leben eingebüßt hatte, antwortete er ihnen jedesmal: Bonr- bon marschirt voraus. Bour- bon marschirt voraus. Dieß wenige vermochte so viel, daß die Trupen mit neuem Muthe in die äußerste Gefahr gierigen, und siegten. — Was würden diese nicht gethan haben, wenn sie ihren tapfern General am Spitze der Armee immerdar selbst vor sich hatten ansehen können? Wohlan, mein Christ! höre, und eröffne die Augen des Glaubens. Höre die Stimme deines Feldherrn, und sieh das starkmüthige Beyspiel deines Königs. Ich will vorausgehe«, ruft er im Evangelium, * dieser tapfere Obsieger " Ich will vorausgehen, nicht nur zur Auferstehung, nicht M 6 nur -" > - - - - — 266 nur in Galilaen, und zur Himmelfahrt, sondern auch itzt schon. In allen Gefahren, in allen euern täglichen Anlie- genheiten, und Beschwerden, auch bis in den bittersten Tod hinein will ich freudig mit euch, und jedesmal der erste * vorausziehen. Nicht etwa, wie ein ruhmgieriger Eroberer dieser Erde, der durch die Niederlag seiner Leute seine Lander erweitert, und viele Tausende unglücklich machet» damit er sich sechsten erhöhe. Nein, ganz anders, saget der Heiland, ganz ohne Eigennutz, ohne mir sechsten zu schonen, oder zu nutzen , nur zu euerm eigenen Beßten, nur aus Liebe gegen euch, will ich, euer Erlöser, mit euch, und bey euch in allem, was schwer ist, durch mein Beyspiel vorangehen. Auch itzt, da ich schon im Himmel bin ; will ich zugleich auf Erde, bis ans Ende der Welt unter den Gestalten des Brods, persönlich, und täglich bey euch, und * Virüicer sZite öc confoNLmini: nolire timc- re- nec pLvcLtis, Huia Oominus i'plc eli Ou> Äor tuur, Sr non äimtttrr, »cc äerclin^uct rc. bi 5 cum t»M i vnnnibur cücbus, «s> que »ci conilirrirciolici» Necuü. »«» ** In vco mcc> rrLNi»rräirt ni^runi 17. ;y. Lr cccc prseccäic vor, - - ccce, vobiz. rS. 7. Lxulirvic uc 6^-ir Scc. kKL ik. -68 gen, den wir über alles hochschätzt, und lieben sollten? für den hcrzhafte- sten Heersführer, für unsern König, und GOtt, der nicht allein Mit uns, sondern auch ganz nur für uns, und anstatt unserer in allen Beschwernissen der Erste voraus zieht? — Es geschieht eben nicht selten, daß zwey sich einander auserordentliche Liebende alle ihre Mühe, und Gefahren, einer mit dem andern theilen, oder auch, daß einer des andern seine Beschwerden durch einen freundschaftlichen Liebsfund gänzlich auf sich nihmt, nur, um hiedurch seinen Freund zu überheben, oder doch, so viel möglich, es ihm zu erleichtern. Und, o wir Glückseligen! heute sehen wir vor unsern Augen eben dieses im Großen, im vollkommensten Muster, was wir hierüber etwa bey uns Menschen unter einander, zuweilen nue im Kleinen, erblickt haben. Dieses sehen wir, daß selbst unser GOtt, und zwar aus freundschaftvoller Liebe gegen uns, daß er alles selbsten auf sich nimmt, und selbst thut, was er immer M 269 km Gesetze von uns Zu seinem Dienste erfoderk hat; und er thut es nur darum , damit er uns durch sein eigenes Beyspiel alles leicht, alles angenehm, und auch sogar rühmlich mache, was immer zuvor schwer, hart, oder verächtlich zu seyn scheinen konnte. * Dieß thut er, unser GOtt, unerachtet jede Beschwernis eben nur ihm am härtesten, weit schwerer, und theurer, als etwa uns sechsten, zu stehen kömmt. Was könnte schwerer fallen , als wenn ein reicher, ein verdienstvoller, und zugleich vom hohen Adel gebohr- ner Herr auf einmal in die dürftigsten Umstände durch einen öffentlichen Ausspruch seines Fürsten herabgesetzt, sein Leben, wie ein Taglöhner mit der Handarbeit durchgingen, und ferners niemals besser als einer vom Pöbel geachtet seyn sollte? — Was könnte härter seyn, als wenn etwa du selbst, als ein ehrlicher, als ein wohlhabender Man», nachdem du al- -r Omni» Ltlampllc, ur lsnüirrtcm LLl L L t Ls «I »» 270 allem deinen Nachbarn Gutes gethan, und gegen alle, so viele immer zu dir kamen, allezeit dich wohlthätig gezeigt, wenn du nach so großen Verdiensten dennoch durch neidsüchtige Lästerungen verschmähet» dich auf einmal von allen geschmähet, verachtet, und aufs empfindlichste verleumdet sehen müßtest? — Fürwar, ein hartes Schicksal für ein ehrliches Gemüth, wenn es bey allen diesen Zufällen in der Tugend noch Stand hält, und dessen ungeachtet immerfort das Böse mit Gutem vergelten solle? — Endlich, wenn zu dem Schwärm dieser Drangsalen überdas auch Krankheiten, die empfindlichsten, langanhaltende Leibsschmerzen, die Untreue deiner eigenen Leute, ein schimpflicher, ein schmerzlicher, ein ungerechter, und öffentlich - gewoltsamer Tod, wenn alles Dieses sollte beygesetzt werden: so weis ich fürwar nicht, was dem Menschen härteres noch könnte begegnen, oder was der Allmächtige, um uns in seinem Dienste zu prüfen, noch schwereres verhängen möchte« Nun, zu de B Zi ne dc sä er d< T di 6' C ai st ss e> st e e u c> L-KS 27, Nun, wer du immer, dem HErm zu dienen, Beschwernisse findest, erheb deine Augen; wirf nur einen einzigen Blick auf das Bildniß des Gekrerr- Zigten, und sage, ob du da eben jenen nicht stehest, von dem, und miß dem, alles was ich bisher hartes und schweres, als eine nur mögliche Sache erzählt habe, alles wirklich ist wahr geworden?— Es ist dieser am Kreuze Gestorbene dein GOtt, der nämliche, der dich, ganz, und nur allein zu seinem Dienste erschaffen hat; derjenige, der dir das Gesetz, ihm zu dienen, hat aufgetragen. Du kennest ihn, weil du ein Christ bist. Aber warum doch ist er so armselig? warum sogar ohne alle Gestalt '? warum steht er sich selbsten nicht gleich, dieser dein HErr? und warum endlich hat er diese schmachtende Armseligkeiten alle auf sich nehmen wollen? — gewiß, er dieser Allmächtige, er war nicht dazu gezwungen, so, wie es wir Menschen gar oft sind; wenn ein unerwartetes Unglück, oder ein feind- cher Gewalt wider unser Wöllen, und Ho» eü g-ccier ci- «cciue lulr^ulä »0» ixt« «E Liier i Zr. S. r- r, e- vo er an wi Ul ru G Ll In se ft utü nie- ) so bis sein wie er des md rem mir >er- ich rli- >re, sch er, ein ieß rein 275 „ bitte ich dich. — Sieh ! ich sie „ he vor deiner Thür. * Ich „ horche, ich klopft ganz sachte, „ ** und stüfze vor Liebe. *** „ Mache mir auf meine Schwer „ sier, meine Braut, mein Bru- -, der, mein Geliebter, **** mar „ che mir auf! „ — Ausdrücke, voll der Zarte, und Freundschaft die erst nur in diesem unserm Gnadengesetze an uns, und in uns sollten bewähret werden. — Ja so, als wäre der HErr, unser Schöpfer, nicht besser, und selbst geringer, als tck'r, so will er alle unsere Beschwerden auf sich nehmen. GOtt wird Mensch; der Allmächtir He ein schwacher, der Ewige ein sterblicher Mensch, und was er immer im Gesetze befohlen, was immer der Mensch für GOtt, und wegen GOtt zu thun schul- * Lccc Ko »cl oüium. 6c pul!c> - - Z. r«. vor - - nc luscirerir . - ciilcÄsm, äoncc ipts vclit. Qr»,. 3 4. *** ^pcci mik, toror wer, SW^ica wes, cc,- lumd» Qr»,. 5. r. -*»» vilrü^li mcur nüdi 6c czc> NI>, Sc«, 276 schuldig war, dieß thut er wirklich für den Menschen, er sechsten thut alles der Erste, nur damit er durch dieses sein eigenes Beyspiel uns alles erleich- Lere, und angenehm mache. — Er verläßt also den freudenvolle» Himel, seinen ewig-glückseligen Wohnort , um unter uns Elenden ein beschwer- mßvolles Leben zu erfahren. Damit aber seine hohe Person nicht etwa zu frühe erkannt, und deswegen geschonet würde, * und damit er den größten Gewalt unserer Feinde von uns nur auf sich zuwendete, so leget er, wie ein Iona- Lhas, ** uns zu lieb, seinen königlichen Schmuck ab, und zieht sich, nebst Beybehaltung der göttlichen Natur» auch jene des Menschen, das Kleid unsrer Sterblichkeit an. In dieser Gestalt, gleichsam verkleidet, wird er in Armuth gebühren; er wird, als de« Sohn eines Zimmermanns erzogen; drey- Lr un rw sei ar in de De ser ser m« iic w' tü «e dc Ä de -he m Z« Occulrum oponcbsr e»W veoi.'e, ut juäicL» r^ru^ ; raunifeltur succm vcllict» ur juäicek, Lx?oU»vic tc /vnsrk»! rurüc» . » » Sc rsw Osstä. r, ik. 277 dreyßig lganzer Jahre lebt er der Welt unbekannt unter dem Gehorsam seiner uothleidende» Aeltern; er bringt alle seine Läge in der Werkstadt mit Handarbeit, und als wie einer vom Pöbel» in Dürftigkeit' zu. — Unser GOtt, der voll Reichthümer, und von Tausenden bedienet war, unser GOtt ist unsertwegen an, unbekannt, und verlassen geworden, obschon er auch seiner menschlichen Geburt nach, vom königlichen Stamme Davids entsprossen gewesen.*'— Nach so mühefamen, !fehr hart zurückgelegten Jahren zeigt sich der mensch- gewordene Sohn GOttes der Welt, Damit er ihr in allen Umständen, und Zufallen nützlich wäre. Er lehret, wie der Mensch glückselig seyn könnte. Er heilet die Kranken, er wirket Wunder, und erfüllet alles mit Wohlthaten. '** ____ Die- * LZa vlr vi-co5 xaupertstcm rneom. A E'* In ziropris v«nir, Sc lui cum nan reccp«. runr. 1 . - - <^um cllrr äivcr, xroxtv vor egcnur tL- üuL cH. H 9. A»» kercru üir bcncf^llcLäo, -c fsvLriä!, ovL> iv. Z8. 27z Diese großen Dinge erweckten vieles Aufsehen, zugleich aber auch viele, und mächtige Feinde, * die ihn mit den gröbsten Verleumdungen aufs greulichste mishandelt; für seine Wohlthaten mit Steinen auf ihn zugeworfen, und ihn ärger als den ärgsten ** Bösewicht bis in Tod zu verfolgen verschworen haben, so, daß er diesen Grausamen mit aller Wahrheit gesagt,hat: Ich habe euch nie was Böses, sondern nur Gutes gethan! wegen welcher meiner Gutthaten wollt ihr mich steinigen? *** — Was möchte zu den größten Beschwerlichkeiten dieses zeitlichen Lebens noch abgehen? vieleicht nur die Krankheiten , und die Schmerzen des Leibs. Und eben auch diese hat er bald darauf in vollem Maaße gefühlet; dergestalt ten gefühlet, daß'keine, auch nicht Di- grausamste, und dauerhafteste Marter von * knci xroximi me ,«Zerium me »ä- proprn<;urvcrunr, Lc üeccruur. 7^/L/. z/. " Ves/c5tum Lc novMmum virorum. ^7 iVIuIrs bans oxcra "Kcnkji vobir, pioprrk quoä eoruM we lsmäLtis 5 w. zr. 279 von Anbeginn der Weltjemals so schmerzend gewesen, noch seyn wird, als es eben nur die seimige war. * — Sie spien ihm ins Angesicht- ** Sie rauften ihm die Haare aus. Sie geißelten ihn, und sie stießen ihm die spitzigen Dörner in sein hochheiliges Haupt; alles mit solcher Wuth, als es ihnen der Unsinn, und die Bosheit nur eingab ; denn sie stritten in die Wette, wer es mit ihm grausamer könnte, weil sie zu diesem Ende selbst von den Obersten des Volkes mit Gelde bestochen waren. Sein Leib war zerfleischet, ganz mit Blut überronnen, von der Haut gleichsam geschunden, und zerrissen, daß man durch die offnen Wunden bis auf die Gebeine hinein sah; und so aushandelt, schlepten sie ihn mit höhnischem Gespötke öffentlich durch die Stadttho- M. S. Gesch äft . N re * Virurn ciolorum, Lc lcienrcm i'nürmitaccn». Isnrs pztlus in corpore, ut omnes cor- pari; cruci^ruL A mo,i>c» Lc inürrnirzkes« ü , r» , ü 6o!oi, 6cur ejolor meus. t. LL« ** r6. 2.7. OV 28o re hinaus. Daselbst, weil sie keine am «e dere, weder größere Peine mehr wuß- no ten, rißen sie ihm, die an den Wunden du anklebenden Kleider abermal vom Lei-- lik be. Sie durchschlugen mit stumpfichten K Nägeln seine Hände, und Füße mit ei- kei ner so grausamen Anspannung, und Ge- lez walt, daß neuerdings alle seine Ner- — ven verletzt - seine Adern geöffnet, und du alle Gliedmaßen verdenkt worden. re So schimpflich angenagelt, stellen sie itzt den vermcnschten GOtt, als den eil ruchlosesten Uebelrhäter, zwischen zwe- da en Mördern an einem Kreuzgalqen dem in Volk dar. Sie spotten dem Sterben- eil den, und lassen ihn unter unsäglichen lie Schmerzen in dieser Folterpeine mit dem tei Tode drey Stunde lang ringen, bis dr endlich seine unschuldigste Seele dem re Foltern der Tvrmente zu unterliegen, fr> und vom Leibe zu scheiden gezwungen ar ward. — Dieß ist die kurzgefaßte gr Geschichte der Erlösung, das Bild den di nes Herlandes, und die Lehre deines gc Glaubens, mein Christ; und was hat- se ke der Erlöser noch mehrer thun können? L8r am «en? * was hätte er über dieß alles uß- noch leiden können, welches er, nur den dir zu lieb, nicht wirklich gethan, ge, Lei- litten, und erfahren hat, um deinem ten Klagen ein Ende, und deiner Sinnlich- : ei- keit, so viel, als nur seyn konnte, als Ge- les leichte zu machen? ist es nicht so? rer- — Doch, nur eine kurze, nur noch und diese einzige Erwägung hierüber begehre ich von dir» n sie Denke, daß dieser Gekreutzigte den ein Gerechter, daß er ein Unschuldiger, zwes daß er der Beßte deiner Freunde, und dem in seinen noch blühenden Jahren, wie ben- ein Liebvoller Bräutigam, wie ein zart- chen liebender Vater ist, der alle diese bit- dem rer - schmerzende Todspeinen, wozu nur bis du deiner Sünde wegen verurtheilet war dem rest, nur statt deiner, und nur aus gen, freundschaftlichem Mitleid gegen dich ngen auf sich genommen hat, um von dem äßte größten Theile deines Schuldenlastes deir dich so zu überheben, und das Wenis ines gere, das dir etwa bevorstünde, durch hat- sein selbst eigenes Beyspiel drr so zu ertön- _N 2 l eich- ^ ^ clt, quciii cickili u!tra vilie« mc« , Sc non fcci ei i 4. 28L leichtern. — Denke, daß dieser Ger keuzigte der ^Err ist, welcher zur niedrigsten Arbeit, worüber du, sein Knecht, dich beschwerest, ohne dir einen Vorwurf zu machen, sechsten die Hand anlegt. — Denke, daß eben dieser zugleich auch dein G(Ott ist, der nämliche, der dich zu seinem Dienste» worüber du klagest, erschaffen ; der Gesetzgeber, der sein Gesetz sechste» der Erste erfüllet; der mit größter Freude den blutigsten Tod, und alle unsere Beschwernisse freywillig sich aufgebürdet , und außerordentliche Dinge, weit schwerere Dinge für uns thut, als er von uns niemals erfodert. — Jetzt geh, und miß jene beschwerliche Kleinheiten, die dein GOtt zu seinem Dienste dir ausleget, oder bisher von dir etwa begehret hat! miß alles mit jenem ab, was er sechsten, der HErr, der Erste zuvor, und für dich schon gelitten hat! - Geh ! sage, daß es schwer sey für GOtt, und zum Dienste GOt- tes dasjenige zu thun, was GOtt selbst für den Menschen gethan hat! sage, Laß es leichter sey, der Welt, dem Fleisch, ' 28) >e- Fleisch, oder ^dem Teufel, als GOtt, zur deinem Schöpfer, einem so liebvol- ein len HErrn zu dienen; Sage es, und eis i schäme dich nicht, wenn du kannst! — die )ie- Es mag seyn, daß ein «»erfahrner der Soldat bey ersten Anblick des drohende, den Feindes erschröckt. Aber, wenn der sein großmüthiger Fürst aus der Mitte hervortritt, an die Spitze der Trupen fch stellet, und, da die Seinen erzit- sere kern, Er, der Erste in die tödlichsten Gefahren unerschrocken sich eindringt, »ej, ' was geschieht? Ein so königlich, tapfer ; rr res Beyspiel beschämet die Feigherzi- gen; es entzündet den allgemeinen Muth, und es machet den Geringsten vom Pöbel zum Helden. — Warum dann geschieht nicht ein gleiches, da der nE HE«' unser GOtt in allen unsern Be- fchwerden, wie ein siegreicher Feldherr, vor unsern Augen vorauszieht, und den nver gasten Anfall der Erste selbst, für uns, und mit uns, allezeit aushält? — »bst thut ers nicht darum, der Erlöstr, ,ge ^ um hiedurch jenen Funken der Tapfer- dem keit, den der Schöpfer bey Emgie- h, Nz ßung 284 ßung seines unsterblichen Ebenbildes uns eingehauchet, in uns wieder aufleben zu machen? * — Der Soldat folget unverdrossen dem Beyspiele seines Feldherrn; er machet sich Ehre daraus für seinen König zu kämpfen» und in dessen Augen sterben zu können. Hat etwa nicht auch dein GOtt von dir was solches verdienet? und ist nicht das Geschäft, GOtt zu dienen, so schwer es sonst immer wäre, dennoch jedesmal das leichteste, auch nur darum, weil es für uns jedesmal Las rühmlichste ist, oder, bist vieleicht eben nur du jener feigherzige Tropf, bey dem man von so einer Bewegursa- che» von dem edlen Triebe der Ehre, umsonst redet? — Ein commandirender (Ofstcier wunderte sich einst, und verwies es seinen Leuten, daß keiner aus allen für eine beträchtliche Geldsumma, die man öffentlich anboth, eine gewiße schwere That zu wagen, sich gemeldet hätte. " Wun- Hc Liinüo iAirur xsklo in csrnc, Lc vor caäcm evLirslionc srwsmiui. i. 4. 4. 285 „ Wundern sie sich nicht, " antwortete einer aus der Mitte des Reginrenks. ,, Wir würden uns alte angebothen ha- „ ben, wenn man nicht einen Preiß an „ Gelde auf diese That gesetzt hatte. „ Nun schweigen wir alle; den wir die- „ nen nicht um Geld, sondern um die „ Ehre. „ " Wo willst du hin? „ sprach der obsiegende Marschall von Luxemburg/zu einem Soldaten, den er wahrend dem Treffen bey Nerwmde zurückkommen sah: " wo willst du hin?», schrie er in einem drohenden Tone. — Der Soldat schlug seinen Rock von eiernder, um seine Wunden zu zeigen, die alle tödtlich waren, und sagte: ^ Mon- „ seignenr ich gehe, vier Schritte von „ hier zu sterben, sehr vergnügt, daß „ ich mein Leben für meinen König ge- „ wagt, und verloren, und unter ei- „ nem so großen General, als sie sind, „ gefochten habe. Ich kann ihnen auch „ die Versicherung geben, daß kein ein- „ ziger unter meinen Cameraden ist, der „ nicht eben so gesinnet wäre, wie ich. N 4 Zag- » 8 « Aadhafte Weichlinge, die ihr im hi> Sündenkoth schmachtet! geldgierige w Herzen, die ihr ohne zu wissen , wem lir euere Schatze einst zu Theil werden, V euern Nächsten beneidet, und dem äc Dürftigen nicht helfet! gottesvergesse- . st« ne Seelen, und ihr lächerlich aufgepuft vi te Weltdocken, die ihr in der Kirche zu de erscheinen zu träge seyd, und zu hoffars tig, wenn ihr zur Ehre GOttes öffent- > lich die gefalteten Hände gen Himmel aufheben» oder beym Altare des HErrn jh ein anbethendes Knie beugen solltet, was thut ihr? — wir dienen nicht ' üe um Geld , sagt jeder gemeiner Sol- de dat, wenn er Ehre im Leibe hat. Was ni sagt ihr dazu, ihr Wollhüstigen, ihr ei- I genuützigen Sclaven eurer Leidenschaft? sct Wem, und um was dienet wohl ihr, fü da ihr um einen schändlichen Wohllust, nr das ist, um eine Handvoll Koth, oder um einen ungerechten Gewinn von et- ^ welchen Gulden, das ist, um ein Loth §§ gelber Erde, da ihr um so etwas schlecht hx tes, und noch schlechteres euer Slnse- ^ F, Heu, eure Gesundheit, euer Leib, und ^ eure Seele sammt der ganzen glucksest-- ' ^ gen Ewigkeit zum Dienste des Teufels hin- L87 im hinverkaust? was thut ihr? und wo jge wollt ihr hin, ihr treulosen Flücht- em kinge vor dem Angesichke des HErrn? n, Wessen wollt ihr euch rühmen, ihr verein ^ achttichen Stolzen, wenn ihr zum Dien- sse- . ste euers GOttes auch nicht einmal eine uf- viehische Anmuthung zu bezwingen, o- zu der Stärke, oder Herz genug habt ? — ar- nt- > nel ern !t, ol- !as eist? st' der et- )th chr ife- , md eli- ' els . Ein braver Grenadier, und hundert andere sterben vergnügt, daß sie ihr Leben für einen König dieser Erde gewagt, und verloren, und unter einem tapferen General gesockten haben 5 der ihnen doch nach ihrem Tode weiter nichts nützen, weder vergelten kann. Ihr aber, feigherzige Sünder, ihr beschweret euch, für den größten HErrn, für GOtt, etwas gleiches, oder auch nur geringeres zu thun; für denjenigen GVtt, von dem ihr die größte Belohnung , und auch nach dem Tode sogar ein neues, ein besseres Leben zu hoffen habt; für so einen göttlichen Freund, der das tödliche Gift aus euer» Wunden heraus gesogen » obschon er vorsah, daß er sechsten sein kostbares N 5 Le> 288 Leben darüber einbüßen würde; Endlich für einen so tapferen Römg , der mit euch in alle Beschwernisse, und liberal! der Erste vorangeht; der seine Soldaten vielmehr als seine eigene Person schonet, und für jene lieber selbst stirbt, als daß sie für ihn sterben sollten, damit, da wir sehen, wie er den Tod unerschrocken verachtet, er uns hierdurch wegen der zukünftigen Belohnung , eines ewigen Lebens schon vorhinein vollkommen versicherte. Für so einen Freund, für so einen Röntg, und GL)tt was solltet ihr nicht thun? — oder verdienet er vieleicht weniger, nur darum, weil man ihm, diesem An- bethungs - würdigsten , ohnehin, alles, alle Liebe, und Hochachtung, alle Ehre, und Dienstbezeugung schuldig ist? Höret ihn noch einmal, diesen e- delmüthigen Feldherrn, wie er mit dem glänzenden Kreuzzeichen, als mit dem Fahne seines Sieges in der Hand voraussieht, und uns» seinen getreuen Soldaten, großmüthig zuspricht: Nehmet mein Joch auf euch, und 289 rmd lernet von mir, * ruft er. Er sagt nicht : Ich befehle euch, traget mein Rreuz. Er ladet uns nur ein, weil er wohl weis 7 daß wir ohne Kreuz im Dienste GOttes weder geprüfte, noch vortreflich seyn könnten. Doch, er will uns nicht dazu zwingen wie er es gar wohl gekonnt hätte, nachdem er dieses nämliche Kreuz selbst der Erste getragen hat. Er saget ferner: mein Joch, mein Rreuz ; als wollte, er uns zu schonen, die Wahrheit verschweigen, indem es ja nicht so fast sein Kreuz, sondern eigentlich nur Das Unsrige ift, weil eben nur wir ein solches verschuldet, und nur wir sechsten durch unsere Sünden ihm, dem Erlöser, diesen Kreuzlast gezimmeret haben. Dennoch sagt er: mein Kreuz; nämlich, weil ers statt unser, und nur aus Liebe gegen nns mit Freuden auf sich genommen, damit er durch dieses sein Beyspiel uns belehrte, vom Kreuze , und von allem, was schwer ist, nimmer so irrig, sondern besser zu un N 6 thei- * lollikc juAum rneum luper vor > Lc Äiicice- Me HK«-. 1 I. »yo , theilen; als hätte er sagen gewollt: ! „ Lernet , daß ich eben jenes Kreuz, ! ?? welches ihr so sehr fürchtet? und flie' i ?? het? niemals für mich würde gewähr ,? let haben? wenn es so? wie ihr mey- f ,? net, ein wahres Uebel wäre. Ler- ?? net? daß so ein Kreuz? itzt wenigst ?? muß aufgeboret haben ein Kreuz? ?? und ein Uebel zu heißen? nachdem es ?? durch mein Beyspiel und Gnade um „ endlich verherrlichet? für euch rühm- ^ ,? lich? und höchst nützlich geworden. ?, ^ So redet uns zu? dieser liebvolle i Held. So stirbt er mit Freuden für l uns der Gesetzgeber unser GOtt: und x um unsern Muth durch dieses sein Bey- ! spiet auf ein neues zu beleben? so er-- > steht er bald wieder von Todten : er fährt vor unsern Auge siegend gen Himmel ? und ruft uns nach jenem seligen Baterlande zu sich? daß wir ihm unerschrocken nachfolgen: Nicht anders? als s wie der hohfliegende Adler seine neu- ^ gefüderten Jungen vom Neste zu sich ruft, da er der Erste bis über die Wol- ! ken sich schwingt? und durch sein väter- ! liches Beyspiel alle zum Nachstiegen er- mnn- m ft tr sä ft se te ft st b< tu U! » W dr Ml ne Li 291 t: ! >zr ! ie' 1 ihl° > er- gst 'z, ^ es inr m- j! lle ür nd ! y- er- er inen ^r- ^ ls i u- H ' )l- ! ?r- ! :rr muntert. Nur die unächten, nur die feigen Auswürflinge, nur diese bleiben träge zurück, und finden hundert Beschwerden , wo doch keine ist. GVtt führte, seinen Diener, sagt Mopses, und lehrte ihn und bewahrte denselben, wie seinen Augapfel. Und, gleichwie der Adler seine Jungen anreitzct zum fliegen, und flieget hin und her ü- ber sie: a!st> streckte der HErr seine Fliege! aus; nahm ihn auf, und trug ihn auf seinen Achseln. * Gehet, wie sehr er ihn liebet, ** der HErr seinen Diener, dem er durch diese Liebe alles so leichte gemacht. Wegen was kann der Sünder noch klagen? als nur etwa, daß diese Liebe des HErrn zu groß gewesen, da ,_ N 7 _der * Lircumcluxit curn ( populum ) Sc äocuit. Sc cuttoäivlt yusti pupillrm oculi 5 ui. Licur » quils provocsns aä volzucium pullor suos, öc super cor volirsus» expanäit »Izx suss, öe »üurupllt eum » stczuc porrrvic iu kumciii suis Oe«,k. ;i. lo. öcc. L-cc» ^uomoäo Lm»b»c cam. 11. -9- der HErr selbsten sein Gesetz der Erste erfüllet, und» nur uns zu gefallen, alles selbsten gethan hat, was er immer von uns zu seinem Dienste erfordert? sein göttlich-herrliches, sein liebvolles Beyspiel ist auch allein schon genug, um alles, was schwer ist, uns leichte zu machen; und selbst der Tod für ihn, ist der rühmlichste Tod. Ja, sterben für ihn, für den Sohn GOttes, ist leichter, als leben ohne ihn, weil doch nur er, urser GOtt, unser Alles, und sein heiligstes Gesetz unser Leben ist. Kriechende Seelen, feigherzige pol- trons! nur ihr könnt vieleicht anders denken. e ar N un de ra m du fü lie erj fü di, ne wl da m er Beschluß. H-redann, o Israel! höre mich an, du auserwahltes Volk, rief Moysts, da er mit vielem Drohen und Verheißen dem Volke^ das Gesetz des HErrn ankündigte, höre, o Israel ! der HErr, unser GVtt ist , nur einer. * Nur ein GOtt ist, den > du lieben, und nur ein HErr, den du fürchten sollst, wenn du doch ihn nicht lieben willst, denn er ist fürchterlich: erschrecklich fürchterlich ist er jedesmal für die, die chn nicht lieben: für die, die ihm zu dienen sich weigern, oder einem andern nebst ihm zugleich dienen wollen. Ganz will er dich haben, der Schöpfer, weil du sein Eigenthum, ' das Werk seiner Hände, weil du ganz nur von ihm, und nur für ihr* erschaffen bist. Nur * ^uäi Ilrscl! vomi'nur VL»» »oller, vo«k> nur u»«» cü. 6. -94 L Nur einer- ist der HErr, und dem GOtt: So ist dann auch nur eines, und nur dieses ist dein Geschäft, o Mensch ! daß du dem HErrn, deinem GOtt dienest. Für dieses Einzige bist du erschaffen; durch dieses Einzige bist du auch schon auf Erde, glückselig; ohne dieses Einzige bist du, wie der Fisch außer dem Wasser, allezeit unruhig: wie kannst du noch zweifeln , daß nur eben dieses jenes Einzige sey, woran dir alles gelegen ist? das einzige Geschäft, das du thun sollest, ja, das Einzig-nothwendige, welches du mit willen oder mit Gewalt allezeit thun mußt obschon du dich diesfahls auch widersetzen wolltest; weil du dem HErrn, deinem GOtt unvermeidlich dienen mußt, nicht allein hier auf Erde, als ein Werkzeug seiner göttlich herrschenden Vorsicht , sondern auch wider deinen ausdrücklichen Willen indem andern Leben, als ein schreckliches Beyspiel seiner ewig > strafenden Gerechtigkeit. Sieh! was du thust, wenn du so ein Geschäft, wozu du einzig erschaffen bist, nicht thun willst, wenn we wa dlg i ist rer daj ge der der dU! W wr bei G< ist, bei bei de> un gö un ste ge sei Ke ein s, o em ge zi- lck- U, !e- eilt- n öl- el- »e- da st; m- nn rer rn !il- ' ck- ^ en st, in- r, -95 wenn du solches verabsäumest, oder was anderes diesem Einzig - nothwendigen vorziehst! Eben dieses, daß du GOtt dienest, ist auch für dich selbsten vor allen anderen das Nützlichste : denn der Lohn dafür ist unendlich; er dauert auf ewige Zeiten, ohne Ende, und sogar jedes zeitliche Glück kannst du nicht anders , und nie besser hoffen, als nur durch dieses» daß du GOTT dienest. Was könnte zu deinem Vortheile er- wünschlichers seyn? besonders, weil e- ben dieß nämliche unter allen anderen Geschäften» allezeit auch das leichteste ist, wir mögen betrachten den HErrn, den beßten GOtt, dem wir dienen, o- der die geringen Dienste, die der HErr, der doch alles begehren könnte, von uns wirklich erfodert, oder endlich das göttlich > herrliche Beyspiel, womit er uns alles erleichtert, indem er der Erste mit uns, und für uns alles dasjenige selbst thut, was er immer von uns, seinen Knechten, zu seinem Dienste begehret. — Schäme dich liebloses Geschöpf! L96 schöpf!- wenn du annoch gegen das Gesetz dieses Liebwürdigsten aufmurreft, und Beschwernisse vorwendest, wo dein Fürst, dein König in allem, was du schwer nennest, sechsten, und zwar mit Freuden, dir zu lieb vorangeht. Schäme dich! ja, fürchte diesen HErrn, denn du nicht liebest, und höre, was er durch den Mund seines Dieners des Moyses dir, und deines gleichen Widerspenstigen verweiset. Ich rufe heut wider euch den Himmel und die Erde zum Zeugen an, daß ich euch Leben, und Tod, Gegen, und Fluch vorgeleget habe. Darum, so erwähle das Leben, auf daß du sammt deinen Nachköm- lingen leben mögest; und auf daß du den HErrn deinen GVtt liebest, feiner Gtime gehorchest, und ihm von ganzem Herzen anhangest, denn er ist dein Leben, und die Lange deiner Tage. * So re- * leides invaco Iiocii'c coelnrn Lc cjuncl vrovoiucrim volsis vicsm öc morrcm, bcno ker we un zur M au las wi sol du ne> nu ne as de sie eir de de ab setz -97 redet GOtt. Wer darf widersprechen ? wer kann dagegen etwas einwenden? Laßt uns also von der Sünde, laßt uns von der Trägheit zum Schöpfer zurückkehren, so, wie die Flüsse zum Meer, ihrem Ursprung, von dem sie ausgelaufen, alle wieder zurück gehen! laßt uns vielmehr alles leiden, als, daß wir dem HErrn, unsern GOtt jemals sollten untreue werden- Und, soll wohl dieses schon genug seyn? sollte es für einen rechtschaffenen Unterthan schon genug seyn, daß er an seinem Fürsten keine Untreu, kein Filoustück begeht? ach ! wie läßt es so häßlich, wenn man den HErrn der Heerschaaren, den höchsten GOtt» schlechter als den Diener, einen Menschen, bedienet? wenn man dem Dienste eines Sterblichen unermü- det abwartet, im Dienste gegen GOtt aber täglich und Wochen lang immer schläfrig, hinläßig, und vergessen ist? coas äiaioncm §c mzlcäi'aioncm. LliZe er§o vi- tsm, utöt tu viv> i, Sc icmen tuum, öc Zar vomiuutn Ocum ruum; Lltjuc o^ecIiL5 vn. ci cjus, cii cuim vira cu», öc lonANu^o hierum rut-tum» öcc. ri. v. i». L"«, »98 was sollen wir dann thun? * fragte das Volk, und so fragte jeder ins besondere bey Johannes ^ der Wüste, was sollen wir thun? — Glückseliger Gedanke! erwünschliche ! Frage! der erste Frucht meiner Abhandlung , ohne welchen diese mit den Aller- beßten immer das schlimmste Schicksal erfahren, und wie gewöhnlich, eben so unwirksam dahingegen müßte, was sollen wir thun ? fragt das von Schlummer erwachende Gewissen und Johannes, der Vorläufer, Paulus , der Apostel, beantworten diese heilwirkende Frage, indem sie uns sagen : ein jeder wandle vor GOtt, wie er von GOtt berufen ist.** Nichtbnnderes, aber mit einer andern, mit einer bessern Meynung sollt ihr dieses alles, und allezeit thun: nämlich, alles nur wegen Gott, nur ' damit ihr dem HLrrn dadurch dienet. - Die- * L«c ; lc>. ** Vnn^uisc^ie in quz vncstionc vocskus eil » »n e.i s>Lrinsne»t spuä vcum, i. 7> »v. r» r». - 9 - Dieses Einzige war bey Erschaffung des Menschen die Absicht des Schöpfers, und so muß auch nur dieses bey allen Geschäften der Gegenstand unsrer Ablichte seyn: der einzige Gegenstand , weil eben nur durch dieses Einzige jedes unsrer Geschäfte, und selbst unser Leben beseelet muß werden. Alle unsere Werke, unsere Worte und Gedanken, alles muß einzig nur dahin, als gleichsam auf seinen Mittelpunkt, abzwecken; weil ohne dieses Einzige alles, und jedes allezeit unnütz, allezeit wie ein Schuß neben der Scheibe ist. Hände, und Füße mögen sich für den Leib immer bearbeiten, aber das Herz, dieses nur für GOtt erschaffene Menschenherz, dieß soll durch die reine- ste Absicht, und Meynung sich unabänderlich an GOtt halten, so, wie die Sonne, die allezeit standhaft am Himmel verbleibt, und niemals davon abweicht, obschon sie Thaler, und Berge, Wälder, und Flüsse, Länder, und ganze Welten durchläuft. Oder wie! soll es etwa zu viel scheinen» )oc» nen, daß wir früh Morgens, und auch den Tag hindurch, wenn die Uhr uns die Stund schlägt, daß wir so täglich einige Augenblicke zum Dienste des Schöpfers verwenden ? Einige Augenblicke! was könnte leichte^, was könnte weniger seyn für den Höchsten, dem wir alles, gar alles schuldig sind? für den jenigen , von dem» und für den wir einzig erschaffen sind ? — Täglich also , und stündlich wollen wir nach dem Beyspiele derer, die wahrhaftig GOtt dienen, diese edle Gesinnung zum Himmel , zu diesem unserm Vaterlande abschicken , und in dem Innersten des Herzens zusprechen uns angewöhnen; was ich arbeite, leide, oder thue, alles solle zu deiner Ehre, mein GOtt! alles solle nur zu deinem Dienste geschehen. Ich betheuere, daß ich nie etwas anderes, als nur dieses zur Absicht haben will, weil ich nur für dieses erschaffen , und nur durch dieses glückselig bin. — Wie kostbar ist nicht so ein Wort vor dem Himmel l wie ?or wie Verdienstvoll auf die ganze lange Ewigkeit hinein? Ein Wort von unschätzbar-hohem Werth, dessen der König David sich freuet, und rühmet, indem er sagt : Mein Herz hat ein gutes Wort hervorgebracht: ich widme meine Werke dem Röntge, * meinem G-Ott» Gewiß ! der Mensch bleibt nie in einem gleichen Stande, wie es Job saget. *>* Auch die frömmste Verfassung unsers sittlichen Lebens änderet sich immer , und fast allezeit eher zum Bösen, als zum Guten. Wollen wir hierüber kluge seyn, so müssen wir das Ruder nie aus Häuden lassen, als lang wir gegen den reißenden Strom unserer bösartigen Neigungen hinauf» bis zum Himmel uns schwingen, und so, gleichsam gegen den Fluß aufwärts schiffen wollen. Alles des Fleißes unerachret, wird es doch hart lassen, daß wir nicht * Lrua«vit cor rrikum vcrburn bonum; >Nca e§o ozicra mc» KcAi 44. Koma nsius mulierc - - nun^urm in eoäem ttsru permsnck. 14. Zor öfters, und täglich von dem ächte» Pfade in etwas wieder abweichen, und, auch wider unsern Willen, durch Schwachheit, oder durch ungezäumte Bosheit auf Abwege mit fortgerissen werden. — Aber, warum wollen wir immer so forttaumeln? Man körnt vom Kleinen zum Großen, vom Eitlen, und Sinnlichen gar bald auf das Sündhafte , von einem Fehltritte zum andern allezeit tiefer hinein , alsbald man im Dienste GOttes einiger Nebendabsich- te einen Platz räumet. Und wenn wir so täglich, stündlich, oder auch öfters auf ein neues wieder fehlen, warum sollten wir nicht auch täglich, und stündlich mit neuem Eifer uns zu bessern wieder anfangen? so wieder anfangen, als wenn wir erst itzt aus des Erschaffenden Händen hervorgegangen, und täglich neu wieder gebohren wären? Erneuert euch im Geist euers Gemüths , * und ziehet einen ganz neu- * Aenovamiiii l>iiri'r>., mcm,8 vcürs:, Lc in^u» ite nnvum Imminem, Hui lccuncium OL» um crcnrm cti in juKiri», n'lAUr. 4. r;. ke» m, rch nte sen > rvir om rnd Käfern im ich- wir ers um lud- vier als fen- tag- Lr- §e- rnz l- lN-ju» OL- e v«-- > L-KL I2Z neum Meiischm an, welcher nach dem Ebenbild GOttes in Gerechtigkeit, und in Heiligkeit erschaffen ist worden, mahnet uns der Apostel. Derohalben wenn ihr esset, oder trinket, oder arbeitet , oder was immer anderes thut, so thut allezeit alles znr Ehre GVttes, * alles nur mit dieser Absichle, damit ihr dem HErrn» eurem Schöpfer dadurch dienet- E- be« auch dieses ist es, worinn uns der königliche Prophet das herrlichste Beyspiel gegeben hat. Wir wollen solches zum Beschluß, und zur vollkom- nen Bestärkung unsers neugefaßtm Vorhabens noch anhören- Diesem großen Monarchen , dem David, schien es nicht genug, daß er täglich alle, und jede seiner Verrichtungen dem HErrn, seinem GOtt gewidmet, um hiedurch zu dessen Dienste M.G.Geschäft. O je- * Live cr^o nisnäucstis, Hvc bib^ris, üvc sN- uä <>uiä facikir, omm's i» Ilorirm Oei Ätcirs. i, is. rr. Z24 jedesmal ein angenehmes Opfer zu machen. Er that das nämliche wiederholter maßen, indem er täglich siebenmal* mit tiefester Ehrfurcht GOtt anzubethen» und dergestalt ihm zu dienen, befiießen war. David war eben kein Priester; er war keiner von jener Gattung Leute, die damals zum Dienste GOttes besonders eingeweihet, und verordnet gewesen : dennoch war David im Dienste seines GOttes nicht weniger eifrig. Er i war der Fürst eines schier unzählba- ' ren Volkes ; aber auch seine fürstlichen Gesinnungen waren niemals so niederträchtig hoch, um es nicht gerne, und öffentlich zu bekennen, daß sein GOtt billig desto mehr von ihm fodere, je größer, und je herrlicher er durch dessen Gnade geworden. David war ein Soldat, ein großgebiethen- der Herr , der Land, und Leute zu besorgen, und täglrch mit einer Unzahl der Geschäfte beschäftiget war. Des- ^ Lcvucr ia äie Isuäem «Uxi libi. n8.164» Zv5 sen ungeachtet war für ihn dieses, daß er dem Schöpfer diente , unter allen Geschäften immer das wichtigste, allezeit das erste, und das letzte, so, daß er dieses zu thun, auch in Mitte der Nacht vom Schlafe aufstund, * und getrost von sich sagen dörfte: dem Gesetzt c> HErr! ist mein alltägiges Geschäft; nur auf dieses sind den ganzen Tag hindurch alle meine Gedanken, sind jede meiner Absichten gerichtet. Dieß hat einRönig, und ein Rriegsmann gethan; täglich, und stündlich, zu seinem unsterblichen Ruhm, und Vortheile hat es David so gethan, wie er es sechsten bezeuget. — Nun, wer aus.uns, wer darf seine Geschäfte mit den geschaftvoklen Umstanden eines so erhabenen Fürsten abmessen ? und wer wird wohl seine Hin- O s lä- ^ noNc NirAedam sci conNtcncium tr- b>. 118. c^uamocio cNIexi Ic^cm türm vornine? rc> tL ciie mcäirscio mea eü. /vä/«,. nL S7. * Zo6 läßigkeit im Dienste des HErm gegen so ein großes Beyspiel so leichte noch entschuldigen können? * fraget der heilige Ambrosins: Eine Hinläßigkeit, die das Geschäft aller Geschäfte, das Geschäft ewiger Zeiten betrift? daS leichteste, und nützlichste Geschäft, ohne welches wir allezeit armselig, ob- schon wir allezeit beschäftiget sind? das einzige Geschäft, weil auch dieses Einzige zu unsrer wahren Glückseligkeit schon genug ist» obschon wir nichts anderes gethan haben, und ohne welches Einzige nichts anderes, gar nichts erklecket, obschon wir für uns, und für die Unirisen» und selbst für das Vaterlands wirklich alles gethan , ja sogar auch Wunder gewirkt hätten? Fürchte GOtt, und beobachte stine Gebothe! " diene dem > „ HErrn, * * deinem GOtt, " den * L. r» L«c. II. -»>» Oc»m lime, öc mrnäLcr cjur obiervs, «N cviw o»mr lrvms. Lcc/. ir. i). , , 5 e l § ZO7 §n ch ei- rS st, b- ^s es g- ts ed ar s, ür rett h- , m ^ den nurfurdiests, und nur durch dieses ist der ganze Mensch, was er immer ist; und wie es der heilige Angustin anmerket, " ohne „ dieß Einzige sind wir durchaus „ nichts, wenn wir sonsten auch alles „ sind. „ Wer darf es noch zweifeln, daß eben nur dieses das Geschäft des Menschen ist? GOtt dienen: welch eine Glückseligkeit! doch, welch eine Unzahl der Armseligen, die itzt alle glückselig seyn könnten! wie so? wen» sie das Geheimniß dieser Grundwahrheit verstunden, und so darnach leben möchten. -ch> ESSD GSSÄ O Z Kur- Kurzer Über die vorgehende Abhandlung vorn Geschäfte des Menschen. GKr?K688?ö2Ss8Ä2SN Einleitung. ^L—--—.z,» Erstes Buch. GOTT dienen, ist das einzige, und das unvermeidlich-nothwendige Geschäft des Menschen. Er- ! s !, e s e e ! f k r > Erster Theil. tz ! §-1 ^ h GOtt dienen, ist das einzige Ge- ^ schäft des Menschen; weil der Mensch nur für dieses erschaffen ist. Fol. i. §. n. GOtt dienen, ist das einzige Geschäft des Menschen; weil zur wahren H Glückseligkeit auf Erde dieses einzige M ^ erklecklich ist. ^ §. IN. GOtt dienen, ist das einzige Geschäft des Menschen; weil ohne dieß einzige auch das größte Glück dieser Welt keine Glückseligkeit ist. zi. §. IV. : GOtt dienen, ist das einzige Ge- th^ t schäft des Menschen; weil, GOtt und em ! der Welt zugleich dienen, keine Möglichkeit ist. 56. O 4 Zwey-- > Zweyter Theil. GVtt dienen, ist das unvermeidlich - nothwendige Geschäft des Menschen; weil wir solches thun müssen, obschou wir uns widersetzen wollten. §. l. Wir müssen GOtt dienen, auch ohne unser Wöllen, und Wissen, als die Werkzeuge seiner ewig-herrschenden Vorsicht. 8c>. §. II. Wir müssen GOtt dienen, auch wider unser ausdrückliches Wöllen, als die Beyspieleseiner göttlich-strafenden Gerechtigkeit. io6. CKSKKSKSS^x8^8^r-BSSN Dweytes ^uch. GOtt dienen, ist das nützlichste, und das leichteste Geschäft des Menschen. Er- Erster Theil. §- 1 . GOtt dienen ist das nützlichste Geschäft ; weil der Lohn dafür ewig ist. 14s. §- H- GOtt dienen ist das nützlichste Geschäft ; weil auch jedes zeitliche Glück nur von GOtt ist. 160. Zweyter Theil. GOtt dienen ist das leichteste Geschäft des Menschen. §. r. GOtt dienen ist das leichteste Geschäft in Betrachtung des HErrn, dem man dienet. 197° §. U. GOtt dienen ist das leichteste Geschäft, in Erwägung der Dienste, die der HErr unser GOtt, von uns federn könnte. 212. §. m. §. III. GOtt dienen ist das leichteste Geschäft , in Rücksicht auf die Dienste, > die der HERR von uns wirklich er- ^ fodert. 229. §. i v. GOtt dienen ist das leichteste Geschäft ; weil der HErr selbst mit sei- > nem Beyspiele vorangeht, und alles erleichtert. 26z. Beschluß. ö Wer darf sich entschuldigen? —- Wer kann etwas einwenden? — 29z. Alles zur großem Nhre GOttes.