S'NI-'I'MVI.io'rlM 196o7 87°. 6^1-I.LI^ eckn chäflMLW/ Welche iunger und Wurst haben nach der Brrechtigkett: Auf welche geführt wird Oder Jede den Weeg der Vollkomenheit new - antrettende »rdens-Uerson/ In Betrachtung der lornembstm NeAgm Mkes Tugend und Leben. Dllrch ?. Michael Lang / Eapitularm zu Ctnstdlen/ deß Heiligen LeneäiLtl Ordens. Erster Theil. ^um kaculrare 8uyenorum» St. Gallen / Gedruckt bey Jacob Müller / 1707. WIZGMKWGM ^-t, 's.-- ^chLH-b öMMs>Wttv m!^rnn-Ä nochl W SbS M hirU '..^ritti XMNM'WÜ mf!L ' -A ' k -44Z H AS» / LWWWZ WWW Der Hochwürdtgm/RcichS- Wohlgebohrnen Frawcn/ Deß Hoch - Adeltchen Gtüffts Nunnberg zu Saltzbmg/deß Heil. Ertz/Vatters vEwcil Ordens/würdigtsten rawmNbbtissin/rc. Meiner Gnädigen Frawen. M deme Ich verfaßt stehe/mein WM durch / m zwey Theil verschieden/ anjetzo AM mit dem dritten Theil zu vermehren / hab Ich mich nicht anderstwo hinwenden sollen/ als eben zu Eüwer Hochwürden/lind Gnaden; )( 2 Unter r> e v i c ä 7-1 o. Unter Dero sowohl von Geblüth/ als Tugenden beadleten Ulahmen dlfts mein vorhabendes Werck beschirmet / durch den Truck in das öffentliche Liecht hervor gienge; Dann so Ich alles zu Gemüth führe / was mein gegenwärtiges Büchlein in sich haltet/ und vorleget/ so finde Ich das Vorbild an Eüwer Hochwürden / und Gnaden Herfür scheinend; Nach welchem sich zu richten haben die jenige/so sich auf dem Tugend-Weeg ohne Irrung/und Anstoß fortbringen/und zu dem erwünschten End gelangen wollen. Es begreiffet difer dritte Theil meiner Jährlichen Seelen-Wayd in sich die Bettachtungen / so Ich eingerichtet habe mit heylsamen Lehr-Puncten / gezogen meistens auß denen Lebens-Beschreibungen deren bewahrten Heiligen G-Ottes/ die man bey unseren Zeiten das Iahe hindurch meh- rers benambset/und begehet. Was Ich aber mich hierinn be- fieisse in andern/so sich der täglichen Betrachtungs- Übungen zu gebrauchen pflegen / Gutes von Tugenden durch die Nach- folg der Heiligen Gattes einzupflantzen/ daß hat schon in Eüwer Hochwürden/ und Gnaden alles befunden das Hochwürdige/ undHoch-Adeliche Gtüstc Nunnbcrg/ da selbiges Eüwer Hochwürden/rmd Gnaden jederzeit erkennet hat für einen Tugend-Spiegel/ der seinen unveränderlichen Glantz allbereit in das fünff und dreißigiste Jahr inHöchst-gerühmten Hoch-Adelrchen Brüste allen denen ertheilt hat/von welchen Eüwer Hochwürden/und Gnaden /in unterschiedlichen Ambts-Verwesungen sich befindend/ ist beobachtet worden. Dahero dann auch diser so Lieb-gewinnende Tugend-Wandel verdienet/daß dises vorleüchtende Beyspiel aller diser/so wohl dem Himmel/als auch der Ehrn-lieben- den Welt schatzbaristen Tugenden umb das Jahr 169z. auf den Leuchter erhoben/ UNd als ein Oberstes Haupt deß Hoch-Adclichcn Brüstrs vorgesetzt wurde / damit Dero Tugend-Strahlen von einem höcheren Sitz umb desto weiter in die Untergebne außge- braitet werden könnten. Ich getrauwe mir nicht zu vermelden/was Ich insonderheit höchst-ruhmwürdig von Eüwer Hoch- würde,:/ und Gnaden zu schreiben hatte/ damit Ich nicht zuwider handle v k V k C ä 7 I 0. handle der angebohrnen/hoch-aufgeführten Geistlichen Demuth/ und Niderträchtigkeit/welche mir nicht gestatten will/daß alle DeroselbenLobsambkeiten angerühmbt werden. Lasse nur allein an memer statt dasGottshauß reden/welches mit gantz schön Kunstreicher Musicalischer Zurüstung/zu einer allzeit mehr und mehr prächtigern Erschallung deß Lob Gottes/und andern köstlichen Kirchen-Zieraten eingerichtet/ anjetzo die Augen / und Dhren jedermänniglichen ergötzet / und zur anmüthigeren Andacht gegen GL)tt/und seinen lieben Heiligen einladet/und anlocket. Welche aber so grosse Beförderung der Ehr GOttes sich nicht so fast steüret aufgemeldtes solcher Massen außgezierte Gottshauß / als auf die Beyspiel der innbrünstigen Andacht/ durch welche Elttver Hochwürden und Gnaden zu einer so wohl Nächtlich-als Täglicher Zelt schier immer-währenden An- bettung deß Hochwürdigisten GuetS in der Kirch auf den Knyen ligend angehalten werden. Wann Ich mir nun dises zu Gemüth führe / so finde Ich an Eüwer Hochwürden / und Gnaden bewerckstelliget/ was das Heil. und grosse Kirchen-Liecht Augufttnus in seiner siben und viertzigisten Red / von Begehung der Fast-Läg/ der Heiligen Gattes geschrieben hinderlasset r non pikerr, ^uoa ce- lebr-re lleleckst. Er will sagen : Es seyen die Tägliche Kirchen- Fest/ und Gedächtnuß-Läg der Heiligen/immer-währen- de Ansnsch-und Ermahnungen zur Nachfolg derselben. Wie grossen Frucht / und eyfferige Nachfolg drse Tägliche Ermahnungen bey Eirwer Hochwürden / und Gnaden noch allezeit gewonnen haben/ gibet Augenscheinlich an Tag der Tugend-Wandel/welcher jederzeit ein Begriff aller denen Geistlichen L)rdens - Satzungen unsers Heiligen Ertz - Vatters gleichförmiger/ und der Vollkommenheit gemäßer Tugenden zu seyn ist erkennt worden. Es gibt/ sprich Ich/ Augenscheinlich an Tag der Tugend-Wandel/welcher Eüwer Hochwürden / und Gnaden/ ob Sie schon Mit vilkN/UNd wichtigen Ambts- Geschässten beladen sind / jedoch von stäter )(z Ge- v k d r e z 71 o. Gemüths-Erhebung zu GOtt/also wenig/oder gar nicht hat abhalten mögen/daß Deroselben Tugendsambstes Leben jederzeit dem Himmel / und Himmlischen Sachen beywohnend scheine/von sich selbst jenes im Wem sprechende: kolk» rarem convertrrio in coeli, ck. z. Unsere VerttchtUNgeN sind eine Beywohnung deß Himmels; Niemahleu auß den Gemuths-Augen lassende jenen Weeg/ welchen die gebenedeyte Seel unsers Heiligen Ertz - Vatters ee-iLvicri, von diser Welt hinscheidend hinderlassen hat. Es wird zwar für gewiß gehalten/ daß jener Glücks-Stand/ deme man selbst den Anfang gemacht hat / grösser zu schätzen seye / als denne man ererbt hat; So hat doch hierinnfalls das Hoch -Adekche Stufst Nlmnbcrg von einem so wohl / als dem andern seinen Aufnahm!) getvonnen/indeme selbiges schon vormahlen von einem auß geruhmbter Familia von Schneeweiß entsproßnen erwählten Ober-Haupt/ und Abbttßin hat wöllen regiert werden/ und darunter in größer Beförderung deß Geistlich-und Zeitlichen Wohlstands sich befunden hat : Als hatte sich jederzeit eben dises Hoch-Adeliche Stufst Mich zu getrösten/daß es an- jletzo an E/rwer Hochwürden/ und Gnaden ererbt habe eben den jenigen Wohlstand / mit welchem es dazumahlen ist bealücksee- liget gewesen. So ist aber diser Wohlstand/in deme sich das Stufst Nunnberg zu seyn erfreüwet/nicht so fast der erblichen/ als eigentlichen Tugenden Etrwer Hochwürden/und Gnaden zu l zumessen. AZiewohlen mir nicht unbekandt ist/ daß auch die Natur Visen so scheinbahren Tugenden in Eüwer Hochwürden und Gnaden das jenige beygetragen habe/was Sie Kostbares an Ihr zu finden gewüßt / in deme Sie das Geblüt nicht änderst/ als mit einem ansehentlichen Adel begeistert/hat eingiefftn wol- r len. Dahero solte Ich nicht aussert Bedencken lassen / wie an-z. seheMlich sich nicht nur bey unseren / sonder schon vormahligen/) Zeiten beftrnden die Hoch-Adeliche/und Alt- Ritter-rnäßige/zu- vor in Franckreich / alsdann in Teütschen Landen berühmbte Schneeweiß-fische Familia/ welche nunmehro wegen grosser/ und O L o r L ä 7 I und sonders schätzbaren dem Durchläuchtigjften Ertz » Haust Oesterreich/dann auch dem Ertz-Bißthumb Saltzburg geleisteten Rahts-und Kriegs-Diensten/ mit noch grossem Begna- dungen angesehen ist worden ; Allwo mir die Zeügnuß geben wird die Landschafft Larinthen / dessen einige der fürnembsten Ambts-Gtellen von schon gepriesenen Hoch- Adelichen Schneeweiß-fischen Stammens-Genossene auf das rühmlichiste sind verwesen worden/ und annoch mit gleichem Ruhm verwesen werden» Es wird gleichfalls Zeugnuß geben/ die Saltzburgische Bestürm Titmaning / welche unter Regierung Jhro Hoch- Fürstl. Gnaden Herren Wolssgang Dietrichs/Ertz-Bischoffen zu Saltzburg/Hoch-seeltgister Gedachtnuß/ einem von Schneeweiß Herstammenden Edlen Rittern / (wie es die Leütsche Saltzburger-Khronic hervor gibt/) zu beschützen ist anver- trauwrt worden ; Durch Rahtschlagige Tapferkeit/und Hel, den-Muth/selbige Vestung/ als sie dazumuhlen von dem Her- zogthumb Bayern starck angefochten wurde/allem Feindlichm Gewalt ist entzogen worden» Ich warst zwar wohl / daß Ich nicht gettugsamde Groß- schatzung von dem schon mehrmahlrn mit Preyß-widerhohlten Alt-Ritter-mäßigen Stammen deren von Schneeweiß gedohr- nen Nachkömbltngen haben wurde/wann Ich dises/was kirchlich ist angezogen worden/für den mchristen Theil deß verdierr- tw Lobs hatten/ und außgeben wurde» Nun aber so ist es gantz genug an den Tag gegeben/ daß Ich also zugegen stehe/ difes mein Betrachtungs-Büchlein Dienst-fchuldtgrst darzu- breten/und zu zuschreiben Ei,wer ^ochwirrden/ und Gnaden /als kiner von Gemüth/und Geblüth Hoch-Adelichen Regentin deß Hochgedachten Grüsses Nmmberg. Aber wie ivird sich ein so gmng-fügiges Werck unterstehen dürsten/ einen so grossen Littul/ und Nahmen zu führen ? Ich bekenne es/ daß es JH- me schier vor eine Vermessenheit außzudeütten wäre. Mein beliebe es Jhro Hochwürden / und Gnaden zu gcdencken / daß dises v e v! 6 ä 7 l o. dises mein gegenwärtiges Büchlein sein eigne Nachgültigkeit gantz wohl erkenne/ und eben darumben mit allem Fleiß eine grössere Schätzung zu erhalten suche. Selbe aber zu finden/ rrngezweiflet stehe/wann Jhme würd erlaubt seyn/ denTittul/ und Nahmen Eüwer Hochwürden/ irnd Gnaden zu tragen / UMb solcher Gestalt auß einem ungeachten Stand / zu einem höche- ren Ansehen zu kommen/ und also ein gleiches zu erfahren/was anderen Farben zu geschehen pflegt/wann ihnnen die Weise zugesetzt wird/ durch welche sie nemblich in die Höche getrieben werden / und was sie an ihnnen selbst nicht haben / von der Fürtrefflichkeit der weisen Färb erlangen können. Getröste mich dann auch noch immert zu jener schon erfahrnen / un- ermüdeten Gutwilligkeit Eüwer Hochwürdcn / und Gnaden /als welche schon vormahlen meine geringe in die neün Jahr geleistete Geistliche Dienst hat für genehmb halten wollen; Für welches/gleichwie Ich noch höchst-schuldigenDanck zu erstatten schuldig bin/ also auch mich getroste/ es werde ebenfalls diß mein best-gemeintes Vorhaben annoch die vorige/und beharrliche Gnad finden. In Dero beständige Gunst Ich mich forthin möglichisten befehle/ und verbleibe Eüwer Hochwürden/ und Gnaden St. Gcrsld/den 21. Merrzen 1707. Demüchiger Diener r. Michael Lang. *44Z S LS- ,. __ _ >>:E>cr2cMx;>c!r2c^.c WLZrMcLz^ ÄLL'-Lc» Os U^VR.V8 DLI» Le ^voliolicse 8edi§ (-raciä ^dda8 ^lonalierij Linndlenüs»Lidern ianöt« 8edi immediate sudjeöti» 8.8.. I. krinccps. Vm Lider, cui rirulus ett Sttlttt -Ä?Üpd/ L 8 everendo, Le dilcöto nottro?. ^licdaele LanA compolicu 8 » äc per duo 8 1dco1oA08 noliro 5 , c^uidu 8 id munu 8 commiümus, 5 uerit appro- dacu 5 , rdeo renore prsesenrium t^pis mandari poÜc Ildenrer concedimu 8 . Darum in klonakerio noüro Linlidlenli. die 5. lanuarij r 707. ü1äVLV8 ^88^5. )()( On dem grossen Moyse zeüget die Göttliche Heilige Schrifft Lxo-jj ;.c2p. daß als Er seinem Schwätzer )cri,lo die Schaaf weydete / habe Er selbige in die U innerste Einöde biß an den Berg Horeb getrieben. Ein gleiches thuet der ^urkor dises Buchs / in deme Cr einer Gott-liebenden Seel nicht allein das Leben so viler Heiligen GLttes vorleget/ sonder auch das Jnneriste/ und Verborgniste zeiget / wo / und wie Sie denselbigen nachfolgen solle. Er leget Ihro vor die schönste Bluet-rothe Rosen so viler Heiliger Märtyrer/ die schönste Misse Lilien der Heiligen Junafrawen/rc. Cr zeiget Ihro die wohl-riechende Violen der Demuth; Er lehret Sie die Abtödtung / und ^orribcasion Ihrer selbsten; Er führt Sie zu dem feürigen Dornbusch der Göttlichen Liebe/ zu dem Wasser der Zähern so viler Heiligen Büsseren / daß also eine solche Seel die beste Wayd in difem Buch finden/und haben kan/wann Sie sich bey der Betrachtung befleissen wird/ in das Jnneriste Ihres Hertzens sich zu versamblen. Hoffe/ die jenige/ so dises Buch brauchen werden/ werden auch dise meine Meynung bekräfftigen. k. H6c!ricu8 8mer excmpti ^lonaUerij LinticUentis Lapirula- ris, 88.1°keoiog. olim profeNor Ordinariua , Lc x». r. ?roepoiirus ad 8. Oeroldum. ^Ie in distm Buch verfaßte Leben der Heiligen GOttes/sambt angcheiickren Betrachtungen / und sittlichen Lehren/ hab Ich gelesen / und gefunden / daß sie jeder Ihres Heyls begierigen Seel sehr nützlich werden seyn. Erachte also für gut/ daß sie an das öffentliche Liecht kommen. k. jsoann. Obr^loklomas Tradier tüapirularis LinücUeiiüs, ae jbid. 88. Ibeol. proiellor Ordinarius. Vor^ Vorrede/ an den günstigen Leser. Aß unser Erste VaLter Adam von GOtt dem Allmächtigen anst dein Staub der Erden stye er» schaffen worden / lehret uns die Göttliche Heilige Schrifft ; ( 2 ) Vnd sagen die Gelehrten / ( b ) daß discr Staub stye gewesen ein rothe Matcry/ welche GOtt auß denen nächst bey blcbron gelegnen Osmascenischen Fclderen habe genommen. tVcil nun ein jeder Mensch seinen Nahmen hcrnimbt von dem Orth wo Er gcbohrcn ist worden / als zürn Exempel/der zu Rom/Venedig/ oder zu Mäyland gcbohrcn/auch ein Romaner/Vcnediger/odcr May- landcr will gcnambstt werden/ thue Ich hoffentlich gar nicht unrecht/ weil unser aller Geburthsstatt ursprünglich die Vamslecriisthe Felder find/ in denen Adam unser Vatter erschaffen ist worden/wann Ich dir meinem günstigen Leser/ auch den Nahmen OLmalcenL werde geben/ und durch das gamzc Buch hindurch/ dich mit discm- Nahmen also werde benambstn/ damit/wann du dich deines Nahmens/und deines Vatterlands wirst erinneren/ und gedcncken/ daß du nichts als Staub seyest/und wiederuenb zu Staub werdest werden/ (c) in stater Denmth thuest leben / und durch die Betrachtung der Leben so vilcr Heiligen GOttcs/in dem Thal der Zäheren / welches an dein Geburthsstatt stoßet / und Adam darinnen seinen Sohn Abc! hundert Jahr bewey» net/ (6) auch du über deine begangne Fähler/ und über dein kalt und lauwes Leben mögest Büß thuen / und wiederumb zu einem eyfferigen «nd Trost-vollen Leben gelangen. Damiseen^! Ich hab zwar in der Vorred Anderen Theils meis "er Jährlichen Seelen/Wayd versprochen/auf alle Tag deß Jahrs/ von den Heiligen GOttes/ ein Wercklein herauß zu geben ; weil Ich aber vil Jahr wegen unterschiedlichen Verrichtungen solches zu thun bin verhindert worden/ hab Ich endlich auf Begehren unterschiedlicher Persohncn/ gegenwärtige Leben und Betrachtungen von etlichen lieben Heiligen GOttes zusammen geschrieben / und Erstlich selbige in so vil Puncten außgerheilt/ daß du auf jeden Tag deß Jahrs gnugstrmbe Matery zur Betrachtung wirst haben / weil jeder Punct wenigist in )( )( L zwey Vorred. zwey oder drey andere Puncten kan abgetheilt werden. Zum Anderen/ hab Ich dir in Visen Betrachtungen pur das Leben/ wie Ichs in bewährten Scribenten gefunden / vor Augen gestellt / stlbigcs zum Fundament einer Betrachtung gesetzt / und darüber nach Erheischt,ng der LNatery/ eine sittliche Lehr geben wollen. Drittens/ hab Ich so wohl das Leben der Heiligen / als auch die darauf erfolgende sittliche Lehren daruinb mit wenig Sprüchen Heiliger Schl ifft und Heiliger Vatter/oder anderen kuryen Geschichten wollen glaubwürdiger/kraff- tiger/und vester machen/damit das Merck nicht zu groß wurde/und den Nahmen der Betrachtung vertierte / als welche allein sucht das Hertz und den Geist von dcrvnsaubcrkeit zu reinigen/und mit Stand-mäßi- gen Tugenden anzufüllen. Vierdtens / wirst du dich villeicht beklagen / und diß mein Wcrcklein gering halten / weil die sittliche Lehren offc und vil widcrhohlct werden/ so aber nicht änderst hat seyn können / indeme das Leben der Heiligen solches erfordert; doch wirst du finden / daß selbige das eine mahl nicht wie das andere vorgetragen werden; wie du auch sihest in dem hocherlcüchten Herrn vionylio Carthaustr / der in seinen Sonn-und Fcyrräglichen predigen die Lugenden und Laster offr und vil widerhohlet/ und von selbigen handlet/ wcils die Matcry als- heüschet. FütlsstMs / hab Ich dir in distm meinem Betrachrungs-Wcrcklein nicht grosse und wunderliche Ding/ die über mich sind/ (r) vorgetragen/ sonder bin bey der gemeinen Landstraß verblieben/ und hab von alltäglichen Lugenden und Vnvollkom- menheiken mit ihren Vmbständcn / ( in welche ein See! sich zu Feiten verwicklet/) gchandlct/ und Ihren gezeigt/ wie Sie solche Tugenden lieben / und Ihre Fähler und Mängcl verbesseren solle. ZuM Sechsten/hab Ich diß Wcrcklein in zwey Theil abgetheilt/ daß also nach jedcsscn Lomblichkcik jeder Theil absonderlich oder zusammen kan gebunden werden. Schließlichen / wolle mein VamrlcenL die einge- fchlichne Truck-Fähler selber verbesseren/ Wohlleben / und für mich armen Sünder GOtt bitten. (a) Oüli. r.v, 7 « (b) Lorn. L in kune locuin. (c) On.z. v.r-, (6) Lorn. » L»r». jbiöem. (e) ks. rzo. v.l. Bttrach- -«4rc-i Hs- Betrachtung Auf-as W deß Heil. Neu»-Jahr-Tags. Der Erste Punct. Von d«n Drsachm / warumb Christus sich dem Gesatz der Beschneidung unterworffen / und von der Fürtrefflichkeit deß Heil. Nahmens I ESN. kEtrachte/wie wahrhafftig Christus der HErr habe ^gesprochen: Ich bin nicht komendas Gesay oder die Propheten aufzulöstn/ sondern zu erfüllen/ (-») und solches habe Er be- wlsen/da Er erst 8. Tag alt sich schon dem Gesatz der Beschnei- düng freywillig unterworffen; Und zwar Erstlich habe Er sol- ches.gethan / damit wir wüsten/ daß das Wort deß Himmlischen Vatters wahrhafftig seye Fleisch worden/ und daß Er von dem Geschlecht deß Patriarchen Abrahams herftamme / und hiermit die Juden nicht Ursach hatten Jhne nicht für den wahren Meßias auf-und anzunehmen/ als aus dessen Stammen sie wüsten/ daß Er wurde herkommen. Zum Anderen/Habe Er sich beschneiden lassen / damit Er mrs lehrte/wie wir die Gebott Gattes nach seinem Exempel sotten erfüllen / obschon sie uns zu Zeiten schwär zu halten wurden für- fallen; wie dann das Gebott der Beschneidung ein so schwares Gesatz gewesen/daß gar vil Kinder daran gestorben. Zum Dritten / weil der Htm- lischeVatter seinen Sohn gesandt in der Gestalt deß stündlichen Fleisches/ ( b ) habe Er hiemit in der Beschneidung erscheinen wollen als wäre Er ein Sünder / auf daß wir erkennten / daß wir uns noch vilmehr solten erniedrigen/ A und L Betrachtung und unsere Sünden nicht allein Gott/sondern auch seine Statthalter hie auf Erden anzeigen/ und beichten. Zum Vierdten/Habe Er durch seine schmertzhajste»Beschnei- düng dtß schwäre Gesatz von uns wollen hinweg nehmen/und uns zeigen/daß wir vilmehr unseren innerlichen Menschen mit dem Messer der ^lorriScLlion von aller Boßheit derSünden sötten beschneiden. , ^ Zum Fünfften/Habe Er aufdre jmGesatz bestimbte Zeitdiß alles thun wollen/damit auch wir unsere Werck zu seinerzeit ohne einzige Unordnung verrichteten. Zum fechsten/weil es gut ist dem Mcnfchen/daß erdasJ-ch auf sich nehme/ (c) habe Er in seiner zarten Jugend dife schmertzhaffte Bejchnerdung erlitten / damit wir hiemit vonJugendaufGott/ und nicht unseren bösen Begierden dienen lerneten; nach dem Exempel viler Armbseeligen / welche in ihrer Jugend / und so lang sie gesund sind/ allein der Welt und ihren Gelüsten / im Alter aber / und wann sie kranck sind/ sich erst zu GOtt bekehren/ und Jhme dienen wollen. Mein liebste OrmricenL! Haltt dichtn einem jeden diserPuncten ein wenig auf; und Erstlich/ glaubest du von Hertzen/daß der wahre GOtt/ das Wort deß Himlifchen Vatters seye Fleisch worden'/ Haltest und erkennest du Ihn für deinen Erlöser / vnd sagst du Jhme nach deiner grossen Schuldigkeit deßwegen demüthigen Danck? Ach! gantz blirrd bist du vielleicht in der Er- kandtnuß difts so hochen und liebreichen Gehaimbnuß; dessen gnuasambe Zeugnuß gibt dein armbftettges Leben. Zum Anderen/bist du nicht zu Zelten Gott und deinen Oberen aantz ungehorsamb / so du deiner Natur zuwider etwas sottest thun? Dein HCrr vnd GOtt unterwirfst sich einem so harten Gesatz / nimbt auf sich dasZai- chen einesSünders/und du lebst so haickel/ daß du alles nach del- nemWtllen witt haben/und aller Gehorsambe dich entziehest. Zum Dritten / wie verhaltest du dich im Beichtstuhl; thust du nicht allein GOtt/ sonder auch deinem Beichtvatter aantz eur- faltig deine Sund öKren und anzaigen ? Wilt du nicht noch zu Zeiten frömmer bey ihme angesehen seyn / als du dich vor GOtt Deß Heil. New -Jahr-Tags. z GOLt schuldig erkennest? welches eine unleidenliche Hossart wäre. Erinnere dich/zum Vierdten/ deiner bösen Begierden und Ge- wohnheiten/wiedu selbe bißhero unterdrückt/ beschnitten / und ausgereütet habest? Ist nicht noch alles erwildet im Garten deiner Seelen/ daß die Blumen der Tugenden unterdrückt nicht können fortwachsen? Fünfftens/wie bringst du die Heil. Zeit zu/thust du nicht alles mit einer gantzen Unordnung? Wilt du nicht betten / wann du sottest arbeiten; arbeiten wann du sottest essen; essen wann du sottest betten; betten wann du sottest schlaffen? Es will alles sein Zeit haben; danohne Ordnung den Tag zubringen/ ist müßig - gehen/und die Kit umb- sonst verzehren. Aus disem scheinet ein grosse Eigensinnigkeit/ die GOLt und denen/ Mitwelten man lebt / sehr verdrießlich Zum Sechsten. Ach! wie hast du deine Jugend zugebracht? Hast du bißhero GOtt alsoge- dienet/ daß du gleich jetzt vor Ihm mit Fremden dörfftest erscheinen ? O! wie grosser Schrö- cken würd dich villeicht überfallen/wann du umb dein übel-zubrachte Jugend Rechenschafft zu geben/von GOtt sottest beruffen werden/ja noch jetzund; Ach! in wie vilen Dingen bist du villeicht noch fehlbar! Erwecke Rew und Leyd / und mache einen stetsten Fürsatz alles zu verbesseren / und diß Jahr frömmer zu zubringen. Ach liebster JESv ! Ob- wohlen nach der Menschlichen Vernunfft ohnmöglich fallt zu glauben/daß du O grosser Gott r dem Menschen zu lieb/ hattest sollen unsere Menschliche Armb- seeligkeiten angenommen haben/ glaube ich danoch ohne ferneres Nachdencken/daß du nicht allein seyest Mensch worden/ sonder daß du/ die Rein- und Heiligkeit sechsten / dich auch gleich nach dem achten Tag in dem Tempel/ in der Gestalt eines Sünders/ dem schwäre Gesatz der schmertz- lichenBeschneidung mit tteffister Demuth habest wollen unter- werffen; deßwegen mache ich mir heut auch Visen stetsten Fürsatz/ nicht allein für die schmertz- liche Beschneidung dir demüthigen Danck zu sagen / sonder ich will mich auch ins künfftig gern unterwerffen allen demjenigen/ AL wie 4 Betrachtung wie hartes mich auch ankombt/ zu deme mich mein Stand verbinde/ sonderlich zur Zeit der Heil. Beicht/will ich ohne eite- len Respect gantz Kindlich und einfältig meine Sünden dem Beichtvater / andere Klösterliche Über trettungen aber meinen Oberen anzeigen/vor denen/wie auch vor dem Beichtvater/ich nicht will suchen frömmer gehalten und angesehen zu seyn/ als ich vor GQLt bin; Ja wann ich auch schon böser geachtet wird/ will ichs mit Frewden leyden/ und will mich nicht entschuldigen/auf daß ich dardurch desto mehrere Gnad von dir möge erlangen / meine böse Gemmhs- Neigungen leichter zu beschneiden und zu undertrucken. Ich will mich über das befleißen/alles zu seiner Zeit zu verrichten/ die Ausheilung deß Tags flüssig in obacht nehmen/nicht eines für das andere setzen/damit ich anderen/ und sonderlich den Oberen/ keinen Verdruß verursache/ auch mich in der Jugend gewennen / also ordentlich und Tugendsamb zu leben/ daß ich in dem Alter in der bösen Gewohnheit zu leben verhärtet/ nicht müsse zu Grund gehen. Ach Christe JESU.' verleyhe mirGnad/daß ich diß alles recht erkenne/ darzu ein hertzlicheLieb trage/und in dem Merck erfülle/ was du mir durch dein mächtige Gnad zu erkennen und zu wollen hast gegeben/Amen. (a) ktacik. 5. v. 17. (k) kom. 8. v.z. (c) Itiren. z. v. r/. Der andere Punct. DIe vkahmen/so den Menschen von dem Histiel sind gegeben worden/ haben jederzeit ettvas fonderbahres bedeutet; wie zu lesen in der Heil. Schrifft von dem Jsmael/ (a ) Abraham/ Johannes dem Lauster / Petrus/ und sonst noch von vilen anderen. Betrachte derohalben/ daß weil dem new-gebohrnen König ein solche Völle der Gaaben und Gnaden ist gegeben worden/ durch dene nicht nur ein Volck/ sonder das gantze Menschliche Geschlecht müsse erlößt werden/ habJhme der Himlische Vatter den Nahmen JESUS (das ist ein Erlöser) geschöpfft. Es ist zwarJosue dem Lands- Hauptmast deß Israelitischen Volcks; Sprach dem fürnehmen Lehrer der Deß Heil. New - Jahr - Tags. 5 der Jüdischen Synagog/ und dem Sohn Josedech dem Hohen Priester der Nahmen IEsus auch gegeben worden / aber solcher gebührte keinem/ wie Christo dem HErrn/welcher die Erlösung nicht nur eines Volcks/ sonder der gantzen Welt auf sich genommen. ' vsmLtccna! Sage Ahristo JEsu Danck/ daß Er den Nahmen eines Erlösers nicht allem auf sich genommen/ sonder selbigen mit so grosser Liebe im Merck erfüllet. Glaube über das ftstig- lich/ daß auch dir ein Nahmen nicht ohngefahr vomVatter siye gegeben worden; Aber ach! wie weit schreitest du von dem Exempel Christi/und wie wenig kommen deine Merck mit detn m Nahmen übel eins / indeme du sottest nachfolgen den Tugenden desjenigen Heiligen/dessenNah- menduso unwürdig trägst/auf daß du in allen deinen Anligen/ und sonderlich amTag deß strengen Gerichts / einen getrewen Patronen töntest haben. Gedenckcnochftrner/daß diser Allerhelllgste Nahmen IEsus nach Meinung deß H. ebnyioto- xl(b) den Blinden das Gesicht; den Lauben das Gehör; den Hinckenden gesunde Füß; den Stummen die Red; und den Todten das Leben gegeben habe. Diser Heil. Nahmen habe und werde noch immer Krafft haben/ allen Leüfflischen Gewalt von den beseßnen Leideren zu verjagen / und daß durch difen Nahmen die gantze Welt von der Abgötterei); von der Boßheit der Sünden/ lind von dem schwären Joch deß Teussels seye erlößt/ und in die Freyheit der Kinder G-Ottes gesetzt worden. Also seye durch disen Nahmen der Hochmuth derHeyden/und der Königen diser Welt erniedriget; die Macht deß Teussels und seines Anhangs geschwächt; die Demuth und Armuth aber er- höcht worden; Dann eben sie/ die Armen/sagt IEsus selbsten/ (c) werden in meinem Lahmen Teüsscl außrreiben; mir neüwen Zungen reden ; Schlangen vertreiben/ und st> sie etwas Tödliches werden trincken / wirds ihnen nicht schaden ; auf die Lranckcn werden sie die Hand auflegen / so wirds mit ihnen besser werden. Und noch mehrers verspricht Er uns bey dem HeillJohannes (6) Warlich/warlich sirg ich Euch/ so ihr den Vatter etwas bitten wer- A Z det 6 Betrachtung der in meinem Nahmen/ so wird Ers euch geben : Mit Welchen Worten Er nichts außgenom- men; stehet also jetzt in unserem Gewalt und Willen / daß wirs recht mit Ernst/ mit Demuth/ und mit einem reinenHertzen begehren. Ach vLMLlccnr ! bist du beängstiget / manglest ettvas / und gehet dir etwas ab an Leib oder an der Seel/ so russeJhm gantz demüthig mit dem Hell. Johannes/und sag: komb HErr IEsu l (c) und lebe getröster Hoffnung/ du werdest gewiß grossen Trost undSLärcke von Ihme empfangen. Lasse dir hertzlich leyd seyn/ daß du dir disen Heiligsten Nahmen nicht mehrers zu Nutz gemacht in deinen Anfechtungen/ oder so du sonsten ein Tugend- Werck üben hast wollen / oder aber in anderen Beschwarnus- sen/in welchen du vermeint/daß du schier müssest unterligen. o-lMLiccnL! Mache dir in allen deinen Geschafften den Nahmen IEsus zu Nutz/und beflisse dich auch/ den Lugenden deines Heil. Nahmens - Patronen nachzufolgen. Ach Christe IESV! Ich sage dir demüthigen Danck/ daß du hast wällen JESUS genennet werden / und mit dem Nahmen/ und in dem Merck unser aller Erlöser seyn; Dann in dem widrigen/ was hatt es uns ge- nutzet/wann du wahrest geboh- ren worden ohne disen Willen/ uns alle zu erläsen / oder nur von diser oder jener zeitlichen Mühe und Arbeit unS zubefreyen; wie etwa» gethan Joseph veralte Patriarch/Iofue und andere; L>der/ wann du auch allein kommen wärest zum Trost deines damahlenaußerwahlten Völck- leins. So gib dann uns allen/ und sonderlich mir armen elenden vLMLiccnL Gnad/ daß ich mich deines Nahmens/und der reichen und überflüßtgen Erlösung theilhafftig mache / durch die Verdiensten deines Heiligsten BlueLS/ welches du heüti- ges Tags in der schmertzhaff- ttgstenBeschneidung zum erstenmal)! vergossen / damit selbiges mir endlich nicht gereiche zu meiner Verdambnuß. Es ist mir hertzlich lehd/ daß ich solches vißhero nicht besser gebraucht/ und mir zu Nutzen gemacht. Ich mache mir einen stelffen Fürsatz/ mich öffters zu erinneren / nicht allein deiner / sonder auch deß- jentgen 7 Deß Hei!. New-Jähr-Tags. jenigen Heiligen/ dessen Nahmen ich unwürdig trage / Jhne demüthig bittend/ daß Er mir von dir meinem Erlöser wolle Gnad erlangen/ daß gleichwie' er durch die Übung der Tugend/ und sonderlich derjenigen N.N. sich hat fähig gemacht deiner Heiligsten Verdiensten/ich seinem Heil. Exempel auch könne nachfolgen/ und jene Lugend NN. mir sonderlich also gemein mache / damit ich ^hn auf Dem Weeg der Tugenden als einen Führer/ dorten aber am strengen Gericht für einen mächtigen Fürsprecher haben möge; Wie ich dann noch vilweniger zweiffle/daß wann ich also nach seinem Exempel werde leben/du L) mächtiger IEsu! mir nicht in allen meinen Nöthen und Anlt- gen werdest zu Hülff kommen/ und mich erhören / so offt ich zu dir/D IEsu! werd rüsten und schreyen; wie ich mir dann sestiglich jnrnehme/ in allen mei- M Anligen zu rüsten: Ach IEsu hust mir! stehe mir bey / (r) Len.rs. v I.ue. 1. v.i). Kkrrti.i6.v.i8. (b)ttom.i44. (c) Klarci. 16v.r/. (d) v.rz. (e) ^oc-rv. v. rr. Der dritte Punct. Endlich stelle dir vor Augen etlich sonderbahre Liebhaber dises Heil. Nahmens IESU. Paulus der Apostel/ war Zhme also zugethan/daß derselbe in seinen Epistlen zweyhundert und neunzehenmahl zu lesen; und als Paulus enthauptet worden/ hat Er den Heiligsten Nahmen JESUS dreymahl in der Lufft erschallen lassen. Der Heilige loanncr Lolumbinu, gevencket dessen in seinen wenigen Sendschreiben tausend fünffhundert- mahl. Der Heilige Märtyrer IgnLrius hatte drsen Heiligsten Nahmen JESUS stäts in seinem Mund/oer auch nach seinem Todt auf seinem Hertzen geschrieben ist gefunden worden. Nicht weniger trüge zu disem Heiligsten Nahmen grosse Lieb und Begierd der Honig- fließende Vatter ücrnLrclur, deme alles bitter/ungeschmaltzen und unge- saltzen zu seyn gedunckte/ was nicht vermeriget Ware mit dem ' T)el dises Heiligsten Nahmens JESU. In seinem Mund wäre Er süsser als Honig; in den Hhren lieblicher als eine stäts wohlklingende Music/und im 8 Betrachtung imHertzen ein immer-wahmr- der Jubel und Frewd. Und wer wird mit der Feder beschreiben können die grosse Inbrunst/Liebe und Frewd/deß Heiligen ttennci 8uio,oie Er gehabt zuoisem Heiligsten Nahmen? Er hat so gar/ aber nicht ohne grossen Schmer- tzen deß Leibs/mit einemPfriend nächst bey dem Hertzen / disen AUerheillgsten Nahmen einge- graben. Unter den Liebhaberen dises HH. Nahmens JESU/ wolte nicht der Letzte seyn der Heil. öcl-NÄräinus yl)N 8cni5, diser trug allezeit mit Jhme auf die Aantzel auf einem Tasseletn ge- mahlt/disen HH. Nahmen JESUS; An statt der Kartenspiele hat Er einen Hand- wercks-Mann den Nahmen IESUSmit vilen hell- scheinenden Strahlen umbgeben/ mahlen gelehret / mit welcher Handthierung der Nahmen JESuS sehraußgebreittet/ er aber reich/ und getrost ist worden. Wann dise obgedachte Liebhaber deß Heil. Nahmens JESU dich noch nicht mögen bewögen/ so stelle dir vor Augen das Exempel deß Himmlischen Vatters felbsten/ welcher oen Nahmen JESUS so hoch gehalten / daß Er seinem liebste» Sohn für die vilfaltige Peynen; für die Schmach deß Lreützes/ und für die theüre Erlösung deß Menschlichen Geschlechts / nach Zeügnuß deß Heil. Pauli/ für- nemblich Visen Heil. Nahmen gegeben. Er hat sich selbst erniedriget / sagt Er / ( 2 ) lmd ist ge* horsämb worden biß zum Todt/ nemblich zum Todt deß Treuyes; Darumb hat Ihne GOtt/ der Himmlische Vatter erhöcht/ und hat Ihme einen Nahmen geben/ der über alle Nahmen ist. Er hat auch wollen / daß disem HH. Nahmen alle Ehr erwisen wur- de/sagetld durch Paulum (b) In dem Nahmen IEGV sollen sich biegen alle Lnse deren/ die i»n Him» mel und auf Erden / und unter der Erden sind. Ja Christus der HErr felbsten hat Paulum er- wahlt/daß Er seinen HH.Nah- men in der garchen Welt solte außbreiten : Distr ist mir ein außerwahltes Faß/sagt Er zudem Ananias (c) daß Er trage mci» nen Nahmen vor den Hcpdcn/ und vor den Lönigen/ und vor den Landern von Israel. Ach! was vermeinst du/in wie grossen Ehren dtsen HH. Nahmen werde gehabt haben Maria sein liebste Mut- Deß Heil. New - Jahr - Tags. 9 Mutter; Joseph sein Nähr- Varter; Mana Magdalena / und noch viel tausend andere'? Und was trägst du für ein Liebe zu disem HH. Nahmen JEjus? oder was leydest du wegen JE- sinn? Von denApostlen sirgt die Schrifft (6) Sie aber gicngen fröhlich von deß Rahts Angesicht/ daß sie würdig gewesen waren/mnb deß Nahmens IEGV willen Schnrach zu lcxden. Ach Wie kalt und lauw b;st du? alle übertreffen dich in der Liebe/in dem Eyffer und Andacht gegen disem HCrren JESU/ und du magst wegen seiner noch gar nichts leyden? Lasse dirs leyd fehlt / und lnache einen steiften Fürsatz dich hinfüro zu besseren/rc. Ach Christe JEsi, Weil so Viel Heilige/ja dein Himmlischer Vattcr / und du sechsten disen Heiligster; Nahmen JESVS so hoch geehrt/ mache ich mir sonderlich heüt disen steiften Fürsatz/deinen Heiligsten Nähmet; mit demüthigster Reverentz;n;d iltnbrunstiger Liebe zum öftreren außzusprechen; ich will sonderlich vor dem HH. SacratnettL deß Altars / so offt es die Gelegenheit gibt/mit grosser Zart- müthigkeit deß Hertzens sagen: Christe I ESV! dein Heiligster Nahmen JEsiis werde von allen Crearurcu im Himinel/auf Erden/ und unter der Erden gcchrt/gelobt rrnd gebenedeit in alle Ewigkeit. Ich meiner Gerts will stats ge- dencken / und bey mir seibftell sagen : Der Nahm deß HErrcn seye gebenedeit. C)der aber: Ach JEsli! ftic »nein IEsirs. Welches so vil soll gelter;/ als sagte ich: Ach Khrtste JEsi;! weil du dich in llltch also hast verliebt/ daß du der; Himmel verlassen/und die Menschliche Natur angenomen/damit du mich töntest erlösen durch dein äusserste Armuth ; gröste Kalte; hauf- fige Vergiessung drittes HH. Bluets/und durch den schmählichen Todt deß Kreutzeö / und also mein absonderlicher Erlöser hast wölkn seyn/sage ich dir für bist grosse und unaussprechliche Gnad demüthigsten Danck/dich mit ebendiser treftisten Demuth bitterrd / du wöllest mir Gnad verleyhen / daß ich mich diser theüren Erlösung möge fähig machen / und du könnest seyn mein JESUS und Erlöser. Über das / damit diser Heiligste Nahmen nicht allein in meiner V Ge- ic> Betrachtung Gedachtnuß / sonder zu innerst in demHertzen geschrieben wer- de/derselbige in allen meinen Ge- dancken / Worten und Wercken den Vorzllg habe / und ich nrich in Jhnre erfrewen möge/will rch alle Tag am Morgen so ich erwache / und am Abend so ich schlaffen gehe/ dise drey Buchstaben 1 bt 8 an die Stirnen und air das Hertz mit dein Daumen- Finger schreiben / will mich hiermit huren / daß ich Visen HH. Nahmen nicht aus Gewohnheit zu einer jeden Sach mit Uneh- renbietigkeit ausfpreche / sonder allzeit bey Attssprechung desselben ein grosse Ehr/Liebe und Re- verentz/ sonderlich innerlich im Hertzen erwerffe. Endlichen will ich mich nicht betrüben / so ich etwas muß leyden/ damit/ gleichwie Christo IEsu von dem Himmlischen Vattcr wegen seines Leydens ein so herrlicher Nährn ist geben worden / mir dermahleinest auch geben möge werden von meinem HErren IEsu ein fürtreffiicher Nahm/ so ich wegen seines HH. Nahmens IEsu mit Fremden was wideriges wird leyden. Visen Fürsatz in das Werck zu richten / verleyhe nur Gnad/ liebster IEsu! Und was ich den Tag meines Lebens wider dich gesundiget/ bitte ich dich Fußfällig / du wollest mir solches verzeyhen durch die Verdiensten deines Heiligsten Vlnets / welches du heüt für mich in deiner schmertzhafftisten Beschneidung vergossen / vor: Grund meiner Seelen wünschend / ich wäre würdig/ mein Bluet mit deiner Gnad für dich auch zu Vergüssen/ und endlich zu deiner grösseren Ehr und Glory gekrönt zu werden. (a) Philipp, r. v. 8. (l,) lb.v.io» v. 15. (cl) s. v-41. Betrachtung Auf das §eft deß Hcü. Abdten LciciiirrL Der erste Punct. ^ velbarclur ein Enickelst-pini deß Großen / fliehet in dem 2 O. ^ 7 ^.und Vetter KaysersLarvU Jahr seines Alters wegen damals Von dem Heil. AbbL ä3f6uz ein hohe für/ nehme Stands / Person/ in dem Kloster nicht besser gehalten worven/als andere gemeine Keilhosen / habe Er Ihme auch di/ sen schlechten Garten / Dienst durch die Gnad GOttes also zu Nutzen gernacht / daß Er den Garten seiner Seelen/ von dem Unkraut böser Begierden gcsau/ bert/ mit solchen schönen Tu/ gend/Blumen habe angefüllt/ daß derselben wohl/riechender Geruch auch bey der Welt nicht hab könne» verborgen bleiben. vLMLlccnL! Wann du oer/ langst in Tugenden zu zurre!)/ inen/ begehre nicht arideren vor/ gezogen/oder besser als sie gchal/ ten zu werden. Glaube für ge/ miß/ daß vil Kurrens und Mur/ rens/grosse Unordnung und vil Unheyls in einer Geistlichen Versamblung entstehe / und die B 2 Klö/ ir Betrachtung Klösterliche Disciplin nach und nach;« Grund gehe/ in deren auß Menschlichem Respect einer dem anderen in den Aembtcren vorgezogen/und besser als andere m den Leibs-Äombltchkeiten gehalten wird. Bitte/ mein DäM 2 i!.en 2 ! den demüthigen Crren IEsmn / daß Er allen eistlichen wolle geben eitihertz- liche Demuth / den Geist der Vernichtigung ihrer selbsten/ durch welchen so vtl demüthige Seelen ihren Heil. Drden m gröster Heiligkeit erhalten/ sie aber auf den Gipffel Klösterlicher Vollkommenheit sind gestiegen. Wie hast du bißhero ge- lebt/und was wilst duinskünff- tig thun? Gedencke Drittens/ daß ftom seyn / und nicht wöllen von Her- tzen für ftom angesehen werden/ seye ein Zeichen großer Heiligkeit. ^6eikar6u8 wurde je langer je mehr wegen deß Geruchs seiner Heiligkeit von anderen geehrt/und geliebt/deßwegen fliehet Er auf den Berg Larün, allda lebte Er eine Zeitlang gantz ruhig ulid verborgen. Auß dt- sem einzigen Probstein kanst du schliessen OzmaUcns wie ftom du seyest/und ob du dermahleinest werdest heilig werden. Seye umb GDttes willeti nicht unter dem Haussen derjenigen armen Seelen/denen nicht wohl/wans nicht andere wtssen/wann sie ein embilderisches gutes Werck gethan. Der andere Punct. NHCilM ^clelkarclur auch auf dem Berg e-rlin liicht könte verborgen leben/ wird Er wie- derumb in seilt Kloster Korbet) berussen/ inrd wider seinen Willen zum Abbten erwählet. Oamaicena l Stelle dir vor Augen das Exempel derjenigen/ welche von Gott zu den Aembte- ren berussen sind worden/ wie ftom und heilig sie haben gelebt/ utid ihre Untergebene in grosser Vollkommenheit regiert; Hingegen diejenige/ welche sich in die Aembter und hohe Würden eingedrungen/ sambt den Ihrigen in dem Lngend-Weeg schier allzeit seyen zurück gangen. Bewirbt dich alsoOamLlccna! umb kein Ambt/dann du wurdest in selbigem nicht getröst leben; wanns G-Ott haben will/und zu deiner Seelen Heyl nutz und gut wird seyn/ wird dich Gott schon Herfür ziehen/ und in ein Ambt setzen/ Von dem Heil, AbbL üllelk-räo. iz setzen/ auch wider den Willen wann du von anderen geehrt/ derjenigen / die du dir vermeinst oder zu einem Ambt befurderet verhinderlich zu seyn. bist worden/ ob du dich nicht ha- In kurtzcr Zeit wurde der H' best erhebt/und aus den E chran- Abbt wegerr seines grossen Ver- cken Klösterlicher Demuth seyest stands/ Frombkeit urrd Heilig- gescheuten? L)b duohneUnter- keit also berühmt/daßKäyser scheid allen und jeden habest der Grosse/Jhne wieder guts gethan ? Gegen demem nach Hoff beruffre/und zu einem Nächstetl seyest barmhertzig ge- Mlt- Regenten aller seiner Rei- Wesen ^ Die Zweyträchtigen ver- chen verordnete. einiget/ und zum Frieden gehols- Bermchtc/wie diser Heil.Abbt fen'i FürnembUch/ ob du dich in diser hohen Wür de nrcht seye alle Morgen wegen deiner Un- übermüthig/hoffartig und stoltz vermögenheit etwas guts zu worden / sonder habe in allen dr- würcken habest beweynet/und zu sen hohen Reichs-Geschafften Ab.nd wegen viler Fehleren/ mit erstlich vertretten die Person ei- denen du den Tag hindurch nes frommen Religiösen/ nach GDtt den HErren hast beleydi- der Regel deß Heil. LLMvlLH. get ? Verlange dich von Hertzen Zum anderen/habe Er allen und zu besseren/ in deme du dich fthl- jeden / so vil möglich gewesen / dar findest, guts gethan; Fürnemblich aber /^eM-n-6u5 hatte GDtt stats ftye Er drlttms gewesen ein vor Augen/dahero Er auch offt Schatzmeister der Armen; ein in mitten der wichtigstenReichs- ZufluchtderKratlcken/Witrwen Geschafften / in Beyseyn deß und Waißn/und ein Tröster der Mysers/semer Rähtcn/und deß Betrübten. Die Zweyträchti- gantzen Hoffs/ häuffige Zäher gen l-abe Er vierdtcns vereini- vergossen, get/ und die gefährliche Kriegs- vLmaiccna l GDtt erfordert Flammen gedemmet. Fürrfftens insorrderheit von jedem Geisthabe Er täglich sich sechsten lichen / daß Er in seiner Gegcn- Morgerts und Abellds bewey- wart wandle; w.uwle für mir/ net. sagt Er. 0) Disem/ ob du nach- Oämslcens! Erinnere dich/ komniest/ erforsche dich; villeicht B Z gcschicht 14 Betrachtung geschieht deiner Seits nichts wenigers/und geben dessen grrug- same Zeügnuß die Betrachtungen und das tägliche Gebett/ welches mit so vilen unnützen einfallenden Gedancken verrichtet wird/ daß du zu End desselbi- gen schier nit weist/was du betrachtet oder gebettet hast. Ach! was für einen Verdienst wirst du darvon hadert/und wie kanst du sagen/daß du GOtt lieb habest/ die du so wenig an G^tt gedenckest! (a) Oen.17. v. l. Der dritte Punct. H^Achdeme LAroluz der Kayser ^ ^gestorben/tst üllclhzräuz durch Neyd seiner Mißgönner aller hohen Ehren-Ambteren entsetzt/ in das Elend verstossen worden/ allda / nachdem Er mit grosser Gedult/ Frombkeit und Herltg- keit/und zu sonderem Trost selbiger Einwohner/ siben Jahr lang zugebracht/ultd unterdessen alles Volck i-uäovico dem Kayser gezeigt/ wie unrecht Er ge- than/daß Er diserr hochschatzba- ren tntd fürtreffüchen Mann also verfolgt/ und in das Elend geschickt/ hat Er Ihne mit grosser Bereüung deß Hertzens/ und mit aller Ehrbeweisung wieder auß dem Elend nacher Hoff be- ruffen/in alle vorgehende Ehren- Stellen eingesetzt/und endlich in dem new-erbauten Kloster Korbey in Sachsen zu einem Vorsteher gemacht. Nicht bcx Hoss/und inderWelt allein/sonder auch in Klösteren/ wird die Tugend verhaßt/unterdruckt/und ins Elend verschickt. Durchgehe / OLinzlccns; alle Stand / so wirst du finde»: / daß jetziger Zeit die Boßheit der Frombkert/ und die Sünd und Laster der Tugend weit überlegen. Erforsche dich auch/ wie wohl du geneigt denjenigen/welche wegen ihrer Tugend und Wohlverhaltens zu den Aembte- ren befördert/ dir etwa» vorgezogen/ und mehr als du geehrt und geliebt werden. Geye du nicht unter denen / welche nicht auf die Tugend / sonder auf tue Unvollkommenheit deß Nächstens Achtung gebcn/selbige groß machen / die Lugend unterdrücken / und ins Elend verstossen. Und wann auch du dergleichen Verfolgung hast gelrtien / oder noch must leyoen / daß man dich allenthalben veracht/und eitriger Ver- Von dem Heil. Abbt Xäelbarclo. 15 Verrichtung unwürdig achtet; Erforsche dich / wie du dich blß- hero in solchem Stand habest verhalten / oder noch verhaltest ? Lebst du mit solcher Gedult/ Demuth und Frombkeit/ daß sich andere dardurch können ausser- bawen/und du den Himmel verdienen 2 Verlange nicht / daß dich G-Ott / wie Er vilen Heiligen gethan/in disem Lebensolle berühmt und groß machen/ sonder verlange voll Hertzen in der Verachtung und Demuth zu sterben. Vnter anderen Tugenden hat HäelkLräu, feinen Geistlichen Kinderen sirrnemblich anbefohlen die Heilige Armuth. Meine liebste Kinder / sagte Er össters: Seyd vergnügt mit der Armuth Ahnsti/und macht Euch zu keinen Knechten der schändlichen Begrerd nach zeitlichem Haab und Guth/ daß Ihr durch Besitzung desselbigen die HMlfche Guter verkehret. vsmascens! Erinneredich/ob drr auch zuzeiten etwas nrangle/ vder ob du nicht vilmehr allen Überfluß besitzest/welches letztere vil taufenden zumUntergang der Seelen gereicht. Heneke dein Hertz mr an das zeitliche Haab und Guth/ und so du die Armuth verlobt hast/ gehe ohne strengen Befelch der Oberen/ mit dem Zeitlichen nicht gern umb; Halte auch für gewiß/daß die Oberen keinen hohen Staffel der Glory werden erlangen/ welche solche Untergebene zum Zeitlichen deß Klosters verordnen / die Ihnen mehr das Zergängliche und Zeitliche/ als das Geistliche laßen angelegen seyn/ und Tag und Nacht nur sinnen/ wie sie/ ihren Oberen zu gefallen/das Zeitliche können vermehren. So stelle drr OLMLsccna lofft vorAugM/ den in dem Stall armb-gebohrnen IEsirm; Deme nachzufolgen/ seye einfältig zufrieden / was man dlr/ als einem Armen täglich zum Attmufen gibt / so wirst dll getrost leben und sterben. Es ist nicht anßzusprechen/mit was grossem Trost der alte Heil. Vatter kranckgelegen/ und gestorben. Der Heilige Bischofs dli öemLNlwz sim gewetzter Jünger/ hat Jhne in feiner Kranck- heit heimbgesucht/ deme Er enr ^- mahl gesagt t Ich gebiethe dir / exle gcsthwind hinzu / und küsse die Fuß meines HErren IEsi« Lhristi/ dann sihe / Er ist da gegenwärtig. Allen seinen liebsten Kinderen/ . denen i6 Betrachtung denen Cr jederzeit alles ist worden/ hat Er in seiner Kranckheit offr zugesprochen / und sie zur H. Armurh/undAösterlichen Vollkommenheit ermahnet/denen Er auch die Zeit seines Todts vorgesagt / und in aller Ihrer Gegenwart heilig / und voll deß Trosts gestorben/und zwar nicht ohne grossesTrawren und Meynen seiner liebsten Geistlichen Kinderen/Hetl. Btschoffs/und anderen / die Ihne nnt ihrem Hell. Gebett in den Himmel begleitet; ImIahrKhristi822. den 2. Ienner. vamsscenL! Erforsche dich/ ob du also gelebt/daß du könnest hoffen mit Fremden zu sterben? L)b du durch die Abtödtung deiner bösen Begierdten/ und durch state Gegenwart GOttes solche Gemeinfchafft mit Jhme habest gehabt/daß du auch in deinem Gterbstündle an seiner Gegenwart nicht müssest zweifflen? L)b du also armb und vollkonr- lnen nach deinem Beruff habest gelebt / daß du dich auch könnest vertrösten der glückseelige Ewigkeit/und daßdiejenigen/mtt welchen du lebst / deinen Todt nicht weniger werden bedauren und beweynen/ weil Ihnen dardurch entzogen ein Spiegel vieler Tugenden. vLMLlccna! Findest dich nicht also beschaffen / beweyne deinen elenden Stand/ und sag deinem liebsten JESU/ du wöttest ins künfftig frömmer leben. Betrachtung Auf das Fest der Alexandrimschen Heil. Zungfrawm Lupkrohnr. Der erste Punct. "elle dir Erstlich vor Au- xan öria, welcher / was Cr durch ! gm dene an zeitlichen und sein vilfaltiges Fasten und stren- ^ Geistlichen Gütern Hoch- ges Leben in seinen: unfruchtba- Adelichen von ^ie- ren Ehestand nicht vermocht/ durch Von der Heil. Iungftawen Cuphrochna. r/ durch das eyfferige Gebett eines . Betrachte ^ frommen und Hell. Abbts von llch und gut es ftye/das; dieIu^ Gott hat erlangt/nemblich einen gend wohl auffeizog Leibs - Erben/ mit Nahmen Eu- Daß die Elteien setz g ^ phrosyna / welche Er in aller schlechte Flewd anchmi ch Frombkeit und Forcht Gattes seilen Kinderen/^ also aufferzogen/ daß die fromme mr lhren unter gebn g ^ Iungfraw nach früh-zeitigem sen /ist ^w^^E/ und sein Adeltche Haustftaw ligkeit m,t Euphiowlawarm waren fromme Eh-ieuth/ doch gestiegen/ wann sie zum Guten hat Ihnen GOtt keine Leibs- erwähnet / weder durch gar zu Frucht geben wöllen/ohne Für- strengen Cyffer zum Unwillen bitt dises Heil. alten Abbts. undVerdruß bewegt/noch dm ch o-m-Ln.! Wie verhaltest gar zu gelinde MMe rur Hindu dich/ wann du i» einer schwa-- tafugkit und Zaulkeit m> Buken ren Anfechtung bist i thust du waren verlerthet worden. ( ) d-i»-r Sc.ts was du kaust / und Ach «lein o-m-i-en.! W>- besthtcst dich beynebens in das qroffcEchadenlstcL/daksoM Gebett frommer Seelen 2 dann durch, das Blut Ast - wisse/ daß das ftatlge Gebett eines erloßte Seelen zll Grund gehen. Gerechten sehr vil vermöge / ( 2 ) und auf welchem Weeg bist du . wann einer / nicht aus Gewöhn- ach villeicht in solchem Stano/ heit/sonder mit gut-ernstlicher daß du es selbsten ulcht weist. Meinung sich in daffetbige be- Aufs wemgisternmere dich/ w- filcht. du auch seyest aufferzogen wol^ i8 Betrachtung- den/so wohl in deiner Kindheit von deinen Eiteren/ als in dem Kloster unter deinem Novltzerr- Meister; Ich rock »richt glmi- den/daß der Fehler an Ihm»/ sonder vilmehr an dir ftye ge- rveserr. So lasse dirs von Her- tzen leydseyrr/daß du biß auf drse Feit nicht mehrers im Guten h«rst zugenormnen / und durch dem Lawlgkeir nicht dir allein / sonder der gantzen Verfambluug gckl)adet. Ach! wie vil hattest ou inr Guten können zunehmen/ wann drr dir dteDrgendalswie Euphrssyna hattest lassen angelegen ftyn. Zlch! mein liebster ILsu! weit änderst will ich krmffttg leben. ( a ) lscoki 5. v. 16. (b ) 8. 6re§. lid. zo.Ktors». Der andere Punct. ^Uphrosyna wird in den» 18: Jahr Ihres Alters / wider Ihren Willen / einem reicl)en Iürrglirrg versprochen / macht sich in du Flucht; legt Manns- Kleyder an ; nemttt sich 8 m-- raßUur; erhaltet garch llnbe- kandier von obgedachtem Heil. Abbten in seilten» Kloster das H. Ordens-Kwyd/ imd wird der Zucht deß Geistreichen Münchs übergeben/ unter deme Sie in kurtzer Zeit anderen ein Spiegel grosser Vollkomeuheit ist worden. Betrachte Erstlich / tvie dise keusche Iungftaw vtlrnehr denr i-niierlicl-en Antrieb deß Heiligend Geksts/als dem Willen deß Her- renVatters habe gefolgek / welcher rnit denrAdelichei» Itingling und noch vilcn anderen/Ihr de»r Weeg znm Geistlichen Stand, wehren wölke. Diß Ihr guteK Vorhabe»» aber »verckstelltg z»k machen/»»nglaublichttst es / wie vil Forcht Angst/Mühe und- Arbeit es sie gekostet/und in waK grosse Gefahren Sie sich hab muffe» begeben/welche Sie alle Männlich überwunden. Hingegen/ ach! tvie schlechten Eysser v»»d Begierd haben w»r / uuse- rein Beruss nachzutornmen/ i»»- deine wn mehr urssercn Leibs- Gelüsten und böftn A»»»nrkthur»- gen nachjagen/als dem innerlichen Zlntrieb dcß Heil. Geistes/ und h lstsamen Ermahmmgett der Oberen ; ja noch zu Zeiten einen Verdruß faßen ab dern Veruff zuln Geistlichen Stand/ welches doch der grösten Gnaden GOttes eine ist; oder i»»rs erzürnen über diejenige / welcl-e als Won der Heil. Iungfrawen Cuphrosyna. -als Werckzeüg Gottes uns zmu Geistlichen Stand such verhülff- lich gewesen / und diß alles emzig und ailelll darum!)/ wann mans recht bey dem Liecht will beschämen / damit wir mehr der Welt Fremden imd Gelüsten als GDttes Gntigkeit möchten gemessen. Gehe in dich stihsten / Mein vLMLlccnL ! und erforsche dich / wie du zum Geistlichen Stand seyest beruffen worden / und m was grossen Ehren du Ihue haltest. Erkennest die grosse Gnad Gattes/ und mmussprechliche Glückseligkeit / in wlche dich GOtt gesetzt/in deren du befreyt vonsovü tausend Gelege»cheiten GDtt zu beleydigen/Ihrne und deiner Seelen einzig und allem Laust abwarten. Q mein vLMLscenrl wie vil feüffzenw ilMm Todtbettle/und wünschetl / sie hatten in ein in Wilwkel deß Klosters Ihr Leben verzehrt. Dise Gnad hast du/ brauch st? / so wirst du getroster als jolche Welt-Kinder sterbem Betrachte zürn Anderen/dast der böse Geist und die Natur sechsten m Ihr eur grosse Liebe habe erweckt zum Herrn Vatter und verlaßnen Adelichen Iüng- ling; Er hab Ihr auch vor Zlu- gen gestellt die grosse Reichthum men/Ehren und vilfaltigenLust/ Fremd und Ergölzllchkett/ welches Sie alles mder Welt ohne Süud hatte geniesscn könnem Über das/hat der böse Geist wegen Ihrer Schönhert in andere« böse und gefährliche Gedanckm erweckt/ und Sieoarmithaffrig geplagt/ dardurch aber der Err- phrosnna der Wecg zu grösserer Heiligkeit seye gebahnet Mördern mdeme Ihr dises Streits unwissenden der Abbt befohlen/ms tmlffttg unter der Zucht allein m emer^ellen zu wohnen/ in deren Sie von allem Zeitlichen befreyt/ sehr streng gelebt/ und zur höchsten Vollkommenheit gelanget. >O mein wietrew ist GQtt/ der nicht gestattet/ wie Paulus spricht/ (3) daß wir über unser Vermögen versucht werden/sonder mache auch ne- bent der Versuchung ein gutes Auskommen/ daß wir solche wi- derlgeDing wohl'ertrageu kön- mm Wünsche dlser Lrost- vollen Cuphrosyna m Ihrer Einöde Glück/ daß Sie so gefährliche Streckt überwunden/ und dardurch noch grössere Ga- H 2 ben Lo Betrachtung den und Gnaden zu empfangen sich fähig gemacht. Erforsche Dich/was für Nutzen und Trost der Seelen dir seye erfolgt aus deinen bißhero erlittenen Widerwärtigkeiten und Anfechtungen ? Ach mein GOtt ! wie wenig hab ich mirs zu Nutzen gemacht! es ist mir hertzlich leyd! erlange mir Heil. Jung- fraw einen innerlichen Eyffer und Liebe / alles Widerige un.b dieLtebeKhristi IEsu willen zu leyden / damit ich mich fähig mache/recht und wohl nach meinem Stand zu leben / und mir endlich die Krön der Glory möge vermehrt werden. (s) i.Lor.io.v IZ. Der dritte Punct. ANterdessen lebte papbnurjur ^ wegen seiner verlohrnen Tochter sehr betrübt / und hatte kein andere Frewd als die Ansprach mit den frommen Geistlichen gedachten Klosters / in welchem Er sich vilmahl aufhielte. Einsmahl führte man Ihne auch in die Kellen 8mL- ra^i, seiner wegen strengen Bußwercken gantz außgemerg- leten und unbekandten Tochter/ von deren Er durch heylsame Lehren undGeistliches Gespräch also aufferbawet ist worden/daß Er zum Heil.Abbten voller Verwunderung gesprochen / Er seye Ihme höchstens verbunden/daß Er Ihne gewürdiget/ einen solchen fürtrefflichen Mann zu sehen. Betrachte Erstlich/ wie Gott der HErr dein Menschen offter- mahl zeitliche Frewden und Er- götziichkeiten entziehe / und mit vüen Widerwärtigkeiten anfechte/ damit er sich Geistlicher Güter / und häuffiger Gnad GOttes fähig machte/ wie dem kspbnurio widerfahren/welchen zwar G-Ott der HErr gestrafft/ und mit grosser Trawrigkeit heimgesucht/weil Er seine Tochter wider Ihren Willen zum Ehestand zwingen wöllen / doch hab Ihne GOTT durch eben drse Widerwärtigkeit zu hohem Staffel der Vollkommenheit gezogen. Hast du OsmstceNL ! es nicht auch offt und vil erfahren/ daß wann dir GOtt zeitlichen Trost und Frewd entzogen/ und etwan mit einer Widerwärtigkeit heimgesucht/du vil geschickter seyest worden / die Gaaben und Gnaden GOttes zuern- pfangen/und dich vil demüthiger Von der Heil. Iungftaweu Euphrosyna. und gehorsamber deinen Oberen habest unterworffen. Betrachte zum Anderen/ wie Euphrosyna wegen Ihrer Schönheit und Leibs - Bestallt/ den Brüderen im Kloster grossen Streit habe verursachet/und Deßwegen von der Gemeind abgesondert / und dises Streits unwissender / und ohne einzige Schuld in eine Kellen seye eingesperrt worden; dise Einsamkeit aber Ihr dergestalten habe zu Nutzen gemacht/ daß Sie dar- durch zu einer grossen Hetligin seye worden. Mein OLMLlcen -; Mache dich nach dem Exempel hoffartiger Köpffen nicht unruhjg/wann du zu keiner äußerlichen Verrichtung gebraucht wirst / oder derselben enthebt/zuderEinsam- keit oder gemeinen Tag-Ordnung von deinen Oberen verwi- sen wirst / klag nicht heimblich oder öffentlich darüber/ vilweni- ger daß du dich wollest rächen/ oder wider dise oder iene heimb- liche Tuet brauchen/sonder niliie dise Gehorsame von der Hand GOTTes fein mit höchstem Danck an/ und schätze dich glück- seelig/ daß du aller ausserlichen Dingen enthebt/Gott und deiner Seelen Heyt allein kanst abwarten. Ach mein vamascens! Wie bald wirst du zu grosser Vollkommenheit gelangen/wann du demüthig und gehorsamb wirst thuen / was dir deine Oberen schaffen/ gleichwie Euphrosyna allein gelebt nach dem Willen Ihres Zuchtmeifters sitze nicht an IhreUnvollkomen- heiten/sonder GOtt/dessen Per- sohn Sie vertretten. Betrachte Drittens/ daß Cu- phrosyna nicht nilr 2 . oder z. solider z8. Jahr also unbekandter in der Einsame deß Klosters habe zugebracht; und da IhrSterb- stündle herzit nahete / hab Sie Ihren Herrn Vatterzu sich kommen lassen / deme Sie gesagt: Wisse / mein lieber Vatter / daß ich dein so lang verlohrne und verborgne Tochter; daß ich aber solches Kleyd angelegt/ist geschehen/damit ich unverhindert tönte GOtt dienen. Und obwoh- len ich dich offt vor Augen hatte/ und mich dein Träwrigkeit sehr schmutzte/ bist du mirHannoch in Übung der Tugend kein Hinderung gewesen; Erzeige mir derohalben noch dise letzte Vät- terliche Liebe/und begrabe drsen K Z mer- Lr ' Betrachtung meinen Leib; nach ivelchen Wor- allen Umbstanöen/ aller Ehren ten Sw alsobald seelig in dem und zeitlichem Haab und Guths HCnen ist entschlastem m dem Stand Euphrosina wa- Erwege/ mein vamLscena! rest gewesen. Achwiefchwarlich wie p K n urio umbs Hertz müsse wurdest» dich zu solcher Strenggewesen senn wie Er wegen um heit deß Lebens entschlossen ha- verhosster Zeitung und Todt set- den. Mit den Heiligen Gottes ner Tochter/ in eine tödtliche wollen wir alle sterben/aber wir Ohnmacht gefallen/wie Er sich wollen mit Ihnen die Mttel beweynet/und theils vor Leyd/ darzu nicht ergreiffem Mache theils vor Frewd zu sterben habe dir mit psplmurw dein Vatter/ verlangt. Wie auch der Heil. das Leben ulld Todtdisergrossen Abbt und alleBrüder ohne Ord- Heiligin zu Nutz / welcher noch nung hinzu gelösten / den Heil. Geistlich worden / und 10. Jahr Leib zu verehren / da sie dtse lang in der Kellen seiner Heil. Wunder-Ding gehört/ sonder- Tochter Euphrosyua mit gros- lich da sie gesehen den Glautz ser Strengheltzlrgebracht/und Ihres Heil.Leibs/ulrd die Wlrn- heilig gestorben. Verbessere auch der / die GOTT durch Sie ge- dein Leben / und erfülle deine ge- würckt. machte Fürsatz in dem Werck/ Ach mein vamrlccnr!'was damit du eines glückseeligen hattest du gethan/wann du nach Todts sterben mögest. Betrachtung Auf den Vor-und Fepcr-Abend der Heil. drey Königen. Der erste Punct. Teile dir heüt vor Allgen die drey Heilige Weisen vonAufgang/und betrachte/ daß gleichwie Sie sich mit grossem Eyster auf den Weeg begeben/Ihre Geburths- Statt und Von dem Vor- und Fryer-Abend der Heil. drey Königen 2 z und gantzes Land verlassen / und aufBethlehcm zugerelßt / allda den New-gebohrnen Heyland der Welt anzubetten/ sich Isime cusszuopfferen / und für Elgen- thunrb zll stheucken; Also wann em Gott-licbende Seel zll Berl)- lehem mit Fremden ankommen/ und ihre Schanckmtg dem lieben Khnst-Kindle anfopfferm wol- le/müsit sie sich auch mit grossem Cyffcr und BußfertigelnHcrtzen ausmachen / und Ersthch zwar/ muß sie verlassen ihr ^Zeburths- Statt die Sund/in deren sie ihr Mutter empfangen/(a) welche uns der Ilpostel so ernstlich zu weiden ermähnet / sagerrd: (b ) Lasset die Sund nicht herrschen in enwercm sterblichen Leib / demselben. gchsrstmb zu fern in seinem böseniSclüstcn; dann sie allein die Seel gebunden haltet/und verhindert/daß sie nicht mag kommen zu ihrem Zweck / Zihl und End/ welches da ist das liebe Khrist-Kindle zu Betl-lehem. ^unr Anderen / muß sie verlassen ihr täglich-unvollkom-kalt und lawes Leben / Volt Tag zu Lag mehr und mehr in Tugenden zunehmen / und allzeit nach grösseren und bejstren Gaaben eyfferen/ damit / in dein sie nicht zunimbt/nicht ltwan abnehme, deß Weegs verfehle/und schwär- Uch falle. Dnrtcns/ daß sie nnt allem Ernst hindan fetze und verlasse die ««nöthige Geschasst / dar- durch die Ruhe der Seelen zcr- stöhrt/ das liebe Khrist-Kindle Mcht kan gefutchen werden. Ich zwersfle nicht / Ntein l)r- msscenL! du werdest Morgen ein fonderbahre Andaäst bey dci- neut lieben Ahnst-Kindle ablegen^ Dmtnt du aber nicht leer/ und etwa» m dem Stand der Ungnaden G-Ottes erscheinest/ erforsche dich Erstlich/ ob dir kein schwäre Sund bewnßt/wel- che dreh angsttge und unruhig nmche > Kkndest du/ daß du noch ein Leibeigne deiner bösen Begierden/ und kein wahre Magd Ahrrstt IEsu / lasst dirs herzlich leyd ftyn; lege hindan allen Menschlichen Respect; überwinde alle Schamhasstigkcit; beichte aufrichtig / und rernige deilt Hertz von allem Unflat!) und Unsauberkeit der S linden; oder aben lebest du/mein vamsicens! soglückstelig/daß dir kein schwäre Sund bewußt / so gehe zum Anderen tlt dlch selbsten/ und erwöge wohl deine tägliche Ubnn- aen/ 24 Betrachtung gen/ mit was Eysser und Fleiß du selbige verrichtest ? Und wisse/ daß wann du schon nicht im Stand der Ungnad GDttes/du doch dem.Ahnst-Kindle nicht lieb und angenehm seyest/so lang du nicht mit wahrer Andacht und Eysser alles dasjenige thust/ was dein Schuldigkeit undBe- russ vor: dir erfordert. Wann dir also schon dein eigne Liebe schmeichlet/ und sagt/ du seyest reich und habseeltg/ und bedürftest keines Dings/glaubs nicht/ dann so lang du in deinem Thun und Lassen kalt und law/ bist du elend/ jämmerlich / armb / blind und nacket. (c) So gehe hin zu deinem lieben Ahnst-Kindle/ erwecke hertzliche New und Leyd/ kauss von Ahme Gold/ das durchs Feuer seiner Göttlichen Liebe bewahrt ist / auf daß du durch Übung der Lieb-vollen Wercken reich werdest/und habest/ daß du disem Göttlichen Kind könnest aufopfferen und schencken. Zu disem wird dir vil helssen / wann du Drittens dich Mit allem Fleiß wirst von allem Zeitlichen abziehen/ und alles dessen dich ratschlagen/ was dich nicht angehet. Ach mein Oamälccnr! grossen Geistlichen Schaden füegen ihnen zu diejenige/ welche sich so unnothig in allerhand Handel und Geschasst einmischen. Über das/machen sie sich bey G-Ott und dem Menschen verhaßt/mrd verlieren allen Werth ihrer Wercken/ weil sie nicht gegründet in der Liebe GOttes / und Heil. Gehorsame. Mein vLMLlcenL! Manns dein Stand und Beruss erfordert/daß du mit zeitlichen Sachen muss umbgehen / lasse dirs angelegen seyn/ aber ohne Schaden der Seelen/ dise solt du jederzeit aller Welt Güter vorziehen. (3) ? 5 . so.v. 7. (k) -iä Uom. 6. v.ir. (c) äpoc. z. v. 17. Der andere Punct. 2 >Etrachte/ meinOLmascensl daß wer GL) TT recht von Hertzen sucht/achte alle erschaffene Ding nichts/ wie köstlich und fürtrefflich sre auch sind/ Cr verachte und setze alles hindan. L)der aber / sag mir / ist es nicht ein liebliches Ding umb das Gespräch der Engten; umb die Schönheit und Glantz Ihrer Kleyder ; umb die Zierlichkeit Ihres Himmlischen Wesens/ Sitten Vorigem Vor-rmd Feyer-Abend der Heil.drey Königen. 25 Sitten und Gebärden/und doch hast du ein Exempel an der Heiligen Maria Magdalena / daß Sie den Englen den Rucken gekehrt / all Ihr Fragen/ Tröstungen / Schönheit und Lieblichkeit nichts geachtet/ und habe sich allein nach ihrem gecreutzigten todten Heyland seuffzend/ beklagt : Sie haben meinen HErrcn hinweg genommen / und ich weiß nicht / wo sie Ihn hingelegt ha* den. (r) Und gleich darauff erscheint Ihr Ahristus der HEre sechsten / in der Gestalt eines Gärtners ; aber weil Sie Ihne todt in dem Grab suchte / hat Sie auch dessen Ansprach und Holdseligkeit verachtet / sprechend : HErr/ hast du Ihne hin* weg genommen/so sage nur wo dn Ihn hast hingelegc/fo will ich Ihn holen, (b) Also siheft du/ daß dise eyfferige Liebhaberin gegen Ihrem gecreutzigten Her-land alles nichts geschätzt / und alles weniger als Ihne zu seyn geachtet. Gedencke auch / o-mir- icenadaß die drey weisen König auß Morgenland nicht weniger haben gethan; All Ihr Vegierd und Verlangen wäre/ den new - gebohrnen Heyland der Welt zu suchen/Jhne anzuketten / und Schanckungen auf- zuopfferen; darumb haben Sie sichzuHauß von keinen Reichs- Geschäffren lassen verhinderen; von Weib und Hinderen sich nicht lassen aufhalten; unter Weegs sich rncht gesamnbt; zu Ieruialem/oder an deß Herodis Königlichem Hoff sM) nit lrrstig gemacht/oder andere Ergötzlich- keit gesucht/ sonder seyen immer gereißt/ diß Sie gefunden das kleine Kind zu Bethlehem / welches Ihr Hertz einzig und allem/ und aussert Zhme nichts anders suchte und verlangte. Erforsche dich / mein vLMLlccnL! wie dein Liebe beschaffen seye/ und wie eyfferig du das liebe Ahrist- Kindle srrchest? ob nicht dein Hertz zertheilt / bald diß bald jenes ltebest/nnd in deinen guten Fürnehmen gantz unbeständig seyest ^ villetcht verzehrest du auch vil heilige Zeit / aber nicht mit den Englen / nicht mit den Heiligen GOttes / oder etwa» sonsten mit frommen eyfferigelt Seelen in Geistlichen und Heil. Gesprächen/ solider mit Kreaturen villeicht/welche dir zumFort- gang in Tugendeii sehr schädlich. Stelle dir heut offt vor Augen dise dreyHeilige König/mit was D Eyffer 26 Betrachtung Cyffcr Sie das Lhrist-Kindle gesucht; wie Sie allen Menschlichen Respect Hindun gesetzt; mit Leib -und Lebens-Gefahr bey dem Herodes/einem regier-süch- tigcn Tyrannen/nach dem wahren König der Juden gefragt; wie Sie sich von keiner Ergötzlichkett der* Welt nicht haben lassen einnehmen;alles Erschaffene für nichts gehalten/ damit Sie möchten suchen denjenigen/ denne Ihr Seel einzig und allem lieb hatte. -Oder aber/bilde dir ein/ einen eyfterigen Paulnm/ denne gegen fernem Heyland zu rechnen / alles Indische / Koth und Unflathzu seyn gedunctte. Endlich/wie vil eyfferige/frome und Heil. Seelen deirres Standes hast du/ welche allen Welt- Pracht und eytele Frewd rmter die Fließ genommen/damit Sie möchten finden den einzigenHer- tzens-Schatz ihrer Seelen. Dise und noch vil andere führe zu Gemüth / mein Vamalcena ! und werde auch eines aus dlsen; lasst dich kein Muhe und Arbeit rewen/so wrrstdu auch mit Freuden finden drß Troft-volle Kind zu Bethlehem. (a) loan.ro. v. rz. (b) lb.V.if. Der dritte Punkt. KEtrachte / wie der Mensch nichts könne thun oder wür- cken/er werde dann durch die zu- vor-kommende Gnad und Liebe GOttes darzu angetrieben/wie der Apostel sagt/ (-) daß wir kein Vermögen haben von uns als von uns jelbsten etwas guts und verdienstliches zu gcdencken/ sonder unser Vermögen scre auß Gott. Und einer zwar habe nrehrere/ der ander wenigere Gnad und Amrieb zu Verrichtung eines guten Wercks vonnöthen/gleich- wie ein Schlassender leichter/ und nnt weniger Mühe aufer- weckt werde / als ein Todter. DenHeil.Petrus/daCr in der Gefängiluß schlaffte / schlug der Engel an die Seiten/weckte Ihn auf/und sprach: Srche geschwind auf / O) aber als Khnstusden verstorbenen Lazarum von den Todten wolle erwecken/ hat es inehr Mühe und Arbeit gekostet; endlich russte Er mit lauter Stimm: Lazare komm herauß. (c) Durch den Petrus verstehe diejenigen Seelen/ welche zwar in der Gnad G-Ottes/ aber in ihren Vnvollkommenheiten ent- sthlaffcn/der aufweckendenGnad im Von dem Vor- und Feyer- Abend der Heil. drey Königen. 27 im Guten zuzunehmen/immer sichtbarlichen Kreaturen dlser vonnöthen haben. Und durch Welt/ in dem Hochmuth/in den den verstorbnen stinckenden La- Begierden und Wollüsten deß Mus bild dir ein/eilten grossen Fleisches. Die Heyden / sagt Sünder / oder die schon so vil Paulus / («-) waudleten m der Jahr im Grab der Frnsternuß/ Eytelkeit ihres Sinnes / deren ober Unwissenheit/ uno aller her- Verstand mit Finsternuß ver- ugmachenben Grrad beraubt- li- dunckeck wäre / ultd elltftelnbdet Sende Heydenschasst. So von dem Leben Gottes durch die Betrachte noch weiters / daß Unwissenheit / die in Ihnen war die drey Weisen/ oder Heil. drey wegen der Blindheit ihres Her- stonig nicht nur durch die Weis- tzens/ welche/ als die Verzweiff- MZWg deß Propheten Bma- letezr sich selbst der Geilheit über- anis/auch nicht durch den leüch- geberr haben zu Übung aller Unkenden Sternen allem/ sonder siruberkett unersättlich. sg-en auch vrlmehr durch Meilt OamascenL! Ich will hasstig-innerlichen Antrieb deß nicht glauben / daß du der Seel Heil. Geifts/JEsum also ftarck- nach/gestorben seyest/aber ob du wüthig zu suchen urrd anzirbetten nicht starck schlaffest/ zwetffle ich bewegt und angetrieben worden; sehr ! So erforsche dich / ob du von denen Jsaras längsten pro- biß dato Erstlich habest erkennt pheceyet: (u) Dasvolck/ wel- die grosse Gnad und innerlichen ches in der Finsternuß wandlcre/ Antrieb/durch denne dich Gott Hat ein groß Liccht gesehen/ in stats aufwecket/undzuiitGuten dem sie lind wir Heyden alle ins- verleithet. L)b du zum Anderen/ gemein zur Erkandtnuß deß den innerlichen Einsprechungen wahren GDTTes/ urid allein- GOttes habest Statt und Platz :"'Mrnchendeu Glaubens sind gebell/und demArrtrieb deß Herl. verimeu worden. Q in was Geistes seyest gehorsam gewe- FMsternuß / Irrthumb und Un- sen ^ Bist du villeicht saunssee- Mem-ett läge vor der Ankunfft lig gewesen / und hast du deiner Hchnsti die arme Heydenschasst Seits nicht gethan was du hät- AMaben; all Ihr Heyl urrd test thun sollen / lasse dirs von Wolfahrt bestünde allein in den Hertzen leyd seyn / fasse einen D 2 steif- 28 Betrachtung griffen Fürsatz / für so grosse Gnad GOtt dem HErrn elfteren Danck zu jagen/ und auch zu bitten / daß Er sein Vatterliche Hand von dir nicht wolle abziehen/ mit seiner Hell. Gnad vorkommen/ und dich aufmunteren/ allzert mehr und mehr in Tugenden zu zunehmen. Stelle zu di- sem End dir offt vor Augen dise drey HH. König/ und erwege/ wie eilfertig Sie sich auf den Wecg Habengemacht/ als Sie disen innerlichen Antrieb vermerkt. Oder bilde dir ein einen frommen Samuel/ welcher auch schaffte/aber so bald Er die ruf- fende Stimm deß HErren gehört / von dem Schlaff aufge- sprungen/nnd geantwortet: Gi- he! hier bitt ich. (f) Vermeinst du aber gar verlassen zu seyn/und weist du nicht/ was du thuen sol- lest/klopffean dein Hech/erwecke hertzliche New Utw Leyd über alle deine Sünd / und jage mit obgedachtem frommer: Knaben: (§) Rede mein HErr / dann dem Diener höret es ; Lasse aber Ihne nicht vergebens zu deine,« Her- tzen reden / sonder komme seinen heylsarnen Ermahnungen fein fleißig nach; und disen Spruch brauche nicht nr,r heüt oder morgens bey deinem lieben Kssrist- Kindle/ sonder zrun öffteren/ absonderlich aber / wann du also verlassen/daß du nicht weist/waL du thuen sollest. (s) r.Dar»z.v. 5. (l>) HH.ir.v.f» (c) Man. ii. V.4). (6) Isai.y. v.r. (e) ^äLpke54. v.iy. ( 5 ) r. Neg. Z.v-4. (8) tb. v.io. Betrachtung Auf das Fest der Heil. drey Köntgm. Der erste Punct. Ls der HErr IEstrs aufdise Welt gebohren/hat Er sein Geburth nicht allein den Belhlehemmschcn Hirten durch die Engel/ sonder auch dreyen Heydmschen Königen durch einen Sternen geojsenbahret. Betrachte also/ wie der Him- lische Von den Heil. drey Königen. 29 kscheVatterdie Geburth seines Lieben Sohns nicht habe wölkn der gantzen Welt / einem jeden insonderheit offenbahren/sonder allein denen von GL)tt verordneten Zeugen/ wie der Apostel sagt; (3) Dann so alle lind jede Ihne erkennt hatten / wurde die Erlösung deß MenMichenGe- sthlechts durch die Schmach, deß, Lreutzes niemahlen vollzogen seyn worden. (b ) Es wareauch« vonnöthen gewesen / daßG-Ott die Geburth seines Sohns allen und jeden mit sonder bahren Wunder-Wercken hatte an Tag geben müssn. Über das/wäre die Schrifft nicht erfüllt worden / welche von seiner Geburth und seinem gantzen Leben nichts prächtiges oder hoches/ sonder nur demüLhiges/tttdertrachttges und verächtliches redt; Und weil der Glaub ein Grundveste deren Dingen / die man höhet/ und ein sicherer Beweis; deren Dingen die nicht gesehen werden/ (c) hätten wir Menschen ein schlechten / oder gar keinen Verdienst gehabt/ wann wir mit gar zu Handareifflichen Ver- nunffts-Gründen das Geheim- nus; der Menschwerdung/ und deß heutigen Fests hatten fassen können. Endlich hat der Himmlische Vatter wollen/ das; sein Kirch nach und nach thäte wachsen/ und mit dem Bluet so viler tausend Hell. Märtyrer angefeuchtet wurde. Ver wundere dich Erstlich Über die Weißheit und Anordnung GHttes/welcher diß grosse Ge- heimbnuß nicht allein Einfältigen/ als wie die Hirten; nicht allein Frommen/als wieSimeon und Anna/geossenbahret/ sonder Er hats auch Reichen gethan / mrd zwar grossen Sünderen/als wie da gewesen die Heyden/ dar- mit Er hat anzeigen wollen/ daß von seiner Kirchen niemand solle außgeschlossen seyn. ?um Anderen erwege / daß gleichwie auß so viel tausend Menschen nur etlich wenige zur Erkandtnuß der Menschwerdung berussen/ also auch du beruften seyest auß so vil taufenden zur Erkandtnuß deß Geistlichen Srands/indeme du nach deinem Belieben und Wohlgefallen / in höchster Glückseeligkeit Leibs und der Seelen kanst leben/und hast du dich nicht weniger zu verwunderen über die wunderliche Anordnung und Liebe/ durch welche dich GTM auß der Welt D z zu 82 Betrachtung zu disem heiligen Stand berufst»/aussertdeme duvilletcht mit vil tausend anderen wärest zu Grund gangen. Erinnere dich Drittens/ Wie dein Hetl.Orden/alsein schöner Lust - Garten nach und nach seye gewachsen; durch das Bluet so viler Heiligen angefeuchtet/und durch derselben strenge Buß- Werck fortgepflantzet worden. Und was bist du/ mein vamLlce- nairr dlscm Garten ; bist du ein schöne Blum oder heylsames Krälttel/oder aber ein Unkraut ? vergleiche drin Leben mit dem Leben der Heiligen / oder nur allein mit denen/mit welchen du lebest. Ach! wie hertzlich wirst du dich müssen schämen! Zum Vbn fluß lise hau nach Gelegen, hat auß dem Ersten Buch von der Nach, folgung Christi das r8. Capitel. Ach mem Gott! wie ein grosse und verwunderliche Güte hast du dem Menschen erzeigt / und sonderlich der blinden Heyden- schifft/ welche der Abgötterei)/ und anderen Sünd und Lästeren ergeben/ vilmehr hatte verdient m das Höllische Feuer gemorsten zu werden/ als daß du Sre durch einen Sternen so wunderlich löstest rüsten zu demGnaden-Vum- nen / zu deinem liebsten Kind nacher Bethlehem / unter welchem grossen Haussen auch du/ mein Gott! mich nicht allein hast zogen zu der Erkandtnuß deß wahren Glaubens/sonder so gar zu deiner innersten Gemein- schastr / indeme du mich arme Sünderin zu dein Heil. Ordens- Stand beruffeti / irr deine/ wann ich Mir will/ kan leb. n in höchster Glückseeligkeit / und Ruhe der Seelen. Ich dancke dir demüthigst/ O gütiger GOtt! für dise so grosse Gnad/ welche so vil tausend anderen / die vil besser sind als ich / versagt ist worden/ denmthig bittend/du wölkst mir noch dise Gnad hinzu setzen/daß ich nicht allein meinen Bernff erkenne und hoch schätze / sonder demselbigen auch durch eilt Tu- gendjames Leben ein Genügen thue; wie ich mich dann heüt zum öffteren meines Stands will erinneren 7 sagend: Ach GOtt! ich dancke dir/ daß du mich zum wahren Glauben/und Heil. Ordens-Stand berusten. Ach ! wie vil Bönig und Bapstr/ ja wie vrl tausend andere Menschen leben in dcrN?elrmitgröstcr Gefahr der Seelen / und ich könt äußert allen bösen Gelegenheiten Von den Heil. drey Königen. zi ein frommes und ruhiges Leben führen / wann ich nur wolre / und ich thue es nicht. Mit distN UNd aufmunteren / und will mit gro^ fem Cyffer und Liebe alles zu grösserer Ehr Gottes verrichten. Ich will mich beynebens erinneren/mit wie gross, " Strenge mein Heil. Vatrer / uav seine erste Kinder disen Heil. Drderr haben g pfiantzet/ wie streng sie haben gelebt / und wie wenig es seye/was ich bißl-ero gethan; ich will nrr sie vor Augen stellen/ wie sie in äusserster Armuth/in Hunger und Durft / in Hitz und Kalte/ in Fasten / Betten / und heiligen Betrachtungen/in vilen Verfolgungen / Schmach und Scheltwort haben gelebt/ und wie ich jetz dasjenige / was Sie mit so saurer Arbeit erobert/allein nach meiner Lustbarkeit und Sinlichkeit/ohne einzigen Mangel wolle brauchen. Ach mein GOtt! gib mir dise Ding wohl -«verstehen / damit ich in mir erwecke denjenigen Cyffer / den gehabt mein Heil. Vatter/und oenne noch haben so vtl fromme und heilige Kinder / Amen. ( 3 ) äa. io. v.n. (b) i.Lor. r. v.8, (c) ttsb.n.v.r. Dcr andere Punct. §)Er Grcrneu hat disen drey ^Meisen so lang geleuchtet/ und zu dem Bethlehcmitischeu Stall geführt / so lang Sie auf der rechten Straß verblieben; aber so bald Sie voll derselbigen abgewichen/und bey dem Gottlosen Herodes nach dem New- gebohrnen Heyland gefragt/ sich also mehr auf die Menschliche als auf die Göttliche Hülff verlassene/ ist alsobald vor ihren Augen der Sternen verschwunden. Mein OamgscenL! Es will dir der liebe Gott darmit anzeigen/ daß so lang du auf dem wahren Tugend-Weeg wandlest / und deinVertrawen allein aufJhne fetzest/ Er dir mit stiller Gnad allzeit vorleüchte; aber so bald du voll distln Tugend-Weeg ab- weicheft/unddlch zuvil verlassest aufMenschliche Hülff/und auf dein stlbst-eigen Gutduncken/der Stern der Göttlichen Gnad vor den Augen deiner Seelen alsdann verschwinde / und du in grosse Seelen-Gefahr gerathest/ wie ergangen disen dreyen Wet- sen/indem Sie bey dem Ehrgei- tzigen zr Betrachtung tzigen Herodes nach einem anderen König gefragt. Mein vLMLlccnr ! Gehe in dich selbften/und erforsche dich/ ob du nicht selbsten ersichren/daß so lang du gantz einfältig hast verlangt auf dem Weeg der Tugenden zu wandle» / und nichts anders gesucht als allein JEfum deinen liebsten Gesponsen/ob dir der Sternen der Göttl. Gnaden nicht allzeit habe geleuchtet ? So bald du aber dich hast verlassen auf Menschliche Hülff/ auf dein selbst-eigen Gutgeduncken/und du dich nicht gantz einfältig hast lassen führen von difem Gnaden- Sternen/denne dir deineOberen und Geistlicher Vatter gezeigt/ ob du Ihne nicht gleich habest verlohnn ? in der Demuth/Gehorsame / und anderen Tugenden abgerwmen? und also grossen Schaden der Seelen erlit- ten? ^indejk du/ Osmssccna! itt dir etwas fehlbars/verbessere es mit ruhigem und dömüthigem Her- tzen/ bltt das kleine JEsulern/ daß es dich wieder auf den rechten Weeg wolle führen / den Sternen feiner Göttlichen Gnaden zeigen / und dich machen in Tugenden zunehmen ; dann du wirst leyder im Werckmehr als genug erfahren haben / wie vil es schade/sich allein aufMensch- liche Hülff/ und aufsein selbst- eigne Meynung verlassen. Ge- denckealso/ daß du ins künfftig einfältig auf der allgemeinen Tugend-Straß wollest wandle»/daß du dir nicht wollest lassen verdrießlich vorkomen/wann dir deine Oberen oder Geistlicher Vatter werden zeigen den Sternen Göttlichen Willens/ komme selbigem fleißig nach/und glaub festiglich/daß drß die rechte Straß deines Beruffs / und zu dem Himmel/ und daß in der Wahrheit derjenige Stern nicht der rechte feye/den dir dein eigen Gutgeduncken und dein eigener Willen zeiget. Meide auch absonderlich diejenige / welche du weist/ daß sie JEfum ynd veine Oberen nicht lieb haben/als bey welchen der Stern Göttlicher Gnaden nicht leüchtet/und mit denen du nur deinem Verderben wurdest zueilen. Dämsscena! bitt Gott inständig/daß Er dich nicht so blind wölle lassen dahin leben/ daß du mit allen aufrichtig - einfältigen Kmdczen den Betrug so vtler neydigen Herodls-Kinderen nicht erken-' Von den Heil. drey Königen. il t- S n >5 nest/ unh von Ihnen betrogen we.dest. Glaube noch über das/ va- wLtcenL ldaß es sehr gefährlich/ mrd übel gefehlt/wann du etwa« einen Streit wider deine Oberen haft/ daß du alsdann bey denjenigen wölleft klagen oder Hälft suchen/welche du weist den Oberseiten nicht geneigt zu seyn / und hiemlt vermeinst bey ihnen Hälft und Trost in deiner Anfechtung steren/ sonder Herodis - Kinder/ vor denen du dich must hüten/ und nichts klagen / sonften wird dein Handel vor Gott noch böser und gefährlicher; In dergleichen Zuständen handle fein einfältig und aufrichtig mit deinem Geistlichen Vatter / diß ist der nächste und sicherste Weeg wieder zur Ruhe der Seelen zu gelangen. Der dritte Punct. AVwohlen die drey Weisen bey dem Herodes / Obersten der Priester und Schrifftgelahr- ten deß Volcks/vernommen/daß der Meßras zu Bethlehem im Land Juda solte gebohren werden/hatten Sie Ihne doch alldorten nicht gefunden; dann wie hatten sie Ihnen können einbilden / daß der Heyland der Welt in einem solchen schlechten Stall/von so geringen Eiteren/ und in so grosser Armuth solte gebohren seyn/wann GOtt Ihnen solches nicht sonderlich durch seinen Sternen gezeigt hätte/ der Sie blß in denStall geführt/ und sich gesetzt über das Haupt deß Göttlichen Kinds. Betrachte /wie alle Weißheit und aller Fleiß/ Mühe und Arbeit der Menschen umbsonften seye/ zu der Erkandtnuß Göttlicher Dingen zu gelangen/wann uns an der Göttlichen Gnad mangle. Item gedcncke / wie dise drey Weisen sich vor GOtt werden erniedriget/ und Ihnne angebettelt haben/ daß Er Ihnen wie- derumb ihren Weegweiserwolte zeigen; wie höchlich Sie sich auch werden erfrewet/und Gott gedancket haben/als Sie Ihnne wieder gesehen/und wie trewlich Sie selbigem werden gefolget haben. O mein vLmalcenL! wie offt hast du dich gesteüret auf dein und anderer Menschen Weiß- heit/Mühe und Arbeit/dardurch E du > 34 Betrachtung du aber hast verlohren die Göttliche Gnad. Wann dir ins künsstig etwas manglet/ bitte GDtt umb seinen Beystand/erkenne solchen mit demüthigem und danckbahrem Hertzen/ und folg Ihme/so wirds dir wohl ergehen ; dann GOtt versagt sein Gnad keinem/ der Ihnne Kindlich darumb bittet. Ach mein Damascens! was nutzet uns alle Wissenschafft/ Weißheit und Verstand / ohne die Gnad GOttes'/ und was hat es den.Aerobes und alle Schrifftgelehrte genutzet/ daß sie gewußt/ wo der New-gebohr- neÄönig gebohren? Was hats auch bist drey Weißen fambt aller Ihrer Wissenschafft genutzet/wanEre Ihren began- generr Fehler nicht erkennt/ Gott umb fern Gnad arrgerussen/und Ihnnegebettm hätten/ daß Er Ihnen den Sternen wieder wolle lassen leuchten 2 Nicht allein hatte es Sie nichts genutzet/son- der wäre Ihnen als wie dem Herodes und Schrifftgelehrten zum Verderben gewesen. So ortte heut deinen klcinenJEsum/ daß Er dir fein Sternen wolle leuchten / und führen lassen zum Zweck deines Beruffs / nemblich zu dem Stall deiner selbst-eigenen Erkandtnuß / Armuth / Gehorsame/ und hertzlichen Liebe seiner und deß Nächstens. Fall Jhme mit zerknirschtem Hertzen zu Füßen/ und sag / daß weilen du dich wegen Vile der Sünden unwlrrdig gemacht seines Gnaden-Sterns/daß Er sich deiner wolle erbarmen/ und zeigen den Wecg / das -Orth/ wo Er armb- fter ICsirs könne gefunden werden/ aus daß du also durch sein Gnad gestärckt/imWerck mögest erfüllen/ was sein Göttlicher Will / und dein Stand von dir erfordert; Sag hiemit heüt zum öffteren zu Jhme: Ach Christe IEju! zeig mir dein Gnaden» Gtcrn/und gib daß ich Jhme folge. Erwecke zumahlen ein grosse Be- gierd nach der Vollkommenheit. Der vlcrdtcPunct. ALs die drex Meisten in den Stall kommen / und durch Göttliche Gnad erkennt den New- gebohrnen Heyland der Welt/ Erwcge / wie Sie Erstlich auf Ihre Knie »übergefallen / und Ihren Erschaffe»' und Erlöser, mit demüthigster Reverentz und Chrenbietigkeit angebettelt / wie Von den Heil. drey Königen. fie auch nicht weniger Maria seiner Mutter und Joseph seinem Nähr- Vatter alle Ehr erwiesen. Zum Anderen / wie sie nach freundlichen! Gespräch durch Ihre Bedienten haben lassen Herfür bringen die mitgebrachte Schanckungen/ Gold/ Weyh- rauch und Myrrhen/und wie der Ewige Sohn G-Ottes/als wäre Er solcher Dingen hedürfftig/ vtse Schanckungen mit Frewden habe angenommen/ und sie hingegen mit weit grösseren Reich- thumben seiner Göttlichen Gaben und Gnaden habe beschenckt. Mein vLmslccaL! In einem jeden diser Puncten halte dich ein wenig anf/und erwege nachmahlen/ wie eben diser New-ge- bohrne König im HH. Sacra- ment deß Altars seye/ denne du durch die Heil. Lomunion heut zu empfangen Vorhabens bist. Falle vorJhme nider auf deine Knye/bett Jhnne an/als deinen Erschaffe und Erlöser / erweisse Mariä und Joseph dein Kindliche Liebe/bm sie/ daß sie dir mit den HH. drey Königen wöl- len Gnad erwerben/ die heütige Heil. Kommunion mit grossem Geistlichen Nutzen zu empfan- 35 gen; Halte ein freundliches Gespräch mit Jhnen/sonderlich mit deinem liebsten HEnen JESU. Und damit Er sich würdige zu dir zu komm / nachdem du yertz- ttche New und Leyd über deine Sund erweckt / erneüwere deine Gelübd/ und opffere Jhme selbige wieder auf/ja dein gantz zer- kmrschtes Hertz/ und was du sonsten je werft das Jhine rnöcht beliebig seyn/ und halte für gewiß/wann Er schon reich / und deiner Gaben nicht vonnöthen hat/daß Er dannoch mit Frewden solche Schanckungen werde annehmen / und hingegen dich mit allerhand beliebigen Gaben und Gnaden werde beschencken. Begehre hiemit gantz vertraw- lich/ was du vermeinst deiner Seelen nutz und gut zu seyn. Mein vLMLlccnz! Ich glaub du habest heüt so vil Gcschäfften nicht/ daß du diß folgende Vorhaben nicht könnest in deinen! Kämmerlin bey deinem liebsten JESU ablegen / sag also mit demüthigen! Hertzen: D> kleines Kind! und zrnnah- len grosser GDTT! Rein sind deine Augen / daß du Böses nicht kauft sehen ; ( a ) Ach wie darff ich mich dann unterfangen/vor E 2 dir z6 Betrachtung dir meinem HErrenund GOtt ru erscheinen; Ich weiß zwar/ daß auch dise drey Weißen noch nicht zu der höchsten Vollkommenheit gestiegen/als sie zu dir in den Stall kommen/und ihre L)pfer dir aufgeopfert; aber weil sie gewesen Männer voller Begierden/ auch mit Hindan- setzung Leib und Lebens/ und Gefahr aller zeitlichen Güteren/ deinen Göttlichen Willen zu erfüllen/lebe ich in der Wahrheit voller Forcht / und darff mich nicht unterstehen zu dir hinzu zu kriechen/ weil ich m nur gantz das Widerspiel spühre/und nicht allein firide/daß ich gantz unrein/ und mit vilen Sünden überhäuft / sonder/ daß noch über das meine Begierden allem zih- len deine HH. Gebott zu über- tretten/also daß ich mir selbsten sehr beschwarlrch. Ach reines Göttliches Kind! nimme von mir hinweg dtß schwäre Joch/ unter deme ich wider meinen Willen lige; verleyhe mir ein solche Liebe und Begierd / dannt ich Kraft der heütigen Heiliger: Komunion nichts anders suche als allein deinen HH. Willen/ wie ich mich dann demüthigst anerbiete / selbigen mit deiner Göttlichen Gnad zu erfüllen; dahero falle ich dir mit disen dreyWeifen mit einem demüthigen: und zerknirschtem Hertzen zu Füssen/und schencke und opfere dir auf nicht allein meine gethane Gelübd / Gehorsame / Armuth und Keüschheit / sonder mein gantzes Hertz / demüthigst bittend / du wöllest mir Erstllch verzeyhen/was ich biß dato wider deiner: Göttlichen Willen/ wider meine Gelübd/und wider meinen Stand gesündiget/dann es mir hertzlich leyd. ?">„ Anderen bitte ich dich/du wöllest mir Gnad geben/damit ich drß mein Vorhaben und Versprechen könne halten/ und mernern Beruf em Genügen thuen/dann es je mein höchstes Verlangen/dich meinen HErren und GL)tt zu ehren und zu lieben; weil ich aber weiß/daß ich meiner Seits nicht karr thuen/ was dein Hochheit und mein grosse Schuldigkeit von mir erfordert / veretnbahre ich mein Gehorsame/Armuth un Keüschheit/alle meine gute Begierden und mein gantzes Hertz mit deiner Heil.Gehorsame/die du deinem Himmlischen Vatter/ deinen lieben Eiteren / und allen Älen- ^ » ^7 rr ^ Von den Heil. drey Königen. Menschen erwiesen und erzeigt hast / wie nicht weniger die Ar- muth/Keüschheitund mein ganzes Hertz mit deinem Göttlichen in der Armuth und Keuschheit versencktenHertzen. Diß mein Vorhaben zu erlangen/ bitte ich dich allerseeligsteJungfraw Maria / Herl. Joseph / mein liebster Vatter! Nicht weniger bitte ich Euch Heil. drey König Bal- thasar / Melchior/ Kaspar/ Ihr wollet mir dise Gnad von dem kleinen HCrren JEsu erwerben / damit ich also GOtt ein Wolgefälliges Leben möge leben/ und Jhnne darmit nicht allein hie m dtsem Iaunnerthal/ sonder fürnemblich dorren tonne lieben/ ehren und preisten ewiglich/Am. (a) blab.i. v'. i;. Der fünffte Punct. §)Er Evangelist sagt: 0) Da diß aber der Röntg Herodes hö- vete/erschrack Er/und gantz Jerusalem nnr Jhme. Es wüßte di- ser Tyrann wohl/daß männig- lrchen bekandt/ wie Er als ein verhaßter Heyd die rechtmäßigen Erben deß Königlichen Geblüts auß dem Weeg habe ge- raumbt/ und das Königreich an sich gezogen/darumb hat Er Jh- 37 me geforchten / es möchte alles Volck disem Misten Jüdischen König anhangen / und Jhnne sambt seinen Nachkömblingen von dem Königlichen Thron stosten. Disem vorzubiegen/er- sucht Er die drey Wersten unter dem Schein der Andacht/so bald sie den New- gebohrnen König gefunden / solches Jhme wolten anzeigen / damit Er auch tönte kommen und Jhnne anbetten/ in der Wahrheit aber gedachte Er JEsum tyrannisch m der Wiegen zu erwürgen / und discn Schreckstein voll sich zu weltzen. Es sind auch die Hohe Priester und alleBurgerinderStadt erschrocken/ eintweders weil sie förchteten Herodes möchte mit Hülff der Nömer wegen dises Newen Königs einen Krieg und grosse Unruhe erwecken / und sie mehrers als zuvor niemahlen pressen und plagen/wann sie zu ihrem rechtmäßigen König ein gute ELtion und Willen wurden erzeigen/ oder aber sie sind mit Herodes erschrocken / Jhme darmit zu schmeichlen/und damit sie nicht scheinten seinem l-lumor und Willen widerig zu seyn/ge- maß demjenigen Spruch: (b ) U)ic der Richter deß Volcks ist/jo E Z sind ;3 Befrachtung sind auch seine Diener/vnd wie der ist/so ein Stadt regiert/ also sind auch die darinnen wohnen. Mein t)LMLlccn^ Daß Hero- des erschrocken wegen deßNew- gebohrnen Königs / ist es sich nicht hoch zu verwunderen/weil Er ein Abgöttischer Heyd gewesen/ von Natur verschlagen/ Ehrsüchtig/ hochmüthig / und eines tyrannischen Humors; Aber daß die Juden erschrocken/ als sie vernommen die Ankunstt deß Mcßias ihres Königs und Erlösers/nach deme ihre Vatter die Patriarchen und Propheten so häfftig geseüffzet / das ist sich hoch zuverwunderen; dann wer hätte vermemt/daß sie nicht alle vor Fremden die Hand ob dem Kopff selten zusammen geschlagen haben/daß mcht ein jeder der erste wollen zu der Stadt hinaus und nach Bethlehem lausten/ oder aufs wenigst/ daß Er nicht dise Meisten dahin hätte wollen begleiten / und ihnen den Weeg zeigen/ seinen Erlöser allda zu empfangen / und alle möglichiste Ehr und Liebe Jhme zu erwcis- sen? aber nichts weniger/ die Bosheit wäre allerseits/ und sonderlich zu Jerusalem/ vil zu groß/ darumb fürchteten sie ihnen mit dein Gottlosen von Gott verworstnen Herodessehv übel. Ach wie ossr geschieht es/ in- deme uns Menschen nichts arr- genehmers solte s yn/als GOtt und sein heilige Lehr / daß wann man uns darvon prediget und darzu ermähnet/wir uns betrüben/erschröcken/ uns gantz verwirren/ oder gar ergrimmen wider diejenige / die uns vor: dem Bösen abschröckcn/ und das Gute rathen; wie etwan gethan Herodes wider loanncm; Hen- nch der Andere wider LuüoxiL wider (Hbr^sostomun'.; Henrich der Achte wider so vil Heilige seines Königreichs. Geheilt dichselbsten/obdu es nicht auch zu Zeiten ungern habest/ und dich erzürnest wider deine Oberen oder andere / die dreh zum Guten leithen/und das Böse dir abwehren/ oder gar (wie recht/) dich deßwegen abstraften. Wisse/ Mein vamsice- ns! daß ein jede Obcrkcit solches zu thun schuldig: Ein Abbe/ und jede Oberteil / soll allzeit cinge- dcnck strir(c) daß Er berdcs/ seiner Lehr und seiner Jünger Ge- hsrjamb halber in dem strengen Gericht Gottes inüsscRcchcnschastt geben ; Von den Heil. drey Königen. 39 geben; Er soll wissen / daß die Schuld auf den Hirten gelegt wird alles Schadens/ den der Haußvat* per in feinen Schaassen finden kan; aber in dem wird Er wiederum!) geftcyet fepn/ wann der unruhigen ungehorsamen Heerd und ihrem kranckcn Wesen/ alle Sorg und Fleiß wird angcwendt und erzeigt/ so wird ihr Hirt im Gericht deß HErrcn ledig gesprochen/und mag mit dem Propheten zu dem HErren sprechen : Dein Gerechtigkeit hab ich nicht verborgen in meinem Heryen/dein Wahrheit und dein Hcxl hab ich gcredt/ aber Sie Habens verachtet/ und mich verschmähet/ so wird alsdann endlich solchen ungehorsamen Schaaffen derTodt/ sö ihnen starck genug wird seyn/ zur Strass werden. Mein O» rnLlcenL! suche ganh (endlich Mit den drey Königen deinen diejenigen/ welche dir Jhnne sambt seinen heiligsten Gebotten ^lgcn/ GL)tt der HErr wird acwikli^ - (s) ^rrk.r.v.;. (b). Lccl.ro. v. r. (c) Kex. 8, üeneä, c. r. Der sechste Punct. ALs die drey Wcissen wieder *mach Haus; wolten/sind ste in der Nacht zuvor von dem Engel ermähnet worden/daß sie nicht selten zu demHerodes gehen und Ihme anzeigen/wo der Heyland der Welt gebohren wäre / dann Er wurde nicht kommen selbigen anzubetten/sonder umb das Leben zu bringen/also sind sie durch aridere Weeg nach Haus; gereiht. Betrachte Erstlich/ mit Wie grossem Schmertzen sie werden empfunden haben das Gottlose Vorhaben Herodis/ wie sie solche Zeitung mit grossem Hertz- leyd werden angezeigt haben Maria und Joseph/ mit demüthigst-angehengter Bitt/daß sie grosse Sorg für das Göttliche Kind wolten tragen. Gedencke wie nicht welliger Maria und Joseph mit Schröcken und grossen Aenasten werden überfallen worden seyn / wegen deß grausamen Vorhabens Herodis. Mein OLMäiccna! du wurdest ohne Zweiffel mit grossem Fleiß, getrachtet haben / diß Göttliche Kind zu versorgen/auch ein grosses Mttleyden mit Maria lind Joseph 40 Bekrachtun- Joseph getragen haben rc. thue es nach/ wann du fihest/daß dein HErr und GOtt durch denHe- rodes/dieSünd/solte beleydtget werden / verfolge solche/ und beilege dich/damit du Jhme und deiner Seelen nicht schadest rc. Zl»m Zlnderen betrachte / wie dise Heilige König mit großem Eysser/ von der Liebe Gattes angefiammet/ werden geredt haben von dem New-gebohrnen Heyland der Welt; von den grossen Gaben und Gnaden / die sie empfangen; von der wunderlichen Anordnung GOttes/ der seinen Eingebohrnen Sohn in einem verächtlichen Stall hat lassen gebohren werden rc. wie dise fromme König sehr sorgfältig werden gewesen seyn/für das Heyl und Leben JESU / deme sie Ihre Länder zur Sicherheit werden anerbotten haben; Hingegen werden sie einen grossen Verdruß und Unlust geschöpsst haben / ab der Boßhert Herodis und aller Juden/denen zu lieb Er doch allermeistens gebohren/und dannoch von Ihnen nicht sr- kandt und geliebt wurde. Ach mein vamaicena! Von was wird heüt dein Begierd zu reden seyn/wtrd tvohl ern angenehmerer viscun können geführt werden als von JEsu / Maria ' und Joseph/und von den Göttlichen Gnaden/die wir alle von Jhme häuffig empfangen/ und etwa« fürnemblich dise oder jene sonderbahre Gnaden/ die aber anderen nicht leichtlich sollen ge- oßenbahret Werdern Mein OLMLlcenL! Schawe über das an seilt Armuth und Verächtlichkett/und du wilt dir nichts lassen mangle« / und allenthalben wohl angesehen seyn; erkenne es/ daß Er dir zu lieb also ist gebohren worden z trage hertzlich Leyd/ erdemüthige dich/ und was du findest an dir fehlbar zu seyn/oasverbessere du/ und lasse dir dergleichen heyljamme Ermahnungen nicht zu dem einen L)hr eilt und zum anderen wieder außgchen. L) wie viel Gott-licbende Seelen zerschmtl- tzen gleichsamb vor Liebe in Betrachtung der Weyhnächtlichen Geheimbnuss.n/ und du thust vor Lawigkeit gleichsamb ver- frieren. Betrachte Drittens / als die drey Weißen inJhr Vatterland komlnen/mit wie grossem Eyffer sie werden gepred aet vnd ver- kündt haben die Ankunfft deß- jenigen/ Von den Heil. dretj Königen. 41 ierngen / denne fthon vor so vil ten / für denne sie auch gern wer- hundert Jahren durch den Geist den gestorben seyn. Gottes vorgesagt Balaam Ihr Ach mein OLmafccn-Dise Prophet: Daß cm Stern werde Meisten haben nichts gesehen außgehen auß Iacob/und eine Ru- als sein äusserste Armuth / und rhcn hervor kommen auß Isi-acl ; dannoch tragten sie die grosse (a) wie sie allen Pracht und Hof- Liebe zu Ihme / und was thust sarth werden hindan gelegt ha- du nach jo vilen glaubwürdigen den/ weil sie gesehen die grosse Ieügen? dein Predigen von JE- Armuth und Demuth Ahristi ju solte seyn ein eyfferiger Ttl- ^.Esu; wie sie sich stäts werden gend- Wandel/ mir deme dtl au- ennnert haben der Worten/ die deren sottest vorleüchten; mache und Iosiph zu Ihnen ge- einen Überschlag über dein Le- revr; wre sie sich nachnrahlen ben/ach findest du dich nicht in werden erfrewt oder betrübt ha- viiem fehlbar ? wie vil weniger vcn / wann sie erwan gehört von wirst du dann verlangen für sein dem Wohlstand Ahnst: / und Chr und Glory zu ster ben? Lasse hingegen/ wann sie vernommen/ dir hertzlich leyd seyrr/ daß du in von Juden verfoi- deiner eignen Liebe noch also AwUch nach seiner versuncken lebst. Ach mein va- Himmelfahrt/betrachte/wie dise mastena > besteisie dich w länger fromme Konig mit noch grosse- je mehr in der Crkanptnusi und rem Cyffer werden geprediget Liebe GOttes zu zunehmen, haben JEsum den Gecreutzig- (2) »um. 24. v. -7. ' Äetra^tung' Auf das Fest deß Hell. Patriarchen 1.3uremji lulfimani. Der erste Punct. Heil. I-Aircnrm, eines so scharpffen Verstands in» wäre m seiner Jugend undhochenGeists/daßseinFraw F Mut- 42 Betrachtung Mutter (Zuinna besorgte / Er werde sich übernehmen/und dar- mit nicht den Hinnnel/sonder die Höll einhandlen; deren aber 1.Lurenkiu, Schertzweiß geantwortet: Förchte dir nicht Mutter/danrr du wirst mich noch zu seiner Zeit einen grossen Diener G-Ottes sehen. Betrachte / »nein D-msscenr! Wie vil hoche Geister sich in ihrer Jugelrd haben übernommen/ihren bösen Begierden nachgejagt/ daß sie auß einer Sund in die andere gefallen; deren etliche/ als wie Maria Magdalena mrd AugustiuuS sich bekehrt / Büß aethan/und grosse Heiüge worden/ der meiste Lheü aber indem Bösen verharret und zu Grund gangen/wetlen sie in der Jugend der rüstenden Stimm Gattes und innerlichen Einsprechungen nicht gehorsinnb gewesen. Erinnere dich / Mein OämaLccna! in was für einein Stand du seyest/ und wie du die Gnaden G>Ottes und Gaben der Natur zur Ehr Gattes/und zu deiner Seelen Heyl bißhers habest gebraucht? Ach villetcht findest du dich in deinem Stand in vilem fehlbar l so verbessere mit Ernst / was zu verbesseren/und thue waö du zu thuen schuldig bist. Als 1.surcnril» biß in das 19. Jahr in den zeitlichen Dingen/ aber mnbsonsten/ sein Vergnügen suchte / erscheint Jhme die Göttliche Weißheit in der Gestalt einer Jungfrawen/dieJhn- ne ermähnet / die Kreaturen zu meiden / die wahre Tugend zu fuchen/und mit Ihren der Göttlichen Weißheit / sich zu vermahlen/in welches/ als teuren rill» wohlbedacht/verwilliget/ gibt sie Jhme den Kuß deß Friedens/ und hmderlasst in dem fromm Jüngling ein grosse Begierd zum Geistlichen Leben. Erstlich/mein vLknrlcenr k hjst du Nicht weniger glückseelig als l.Lurenriu,; dann ob zwar Christus die Ewige Weißheit dir sichtbarlich nicht ist erschienen/ so bist du doch innerlich ojft und vil durch fein Heil. Gnad angetrieben worden/ das Zeitliche zu meiden/und das Himmlische zu suchen. Erforsche dich hirmir erstlich / ob du diser heylsamm Stimm seyest gehorsamb gewesen ; ob du dich zum anderen/ durch die Liebe mit Mristo JCfu habest vermahlet/unv eine Begier d Jhme zll dienen nicht allein habest empfangen / sonder selbige auch in dem Merck erfüllet Von dem Heil. I-rurentio luüinianö. Met als Wiel-Lurentiu, gethan/ Der sich gleich zu dem k^arinum seiner Mutter Bruder / einem Heil. Religiösen in dem Kloster St.Oeorgi, in üitzr zu Venedig begeben/mit dessen Rath Er eben in selbigem Kloster das Geistliche Ordens-Aleyd angenommen. Zum Andern wisse/ daß diser frome Jüngling durch Abbruch in Sperß und Tranck / hartes Geliger/und andere Bußwerck sich zum Heil. -Ordens-Stand habe tauglich gemacht/ und in disem / damit Er möchte verharren und heilig leben / habe Er Ihm zuvor / auf einer Seiten/ alleFrewd und Hochheiten/die Er in der Welt würde können geniessen/vor Augen gestellt/und auf der anderen Seiten Hunger/ Durst / Frost / Kalte / Armuth/ Keüschheit/Gehorsame/ zu welchem allem Er sich in dem Kloster mäste verbinden. Auf oises habe Er sich selbsten gefragt : I^rurcnriu, , VMNeinstdU/ daß du alles / was in der Welt/ werdest können verlassen/ und hingegen alle dise harte Ding in dem Kloster ausstehen und ley- den? Nach disem seye Er für das Krucifix geknyet/Gott umb j- , 45 sein Gnad angeruffen/ auf welches Er in dem Geist von Khri- sto gestarckt/sich entschlossen/mir seiner Göttlichen Hülst alles zu verlassen / und einzig und allein/ es koste den Leib was es wölle/ G-Ott §u dienen. Meltt vamrlcenL ! Hast dU mit solcher Vorbereitung als wie 1-Lurcnriu, deinen Stand an- getretten? haft du recht und wohl erwogen was es seye in der Welt/oder in demKlofter leben? haft du dich pur auß Liebe gegen GOLL entschlossen/ denue/ der Sinnigkeit und leiblichen Wollüsten entgegen-lauffenden harten Bueß- Weeg anzutretten/ deinem Starw ein Gnügen zu thuen/und mit aufrechtem Her- herr Gott zu dienen? so erforsche dich wohl/ ob jetz dein Leben mit deinem Berust überem stimme; Findest dich fehlbar/gehe hin zu deinem kleinen ICsum/bittIhne umb Verzeyhung/und sag/ du wölkest dich mit seiner Gnad besseren / umb welche du Ihnne demüthig / und mit Bueßfertt- gem Hertzen sollest bitten. Dcr andere Punct. ^>AchdemeI-rui-cnrlur Geistlich worden/ist Er der swrriüLL- K 2 tion 44 Betrachtung rion und Abtödtung also ergeben gewesen/daß Er nach der Metten niemahlen/als wie andere/schlaf- ftll gangen/sonder ist in dem Ge- Veit verharret biß zur Pl im. Zu größer Winterszeit hat Er sich niemahlen bey dem Fester gewännet ; in dem Khor ist Er allzeit ledig gestanden/und hat sich niemahlen angelehnet. In den großen Schmertzen und Kranckheiten ist Er auß Betrachtung/ was die Heil. Märtyrer außgestanden und gelitten/ ganß gedultig gewesen; Er hat seiner Mutter und seines Bruders Hauß nlmer mehr besucht/ außgenomen/dem vierdten Ge- bott GOttes ein Gnügen zu thuen/ dasein Fraw Mutter er- krancket/hat Er auß Kindlicher Liebe ihrem Absterben deyge- wohnet; und obwohlen alle ge- weynet/hat Er doch kemenZaher vergossen/also hat Er seine An- muthungen in dem Zaum gehalten/daß man Ihnne niemahlen zuvil lustig/Lrawrtg/oder zornig gesehen. Mein vLMzlccns! Nimme einen Puncten nach dem anderen/ und erforsche dich / wie du dich in einem Mn bißhero habest verhalten; du sott zwar wider deiner Oberen Crlaubnuß nach der Metten nicht aufblei-, ben; aber hast du dich beflissen die erste in dem Khor zu seyn/ nachmahlen bist du zur Betrachtung ohne Verzug aufgestanden/und hast du decftlbigen/ wie auch anderen Heil. Andachten fleißig abgewartet. Winterszeit hast du nicht gemurret/ walln du einige UngelegenheiL und Frost hast müssen leyden/^ und etwan deßwegen mehrÄiey- der als vonnöthen/ unordenlich gesucht; villeicht bist du noch gar zu hafftig den Deinigen zugethan / und suchest über das allerhand Freündschafften bey den Kreaturen/ und das nicht ohne grossen Nachtheil deiner Seelen. Endlich/ bist du nicht auch zu Zeiten eintweders gar zu lustig/oder zu trawrig/ darauß gnugsamb erscheint/ daß du kein Meisterin deiner Paßionen und Anmuthungen/und folglich ein schlechte Geistliche seyest. Ge- dencke hiemit/ was endlich auß dir werde werden/wann du also in deinemLcben wirst fortfahren. DaVorsteher und Oberkett seines Klosters ist wor- den/ist nicht außzusprech-'u/ wie demüthig Er gewesen/mcht mit Worten Von dem Heil. I.rurenrio lullimLno. 45 Motten allein / sonder fürnemb- lich in dem Merck selbsten. Er hat sich nicht geschambt als der Wenigste in dem Haus; Gottes anderen zu dienen / wann Er öffentlich das Heil. Allmusen gesamblet/ von den Weltlichen Verspottet und verlachet zu werden/als Er unschuldig von einem seiner Religiösen eines Fahlers bezüchtiget ist worden/ öffentlich in dem Kapittel - Hauß seine Untergebene umb Verzeyhung zu bitten / und von Ihnen ein öffentliche Bueß zu begehren. In derGemeind/allen Streit zu verhüten/hat Er anderer Meynung und Gutgeduncken jederzeit der Seinigen vorgezogen/ wann Er schon wüste dieSeini- ge zu behaupten. Die Himmlische Offenbarungen vnd Verzückungen ; die Gnad der Wun- derwercken/ Weissagungen / und Wissenschafft verborgner und geheimer Sachen/ sambt viler andern grossen Gaben und Gnaden GOttes/wre auch die harte Buesiwerck / hat Er jederzeit so vil möglich/vor anderen gering gemacht und vernichtet / wann Ers nicht tönte aeheimb halten. Oämrscena! Erwege alle dise Puncten einen nach dem anderen fein wohl/und erforsche dich/ ob du nit in jedem fahlbar seyest/ fürnemblich/ob du mtzanckisch/ dein Meynung jederzeit wollest behaupten/ niemand vor-und nachgeben / insonderheit wann du vermeynst der Sachen eine Gewißheit zu haben; wiederum ob du nicht wegen der empfangenen Gnaden Gattes / und deinen Wercken eme Hossart habest / und bey anderen wollest allgesehen seyn. Wann dein Meynung und dein Thuen und Lassen nicht pur und rein vor GOtt/ lasse drrs hertzlich leyd seyn / und bitte den demüthigen HCrren JEsum / daß Er dir durch das Fürbitt deß demüthigen Heil. I.surencij wolle ver- leyhen ein hertzliche Demuth/ welche du ohn sein Gnad auch mit aller deiner Mühe und Arbeit nicht kanst erlangen. Noch mehr hat sein Lugend- samer Wandel Herfür geleüch- tet/als Er von dem Pabst 6se. Zvno dem Vierdten zum Bi- sckjoff / und von dlicolso dem Fünfften zum Patriarchen der Venediger erhebt ist worden. In disem hochen Stand waren seine Kleyder/Speiß utldTranck sehr schlecht; der Haußrath ohne F z Seiderl/ 46 Betrachtung Seideu/Silber oder Gold/ gantz armb/ooch sauber; hatte sich er/ frewet/ wann Ihme oder seinem Kloster an nothwendigen Dingen etwas gemanglet/dardurch dem armen JESU umb etwas nachzufolgen; Die Speisten hat Er allzeit mit schöner Geistlicher I.cttion, und seine Wort und Werck mit Sansstmuth/ schönen und heylsamen Sprüchen vermengt; Gegen die Armen hatEr sich insgemein barm- hertzig / aber gegen die Hauß- Armen / die sich deß Bettlen ge- schambt/noch vll sorgfältiger erzeigt. Er ist mit einem Wort allen Geistlichen und Weltlichen mit grossem Nutzen vorgestanden/und von Ihnen hertzlich geliebt worden. vLmrlccns! Erinnere dich/ob dein Leben überein stimme/ mit deut Leben dises Heil. Bischosss und Patriarchen ; wie verhaltest du dich inSpeiß undTranck/ rn Kleyderen und anderen Dill- gen ? blst du vel gllügt mit einer armen Kellen und äusserster Nothwendigkeit? wisse / daß vollkombne Seelen sich nicht allein niemahlen haben beklagt/ daß sie nicht genug haben / oder Ihnen etwas mangle / sonder haben sich noch erftewt/ wann sie in nothwendigen Dillgen eilten Abgang erlitten/ und dir mag villeicht nicht genug werden/ und wilst doch unter die Gott-liebende Seelen gezehlt werden. Erinnere dich auch/ ob dein Lonvcrtstiori mit heylsamen Reden vermengt seye/sonderlich bey Weltlichen; ob du bey dein Tisch aufinerckest auf die Geistliche Lesung; ob du barmhertzig und mttleydig gegen die Krancken und Armen; ob mit einem Wort dein Wandel also beschaffen/ daß du würdig/ wenigst von GDtt und seinen liebelt Heiligen gesiebt zu werden. Der dritte Punct. HFOn dem Heil. I^urenrjo zeugen die vilfälttge Schrifften und Bücher/ daß Er nicht allein ein frommer und heiliger/sonder auch ein gelehrter Mann seye gewesen / denne Geist - und Weltliche Fürsten und Herren sehr ge- liebt/und hoch geachtet; ja alle Völcker/ so nach Venedig kommen / haben sich glückselig geschätzt/wann sie von Ihme den Heil. Seegen haben empfangen können. Er wäre vor GHtt so Von dem Heil. Tsureario lukinttNG. 47 grosser Verdiensten / daß die Stadt Venedig sechsten als wie Godoma wäre zu Grund gangen / wann sie I.2urentiur nicht mit seinen vilfältigen Zäheren und eyffmgem Gebettbey Gott erhalten hatte. Mein VLmascena! Es jst Nicht vonnöthen/ daß du vil Bücher schreibest/du bist nach Meynung dises grossen Heil. Patriarchen gelehrt und geschickt genug/wan du wahrhasstig glaubst GOTT stye alles/ und du seyest nichts. O alles und nichts ! O GÄtt und Mensch! halte dich in disem ein wenig auf/so wirft du erkennen/daß du an diser i-cÄion dein Lebtag zu lehrmn. Verlange von kenlenKreaturen geehrt und geliebt zu werden; aber bist du in einer Gefahr Leibs oder derSee- len / bitt demüthig Visen grossen Heiligen umb seilten Heil. Seegen/und sein mächtige Fürbitt/ und zweiffie nicht / wann du dir wirst lassen angelegen seyn deiner selbst-eignen Seelen Heyl/ als wie i-3urenrm, für sich und seine untergebne Schafft«: eyf- ferigst Sorg getragen/ daß du durch Ihnne von GOtt nicht werdest erhört werden. Weilen sauren«», 74. Jahr in grosser Mühe und Arbeit/und unnlem Kreütz und Widerwärtigkeit mtt grosser Gedult/From- keit und Heiligkeit zugebracht / verlangte Er seiner Seits mit einer heylsammen Forcht-vermischten Begierd häfftig zu sterben/ aufgelöst zn werden/ und mit Christo zu seyn; doch wans GL)tt änderst wolte haben/hat Er sich auch nut i^rirmo aner- botten/ zu gutem seiner Untergebnen noch länger zw leben. So betrachte/ wie du die Jahr deinesLebens habest zugebracht/ ob du töntest verlangen ger n zu sterben/oder ob du dir nicht vtl- mehr müßtest förchten wegen deines übel-gesilhrten Lebens vorGOtt zu erscheinen? Mein Dsm-scena: wans dahin kombt/ daß du must sterben/reinige dein Hertz mit einer wahren Beicht/ vermenge dein Forcht mit Kindlichem Vertrawen auf die Verdiensten JESU Ahristi/ und zweiffle nicht/ daß dlr Gott nicht werbe barmhertzig seyn. Hast du noch ein Zeitlinzn leb^'N/ma- che dir selbiges zu Nutz/und lebe demem Stand gemäß/ so wirst du auch mit einer heylßimmen Forcht und Liebe Gottes deinen 48 Betrachtung Geist in die Hand deines Erlösers aufgeben körnten. Es ist nicht auszusprechen/ mit wie grossen Hertzleyd alle grosse Herren und Geistliche Ordens-Stand/ insonderheit die Thumb-Herren und seine Geistliche Ordens - Kinder von dem sterbenden ^ui-cnno den letzten Seegen und schöne heylsamme Lehren empfangen; Unter arideren hatte Er verschaffet/ ohne Pomp und ohne Pracht zur Erden bestattet zu werden; sein Bettlin wäre auch sehr schlecht/ und obwohlen Er stats geschrieben oder gelesen/befasse Er doch kein Buch/ oder was anders für Eigenthumb / darmtt Er ein Testament machen könte. Nachdem Er also alle HH. Sacra- menten empfangen/hat Er gantz sanfft mit frölichem Angesicht seinen Geist aufgeben / jm Jahr 1455 - Mein vrmalccnL ! Lebe nicht also / daß dein Versamblung ab deinem Todt mehr ein Fremd als Leyd müsse haben. O mein GOtt! wie vil Guts schaffet das wohl leben/und ausserbarv- liche Sterben eines Geistlichen in einer Gemeind; es muntert sie sehr auf zu einem frommen Gottseeligen Leben. Item / erinnere dich/und lasse dirs hertz- lich leyd seyn/ wann du an die wenigste Kreatur angehest et bist ; lebe und sterbe also gern arlnb/nach dem Exempel JEsu/ und wann du krauet wirst/rüste dich zeitlich mit allen HH. Sel- cramenten zu einem glückseligen Sterbstundle/ damit du mögest theilhafftig werden der Glory dises Heil. grosserr Patriarchen/ Amen. Betrachtung Auf da§ M deß Heil. Bischoffs Hilarij. Der erste Punct. ^trachte / daß Hilarius ren und Lesung der Heil.Schrifft jsetn Jugend mit Studie- habe zugebracht / dardurch Er von Von dem Heil. Bischofs Hilarro. 49 von GOtt erleüchtet / zu», Wie hast du/mmM-m-k-n-. tholischen Glauben bekehrt feye dein Jugend zugebracht . acy r worden. Erwege erstlich hie/ vtlleicht in aller Gtmett oer wie vil daran gelegen / daß die Welt/und hremit nicht allem me Jugend in freyen Künsten / oder Heil. köstliche Zelt übel verzehrt/ anderer nützlicher Hand--Arbeit fonder dich noch über das um anfferzogen werde / dardurch sie tallglich gemacht/ von GHtt m sich fähig und geschickt machet/ Gutem erleuchtet zu werden, mehrere und grössere Gaben und Mas vermeinst du/ was für em Gnaden G-Ottes zu erlangen; Ursach gewesen seye/ daß vor vt- wie dann der Heilige Hilarius sem so vil Fürstliche / Königliche durch sein fleißiges Studieren/ und Kayserl. Kinder den Mste- und embsige Lesung der Heiligen ren mid dem einsamen Leben zm Schlifft sich tauglich gemacht geeylet/ als weil sie die Jugend von GDtt in dem Geheinibnuß mit allerhand Arbeit und Lesung der Heil. Dreyfaltigkeit erleüch- Geistlicher Bücher nützlich zu- tet zu werden. Erwege also zum gebracht/dardurch sie von GLnr anderen / wie vil guts und nutz- die Gnad empfangen/ daß sie oy- Uches erfolge/ wann man der neMühe und Arbeit/ oder we- Geistlichen Lesung fleißig ab- nigstens ohne grossen Wider- wartet; das hat auch sonderlich stand nach ihrem Beruff haben erfahren der Heil. , nicht können leben/und heilig werden? allein Jhme/ sonder der gantzen Hingegen wirft du selbsten er- KirchenGL)Lteszu gutem;und fahren/daß weil du dein Jugend woher hat eben die Heil. Aatho- nicht wol angewendt/jetz auch rn Usche Kirch so vil gelehrte Man- dem bestaudnen Alter grosse Be- ner / welche die Ehr GOtres/ schtvärnuß und Verhindernuß sein Heil. Gesatz / und Latholi- auf dem Weeg der Tugerw ley- schen Glauben so dapffer vcr- dest/oder wol gar einen Verdruß fochten/so vil Ketzereyen/Sünd ab deinem Beruff empfindest, und Laster bestritten/ und un- Item/ weist du / daß vor disem zahlbar vil Sünder bekehrt / als Käyserliche/ Königl. und Furft- durch das fleißige Lesen und liche Hoff den wohl-regulirten Studieren der Heil. Schrifft/ Llösteren vil ähnlicher gewesen und Geistlicher Bücher? G als 50 Betrachtung als etivan einem Weltlichen Aallast/in denen jetziger Zeit die Illgetld mehr zur Eytelkeit als Frvmbkeit austerzogen wird/hie- mit auch mehr der Welt als GOtt dienm/mid istgleichsanlb ein Miracul/ wann ein silcher Sohn oder Tochter der Welt abgestorben / GQtt in einem Kloster von Hertzen dienet. Ach mem GOtk! erwecke in den Hertzen der Seeljorgeren/ welche hochen Fürstlichen Höffe» vorstehen/ emen rechten Eyffer/ mrd erfülle sie mit deinem Heil. Geist/damit sie ihre Untergebne in wahrer hertzlicher Demuth/ Verachtung aller Cytelkeit/ und in der Liebe zur Tugend ausser- ziehen und anmahnen; dann leyder jetz ein solche armbseelige Zeit/ daß/da vor difem Fürstliche Personen den Cinödenen und Klösteren zugelausseu/ und umb den Vorzug der Tugenden/und Verachtung aller Fremden und Ergötzlichen drser Welt gestritten/jetzund nach selbigen trachten/ die Tugend gering schätzen/ und nur auf dem Gipstet der Weltlichen Ehren sitzen wölkn; auß deme dann erfolget/daß die Göttliche Ehr vermindert/ die Tugend geschwächt / und der Geistliche Stand gleichsam mit Füesicn getretten wird. Bitt/ mein vamaKeliL! deinen liebsten JCsirm/ daß Er den Mangel der Grossen diser Welt wölk ersitzen durch die Einfältigen und Kleinen/und siye du auch gern eines derjenigen. Der andere Punct. HHEtrachte Erstlich / Wie der *"Heil. Hilarüis von dem demüthigen Ehestand zur Hoheit Bsschofflichen Würde erhebt/ nicht siye hoffärtiger worden/ sonder seiner anbechhlnen Heerd und lieben Schäfflenen mit Demuth/ Eyffer deß Katholischen Glaubens / und grosser Streng- heit deß Lebens habe vorgeleüch- tet. Hingegen sehen wir mei- stentherls / daß wann einer von geringen Elteren gebohren/ oder von niderem Stand zu höherem befilrdert wird/ der hertzlichen Demuth und vorigen Stands veraißt/Gott urid den Menschen verdrießlich wird. L) «nein Oa- waKcnL! du seyest in einem Stand was für einer derjenige siye/vergisse deiner angebohrnen Armseeligkett memahlen. Lebstu ni einem niderträchtigenStand/ bist« umb so vilglückseeltger/weil Von dem Heil. Bischofs Hilano. 5r Du für dich allein muft antwort deß Sohns GOttes wider disen ten ; lebst du aber in einem hö- Ketzer beschützet / welcher durch- herenStand/must du desto streit- auß behaupten wöllen/der Hungere Rechenschasst geben / wann lische Vatrer und Ewige Sohn du deinem Ambt nicht ein Gnu- Gattes seyen nicht einer Sud- gen thuft/und nicht mit grösserer stantz und Wesenheit. Frombkeit und Demuth deinen Auß distm schliesst / Wie vtl Untergebnen vorbuchtest; rnache Übels und Unheyls ein einziger reifflicheGedancken über deinen eigensinniger und hoffärtiger Stand/indemedugelebt/unjetz Lt der HErr seye/ der einem jeden vergiltet / wie Ers verdienet. Lebst du deinem Stand gemäß / eyfferig und fromb/wlrd dir GL)tt auch ein seeliges End verleyheu/ und dich durch deinen lieben SchuN-En- gel auß dem indischen in das Himmlische Paradeyß tragen lassen. Be- Von dem Heil. Abbt 55 Betrachtung Auf das Fest deß Heil. Abbten ia»uri. Der erste Punct. HEtrachtt/daß nachdeme der ^Heil. Maurus in dem 12. Jahr seines Alters / von feinem Herren Vatter Lurrckio, einem Römischen Raths-Herrn/ dem Heil. Vatter L^Lvic-ro in der Forcht Gattes zu ausser- ziehen übergeben ist worden/ha- ve Er Ihm das Kloster-Leben schon in seiner Jugend also lassen angelegen seyn/daß der Heilige Vatter Jhnne osst anderen fernen Geistlichen Kinderen mit Verwunderung als ein Muster und Exempel Klösterlicher Vollkommenheit habe vorgestellt. In distn, Heil.^aueo hast du/ mein Dämmen-,! ein Exempel/ wie gut es seye/ gleich von Jules aufferzogen zu werden. Man em neues Geschirr einen üblen Geschmack hat/ solchen zu vertreiben/brauchts vil Mühe und Arbeit/biß es einen besseren be- kombt. Wie bist du aufferzogen worden? Gibts dir nit noch zu Zeiten vil zu streitten dasjenige/ was du in der Welt gesehen/ gehört/ und villeicht selbst gethan hast? auch irr dem Kloster / hat man dir in deiner Jugend nicht villeicht gar zuvil übersehen und zugelassen / daß dir nachmahlen ein grosse Verhinderung und Schaden in dem Fortgang der Tugenden ist gewesen ? oder aber brst du also fromb und ernstlich aufferzogen worden / und fuhrest du einen solchen »empirischen und ausserbawlichen Wandel / darab deine Oberen ein Wohlgefallen/ und dein Nächster ein Exempel der Tugend können haben? Und wann disem nicht also/ ach warumb leben wir dann in dem Kloster/ und was für einen Trost werden wir haben in unserem Todt- Bettlin? Betrachte/ daß der Heilige Mau- 56 Betrachtung Maurus vor allen anderen Tugenden/ fürnembltch der Hell. Gehorsame sich habe beflissen/ dessen Er ein schöne Prob gegeben/ da Er auß Befelch seines Heil.Vatters mit gantz schneller und blinder Gehorsame über das Wasser mit trucknem Fuß geloffen/ und deutn das Wasser gefallenen klaciäum herauß gezogen ; darmit Er wahrhafftig erfullt/was sein Heiliger Vatter von einem Religiösen erfordert/ der (r) also sagt: Der Erste Staffel der Demuth ist / Gehorsame ohne Verzug/ die gebührt denen / welche so bald Ihnen etwas von dem-Obersten geborten wird/ thuen sie solches ohn allen Verzug/ als ob es Ihnen von GOLtgebotten wäre. De- rohalben solche alsobald ihr eigene Sachen verlassen/ sambt ihrem eigenen Willen/werffen auß den Händen was sie darum haben/ob es schon nit ausgemacht ist / und folgen in der That mit gehorsamen Fuß der Stimm deß Gebietters/ und also meinem Augenblick werden beyde / das vorgemeldte Gebott deß Meisters/und das vollkomneWerck oeß Jüngers gemeiniglich in der Forcht GOttes vollzogen/ von denen/die Lust Mb Liebe habe» zu dem Ewigen Lehen. Alsdanir sagt noch weiters diser Heilige Vatter / O) wird dise Gehorsame GOtt und dem Menschen angenehm seyn / wann das Gebott nicht mit fürchten / nicht langsamb/ nicht trag oder mit Murmelung oder Widerspre- chung vollbracht wird. Daß aber die Heil. Gehorsamme deß Heil. Maurt mit allen zur vollkommen Gehorsamme erforderten Eigenschafften begleitet seye gewesen/ hat GOtt deßwegen mit einem so schönen Wunder- werck bestättiget. Mein Damsscena! gehe in dich selbsten/weil ohne den Heil. Gehorsamb keiner kan ein Geistlicher genambset werden/wie hoch du in diser Lugend gestigen seyest. Bist du Erstlich einzig und allein zu disem Zihl undEnd in das Kloster gangen/ daß du , nichts anders / als gehorsamb wöllest seyn / und das auß pur lauterer Liebe Gottes/mit Hind- ansetzung alles dessen/was einer vollkommen Gehorsame möchte zuwider seyn. Bist du zum Anderen den Frommen wie den Gebrechlichen/und in den verdrießlichen als wie in angenehmen Dingen Von dem Heil. AbbL mruro. 57 Dingen allzeit mit gleichem Angesicht / fröhlich nicht klemmn- thig/ohne WiderspenmMt und ohne Kurren und Murren gantz einfältig gehorjamb/als wanns dir Gottselbsten thäte befehlen. Bist du Drittens geschwind ohne Zwang und ohne weiters Nach- gedencken in guter heiliger Meynung und Eyffer gehorsamb/und verlassest du im Augenblick alles was du sonst zu thuen Vorhabens bist gewesen rc. Oder aber/ lebst du also armseelig/als wan du keiner Gehorsame unterworf- fen wärest / und ein Oberkeit mehr deinen als Ihren Willen müste thuen. Ach wie glücksee- lig und wohlgetröst lebt jene Seel/welche ihren selbsten gantz abgestorben nichts anders will/ als was Gott und Ihr Oberkeit will! verlange auch von Hertzen ein gehorsames Kind zu werden. (2) UeZ.L. ?. Lenrö. c. 5. ( b ) Ibidem. Drr andere Punct. s^Etrachte / daß indeme der Heil.Maurus seinen Heil. Vatter sehr geehrt / und Ihrne nachzufolgen und aufs vollkom- ntste Ihure gehorsame zu seyn/ sich eyffcrigst beflissen / habe Er auch zumahlen die Welt/ das Fleisch/ und den Trüffel derge- ftalten bestritten/und alle andere Lugenden in so hochem Staffel erstiegen/ daß Er geschunen ein anderer öencä,etu5 zu seyn / und deßwegen vor allen andern würdig und tauglich gewesen/ von dem Heil. Vatter in Franckreich die Klösterliche bencUiLtimsche Disciplin einzupflantzen / verschickt zu werden. Mein DamLlcen-i! Ein Mann der gchorsrmb ist / sagt der Heil. Geist/ ( L ) wird vorn Sig reden ; dann Er alle Laster bestritten/ und ohrre grosse Mühe und Arbeit alle andere Tugenden geübt/weil Er zum Fundament der Gehorsame schon zuvor die hertz- liche vollkomne Demuth gelegt hat. So erdemüthige dich dan/ und biß gern von Hertzen einfältig gehorsamb / so wirst du über alle deme Leibs und der Seelen Feind siegen / und werden mit grossem Trost deiner Seelen/ und aller deren/ mit welchen du lebst/ein recht fromme Gott-lie- bende Seel. ?UI„ Anderen/ stelle dir osst vor Augen deinen Heil. Vatter/ und gcdencke/Er rede dich täglich an mit den Worten Pauli ( b) H Ich 58 Betrachtung Ich bitte dich/ ftxc mein Nachfolger/ gleichwie ich Christi Nachfolger gewesen bin. Wie Uttd Was Gestalten aber du Ihme sollest nachfolgen/zeigt Er dir in feiner Heil. Regel / und hast du das Heil. Cvangelium/welches dich lehret/wie du über das sollest folgen IEsu deinem liebsten HEr- ren/deme dein Heiliger Vatter durch die Nachfola sehr ähnlich ist worden/wie du selbsten weist/ daß das einzige Ordens-Kleyd dich GOtt dem Allmächtigen nicht werd lieb und angenehm machen / sonder die Tugend und frommes Leben. Drittens behertzige/wie Mari- rus der Heilige und Wundertätige Mann in Franckreich/ als ein von dem Himmel abgesandter Engel mit höchsten Freuden feye empfangen worden/ und grossen Zulaufs habe bekommen; die Fürnehmsten so gar am Kö- niglichenHoffbegaben sich sambt den Kinderen unter fein Zucht UNdKlösterliche vilciplin. I'beo- äobcklu; der König selbsten/hat klo^o feinem fürnehmsten und liebstenHoss- Herrn/ da Er mit seiner Verwilligung den Heil, Orden angenommen/vor Freü- den inerltchen Lrosts/dasHaar mit häuffigen Zäheren abge- schnitten/ mit grosser.Andacht der Einkleydung beygewohnet/ sich und sein gantzes Reich kny- end in das Gebett deß Heiligen L 4 suri und seines liebenFreünds klon anbefohlm/»und nicht allein bestättet alle von bioro dem Heil. Orden vermachte Güter/ sonder hat noch selbsten dem Kloster vil vergäbet und ge- schenckt. Mein Damskena l Sihe in deinen Oberen und in deinem Nächsten nicht anIhreUnvoll- kommenheit/fonder die Lugend/ ehre und liebe selbige/als wann sie dir von Gott gesandt waren. Ehre und schätze auch hoch in Ihnen/und in dir selbsten deinen Heil. Ordens-Stand / und befleiße dich/ selbigem gemäß zu leben; Entunchre Ihnne nicht etwa« durch ein kalt und lawes Leben/dahin du villeicht bist gerathen/ weil du deinen ersten Eyffer verlassen/und mitUbung der Tugenden nicht hast fortgesetzt/ wie du selbigen hast angefangen. Ach mein vamLsctni! es stehet dir noch ein kurtzes Zeitlin bevor / und weil deine HH. Ordens-Brüder und Or- dens-Schwösteren dermahleinst Von dem Heil. Abbt KKuro. 59 mitMistoISsu deine Richter Dam-scen-,! Weils wir Men- Werden seyn / bitt selbige demü- fthen fük die gröste Ehr haben/ thigft/ daß sie dir wollen den-eni- wann ivir rnögen geehrt und ge- gen Eyffer und Starcke / mit lobt werden/ist deßwegen GDtt deme sie wider der Seelen-Fetnd und die wahre Tugend nicht in gestritten/und nach Klösterlicher uns und mit uns. Ach! wie From - und Heiligkeit gescheit- hoch haben sich die Heilige Got-. ten/ erwerben / damit du endlich tes / und sonderlich die Kinder auch anderen so wohl Geistlichen deß Heil. jederzeit als Weltlichen mögest dienen beflissen fromm zu leben ; aber zum Exempel eines fromm und auß herzlicher Demuth für sol- nicht unvollkommnen Reltgto- che nicht angesehen zu werden/ sen rc. Sie haben grosse Tugendwerck Betrachte zum Vierdten / geübt/abervor der Welt verbor- daß absonderlich drey boßhaffte gen/ und du verlangst villeicht Männer den HeiLAbbt daß es jedmnan wisse. Ach mein wegen seines Heil. Lebens und vamLicc^'! muft du nicht auß Miracklen als einen Gleißner dein Tieffisten deines Hertzens mrdEhrsüchtigen Menschen sehr seüffzen/ und deinem Gecrentzig- verkleinert / also daß GQttden ten sagen: Ach «nein JEsi,! er» einen deß gahenTodts gestrafft/ banne dich meiner / weil meine die anderen zwey aber init dem weeg nicht sind die weeg deiner Keüffel plagen lassen / über wel- Heiligen! che der Heil. Mann sich also er- (a) krov. rl. V. -8. (b) I. Cor. 4 . barmet/daß Er durch semGebett v. r8. die von dem bösen Geist Beftßne erlediget/und den dritten wieder Wu Leben erweckt / aber mit di- MEtrachte/daß der Heil.Mau- sem außdrucklichen Befelch / in rus der Abstinentz und Zlb- selbigem -Orth sich nicht aufzu- bruch in Speiß und Tranck / . halten/ damit durch die Dffeti- und der Heil. Armuth sehr seye bahrung dises grossen Wunders ergeben gewesen/und je mehr Er Ei' nicht noch mehr geehrt und gefastet / je ftarcker Er seye wor- gelobt wurde. den/ und je mehr Er die Reich- HL thumen 6o Betrachtung thumen veracht/je mehr Er hab gesehen solche auß Königlicher und anderer hohenStands-Per- söhnen Freygebigkeit bey seinen Klöfteren zunehmen/ deren Er innerhalb 40. Jahren/ da Er in Frankreich gewesen / hundert und sechzig gestifftet; Und nach- deine Er seinen Heiligsten Vat- ter öcnecilÄum am Salllbstag vor Öfteren gesehen gen Himel fahren/ ist Er am Selten-Wehe auf seinem Harirren Sack kranck ligend/mit den HH. Sacramen- ten versehen/im 72. Jahr seines Alters/ und im Jahr Khrtfti 565. oder 58z. den 15. Jenner voller Verdiensten/ wie es Jhme sein Heil. Vatterbcneäickur vorgesagt/gestorben. Mein Oamalcens! WerJhme recht von Hertzen und vollkomen abgestorbell/bey deme versamlen fickpalle Tugellderr / lttld insonderheit die Abstinentz in Speist und Lranck/ und du vergnügest dich villetcht nicht allzeit mit demjenigen/ was man dir und anderen/mehr als die Natur erfordert/bey dem Tisch aufsetzt/ solider du wilt noch ein mehrers und bessers habell / und das biß- wcilen heimlich äußert der Zeit/ also daß du dich müßtest schämen/wann es deine Oberen odee andere wüstten/und doch wüt dn nicht darfür angesehen seyn. O mein OäMLlccnL! wie hart werden solche Schleck-Mäuler gestrafft werden; seye du mcht auch eines auß disen / und hast du je- lnahlen gesündiget / berewe Und bessere es. ?IIM Anderen gedencke/daß sich keiner mehrers vergnüge / als welcher wegen G-Ott recht freywillig lllld von Hertzen gern arm seye. Der reiche Gott hat dem armen Heil. und seinen lieben Änderen solche Reichthumb geben/ daß König Carl der Ncündte einsmahl gejagt/ Maurus habe unt feinem Brevier mehr Reichthumen bekom- men / als die Könige mit dem Degen erworben. Erforsche dich/ wie dein Armuth beschaf- sen/die dir in der Wahrheit verdienstlich nicht seyn wird/ivann du keinen Mangel wilt leyden z Ja wolte Gott! du wollest nicht noch allen Überfluß haben ivol- len. Endlich / wie rüstest du dtch zu einem guten Sterbstrmdlein?. wurdest du nicht erschrecken / wann man dir wurde sagen: Heüt must du sterben? wurdest nicht Von dem Heil. AM und Einsidler Antonio. nicht umb einen Aufschub bitten/dich besser zum Todt zu bereiten. Ach mein VLmrlccnL! wünsche dem Heiligen Ma'mo Glück/daß Cr durch vil Mühe und Arbeit reich an Verdiensten aelebt/gestorben/nnd die Himmlische Glory erworben/ und bitt Jhnne umb so vil Gnad von GL)tt zu erlangen/daß dich dein liebster ZEsus durch Haltung deiner Heil. Regel/ in der Armuth/ Demuth und Gehorsame allzeit bereit zum Sterben finde/Amen. Betrachtung AufdasFest deßHctl. Abbtenund Emfldlers ^nconij. Der erste Punct. Er Heilige Antonius hat seiner Kindheit auf/ FW- ein frommes eingezognes Leben geführt/und in den: ohn- gefähr achrzehenden oder zwanzigsten Jahr/als Er in der Kirchen einemahl gehört: wilstdu vollkommen seyn/ so gehe hin/ Verkaufs was du hast / und gibs den Armen / und komb und folge mir nach/( 2 ) nähme Er diß auf/ als wanns Jhme allein gesagt wäre; hat also seme Güter unter dre Armen ausgetheilt/ ist in die Wüste zogen/und ein Münch worden. Allhie erwege/ daß wahr/was der Heil. Johannes gesprochen/ (b) daß der Geist blaße wo Er will. Vil tausend haben dise Wort gehört/und Werdens noch hören/ und verbleiben doch diejeniae/die sie gewesen. Nicht also Anto- nius/Cr hatAhme'dise Ermahnung zu Nutz gemacht/irnd dem heylsamen Rath Khristi gefol- get/ und dardurch das Frmda- ment zu einem ftomen und hei- ltgen Leben gelegt. Auß was Antrieb hast du/mein OLMLl'ccuz! die Welt verlassen 2 mit was für einem Eyffer hast du angefangen Gott zu dienend erkeilnest du die Gnad GDttes/ und thust derselbigen mitwür- cken/wann du in deiner Seelen H z ver- 62 Betrachtung verspührst von derselbigen zum Guten gezogen zu wer den. Hätte dißmahl Antomus dein innerlichen Antrieb deß Heil. Geistes nicht gefolget/wäre Er villercht niemahlen zur Vollkommenheit gelanget. L) wie offt ligt all unser vollkomnes Leben/all unser Heyl an einem eulzigen innerlichen Antrieb deß Heil. Geists; disem wann wir gehorsamen und folgen / in dem Guten leichtlich mögen fortkommen; vernachlässigen wir aber selbigen/und schlagen Zhnne in den Wind / gerathen wir in gröste Gefahr der Seelen/ oder mögen dise ver- saumbte Gnad ohne grosse Mühe und Arbeit nicht mehr erlan- en. Erinnere -ich/ wre du dich lßhero habest verhalten/ dem innerlichen Antrieb deß Heiligen Geists gefolget / oder was du bißhero für Nutzen oder Schaden der Seelen habest erlitten. Zum Anderen/ stelle dir vor Allgen den H. Antonium/ welcher mit demjenigen Eyffcr seinen Geistlichen Stand hat fortgesetzt/mit welchem Er Ihnne angefangen. Er gäbe fleißig Achtung auf das Thuen und Lassen anderer München/und was Er Gutes av einem jeden sahe/das hat Er Ihme krafftig vorgenommen/ mcht allein nach / sonder vorzuthun. Er wüste wohl/daß keiner so übel geartet / und einer so grossen Unvollkoinenheit/daß Er nicht etwas Guts an Ihme sehen und finden wurde. Ein jeglicher/sagt Paulus/(c) hat sein eigne Gab von GOtt/ einer also/ der andere auf ein andere Weiß; welches Er auch löblich nachzu- thuen bey jedem gefunden. Mit was für einem Geist hast du / mein vLMLlccnL! deinen Stand angefangen / und wie thust du Ihnne fortsetzen? Bist du wie ein fleißige Bien/die das Hönig und Tugenden auß dem Thuen und Lassen deines Nächsten saugest uno samblest? Bist frömmer worden/ die du schon so lang in dem Heil. Drden gewesen ? oder hat es nicht das Ansehen/du wollest in dem Fleisch/ und in deinen bösen Begierden vollenden/was du indem Geist angefangen/(ä) oder wenrgst/er- keunest du / daß dir gantz langsam!)/ faul und träg/ wann du am Morgen sollest aufstehen/ bey demGottsdienst dich einfitt- den/ psallleren/ singen/betten/ betrachten? ja erkennestdu/ daß du gantz Wässerig/ und Ueber Von dem Heil. AbbL und Einsidler Antonio. 6z nach deiner Komblichkeit scher- Heft/ schwatzest/ mit zeitlichen Beschafften umbgehest/ bey den Weltlichen in dem ? 2 clLlono aufhaltest / und mit Ihnen coa. Vcri-rest? O-m-scena! dein Schutz-Engel sagt gleich jetz dir in das Ohr: Ich hab etwas wider dich/ daß du dein erste Liebe verlassen hast. (c) Auf Visen ernstlichen Verweist/ was thust du sagen? Über das erforsche dich/ob du nicht thuest Achtung geben auf das Thuen und Lassen deines Nächstens/ nicht daß du etwas Guts lehrnest / sonder wie die Juden / so auf Christum haben Achtung geben/damit sie etwas könten finden Ihnne zu tadlen und zu straffen. Ach wie nichts bist du/ waltn du mit dergleichen Gedancken rundgehest! laß dise Bostheit in dein Hertz nicht eilt- schleichen. (2) icisttki. I9.V.2I. (b)c. ).v.s. (c) i.Lvr. 7.V. 7. (cj) Qal.z.v., (k) ^poc.r.v.4. -Der andere Punct. ist nicht außzt,sprechen / wie ein hartes und strenges Leben der Heil. Antonius geführt in Abbruch Spritz und Lranckö/ deß Schlaffs und harten Liger- statts;das Wasser war sein Tranck / ein wenig Brodt mit SaltzsernSpeiß/die Er bißwei- len erst im andern/ dritten/oder vierdten Tag nach Untergang der Sonnen genossen; in einem strengen Buß-Kleyd brachte Er die Nacht meistens zu mit betten/den Tag aber mit der Hand- Arbeit; sein Beth wäre die bloße Erden. Ach! was ist unser Le- ben/wans mit dem Leben solcher ändere ^eil. Ordens-Sttffter sind zwar so hart nit in die Sach gangen/und haben inVorschrei- bung Speiß und Trancks / und anderen Bußlvercken und Leibs- Kasteyung sehr grosse Bescheidenheit gebraucht; Aber auch dise / ach wie schlecht werden sie gehalten/ und indeme wir in der Vollkommenheit immer sotten höcher steigen / nehmen wir ley- der allzeit mehr und mehr ab/und leben vtl armbseeliger als vil Welt-Menschen / indeme wir uns nichts wollen manglen lassen in Speiß und Tranck / in Kleyderen/Ligerstatt/ und anderen Leibs-Komblichkeiten; und wann uns auch das wenigste manglet/sind vil/die gleich tur- 64 Betrachtung reu/ murren/ und umb dasjenige sich bewerben/das Ihnen rechtmäßiger Weiß soll abgeschlagen/ und nicht zugelassen oder gegeben werden. Ach mein itt IEsst liebste l)L- mLlceriL ! ich zweiffle nicht /^ du verwunderest dich erstlich über die Strengyeit deß Heil. Autorin/ deme es wenig vorgethan; Lobe G^Ott den HErren deßwegen in seinem grossen Heiligen. Aber von disem steige zum anderen hinab zu deinem Beruft/ nach welchem du sollest leben; Bist du zufrieden in Speiß und Tranck / in Kleyderen und anderen Leibs-Komblichkeiten/ mit deme was dein Heil. Regel/ und andere Satzungen dir vorschreiben ; Befleißest dich auch derjenigen Letbs-Lasteyungen und Abtödtung böser Begierden/ welche dein Stand von dir erforderet ? Mache ein ernstliche Erforschung über diß alles. Ich sorge/ ach ich sorge/mein v-unzlccnr! du seyest nicht in solchem Stand/daß du vor Gott mit Fremden dörfftest erscheinen / und wann die Besserung deines Lebens nicht gleich jetzer- folgct/warm wirst du deren einen Anfang machen? ach villeicht/ wann es zu spa.h wird seyn. Da der bost Geist gesehen das strenge Leben disesHeil.Mans/ und wie grosser Schaden ihme durch Ihnne möchte erfolgen/ hat Er Ihnne mit den aller- erfchröcklichisten Versuchungen angefochten; Er ist Ihme ficht- barlich in Gestalt schönster Weiber erschienen / oder aber hat an sich genommen die Gestalt der häßlichsten und erschröcklichsten wilden Thieren. Dises alles/ weils nichts möchte verfangen/ haben sie Ihnne offtermahl so übel rrLüirt/ gegeißlet und geschlagen/daß man Ihnne schier todter von dem Kampff-Platz hinweg getragen; indeme Er aber durch das Gebett allzeit wieder ist gestarckt worden/hat Er disen bösen Geisteren vorge- worffen ihre Schwachheit und Unvermögenheit/ spottete also ihrer. Ach mein vamslccnL ! Erinnere dich deiner Anfechtungen; wie hast du dich darinn verhalten? haft du durch das Heilige Gebctt/Abtödtttiig und Kastey- ung deß Leibs/dem Zuflucht bey deinem liebsten JEsu genomen/ oder bist du gleich unterlegen/ lind vor Verdruß nicht mögen lampffen/und deiner Begier lich- keit Von dem Heil. Abbt und Cinsidler Antonio. 55 kert Mit nachgeben. Mache deine Gedanckenzu GQtt und dem Heil.Antonio; Cs ist nichts daß wir durch ein gute vollkonine Begierd nicht mögen erlangen. Der dtttte Punct. AAchdemc Antonius Manlich mit den bösen Geisteren/ und allerhand schwären Anfechtungen gekämpffet und gestritten/ erscheint Jhme Ahristus der HErr/ und verjagt alles Unzifer und alle Versuchungen der Hollen. Diesen liebreichen JEsum als Antonius gesehen / fragt Er Ihnne: Wo bist du gewesen/ mein gütiger IEsu! wo bist du gewesen / warumb bist du mir nicht Anfangs deß Streits zu Hülff kommen / und hast meine Wunden geherlet? deme der sanfftmüthrge Heyland geantwortet: MetnAntoni! Ich Ware freylich gegenwärtig/und hab mit Lust deinem Streit zu-, gesehen/und weil du dich so dapf- fer und Männlich gehalten/wird Ich deinen Nahmen in der gan- tzenWelt bekandt machen. Auß dlftm karrst dlt schließen / wie nutz und gut es dem Menschen seye/daß Er versucht werde: HERR/ probire und versuche mich/ sagt David, (a) Und der Heil.Iacobus: (l>) Meine liebe Bruder! haltet es für ein lautere Frewd / wann Ihr in mancherley Versuchung fallet. Und der Heil. Paulus: (c) wir rühmen uns auch der Trangsalen ; Er setzet die Ursach hinzu: Dieweil wir wissen/daß Trübsal Gedult wür- cket/die Gedult aber würcket Bewährung/ die Bewährung aber würcket Hoffnung. Erschricke also Nicht/MeiN OamasceriLlwan du schon versucht wirst/ bitte mit dem Heil. Antonio G-Ott den HErren durch eyfferigesGebett und Kasteyung deß Leibs / umb seinen Göttlichen Beystand; verwillige nicht in das Böse/ streitte und kämpffe wider den bösen Geist/und seine böse Eingebung/ so wirds dir nutz seyn/ und wird GDtt und seine HH. Engel deinem Streit zusehen/ sich darab erfrewen/ und dich krönen. Erforsche dich / wie hast du dich bißhero verhalten in deinen Anfechtungen/und was wirst du ins künfftia thuen ? bist du nicht so starckmlithkg / daß du die böse Geister zürn Streit darffst guß- forderen/so stelle dich wenigstens , nicht klernmüthig / und glaube I festig- 66 Betrachtung festiglich/daß dir mit der Gnad Gattes alle Anfechtungen zum guten werden gereichen/und daß unmöglich / daß ein Mensch auf diser Welt ohne Streit könne leben. Halte über das für gewiß/daß die vilfaltige Streit wider den bösen Geist/das Fleisch und die Welt/den Antonium bey G-OLt groß gemacht / dardurch hat Cr nicht allein grosse Begierd erlangt/ für den Glauben Khristi unter dem Tyrannen kr-ximi-no gemarteret zu werden/ und die Gnad der Prophezeynng/ sonder ist von oem KayserOonlkn rmo, stimm Sohn/und der gan- tzen Kirchen GDttes hoch/lieb und werth gehalten worden. G-Ott hat Jhnne über das gesetzt einen Vatter unzählbar viler München; fein Lehr/from- und heiliger Wandel ist worden ein Spiegel aller Religiösen und frommen Seelen. Also/ mein Dam-scen»! werden von GOtt und den Menschen geehrt/ welche streiten und kampffen/ und Gott von Hertzen lieben/ daß aber du villeicht veracht wirst/ und schlechte Liebe empfangest von dmm / mit welchen du lebst / ist es die Ursach/ weil du nicht gestritten/und noch nicht überwunden/sonsten wurdest du auch alle Verachtung deiner/für eine sonderbare Gnad GL)ttes rechnen. (-») ps.rs.v.r. (b) cap.i. v.r, (c) kom.j.v.z. Betrachtung Auf das W deß Heil. Paul«/ersten Etnsidlers. Der erste Punct. ' Cr Heilige Paulus erster lCinsidler/inEgyPten ge- bohren/ hat stine reiche Elteren zeitlich verlohren/ und well Oeciu, und die Khnsten haffttg verfolgten/und fein Schwager auß unersättlicher Begierd seines Haab und Guts/ Jhnne auch verkauften wolte/hat Er auß der Noth ein Lugend Von dem Heil.Paulo/ Ersten Cinsidler. 67 Tugend gemacht/und ist im 15. wieder in die Welt zu kehren/ Jahr seines Alters in die Wüste welches Er ohne Ubertrettung geflohen. einiges Gelübds thuen können/ Betrachte Erstlich/ wie Gott und du lassest dich in so schwäre Visen Paulum gleich in seiner Versuchungen ein/wider welche Jugend in den Stand grosser Paulus so dapsser gestritten/ Vollkommenheit habe gesetzt/in- daß wann du Ihnen wurdest deme Er Jhnne in die Emöde statt und Platz geben / dich in geführt/in deren Er ohne einzige Gefahr setztest Leibs und der Hindernuß/von allen Gelegen- Seelen. Sage GOtt Danck/ heitm zu sündigen befreyt/ sich mein OLmssccna! für so schone alleinmitHimlischenundGött- Gelegenheit Jhme zu dienen/ liehen Sachen hat beschafftigen welche so vil taufenden entzogen können/ und au Jhme er füllt/ ist worden; widerstehe den An- rvasG-Ott durch den Olcrm ge- fechtungen zeitlich / damit du sprechen: (») Ich will Ihmre durchviles Nachsinnen vonJH- frcnndllch an mich locken/nnd will nen nicht übergwaltiget werdest Ihnne in die wüste führen / und und schwarlich fallest. Ihme in das Hertz reden. Hat Betrachte über das / daß kein Nicht auch dich / Osm-scen» r der Übel so groß seye/ welches Gott liebe GOtt in die Einöde deß nicht gemacht habe zu Gutem Heil. Drdens-Stands geführt/ seiner Außerwahlten. Paulus allda du von der Gelegenheit zu hatte villeicht die Einöde nicht sündigen befreyt/ in grosser Un- bezogen/ ein solches gleichsamb schuld und Fromkeit kanst leben. Göttliches Leben nicht angetret- Gedencke ; in was ten / wann die Tyranney diser für einem Stand du seyest d zweyen Käyseren/ und grosse Mmbt die Fromkeit mit der Ge- Boßhert seines Schwager 6 nit wgmheit übereins / die du hast gewesen wären. Sag also du G^tt demAllurachtigen zu die- mein vsmricen-l!menmhlerr/daß neu? Vermeinst du nicht/ Pau- der Stand in deme du lebst/nicht lus/wetl Er jung und reich wäre/ dein Beruff seye / und allein die werde neben anderen Versu- Strenge deiner Elteren / oder chungen auch dise gehabt haben/ das Schmeichle» diser oderjener I 2 Per- 68 Betrachtung Person/ oder dein Jugend und Unverstand deines Alters dich in disen Stand gesetzt habe. Nein/mein vLMLlccna.'das sind alles böse und gefährliche Ge- dancken; du solt wissen/und must esfestiglich glauben/es seye also der Göttliche Willen gewesen/ und daß du ohne disen Stand in deme du lebst / nicht wärest seelig worden. Dhne Streit wird niemand gekrönt werden / und leydeft du dergleichen Anfech- tungen/schamedich nicht selbige deinem Geistlichen Vatter zu offenbahren/sonften wirft du von ihnen nicht ledig werden/und in grosse Gefahr gerathen. (a) csp.r.v.14. Dcr andere Punct. ALler Gelehrter MeyNUNg ist/ ^daß wann ein Mensch ohne die Menschen / und ohne Gesell- schafft in einer Einöde lebe/ eint- weders ein glcichsamb Göttli- ches/oder aber ein unvcrnünffti- ges und Viechisches Leben müsse führen; dann der Beruff eines Clnsidlers ist/daß Er dem Zeitlichen und bösen Vegtcrltchkeiten abgestorben/G-Ottbeständig gegenwärtig habe/all sein Thuen und Lassen auf Ihnne richte/ gantzlich Ihme anhange/sich mit Ihme vereinbahre / und gantz einfältig nichts anders wolle/ oder thue/ als was GOtt will; der dtß nicht thut/ ist kein Cin- sidler/ sonder ein gantz Thier- licherMensch. DaßaberPau- lus ein solcher nicht seye gewesen/ sonder ein gantz in G-Ott ver- settckter Eremit und Einsidler/ und von GL)tt zu dlsem Stand beruffen/erscheint auß deme/daß so bald Er in die Einöde komen/ Ihnne Gott der HErr alsobald versehen mit einer nothwendigen Unterhaltung deß L)rths/Speiß und Tranck; und was Er dorten nicht funden / hats die Gü- ttgkeit Gottes Ihme täglich mit emem Stuck Brodt ersetzt/welches GOtt Ihme durch einen Rappen hat zukommen lassen^ hat also in dijer Einöde sein Leben über 70. Jahr mit GOtt heiligltch zugebracht. Mein Oam-lscenLmache übermahlen einen Überschlag über dein geführtes Leben/ welches du in dem Kloster als in einer Einöde hättest sollen zugebracht haben ;Hast du diejenige Cigen- fchafften/ die ein wahrer Eremit und Einsidler soll haben ? oder aber bist du noch gantz in bösen Be- Von dem Heil. Paulo / Er sten Emsidler. 69 Begierden verliesst / und lebest Mehr nach deinen Leibs-Gelüsten und nach deinem eignen Willen / als nach dem Willen Gattes und deiner Oberen? verschließest du also allen äußerlichen Dingen die Porten und Eingang/ und schlägst auftakle Cinbildung/die sich bemühen in deinen Verstand hinein zu dringen/und ihre Wohnung darinnen zu nehmen? Hast auch also hiß dato deinem Willen entzogen alle Begierden / Anmuthun- gen/und Liebe zu den Kreaturen/ daß du innerlich geretniget allein GOttabwartest? ?um Anderen gedencke / ob du nicht mehrere Kommlichkeiten suchest in der Kellen/ inSpeiß und Tranck/und anderen Leibs- Crgötzlichkeiten/als etwan dein Stand und einsame Leben zm lasset. Disen Sittlichkeiten jagst du villeicht offtermahlen nach/ und die wahre Wollüsten deß Geists lassest du fahren? oder aber weist du nicht / daß GOtt allen Verlurft der indischen Frewden und Wollüsten durch sich selbsten mit dem Überfluß seiner Gnaden tausendfältig er- setze/deme/ der wegen seiner alles verlasset/dessen du nicht weniger zugemessen/wann du aufrichtig und Kindlich mit G-Ott wirst umbgehen;als wie Paulus und vil tausend andere/die mKlöste- reli/ Einödenen/ rrnd grausamerr Wildnusscn gelebt/ lind GOtt gedient haben. Ach mein liebster IESV! Ich hab zwar jederzeit vermeynt/dw etli wohlgefälliges Leben zu führen/und allen bösen Begierden abzusterben/aber ich finde leyder/ daß Veralte Mensch noch immer in mir herrschet / und noch nicht bin/ die ich gern wäre. Ach! wie vtlem Elend bin ich noch un- terworssen/daft ich mir gleichsam förchte selbiges anzugreiffen/ und anft dem Häuft meiner Seelen zu verstoßen. O mein JEsu! stärcke mich in diser Stund/daß ich mit Judith einen Streich fasse/ und durch ein gute Meynung und Heil. Eyffer demHo- lofernes/ der gar zu starcken Zuneigung zu allerhand Komlich- keiten und Leibs - Gelüsten den Kopss abschlage; wie ich mir dann festiglich fürnimme/ heüt auß meiner Kellen und Kämer- lin ein Eilröde zu machen/ und in selbiger ein recht frommes Lebest anzufangen. I; Der 7 «> Betrachtung Der dritte Punct. DA Paulus hundert und drey- zehen Jahr erreicht / lebte auch eben zu selbiger Zeit der neüntzig-jahrige Antomus in einer anderen Wildnuß/dtser/weil Er von Paulo nichts wüste/gedachte bey sich sechsten/ daß Er der erste Eremit mäste seyn; aber GL)tt sagte Ihme / daß noch ein älterer und frömmerer Cinsidler seye als Er/ solle demnach sich aufmachen und Jhnne heimb- suchen/deme Antonius nachkommen/nach etlichen Tagen Pau- lum gefunden/einander umbfan- gen / und mit seinem Nahmen jeder den anderen gegrüst/ als wann sie schon ein lange Zeit einander gekennet hatten. Mit disem hat Erstlich G-Ott dem Heil. Antonio / und einer jeden Seel wöllen zuverstehen aeben/dqß Jhme ein jeder allzeit solle einbilden / daß noch andere seyen / die vil frömmer und Gott angenehmerleben/ als Er sechsten / wie etwan zu sehen bey dem Heil. pjcscio ; diser alte und Tu- gend-volle Einsidler hielte eines- mahl etwas auf sich sechsten/ aber gleich hat Er von einem Engel vernommen/daß jeneAloster- Jungfraw / welche von allen Mit-Schwösteren für ein verächtliche/mit dembösen Geistbe- seßne Närrin gehaltn werde/ vil frömmer seye als Er. Zweyen betagten frommen Eremiten hat G-Ott auch geoffenbahret / daß sie in der Fromkett so hoch noch nicht gestiegen/ als wie jener LucKsMiue mit seinem Weib Maria/die neben anderen Tugenden in dem Ehestand Iung- frawltch mit einander gelebt. Nicht weniger hat GL)tt Oulio und LLacb-trio gezeigt/daß ein Spielmann und Verheyra- thete frömmer und besser seyen als sie in ihren Einsidlereyen. 0) Damit sich also keiner besser als anderehalte/ und ein jeder fein in der Demuth und Verntchti- gung seiner lebe. vrmLlcen» ! Vermeinst du nicht auch zu Zeiten/du seyest so gut oder besser als dise oder jene/ insonderheit wann sie dir in Verrichtungen und Aembteren vorgezogen werden/ welche doch wegen ihrer Demuth und Froni- keit GL)tt dem Allmächtigen vil lieber und angenehmer sind als du/ ja villeicht sind diejenige/ die du für nichts achtest und verlachest/ bey G^)tt lieb und angenehm/ Von dem Heil. Paulo / Ersten Emsidler. 71 genehm/ und du wegen deiner HoffarL verhaftet. Zum Anderen/ betrachte die grosse Ehrenbiettgkeit / welche vife zwey grosse Heilige einande- ren erzergt/ indeme keiner das Brodt / so Ihnen GOtt durch den Rappen zugeschickt/ hat brechen wollen; Paulus reichet es dar Antonio seinem lieben Gast/ Antonius aber Paulo als dem Aelteren/streckten also ein Zeit- lin/biß endlich beyde das Brodt in die Hand genommen/und ein jeder seinen Theil zu sich gezogen. Was sirr Ehrenbiettgkeit und Liebe erzeigst du denen/mit welchen du lebst? glaube sicherlich/ Väm-Iccr^! daß man durch die Ehrenbiettgkeit/ mit deren einer semem Nächsten vorkombt und beweist/meiner Gemeint» grosse Liebe verursache/ wie hingegen in anderen Gemütheren heimlicher Unwillen und Klagen erwachse/ wann einer grob/un- ebrenbietig/ oder gar hoffärtig ist/ daß es scheint er wölle ande- ren vorgezogen werden/ oder wolle sie gar verachten / insonderheit wann es die Jungen gegen den Aelteren/oder die Untergebne gegen den Vorgesetzten thuen/ welches dieHberkeit in einer Gememd gar nicht soll gestatten/weil es wider alle gute Klösterliche Sitten/ die so gar erforderen/daß ein jeder Geistlicher dem anderen mit Ehrerbietung vorkomme. (l>) Wie verhaltest du dich in disem? «forsche dich/ob du dich nicht zu Zeiten habest verfehlet? oder aber / wann du ermähnet/ etwa» habest geantwortet/dein Nächster seye einfaltig/Er achte es nichts oder/ Er seye schlechten Herkomens/die wir doch in dem Kloster alle gleichen Stands; oder aber hast dich geschämbt vor den Weltlichen/ daß du sollest weniger seyn/und deinem Nächsten nachgesetzt werden? Hast du dich nicht bißweilen deßwegen geweigeret/und Entschuldigungen gesucht / damit du nicht vor vifen oder jenen Weltlichen muffest erscheinen ? Ach lasse dirs leyd seyn/seye fein einfältig demüthig/ gedencke daß alle besser und Gott angenehmer seyen als du; in Ansehung dessen / du Ihnen alleEhrundReverentz sollest erzeigen/ und glaube sicherlich/ daß du dardurch mehr beliebt uiid angenehm werdest werden/ als veracht oder verkleinert rc. (r) Viöe vilcip.mpromj»r.L»empl. (b) k.8,L.c.7r. . Vierd- 72 Betrachtung Vierdttt Punct. ENdlich stelle dir vorAugen das Heilige Hinscheiden deß Heil. Pauli; diftr offenbahret Antonio seinenTodt/und bittet Ihnne umb die letzte Christliche Liebe/ daß Er nemblrch hingehen/ und den Mantel/welchen Er vor: dem Heil. /ttkanatio empfangen / abholen/seinen todtnen Leib darein einwicklen und begraben wolte. Arrtonius geyorsammete disem wunderlichen Begehren; aber in seiner Widerkunfft sihet Er deß Heil. Pauli Seel zwischen den Ahören der Englen gen Himmel fahren/dessen Heil.Leib Er auf den Knyen / als bettete Er/ mit aukgehebten Handen/ bey seiner Hohle gefunden/ziehet Ihme seinen auß Palmen-Blät- teren geflochtenen Rock ab/ wicklet Ihnne in den Mantel n-rt'i, und begrabet selbigen in die vorr zweyen Löwen gemachte Gruben nach Khristl. Brauch/ rm Jahr Z4Z. den io. Ienner. Antonius hat nachmahlen an hochen Heil. Oster-und Pfingst- Festen zu einem sonderbahren Pracht deß Heil. Pauli Rock gebraucht und angetragen. Ach mein G-O.tt! wie vil hat es Paulum gekostet/biß Er verdient einen so glückseeligenTodt/ dahin / obwohlen ich weiß / daß .ich nicht wird kommen/ will ich nnch doch wenigstens befleißen/ from/und in der Gnad GOttes abzusterben; dahero mache ich mir auch Visen steiften Fürsatz/ alle und jede für besser und frömmer/als mich sechsten zu schätzen/ und wann ich auch schon von anderen Geistlichen oder Weltlichen verspottet/ verlachet/ oder weniger als dise oder jene geachtet wird/ will ich mich dan- noch ernidrigen / mich sechsten überwinden / und alle Ehr und Liebe meinem Nächsten erzeigen/ welches mich nicht schwär wird ankommen/ wartn ich mir meine vilfältige Fehler wird vor Altgen stellen / und gedencken/ wer ich vorGQtt seye/deme vil lieber ein armes demüthiges Weiblin oderBämlin/als etwan ein Stoltzer vom Adel/oder andere Seel/die ihren sehr vil einbildet. Ich will auch absonderlich meinem Nächsten/esseye lebendig oder todt/alle Liebe, erzeigen ; die Kranckne offt heimsuchen ; für die Todtne GDtt bitten/ und Sie / wanns vonnö- then / helssen eutnähen und vergraben/ Volt dem Heil. Märtyrer Sebastians. 7z graben/ dardurch sonderlich To- fehlbar findest/und ettvan saum- bias vor GQtt und den Men- feelig bist gewesen / lasse dirs sehen grosses Lob erlanget. Wan hertzlich leyd seyn. du dich in einem und anderen Betrachtung Aufdas Fest deß Hetl. Märtyrers Sebastian». Der erste Punct.. DEr Heilige Sebastianus / ein heimlicher Ahnst / wäre wegen seinen guten Qualitäten vemAayserOioclerirmosehr angenehm/der Erste und Furnehm- ste über sein Leib-Quardi / nach der Marter-Lron zwar sehr begierig ; aber damit Er die schwachen Ahristen besser könte starken/ die Gefangne heimsuchen und trösten / und also der bedrängten Ahristenheit desto besser und desto mehr guts thuen möchte/hat Er seinen Eyffer verborgen/ und sich öffentlich nicht an Tag gegeben / dardurch Er dann vilen zur Marter-Krön geholffen; unter welchen sonderlich gewesen die zween Brüder blarcu, UNd KlrrcelliLnuz Edle Römer / deren leibliche Elteren und Eheweiber sie wieder von dem Glauben abwendiggemacht hatten/wann nicht der Heil.Se- baftianus sie alle hatte gelehrt/ und Ihnen dargethan/wie nothwendig der Katholische Glauben seye/ die Seeligkeit zu erlangen. Stelle dir erstlich vor Augen/ und betrachte die Starckmüthig- keit/ die grosse Weißheit/ Eyssee und inbrünstige Liebe/mit deren Sebastianus die betrübte und Trost-lose Ahristen in ihrer gros- senVerfolgung gestarckt/getröst/ und für- den Glauben Ahristi IEsu ritterlich zu streitten/alle Peyn und Marter außzustehen/ und zu sterben aufgemuntert. Und wie verhaltest du dich/wan dir etwas Wideriges zu leyden begegnet? wirst du nicht gleich ungedulttg? murrest und klagest du es nicht alsobald anderen/ und wilt Varmit alles Leydett K von 74 Betrachtung von dir schieben; die innerliche AlM'teb deß Heil« Geists; die heylsame Lehren deiner Oberen und Geistlicher Bücher schlägst du villeicht auch auß/ und sind umbsonften? Was ist dann Wunder/wann du öffters unter- ligst/undalso nicht thust was du thun sollest^ Ach mein liebster JEsu/nicht mehr also / rc. Erwecke New und Leyd/und mache gute Fürsätz. Zum Anderen betrachte/ daß gleichwie Sebastianus vonGott die Gnad empfangen/nach dem Exempel Christi IEsu alle Widerwärtigkeiten / Schmach und Schand/ Hunger und Durst mit Gcdult und mit grosser Liebe ru leyden z Also bade Er auch den Heyden von dem barmherzigen Gott nicht allein die Gnad deß wahren Glaubens / sonder auch die Begierd und das grosse Verlangen umb Christi IEsu und deß wahren Glaubens willen/alle Peyn und Marter / ja den allergrausamisten Todt auszustehen/erhalten. O mein o-malccnL! Wie wärest du so glückseelig/ wann du auch nur einen einzigen Funcken von dem Gerst Christi IEsu hattest/welcher so begierig gewesen für uns zu !eyden/daß Cr schier erkrancket; und disen Geist hat Er sonderlich seinen liebenApost- len und Jüngern/und vil tausend anderen seinen liebstenFreünden ertheilet; änderst wie wäre möglich gewesen/daß sie sich so freudig vor dem Tyrannen gestellt/ und den grausamisten Peynen und Marter/ja dein schmählichi- ften Todt sechsten zugelossen wären / welche noch in mitten der Tormenten geschertzt/vor Krein den umb IEsu willen zu leyden gelachet/und die Tyrannen zum Peynigen angerettzt. Und dise Ding sind nicht in der ersten Kirchen allein geschehen/ sonder in dem tausend sechshundersten Jahr haben wir (sonderlich in Japon/) so vil Exempel/ daß auch 6.8.H. und iz. jährige Kinder von dem Geist Christi IEsu angetrieben/so eysserig der Marter zugeloffen/und so behertztden grausamisten Todt gelitten/als wie die starckmüthigsten Helden in der ersten Kirchen. Zum Dritten/ beherzige den grossen Streit/ denne dise zwey Heil. Brüder und ^Isr- cciiirnur gehabt und erlitten/in- deme auf Anhalten Ihrer Befreunden die Vollziehung der Marter Von dem Heil. Märtyrer Sebastians. Marter zo. Tag lang aufgeschoben worden / m welcher Zeit Ihnen Ihr alter betagter Herr Vatter/ Fr. Mutter/ Ihre Ehe- Weiber/Bruder und Schwöste- ren/und noch andere Verwandte mehr / mit so vilcn scheinbah- ren Gründen und Ursachen/ Weynen/ Heulen und Klagen/ de»r Katholischen Glauben/ und die so grosse vor Augen schweben- te Peyn und Marter mißrathen. Ach wie vtl tausend waren zu Gmnd gangen/und hatten Gott und den wahren Glauben ver- laugnet/ wann sie solche Anstoß erlitten. Wie verhaltest du dich in deinen Anfechtungen? villeicht bist du zum Bösen also geneigt/ daß der böse Geist solchen Gewalt nicht muß brauchen / dich von dernGuten abzuhalten; du laussst villeicht noch sechsten deinen bösen Begierden nach/ und suchest Wider alles Verbott Gattes/ und zu grossem Nachtheil deiner Seelen/selbige zu erfüllen. Und wasanust du / mein OamK en^ l auß solchemLeben anders schlies- sen/alsdu lebest tu einem gefährlichen Stand/ und habest wenig von der wahren Liebe GOttes/ über welches du grosse Rew und 75 Leyd sollest tragen/und dich zu einem besserenLeben entschlossen. Der andere Punct. nochmahlcn/daß Se- '^bastianus durch seinen grossen Eysser / und Vile der Wunderzeichen/sehr vil zum Heil.Ka- tholtschenGlauben habe bekehrt/ unter denen gewesen 2oe die stumme Ehe-Fraw ^icoilrakj, in dessen Hauß die zween Bruder gefangen gelegen. Wegen schwa- rerKranckhntist das armeWeib 6 . Jahr lang Red-loß und stum gewesen/ als sie aber bey dem Heil. Sebastians einen Engel mit einem offnen Buch gesehen/ in deme alles geschrieben Ware/ was Er den Heyden und New- glaubigen geprediget / fallet sie Ihme zu Füssen/ bittet Ihnne umb Verzeyhung alles dessen/ was wider Ihnne Übels geschehen/ verlangt den Heil. Lauff/ und bekombt durch das Heilige Kreütz-Zeichen mit der Red den Katholischen Glauben/und endlich die Marter-Kron. Auß dlsem behertzjge / daß ob- wohlen es Anfangs das Ansehen gehabt/als wurde Khriftus JESUS der Gecreutztgte und wahre Senffkörnliv ilt dem Erd- K 2 reich 76 Betrachtung reich der ersten Kirchen ersticken/ kein Frucht bringen/und zu Nichten werden / weilen der arme Mensch Ihme solches nicht wol- te gefallen lassen/und darab ein Abscheühen hatte: Wir aber/ sagt Paulus/ (s) predigen den gecrcützigTen Christum/ den Juden zwar eine Aergernuß / den Herden aber eine Thorheit / aber was in GOtt scheint thorrecht zu seyn/ das ist weißer dann die Menschen/ und die Schwachheit GGttes ist starcker dann die Menschen. Verwundere dich ab derGnad GQttes/ und über die Krafft deß Areützes und gecreützigten Heyland sechsten / wie wunderlich Er nach seiner Ausserstehung alle Heydenschafft zu Nichten gemacht / und seine Kirch noch vtl verwunderlicher gepflantzet. Das einzige Rom Ware einMut- ter alles Irrthumbs und unzählbaren Aberglaubens / welches setz gantz rein/und ohne einzigen Mackel. Erfrewe dich/ mein vrmslcenL ! daß du ein Mitglied diserKirchen/und jeneRllheund Glückseligkeit kanst gemessen/ welche die Heilige G-Ottes mit grosser Mühe und Arbeit erworben. Erinnere dich diser Gutthat zum össteren/und sage Gott darfür demüthigen Dana. smn Anderen bilde dir nicht ein / daß du umbsonsten die Gaben und Gnaden Gottes erlangen werdest. OomLNur der Statt-Vogt/ als Er von irrn. quUimo verstanden/wie wunderlich Er ein Ahnst und gesund Ware worden/ empfienge auch ein grosse Begterd von den un- leydenlichen Schmertzen deßPo- dagrams befreyet zu werden/an- erbietet zu disem Ende dem Heil. Polycarpo dem Priester/Halben Theil seiner Guter; hat aber gleich müssen verstehen / daß die Gaben und Gnaden GOttes nicht mit Gelt gekaufftoder ver- kausst werden/sonder mit Buß- wercken/Abtödtung seiner bösen Begierden/ Ablegung derSün- den/und mit einnn wahren steiften Glauben; Also ist auch Lw. mrrw5 frisch und gesund wor- den/nachdeme Er mit dem Heil. Sebastiane und Priestereu Py- lycarpo streng gefastet/ Bueßge- than/ alle seine falsche Götter zerschlagen/ und den wahren Glauben angenommen / deme gefolget sein Sohn illrurrm,, und tausend vierhundert Leibeigne. DamzlccnL! Du bist ein wahrer Katholischer Ahnst / und haltest Von dem Heil. Märtyrer Sebastians. 77 haltest es für einen Glaubens- Artickel/daßdie Gnad Gattes umb kein zeitlich Haab undGuet verkaufft werde; wann du also zum Fortgang der Tugenden eine Gnad vonnöthen hast/ohn welche du nichts vermagst / erni- drtge dich vor G-Ott/ zertrimere deine Götzen und böse Anmu- thungen/faste/stirb dir sechsten ab / so wirst du von GQtt alles erhalten / aber erforsche dich wohl; Oom-mur hat sich nur in ein köstlich Erystalltues Götzen- tverck verliebt/und selbiges nicht zerbrechen wöllen/hat deßwegen Nicht können gesund werden/biß Ers auch zerschlagen; L)b du nicht auch etwan euren heimlichen lieben Götzen in deinem Hertzen herumb tragest / und deßwegen nicht mögest erlangen was du den lieben Gott schon so offt gebetten. Über dise Ding erforsche dich ernstlich/ und mey- de/wasdu er-kennGott Zuwider zu seyn. (a) r.Lor.i.v.L). "Dcr dritte Punct. 1f"Xloclctisnu» . da Er vemom- F—/men den Glauben und grossen Eysser Sebastiani / hat Er Jhnne vor sich ruffen lassen/und hart gestrafft/ weil aber Seba- ftianus sich keines Weegs in dem Glauben wanckelmüthig/ sonder für denselbigen auch zu kerben/gantz behertzt erzeigt/hat )er Tyrann endlich befohlen/ )aß die Soldaten seiner Ouarcli, Jhnne auf öffentlichem Feld sollen all eine Saul binden/ und mit Pfeilen zu todt schießen. Betrachte Erstlich in demHeil. Sebastiano die große Starck- müthigkett/vermittels deren di- ser dapffere/fromme und eyfferige Soldat und Diener Christi alle Ungelegenheit/ Verlurft/ und Schaden grosser Reichthumben/ aller zeitlicher Ehren/Gunst und Liebe derKayseren in dieSchantz geschlagen/ und verachtet; Er hat auch kein Widerwärtigkeit/ kein Peyn und Marter / ja den grausamisten Todt sechsten nicht geforchten/ und alles diß lieber wollen leyden/als etwas wider GL)tt thuen. OLMLlcens ! Wie verhaltest du dich/wann dir etwas für das Heyl der Seelen/ oder für die Ehr Gottes zu leyden fürfallet? glückseelig bist du/ wann du mit grosser Inbrunst / Eyffer und Liebe gegen Gott mit l^zaciicv, Lheresia/und vil tausend andern K 3 eyffe- 78 Betrachtung eyfferigen Seelen verlangest ge- veyniget und gemarteret zu werden ; und wann dir gleichsamb leyd/daß du nicht zu solcher Zeit gelebt/ da du für den Glauben hast können sterben; aber^lebe Wohl getköst/ Mein vLmslccna! alles das kanst du auch zu disen unseren Zeiten erlangen. Keiner sage oder wende vor/ sagt der Heil. Augustinus/alö ob zu disen unseren Zeiten kein Marter- Kampff gefunden werde; unser Fried hat seine Märtyrer / den Zorn stillen; dteGeilheit fliehen; die Gerechtigkeit beschützen; den Geitz mit Füssen tretten; den Hochmuth demüthigen/ ist nicht ein schlechte Gattung/ja grosser Theil der Marter. Ich setze hinzu/ in einem Kloster leben/ unter einer Oberkeit/ oder bey einer solchen Gesellschasst / die seiner Natur gantz zuwider; der- selbigen sich demüthig unter- werssen/ gehorsamb seyn / und alle Liebe erzeigen/ist der Natur schwärer/als sich i-cioiviren/dem Hencker seinen Halst darstrecken und sich köpften lassen. Mache über dise Ding heylsame Gedan- cken/so wirst du erkennen/daß du villeicht nicht in solchem Stand wie du dir hast eingebildet. Zum Andern führe zu Her- tzen / daß zu einer verdienstlichen Starcke grosse Gnad G-Ottes vonnöthen/ und daß je grösser der Streit/ jemehr auch Gnad zu überwinden erfordert werde. Von dem Heil. Stephans stehet geschrieben/daß Er voll anGnad und Starcke seye gewesen. (-) Halte alsofürgewrß/woGnad/ da seye auch Stärcke/ die in der Noth zu brauchen / und zu überwinden die schwariste Ding genugsam wird seyn / obwohlen einer sonst von Natur gantz schwach und forchtsamb wa.e ; dessen wir in kleinen K'inderen/ zarten Iungfrawen / schwachen Weibsbildern/ und alten betagten Krasst-losen Manneren genügsame Exempel haben. Hingegen betrachte/daß der Sünder Jhmeförchte/wo keinForcht ist. Saul von GDLt verlassen/ ist immerdar forchtsamb gewesen; lang vor Ihme/ wohnete Kam aust Forcht in dem Land flüchtig/ Er erzitterte/wann Er nur em Laub hörte rauschen / da doch GDtt Ihme versprochen / daß nicht ein jeglicher/wer Ihn antreffen würd/ werde tödten. (b) Ach mein daß du villeicht forchtsamb / dich gar zu heickel Von dem Heil. Märtyrer Sebastiane. 79 heickel haltest/ vorFaulkeitund Trägheit drch nicht magst überwinden / und das nagende Gewissen dich stats plaget; Ach! was ist dessen Ursach/ erforsche nur obenhin dein Gewissen/das wird dirs sagen. Nach disem fasse und mache andere Gedan- «en/und entschließe dich auch zu einem besseren Leben/so wird die Forcht dich nicht vil mehr plagen. Sebastianus ist noch nicht todt/tritt das andere mahl für denOiocjckisruim, und verweist Jhme sein Abgötterey/über welches der Tyrann also ergrimet/ daß Er Jhnne zu todt prüglen lassen. Der Heilige erscheint nach seinem Todt der Heil. Frawen Lucina/und zeigt das L)rth/wo Er wolle begraben werden ; Also ehret GÄtt die Starckmuthigeu und Merwinder ihrer bösen Begierden. Lasse dich/ mein 0-- mLscenL! nichts rewen/ streitte und werde noch starcker / damit du mögest überwinden/ und gekrönt werden/den Allmächtigen GOtt Ewig zu loben. Wisse / mein vamaiccns ! daß weilen zur Zeit deß Pabsts riioni; Sie Pest zu Rom starck graßirte/ habe man dem Heil. Sebasttano zu Ehren einen Altar aufgerichtet/ und sein Für- bitt anaeruffen/auf welches die Pest alsobald nachgelassen / von welcher Zeit an der Heil. Se- basttanus von der gantzen Kirchen ein krafftiaer Fürbitter und Patron wider die leidige Sucht angeruffen werde. Trage auch ein sonderbahre Liebe zu disem Heiligen/bitt Jhnne/damit Er dich durch sein Fürbitt erhalte/ daß du nicht töotlich sündigest/ so wird dir die Pest deß Leibs nicht vil schaden/ mit deren uns Gott allein wegen unseren Sünden straffet. (s) H6or. 6. V.8. (b) 6eae§4. v.i6. Betrachtung Auf das §esi deß Heil. Märtyrers Nemnck. Der erste Punct. /rkinraclu, auß dem Hoch- Gefirrsteten Grasten von Zoile- l.VIAdeltchen Stammen der ren und Sulgengebohren/wird schon 8a Betrachtung schon in dem fünsstenJahr seines Alters von feinem Herren Natter öertkoläo in die Insel und berühmte Kloster Reichenaw geführt/ allda Er an Frommkeit und Gelehrheit alsozugenomen/ daß Er Geistlich und zum Priester gewyhen / bald darauf zu einem Lehrer und Vorsteher über etliche Geistliche/ indem der Reichenaw zugehörigen Klö- sterlin Ober-Bollingen am Zürcher-See in dem Schweitzer- land/gesetzt ist worden. Betrachte/ wie der Allmächtige GOtt für die Seintgen jederzeit habe gesorget/und alle meistens von Jugend auf in seiner einmahl ertheilten Gnad habe erhalten. Achmein OamLscens! wie grosser Trost ist es einer Gott-liebenden Seel/wann sie von Jugend auf in der Forcht GOttes erzogen / sich keiner schwären Suno bewust/ GOtt von Hertzen kan dienen; Deren hingegen vtl/ welche venneynen/ es töne keiner Geistlich werden/ Er habe dann zuvor die Welt versucht/ darmit sie aber meistens den Heiligen Orden ver- schertzen / oder Ihre Seel also bemacklen/daß sie immer unrühig müssen leben ; Ligt hiemit vil daran / daß die Kinder in der Forcht GOttes und guten Künsten aufferzogen werden. 0-milceriL ! Wie hast du dein Jugend zugebracht? oder mit was für Eyffer und Reinigkeit der Seelen hast du dein Stand angetretten? Hast du zuvor durch ein rechtKtndliche Beicht/ mit einem stetsten Fürfatz deinen liebsten HErren und Gott nicht mehr/ auch wenigster läßlichen Sund zu beleydigen/ dein Seel gereiniget? Item / hast du den Heil. Ordens-Stano also angenommen/ als mästest du sterben/ und als ein wahres und schuldiges Schlacht- und Brand-opffer geschlachtet/und GOtt dem All- machtiaen alsobald in mitten deß Feurs aufgeopss rt und verzehrt werden; das ist: Ob du dich Gott dem HErren mit Leib und Seel unter das süsse Joch der Heiligen Religion gantz ftey- wtllig also gefangen habest ergeben/ daß du nach Anordnung GOttes und aller derjenigen/ die dir vorstehen und mit dir leben/ könnest gebraucht und angewendet werden zur Ehr GOttes und Gutem deß Klosters/ als wie gethan der Heiu Kiemr». forgfallig suchen/ und vermeynen/wir tönen llicht andächtig allein / und in dem Verschloßnen unser Gebett und gute Merck verrichten / es müs- sens dann andere auch wissm UNd sehen. Mein vamsscena! wann dn dein Gebett oder anders gutes Merck verrichtest/ thust du selbiges / daß du irr Wahrheit woltest/du wärest im Verborgen/ und daß dich niemand als G-Ott und dein lieber Schutz-Engel thäte sehen? oder er fahrest du nicht zu Zeiten/daß du von den Menschen abgesondert / und in dem Verborgen nicht so eysserig und andächtig als in ihrer Gegenwart deine Merck verrichtest ? Sind dergleichen innerliche Antrieb nicht ein Zeichen/ du suchest.nicht pur die Ehr Gattes/sonder beyne- bens auch das Lob der Menschen/und hiemit ein eytele Chr? Betrachte zum Anderen/Weilen öLeimLäu» nichts als pur GÖtt allein / und seiner Seelen Heyl gesucht/ habe Er sich auch fttner Göttlichen Vorsichtigkeit garch und gar ergeben/ die dann für Ihnne dergestalten gesorget/daß Sie Ihme zu Seel und Leib an allen nothwendigen Dmgen Vorsehung gethan. Wisse hin- gegen/mein OLMLlccnL ldaß mer neben GOtt was anders suchet/ habe Er was Er wolle/fty Ihme alles zu wenig/ Er könne nicht ersamget werden/und trachte allzeit nach mehreren. OiiMLlccnL! Bist du nicht offt und vil gar zu sorgfältig? bekümmerst ou dich mit Martha nicht zu Zeiten mit ollen Dingen / da du doch mit Maria und Mein- rado der; besten Theil köntest erwählen? wann du in einem solchen Stand lebst/daß du für deine Leibs-Nahrung nichts muss sorgen/oder aber/wann du dich nicht weiters als der Heil. Gehorsamb schaffet/in andere Beschälst nmst einlassen. Seye hiemit dir selbsten nicht feind; lebe von äusserlichen Geschafften müßig/ und arbeite in und mit GL)tt/ Von dem Heil. Märtyrer Meinrad. 8 z GOtt / du thuest nachmahlen was du wöllest. Etttschliesse dich heüt mit Metnrado dem Geistreichen Vatter/ für das Zeitliche nicht mehr zu sorgen/ sonder gantzlich der Göttlichen Vorsichtigkeit dich zu überlassen. Betrachte Drittens den grossen Trost/welchen diejenige G-Ott- liebende Seelen empfangen / die sich gantz und gar/ohne einzigen Ausmahln seiner heiligsten Für-- sichkigkeit und Willen überlassen. Gedencke was grossen Trost Meinradus werde empfunden haben/ alsKhrtstus IEsus in der Gestalt eines siben-jährigen schön undhell-glantzendenKna- bens mitJhme das Brevier und kin Verß umb den anderen gebettet/und nach Vollendung dessen mit einanderen geredt; wie solches seine eigne Ordens-Brü- Her/die Jhnne einesmahl Heimb- gesucht/gesehen und gehört/das Gespräch aber nicht verstehen mögen. - A meittOamzIcenL! wieüber- fliißiq ersetzet G-Ott alles tau- sendfaltig/was man wegen seiner verlast. L)der aber/was vermeinst du? warumb haben so vil in ihrem Gebett/oder in der Einsame Ihrer Kellen keinen Trost/und warumb redet G-Dtt nicht mit Ihnen durch innerliche Einsprechungen/als weil sie Ihre Lonverlstion gar zu sinnlich mit den Welt-Menschen suchen/ und mit ihren Gedancken mehr an die Kreaturen als an GL)tt anschafftet sind. In was für einem Stand bist du ? Oamalce- ns! wann du gantzlich mit Mein- rado von den Kreaturen entblöst lebst/wird sich dein li.bsterIEsus auch zu dir nahen/ mit dir betten / mit dir leben/ und mit dir sterben; aber du bist villeicht noch weit von diserVollkomen- heit. Der dritte Punct. g^Etrachtc/wie der Heil.Mein- radus so grosse Gaben und Gnaden GOttes durch vilfal- tige Streit und Anfechtungen habe erworben/ sonderlich die Er etwan erlitten von den bösm ' Geifteren/welcheJhmesichtbar- lich erschienen/fürnemlich eines- mahl/wie Er selbsten geoffenbah- ret/den 12. Zchrill/ an deme sie Jhnne in grösser Menge und abscheulichsten Gestalten vom Morgen umb z. Uhr an/biß umb 6 . Uhr also gequalet und gepla- get/daß Er gantz matt und müd L 2 mit 84 Betrachtung mit aufgespannten Armen dtse antze Zeit aufdem Boden ligen- er gestritten/biß endlich in seiner äussersten Noth und Verlassenheit ein Engel von dem Himmel kommen/ der die Höllische Geister verjagt / Ihnne gecröst/ und von allen ferneren Versuchungen der bösen Geister be- freyt und versichert. Ach mein l)smLscen3 ! wie Vil haben die Heilige GOttes aufstehen und leyken müssen / und wie vollkommen habeliste Ihnen selbsten und allen .Kreaturen nrüssen abgestorben seyn / biß sie mit sonderbaren Gaben und Gnaden von GOtt sind gewür- diget worden; und wie vil sind leyder/die in allem Unflath der Sünden gelebt/oder aberIhnen selbsten selten einen Abbruch gethan/und nur nach Ihrer Sinnlichkeit gelebt haben / und dise bilden Ihnen ein/wann sie etwan die ein oder die ander morr,6ca riol, geübt/ GDtt werde gleich mit Ihnen reden/oder einen Engel senden/und grosse Geheimb- npssen offenbahrcn. Ach! wie wissen solche arme lind unvoll- konme Seelen gar nicht/ wessen Geists sie sind/und m wie armb- seeligetl und gefährlichen Stand sie leben! Betrachtc/daß nachdeme Mein- radus 25. Jahr in diser Einöde heilig zugebracht/ hab Gott Ih- me emesmahl unter wahrendem Heil. Mef-Opffer geoffenbah- ret/ daß Er noch selbigem Tag von zweyen Mörderen werde gerödtet werden / zu welchem Kampff Er Ihne auch gestarckt/ und zu deme Meinradus/ zwar nicht ohne Widerstand der Natur/sich nach dem EpempelKhri- sti auch gantzlich in Willen Gottes rctiZmrt/ und seinen vorhabenden Streit GQtt/ Mari- der allerseeligsten Iungfrawen / deren Er sonderbahr zugethan wäre/ öcneäiÄo seinem heiligsten Vatter/und anderen Heiligen möglichisten anbefohlen/ darailf Er seinen Feinden ent- gegeii gangen / sie freundlich ge- grüst/ nut Sperß und Tranck/. und einer heylsamen Lehr erquickt; von denen Er aber nichts als grosse Undankbarkeit empfangen / indem sie Ihnne hart geschlagen/ das Haupt mit einer tödtllchen Wunden verletzt/ und endlich bey der Gurgel ergriffen und erwürgt. Erwcge also/ mein vam-scenz ! die absonderliche Gnaden / die GL)tt seinem getrewen Diener am Von dem Heil. Märtyrer Meynrad. 85 am letzten Tag seines Lebens er- wrsen; dan Erstlich hat Er Ih- me sechsten / und nicht durch ei- mnEngel seinen Todt offenbahren / und Ihnne zum bevorstehenden Kampff stärcken wollen. Zum Anderen habe Meinradus/ auß An trieb der sinlichenNatur/ sich nicht verborgen / oder geflohen/sonder habe nach dem Exempel Ehristi durch ein wahre Übergab seines Willens in Wil- lenGL)ttes gesprochen: Nlcht mein / sonder dein will geschehe. Drittens / seye Er mit Christo von dem Gebett aufgestanden/ seinen Feindet! hertzhafft entgegen gangen/freundlich gegrüst/ und von Ihnen sich fangen und halten lassen. Vierdtens/Habe Meinradus mit Christo für seine Feind gebetten/und sie ermah- net / daß sie nach begangener Mordthat alsobald die Flucht sollen nehmen / damit Ihnen nichts Übels thäte begegnen. Fünfftens/ seye Meinradus mit Ahrtsto JEsu zwischen zweyen Morderen eines schmertzhassten Todts gestorben/ und hab sein Slel ausgeben in die Hand seines Erschaffers und Erlösers ; von deine Er mit dem dreyfachen Krantzlin der. .Iungfrawschafft der Lehrer und Märtyrer gekrönt/zu den immerwährenden Himmlischen Frewden seyen uf- und angeriommen worden. Endlich betrachte/ Wie hoch die gantze Kirchen Gattes / und sonderlich das liebe Deutschland disem Het!.Martyrer Memrado verbunden/der durch seine hohe Verdiensten und grosse Liebe/ die Er zu der seeligstcn Iung- frawen Maria getragen/ von Christo JEfll dise grosse Gnad erlangt/daß Er mit vilen Heilten nnd Himmlischen Geisteren egleitet/vondem hohen Himel in sein Kapellen gestigen / und selbige zu Ehren seiner liebsten Mutter / und zum Trost so viler tausend armer Sünder Btschoff- lich eingewyhen und mit Gnaden erfüllt/daß keiner/der dises Drth iNltAirdacht besucht/ ohne sonderbahreGnad und Seelen- Trost wiederum!) darvon reise. Mein Oamsicens! wünsche disem grossen Heiligen zu seiner Marter-Aron/ und darauf erfolgenden Himmlischen Glory hertzlich Glück / bitt für alle die dahin walfahrten/ und befleisse dich auch ein wahre Liebhaberin Martr zu seyn/gehe offt in das Innerste deines Hertzens/ er- L z spräche 86 Betrachtung spräche dich darinnen mit JEsu/ darauß mache/und du hie zeitlich erzeige allda seiner liebsten Mut- also lehrnest JEsum und sein ter alle Kindliche Liebe/Ehr und Mutter ehren/ daß du auch Jh- Andacht / damit JEsus Ihr rer Glory dorten in der Ewig- liebster Sohn disedeinHertzens-- keit dermahleinist mögest theil- Kapellen mit seiner Gnad auch hasstig werden, emweyhe/einen Tempel Gottes Betrachtung Auf das Fest der Heil. Jungfrawen und Martyrtn Agnes. Der erste Punct. Teile dir vor Augen das auf öffentlicher Gassen Ihren j keusche Lamb Agnes / das sein Liebe ossenbahrte / und selbi- dreyzehen-jährige Töch- ae durch allerhand köstliche Ver- terlin/mit wievilenGeistlichen sprechungen zur Gegen-Liebe Gnaden es von G-Ott seye be- anreihen wolte / hat die keusche gabt gewesen. Jungfraw den verliebten Buh- Berrachte / daß Agnes durch ler mit einem heil. Unwillen und Betrachtung deß bitteren Ley- Heroischem Gemüth von sich geben und Sterbens Khristi JEsu stossn / und gesagt: Weiche von in der Liebe Gottes also hab zu- mir du Hollen- Brand; du Stachel genomen / daß sie durch das Ge- der Sund; du Aergcrnuß - Stein - lübd der Keuschheit mit Khristo du Speiß deß Todes. Sie hat JEsu vermahlet/ weder mit vil- zumahlen mit sehr furtrefflichen faltigem Liebkosen/noch mit vtl- Lob-Sprüchen die herrliche faltigen Drohungen von Jhme Schönheiten und schöne Herr- möchte abgesondert werden. Ja ltchkeitenIhres allerliebsten Ge- als der Sohn deß Statt-Vogts sponsert gelobt und Herfür ge- Lymplieoni, . welcher sich sehr in strichen, die Schönheit Agnetis verliebt/ Erstlich verwundere dich/über die Von der Heil. Iuugftawen und Martyrirr Agnes. 87 die AllmachtShristi/welcher diß dreyzehen - jährige Töchterlein mit solcherWeißheit undStarck- müthigkeit begäbet/ daß sie wohl nntdemApoftel hatkönen sagen: vermag alles indeme/dermich stärcket; (b) dann gleichwie wir nichts vermögen ohne die Gnad G-Ottes/also vermögen wir mit derselbigen gestarckt/ alles. So muntere dich auf/ o-ms scens ! und erinnere dich öffters deiner Unvermögmheit / bitte G-Ott umb seinenBeystand und Göttliche Gnad/und glaube daß du mit selbiger gestarckt / eben dasjenige werdest können thuen/ was Agnes gethan. Und so du etwa« einen Widerstand von deinen bösen Begierden erfahrest/ iverde nicht gleich klemmü- thtg und verzagt/ thue deiner Natur einen Gewalt an / und höre nach dem Exempel Agnetis nicht an das Liebkosen ungleichen Geschlechts/sonderlich wan die Keuschheit in Gefahr stehet; trag große Sorg zu dem köstlichen. Schatz der Jungfraw- schM/dann du weist wohl/daß em Werb/welches keinen Mann hat/und ein Iunafraw ist/Sora muß tragen für das / was deß HCrrn ist/und daß sie muß heilig seyn- am Leib und am Geist, (c) Erinnere dich ein wenig/wie du bißhero beschaffen seyest gewesen ; wie ftarckmüthig du habest gestritten und überwunden/ ob du nicht gleich einer thorrechten Jungfrawen/die ohne L)ehl und ohne Liecht der Liebe GDttes? Bist du also villeicht nicht gantz armbseelig/ kalt und law gewesen ? bist du nicht jeder Anfechtung unterlegen/ und hastGOtt beleydiget? Sag also mit Job zu deinem HErrn und Gott: (ä) Ich hab gcsnndiget / und wahr- hasstig übertrettcn / uird hab nicht empfangen / wie ich wehrt wäre. Mißbrauche nicht die Güte und Barmhertzigkeit Gottes/damit Er dich nit in seinem Zorn über- eyle/und nicht mehr kormest Büß thuen. Zum Anderen verwundere dich über die Barmhertzigkeit uno Freygebigkeit Gottes/mit deren Er sonderlich der Heil. Agnes ist vorkomen/und sie mit grossen Gaben und Gnaden srfüllt/ Krafft deren sie dapffer und Heroisch gestritten/und fürtreffliche Dlgendwerck geübt. Mein Diim-scena! weilGdtt kein Annehiner der pcrsohnen ist/ sonder in allen Völckeren / wer Ihnne 88 Betrachtung Ihnne förchtet/ t»nd thut dia> Gerechtigkeit/ der ist Ihme ange- nchnu (c) So habe auch du das Vertrawen auf GOtt / werde nicht kleinmüthig/ weniger verzage/und glaube feftiglich/ daß Er dich nicht werde stecken lassen in deiner Nichtigkeit und Unver- mögenheit/sonder Er werde dir Gnad und Starcke mittheilen dasjenige zu thuen / was dein Stand erfordert / wann nur du deiner Seits nichts wirft ermangle» lassen / und Gott umb sein Gnad anrüsten und bitten. (z) In Vira. (k) pkilipp. 4.V. iz. (c) i.cor.7.v. )4. (6) )).v. 27. (e) io. v. )4. Der andere Punet. tV^Errachte daß der Statt-vogt ^das äusserste Mittel habe an- ewendt/ die Heilige Agnes von em Katholischen Glauben abwendig zu machen / indeme Er sie in ein öffentliches Frawen- Hauß hat führen lassen / allda aeschandt zu werden; der Engel deß HErren aber hab Sie der- geftalten versorget / daß alle keusch und retn/und Gott lobend von Ihren seyen herauß gangen/ allein deß Statt-vogts Sohn/ der sieh gantz ungebührlich verhalten/seye von dem Engel Gottes geschlagen / zu den Füessen Agnetis todt dahin gefallen/ denne die Heil. Agnes auf viles Bitten deß Gottlosen Vatters/ und aller der Seimgen / wieder zum Leben erweckt. Mein Oamalecl.L! weilen die Tyranen wüften/daß die.Christliche Iungfrawen und andere fromme Weiber/lieber die aller- erschröcklichlste PeW und Marter thaten leyden/als in öffentlichen solchen Hausseren geschäti- det zu werden. Gedencke / was so vil tausend fromme Seelen für grosse Schmach/innerliches Hertzleyd und Schmerlen müssen erlitten haben/ als Sie un- keüschen Böcken übergeben / biß in den Todt von ihnen geschändet/ die Gnad nicht haben gehabt/ als wie Agnes / daß Sie durch übernatürlichen Gewalt waren erhalten worden. Wan du / mein L)LMLlccr>2 ! einen etii- zigen keüschen Blutstropssen in deinem Hertzen hast/trage mit allen angefochtnen fromen Seelen ein hertzlichesMitleyden; der Heil. Agnes aber wünsche Glück und erfrewe dich mit Ihren/für so grosse von G-Ott empfangene Gnad. Ach Von der Heil. Iungfrawen und Martyrin Agnes. 89 Ach OrmLscens! wie verhaltest du dich/wann du etwan in ein Gefahr gerarhest / daß die Keuschheit soite Gefahr leyden? Hast du ein hertzliches Abscheu- hen von deme/ daß nur einen Schein der Unzucht hat ? weitest du von Hertzen lieber alle Peyn leyden / als das wenigste wider die Reinigkeit begehen ? Ach wie weit sind viler Weeg von dem Weeg fronier und keuscher Seelen! Bcheryige zum Anderen / wie der Engel deß HErrn den Sohn deß Statt-vogts mit dem Todt so hart gestrafft/ weil Er diß keusche Lamb Viechisch wolte anfallen/ und sich Fleischlich versündigen. L) wie vilen ist er- aangen/wie disem armen Tropften / haben aber die Gnad nicht aehabt/daßsie wieder zumLeben/ Büß zu thuen/waren aufenveckt worden? unter denen gewesen die unglückselige Ertz-Bischöff ^äozu Magdeburg/und krön. ooniu; zu Trier / deren der einte von dem Heil. kkurmo durch das Schwerst/ der andere von einem Engel bey seiner Metzen an der Taffel sitzender/ sind getobt und umbgebracht worden. Sollest du/ l)rw.Atccna ! wider deinen Stand ein einzige Fleischliche Sund begehen / kan dir begegnen/was Visen und noch vilen anderen widerfahren. Ach vLMLlcenL! hüte dich/ fliehe und halte nicht Stand/wann du das wenigste merckest/und fürchte allzeit/es möchte dich G-Ott an der Stell straffen. Endlich bcheryige/ wie sorgfältig Ahristus der HCrr seine Ge- sponß durch einen Engel und Schnee-weissen Kleyd habe versorget/ und beschützet. Wann du dasDeinige wirst thuen/wird dich GOtt nicht lassen fallen. Erinnere dich der Heiligen ke- neäiÄi, krLncilci, 'I'bomr V0N /^quin, LLkkLeinrevoN 8cnir Und Viler tausend anderen/welche alle groß sind gemacht worden / weilen Sie durch Streckten und Kampffenihre Jungfrawschasst erhalten. Ach mein DLMLkccnL r villeicht hast du noch keine so grosse Gaben und Gnaden bey GOtt verdienet/weilen du dich noch nicht in den Dörneren umb- geweltzet; in dem Schnee und Eiß-kalten Wasser gebadet; init den Fürsten der Finsternuß sicht- barlich gestritten / inrd nach deinem Vermögen solchen Anfechtungen widerstanden. Wann M du 9o Betrachtung du dich in dem wenigsten schuldig weist/ erniedrige und schäme dich von Hertzerr vor deinem keuschen Gesponftn Christo JEsu. Der dritte Punct. ZiGnes nach ihrem Todt mit ^einem Schuee-weisien Lamb- Im an der Seiten/ und mit vilen Heil. Jungftawen begleytet / erscheint Ihren betrübten Eiteren/ tröstet selbige / und sagt: Be- weynet mich nicht als ein Verstorbne / secht ich lebe / und ist mir wohl bey diser holdseligen Gesellschafft; Nunmehr hab ich denjenigen erlangt/denne ich auf Erden von Hertzerr geliebt/und nach deme ich so grosses Verlange hab gehabt. Mein vLMLkenL! durch dises Lamb gibtKhristus JEsus aber- nnrhlen zuverstehen/ wie angenehm Ihme seye gewesen die Jungfrawschafft der Heiligen Agnes. Ach mit was firr grosser Reinigkeit hast du deinem Liebsten gedienet ? Liebe nicht die Ausigelassenheit/das überflüßige Geschwätz / ungeistliche Sitten und Gebärden / so wohl in dir als in anderen / an denen dein Liebster so grosses Mißfallen tragt. Zmn Anderen erwöge/ daßob- wohlen Agnes erst dreyzehew Jahr alt / hab Sie doch durch Ihre inbrünstigeLiebe so vilver- drent/daß GQtt unterschiedliche Miracul durch Sie geübt. Liebe und diene GDtt mit einem eysse- rigenHertzen/undzweiffle nicht/ daß dtch GQtt nicht auch wunderlich werde erhalten; du hast zwar wider keine Tyrannen zu streitten / aber die Fleischliche Väterlichkeit/ Zorn / Hoffart/ Zagheit und Faulkeit sind grosse Feind / wider die du zu streitten hast. Ach mein ! mache dermahleinist dein gefaste Kesolukion frömmer zu leben/ werckstellig. Drittens betrachte/ daß Ooa- tt-n ti- ein Tochter Kaysers Lon- ttanrini , vil habe gehört von dem grossen Wunder der Heiligen Agnes/zu deren Grab Sie sich auch gantz krancklich und voller Wunden begeben / nicht zweiff- lend / Sie werde die völlige Gesundheit erlangen / die auch erfolget/als Agnes Ihren erschienen/ und gesprochen: Lonstanr,-, vergiß deines Nahmens nicht/ umbfang beständig den Christlichen Glauben/ durch welchen alle deine Wunden in disem Augen- Von der Vmnahlung Maria und Joseph. -r genblick werden gcheyltt werden. Mein vrmLsccvr! Gleichwie Lontt-mriL durch dise wunderliche Genesung beständig ein Jungfraw verblieben / und irr dem Guten biß an das End zugenommn/also entschliesse dich auch in dem GlNen biß an das End zu verharren ; dann du weist wohl/daß nach Meynung deß Heil. Orexorij alles Gutes vergebens und umbsonsten / da- fern du in demselbigen nicht blß an das End verharren wirst; 0) und wann du erligst/ehe du zum End gelangest / auch alles umbsonsten werde seyn; dahero hat GQtt dem Moyst befohlen/das Viech sambt dem Schweiß zu opfferen/ darmit Er dich lehrt alles Guts mit standhasstigem End zu vollbringen. Ach wie vil sind über das Meer geschiffet und an dem Port ertruncken; wie vil haben ihr Leben mit Tugenden und Miraclen scheinbar gemacht / und sind in ihrem Sterbstnndlin gefallen und zu Grund gangen / allein der biß ans End verharret/wird stetig werden; (b) So würcke dein Sees ligkeit mitForcht und gitteren/ (c) wann du deine gute Vorhaben wilt werckstellig machen. Romme mein vamasccna! offt zu dtser Heiligin; erspiegle dich in ihrem Leben; lehrne von Ihr alle Reichthumb verachten; ab allen Wollüsten deß Fleisches ein Abscheühen tragen ; allein die Schönheit Khristi JESU inn- brünftig lieben; für deine Feind GL)tt bitten/und selbigen guts thuen / und in allem Guten biß an das End verharren. (s) l..i.IVIok2l.c.4O. (b) klaub. L4,v.iz. (c) ^ä?kiljpp.r. v.ir. Betrachtung Auf das Fest der Vermählung kiLLiL und Josephs. Der erste Punct. Etmchcc/wie MARIA von dem dritten Jahr Ihres die AllerseeligsteIungfraw Alters biß in das vierzehende in M 2 dem -L Betrachtung dem Tempel deß HLrren ein. fromm-heiliges Leben habe geführt; mit wie grosser Andacht und hohen Betrachtungen / und mit wie heiliger Meynung Sie Ihre Merck und Hand-Arbeit habe verrichtet; wie vil innerlichen Trost / Himmlische Gesicht ter und Dfenbahrungen Sie von dem Heil. Geist habe empfangen/ und wie grosse Gemeinschafft Sie mit den Heil.Englen habe gehabt/von denen Sie mit Himmlischer Speiß ernährt ist worden. Vlüeichtbist du/mein v-tMLlcc- DL! in deinen jungen Jahren GL)tt dem HErren auch aufgeopfert worden; aber biß auf dise Zeit/wie hast du dich deiner Seits in deinem Thun und Lassen ; in deinem Gebett; in deinen Geistlichen Übungen / Betrachtungen und Hand-Arbeit verhalten? hast du dich dadurch auch fähig gemacht grösserer Gaben und Gnaden GOttes/ als wie Maria und vil tausend andere Heilige GOttes/welche in ihrer Kindheit GOtt zu dienen angefangen / ihre Unschuld biß in das Grab erhalten / und ihr Leben mit grosser Heiligkeit beschlossen. Lasse dirs hertzlich leyd seyn/wann du noch ein unruhiges Gewissen haft/und nicht recht from bist; entschlösse dich. absonderlich dasjenige zu verbesseren/ was deiner Seelen zum meisten schadet. Maria die Heil. Jungfraw / ist in Ihrer Einsame so hoch in Tugenden gestigen/daß Sie würdig worden ein Mutter GDttes zu werden; Die gröste Heiligen, haben auch das Fundament Ihrer gross» Heiligkeit und hohen Wurden in der Einsame gelegt/ von deren du aber villeicht nicht gross Wissenschaft hast/ und hiemit auch schlechte Liebe zu derselbigen/und folglich geringe Vollkommenheit und Heiligkeit. MeinOLMLsccns! wann du der- mahleinist recht from wilst werdet!/ liebe die Einsame/und lehr- ne dich in selbiger recht erkennen. 2«pie Heil. Jungfrau) in dem 14. Dhr Ihres Alters / nach Gewohnheit anderer Töchte- ren/ die in dem Tempel erzogen worden/ solte verehlichet werden/ die Priester deß Tempels aber nicht billich zu seyn ver- meynten/daß eine mit so grossen und hohen Gaben und Gnaden/ und mit dem Gelübd der Jung- frawschafft von GOtt begabte Jung- Von.der Vermahlung Maria und Joseph. 9z Jungftaweinem sterbliche Menschen/vermittels deß Ehestands/ solle unterworffen werben/ haben Sie sich entschlossen / damit Sie in difer fchwarenSachuicht thäten irrgehen/den Göttlichen' Willen durch das Gebett zu erforschen. Mein vamslcenL! IN allen dei-> nen wichtigen Geschässten. seye nicht zu gäch;erwege deine Sa-- chen mit guter Vernunfft und? gutem Rath / undkanst du dir sechsten nicht helssen/pflege anderer verständiger frommer Leü- then Gutachten; undvermeynst du/daß auch dise dir nicht gnug- samb helffen können/bitte G-Ott inbrünstig / daß Er dir helffen wölle. Absonderlich in Veränderung deines Stands/ ruffe Gott an umb seinen Beystand/ und sage mit Samuel dem frommen Knaben: Rede HErr / dein Rnecht höret. (3) ^)der aber mit dem eyfferigen Paulo: (b) HErr/ was wüst du / daß ich thun soll? und zweiffle nicht/daß Gott dich nicht werde erhören/und zu deinem Hertzen reden/was du thun sollest/ oder/ Er wird wenigst andere erleuchten / was sie dir rathen sollen; du must aber in deiner Bitt verharren/und nicht kleinmüthig werden / wann du nicht gleich erhört wirst. Zu vifem End/so bald der Hohe Priester in den Tempel komen/ hat Er ohne Verzuä von dem Drth deß Gnaden- Throns ein Stimm gehört/ daß alle auß dem Hauß und Stammen Davids / so deß Ehestands fähig/ ihre Stäb vor den-Altar sollen darbringen / dessen Stab aber/ wie deß Aarons/ wurde auß- schlagen und grünen / und auf dessen Spitzen der Geist deß HCrren/unter der Gestalt eines Täubleins sich wurde sehen lassen/demselbigen soll dieIung- fraw vettrauet und vermählt werden; welches grosse Gluck den frommen Joseph getroffen/ deme die Braut alsobald zuge- Khrt und versprochen ist worden. Betrachte/ daß obwohlen der Heilige Joseph auß Königlichem Stammen gewesen / werten Er sich aber auß hertzlicher Demuth nicht geschämbt ein Handwerck zu treiben/und mit seiner Hand- Arbeit sich zu ernähren / ja eben darumb/als bey diser Ausamen- kunfft so vil Adeliche/ fürnehme und reiche Jüngling erschienen/ Er sich auch auß Demuth in M z einen 94 Betrachtung einen Winckel gestellt / sich unwürdig achtend / daß Er das Glück solte haben die Braut heimbzuführenzhabe GOtt dise liesse Demuth deß Heil. Josephs angesehenzdaß sein Stab gegrü- net/auf dessen Spitz der Heilige Geist in Gestalt einer. Schneeweißen Tauben erschienen/und Er mit Visen schönen Lugend- vollen Töchterlein vermahlt ist worden. Mein vLMLlcen»! Maria ist wegen Ihrer Demuth ein Mutter GOtteszund der Heilige Joseph wegen seiner Demuth ein Gesponß Maria und Nähr-vat- terChristi JEsuworden/ und du wirst ein Kind GOttesz und zu allen guten Sachen tauglich werden / wann du von Hertzen demüthig wirst seyn; im Wide- rigen was kan man guts von dir hoffen? So erforsche dich / wer du seyestzund lasse dir leyd seyn/ wann du nicht bist / die du seyn sottest. (a) l.kex.z.v.lo. (k) Dcr andere Punct. HrEtr.rchre/ daß nachdeme die ^Vermahlung ^ n > ^ lind Joseph in dem Tempel an einem scnderbahren L)rth durch gewöhnliche .Ceremonien gescher hen/habe Joseph seiner Gesponß einen Ring/als ein Pfand unl> Zeichen derLtebe undTrewdar- gereicht; wie wir auch lesen/daß JudaS der Thamar seinen Ring zu einem Pfand gegeben habe; (») und werde der Ring so Joseph seiner Jungfrawlichen Braut Marine soll gegeben ha- ben/anoch zu Peruß im Welschland in der Kirchen deß Heil. I^urcntjj in höchsten Ehren gehalten und verehrt. Mein vLmglccnL! Nicht Joseph allein ist dise unschätzbare und grosse Gnad gegeben wor- den/mit Maria der Mutter JC- su sich zu vermahlen / sonder es hat sich auch der fromme Heil. LencäiHmcr Lcimunciu», Et'tz- Blschoff zu Santelberg z mit Maria als semer liebsten Braut vermahlet/ deren Er einen güldenen Rillg / darauss das Ave Maria geschrieben ware/an den Finger gesteckt; Er hat auch selbsten dergleichen einen ftäts angetragen. Wir lesen auch/ daß der Mutter deß Heil. ko- bcsri die allerseeligste Jnngfraw mit eitlem güldenen Ring an der Hand offt erschienen seyez und Sie mit disen Worten angeredt Von der Vermahlung Maria und Joseph. 95 habe: knALi-ijir k Ich will das dein Sohn / den du noch in deinem Leib trägst / mir mit distm Ring vermahlet werde / welches auch geschehe» / da K oberm» in den^Ordendeß Heil. kenectiLti ist gangen. Noch vil andere haben dise Gnad gehabt / welche auch dir/mein v»m»lccn»; nicht versagt ist/ wann du ein from- rein-JirngfrawlichesHertz wirst haben; Bist du aber villeicht nicht irr solchemheiligenStand/ lasst doch dasHertz nicht stucken; Dann ist Maria der Juugfrawen also angemhm gewesen der Nurg jenes jungen Ballspielers/denne Er von ftelnbder' Liebe empfangen/ aber bald darauff in einer Kapellen an einen ausgestreckten Finger Ihrer Bildnuß an- gesteckt/oaß sie alsobald den Finger sawbt dem Ring/ gleich als durch lebendige Nerven an sich gezogen / und darmit Ihme anzeige» wollen/ daß Sie noch vtl- mehr sein Hertz verlange / welches Er auch vollzogen; die un- keusche Liebe verlassen; dasGe- lubd der Keuschheit gethan/und mit Maria der Mutter der schönen Liebe sichvermahlt/kanst du ebenmäßig hoffen/wann du von Hertzen alle unordentliche Liebe zu den Kreaturen wirst fahren lafstn/daß diser heiligsten Iung- frawen lieb und angenehm werde seyn/ wann dll dich mit Ihren wirst verlangen zu vermahlen. So ernemre heut dein Liebe und Bmldtmlß mit Maria deiner liebsten Mutter und Gesponsert. Betrachte / daß Maria schon niger der Heil. Iostph/deme Anfangs schwär fürkommen / mit Maria sich zu verehlichen und zu vermahlen; nach welcher Vermahlung aber / als beyde Theil Ihr Vorhaben geoffen- bahret/ habest wohl Maria als Joseph auf ein neues das Ge- lübd der Keuschheit gethan/ nnd zu vechanm ve^pr^herr; Wer welche Iultgfrätvliche Ehe sich mein Hell.Vatter kobenu, verwundert/ und gesagt: (b) Himmlische und nicht indische Ehe/weilen beyder Eheleüthen Leben und Vermahlung gantz Himlisch/und beyder Ehepflich- trge Liebe der Heilige Geist gewesen ist. Mein Dsmasceris lDbwohlen bist zwo Heiligste Persohmn sich mtt dem Gembd der Keuschheit 96 'Betrachtung heit verbunden/ und nach dem Fleisch keine Kinder erzeuget/ jagen doch die HH. Vätter/ daß zwischen Ihnen ein wahrhaffte Ehe gewesen seye / und darumb werden in dem Heil. Evangelio der Heil. Joseph ein Mann Maria/ und Maria ein Gemahlin deß Heil. Josephs genambset. Wir börsten keines Weegs zweiss, len / sagt auch jener Heil. Natter/ ( c ) daß nicht Maria das Ga» crament deß Ehestands habe em- pfangen/und doch darbey den Vor» say der Iungfrawschafft nicht ge» ändert habe. Dist Iungfrawliche Ehe hat bey vilen keuschen Seelen so vil vermöcht / daß Sie sich in dem Heil.Ehestand keusch und Iung- frawlich verhalten. Neben vilen anderen sind nit die letzte gewesen der Gottsförchtige Grass Elzearius/ und sein Fraw Del- phina; der Heil. Kayser Hen- rich der Ander/ und sein Kune- gundis/die nach Absterben ihres Herrn/ ein Heilige Lencdittmcr Kloster-Iungfraw gestorben. Ein solcher heiliger Ehestand ist gefährlich/und soll den Welt- Menschen nicht leichtlich gerathen werden / und anfänglich zwar nur von Zeit zu Zeit / biß sie erkennen! von GDtt darzu beruffen zu seyn. Dich betreffend / bist du villeicht auch mit dem Gelübd der Keuschheit verbunden / und mit IEsu deinem liebsten Gesponsen vermählet; aber gedencke Erstlich/wie wock und heilig du in disem Iung- frawlichem Ehestand bißhero habest gelebt. Zum Anderen/ rathe keinem in der Welt Lebenden/daß Er ohneGutheissen seines Beichtvatters das Gelübd der Keuschheit thue; und so ers je thäen will / nicht änderst als von einem hohen Fest zu dem anderen; dann nicht alle Antrieb/ die gut zu seyn scheinen/ von dem Heil. Geist herkonien; Halte also dich so wohl gegen dich selbsten/ als gegen andere, sehr behutsamb. (a) 6en., 8. v. r8. (b) ln blstrk. c.l. (c) k^icliärä. L §. l.Lurenr.Ub. f. 6e l.su<1. Virg. c.i. Der dritte Punct. NEtrachtc / daß das meiste/ was Maria durch Visen Hey- rath empfangen / seye aewesen/ daß Sie nicht als ein Ehebrecherin von den Juden seye verstei- niget worden ; an dem Joseph einen trewen Beystand habe gehabt/ Von der Vermahlung Maria und Joseph. 97 habt/derJhr und Ihrem liebsten Kind Khristo JESU gedie- net/ Sie ernährt / erhalten/Md in unterschiedllchen gefährlichen Misten beschützt und begleitet rc. Dingegen seye Joseph der arme Ztmmerman durch dise Ehe sehr hoch gestigen / indeme Er über- komen die höchste und fürnehm- sie Braut Himmels und der Erden/ nemblich Mariam / welche war ein Tochter GOtt deß Vatters/ ein Mutter G Ott deß Sohns/ und ein Gesponß deß Heil. Geists; indeme Er worden ein wahrhaffter Ehe- Mann derjenigen / welche da war ein Königin Himels und der Erden. Maria ist worden ein Fraw aller Gesthöpffcn/ sagt Ormsscenur, da Sie ist worden ein Mutter dessen/ der da alles auß nichts erschaffen hat. Noch höher ist Joseph ge- stigen/indeme Er ist worden ein vermeinter Vatter undNährer Khristi JCsu ; und indeme Er nit allein ist worden das Haupt diser grossen Königin/ die Ihren gantzen Schatz deß Hertzens Jh- me gantz freywillig hat darge- geben / sonder noch über das ein Herr ist worden deß Sohns deß allgemeinen Monarchens aller Geschöpften; deß Königs der Königen; deß Herrschers der Herrschenden/un ewigenSohns GOttes selbsten/ ist Joseph mit so vilen Gaben und Gnaden/ und so hochem Gewalt aufs höchste gestigen / und hat das Beste darvon getragen. weilen dise Ehr pur und allein durch den Heil. Geist gemacht ist worden/ ist Sie auch allerseits ohne einzigen Mangel sehr glückseclig/ ja oieAUerglück- seeligste gewesen. So wünsche Maria der allerseeligsten Jung- frawen Glück/ daß Sie erstlich mit dem Heil. Geist vermahlt/ den Sohn GOttes enipfangen/ und ein Mutter Gottes ist worden; Daß Sie zum anderen mit dem Heil. Joseph vermählt/Jh- me hat zugebracht das köstliche Heyrath- Guth / denne unter Ihrem JungfrawlichenHertzm verborgenen Göttlichen Schatz Khristum JEsum / von deme so wohl sein Jungfräwltche Mutter Maria als Joseph sein Jung- fräwlicher Nähr-Vatter also sind bereichet/ gebenedeyt / und gesegnet worden/daß Sie beyde in dem Himmel über alle andere pure Kreaturen sind erhebt und erhöcht worden. So erfrewe dich/ mein vamz. N scens! 98 Betrachtung Irena»lmd wünsche auch dem Heil. Joseph Glück/daß weil Er ist worden ein Man» Maria/ und ein Nähr-Vatter Khnsti JEsu/ jetz rn dem Himmel von Gott feinem liebsten Pfleg-Kind also geehrt wird/daß Er als wie Maria sein Mutter / alles vermag. So bitt dise zwey mächtige Himmels-Fürsten Mariam und Joseph / daß Sie dich auch unter Ihren mächtigen Schulz wollen auf-und annehmen; vor allen bösen Anfechtungen bewahren/ und in der Stund deines Absterbend nicht verlassen rc. Betrachte / mit was für eitler Meynung du seyest Geistlich worden/und dich mit JEsu deinem gecreutzigten Heyland habest vermahlet? Bist du als wie Marra und Joseph gestigeu zur hohen Dignitat und Würden eitles Köntgs/ und hast du biß- hero über deine Begierden ge- herrschet/ und solche der wahren Vernunfft und dein Vernunfft GOtt gantz vollkommen unter- worffen/ daß du llichts anders gesucht und gewölt / als was GL)tt wlll? dlß wann du gethan/bist du worden ein Mutter JEsu/und folglich einRegentin Himels und der Erdell; es wird auch Joseph dein Gesponß seyn/ daß du itl Tugenden immer wirst wachsen und zunehmen können. T) mein DLlNLtccnä lwteglück- seelig blst du/wann du diel) rn sol- chem heiligen Stand befitldest/ der dich versichcrt/daß der Heil. Gelst dich in das Lwster habe geführt/und dein Seel mit deinem liebsten gecreutzigten JEsu habe vermahlet. Sag deinem grossenGottdemüthigstenDanck für dise so grosse Gnad / die so vil tausend anderen versagt ist worden / und daß Er dich in solchem giückfeeligen Stand biß an das Etld deines Lebens wolle erhalten ; Bitt zu disem End Mariam und Joseph / daß Sie bey GOtt deine Fürbitter wollen seyn. Von dem Heil. Ech-Bisch-ffJlöephons. 99 Betrachtung Auf das Fest deß Heiligen Ertz-Vlschoffs Ildepkonlr. Der erste Punct. "slUplionlur in der Statt loie- selbigen nicht erlangt haben. Du ^ ro durch Mari« Fürbitt von sitzest zum anderen/ noch vilmehr reichen und fürnehmen Eltereu Khristen / Geistliche und Welt- Lrcpkilno und L-Ucia erhalten llnd liche / welche der unglückseeligen gebohren/hat sein Jugend zwölff Ewigkeit ztilaiiffen/ weil sie nicht Aahr lang in Lehrnung der Tu- allein kein wahre Lugend haben/ gend und freyen Künsten unter sonder noch über das sträflicher der Zucht deß Heil. ll-ctori Ertz- als die Heyden mit ihrerWissen- Bischoffen zu Seviba. zugebracht, schafft vil Übels stifften; Dann Betrachte / wie alle Wissen- woher komm alleKetzereyen von schafft der freyen Künsten ein der Zeit derApoftlen biß aufheü- lautere Eytelkett/ und nur zu tigen Lag/ und wer thut selbige grösserem Verderben führe/wan verfechten und beschützen/ als selbige nicht mit der wahren Tu- gelehrte Männer ? Wer gibt so gend und Fromkeit deß Lebens vil und grosse Aergernuß / und begleitet werde; dann wissen daß man so kalt und law in der blaßct auf/ jagt Paulus (a) aber Welt und in den Klöfteren Gott die Liebe crbawct. Stelle dir demHErren dienet/als derjenige erstlich vor Augen so vil Welt- grosse Haussen gelehrter Män- weiße furtreffliche Männer der ner / welche höher achten ihre EmundblrndenHeydenschafft/ Wissenschafft als die Lugend/ welche von Jugend auf dem und dahero mehr dem Menschen Studieren sind ergebet: gewesen/ als GL)tt begehren zu gefallen, und doch auß Mangel der wah- Und wer unterdrückt die Wahrten Tugend und Liebe GDttes/. hett/ und flösset Recht undGe- . dem Himmel nicht gefallen / und rechtigkeit über einen Haussen / ° N 2 presset ivO Betrachtung presset und unterdrücket die Ctn- sättigen und Armen/ als die Weisen und Mächtigen diser Wett? - Ach mein vam-ttcena! Die Fromkeit und die Tugend soll aller anderer: Wissenschafft und freyen Künsten weit vorgezogen werden. Der frome und weise -Paulus sagt: (d) wann ich mit Menschen- und Engel- Zungen redte/und wann ich weissagen könte/ und wußte alle Gehcimbmiß/ und alle Erkandtnuß/ die Liebe aber nicht hatte / so wäre ich nichts. Eben dahin zihletauch der fron:e undGeistreiche Serien: (c) Was hilfft dich hohes oilpurierenund reden von derHH. Dreyfaltig- keit/so du dieDemüthrgkeit nicht hast/darumb du dann derHH. Dreyfaltigkeit mißfallest^ War- hafftig/ hohe Wort machen einen weder heilig noch gerecht/ sonder Tugendsames Leben machet den Menschen GOtt lieb. Ich will lieber / daß ich New und Andacht in mir empfinde/dann daß ich könne sagen und außle- gen was New seye. Köntest du die gantze Bibel außwendig/ und aller Weltweißen Scribenten Red und Spruch/ was hülste dir dises alles ohne die Liebe und Gnad Gattes? Es ist gantz, eytel / ja Gsselkeit über alles ey- tel / ohne GOtt lieb haben / und dem allein dienen. Das ist die höchste Weißheit / durch Ver- schmähung der Welt sich zum Reich der Himmel richten und wandten. Erinnere dich/ ob du dise bißhero wohl habest ergriffen / oder ob du dich nicht auch zu Zeiten deiner Wissen- schafft oder Hand-Arbeit habest erhebt / und vermeint/ besser und geschickter als andere zu seyn? und das auß Mangel der Demuth und wahren Fronikeit. L) mein vLmalceaL! wann du verlangst recht getröstzu leben / befleiße dich allerersten der Tugend/und sonderlich derDemuth/ und nachmahlen der Wissen- schafft und schönerHand-Arbeit/ die alsdann wohl wird stehen/ und d:ch weit in den Himmel hinauf erheben. ( 2 ) i. Oor. 8. v. i. (b) i.Cor. iz. v.r. (c) Qib.r. c.i. öe lmirat. Der andere Punct. AEtmchtc/daßobwohlen I16e- wegen seiner grossen From- und Geschicklichkeit vor der Welt in grossem Ansehen hätte können leben/lMbe Er doch von VondemHeil. Ertz-Bischoff Jldephons. ivi von der Tugend und Liebe Gottes angetrieben/ mehr die Ruhe der Seelen und Vernichtigung seiner selbften/als die Hochachtung und Ehren-Aempter gesucht/cheßwegen hab Er sich m das ^ßalicntische öcnc6iLtinel-- Lloster verborgcn/seye aber nach Absterben seines Herren Pr»la- tens von seinen lieben Mit-Brü- deren bald wieder Herfür gezogen/und wider seinen Willen auf den Leuchter der Abbteylichen Würde gestellt/ und nicht lang hernach von der gantzen Alerisey und gesambten Volck gar auf den Crtz-Bischofflichen Toleta- nischen Stuhl erhebt worden. Auß diftm sitzest du / mein va- mascens! was grosser Nutzen/ Ehr und Glory erfolge/ wann einer neben der Geschicklichkeit mit grosser Fromkeit begabet/an- deren vorzustehen würdig geftrn- den werde. Glaub mir/ o-mr. tceri^! das; du mit grosser Gefahr der Seelen ein Ampt oder andere Verrichtung thuest verwalten/ wann du selbiges gesucht; dann dtß verlangen/ wie geschickt du auch darzu bist/ ist schon ein gnugsames Zeichen/das; dir das Fundament der Fromkeit und Demuth abgehe ; Und sitzest du an anderen disen Mangel/ sündigest du eben so wohl/ wann du ihnen/ wie tauglich sie auch sonsten sind/zu eirrer Bcfürderung hülf- fest/sonderlich wann durch Sie Seelen sollet: regiert werden/ die nach ihrer Arth die Lugend meistens nicht hoch halten; rc. Bedencke diß wohl aufeiner und auf der anderen Seiten / und mache dirs zu Nutz. Benedeye deinen liebsten JEsum/ der/ was Er so vil Witzigen diser Welt verborgen / seinem demüthigen undgetrewen Diener iiäcpbonio geoffenbahret/ und selbigen auß dem Koth seiner Nichtigkeit heraus gszogen/ und gesetzt auf den Thron der Ehren. Betrachte zum Anderen / daß weilen Häcpiionlur scholl ittMut- terleib der allerseeligsten Jung- frawen Mayr für Etgenthumb aufgeopffert/und in der Andacht und Liebe zu derselbigen auffer- wachsen / habe Er auch derselbigen Jungfrawlichen Mutterschaft wider die Ketzerei) tlcivi- chi, welche gelehrt / daß sie llicht allzeit em Jungfraw verbliebet:/ mit seinem güldenen Mund und Jungfrawlichen Feder dergestal- ten beschützet/ daß Er darmit Spanien gesäubert / die Ketzer N z ver- ror Betrachtung verjagt / und die gantze Katholische Kirchen erleuchtet. Es ist nicht zu zweifflen/ es seyen zur Zeit deß Heiligen Hä-- pkonli vil Liebhaber Mart-e gewesen / doch seye an From - und Geschickltchkeit keiner gefunden worden/ der auß Antrieb und Liebe zur Jungfrawlichen Mutter/ so vil Muhe und Arbeit/und so vil Leib - und Lebens - Gefahr auf sich hab genommen/als wie Il^cs)lioniuz,der nicht gestatten wollen / daß jemand solte glauben / Maria habe sich nach der Geburth Khristi mit Joseph ehelich vermischt / und andere Kinder erzeuget. Mein OELlccnL! Du hast wider keine Ketzer zu streuten/ und glaubst auch ohne Zwerffel mit der gantzen Katholischen Kirchen/ daß Mar;a ein Mutter Christi/ und allzeit ein Jungfrau) verblieben; aber erneuere heüt wiederum dein Liebe zu di- ser deiner Jungfrawlichen Mutter ; opffere dich derselben gantz für eigenthumbllch auf/ und glaube festtglich / daß Sie die Erste gewesen/welche durch cm Gelübd Ihre J ingfrawschafft GDtt dem Allrnachtigen ausize- opssert/in dersclbigendm Sohn GOttesentpfangen ulid geboh- ren/ und ein Jungfraw allzeit verblieben ftl-e. Und dise Wahrheit zu verthättgen / sag Man- der Jungfrawlichen Mutter/ daß wann du schon diß zu glauben nicht schuldig wärest / doch mit Ihrem getrewen Diener Häcpkonlo von Hertzen gern alle Mühe und Arbeit wollest auf dich nehmen/ja fürs grösteGlück woltest erkennen/wann du für die Ehr deiner liebsten Mutter töntest sterben / als wie Zacharias derVatter deß Heil. Johannis deß Taufftt-s/welcher nach etlicher Meynung deßwegen von den Juden ist getödt worden/daß Er gesagt/ Marm die Mutter Khristi JEsu seyezumahlen ein retne Jungfraw gewesen. O) Zweiffle nicht/ mein vLMLiccnL daß Maria dein liebe Mutter dise Kindliche Liebe nicht für genehm werde halten. (a) karr)? in Hnnor. r.keb. Der dritte Punct. (AEt-rachtc/ daß wegen discr ^grossen Kindlichen Liebe Uäc- pkonli der gantze Himmel ein Frewd habe gehabt / und d.eorz- aiL die Martyrin und Patronin zu Toleto/ als ein Abgesandtin deß Von dem Heil. Ertz-Bischoff Zldephons. des; Himmels/sich deßwegeksauß Ihrem Grab erhebr/und m Gegenwart deß Königs k.eccrvv>c- tk, mw alles Volcks/ die Hand Iläcpkonü ergriffen/ und gesagt: Durch dich/Ilcie^bonse, lebt unstr Frau,. Halte für gewiß/ v-»maicens ! daß wann du Mariam von Her- tzen wirst liebcn/darrnit alle Heilige GOttes werdest erfrewen/ und dir günstig machen. Betrachte ferners/daß weilen Ilclepkonius in der Liebe gegen Mariam. noch nrehr entzündet/ das Fest der Erwartung der Jungfrawltchen Geburth auf den 18.Tag Khrist-Monats eingesetzt/seye Maria selbsten mit schönstem Glantz umbgeben/uud vondenShören derEnglen und HH. Iungfrawen begzeiret/ von dem hohen Hunmel abgestigen/ und habe disen Ihren lieben und getrewen Diener mrt einem schönen auß dem Himmel gebrachtm welßen Meßgewandt/so noch zrr Ovwcio aufbehalten wtrd/beloh- net/und gesprochen: weilen du die. Reinigkeit deß Hertzcus nnt einem eistcrigen Glauben und inn- brunstiger Liebe die Iungstaw- schafft behalten hast/und die Mci- nigc beschützt/will ich dich mir einer IOZ Gab deß Göttlichen Schatzes/ lind von meiner Hand dich mit dtscm Glorwürdigen Llcyd zier en / auf daß du dich an meiocn Fest- Tagen mit dcmjelbigcn bcklcydcst / und brauchest. Aist mein siLmascenL s werden diejenige/die Mariam ehren/IH- ren .fälligen Nahmen / Gaben und Gliaden groß rnachen / nnk dergleichen Hinilischen Kleyde- ren geehrt rmd angethan; welches neben vüen anderen sonder- Uch eiffahren der Hell. konirur derArvermscheBrschoff; Simon Stock der Aarmelit; Bernar- dus der Alstercienser - Prälat; mit^hnw bjorbcrlu8,Oominicur, und Lcnrriu,, die Ihre Drdells- Kleyder auch von Maria empfangen ; Unzahlbar vil andere haben andere Gaben und Gnaden erlangt/und ist keiner (solle Er auch der grösteSünder seyn/) denne Maria nicht habe oder werde belohnen/ wann Er Sie Mahlen recht wird geliebt haben. G mcmDLMLlcenL! Wie klein ist bißhero gewesen dein Liebe/ und wie gering deine D.ienst/wel- che du MariE der Jungfrawli- chen Mutter erzeigt; du darffst ja selbige gar nicht vergleichen IO4 Betrachtung mit der Liebe und Inbrunst solcher eyffertger Liebhaber; so kanst du noch vil weniger von Ihren hoffen und begehren dergleichen sonderbahre Ltebes-Zei- chcn/so vergnüge dich / wann du wirst können seyn ein Diener oder Dienerin Marir; dann biser dienen/sagt Anselmus/(-) ist so vil als herrschen; und für Ihre Dienst verpflicht mögen gezehlt werden/tst mehr als Königlich/und mehr als ein Königin seyn. Gedencke also offc an Mariam; rede gern von Ihren in Gegenwart anderer/und opf- fere deine Merck gern auf zu Ihrer Chr und Glory. Und weilen Sie allen Ihren Liebhaberen versprochen endlich das ewige Leben/so kan ketn rechter Liebhaber Mari- verlohren werden. Bitt auch dise dein liebste Mutter/daß Sie dir in deinemSterb- stündlein zu Hülff kommen / und dich nicht verlassen wölle; dann hat der Hell. Lkrylollornur gesprochen/ daß Cr mächtig beängstiget wurde/wann Er nicht wußte die Zuflucht zu Maria; Gedencke. was dir armen Sünder oder Sünderin begegnen wurde/wann dir dir/ von Maria verlassen zu werden / müssest förchten. So thue dann nach dem Exempel viler anderen/ die Ihr letztes Sterbstündlein täglich Marir anbefehlen/und solt es auch geschehen nur mit einem Heil. Ave Maria; dann wisse/ gleichwie ein Kind/ nach Meynung deß Heil. Anselnn / nicht kan leben ohne Säug-Amb/also kan keiner haben daö Heyl ohne Maria. Gedencke noch über das/ wie der Hell. Iläcpkontur durch dise Wunder-Ding nicht seye hoch- müthig worden / obwohlen Er ein sehr grosses Ansehen und Hoch-achtung deßwegen von männiglichen bekommen/ sonder habe nur desto demüthiger und eyfferiger für die Ehr GOttes und Marix/ und für das Heyl der Seelen die überige kleine Zeit seines Lebens zugebracht/ darfür Er den Lohn der Himmlischen Glory empfangen/den 2g.Ien- ner umb das Jahr 667. nachdem Er 9. Jahr 2. Monat das Ertz-Btßtbnnib reaiert / in dem 60. Jahr seines Alters. Auß disem sitzest du/daß sich keiner soll erl)eben/wan Er was Guts gethan/weilen durch einen anderen noch vilmehr Guts hätte geschehen können; Es sotten auch Von der Bekehrung deß Heil. Pault. 105 auch unsere Werck mit solcher das Hoch-Ampt singt/und solts Demuth und Eysser geschehen/ auch der Ektz-Bischofs selbften als hatten wir noch niemahlen seyn/über Tisch bette. Die An- etwas Guts gethan. Lebe also/ dacht zu der Mutter GDttes wie du das Exempel hast in dem hat Er auch in dem gantzen Kö- Heil. Häcpkonlo , so wirst du nigreich ttiipamr eingepflantzet/ auch durch Mari-e Fürbitt den deren zu Ehren über achtzig tau- Himmel erlangerr. send Kirchen und Bett-Hausser Mein OLMÄtccnr ! Haltt für auferbawet worden. Kanst du gewiß/daß diser Heil. UcneMÄi- so vil nicht thuen in dem Werck/ ncr und berühmte Ertz-Bischoff erwecke aufs welligst ein Bk vil mrd hohe Ding gethan / und gierd zu allem deme /''und thue ist merckwürdig/daß auß seiner was du kanst. Ich will auch Anordnung noch bis; auf den nicht Missten/ du werdest ins Herwigen Tag zwantzig arme künfftig ein grössere Liebe zu öi- Männer/ und zehen arme Wei- sem Heiligen trageir/und Ihntte ber mit Speiß und Tranck wohl unter deine liehe Patronen zehr gehalten werden/und Ihnen all- len. zeit derjenige Geistliche/welcher (2) vs LxcsU. 8. v. Betrachtung Auf das Fest der Bekehrung des; Hell. Pault. Der erste Punct. W^Etrachte Erstlich/wie Pau- ftöhrt; alles was Er nur wüßte/ h-ijAus in seinem Iudenthumb habe Er dem Nahmen JESU Mristum und sein Kirchen von Nazareth zuwider gethan/ sehr hart habe verfolget/wie Er vil Heilige in die Kercker ver- selbsten beengt/ (3) daß Er ein schlossen/mrd Ihnen das Urtheil Lasterer/Verfolger und Schma- deß Todts gebracht. In den her/die Kirchen Gottes über die Schuhten habe Er die frommen Massen habe verfolget/und ver- Ahrtsten gepeyniget/ gegeißlet/ L) und ls6 Betrachtung und gezwungen / den Nahmen JESU zu lasterertt Er hab über Sie über die Massen gewütet/ und biß m frembde Statt verfolget ; UNd da Man 8repbanum äesteiniget/ hab Er nicht allem darem verwilliget/ sonder so gar die Kleyder deren/dreIhn todte- ten/verwahret. Also habe der wütende und ungestüme Paulus auß falschem Eysser deß Hebrai- schenGeWes den Nahmen JE- sils gänlzllch außtilgen undauß- läschen/ia alle seine Schaffltn als ern gefräßiger und unersättlicher Wolff aufzehren wollen., Behertztge mein OamLscena ! wie vil nicht Welt-Metischen allein / sonder auch Geistliche seyen / welche von dem falschen Eysser angetrieben / unter dein Schern und Nahmen einer Tugend/rn der That aber ihre böse Begierden und Anschlag zu behaupten und zu erfüllen; dre Gerechten verfolgen; das Gute unterdrücken/imdalso in einer Gemein!) vil Übels und Unheyls anstissrcn und erwecken. Wisse/ mein v^malcena! daß solche Seelen mit Paulo nur desto mehr sich verltehren/und immer Liesser fallen/ jemehr sie ihrem strafslichen Eysser und bösen Begierden ein Färblin der Tugend wissen anzustreichen/umb sich bey anderen dardurch groß zn machen. Von dtsem Eysser/welcher/ wie der Heilige UcneMÄuz sagt/(8) vonGott scheidet/und zu der Höllerr führet / lasse dich nicht einnehmen und verfuhren ; lasse auß Antrieb der Hossart dein böse Natur nicht Meister seyn/ sonder lasse dich fein rühig führen von dem Eysser der von den Lästeren scheidet / auch zu G-Ott und dem Ewigen Leben führet. Dctrachre zum Anderen / daß nachdeine Paulus gantz ergrmr- met und verbittert wider die Jünger Khrrstr/von dem Hohen Priester' Gewalts-Briess empfangen/und schon nahe zu der Statt konnilen/ von dannenalle Khristcn/Weib und Manri/Jung urrdAlt gesanglich nach Jerusalem zu führen / hab Jhnne gahling ein Himmlisch Liecht umbgeben/daß Erzri Boden geworssen einSttm gehört: Paule / Paule/ was verfolgst du mich ? und indeme Er noch nicht wüßte/ was diß wäre/ habe Er gesprochen: HErr/ wer bist du? habe Er geantwortet: Ich bin IEsts den du verfolgest / es wird Von der Bekehrung deß Heil. Pauli. 107 dir hark fallen wider den Stachel hinden arißzuschlagen. Auf dise Stimm deß.HErren/ seyedas harte / verstockte und sündige Hertz Pauli also erweicht worden / und gleichstund zerschmol- tzcn/ daß Cr völlige Erkandtnuß und New und Leyd aller seiner Sünden erlangt / mit Zitteren und Schrecken als ein zu aller Straff bereitwilliger Ubelthäter gesprochen.' HErr/ was wilst dir/ das ich thuen solle ? HErr/sihe/ mein Hertz ist zu allem willig und bereit / mache mrt und auß mir/was deinem Göttlichen Willen gefällig. Neben vilen anderen guten Gedancken behertzkge abso»rder- lich die grosse Liebe Christi JE- su/ derselbsten seinem ärgsten Feind erscheinen/ und zur Besserung deß Lebens ruffen und bekehren wölkn / damit also kein Sünder/ wie groß Er ist/verzweifln/sonder gedencken solle/ daß wann Paulus ein solcher Verfolger Christi JEsu/ und aller seiner Jünger / von G-Ott Gnad und Barmherzigkeit er- langt/auch Er dise Gnad zu hoffen habe; Auchdu/OLMLlcenä! werde nicht kleinmüthig / wann du etwan gefallen bist; anerbiete dich mir Kindlicher New und Leyd/und sterffem Fürsatz/nicht mehr zu sündigen/alles von der Hand GDttes anzunehmen/ was Er drr Widenges werde zuschicken. Sag offr mit Zitteren und Schröcken/das ist/ mit berewtem dcrnüthigem Hertzen: HErr! was wrlst du / daß ich jetz ins künffrig thun sollet Über das gedencke/daß wann GDtt so gütig, gegen den armen Sünder/ und auch du vou G. verhärtet eüwcrc Hertzen nicht. Und daß auch du mein vamzsccna r nicht frömmer/und nicht schon ein grosser Heiliger bist / ist kein ander e Ursach/ als weil du nicht wilst/ oder nicht weist der Stimm G-Ottes mit Vernunfftzu gehorsamen. (a) ^6. c. 9. c. 22.öe c. r6. i. Lor. Is.v.9 i.lim.i. v. l). aci 6sl.i. v. iz. (k)Lsp.7r. Neg. 8. ?.L. (c) ?t. §4. v 8. Dctanderc Punct. s^Etrnchte Erstlich / wie der ^Herl. Paulus die Gläubigen und Junger Christi arrf zweyer- ley Weiß habe verfolget/ und Ihnen an Leib und See! vil Übels habe zugefügt. Erstlich dem Leib nach / indem Er Sie verfolget/ gefangen / gebunden/ in den Kercker gemorsten/ gestos- sen/ geschlagen / gegetßlet/ und auß dem Land verjagt. Zum Anderen der Seel nach/weil Er Ihnen rnit emem bösen Exempel iftvorgangen/und zu vilen Sunden und Lästeren angereiht/ in- denie Er Sie mit Gewalt von Christo und seiner Lehr hat abtrünnig machen / lind den Nahmen IEsu zu lästeren / und seine Jünger zu verfolgen zwingen wölkn/und darumb habe Christus zweymahl gesprochen: Paule / pmrlc / warumb vcr folgst du mich? Gleichwie aber die Seel vil köstlicher als der Leib / also sündige derjenige unvergleichlich schwarer / welcher der Seelen einen Schaden zufüge/als welcher dem Leib schadet; Ja der Heil.öecnzrclu! sagt/daß welcher seinen Nächsten zu einer Sünd anreihe / Christum den HErrn schwarlicher verfolge und beley- dige/als diejenige/welche Jhnne Weißtet. Dann sagt diserHetl. Vatter/hatHhristus sein Blut dargeben zu Erlösung der Seelen/so wird Er auch ohne Zweifel grössere Von der Bekehrung deß Heil. Pauli. 109 grössere Verfolgung von demjenigen leyden / der mit seinem bösen Exempel / Rath und That die Seelen verführt / die Er so theür erlößt/ als etwan von einem Juden der Jhnne gepeyni- get. Erforsche dich/mein OLmalccna! ob du nicht etwan ein Ursach seyest gewesen / daß dein Nächster gesündiget/ und GDtt den HCrren beleydiget / welches/ wanns geschehen/ach wie harte Rechenschafft wirst du geben müssen für so grossen/ den Seelen zugefügten Schaden? Und wie kanft du mit Wahrheit sagen/du liebest JEsum den Gecreützig- ten/waün du nur einetnzigeSeel die Er so theüer erkaufst / von Jhme abgezogen/ und dem bösen Geist verkaufst hast? Mein OamsscenL! Paulus Ware zwar sehr eysserig in demBösen/aber durch seinen grossen Eysser und Liebe GDttes/hat Er alles tausendfältig wieder ersetzt; Verbessere auch miLPaulo in dir und in anderen durch einen fromm heiligen Wandel/ mit Worten und gutem Exempel alles dasjenige/ was du Böses gethan hast. Betrachte zum Anderen / daß als der bekehrte Paulus gesprochen : HErr/was wilt das ich thun solle/ habe KhristuS der HErr nicht selbsten Jhme diel-cotion, und was Er thuen solle / vorgeschrieben/ sonder hab Jhnne in die Statt vamalcu, zu seinem ltebenJünger Ananias geschickt/ diser hat Jhnne wieder müssen sehend machen/ taufen/ unterweisen/ und lehren : Seche auf/ sprach der HErr/ und gehe m die Statt / da wird man dir sagen/ was drr thuen sollest. Gehe in dich selbsten / und erforsche dich/daß wann dich Gott etwan zur Besserung deß Lebens rufst/und daß du dtse oder jene Gelegenheit sollest meyden/ dise oder jene Tugend üben / ob du gleich mit Mund und Hertzen sprechest: HErr / was wilt/ das ich thuen solle. Und wann du auch also beschaffen / schätze dich gantz und gar nicht würdig/ daß G-Ott mit dir soll reden / oder durch einen Engel offenbahren / was du thuen sollest/sonder gehe hm zu seinem Jünger / zu seinem Diener/nemblich zu deiner Geistlichen Oberkeit/Prediger/ Beichtvatter/GcistlicheBücher/ und halte für gewiß/daß dise dir sagen und offenbahren werden H z den nc> Verachtung den Willen GOttes / wann du etwan ur eurem Zweifel bift/mrd urcht werft/ was du thuen sollest. Betrachte Drittens / daß Paii- lus zuGOtt bekehrt/ ohne einzige Forcht in- die offeiitliche (Lchuhlen/und wo das Volck zusammen komuretr/hllreür gangen seye/und öffentlich JEsum und sein Lehr geprediget habe; nnd alsobald/ sagt Lucas/ (a) predigte Er IEßim in den Schuhten/ daß dcrftlbig/deme Er zuvor als einen Ubelthater verfolget/ der Sohn GtSttes wäre ; Und das hat Er mit solchemCyffer/grosser Wetß- heit und Ärasst deß Geists ge- than/ daß sich alle elrtsetzten die es hörten / darumb sie auch gesprochen : Ist das nicht dcrstlbig/ der zu Icrnßrlein diejenigen verfolgte/ welche Visen Üluhmen an- rirsscen. Pauliis aber nahm je langer je mehr an Krassren zu/ und machte die Juden schamroth welche zu Damasco wohneten/ ittid bewahrte/daßdiferKhrlstus wäre. Daß abcr»dn/mcm l)LM3tcenL! nach der Heil. KtcäirLtion und Betrachtung/ nach der Heiligen Beicht und steiffcm Fürfatz dein Leben zu besseren / noch immer diejenige bist/ die du zuvor wärest/ glaube ich/ daß es kern an/ dere Ursach seye/alö daß du dich noch nicht von Hertzen bekehrt hast; Ist sich also billich zu verwunderen/daß dir nach so vil em- pfangnen Gutthaten nicht eyfe- riger/frömmer/und Gottseeliger lebest. Ach! wie wirds dich dermahlernist rewen und ängstigen/ daß du nicht frömmer karrst erscheinen vor deinem strengen Richter und HErreir. (a) ro. Der dritte Punct. HHEtrachte / daß obwohlen der Heil. Paulus nicht nach ge- meinelnLauffderbüsserrderrSün- der/nach und nach durch strenge Vußwerck zur Fromkeir und Heiligkeit deß Lebms gestigen ftye/sonder gahlmgundauf einmahl den Gipffel gröstcr Vollkommenheit erreicht habe; wie Er sich sechsten rühmt./ daß Er so gar in den dreyen Tagen/da Er zu Damasco weder aß noch tranck/(H biß in den dritten Himmel/lind in das paradcyß stye entzückt worden/ nnd allda verborgne Wort gchört/dic keinem tNenschcn geziemet zu reden / (b)und Khri- sttlö der HErr selbsterr zu dein Ananias gesagt: Daß Er Ihnne gemacht HI Von der Bekehrung deß Hell. Panli. gemacht zu einem außerwahlten Allgeil angesehen worden / sie die Gefäß / seinen Lahmen zu tragen empfangue Gliaden theür gnug vor den Hcydcn/ vnd vor den Lö» haben zahlen müßen; wie ersah- nigcn / und den Linderen Israel/ ren die allersteltgste Jullgfraw (c) habe doch Gott der Allmach- sechsten; Johannes der Tallffer/ tige diejenige Bnßwerck nndvll- uild eben Paulus der Apostel/ faltige Widerwärtigkeiten/ mit und ist also der Spruch iruieei welchen Er sich solcher hohen gantz wahr/der gesagt/das; man Gaben und Gnaden umb etwas für gewiß müsse halten/daß Gott hätte sollen fähig machen/Ihme seine Gaben und Gnaden ohne nicht geschenckt/ sonder nach sei- Ar eütz niemand lasse zukommen; ner Bekehrung selbige haufsig Beschicht es aber / daß eurer zugeschickt: Ich will Ihrne zci« durch die Widerwärtigkeit noch gen/ sagt Er / (ä) wie vil Er ley- nicht bewalMt / solche Gnaden den müsse umb meines Nahmens von Gott empfangt/ müssen doch willen; welches vilfältige Ley- selbige dltrch die Trübsaalerr Heden und grosse Anfechtungen/ ftättiget llnd probiert werden. Lreütz und Widerwärtigkeiten (r) Er nach der Länge erzehlr. (c) So erforsche dich / ob du etwas Und gleichwie keiner auß den leydest/ uild mit Paulo könnest Apostlen so hoche Gaben und . sagen : Ich casiexc , „einen Leib/ Gnaden von GL)tk erlangt/also und bring thn unter die Dlenstbar- hat auch keiner so vil erlitten und kcir/ ( ß) damit dir dich auch dnr- alißgestandem ^ dmch mögest fähig machen der- Meitt vLinzscena !Du erkenst jenigen Gaben und GtMden/ ja/ daß auß vil hundert tausend weiche dem Stand von dir erfor- Menschen kenrer gähling/ und dert/und GL)tt willig und bereit anf einmahl solche Gnaden von selbige dir mitzutheilen? Item/ GÄtt habe empfangen als wie ob du dir empchngue Gnaden Paulus/ und daß alle nach und G-Ottes durch die ivwstMorion nach durch vil Kreütz und Wi- und andere Widerwärtigkeiten derwmUgketten sich darzu haben erhaltest 2 oder aber/ ob du nicht fähig machen müssen/ oder aber/ vilmehr in dem Guten erfüllest/ wann sie von Gott mit Gnaden- hoffartig / kett/ aufgelassen / kalt IIL Betrachtung und law werdest/und also in dem Guten mehr ab - als zunehmest ? Du wirst dich ja auf ein newes entfchliessen/alles Wtderige von der Hand GOttes gern anzu- nehmen/ und den Tag deines Lebens gern zuleyden/aufdaß du durch die Gnad GOLtes from könnest werden/ und biß an das End froni verbleiben mögest. Endlich / stelle dir vor Augen nitPaulum allein/sonder auch pcrrum »^lsrism ^la^clalcnLM, , -Vncircam Lorünum , und noch vil andere mehr/ welche nach begangnen Sünden/ und einem liederlichen Leben gahling sich bekehrt / in demBußfertigen/strengen Leben verharret/ und grosse Heilige worden. Ach mein vLMLlccriL l WaNN wirst du dich also bekehren / daß du nicht mehr wirst zurück sehen/ sonder die empfangne Gnaden dir zu Nutz machen/ in dem Guten verharren / nicht mehr sündigen / und immer frömmer und heiliger werden ? Es Habensich alle Himmlische Geister erfrewet ab der Bekehrung Pauli/ und haltet die streitbare Kirchen noch jährlich mit Frewden das Fest seiner Bekehrung/ welche Kirchen auch mit allen Heiligen/son- derlich deinem Heil. Ordens- Vatter / und deinen Heil. Ordens-Brüdererr und Schwöste- ren sich wird erfrewen/ wann du dich von Hertzen wirft bekehren/ und in dem Guten biß an das End verharren. (a) lau!. Larrk.Sc alij. (l>) r. Lor. ir.v.r. (c) is. (c!) lk.v.rS. (e) r.Lor.n.v.r;. (f) In ViraSer, §sxa§. (g) i.Lor.A.v.ry. Betrachtung Auf das Fest deß H.Vlfchoffs und Märtyrers ? 0 l)'carpi. Der erste Punct. Etrachte Erstlich / wie Po- zu Schmirna verordnet / wegen iycarpus von Ioanne dem etlicher Zweifle» / sonderlich die Evangelisten zum Bsschoss Oesterliche Zeit betreffend / na- cher "Von dem Heil.Mchoffund Märtyrer Polycarpo. uz cher Rom vom Pabst ^nicero seyest jung oder alt/hast du aber unterwtsen zu werden / seye ver- etwan einen Zweiffel in einer reißt; darmtt Er uns ein Ezem- Sach / deiner Seeleir Heyl be- pel hinderlassen/daß ein jeder sich treffend/ seye fein demüthig/und soll befleißen / in deine was Er frage deine Oberen / oder deinen nicht weißt/ seinem Stand und Seelen-Vatter/was du nicht Beruf aber nothwendig / gern weist. Ist es aber ein Sach/ von anderen zu lehrmen/ und sich die dir sottest wissen / und etwan unterweisen zu lassen ; Dann schambst für so ungeschickt und sonsten wie wird ein Prediger/ unwissend angesehen zu werden/ Beichtvater und Seelsorger die wirst du desto grösseren Ver- Seimgen unterweisen / und sei- dienst haben/ wann du dise Hof- mm Stand ein Gnügen thuen fart überwindest / hingehest / fra- können / wann Ers nicht gelehr- gest / und dich für so unwissend litt/ und selbsten nichts weißt, lastest ansehen/und halte fürge- Und ein Novitzen- Meister / wie wlß / daß andere ab diser deiner wird Er seine angehende Novi- Demuth sich mehr werden auf- tzen zum Geistlichen Leben mit erbawen / als ab aller deiner Eyffer/ mit Olicrcrion und Be- Wistenschajst. scheidenheit können antreiben / sum Anderen / bist du in einem fuhren und lerthen/wann Er deß Stand / daß du anderer Seelen Geistlichen Lebens nicht berich- Heyl sollest vorstehen / und Sie tet/und selbsten niemahlen kein regieren/ erkennest aber in der guter Geistlicher gewesen/hiemit Wahrheit / daß du unwissend solle ein solcher das Ampt nicht und nicht gnugsamb / sollest du aufsich nehmen/oder/was Er dich nicht allein in ein solches mt weißt sich nicht schämen von Ampt nicht eindringen / sonder anderen zu lehrnen / und sich un- deine Oberen noch über das de- terwersen zu lassen / damit nicht müthig bitten/ daß Sie dir der- em Blinder den anderen führe/ gleichen Ampt nicht wöllen auf- (?) und beyde in die Gruben fal- erlegen; bekenne Ihnen einfallen/und also Jhme selbsten und tig dein Ungeschicklichkeit/ und anderen schade. widersetze dich eyfferig/wann du Erstlich/mem vLmrlceuL! du mit deinen Untergebnen nicht P wilt n4 Betrachtung. wtlt zu Grund gehen; dann wie wllt du anderen Steg und Weeg zeigen/die du selbften den Weeg nicht weist. Es sind über das dw Oberen schuldig wohl Achtung zu geben/daß Sie taugliche Seelen zu dergleichen Aemptern verordnen / solche nemblich/ sagt derHeil.scnc6lLtu8, (b) die ein gute Zeügnuß haben/ und eines hei» ligen Wandels sind / unter welche der Abbt leine Aempter sicher auß- theilen kan» Betrachte zum Anderen / daß obwohlen die Khrlsten in der Statt Rom sehr verfolget wurden / und die Ketzer Vslcnrim,, und kiLscion großen Anhang und Zulauff hatten / habe doch der Heil. Polycarpus allda wider sie mit Leib-und Lebens-Ge- fahr hafftig geprediget / Ihr Lasterhaffles Leben geoffenbah- ret/und die rechtgläubigen Christen wider dise Ketzer verhaßt gemacht/ und so gar dem Ketzer klLrcion, da Er auf öffentlicher Gassen ftagte/ob Er Ihn kente/ dörffen antworten: Ja/Er kenne den Erstgcbohrncn dcßTcüftels/ durch welchen seinen grosienEyf- fer Er vil Ketzer bekehrt/und ist wiederumb gen Schn»irna verreißt. Mein Damasten L l Halte für gewiß / daß diser Heilige nicht allem grosseBegierd habe gehabt die Ketzer außzurcüten/uud den Katholischen Glauben tu der gantzenWett elnzupfluntzen/son- dec habe schwäre und harte Verfolgung erlitten ; und was thust du für die Ehr GOttes? Wan du -e einen rechten Eyffer und Begrerd hast/fange bey dir an/ und mahn dich zu allererst an/ daß du GOtt gefallen mögest; Verlange nachmahlen gantz eyf- ferig/daß diejenigen/mtt welchen dulebst/GOtt von Hertzen dienen/alle Sünder sich bekehren/ und leyde mit grosser Gedult und Frewden was dir G-Ott Widerwärtiges laßt zukommen. (a) IVIairk. 15.v. 14. (b) 8.L.ex« c.ri. Der andere Punct. OAEtrachtt/wie der Heil. Polycarpus zur Zeit der grausamen Verfolgung/welche sich unter dem Käyser ^useUo^nrom- no und t-ucio Vero wider die Kirchen Gottes erhebt/sry sehr habe angenomen unlb das Heyl der Seelen/indeme Er sich nicht allein bemühet die Heyoen zu bekehren/ sonder fürnemblich die wan- Von dem Heil. Bischofs und Märtyrer Polycarpo. 115 wanckende und forchtfanre Ahri- lasset / auch eyfferigst angelegen ften zu stärcken / und selbige zu seyn; und bist du recht from/ verbergen / die eyfferige aber zerr wirst du ohne Zwciffel ein grosse Marter-Aron anznreilzen; Und Begierd haben/ die gantze Welt obwohlen Er selbsten ein grosse zu bekehren/ und in dem Werck Begierd habe gehabt / für den selbsten dich erstlich zu allerhand wahren Glauben zu sterben und klorciKcLtion undAbtödtung deß gemarteret zu werden / habe Er sinnlichenMenschens antreiben; sich eure Zeitlang/ auf Anhalten deinen Nächsten von dem Sünder Ahristen / verborgen / nicht digen abhalten; durch ein gutes zwerflend/der Eyffer deß Näch- Exempel zur Fromkeit anreisten Heyl znbefürderen/werde in tzen; die Trostlosen stärcken und solcher Noth dem Allmächtigen trösten/ und wirst von Hertzen G-Ott wohlgefälliger und an- wünschen/ durch die Gnad und genehmer seyn / als wann Er Beystand GOttes/mit aller ersieh selbsten zum Schlacht-und dencklichisten Marter umb die Vrand-Opsser wurde aufopffe- Liebe Ahristt IEsu willen ge- ren. marteret zu werden; und wann Mein VrmaloenL; Weilen/ du noch nicht also beschaffen bist/ wie du betrachtet / nach Mey- ach wie kanst du mit Wahrheit nnug deß Heil. viony 6 j. GOtt sagen / daß du IEsum den Ge- demAllmächtigen kein annehm- creützigten lieb habest/ und ein llchers^Dpffer als der Eyffer deß eyssertger Ahnst seyest ? Nächsten Heyl zu befürderen/ in Betrachte noch weiters / daß Bedencken/daß der Ewige Sohn obwohlen diserApostolische Jün- GOttes selbsten den Himmel ger offt und vil zum Todt ge- verlassen/und wegen der Seelen sucht/ zu Gutem aber der be- Heyl allein hab wollen außste- drängten Ahristenheit mehrten und leyden alles dasjenige/ mahlerr entrunnen/und jederzeit Aas dem ersten Äugelt- von einem Orth zu dem anderen blick ferner Cmpfänguuß biß an glück!ich entflohen / habe Er sich den stammen deß Areützes ge- doch zum Sterben willtglich urrd litteir/lo lasse dir disen Eyffer für mit Frewden dargebotten / als die Seelm/so vil dein Stand zu- Er eilresmahl in dem Schlaff P 2 von n6 Betrachtung'. von GOtt verstanden/ daßEr/ folte gemartert werden; dan die Soldaten/die Jhnne zu fangen ankommen/ empfienge Er mit fröiichem Angesicht/ und stellet Ihnen mit gröster Frewd und Liebe Essen und Trincken vor/ unterdessn aber rüstet Er sich mit eyfferigem Gebett zur bevor- stehenter Marter; und nachde- me die Soldaten wohl gessen und truncken/ haben sie den Heiligen Mann/wiewohl ungern und wider ihren Willen/ m dre Statt vor den Richter geführt. Mein OLmssccr;»! Stelle dir nicht allein vor Augen Visen Heiligen Jünger deß Heil. Apostels Joannis/sonder noch vil tausend aridere / ja alle Heilige GOttes/ welcher gröste Frewd und höchster Trost ist gewesen / die Vollziehung deßGöttlichen Willens. Dlscr allerheiligsteWtllen machte Ihnen lieb und angenehm die grausameste Peyn und Marter aller Tyrannen; alle Schmer- tzen deß Leibs; alle Verfolgung der Menschen; alle Anfechtungen deß Teüffels/und alle Verlassenheit und Armuth Leibs und der Seelen/ und wäre die Frewd bey Ihnen erst alsdan vollkommen/ wann GOtt Ihnen nicht geschohnet/und Sie mitSchmer^ tzendapsserheimbgesucht. Halte für gewiß / daß wir den Willen G-Ottes vil besser können erkennen in der Widerwärtigkeit als ui den Frewden und Wollüsten diser Welt/ und daß wann wir uns recht befleissen in allem dem Willen G-Ottes zu gehöre samen/mit allem unserein Areütz und Leyden gleichsamb in einer Kutschen ohne grosse Mühe und Arbeit daher fahren; Da hingegen andere / welche nicht recht und wohl in den Willen Gottes ncti Zni ert / Ihr groß - und schwa- res Lreütz mit vilem Verdruß und Beschwerlichkeit müssen zu Fuß nach sich ziehen und schleppen. Ach mein Dam-teens! wie ring und leicht wird dir in allem deinem Areutz und Leyden der Weeg zum Himmel vorkomen/ wann du warhafftig wirst suchen den Willen und das Wohlgefallen GOttes. Mit was für Frewd und Trost derSeelen PolycarpusdenWil- len GT)tteö vollzogen / und zur Marter gangen / ist leicht auß deme zu schlössen/daß Er mit so grosser Freundlichkeit scineFeind empfangen / und selbige mit so grosser Liebe gespeißt und ge- tranckt. Von dem Heil. Bischofs und Märtyrer Polycarpo.. 117 tranckt. Erforsche dich / ob du nicht hingegen dich betrübest/ oder gar diejenige verfolgest/und etwa» einen statten Unwillen wider sie fassest/ welche in dir vollziehen den Göttlichen Willen? Oder aber bist du noch so unwissend in der Schuh! deß Geistlichen Lebens/daß ou vermeynst/ es könne dir ohne Verhängnuß und Willen GOttes etwas Wi- deriges begegnen? Der dritte Punct. ALs der Tyrann den Heil. Bischofs mit Güte und mit Böse bereden wöllen/Khrtstum zu ver- laugnen/ und Ihnne zu schmähen/antwortete und sagte Er: Ich hab Thristo IEsu bey die sechs und achtzig Jahr gcdicncr/ in welcher Zeit Er mir kein Lcyd/föndcr alles Liebs und Guts erwistn/wie ist es dann möglich/ daß ich Ihnne schmähen könne ? Betrachte itt diftm starckMÜ- thigen Märtyrer die Klugheit der Schlangen / und zumahien die Einfalt dcrTauben/wie ver- nünssttcs Er bey sich hab überlegt d:e vrlsirtige von Gott empfang- ne Gaben und Gnaden/und wie Kindlich und schmertzlich Er hab empfunden/ einen so gütigen GOtt undVatter zu schmähen und zu lästeren. Dergleichen kluge Gedancken hat lang vor Ihme gemacht der fromme und keüsche Joseph/ da Er von seines Herren leichtfertigen Weib zum Ehebruch ist angereiht worden/ und gesprochen : Sihe! Mein Herr hat mir alles übergeben/ und weißt nicht/was Er in sci- nemHauß hat; es ist auch nichts das nicht in meinem Gewalt sey / aufgenommen dich / die du sein Weib bist /wie folc ich dann diß vbel thuen/ und wider meinen GL>tt sündigen ? (r) Ach! was kan gescheiders und klugers/ Kindlichers und einfaltigers von einer recht frommen Seel gedacht und geredt werden? Mein OamslccnL ! Erinnere dich nur oben hin / der Gaben und Gnaden/ so wohl deß Leibs als der Seelen/durch welche du biß auf gegenwärtigen Augenblick bist erhalten worden; und vorr wem hast du selbige empfangen ? Must du nicht bekenen/daß derselben unzählbar vil seyen/ und daß du sie von niemand als von dem allgütigen G-Ott empfangen habest? Ach! warumb bist du dann so undanckbar und so frech / und hast disen lieben P z GOtt n8 Betrachtung GT)tt und Vatter so osst und vil beleydrgen dörffeu? Ernidri- ge dich biß in den tteffisten Abgrund der Hollen; erwecke Hertz- liche Rew und Leyd / und mache dir bey allen Gelegenheiten einen steiften Fnrsatz/GÄtt den HEr- ren nicht mehr zu beleydtgen; dein Gemüth gleich zu GOtt zu erschwingen ; seiner grossen Liebe und vilfaltigen Gaben und Gnaden dich zu erinneren / und mit Kindlicher Liebe zu sprechet!: Ach! wie ist es möglich/ daß ich GOttbeleydigen könne/der mir den Tag meines Lebens so vil Liebs und Guets erwisen hat. Neben vilcn Wunder-Dingen die sich mit disem Heil. Märtyrer zugetragen/ist nicht das geringste/daß ein Himlifche Stim Ihnne gestarckt: biß gutes Muths / und vertritte Gottes Such düpsscr. Stelle dir vor Augen nicht dtsen Heil. Mann allein/sonder auch etwa» einen Moysen / Eliam / unzählbar vil Heil.Märtyrer und Beichtiger/ mit was für CyfferSie Gottes Sach vor den Tyrannen/ König und Kayseren vertretten / und durch kerne Dwhnngen/Verfol- gung/Peyn und Marter sich abhalten lassen/ und unerschrocken gethan/was GOttes Chr und der Seelen Heyl erfordert. Mir was für Dapsserkeit niinbst du dich an umb die Ehr Gottes und deiner Seelen Heyl/ bey dtser oder jener Gelegenheit/ da etwa» belade in Gefahr stehen? Ach! wte kalt und law gehet alles zu / und wte leichtlich lassest du dich von jedem Menschlichen Respect abschröcken. Als der Statthalter der! Heiligen von Ahnst» nicht möchte abwendig machen/ befilcht Er/ man solle den Alten eylends auf einen Scheitter-Haussen werf- fen/ und lebendig verbrennen/ zu deme der fromme Bischofs sich geschwind fertig gemacht/ und seine Kleyder ftlbsten außgezo- gen. Über dtß kanft du betrach-. ten die grosse innerliche Frewd/' welche Er gehabt / GDtt den HErren bald indem Himmel zu sehen/und Ewig zu gemessen/vor deme zu erscheinen du dir villetcht hassttg würbest förchten wegen deines kalten und lawen Lebens/ mit deme du Gott gedienet hast. Ach mein OarnascenL! wie vil ligt daran / daß wir GOtt fein von Hertzen dtencn/wie es diser Heil: Mann sechs und achtzig Jahr eysscrigst gethan. Endlich Von dem Heil.Vischoffund Lehrer IoanneShrysostomo. 119 Endlich hat sich diser Heilige Todt GQtt der HErr seinen ge- Martyrer auf dem Scheitter- trewen Diener geehrt/ und den Haussen als ein Schlacht-und beschafften Tyrannen zuschan- Brand-Dpffer mit eysserigem den gemacht. Gebett GDtt dem HErren auf- Bitt difen gross!n Heilige»/ geopffert; weil aber die Flamen damit du dich auch G-Ott dem wie ein Bogen sich krümbten/ HErren täglich mit Fremden den Hell. Leib nicht berührten/ könnest aufopfferen durch die Ab- und noch über das einen sehr tödtung deiner bösen Anmu- lieblichen Ger uch von sich' warf- thungen/und daß die inbrünstige fen / hat einer den Heüigen mit Liebe G-Ottes m dir auslösche einem Wehr durchstochen / daß das Feüer böser Begierlichkelt/ das haufsig herauß-wallende auf daß du mit deinen Gedan- Bluet das Feuer erlöscht / und cken stats mögest hinauf fliegen sein Seel den 26. Ienner im zu GOtt deinein liebsten Er- Jahr 169. gen Himel geflogen, schaffer und Seeligmacher» Mit welchem Wunderthatigen (a) oen. zp v. Betrachtung Attf das §cst deß Hcl BisthoffS und Lehms Ekr^loliomi. Der erste Punct. UNd ^ntbusa fümeh- O me und reiche Elteren/haben lorniiem zu ännoclua auf dise Welt gebohren; ivegen seines frommen Wandels ist Er gar jung/und durch Jhnne seine Elteren znmKatholifthen Glauben bekehrt worden. Wider den Willen seiner Elteren / hat Er nichc mehr als einen Diener zu seiner Aufwart haben und gedul- ten wöllen. Betrachte hiemit/wie lornncz ein Knab seye gewesen von ho- chem Verstand / und von GL)tt ein gute Seel hab bekommen/ (-») und rro Betrachtung und nichts als die Tugend und Weisheit hab geliebt. Insonderheit hab Cr auß Liebe der Demuth allen Weltlichen Pracht geflohen / indeme andere seines gleichen Schuhl-Gesellen sich von vilen Dieneren/ Er aber nur von einem einzigen sich hab wollen bedienen lassen. Auß disein sitzest du / meist va- mrlcena! daß wann GDtt einen Menschen zu seiner Chr/ und zu Gütern seiner streitbahren Kirchen aufden Leuchter will setzen/ wie Er Jhnne mrt allerhand Gaben und Grraden vorkomme/ und von Jugend auf geschickt und tauglich darzu mache/damit andere nicht haben / was sie an Ihnen tadlen können. Gedencke auch ein wenig zurück / wie du dein Kindheit von Jugend auf habest zugebracht; Btst du nicht der Eytelkeit gautz ergeben gewesen ? Hast du dich nicht schon in deiner Jugend deinen Eiteren und anderen/ denen du hattest sollen gehorsamb seyn/ widersetzt? Was ist es dann Wunder/ daß dich jejzt die Tugend so hart und schwär ankombt/ und selbige mit solchem Zwang erstreikten must? Erniedrige dich von Hertzen / und bitte deinen HErren und GDtt flehentlich/ daß Er dich von seinemAngesicht nicht verwertn/ (b) undsetnen Heil. Geist von dir nicht nehmen wölle/sonder noch über das mit dem fürnehmen Geist also wolle bestatten/damit du deinem Beruf mögest ein Gnügen thun/ und anderen / mit welchen du lebst/ mit einem guten Exempel könnest vorleüchten. Betrachte zum Anderen / Wie GDtt loänncM nach Absterben seines Herrn Vatters zu Athen/ dahin Jhnne sein Fraw Mutter zu studieren geschickt / durch sein Wohlredenhett / und Eyffer deß Glaubens / und daß Er durch setn Gebett^ttKcmium einen berühmten Heydnischen Redner/ seinen Widersacher/ denne Gott wegen seiner Gottslasterung gestrafft/ von dem Trüffel erlediget/und sambt noch vilen anderen zum Katholischen Glauben bekehrt/so groß und berühmt habe gemacht/daß der Bischofsallda Jhnne zu seinem Nachkömb- ling wolte haben und erklären. Auß disem sitzest du / mein Oa- mKccnr ! daß waljli der Mensch die erste Gnad GDttes recht braucht / selbiger nach seinen Krafften mttwurcket / irnd Sie durch 'Von dem Heil. Bischofs und LehrerJoanne Khrysostomo. durch kein Sund verschertzt/bald zu grosser Heiligkeit möge gelangen/ deren wir unzählbar vil Exempel haben/ welche biß in das fünffzehende / achtzehende/ und zwanzigste Jahr mehr Gaben und Gnaden / und grössere Heiligkeit von GOtt erlangt/ weil Sie in der ersten Unschuld verblieben / ihre böse Begierden bestritten/unvder Gnad GOt- tes mitgewürckt/ als etwa» an- dere/dte das sibenzigste/und noch mehr Jahr'erreicht / und ihrer Meynung nach / from und Klösterlich gelebt/aber ihre erste Unschuld mit Sünden bemacklet. Wie hast du deine erste Gaben und Gnaden Gattes in Ehren gehalten? Haft du selbige hochgeschätzt und dir zu Nutzen gemacht/ oder aber hast du auch schon in deinen jungen Jahren so offt und vil dich wider GOtt versündiget/daß du biß in dein hohes Alter daran wirst zn büs- sen haben/und ohne strenge Büß jene Heiligkeit nicht wirst bekommen/welche andere in so kurtzer Zeit von GOtt erlangt? Lasse dirs leyd seyn/und anerbiete dich GOtt und JCsu deinem Ge- crcützigtm zu allem deme/ was seinem Göttlichen Willen wohlgefällig ist. (a) 8. v.l-. (!,) P5;o.v.i;. Der andere Punct. gHEtrachrc wie Joannes/ nach- ^demeEr wieder zu ^nriociriL angelangt/und eine Zeitlang die Nechts-Händel der Armen vertheidiget/von Gott angetrieben/ alle Reichthum!) und Hochheit diser Welt habe verlassen/wider den Willen seiner Fraw Mutter und Verwandten in einen strengen Orden gangen / Geistlich/ und bald darauf gar ein armer Eremit und Einsidler seye worden. Halte für gewiß / mein vama- lccns; daß der armen Wittwen und Wäiscn sich annehmen/wie diser Heil. Joannes gethan / der vor Gericht umbsonsten derselben Advocat und Fürsprech gewesen/ein über die Massen grosses und Gott wohlgefälliges Werck seye; und weil wenig zu finden die solches thuen können oder wöllen/ deßwegen übersteige es weit den Verdienst deß gemeinen Allmusens / mit deme etwa» einer dem Armen zu Hülff kome; und dise Liebe gegen den armen -Q Witt- IL2, Betrachtung- Wittwen und Waisen hat Gott nicht allein in Göttlicher Heiliger Schrifft seinem Volck eysse- rigift anbefohlen/sonder es noch über das hart geftrafft/wann es sonderlich vor Gericht/dtse arme Leüth unterdrückt / oder Ihr Haab und Guth gewaltthätig an sich gezogen. Du hast zwar mit dergleichen LeüthenviUeicht nichts zu thuen/ und ligt dir nicht ob/lnrt den Armen umbzugehcn; aber ach wie vil stehen täglich vor deiner Thür von den verstorbnen Seelen ? welche weder Vattcr noch Mutter/wedcrFreünd nochVcr- ivandte/ noch einzige andere Hülst/ solider von manniglichen verlassen/ als arme Wittwen und Wäisen ihlien silbsteii lncht können helffen. Drser armen Seelen Advocat und Fürsprech seye du ins künfftig vor dem strengen RichterKhrlsto JEsu/ mid zahle für Sie durch ein Heil. Kommunion/ Heil. Rosenkrantz und Bußwerck/ was Sie jetzt nicht mehr vermögen zu bezahlen. S«m2lndcrcn/ gA« in dich selb- sten / und erforsche alle Winckel deiries Hertzens/ob du nach deinem Stand und Beruf mit Ioarrne alles habest verlästern ob dil recht freywillig armb seyest und nichts besitzest/au das dein Hertz angehässtet? Du weist ja/daß stmr Eremit G-Ott niehr habe Mißfallen w gen seiner Katzen/die Er unordenlich geliebt/ als Gregorüls der Grosse mit allen fernen grossen Ciukunstten/ an die Er fern Hertz nicht gehaff- tet/ und sich nicht hät betrübt/ wann der liebe GDtt Ihm selbige hätt genommeu/und in grösser Armuth härt leben müssen.. Ach wie fähig uud bereit wirst dir dich machen / grosse Gaben und Gnaden voll GÄt zu empfangen / warrn du von allen Kreaturen entblößt/ GDtt von Hertzeu wirst suchen ? Dchertzige Drittens fein W0lst die grosse Glückseligkeit Ioan- nis/und aller deren/welche nicht in die Klöster allein/sonder in dre enrsambste Derther sich begeben/ dorten GOtt ohne Verhinder- rruß derKreaturen recht vollkommen zu genießen/ und ihrer See- lerrHeyl abzuwarten; wie etwan sonderlich gethan der fronnne König David / welcher in seinen vilfaltigen Reichs - Geschafften offt nach der Einöde gescüffzet/ und wo Er nur kö»tte/sich dahin Von dem Heil.Vischojf und LchrerJoanne Khrysostomo. 125 begeben Sihe ich bin weit hinweg geflohen / und hab mich in der Mücstc aufgehalten, (a) Deme gefolget Karolus der Fünffte/ diser Äayser hat herrliche Sig wider seine Feind erhalten / und ist sehr Glorwürdig und glückselig gewesen / wie die gantze Welt weißt /- doch als Er sich aller Reichs-Geschafften ent- schlagen / l,nd zwey garrtze Jahr vor seinem Todt sich in die Klösterliche Einöde begeben / hat Er offt undvil bekent/daß Er in einem Tag in diser seiner Emöde niehr Frewd ulld Ergötzlichkeit empfarrge/als Er in seinem Äay- serthllnlb den Tag seines Lebens genossen. Mein Oamascens ! Wanns nicht ein sonderbahre Glücksee- ligkeitware in der Einöde leben/ hatte Nicht ?erru8 LLletlinu8seiN Pabftthrunb aufgeben/ und sich wieder dahin begeben. Eben so wenig waren so vil tausend, eyffe- rige Seelen dahin geflohen/wan Sie nicht verhofft alldorten sich grosser Gaben und Gnaden GOttes fähig zu machen. Ach mein OsmasLens lfliehe die Welt und unnöthige Ansprach / auch Freündschafft der Kreaturen; Mache umb Gottes willen zum elfteren auß deinem Stüblin- Äammerlin oder Kellen/emEm- öde/schweige allda / lasse nichts Indisches in deinHertz anschleichen/ und beschaffrige dich allein mit GOtt / so wird GDtt die zurrr Hertzen reden / und zeigen wer du bist/ und wer Er rst/ rc. (3) k 5 . 54. v. 8. ' Der dritte Punct. ^Achd'eme Ioanneo durch diß einsacke und strenge Leben garrtz geschickt ist worden/ hohe Ding zu verrichten / auch nach und nach höher gestigen/ und die Priesterliche Würden empfangen / welche GOtt durch ein Schnee - weisse Tauben / die auf seinem Haupt gesehen worden/ gut geherssen / und zumahlen Ihnne vor der Welt sehr groß rrnd berühmt gemacht durch vil Wunderwerck/ grosse Geschick- lichkeit / und Geistreiche Wohl- redenheit / ist Er wider seinen Willen und grossen Widerstand deß ankiocbenischen Volckö von arczcko dem Äayser/ zum Pa- triarcherr rracher Konftantinopel beruffen worderr. Bctl-uchtc abermahlen / wie GOtt der HErr nur fromme Ihnen selbstcn abgestorbne/von -Q 2 Her 124 Betrachtung Hcn demüthige lind taugliche Männer zu Regenten seiner Kirchen jederzeit habe erwählt; Er habe zwar ungeschickte / grobe Fischer für seine Jünger auf-und arrgenomen/aber solche die gantze Welt zu bekehren/ nicht außge- sandt/sonder zuvor durch die An- kunfftdeß Heil. Geists mit vilen Gaben und Gnaden geschickt und tauglich darzu gemacht. Bitt inständig deinen liebsten IEsulN / daß Er sein Kirchen/ und auch die Gottshäusser und Klöster mit tauglichen Vorste- heren jederzeit wolle versehen; dann die tägliche Erfahrnuß lehret uns/wie vil Unheyls untaugliche / Ehrsüchtige Qberkeiten stissten/ die Ihnen selbsten und arideren sehr schädlich sind. Seye du mein Oamricenzgern in dem Verborgnen/und demürhig/und so vil an dir gelegen/nimme kein Seelsorg zu verwalten auf dich. Dcrmchtc/ wre Ioannes diser güldene Mund bey Antrettung seines Hirten-Ampts einen grossen Seelen-Cyffer habe erzeigt/ indeme Er nicht bey der Gemein!)/sonder bey dem höchsten Haupt dem Käyser selbsten den Anfang gemacht / und Ihnne mit grosser Freyheit und Starek- müthigkeit zur ernstlichen Büß/ Fromkeit deß Lebens/und Anhörung und Haltung deß Wort GOttes ermähnet; die Arrani- sche Ketzer eyfferig auß Konstan- tinopel vertrieben; die Katholische Kirchen mit vllen Wunderwerken erleüchtet; derselben Freyheit wider den Käyser/und arrdere Weltliche hertzhafft verfechten ; viler Gertz hässtig gestrafft ; vor der Käyserm/ daß Sre einer Wtttfrawerr wider alles Necht/ihren Wein-Garten genommen/ die Kirchen lassen beschließen / und daß auf dem Platz der Heil. Sophia/vor Ihrer Bildnuß/keine Frewden-Fest mehr an gewissen Lägen gehalten werden/ verbothen. In der Kirchen hat Er die Weiber von den Manneren abgesondert) ein stäts strenges Bußfertiges Leben geführt/ und in seinem See- len-Eysser/der sich weit und fern außgebreitet / biß ans End beständig blieben / und darin gestorben. H.rstdtt/mein Osmglccns ! einen rechten Seelen-Eyffer / fange zu allerersten bey dir selbsten an/ wie Ioannes der güldene Mund gethaii; will GDtt nachmahlen/ daß du andere Seelen auch sollest Von dem Heil. Bischoffund Lehrer JoanneFhrysostomo. 125 sollest regieren/ und selbigen wider deinen Willen vorstehen/wie es diser Heil. Mann auch thuen hat müssen / wird Er dir / wie Jhme/GnadundStarcke darzu geben/ und werden andere nicht haben/ daß sie dich in deinem Thuen und Lassen werden tadle« können. Aber/ ach! wie wenig Ltn^loltomi, amkrolij, HcltLNL- ss, LernarcN, IkomL Oncuarienlss, vderü435A3rickse j)0N Hrakaveszlke- reliX s IL 8 V,coierL L^c sind meht' zu finden/ welche mir solchem eyfferig-Heroischem Geist begäbet/ anfänglich in Ihnen / und nachmahlen irr anderen die Laster außreüten / und die Tugenden einpflantzen. betrachte/ wie der Probstein aller Heiligkeit LbrytoNomi seye gewesen nicht das strenge und frome Wunderthätige Leben al- ein/ sonder fürnenlblich die vrl- fältige Widerwärtigkeiten und Verfolgungen/die Er mit grosser Geoult und Srarckmüthig- keit außgestanden und erlitten. Und erstlich zwar/ ist Er wegen Abstraffung der Laster bey der Kayserin Lugoxiä in solche Ungnaden kommen/ daß Sie mit Hulff etlicher Bischoffen/die wider Ihnne ein Ktrchm-Versam- lung angestellt/zmn anderemnal in das Elend vel flössen worden/ und das unter dem Schein / als hatte Er wider diePriesierschafft ein Buch voll Betrugs/Lug-und Lästerungen außgehen lassen. Zum anderen/als wan Er heimliche und verdächtige Verständ- nllß init bösen Weiberen hätte gehabt/und sin unzüchtiges Leben mit scheinbahren Tugenden verdünnet. Zum dritten/ als hätte Er die Cinkunfften derKir- chen unzuläßig verschwendt; unterschiedliche Gottslästerungen wider Khristum geschrieben und geredt; das Volck verführt/ und wider die Kirchen - Versamlung verhetzt; frembdes Ktrchen-Gnt angefallen/und Jhme zu Nutzen gemacht/welches / und noch vil anders mehr / so gar den Heil. Lyriiium vermögt/daß Erdiscn Heil.Mann dem falschen Judas verglichen/ und nicht wolte gestatten / daß man Ihnne in die Zahl der Katholischen Bsschof- fen solle zehlen/in welcher Meynung Er auch verbliebcn/btß Er von denr Hinunel gestrafft/seinen Fehler verbessert. Müche/meÜMamssccris! NNM Überschlag über deine bißhero erlittne Widerwärtigkeiten/ nüt z was 126 Betrachtung - was für Gedult du iremblichen solche von der Hand Gottes habest angenommen / ob du nicht seyest nngedultig gewesen / und deswegen gegen andere eine Feindschaft getragen / oder gar zu Zeiten ein gutes Werk unterlassen/ dannr du kein Verfolgung müssest leydeu. Halte für gewiß / mein OamascenL! daß wann du mit omvlolkomo nicht zu allerhand Widerwärtigkeit/ Kreütz und Leyden willig und bereit bist / du noch nicht Tu- gendsamb/ und alle deine scheinbare gute Werck ohne Wurtzel Göttlicher Liebe seyen. Bttt deinen liebsten JEsum/daß Cr dich durch die Furbltt diseS seinen getrewen DrenerS ztl ernem fromen Menschen machen wolle. Als diser Heil. Iommcs auß Anstiftung der Gottlosen Mystrin das andere mahl m das Elend verjagt ist worden / hat Ihnne auf der Reiß eilt Fieber und Magen-Weh angestoßen/die HH. Apostel Petrus und IoanneS aber/hadert Ihnne mit Himmlischer Speist ergmckt/daß Er bald daS Drch erreicht/ wo der Leib deß Heil. Bischofs und Märtyrers 6äi>li!c> war/welcher Ihme erschienen und gesagt/ daß Sie bist Morgens bey einander seyn wurden/solle also gutes Muths seyn / darauf Er alles / waö Er noch hatte/unter die Armen auß- gethetlt/die HH. Sacranrenten empfangen/und stetig gestorben; an welchen! Tag zu Konstantinopel ein greulicher Hagel gefallen/ und Luäox^a am vierdten Lag darauf gestorben/und hat GL)tt noch mit vtlen anderen Wunderwerken den Todt seines liebelt DlenerS Glorwürdig gemacht. Mein Vamzlccns l GDtt hat disen großen Heiliget! biß in sein Sterbstündletn nnt vilem Kreütz und Widerwärtigkeit plagen wollen/ und du darffst dich verlässt! zu seyn beklagen/ wann dich G-Ott ein kleine Zeit mit einem Kreülzlein' hermbsucht. Verharre biß anS End/so wirst du mit distnt und anderen Heili- gen auch gekrönt werden/ und wird GDtt mit dettjenigen auch thuen was recht tst/ die andere verfolgen. Deiner SeitS ergib dich in stincnGöttlichen Äbillen/ und gedcucke daß du diß Ultd lwch mehr verdient habest. Sag heut oft mit dtsemHeiliqen: Wan ich durch tauscndHöUen gehen muß- te/aber endlich den Htmel fünde/ D tnein GDtt! so werden mir alle die Hollen angenehm seyn. Detrach Von dem'Heil. Francrsco von Sales^ 127 Betrachtung Auf das W deß Heil. Franclstt vonSalcs. Der erste Punct. lEtrachte/ wie b'rancilcu«, ^als wie der Sanmel schon nn Mutterleib von seiner frommen Fraw Mutter aus; innerlichem Antrieb GOtt dem HErren ftye aufgeopffert worden. Und obwohleu Er un Jahr 1567. den 21. August-Monath inGaphoia aufdem Gchlost Gates zwey Monath vor der Zeit auf dise Welt gebohren/also/daß so wohl die Mutter/als dasKind in grö.ster Todts-Gefahr gewesen/hab doch GQtt der HCn beyde wunderlich ei halten / uud seye das schwache Kind ein ganzes Jahr lang / damit es durch das Anrühren nicht beschädiget würde / in Seyden eingefetschet ivorden. _ ; Es ist kein Zweif- ftl/ dah dise Lugendsame Mutter mcht auch sich selbsten/sambt dem Kmd GOtt dem HErren habe aufgeopffert/weilen Er in so Augenscheinlicher Todts-Ge- fahr beyde so sorgfältig erhalten. Dass dich hingegen eben discr so gütige GOtt so vllmah- lm lasset fallen / schreibs keiner andern Ursach zue / als weil du dich Ihme nicht pur aufopfferst/ und schenckest/und mchr dir selk- sten/ und den Kreaturen abwartest. Oder aber/ must du nicht ftlbsten bekennen/daß du vilfäl- tige innerliche Antrieb habest gehabt/dich pur / mrd allein dem Dienst GOttes zu ergeben/mnd all dein Thun und Lassen/ohne Absehen gegen die Kreaturen/ GL)tt aufzuopffercn / und hast alles in Wind geschlagen. So trage New und Leyd über dein übel-geführtes Leben; scheuche dich von Hertzen deinem lieben gütigen GOtt/ so wird Er auch für dich/ als das Seinige/Gorg tragen. In seiner Jugend und Kindheit hat Er Altarlinaufgericht/ mit den Armen grosses Mitley- den getragen / und was Er Ihme an Speiß und Tranck tönte ent- 128 Betrachtung entziehen / dasselbige hat Er ihnen barmherzig mitgetheilt. In den untern Schuhten hat Er zu binli in dem LojieAio die Lateinische Sprach mit grosser Verwunderung seiner Lehr-Meister auf das vollkomniste ergriffen; und durch öffteres Beichten und Aomunicieren; durch seine Ein- sambkeit/ Betten/Lesen/und andere schöne Sitten und Tugen- den/hat Er heiter an Tag geben/ daß Er von GL)tt zu emem höheren Geistlichen Stand beruften. Ach mein vamascenL! Mit wie vllfaltigen Unvollkommen- heiten und Sünden/ hast du deine Jugend zugebracht / und zu allerhand Leichtfertigkeiten geneigt ; hast du villeicht nichtGott allein / sonder auch deine Eltern/ und andere Vorgesetzte/ offt und vil beleydiget? Gehe mit deinen Gedancken ein wellig zurück / so wirst du nicht welliger erkennen/ daß du einen Wechren Eyffer zu den Heil. Sacramenten habest gehabt; in demen Sitten und Gebährden ausgelassen/und in deinem Gebett und Geistlicher Lesung faul / und trag seyest gewesen/ und hiemit schon damah- len genugsamb habest an Lag gegeben / daß du leyder! nicht der eyfferigen GOtt-liebenden Seelen eine seyest gewesen. So thue dermahleinst deiner böfttt Natur einen Zwang an; überwinde deine böse Begierden/und verlange jetzt noch unter den eyf- fertgen frommen Seelen einege- zehlt zu werden. Von wirdkrrncilcus erstlich nacher Pariß in die?Kiioto- xbl und 'rkeologi. nachmahlen aber gen Padua die Rechren zu studieren geschickt/ die Er auch mit solchem Ruhm der Lehr/und derFromkeitan beyden Hrthen vollendet / daß Er im vier und zwantzigsten Iahr seines Alters den Oractum in beyden Rechten verdient/ und erlangt. DLMLlccnL! Außdisenl sitzest du/wie krsncilcu-i derGllad Gottes habe mitgewürckt/und seiner Seits sich fähig gemacht / als eilt taugliches Instrument sich nach dem Willen GOttes brauchen/ und nnt Ihme umbgey'en zu lassen / wie es GL)tt haben wolte. Dahero Er nach dem innerlichen Antrieb deß Heil. Geists sich endlich entschlossen/ wider den Willen seiner Eiteren/und seiner fürnehmen Verwandt- Won dem Heil. Francisco von Saks. 129 wandtschafft/als der sich schon mit dem Gelübd der Reinigkeit erstlich zu Paris;/ und nachmahlen in dem Lauretanischen Hauß Lhristo JEsu / und seiner liebsten Mutter Maria geschenckt/ die Welt / und alle derselben Hochheiten zu verlassen / und Geistlich zu werden. Thuest du nicht grad das Wtderspiel / in- deme du dich in Geschafft einmischest/daß du nicht thuen sottest? Wider den Willen deiner -Oberen/bald mit disem/bald mit jenem dich beschäfftigest/und also wider den innerlichen Alitrieb deß Heil. Geists / den Wagen für das Pferd spannest/und dar- mit nur dich/ und deine Sinnlichkeit/ und nicht den Willen Gattes suchest. Es wird ja nicht mehr geschehen/und wirst du ins künssttg dem innerlichen Antrieb deß Heil. Geists auch fleißiger nachkommen. Der andere Punct. ^Achdeme krancikur von dem Hochwürdigisten Fürsten un HeriN/ (znrnicr Bischof- fen zu Genff/zum Priester gewy- hen/und von Ihme zur Probstey seines Thumb-Stiffts/ ja gar zum vollmächtigen Statt-Verwalter seines gantzenBißthums erhoben/und erklärt ist worden/ hat Erstlich ^anciku, seinen Priesterlichen Stand Lebenslänglich sehr hoch gehalten/und dise einzige Begierd gehabt/mit GOtt lind fernem Heiligtsten Willen vereinbahrt zu leben. Zum Anderen/ hat Er sich auf Begehren setnesHerrnBischoffs vmb das Heyl der Seelen derge- ftalten angenommeti/ daß Er in Saphoia innerthalb vier Iah- ren/aber nicht ohne grosse Mühe und Arbeit/ Hunger und Durst/ Frost und Hitz/auch gröfter Leibund Lebens- Gefahr in der Kation luonon, und dreyen Vog- teyen Lbablcr, 1'ecnicl', und 6ai- Iar6,24000. Ketzer zum Katholischen Glauben bekehrt. Oamascena! krancitcur verrichtete täglich mit grosser Vorbereitung und Andacht / und in höchster Reinigkeit der Seelen/ als wie ein Engel G-Ottes/das Heilige Meß-Hpffer ; und wie hoch haltest du Erstlich deinen Geistlichen Stand ? Zum Andern/wirst du zwar nicht täglich/ doch offt und vil zur Heil. Kommunion zuegelassen ; aber mit was für Vorbereitung / Eysser und Andacht/und mit was für R Nutzen iZO Betrachtung Nutzen der Seelen empfängst du seidige? Suchest du dardurch einfältig mitGOtt vollkommen vereiniget zu werden/und anders nichts zu wöllen/als was GDLt will ? L)der aber / erforsche dich wohl/brst du nicht annoch unmer diejenige/ (oder villeicht noch schlechter) die du vor vilen Jahren gewesen. Eja/ mein Osms iccnL l so wolle dann einmahl mit Ernst was GL)tt will; gehorsame mit Demuth seinenErn- sprechungen/ und suche Ihn mit gantzem Fleiß in allem/im Geist und in der Wahrheit; Seye Nccht ailß den jenigen in ihrem eigenem Willen/und bösen Begierden vertiefften Seelen / die feiner Himlischen Erleuchtung fähig sind / deren leyder! nicht nur in der Welt/sonder auch in Klösteru vil zu finden. So bemühe dich mit allen Krassten ulnb das Heyl deiner Seelen/ und bitt für die jenigen/die für das Heyl der Seelen arbeiten; und wann es dein Beruf ist/thue sechsten pur/weil es GDtt also haben will/was du kaust. Als cilco dem großen Seelen-ElMrer nach so Glorwur- dig-vernchter i^lion die Mit- Helfferey / und Nachfolg deß BistthllNlbs Gellff wider allen seinen Willen aufgebürdet/ und vonIhme auch endlich angenommen ist worden / reißt Er umb dessen Bestättigung auf Rom/ allda/wie auch in seiner Nuckreiß zuPariß Ergrosse Exempel seines Heil. Cyffers hinderlassen/ und als Er das Bißthumb selbsten augetretten/ ist nicht außzu-> sprechen / mit wie grosser Gott- seeligkeit Er sich zur Bischöff- lichen Weyhung bereittet; unter wahrender Weyhung würckte G-Ott alles in der Seelen krrn- cUci Geistlicher Weiß/ was die Bischofs cüsserlich tu seiner Per- sohn thaten; Dahero hat Er sich nachmahlen mit allerhand Gottseeligen Übungen beflissen/ sein aufferlegtes Ampt / und Bischoffliche Würde zur Ehr G-Ottes/und feiner/uud anderer Seelen Heyl wohl zu verrichten; Zu disem End er auch seinHauß- wesen angestellt / daß es einem wohl - rcfo, mj erten Kloster gantz ähnlich gewesen / und darmit mamüglich auferbawet. Mein l)LM2lcenL!Sind deine Gedancken auch jederzeit mehr zur Ehr GOttes / auch deiner/ und anderer Seelen Heyl/ und das ohne einiges Inrercüc deines eige- Von dem Heil. Franeisco von SaleS. rzr eigenen Nutzens ? Und in deinen Verachtungen/oder wo dn sonften hinkommest/ was hinterlassest du für Exempel der Tilgenden ? Bist du zu Zeiten anderen nicht mehr zum Verderben/ als zur Anfferbawung? Item/ gedencke/du habest vrl/ oder wenig zu thun / mit was Vorbereitung du selbiges verrichtest ? Vil tausend sind / die sich mit eyfferigem Heil. Gebett nicht vergnügen/sonder casteyen noch über das ihren Leib / und thuen grosse Bußwerck / damit G-Ott mit seiner Gnad ihnen beystehe/und sie den auferlegten Gehorsamb wohl/und verdienstlich verrichten mögen. Ach! weit änderst sind vil andere ge- sinnet/ die in ihrem Ampt nach und nach vil schlimer/als frörn- mer werden/ und unter disen/ wann du auch bist / laß dirs hertzlich leyd seyn/und verbessere dein Leben / damit dardurch die Ehr GQttes/ dein/uud anderer Seelen Heyl auch befürderet wett>e. Dein Haußwesen betreffend/wie ist es bestellt ? vü- leicht lft es auch also beschaffen/ daß andere gcnugjamb daraus; können schließen / daß es umb dich innerlich in deiner Seelen nicht zum besten müsse stehen. So befleiße dich der Reinigkeit deiner Seelen/und Säuberlich- keit deiner Kellen / damit dein Nächster dardurch ausserbawet werde. Der dritte Punct. HZLeichwie diser Heil. Bischofs durch sanfftmüthige Bezwin- gllng/ und Unterdruckullg aller von Natur angebohrnm Un- vollkommenheiten / zur höchsten Liebe Gottes/und deß Nächsten geschritten / also hat Er auch durch Wunderlich-Göttliche Anordnung für das Weibliche Geschlecht einen Heil. Orden von der Heimbsuchung Mari» mit Gutheissung deßPabstl-Stuhls aufgericht/ in welchen Junge und Alte / Krumme und Lahme/ Gesunde und Kranckne / (wann sie nur nicht erblich /) können aufgenommen werden; hiernit ihnen auch neben den dreyen Ordens-Gelübden / solche lieb- reicheSatzungen vorgeschrieben/ die von allen tönten ohne einzige Beschwarnuß gehalten werden/ und doch dardurch zu grosser Heiligkeit gelangen. Osinslcena! IN dem Hauß deß Vatters sind vilBehaussun- N 2 gen; izr Betrachtung gen; Bist du in einem strengen Drden/glaube für gewiß/ daß wann du schon in dem Drden von der ^'lir-kion lebtest/ nicht weniger zu diserStrengheit verbunden wärest/als wie in deme/ in welchem du würckltch bist; daNN Weil ein jede Vibrankinerm icker mehr und mehr solle trachten/in der Liebe GDttes innerlich zu zunehmen/ thuet solche Liebe auch ein jede antreiben zu solcher Vollkommenheit/ als die Leibs - K'rafften wohl ertragen mögen; Lebe also mit deinem Beruf zufrieden/rc. Und wann du demselbigen gemäß wirst leben/wirst du auch mit der Gnad GDttes nach deinen Verdiensten reichlich belohnet werden. ssr-ricitcu, der Heilige Mann/ führte in seinem hochen Stand dem Schein nach/kein strenges/ sonder sehr gemeines/und Bürgerliches Leben. Sein Dich war nicht fchlecht/und auch nicht köstlich; stellte sich ein/wann es die Höflichkeit erforderte / auch bey Gastereyen undMahlzeiten; seinAnsprach hielte Er mit jeder- man / niemand war Ihm zu gering / oder zu fürnehm; seine Kleyder ohne Seyden undSam- met/doch sauber; Er lebte mit männiglich / wie es eines jeden Stand erforderte / und ist nach dem Exempel deß Heil. Pauli allen alles worden. Aber innerlich hatte k^rmcilcu, ein solches verborgnes/Seraphisches/Gott- liebendes Hertz/welches Ihnne in allem seinem Thun und Lassen zur Abtödtung seiner Sinnen antriebe/und zur höchsten Vollkommenheit der Liebe GDttes/ ! und zur Liebe deß Nächsten an- spohrete; welchen hochen Tugend-Mandel i^Lncjlcuz durch sein Leütseeligkeit so vil möglich verbärge / und niemahl für son- derbahr from wolte angesehen seyn. Gehe in dich selbst/vamsscenL; und durchgehe ein wenig deinen Stand / wie du dich in deinem Thun und Lasten bey anderen verhaltest / ob du wahrhafftig die Abtödtung deiner Sinnen suchest/und dardurch dich fähig machest der Liebe GDttes/ und deß Nächsten; Db dich Wahn hafftig auß hertzlicher Demuth dem Gehorsamb deinerDberen/ und dem Willen deren/ mit welchen du lebst/unterwerffcst/ und also allen alles werdest; Db du auch nach demExempel deßHeik. krsllcisci in der Lonvcrlalion mit andern Von dem Heil. Francifco von Saks. rzz andern Geist-oder Weltlichen nicht dein Sinnlichkeit/Lust und Fremd / sonder einen Seelen- Nutzen suchest; bey bestem Est sen und Trincken dich morr,6cic rest und faßtest ; Mit einfältigen Kleydern/ hartem Geliger / und armen Kellen vorlicb hakest? Ach wie glückseelig bist du/wann du ein solche verborgne Hetltgin bist/und allzeit mehr und mehr in der Liebe GL)ttes / und anderen Stand-mäßigen Tugenden zunickest/ beynebenst deinen Lu- gendwandel also verborgen haltest/ daß du nicht für besser als andere wilst angesehen seyn; und in disem vollkommenen Stand/ wann du annoch nicht bist/trage New und Leyd/und befleiße dich noch dahin zu gelangen. Seine Tugenden betreffend/ sind derselben so vil/und in solcher Vollkommenheit gewesen/ daß sie zubeschreiben eilt grosses Buch erforderten; und Erstlich «absein gantzes Leben/und alle seine hinderlaßne Schriffren heiter an den Tag/ daß Er ein voll- komne Gott-liebende Seel gewesen/ in deme Er mit sehr zahrter Liebe alles gethan / was Er gewußt GL)tt dem HCrrn lieb und angenehm zu seyn; Dise hat zum Andern in Ihme gegm dem Nächsten ein solcheLiebe erweckt- daß Er sich mit grosser Mühe und Arbeit/ auch mit öffterer Leib - und Lebens-Gefahr umb deren Seelen Heyl angenocken/ also/daß Er neben unzählbarer viler schwären Sünderen/ nur deren Ketzeren und Ungläubigen bey 72000. bekehrt. Gegen die Armen wäre Er so barmyertzig/ daß Er alles was Er hatte/auch zu Zeiten seine eigene Kleyder und Haußraht / wann Er kein Gelt hatte/unter sie außtheilte. Nicht die Heilige Meß/und die Heilige Tag-Zelten allein verrichtete Er mit grosser Auffer- bawung/sonder ist über das dem inerlichenGebett/und beschauw- lichen Leben also zugethan gewesen/ daß Er vil Zeit deß Tags darmit zugebracht. Von arideren Tugenden/als der Gleichförmigkeit seines Willens in den Willen GDttes; der grossen Begierd und Liebe zu dem Kreütz und Leyden/Hertzlichen Demuth/ Maßigkeit/Keüschheit Lerbs und der Seelen/und sonderlich seines grossen Cyffers zu allem Guten/ so wohl bey sich selbsten/als bey allen andern / kan nicht genugsam beschrieben werden; und N z diß iZ4 Betrachtung diß Leben haL Cr geführt biß in sein End. vLMLlccna ! Erschrickest du nicht von Hertzen/weilen du dich nicht allein in keilten solchen Tugend-Stand befindest/sonder so gar kein rechte Lieb und Begierd zu solchem tragest / welcher ohne grosse Mühe und Arbeit nicht kan erlanget werden. Ach mein vLmrtccnL! so erwache dermahleinst auß dem Schlaff deiner bösen Begierden / in welchen biß- hero deine Seel gefangen gelegen/daß sie nicht gethan/was sie hatte thun sollen. Stelle dir vor Augen dise deß Heil. Seraphischen ki-Lncilcr Tugenden/erwäge eilte nach der andern/und schawe/ ob du auch nur einen Funcken. deroselbtgen besitzest. Befindest dich aller diser Lugenden beraubt/bitte mit Ernst Visen Heil. Seelen-Eyfferer/daß wellen Er bey seinen Lebens-Zei- ten so vilen auf den Tugend- Weeg geholffen/ Er dir auch durch seine Furbitt bey GOtt wolle erlangen/und dich fuhren und leithen/ daß du wenigist die jenige Tugendelt mögest erlangen/welche deinem Stand nothwendig. Nachdeme kranciteuz der Heil. Bischoss wegen seines Heiligen Wandels / hocher Tugenden/ Erkandtnuß der Geister / und ProphetischemGeist/von hocherr und ruderen Stands-Persoh- nen/von Gläubigen/ und Un- glaubtgen sehr hoch geacht / und geehrt worden/ und hiemit unsäglichen Nutzen der Kirchen GHttes geschaffet / hat G^tt der HErr/ seinem mühseeligen Leben ein End zu machen/ (als Er seinenTodt vorgesagt/)Ihne zu Leon lassen erkrattcken. Wäh- renderKranckheit ist Er niemaht müßig gewesen / den Nächsten mit guten und heylsamen Lehren getröstet/und unterwisen; Seine grosse Schmertzen hat Er auch mit grösser Gedult/ und KcbßnLrion in den Willen Gattes übertragen / biß Er endlich von den Flamen der puren Liebe G-Ottes gantz verzehrt / feilte Seel den 28. Khrist- Monath/ umb die vierdte Stund in der Nacht/in demIahr 1622. seines Alters in dein 56. und in dem 20. seines Bißthumbs/ in die Hand seines Erfchaffers / und Erlösers AhristiJEsir hat aufgeben. o»m-lcer>L! Bilde dir ein/ du seyest dem Absterben/ und Todt diser Von dem Heil. Frmrcisco von (Aales. iZ5 diser Gott-liebenden See! gegenwärtig ; du sehest / mit wie grö- stcm Ruhm Er alles Zeitliche verlasse / und mit höchster Be- gierd verlange G-Ott in dem Himmel anzuschawen; Zu welchem End Er sich nicht allein durch sein gantzes Leben / sonder auch furnembltch habe Er sich in feiner letzten Kranckheit durch eingantzliche Ketignanon in den Willen Gattes/ itnd starckmü- thige Gedult / in allen seinen grossenSchmertzen darzu gerüst/ und bereit gemacht. Und wie wird es dir dermahleinst ergehen/wann du diß Zeitliche must verlassen/und zu der ewig-wahrenden glückseligen / oder unglückseligen Ewigkeit eingehen. Thut dir diser Todt/ und dein brßhero geführtes Leben/und bevorstehende Etvigkeit nicht die hetsse Zäher auß den Augen treiben ? Ach! was wirft du in das künfftig/ sonderlich in diser oder jener Gelegenheit thun ? Umb GOttes willen/lasse dir die hcyt- fame Gedanckeu und Ermahnungen nicht zu einem Ohr entrind zum anderen außgehen/und werde dermahleinst reckt from/ und spriche mitDenmth folgendes Gebettleiltr O GOtt/der du gewollt hast/ daß zu der Seelen Heyl dein Beichtiger und Bischoff/ der Heil. brancicur. allen alles werden solte / verleyhe mir gna- diglich/daß ich angefüllt mit der Süßigkeit deiner Lrebe/dnrch die Verleihung seiner Lehren/ und drtrch das Fürbltt seiner Verdienst die Ewige Frewdeu erlange. Durch Khrrstum unseren HErren/ Amen. Bettachtung Auf das §cst der He»l. Zungfrawen und Martyrin ^nrtinL. Der erste Punct. B«tmchte/daß nichts gcfchr- sein Gemüth an Reichthumb lichers einer Seelen / als und zeitliches.Haab und Guth häfften/ rz6 Betrachtlmg häfften/selbigem nachjagen/oder aber in Sorgen stehen / selbiges zu verlieren. Paulus der Apostel sagt/ (») daß die Begierd nach Reichthumb ein Würge! alles vbels jeye. Und indem der Sohn G-Ottes die Reichthumb den Dörneren verglichen / hat Er wöllen anzeigen / daß sie dem Menschen Tag und Nacht kein Ruhe lassen/immer verletzen und stechen / und nicht zulassen / daß Er etwas Guts/vilweniger zu grosser Frock-und Heiligkeit gelangen möge; DarumbdieHH. L)rvens- Stiffter Ihre Untergebne zum Gelübd der Armuth verbunden/und nicht wolten daß sie etwas eigenthümliches sol- ten besitzen / nach dem Exempel der ersten Khristen / deren die meiste alles unter dieArmen auß- getheilt/wie auch gethan dieHei- lige die Hoch-Adeliche Römische Jungfraw/derenHerr Vatter zum dritten mahl das Burgermeifter-ampt verwaltet/ und hiemit grosse Reichthumb besessen/die sie alle nach Absterben deß Herrn Vatters und Fr. Mutter verlassen / und darmit den Nothleidenten Khristen zu Hülffkommen/auf daß Sie dem Gottseligen Leben desto besser abwarten/und wans GOLt also haben wolle / sich zur Marter- Aron tauglicher machen möchte. Mein vLMLscen, « Du seyest Geistlich oder weltlich/reich oder armb/vergnüge dich mit deme/ was du hast / trachte nicht unrü- hig nach Reichthumb; hast du schon dieselbigen/ besitze sie nicht unordentlich/und theile den Armen mit so vil dein Stand zulasset ; wirst du aber durch sonder- bahre Zulassung GOttes dersel- bigen beraubt/betrübe dich nicht deßwegen/und gedencke daß noch vil tausend Arme/die umb Gott besser verdient als du/welche mit ihrer Armuth vergnügt/ GOtt eyfferigist dienen/ und sich reich gnug schätzen. Bist du aber Geistlich / ach wie glückseelig wirst du seyn/wann du von Her- tzen alles verlassen/mchts eigen- thümbliches besitzest/ und recht armb bist. GL)tt hat dir nicht allein ins künsstig den reichen Himmel/sonder auch hie zeitlich allen Überfluß versprochen/ wan du in deiner Armuth GOtt eyfferigist wirst dienen/wie du selb- sten täglich wirst erfahren / daß du weniger Mangel in deiner äussersten Armuth thuest leyden/ als etwan ein Geltgieriger/un- barm- Von der HM. Iuugfrawen und Martyrin Martina, izy barmhertziger Cdelrnan in allem seinemHaab und Guch/und welcher an nichts wenrgers als an von Himmel darff gedencken. Danckeund lobe also Gott/wan dn von Hertzen armb bist / dann durch die Gnad GOttes wirst du vil leichter ersteigen den^Leeg zu dem Himel/ als wann du mit vilem zeitlichen Haab und Guth verwicklet und belästiget wärest. Betrachte zum Anderen/ wie Martina von dem zeitlichen Haab und Guth befreyet/ durch das Heilige Gebett GOtt dem HCrren allein habe abgewartet/ und einesmahl zwar / als Sie von deß Gottlosen Statt-vogts Vlpiani Leüthen in der Kirchen bettender angetroffen/ und dem Abgott Apollo zu opsseren eingeladen ist worden/ hab Sie geantwortet/daß Sie zu ersten Ihren GOtt wolle anbetten/von deme Sieinmglrch zur bevorstehenden Marter Hülffund Beystand begehrt/ nach welchem Sie sich mit den Gerichts - Dieneren vor dem Tyrannen. mit Himmlischem Glantz umbgeben/gestellt/ mit Zhme m den Götzen-Tempel gangen/ allda Sie durch das Hell. Areütz-Zetchen und eyfferi- ges Gebett so vil vermocht / daß Apollo der Abgott zerstöhrt/ein Theil deß Tempels zu Boden gefallen / und vil Heyden und Götzen - Priester umbgebracht- und zerschlagen sind worden. Mein Ormslccrig! Bedenckt Erstlich die Glückseeligkeit der jenigen/ welche sich alles zeitlichen Haab und Guths eittschla- gen/mit grosser Ruhe der Seelen GOtt allein dienen/ und ob du auch in disem glückseeligeStand lebest/oder ob du nicht vilmehr diseGnad mißbrauchest/gezwungener Weiß armb seyest/ und mit Ungedult mehr Übels als Guts würckest? Zum Anderen / ob du in deinen Beschwarnussen durch das Heilige Gebett G-Ott auch urnb Gnad und Beystand bittest/ wie gethan dise Heiligin/ welche von Gott gestarckt/grosse Wunder gewürckt / den Statt- vogt/da Er fliehen wolle/gantz großmüthig gehalten / seiner gespottet/und gesagt: Er solle seinem Gott ruffen/ der Leüffel selbsten hat geschruen: O rnar» tina / Jungfrau) und Dienerin deß grossen GOttes / du hast mich zu schänden gemacht/in dem du mich auß meiner alten Wohnung auß- getrieben/dardurch sich Vil Heyden bekehrt/und die Shristen in S dem iz8 Betrachtung dem Glauben gestärckt sind worden; Also ehret Gott diejenige/ dieIhnne ehren/ und Ihme in der Armuth von Hertzen dienen. Ach mein vamsicenr ! daß du nicht besser und frömmer btss/und von Gott offt verlassen wirft/ ift niemand schuldig als du selbften. (s) 10. Der andere Punct. ^Etrachte/daß obwohlen VI- pianu, der Gottlose Nichter durch dise Wunder ergrimmet/ die Heiligt« aufs grausamiste peymgen lassen/seye dochGT>tt der HErr Ihren treulich beyge- standen/und Sie gestärckt: Der HErr sagt David/ ( 2 ) wird seine Heiligen nicht verlassen/ Sie werden ewiglich bewahret/ und hingegen die Ungerechten gestrafft werden; dann in dem Sie unterschiedliche mahl mit Maultaschen und Ruthen geschlagen/ «ndJhr Leib mit spitzigen eisenen Haggen von den Peynigern zerrissen wurde / haben sie gesehen vier schöne Jüngling/ welche die Heiligt» starckren/diePeyntger aber gantz blöd und schwach machten. Ein andersmahl hörten sibenzehenHenckers- Buben von einem Himmlischen Glantz umbgebm/ein Stimm/ welche dieMartyrin abermahl starckte/ und da Sie für dise Peyniger bettete/warffen sie sich ftrr Jyre Fuß und bekehrten sich. Folgenden Tag ist Sie mit schönem Glantz umbgeben/gantz Schnee-weiß vor dein Richter erschienen / und an statt deß Bluets ist ein wohl-riechetide Milch auß den Wunden geflossen / über welches der Tyrann noch mehr erbittert/lasset Sie an vier Pfahl außspannen / grau- samb schlagen / Ihren Leib zerreißen / den wilden Thieren M'- werffen und verbrennen; aber GT)tt hat sein Heiligin nicht verlassen/und vil Volck/ welches sich ab disem Wunder nicht bekehrte/ mit dem Todt gestrafft. Durch Ihr Gebett ist der Tempel Oi-iiX eingefallen / der mit den Götzen-Priefteren vil Volck erschlagen/auch den Abgott Jupiter hat Sie zerstöhtt / und ist unterschiedliche mahl in einem glantzenden Thron sitzend gesehen/ und mit den Heil. Engten GDtt lobend gehört worden, vipi-mur sechsten, hat Sie mit den Schaaren der Engten umb- geben/und in einem Kayserlichen Thron sitzend gesehen; und wo nur Von der Heil.Iungfrawen und Martyrin Martina. 139 nurdiseHeiligin war/enipfande man jederzeit einen wohl-riechenden Geruch. rNein Osmaicenäl Hatte Erstlich für gewiß/daß die Heil.Mar- tma eine aus; den fürnehmsteir Märtyrern seye/ und daß GOtt der HErr Iyrm sonderbar-grosse Gaben und Gnaden habe mitgetheilt. Zum Ander«, behertzige / wie Martina ein verlaßnesWeißlin JhrVerrrawen aufGott allein habe gesetzt / deßwegen hab Er Sie mich in aller Ihrer Marter wunderlich gestarckt und erhalten / Ihre Feind hingegen zu schänden gemacht; darniit Sie dich will lehren / daß dir weder auf deine Klafften / Weißhett und Verftand/Haab und Guth/ noch auf andere Kreaturen dein Vertrawensollest setzen/ sonder auf Gott und deinen gecreützig- ten JEsum allein. Du hast die Heilig Schlifft voll der CMi- plen/ so wohl deren / welche auf die falsche Götter / Hulff der Menschen / auf ihre feste Statt und Mauren gebawet und ge- trawet/aber von Gottverlassen/ spöttlich sind zu Grund gangen/ als auch deren / welche alles Menschlichen Trosts beraubt/ all Ihr Hulff / Trost und Zuflucht bey GOtt allem gesucht/ aber wunderlich sind erhalten worden. Mein VrmLlccaL ! Bist du auch etwan in einer Noth/vermeynst du von jederman verlassen zu seyn/ und hast du nach deiner Einbildung mehr zu leyden als deine Krafften ertragen mögen/ vertrawe stcrff auf GDtt / bitt Ihnne unib seinen Göttlichen Beystand/wann du mit deinem Leben Khristo ZEsu und seinen Heiligen tvirst folgen / wird Er dir allch zu Hulff kommen wie der Heil. Martina / und deine Feind zuschanden machen/ wie Er gethan den Feinden diser Heiligtn; und wann sie schon eine Zeitlang wider dich werden toben und wüeten/leyde/GOtt wird deinem Elend bald ein End machen. Drittens stelle dir vor Augen/ wie GDtt der HErr bkrrmrm die Heil.Iungfraw/ nicht allein habe gestarckt / und KraA zu überwinden gegeben/sonder habe Sie noch über das sehr Glor- wurdig gemacht wegen der Ge- sellschafft der HH. Englen/deß Himmlischen Glantzcs/ und der ausserlichenFrölichkeit/ mit wel- S 2 cher 140 Betrachtung cher Sie mit den Himmlischen Geisteren G-Ott gelobt/und die. Götzen-Bilder hingegen zer- stöhrt und verschmacht ; Also ehret auch GDtt diejenigen/ welche von Hertzen bereit/wcgen seiner alle Peynund Marter zu leyden. Mein vLMLsccnL ! Wann du umb der Liebe G-Ottes willen gern etwas leydest/ verlange keinen Lohn hie auf Erden/erwarte selbigen m künsstlger Glory / dorten wird Er dirvrlhauffiger gegeben werden / und wirst dn Jhnne nicht nur etlich Tag/sonder in die lange Ewigkeit gemessen können / und sind dergleichen Wunderwerk auch weder dir noch anderen mehr Vorwochen / durch welche die erste Ahristen zur Zeit der grausamen Verfolgung irr dem wahren Glauben haben müssen gestarckt werden. ( 2 ) pf. z6. v. r8. Der dritte Punct. yHEtrachtc/wie der unmensch- ^liche Statt- Vogt von so vilen Wunderwerken nicht barmher- tziger/sonder noch verstockter seye worden/und vil Unheyl zu verhüten/habe befohlen/ der Heil. KUrrinL auf der Landstrassen gegen Oäi- das Haupt abzuschlagen/zu deine die Hetl.Jrrng- sraw nach verrichtem Gebe« den Halß willig dargestreckt. Auß disem srhest du/daß wegen Vile der Sund und Laster Vipisnu, als wie der Pharao/ immer verstockter seye worden / und daß kein Ermahnung oder Wunderwerk mehr bey Ihnre hab verfangen mögen; So vil ligt daran/daß der Sünder nicht Sünd aufSunden hauffe/sonder gleich Anfangs der anklopffende Gnad GDttes Thür und Thor / und das gantze Hertz öffne. Mein OsmslccnL l Lasse bey dir die Sach nicht dahin komm; hast du gesündiget/ stehe eylends wieder auf / verhärte dein Hertz nicht/ weil GOtt noch barmher- tzig/ und mit seiner Gnad dir will helffcn; Und nach dem Exempel der Heil. klartwL widersetze dich auch nicht der An- ordnungGOttes; nimmevon seiner Vatterlichen Hand an Frewd und Leyd/ Leben und Todt/auf diejenige Weiß und Manier / wie es GOtt/ als ein lieber Vatter von dir haben will/ so wirst du jederzeit wohl getrost leben / und eines glückseligen Lodts sterben. Von der Heil. Iungfrawen Betrachte/wie gleich nach dem Todt ki-ttrwL ern Stimm seye gehört worden/welche die Heilt- gin zu den Himlischen Fremden eingeladen/ ab deren der Hencker sambt seinem Anhang also erschrocken/ daß sie auf die Erden todt nidergefallen / die gantze Statt Nom von grossem Erdbi- dem erschüttet/und bald darauf VjpjLnu; der Lasterhaffte Stattvogt von seinen Soldaten jämmerlich ermordet seye worden; der Heil. Leib aber so lang von zweyen Adlcren bewahrt/biß Er von den Khristen an selbigem Orth begraben worden. . Mein OsmLiccliL l Wünsche Erstlich diser grossen Heiligin Glück/daß Sie für tue Ehr Gottes/und für den wahren Glauben so dapsser und Männlich gestritten/ so willig und heilig gestorben/und mit so gross n Fremden und Jubel aller Heiligen GOttes zu den Himmlischen Fremden / Ihrem liebsten Gesponsert in alle Ewigkeit zu gemessen eingeladen ist worden. Ärm Anderen / obwohlen ein Ker ab dem Unglück seines Nächstens sich mehr solt betrüben als erfrewen/sagt doch David daß der Gerechte sich werd und Martyrin Martina. 141 crfrcwcn/wann Er werd sehen die Raach und Strass/ mir welcher Gtt und der Seelen Heyl/erweiste Jhme aber beynebenst mitsolchem Eyft fer und so vilen Grund-Lehren die Wahrheit deß Christlichen Glaubens / und den Betrug der falscher: Götzen/daß Haj-mu, er- grimet befohlen/man solle IZNL- rium gebunden nach Rom führen/und lebendig den Löwen für- werffen. LNein OamsscenL! Als die Hohe Priester den Apostlen befohlen/im Nahmen JEsu nicht mehr zu lehren/(L) haben Sie rnrt Petro geantwortet: Man muß ÄOtt niehr gehorsämb seyn/ dann den Menschen. Als man v^auririo und seiner Gesellschafft befohlen/den Götteren zu opsft- ren / sagten Sie auch: Daß Sie bereit wären/lVlaximiniLno zu gehorsamen in allen den jenigen Sache,: so nicht wider GDtt waren/ aber weilen Sie Christen / könten Sie keinen falschen Götteren opste- ren. (b) Neben noch vilen arideren dergleichen Exemplen stelle dir vor Augen disen gantz eyffe- riger: und feurigen Mann tzn-- rium, der sich gegen demKayser ar:erbotter: alles zu thuen / was nicht wider GDtt und der Seelen Heyl. Ach! wie verhaltest du dich / wann du etwan in ein Gelegenheit GOtt zu beleydi- ger: gerathest 2 wann dich deine Von dem Heil. Bisihoff und Märtyrer iZrirtio. 145 dose Begierden zum Sündigen anreißen ? Jene Alte / sagt die Schi'tsst/. (c) verkehrten Ihre Sinn / und schlugen Ihre Augen nider / daß Sie den Himmel nicht ansähen / noch an rechte Vrcheil gedachten. Durch die Gnad GOttes ist es bey dir so weit nicht kommen; aber bist du nicht noch so unvollkommen / daß du weder an GOtt noch an demer Seelen Heyl gedenckest/wanns die Gelegenheit gibt das Stillschweigen zu übertretten? äußert der Mahlzeitzu essen und zu triticken ? wider deine Oberen oder deinen Nächsten zu murren rc. ^Betrachte/ daß lxnsrius mit JEsu also seye beschäfftiget gewesen / daß Er sonderlich Visen Spruch offtun vil in dem Mund habe gehabt: Mein Liebe ist ge- creütziget ! darmit allem Bösem einen Widerstand gethan/und zu aljem Guten den Weeg geöffnet. Warnt du/ mein vama- lcenL ! deine böse Unvollkorrren- heiten wilt überwinden / und in den Tugenden zunehmen/geden- ch offt an JEsum ; Stelle dir Wlich vor Augen ein gewisses Gcheimbnuß seirrer Kindheit/ seines wachsenden und bestand- nen Alters/ fürnernblich seines Heiligisten Leydens. undkr-ncisco hatdiser Spruch: Mein Liebs» ist gccrcurzigcr ! sehr vil genrrtzet; mache dir Zhnne auch gemein/ so wirft du allzeit arr Gott und deiner Seelen Heyl gebacken/und so leichtlich auch irr geringen Dingen wider deinen Stand nicht sündigen. (a) s. v. 25. ( b) In Vir», (c) Oan.iz.v.^. Der dritte Punct. §>A das Vrtheil über IZnrmtim Zergangen/ daß Er zu Nonr unter den Löwen müste sterben/ betrachte mit was grosser Frewd Er das Urtheil auf - und angenommen/ wre begierig Er Ihme selbsterr die Band und Ketten angelegt/ und mit wie frölichem Angesicht Er sich den wilden Soldaten übergeben habe / die Jhnne dann/ theils auß Haß deß Ahristl. Glaubens / theils Gelt von den Khristen zu erpressen/sehr hart und übel gehalten. Er hat an die Gläubigen unterschiedliche Vrieff geschrieben / in welchen Er anzeigt/ nicht so vil sein erlittne grosse Peyn und Marter/als sein hertzliche Begier!) umb derLiebe Khristi JEsu willen noch mehrc'rs zu leyden. T Ick -46 Betrachtung Ich werde nach Rom geführt/ schreibt Er/ (2) nicht durch Bob dsren/sonder durch grausirme wilde Thicr/so vit plag und Vbels thuen sie mir an ; es fchröckt mich aber drjcs alles im wenigsten nicht/ halt es auch für nichts / wann ich nur deiner Ö mein HErr IEsu wird mögen anßchrig werden. Und da Er forgte/es möchten Ihnre die Löwen / wieanderen Heiligen/ verschonen/Ihmre nicht angreif- fen/utid sich vor seine Fuß legen/ st> WÜI ich mir stlbsten/ schreibt Er zu den Rörriereu/Gcwalranlegen/ und mich ihnen vorwersten/daß sie erzürnt / mich anfallen lind zerreiß stn. Verzeyhet mir/liebe Rinder/ schreibt Er weiters / Ich weiß was,nir nutz und guct ist/ Feuer/ Lrcütz/Bestien/Zerstossung der Ge- bciner/Zcrglicderllng lind Fujamem prefsiing deßganycnLeibs/ ja alle Tdi-menten/Marter und peyn deß Teüstcls in der Hollen komen llber rnich/ achte alles nichts/ ft> fern ich nur »ncincn IEsirm haben / und dessen gckiicsscn kan. Ach mein l) 2 MLlcen 2 ! mit wie vilem Lreutz und Widerwärtigkeit haben die Heiligen denHim- mel bestreikten / und selbigen erlangen müssen/ und wir arme Eünder erschrocken/wann uns nur das wenigste Kreützlin an§ flösset/ oder' etwan ein Klösterliche Büß auferlegt wird / und was ist das für ein anders Zeichen/als daß der HErr IEsus nicht in unserem Hertzen wohne/ der allein dreSermgen zum Leyden antmbt? Besielsse dich eines reinen Hertzens/ so wird IEsus auch gern bey dir sey» / dich zmnLey- denautreiben/und nach und nach dir denWeeg bahnen/ daß du bald auß demKercker deines be- schwarlichen Lelbs befreyt/IC- sum/ feinen Vatter/ strmbt dem Heiligen Geist wirst mögen an- schawen und geuiessen. » Laste dir über das hcrtzlich leyd seyn/daß du noch in einem so nnvollkomnenStand bist/uud in dir noch gar kem Liebe und Begierd zum Leyden empfindest; Bitt deinen liebsten HEr- ren IEsum / daß du dich von Tag zu Tag fähiger zürn Leyden könnest machen/ohn welches du Ihnne niemahlen wn st erlangen mögen; und halte für gewiß/ daß gleichwie Er die gröfte Beierd für uns alle zuleyden/ha- e gehabt/also verlange Er/daß wir wegen seiner zu leyden auch ein Verlangen sollen tragen/ Von dem Heil. Bischoff und Märtyrer i§nrrio. 147 durch welches wir die große Lie- samiste gemartert worden. Auf be gegen Ihine könnm erzeigen / dem Schaw - Platz seye Er mit gleichwie Er durchs Leyderr sein fröhlichen Sitten undGebarden Nebe gegen uns erzeigt hat. erschienen / und das Volck mit So entschUeffe dich/das Areütz folgenden Worten angercdt: Nicht allein Nicht zu fliehen/som Ihr Römische Blwgcr solt nicht ver selbigem noch entgegen zu gedencken/ daß ich »und einige verübte Vbelthat in gegenwärtigen Iiyl und End inst du auf stier Welt oder in demMofter? End- uf stier Zlifland gerathen ; was mich hie- i' ? End- her gebracht/lst die einzige Begrerd tich trag ein hertzltches Mitlest- GOtt zu genießen / nach welchen, den mit denen / welche du siheft ich einen unersättlichen Durst rra- leyden / bitt GDLt für sie / daß ge; Und da Er die Löwen hörte sie für die Ehr G Ottes und der brüelen/seye Er noch Hafftiger in Seelen Heyl dapffer mögen strei- der Liebe GDttes entzündt worten/als wie die Gläubigen für den/und hab mit brinneudem ihrm liebsten Geistlichen Vatter Angesicht und lebhaffter Stimm Ignsrium hertzliches Leyd getrau aufgeschruen : Ich bin das Gegen ; durch deren Gebett Er aber rraid meines HErrn IEju Christi/ niemahlen verlangt von Ban- und mich von den Zähnen der wilden / und dem grausamen Todt den Löwen zerflossen/ und zu einem sechsten befreyt und erlediget zu reinen Mehl gcmahler werden/auß werden. Bitt du auch tu det- deme ein Brodt gemacht/welches nem Kreütz gestarckt / und mcht da meinen, HErnen IEsi, Christo darvon erlößt zu werden/ damit könrc vorgelegt werden. Aufwel- du ein wahre Iüngertn Christi ches Jhnne dieLöwen mit Grün- JEsu könnest leben und sterbem men angefallen/mrd zerrissen; Er Vterdter Punct. «u, vrMlwig ven -ueaymen^^ sus mit lauter Stimm angeruf- fen/ welcher auch nachseütem MEtrachre/ daß als iZnsrnn zu Todt mit güldenen Buchstaben , Nom aukomen/seye Er drey in stinem Hertzen eingeschuitten / Tag und Nacht mit Durst und gefunden ist worden. Hunger geplagt/und aufs grau- Mein vumLscenu ; Sag Gott T 2 dein 148 Betrachtung dem HCrrcn Danck/daß Er dem Heil. l^nLrio ein so reines/ und in den Nahmen IEsu verliebtes Hertz mitgethetlt/welches Ihne zu so grosser Vollkomenheit und Liebe GOttes angetrieben / daß Er der fürnehmften Heiligen einer ist worden. Bitte JCsum auch umb ein solch eyfferiges Hertz/damit du in allen Anfechtungen starckmüthig und eyffe- rig mögest streikten / und nach deinem Stand in Tugenden zu- nehmen/auf daß alle/mit denen du lebst/ können Zeügnuß geberr/ daß du wahrhafftig in allem deinem Thuen und Lassen JCsum lieb habest/und endlich unter An- russung dises Heiligsten Nahmens wider alle Anfechtungen mögest streittcn/und deinen Geist aufgeben/Amen. Betrachtung Auf das Fest der Ltechtlmf; oder Rctntgung ^ LIL. Der erste Punct. §WLkr«rchtc/ haß obwohlen AZlweder'der Ewige Sohn GOttes.Christus ICsus dein Gesatz der Beschnerdung/ noch Maria sein Mutter dem Gesatz der Reinigung untcr- worffen gewesen/ haben Sie doch beyde von demselbigen sich nicht absonderen oder außschliessen wollen ; dardnrch Sie Erstlich das durch den Moysen gegebne Gesitz Gottes haben gutheißen und ehren wollen. Zum Anderen/ damit dem bösen Geist die Iungfrawschasft Mari-r, und die Gottheit in Christo verborgen bleibe/nnd alw die Erlösung deß Menschlichen Geschlechts nicht verhindert wurde/ welches geschehen Ware/ warm der böse Geist gewiß versichert wäre gewesen / daß Christus ICsus wahrer GDtt und Mensch/das Menschliche Geschlecht zu erlösen / vor: Maria der Jung- frawen wäre gebohren worden. Zürn Dritten / damit Sie den Inden kein böses Exempel thäten Von der Liechtmeß oder Reinigung Maria. 149 ten geben/und Sie Christo dem HErren und seiner lieben Mutter nicht tönten fürwerssen/als hatten Sie Ihre Gebott nicht gehalten/ und hiemitauch nicht schtlldig seyen/sonderlich IEsum fursthren Mrßiam und Erlöser auf-und anzunehmen/ der ihre Gebott überschritten / oder gar verachtet hatte. Mein Oälnslccna l Erinnere dich/wie du bißhero dre Gebott GOttes und dein Heil. Regel habest gehalten / und obwohlen du (insgemein von derSach zu reden/) zu der Heil. Regel und Evangelischen Rathen"unter keiner Todtsünd verbunden/wie du dir selbige nichts destoweniger habest lassen angelegen seyn/ und Erstlich zwar/hast du dkch gegen Gott und deinem Heil.Ordens- Vatter als wie ein from-gehor- sames Kind verhalten, welches ohne einzigen Zwang lind ohne Forcht der Schlagen/sich beflissenalles dasjenige zu thnn/was es seinem Vatter weißt lieb und angenehm zu seyn? Oder aber/ hast du dich mcht vilmehr verhalten/ wie em fauler Änecht/ oder wie ein faule Magd/welche aus; Forcht derStraffmehr nicht thuen als sie thuen müssen. Ge- dencke über das/ was für einen Verdienst du werdest empfangen in deinem Sterbstündlein/ wann du GOtt dem HErren nicht eyfferiger wirst dienen? wann du nicht zu grösserer Vollkommenheit wirst schreiten? ja vUleicht armbseeligcr als ettvan ein Welt-Mensch thuest dahin leben ? Drucken dich zu Zerren .mcht haffrig dise Gedancken? ruff eysserrg Marianr an/damit du durch Ihre Fürbitt von dem Weeg der Gebotten GOttes/ und der Heil. Regel nicht mehr abweichest/msonderheit in diser und drser N. Gelegenheit. Sage zum Anderen kürtzlich Lhristo JESU demüthigsten Danck/daß Er dem bösen Geist und der Welt alle Mittel abgeschnitten/ durch die deß Menschlichen Geschlechts Erlösung hatte mögen verhindert werden. Aber/Drittens halte dich ein wenig auf/und betrachte/ob du durch so vilfältige Ubertrettuna der Gebotten GOttes und .tzeil. Regel deinem Nächsten nicht grosse Aergernuß gebest. O wie osst gedencken und sagen andere wegen deines sträflichen Lebens: Gilrs deine/gllto mir»uich;DarstB discr und dlsc thuen / wanrinb rch T 3. nicht I5<> Betrachtung nicht auch ? Und eben deßwegen gedruckt/daß man dich scheühe/ dir nichts anvertrawet werbe/ und du from-eysserrgeu Seelen sehr verdrießlich seyest / da du doch grossenNutzen töntest schaffen/wan du bißhero einen frommen exemplarischen Wandel geführt hattest. Der andere Punct. SxEtrachte/ daß gleichwie der Ewige Sohn G-Ottes auß Lieffister Demuth in der Gestalt einesSünders sich habe beschneiden lassen/also habe auch Maria nach demExempel Ihres liebsten Kinds demGesatz derReinigung sich unterworfen/von deren der Hcil.bcrciaräur also redt: Oste. lige IliNgfraw Maria! du hast wahrhaftig nicht vrjach/ und ist dir die Reinigung gar nicht von- riöthcn ; aber wie? ist deinem Sohn vonnöthcn gewesen die Be» schncidlmg? so seye du linker den Weiberen als wie eine dcrstlbigen/ dann es ist auch dein Sohn unter den Rnabcn gewesen/ als wie einer derstlbigen. Oionyliur der Ka»!- thauser sagt / daß Maria sich hab wollen unterwerfen demGesatz / und gleichsamb gereiniget werden / ein Exempel der Demuth zu erzeigen / und sich anderen Weiberen zu vergleichen. Also sitzest dU./ MetN vamatccnL! daß Maria nach dem Exempel Ihres liebsten Kinds / in allem Ihrem Thuen und Lassen/ in allen Ihren Tugendwercken sich habe erniedriget/ und habe Gott ber Allmächtige in diser seiner getrewen Magd allzeit funden/ Sie hab auch gethan was Sie hab wollen / ein demüthiges Hertz. wie ist hingegen dein Hertz beschaffen/steigen nicht zu Zeiten in selbigemPharisaische Gedancken auf/ und bildest dir ein/ du seyest besser als andere/ mit denen du lebst? oder es geschehe dir zu vil/ wann man dir drß oder jenes demüthige Lugendwerck zu thuen anbefihlet ? Ja wann auch ein gantze Versamlrmg ein demüthiges Merck verricht / es seye im Hhor/ bey dem Ltsch/oder in gemeiner Arbeit/ steigt dir »richt gleich ein hoffartiger Gedancken auf/und suchst du nicht alsobald Gelegenheit / tvie du dich dessen könnest einschlagen ? Bist du aber/mein vamslccvL; nicht in einem so üblen Stand/so glaube doch/daß dein Demuth sehr unvollkommen gegen der Demuth Mari-r; VonderLiechtmeß oder Reinigung Maria. MartL; Halte auch für gewiß/ daß Maria ohne Demuth nicht wäre ein Mutter GOttes worden/und daß du ohne hertzltche Demuth nicht könnest mit Nutzen der Seeleu die Heil. Komm nwn empfangen. So erdemü- chlge dich / du hast Ursachen genug. Der drttte Punct. NEtmchte/daß obwohlenMa- ria die allersteligste Jung- fraw von denm dreym Weisen für sich und für Ihr UebstesKind grosse Schatz und Reichthunien empfangen/habe Sie doch selbiges alles gleich wiederumb unter die Armen außgetheilt/ und für sich nicht mehr behalten/als was die eüsserste Noth erforderte; Dahero sie heütiges Tags nicht vermocht ein Lamb zu kauften/ welches die Reichen zu thuen schuldig waren/sonder hat nach dem Exempel gemeiner Leüthen ein paar junge Tauben für Ihr liebstes Kind geopffert. Also sihest du/imin OLmsscen»; daß Marin die Königliche Tochter durch Ihr gantzes Leben bezeü- gen wöllen / wie grosse Liebe Sie zur freywilltgen Armuth habe getragen; Oder aber/ vermeynst 151 du nicht/ daß Maria alles / was Sie verlangte/von Ihrem liebsten Sohn/ der auf Ihr Begehren auch das Wasser in den Wein verwandlet/ hatte haben können T QämsicenL! Gehe in dich gelbsten/ und erforsche dein Hertz/ wiearmb du seyest'? Hoffentlich wird es dich mcht reweu / ulrd wirst du keinBegierd haben nach denjenigen zeitlichen Güteren/ die du durch die Heil. Protektion häst verlassen/ undumb die Liebe Khristi JEsu willerr bist armb worden. Vilweniger wirst du dich etwan heimblich bewerben umb Gold/ damit du diß oder jenes für- dich oder andere könnest einkauften / dardurch du schwarlich windest sündigen/ welches eben so vil/wann du dich unrb gute Freünd wurdest bewerben / die dir/ was du verlangst/wurden einkauften. Du besitzest ja auch nichts heimb- lrches/ und bist jederzeit bereit/ alles das jenige / was dir zum Gebrauch erlaubt ist/ ohneBe- trübnuß und ohne Murren wieder zu Verlagen/ wann es dir die Oberen befehlen wurden. Ach Mein OsmalcenL! stetig / UNd abermahl seelig/ sind die wahrhafte k5L Betrachtung hasstig recht Arme/ dann das Himmelreich ist Ihr; Dahin wann du voll Hertzen verlangst/ seye fteywillig und mit Fremden recht von Hertzen armb/so wirst du diß Himmelreich bekomm. Der vicrdte Punct. IHEtrachte/ daß nach deme Ma- ^ria die Mlltter GDttes Ihren allerliebsten Sohn heutiges Tags in den Tempel vor dem Hohen Priester getragen/densel- bigen seinem Himlischen Vatter aufzuopsseren/ habe der fromme ^ineArmb genommm / lind als Er dasselbige eine Zeitlang mit höchster Andacht betrachtet / an sein Hertz gedruckt / mit vilen hetffen Aebs-Zäheren übergössen / GOtt gelobt und gebene- deyet/habe Er nach demHitnel seüsszend gesprochen: HErr/mm lassest du deinen Diener nach deinen, Wort in, Frieden fahren/dann meine Augen haben gcsthen deinen He,'land. ( 2 ) Ach mein Ozmalecria ! was für ein Frewd ist es / dises schöne und holdseeltge Kind ln semen Handen/in seinen Armben/ und in seiner Schooß haben? ich zweifle nicht/ es seyen noch vrl Weib-und Manns-Persohnm a«vesen/welche Khristlrm IE- sum auch zu selbiger Zeit auf den Armben hernmb getragen / aber nicht mit solchem Nutzen dsr Seelen als wie diser fromeAlte. Was vermeynst du / daß wohl die Ursach möchte gewesen seyn? Der Heil. Lucas sagt: (l,) Daß der Gimcon stye gewesen ein gerechter und Gorrsförchtigcr Mensch/ Er habe gewartet auf den Trost Israel dcuGcsalbeten deß HErren/ und der Heilige Geist stp in Ihme gewesen. Dise schöne Cigen- schafften / weil andere nicht gehabt/haben sie auch nicht solchen Trost deß Hertzens empfangen. Du sihcst / und erfahrest es auch täglich/ mit wie grosser Andacht und Vergiessung vtler Liebs-Zäher andächtige Seelen diß holdseelige Kind in der Heil. Komumon gemessen; ja es sind vil gewesen / welche Jhnne auch sichtbarlich vorr der seeligsten Mutter GDttes mit höchster Andacht in Ihre Armb empfangen/als wie da auß Rlen gewesen srancücuz, Üci-nsrctuz, 8rsnii- Izu8, Bruder Felix/ Francisca/ Gertrud/Mechtild/ rc. Und was ist die Ursach/daß du so kalt und law rn und nach der Heil. Kommunion? Von der Liechtmeß oder Reinigung Maria. r5Z tnmnon ? ach kein andere / als zu leben / falle ich dir L) Maria weil du nicht hast ihre Tugen- zu deinen Mütterlichen Füssen/ den/weil du nicht hast die Armb von Grund deß Hertzens seuff- der keuschen reinen Liebe / und zend : O allerseeligste Iungfeaw Kindlichen Forcht GDttes/Mit LNaria ! weilen du heuriges Tags denenKhristus empfangen wird/ deinen Sohn dem Srmeon zu umb- Weil dir abgehet der Heil. Geist/ fangen hast dargcrelchr/und Ihnne das ist/die hertzlicheBegterd und durch Visen deinen Sohn mit wun» 3nbrunst/die jedem guten Werck dcrlichcr Süßigkeit erquicket/ so soll vorgehen/wie David spricht/ bitte ich dich O Mutter der Barm. ( c) das Feuer wird vor Ihm her» hertzigkeit / du wollest dich meiner gehen / weil du mit einem Wort erbarmen/ innerlich mein Hertz er. Nicht lebst nach dcinem Stand quickcn/und mir dein liebstes Lind und Beruf. durch die Heil. Comunion zu umb- Ach ja freylich lebe ich nicht fangen geben / damit ich in meiner nach meinem Berufund Stand/ Seel getrost und gestarckt/nach der und deßwegen verdiene ich auch Tugend/ nach IEstr meinem Her- leyder nicht mit solchem Trost land/und nach dem Himmel ein der Seelen die Heil. Hfoniunton/ Verlangen tragen/ und in meinem und andere innerliche Gnaden Sterbstündlein mir der Heil. Tom- Gattes zu empfangen ; wie ich munion versehen/ mit dem fromen dann leyder schon ein lange Zeit Simcon sprechen möge: Nun last mit solcher Verlassenheit / Faul- fest du deinen Diener hinfahren in keit und Trägheit überschüttet dem Fricden/mein HErr! weil mei- und angefüllt gewesen/daß mich ne Augen deinen Herland gesehen auch die geringste klornücLtion haben, und Tugend-werck zuübenver- drossen/in welchem armbseeligen (-) L.ucL r. v. r-. (b) ib.v.-5. Stand/weil ich nicht weiß mehr (c) -6. v. z. >y- V Vk- i54 Betrachtung Betrachtung Auf das Fest deß Hell. Btschoffs und Märtyrers ölaflj. Der erste Punct. AEr Heilige klaliur hat sein Leben biß in das Männliche Alter so froni und heilig zugebracht/ daß Er in Armenien in der Statt Sebafte von allem Volck zum Bischofs erwählt ist worden. Mein Darn-scenr! Auß diseM siheft du/ daß diser Heil. Mann dise Würde nicht hab gesucht/ sonder durch wunderliche Anordnung GDLtes darzu erhebt seye worden. Lebe auch also nach deinem Beruf unsträflich/ einzogen und from/und gedencke deiner Seits nicht nach einer anderen Verrichtung; wann Gott etwas anders mit dir machen will/wirds geschehen ohne dein weitere Mühe und Arbeit. Seye also nicht auß denen/welche wölkn gebühren eheste empfangen; fliegen ehe sie Federen bekoinen; einschneiden ehe sie gesäet/ und vermeynen sie tönten dise oder jene gute Merck vcrrichten/wan sie zu disem oder jenem Ampt befördert wurden/ welches doch meistens ein heimbliche Hossarth und Hcchschatzung Ihrer sechsten. Lebe hiemit mit deinem Stand und Beruf zufrieden. Zuin Anderen betrachte/ wie alle Heilige Gattes jederzeit das Verborgne haben geliebt. Es hat auch der Hestigeöl^u, auß Göttlichem Antrieb eine Zeitlang auf dem Berg krZco in einer Höhlin ein strenges Leben geführt / deme täglich nach vol- lendtem Gebett die wilde Thier aufgewartet/ und von Jhme ge- heilet/ den Seegen empfangen. Mein OamLlccnL l Es ist dir nicht verborgen / wie vil grosse Geschafft David der Königliche Prophet gehabt/ die Er doch zu Zeiten auf ein Seiten gelegt; Sihe / sagt Er/ (2 ) ich bitt weit hinweg geflohen/und hab mich in der wüste aufgehalten / in deren Er Jhme sein geführtes Leben vor Von dem Heil. Bischoff und Märtyrer LUko. 155 vor Augen gestellt/GOtt für die empfangne Gnaden gedancket/ seine begangne Fahler beweynet/ und seinen Geist wiederum!) er- newert/ins künfftig GL)tt denr HErren eysserrger zu dienen. Und wie hast du dich in deinem Thuen und Lasten bißhero verhalten ? Hast du die Einsacke gesucht/ und dich beflissen fröcker zu leben? Dises ivann du wirst thuen / werden dir deine Leibs- Krafften/als wie die wilde Thier dein Heiligen Lialio, zu Diensten seyn; Sie werden von der innerlichen Gnad GOttes gestarckt/ geheilet werden/den Seegen empfangen/ dir aufwarten/und in deinen Verrichtungen dir helffen GOttes Ehr/und deiner Seelen Heyl befürderen. Wans nicht geschehen / ist die Schuld dein/ deßwegen lasse dirs hertzlich leyd seyn. Betrachte Drittens / daß wir unser Gebett recht und wohl zu verrichten / sehr aufmercksamb müssen seyn/ und den einfallenden Gedancken und Geschafften kein Gehör geben; Dessen gibt uns das unvernünfftige Viech sechsten ein schöne Unterweisung/welches dem Heil. kiatio. so lang Er gebettet / keinUnge- legenheit gemacht. Erinnere dich mein vLmrfccna k wo du bißhero unter dem Heil. Gebett mit deinen Gedancken seyest gewesen ? ob du nicht allerhand unnütze Geschafft habest zugelassen/und hicmit GDtt den HErrn mit deinem Gebett nicht vilmehr habest verspottet und verlacht/als geehrt und gelobt. Lasse dirs hertzlich leyd seyn/ und wann du ins künfftig dein Gebett wilt verrichten / jag mit dem Heil. öcrnaräo ru deinen Gedancken/daß du Ihnen nach verrichtem Gottsdienst wiederum!) wollest Gehör geben/unterdessen sollen sie dich mit deinem Erschasser und Erlöser lassen reden/ welches unser allerwichti- giste Geschafft ist. (3) ? 5 .54.V.8. Der andere Punct. §Ben zur selbigen Zeit schickte Hßl-icoiLur der Land-Pfleger zu Sebasten seine Soldaten auß/ neben anderen Khristen auch den Heil. blalium zu fangen/ welchen sie zum arideren mahl in dem Heil. Gebett vertiefst/ angetroffen/und zu Ihme gesagt: Lome mit uns/dann der Land-Pfleger begehrt deiner; denen Er geantwortet: Er habe seiner schon V 2 lange 156 Betrachtung lange Zeit allda gewartet. Er setzte noch hinzu: Dlse Nacht ist mir der HErr dreymahl erschienen/ und gesagt: Ich solle mich aufmachen Ihme zu opsteren das Opstcr/ st» gepflegt werde zu opsteren von den festeren; darumb Ihr liebe Brüder/gehen wir hin im Nahmen G-Ottes. Gcdenckc Erstlich/Wie der Heil. Mann durch eyfferiges Gebe« sich zur bevorstehenden Verfolgung habe gerüstet und bewaffnet/ und sich gäntzlich m den Willen Gattes habe rc6zn,ert und ergeben. Mein vamascenL ! Was thust du / wann dir etwas Wideriges zu leyden bevorstehet / oder von anderen verfolget wirst? Wirst du nicht gantz kleinmüthig/und voller Forcht? fuechst du nicht Mittel und Weeg/alles Wideri- ge von dir zu schieben? welches eindeichen grosser Hoffarth/daß du GDtt nicht sieb habest / und mit seinem Göttlichen Willen gar nicht vereinbahret seyest. Gedcncke zum Anderen/ Wie Gott der HCrr die jenige in der Widerwärtigkeit stärcke/ tröste/ und grossen Muth verleyhe/ welche sich gantz seinem Heil.Wttten übergeben/und zu Befürderung seiner Chr gern etwas Wideriges leyden. Mein vamrsccnL l Aise Gnad wirst du auch von Gott empfan- gen/wan du dich durch ein frommes Leben und demüthiges Gebe« darzu fähig wirst machen. Fliehe mit dem Heil. die Widerwärtigkeit nicht / solider opffere dich mitIhme GOtt auf zu einem Schlacht- Opsser / so wird dir nachmahlen nichts schwär fallen/was du auch wirst leyden müssen. Die Soldaten führten den Heiligen Kalium in die Statt Se- basten in die Gefängnuß; den anderen Lag aber stellten Sie Ihnne für den Land-Pfleger/ der erstlich alle Freündlichkeit brauchte / Kalium zu verführen; aber der Heil.Mann straffte den Tyrannen häfftig wegen feiner Lasterhafften Abgötterey/ und da Er Ihnne grausamb mit Prüglen liesse schlagen/sagt der Heil. Märtyrer: O du Betrüger der Seelen! vermcynst du/daß Ich umb deiner peynen willen/ mich von GGtt solte absonderen / der niich starckct/ fang nur das jenige mit mir an / das mir allzeit beliebte. Auf welches Er wiederum!) in eine härtere Gefängnuß gesetzt Von dem Heil. Bischofs und Märtyrer biako. 157 gesetzt ist worden. Mein vamL- tceaL! auß disem sitzest du erst- lich/wie der Heilige Blasius von Gott gestarckt/ seine Fürsatz und gute Fürnetzmcn eysterig habe werckstellig gemacht / von dein Schmeichle» deß Tyrannen sich uicht hab lassen überwmden/und unter den harten Peynen nicht seye erlegen/sonder habedeßTy-^ rannen noch gespottet / Jhnne gestrafft/und für die Ehr Gottes und wahren Glauben starckmü- thig gelitten/und noch mehr zu leyden sich anerbotten. O wie vil gute Fürsatz machen wir uns/ auf welche aber das Werct nicht erfolget/ weilen wir uns kein Mühe und Arbeit wollen kosten lassen/welches du dir sehr leyd sollest lassen seyn. So mache dir einen steiffen Fürsatz/ in deinen guten Fürnehmen ins künfftig G-Ott eyfferigist zu bit- ten/daß Er dir Krafft und Starke wölle geben / das Liebkosen und Schmeichle« deiner tyrannischen Natur/ und deiner bösen Sinnlichkeiten zu überwinden/ und in dir einen wahren Cysser zu erwecken/für die Ehr GOttes zu leyden / und im Guten allzeit mehr und mehr zu zunehmen. Und must du deßwegen von anderen etwas leyden/gedencke daß es eben dasjenige seye/ welches du wegen Gott und deiner Seelen Heyl müssest leyden. Der dritte Punct. §>Er Heilige Blasius hat indem Kercker sehr vilKrancke/die zu Zhme kommen / gesund gemacht/ unter disen fürnemblich ein Jüngling gewesen / welchem ein Flschgrad überzwerch in den Halß komen/und Jhnne in Gefahr deß Lebens gebracht; für disen und für alle andere/ die Jhnne in dergleichen Anligen wurden anrüsten/ hat Er von GL)tt die Gnad erlangt/ daß Sie selten gesund werden. vLMLlccnL r Nicht nur zur Zeit seiner Marter/sonder schon zuvor hat Blasius vil und grosse Wunderwerk gethan; dahero Er für ein Nothhelsser allerhand Kranckheiten angeruffen wird/fürnemblich aber für das Halß-Wehe/und pflegt zu disem End die Christliche Kirch den dritten Hornuna sein Fürbitt anzurüsten / und oen Gläubigen mit zweyen gewyhenen Kertzen die Halß zu segnen. Suche auch du in allen deiner: Anligen Hülst bey disem Hell. Marty- V z rer/ 153 Betrachtung rer/ verehre Jhnneheütfürnem- lich/und empfange mit Andacht den Heiligen Seegen für' die Gesundheit deines Halß/ auf daß du rnit deiner Stimm/sonderltch in dem Ahor/ desto eyfferiger mögest GOtt lodern Als der Heilige Blasiiis gMU- farnb lvtt Ruthen geschlagen/ wiederumb in die Gefängnuß geführt worden/haben Den andächtige Weiber auf der Gassen sein Heil. Bluet aufgefasset/deß- wegen HZricoiäu, erzürnet befohlen/sie sollen den Götzen opf- feren/ oder aber sie müssen eines grausamen Todtes sterben/ denen Sie sich stellten/ bey einem See zu opsseren/ welche sie aber in demfelbigen See versenckten; darunrb der Tyrann noch meh- rers ergrimmet/ befohlen/ dise Weiber auf das grausamiste zrr peynlgen/tmd mit ejsenenSträh- len zll zerreissen/auß deren Wunden Milch geflossen/und von den HH. Englen wieder geheilet worden. Endlichen da alle Pey- nen ltnd das Aeüer selbsten Ihnen nichts möchte schaden/sind Sie enthauptet worden. Mein OLMäscenL ! Die Liebe ' Gottes/ und der Eysser deß Heiligen Glaubens / muß sehr groß gewesen seyn / in hisen frommen Heiligen Weiberen/weilen Sle sich so freywtllig der Gefahr so vrlerPeynen und Marter/ja dem grausamtsten Todt felbstert un- terworffen; fo gedencke/was du bey solcher Gelegenheit wurdest gethan Haber: ? villetcht kanst du es abmessen von dem Eysser/ denne du jetz hast / nach deinem Stand/ in Tugenden zu zunehmen. O wie vil Geistliche und Weltliche werden sich dermahl- einist müssen schämen / unter denen du Macht auch wirst seyn/daß Sie in Ihrem Thuen und Lassen so kalt und law ge- lebt/da Sie doch so grosse Heilige hatten können werden/ als wie dise fromme Weiber / rmd noch vil andere sind worden. Der Heilige Bischofs wird das dritte mahl dem Richter vorgestellt/ der Ihnne lassen in das Wasser stürtzen/aber da der Heilige Mann das Heil. Mutz gernacht/ hat sich das Wasser fest gemacht/ auf welches Er sich mdergefetzt/ und die Ungläubigen eingeladen/ zu Bestätigung ihresGlaubens auch dergleichen zu thuen/deren dann 68. hinein gangen/aber alle ertruncken. Betrachte mein OLmalcenL! Wie Von dem Heil. Bischofs und Märtyrer Llalio. 159 wie G-Ott der HErr alle rechtmäßige Vorsteher seiner Kirchen/ und alle Cyfterer seiner Ehr und wahren Glaubens jederzeit in allerhand Wider- wartigkeiten/Peyn und Marter habe gestarckt/ daß Sie biß an das End deß Lebens in dem Guten verharret/ und noch mehrere Schmertzen/Peyn und Marter außzustehen willig und bereit seyen gewesen. Und wie bist du gesinnet? bedencke diel) wohl/ und lasse dirs hertzlich leyd seyn/ wann du dich nicht findest/wie du seyn sottest. Als GOtt der HErr durch seinen getrewen Diener zur Be- stattigung deß Glaubens sehr vil Wunder gewürckt / besticht ein Engel dem Heil. klasio, Er solle von dem Wasser hinauß gehen/ nach welchem der über- wundneTyrann auß Verzweiflung dem Heiligen das Haupt abschlagen lassen/ den dritten Hornung/im IahrKhristi zr6. MitIhme sind auch enthauptet worden zwey Kinder/die mit ob- gesagten HH. Weiberen verlangt gemarteret zu werden. betrachte/ wie der Hcil.Bla- sius sich in allem der Anordnung Gottes habe unterworffen welches der sicherste Weeg wohl zu leben und zu sterben. Folge di- sem Exempel / und thue nichts ohne Anordnung deineMberen/ dre dir an GDttes statt vorstehen; Visen / wann du einfältig wirst gehorsamen/ wirst du auch wohl getrost leben / und ohne Forcht sterben. Wünsche disem Heiligen Glück / erfrewe dich ab seiner grossen Glory/ und befihle dich Ihme offt und vil; zweifle nicht / Er wird dir gewißlich in deinen Nöthen beyfte- hen/und helffen/ Amen. Betrachtung Auf das Fest der Heü.Verontca. Der erste Punct. D 7 K Heilige v-csniea ist wunr HCnenvon dem Blistgang qe- derbarlich von Khristo dem heilet worden / deßwegen Sie Ihnne r6o Betrachtung Jhnne mit anderen frommen Mctberennachgefolgt/undIhne und seine Jünger mit Ihren Mittlen trewlich helffen ernähren. Mein Oamzsccnzl Crwege reiflich/ob du nicht grössere Gaben von Ahristo l)abest empfangen/und hiemit nicht auch mehrere Ursach habest/ seinem Heil. Exempel und Göttlichen Lehr nachzufolgen / und Ihme in seinen Armen Guers zu thuen. Manns bißhero noch nit geschehen/lasse dirs hertzlich leyd seyn/ und bessere dich mit Ernst. Als der HErr IEsus Mlt dem Last des; Areützes sehr Übel zuzeucht / hinauß geführt wurde/ hat Veromca sich seiner erbarmend/ durch dle tobende Hen- ckersknecht hmzrl gedrungen/auß grossem Cysser Ihren Baumwollenen Schleyer vom Kopfs herab gerissen/und Ahristo dargereicht/ fein mit Bluet und Speichel bemakletes Heil. Angesicht darmit abzuwischen; welche grosse Liebe zu vergelten/hat Ahnstus die Bildnus; seines Hell. Angesichts/wie es damah- len gestaltet wäre / in disem Schleyer gantz lebhasst einge- drNckt/lNld derVeronica wieder zugestellt. Gedcncke VsmrsceyL! Wie Ve- ronica/als Sie nach Hauß kommen/und den Schleyer geöffnet/ werde erschrocken seyn ab dem Ebenbild deß übel-zugerichten Angesichts Ihres liebsten JEsu. Ach wie sorgfältig wird Sie es behalten/und sich osst darin er- spieglet / und sein Heil. Leyden betrachtet haben ? l)-m-lcenr! an statt eines Schleyers oder Schweiß-Tuch reiche deinem liebsten Gesponsert offt dar dein Hertz/bitt Jhnne/daß Er auch darauf drucken wolle die damahlige erbärmliche Gestalt seines Heil. Angesichts/damit du imer cingedenck mögest seyn der grossen Liebe/ die Er dir in seinem Heil. Leyden erzeigt/und zweifle nicht / wann du dich in diser Bildnuß offt wirst erspieglen/ daß du nicht Lebenslänglich grossen Nutzen dardurch werdest schöpffen/ und nach dem Todt einen gnädigen Richter haben. Der andere Punct. I>Ach dlftr Feit schickte der zu Rom kranck-ligende Kayser Tyberius Gesandten nacherIe- rufalem/welche vonLhristo IE- su .Ihme die Gesundheit deß Leibs sotten außbitten ; als sie aber Von der Heil. Veronica. r6i aber von den Apostlen vernommen / wie übelPilatus auß An- stifftung der Juden mit Jhme verfahren/und wieVeronrca die edle Matron gantz wunderlich die Bildnuß seines von den Juden übel-zugerichten Heil. Angesichts empfangen / haben sie die Heil. Vcronicam gebetten/ daß Sie sambt der Bildnuß mit Ihnen nacher Rom zum Kayser wolte reisen/in welches Siever- williget/ und zu Rom glücklich ankommen; So bald der Kayser das Heil. Allgesicht gesehen/ geküßt und verehrt / ist Er gah- ling frisch und gesund worden. MeinOamascenL! Hat Tybk- rius ein Heyd mit so grossem Glauben bey Khristo sein Gesundheit deß Lerbs gesucht/ mit wie vil grösserem Vertrawen/ Glauben / Hoffnung und Liebe/ sollest du dich in deinen Anligen zu den Füssen JEsu/ deines liebsten Gesponsen niderwerffen/ JhmedeinRoth klagen/und von Jhme Hülff begehren. So erforsche dich erstlich/ob du in einem solchen Stand seyest/daß du mit Jhme also vertrawlich dörf- fest umbgehen 2 Zum anderen / ob du Jhnne nicht offt fürbey gehest/ und bey den Kreaturen Hülff und Trost Leibs und der Seelen suchest/ mehr auß einer Sittlichkeit als auß Eyffer Gott dem HErren zu gefallen / und in Tugenden zu zunehmen ? Ligft du kranck/ mein Usmascen-! und weist du dir selbsten nicht zu helf- fen / sihe an das Angesicht deines Gesalbten/ (s) JEsu deines Ueb- sten Gesponsen/ küsse und verehre es/so wirst du getrost/und dir zu verstehen geben werden/ was du in deinem Anligen thuen sollest. (3) ?s. 8 ;.v. rv. Der dritte Punct. DMerius ist nach solcher von Christo empfangner Gnad so danckbahr gewesen/daß Er erstlich als ein Heyd Christum unter die Zahl der Götter wolte zehlen. Ist Er ein GOtt / sprach Er zum Römischen Rath/ kan Er uns in vilen nützlichen Dingen behüflich seyn / ist Er aber ein Mensch/ ft> kan Er dannoch unsere Rcpublic beförderen. Zum UN- deren/hat Er den Pilatum/ weil Er Christum hat creützigen lassen/ seines Ampts entsetzt/ seiner Güter beraubt/ und ins Elend nacher Wien in Franckreich geschickt. Und drittens hat Er X der ivL Betrachtung der Heil. Veronica grosse Reichthumb zu Ihrer Aufenthaltung verehrt. Mein vamascens ! Frage nicht lang/was soll ich den, HErren vergelten für alles/ was Er mir gegeben hat / 0) Er begehrt weder SUber noch Gold/noch was anders/ausser dreh sechsten. Mein Sohn / sagt Er/ (b) gib mir dein Hertz/ diß allein begehrt Er. So gehe hin/ und würffe dich zu den Füssen deines Liebstcu/und sehen- cke dich Ihme gautz vollkommen; sag du wollest ins künfftig nichts anders thuen/als was duIhme angenehm zu seyn werdest erkenne): ; du wollest fürnembllch Ihnne als deinen HErren und GÄtt hoch achteu/und was Ihme zuwider/ hassen und verfolgen ; du wollest auch ehren und lieben/welche Ihm dienen/und em from auferbarvliches Leben führen. Die Heilige Veronica hat V0N diftr Zeit an/biß an Ihr End in großer Fromkeit und Heiligkeit zu Rom gelebt/den Heyden den Christlichen Glauben verkündiget/dre HH. Apostel Peter und Paul/ und andere Iirnger und Khristen/die dahin kornmm/auf- und angenommen / Ihnen vil Guts gethan. Sie hat auch mit grossem Hertzleyd gesehen/ wie unter dem Tyrannischen Kayser Nerone dtei^hristen von den Heyden verfolgt/ und grausam!) gemartert wurden; so vtl Sie tonte / hat Sie selbige aufgemuntert und gestärckt / und nach dern Sie von dem Heiligen Petro den letzten Seegen empfangen / hat Sie zugescharret/ wie Er gecreütziget/und Paulus enthauptet wurden. Mein OamalcenL l Gedencke wie Veronica schmertzlich werde empfunden haben der Heyden Grausambkett wider die Fristen ; wie vil heisse Zäher Sie wird vergessn haben / als dise zwey liebste Heilige Apostel sind gemartert worden. Vesteiss dich auch/aklen Betrübten Grus zu thuen/tröste selbige/ und so vil an dir rst/beleydige keinen Menschen/ Er geduncke dich gut oder böß/ from oder Lasterhafftig zu seyn; insonderheit verehre und liebe deine Vorgesetzte. Wie hast du dich bißhero in disen Dingen verhalten? Als die Heilige Veronica ver- merckt/daß Sie bald wurde sterben/ruffte Sie zu sich den Heil. Pabst Otcmelucm, verehrtIhme das Von dem Heil. BW°ff k-md-ns. - 6 z das Heil. Schweiß - Tuch/ wol- S«st» ius°E°M woll« «l-esnoch M R°m/»nd nachdeme ewdrustm die ^dmWnß der Sie den PäbstUch-n Seegen e>m «rau^men Wund.n/Stteichm pfn»gen/>st Sie heilig gestorbm/ und Mallen ^stche cmps g und zn Rom begraben worden, das so Iiebreiche Augesickt m-m o-mL-n-: Bitt ab- liebsten JLSWmL damird» sonderlich dise Heilige Fraw/daß durch 3W'"uch MgB ellam Sie dir von GLit wolle erlan- gen eingluckseeligesSterbstund^ gen ein eyfferige Andacht zum lein. bitteren Leyden und Sterben (a) ps.ux.v.ir. (l>) ?wv. r;. Khrifti JEsu/ und daß Sie dei- v. rs. Betrachtung Aufdaö Ast deß Hnl. Mfchoffs kembem. Der erste Punct. §>Ee Heilige Rcmbertus Ware itt ^seiner ersten Jugend mit so vilen guter: Sitten und Fromkeit deß Lchens begäbet/ daß Jhnne Halckrriur der Bremische Bi^ schoff mit Verwilligung seiner Eiteren zu sich genommen/ irr dem Geistlichen Leben unterwi- sen/ und so lang Cr gelebt/bey sich in seiner Gesellschafft behalten. Auß diftm sihest du / vrmzsce. nr! wie gute Sitten und frommes Leben den Menschen beliebt und geschickt mache/zu noch grösserer Fromkeit und Heiligkeit; wie dann Rembertus nach und nach so weit ist kommen/daß Er würdig worden dem Heil. Ickrcio in der Heiligkeit undBre- mischen Bißthumb nachzufolgen / und seiner Glory in dem Himmel theilhafftig zu werden. Eines mahl hat sich bey Zhme der auß seinem Kloster schon langst verstorbne Priester krnul- plm-i beklagt / daß weilen Er bey Lebzeiten für seiner Seelen Heyl Sorg-loß/nnd in Srtren ansge lassen gelebt/ die Zeit übel zuge Zb 2 bracht/ iv4 Betrachtung bracht / und so wohl an Regel Faft-Tagen als zu anderen Zeiten/ohne Erlaubnuß Fletsch und andere verbotene Speist und Tranck genossen/müsse Er schwäre Peyn leyden; Er hoffe aber/ daß wann Er für Ihnne viertztg Tag in Wasser und Brodt werde saften / durch d.te Barmher- Higkeit Gottes JhmedisePeyn und grosse Straff werde nachgelassen werden. Er hats gethan/ und hat ^rnuipiiuz der Himmlischen Glory erfreut / durch ein andere Persohn dem Heil. kk>roäili2 dem Landpfleger gesagt/Siewolte ehender Stahl und Eisen erweichen / als die zum Dienst derGöttcr/ oder zu einer Unzucht bereden. Zmn Anderen/ stelle dir vorAugen die jetzigeWelt/so wirst du sehen/ daß sie in dem Laster der Unziicht also verliesst / daß deßwegen der meiste Theil derselben zu Grund gehe. Beweyne über das mit heissen Zaheren/daßauch Seelen mit dem Gelübd der Keuschheit verbunden / leyder nicht müssen von anderen zu unkeüschen Ge- dancken / Worten und Wercken beredt werden / sonder find sechsten disem Laster also ergeben / daß sie auch Welt- Leüthcn dar- mit grosse Aergernuß geben. Dich betreffend / beglbe dich in kein Gefahr / in deren vil und grosse Heilige gefallen/Gott thut nicht nnt alle»: Wunder/ wie mit der Heil. Agatha. Hüte dich/ daß du nnt keinem einzigen Zeichen jemand eine Anfechtung, machest / fliehe sechsten alle Gelegenheit/trawe dir sechsten nit/ und befchafftige dich allzeit mit guten heiligen Gedancken / mit denen du die unkeüschen mögest Verjagen. (») Hä Lolots. z.v. f. Der andere Punct. AEtrachte/ daß Weil ä pkroclilir Nichts möchte außrichten mit der Heil. Agatha/ hake nu-j selbige für sich ruffen lassen/ und gefragt/warumb Sie Adelich gebohren nach der Weiß der Ahristen/ ein so schlecht und verächtliches Leben führe? deme Sie geantwortet/daß die Christliche Demuth und Dienstbarkeit vil köstlicher / als der Königen Pracht und Hochheit/ und daß -68 Betrachtung Sie sich glückseliger schätze ein Dienerin Khriftt / als Adlich und frey gebohren zu seyn. Er hingegen seye vil armbseeliger / und ein Leibeigener deß Leüf- fels / weil Er falsche Götter anheile / auf welches Agatha ein harten Backenstretch empfangen / und in ein Gefängnuß ge- siihrt worden. L) wie wahr ist es / mein vr- matccns! was Khristus eines mahl zu seinen Jüngern gesprochen! (a) wann Sie Euch führen werden in Ihre Schuhten/ vnd vor die Hbcrkciten/nnd vor die Gewaltigen/ so sorget nicht/ was Ihr antworten und reden sollet/ dann der Heil. Geist wird Euch in selbiger Stund lehren / was Ihr sägen sollet. Erwege also wohl/ wie die Heil. Agatha von dem Heil. Geist angetriben/dem Tyrannen und allen Welt-Kinde- ren gantz unerschrocken die War- heithabe geredt/und gezeigt/wie grosse Gnad es seye / allein dem wahren GOtt dienen/und wie ein schwäre Dienstbarkeit es hingegen seye / nach der Welt und nach dein Fleisch leben. Was thust du Erstlich / wann du von böser Gesllschafft/und von deinen bösen Begierden zur Sund angereiht wirst? Wann der Heil. Geist in dir / wirst du Ihnen kein Gehör geben/unerschro- cken dich ihnen widersetzen / und die Ehr G-Ottes/ und deiner Seelen Heyl / der Welt/ dem Fleisch/und allen bösen Begierden vorziehen. Zum Anderen/ weil du täglich erfahrest / daß fromme demüthige Kinder / welche nach der Welt in allem Pracht und Wollust tönten leben / wegen GL)tt aber alles verlassen/ von den Welt-Menschen nur verspottet und verlachet werden/ so erforsche dich/ unter welchen du seyest? Ach glückselig und abermahl glückselig bist du / wann du in der wahren Armuth / Demuth und Gehorsame GÄtt dem HErrn dienest. Lasse in dir kein Be- gierd nach derEytelkeit der Welt aufsteigen; zürne und schäme dich nicht/wann dich andere deßwegen weniger achten/ verspotten/ verlachen/oder unglückseliger schätzen. Paulus/ und mit Ihme alle demüthige Hertzen achten sich glückseliger/Diener Khristi JEsu zu seyn/als Herren der gantzenWlt genambset zu werden. Den »ruderen Tag/da derTyran ersah- Von'der Heil.Iungfrawett und Martyrin Agatha. 169 erfahren / daß Agatha indem Mauken imer beständiger/ und zu allerSchmach/Schand/Peyn und Marter begieriger / ist Er gantz zornig worden / die Zahn aus einander gebissen / und befohlen/ an einer Brust zu peynigen/und außder Würbet herauß zu schneiden/ denne die Heilige Iungfraw hart gestrafft/ daß Er Sie ließ an der Brust peynigen/die Er selbst an seiner Mutter gesogen. Folgende Nacht/weil der Wüete rich verlangte / daß Sie in der Kelchen ohne Speiß und Tranck/ und in diser Ihrer Marter bald solte sterben/ erscheint Ihr der Heil. Petrus in der Gestalt eines alten Manns/und heilet wiederum Ihre Brust; über das hat Er den Kercker mit solchem Glantz angefüllt/daß die Wächter dar- von geloffen/und den Kercker offen gelassen / aus; deme Agatha auf Anhalten anderer Gefangenen/nicht wolte fliehen / sonder hat der Marter-Krön gantz begierig erwartet. Mein vsmLlcenL ; Weil Agatha der Welt gantz vollkommen abgestorben / und all Ihr Bemerk allein nach GOtt gezihlet/ hat.Sie alle Peyn und Marter auch desto eyfferiger verlangt und gelitten/ als Drittel/ dar- durch Sie desto ehender möchte zu GOtt kommen. Gehe ein wenig in dich selbsten / und erforsche dich/ ob deine Begierden allein nach G-Ott zihlen/ gern leydest/und gern bald bey GOtt wärest ? Ach wie vil arme Religiösen leben noch gantz in die Welt verliebt / und ist Ihnen nichts mehrers zuwider alSLey- den ; so ist auch Ihr Begierd nicht groß bey GOtt zu seyn. Lasse dirs leyd seyn/ daß du noch nicht in solchem vollkombnen Stand/als wie Agatha und andere fromme Seelen gewesen. Zum Anderen / obwohlen die H. Agatha durch Abschneidung her Brust die gröste Schmertzen erlitten/ hab Sie doch Ihr einziges Vertrawen auf IEsum Ihren liebsten Gesponsert gesetzt/ und kein Leibliche" Medicin zulassen wollen / deßwegen Er Sie auch durch seinen Apostel Pe- trum heilen lassen; Und wie verhaltest du dich in deinen leiblichen Schmertzen? der König/ weil Er in seiner Kranck- heit nicht auf den wahren Gott hoffte/sonder bey Beelzebub dein Gott ^ccäi-on Hülsssuchre/müste 2 ) Er I/o Betrachtung Er zur Straff sterben/ (b) und in dlsem sitld vil Geistliche armb- seeltger als die Welt-Menschen/ dann sie ohne einziges Ver- trawen auf G^)tt allerhand Mittel suchen / und diß / weils nicht allzeit auß gutem Zihl und End geschicht / müssen sie meh- rersleyden/und ehender sterben. Endlichen ist Agatha/ ob Sie doch wohl tönte/nicht geflohen/ sonder durch das Liecht der Gnad Gottes gestärckt / hat Sie lieber wollen leyden/und gemar- Leret werden. Mein OLML^enL ! Bitt die Heilige auch umb das Liecht und Stärcke der Gnad Gottes/damtt/wann dir etwas zu leyden bevorstehet/ und du dich darvon töntest losi machen/ solches nicht wöllcst thuen / und umb die Liebe Ahristi IEsu willen gern etwas wöllcst ley- den. Urrd Whero/ wre hast du dich in dergleichen Gelegenheit verhalten? Erforsche dich/und lasse dirs leyd seyn/was du tadel- hasstes in dir findest. (a) L.ucse ir. v. n. (b) 4.Nsg.i. v. i6. Der dritte Punct. HHEtrachre/daß als^uinrisnur ^ die Heil. frisch und gesund gesehen / habe Er noch mehr erbittert bcfohleu/den Boden mit glüenden Kohlen und spitzigen Scherben zu bedecken/ die Heilige Iungfraw nackend auf selbigen herumb zu weltzen; GHtt aber habe alsobaid die StattLarrnam (wodie Heilige gelitten/) mit einem grossen Erdbeben gestrafft / welcher zween beste Freund des; Tyrannen er- schlagen/Er felbsten erschrocken/ (es möchte das wütende Volck Jhme mit Gewalt hinweg nehmen/) habe bcfohlen/die Martyrtn übermahlen in den Kercker zu führen / in deine die Heil. Iungfraw bettend Ihren Geist aufgeben/ den 5.Hornurrg/ im Jahr Christi 252. Halte für gewiß/mein Oamaicc- oa l daß dise glüende Kohlen und Scherben der Heiligin keine Peyn / sonder ein lautere Er- quickung seyen gewesen / wegen deß Göttlichen Feüers/so in Ihrem Hertzen gebrunnen / und so du etwas mtlst leyden/dich aber äusserlich noch nicht karrst er- ftewen/ hüete dich aufs wenigst/ daß du dich deßwegen bey anderen nicht beklagest/einige Unge- dult erzeigest/ober deinem Nächsten etwas Böses ^wünschest; Trage Von der Heil. Jungfrawen und Martyrm Agatha, Trage in überigem Gedult/ GL)tt wn d jedem den Lohn ge- den/wie Erö verdienet har. Mein VrmrscenL l Behertzige insonderheit alle Wort Ihres letzten Gebetts / mit deme Sie Ihren Geist hat aufgeben in die Hand Ihres liebstell Gespoir- fen: HErr / sagte Sie / der du mich von Landheit auf bewahret hast ; Der du von nur die Liebe Zur Welt genommen hast; Der du mrch M einer Vbcrwmderin aller Meynen gernacht / weiche mir die Herrcker angethan/nunnre auf mein Secl. D wteglückseelig/ sage rch/wirst du seyn/ wann du mit Trost deiner Seelen in deinem Lodtbethlin zu G-Ott kaust betten : HErr/dcr drr nüch von Lind- heit auf also hast bewahret/daß ich dich niemahlen rödtlich hab bcley- diget; Der du die Liebe der Welt von rnir gcnoinmen / daß ich nüch von keiner bösen Begierlichkeit / oder einigem Wollust hab lassen verführen / sonder hab alle Gaaben der ZTtatlkr zu deiner grösseren. Ehr angcwendt/ der du mich zu eurer Vberwindcrin gemacht aller pcyn/ welche ich von den Crcatrrrcn/ von dem böst« Feind/ oder von meinen selbst - eignen bösen Begierde«» angefochten/ hab außgestanden und gelitten / und hicmit dir trewüch angehänget; nirnme auf in deine Hand »nein arme See!. Bist du aber nicht in solchem glückseeli- gem Stand / bcweyne dem biß- hcro geftrhrtes Leben/unD rüste dich/ins künfftig besser zu sterben. Betrachte noch ferner/ wie GOtt der HErr ^rksin in der streitbclhren Kirchen sehr groß habe gemacht/ in deme Er Erstlich zween Engel geschickt mit eimm Tafelin / da die Khnsten Ihren Heiligen Lab wölken begraben/ auf deme geschriben gewesen : Ein heilige gutwillige Seel hat GDtt verehrt/ und Ihr vatterland erlediget. Wann dlt/ mein l)LMLlccnL! mit Agatha wohl wirst leben und sterben/ wird dich auch GOtt nach deinem Todt ehren in den Himmlischen Frewden. Zum Anderen / hatGDtLSie groß gemacht/ daß Er (>umriL. num, der die Guter aZLkbX ab- zuhohlen nach päicrmum abge- reißt/gestrafft/ulld in einem Fluß ersaufft/ daß so gar sein Leib nit mehr zll finden gewesen. So befleiße dich/niemand zu beleydi- gen/ vilwmiger daß dir jemand verfolgen wollest; Rede von allen wohl/ und gedencke / daß N 2 deme r/r Betrachtung deme die Straffnicht werde auß- dem Feuer gehalten / welches bleiben/der andere verfolget. alsobald still gestanden/ und wei- Drittens/ Nicht lang nach Jh- ters nichts geschadet. remLodt/ hat der Berg utrna mein Oam-iccna; Hat das ein Meil Wegs von der Statt Tuch der Heil. Agathr so grosse KataAi gelegen/so vilFeürflam- Krafft wider das ^arcriaiische menaußgeworssen/daßdreBur- Feuer/ ach! wie vilmehr wird ger ( damahls noch Heyden/) sonderlich das Heilige Sacra- vermeynt/ihre Statt werde von ment deß Altars / das Heilige den hauffigen Feüerflamen als Kreütz-Zeichen / und die Anruft einen! Wasserfluß überschwembt ftlng Mart-e Krafft haben wider werden/in welcher Noth sie auß das Feuer böser Vegierlichket- Eingebung G-Ottes das Tuch/ teure. Trag ein sonderliches mit deme der Heilige Leib be- Vertrawen zu diser Heiligen deckt gewesen / auß dem Grab Iungfrawen/ die vil bey genommen / und Habens gegen ' GOtt vermag. Betrachtung Auf das §est der Heil. Iungfrawen und Martyrin Oororkea. Der erste Punct. (ZWEtrachtc / daß als äpriciur men/oder sich verborgen / sonder SjZKaysers viaximinisn; Land- habe ein Dbstgerin Ihrer selb- Pfleger in Happadocien stendieJugend/Haab/Gueth Hefelchet ist worden/in der Statt und das Leben selbsten veracht cLtareL die Khristen aufs äusser- tcnd/sich entschlossen/ehenderzu sie zu verfolgen/ habe Dorothea/ sterben/als den Götzen opsseren/ nnt vilen natürlichen und über- den Glauben verlaugnen / und natürlichen Gnaden von GDtt GDtt beleydigen. begäbet/ die Flucht nicht genom- Mein OLmsscea»! Halte für gewiß/ Von der Heil. Iungfrawm und Martyrm Dorothea. 17z gewiß / daß der Heil. Dorothea wurde schwär gefallen seyn / in einen so gefährlichen Aampff sich einzulassen / und hoffen einen so starcken Feind zu erlegen/wann Sie nicht schon zuvor Ihr sechsten abgestorbm/dieFeind Ihrer selbst-eignen bösen Natur wurde überwunden haben. Gleichwie auch der David sich nicht hätte unterfangen/ mit Goliat seinem äussersten Seelen-Feind zu streiten / warrn Er nicht zuvor die wilden Bestien / Bähren und Löwen seiner bösen Begierden wurde erlegt und bestrttten haben. So wirst ja auch du nicht so vermessen seyn / daß so lang du noch ein Sclav deiner selbst-eige- ncn bösen Natur/wöllest hoffen ein Obsiger deiner Feinden/ und ein Kind der wahren Lugenden zu werden. Es sagt Khristus nicht/daß wir dasKreütz sollen aufunsnehmen/ und uns sechsten verlaugnen/ sonder wir sollen zu allerersten uns verlaugnen/uns sechsten absterben/ damit wir das .Ereütz mit Trost und Nutzen der Seelen nachmahlen auch költnen tragen. U)er mir will nachfolgen/dcr verlang,rc sich selbst / und trag sein Lreutz. (3) In was für einem Stand befindest dtl dich/MeiN vLMLtccnL: lasse dirs leyd seyn / wann du noch immer deiner bösen Natur so wohl Leibs als der Seelen/un- terltgst. Und dtser abzusterben/ soll dich antreiben ein ruhiges Gewissen/ das Exempel Ahristi/ derHeiligenDorothea/und vtlcr anderer Heiligcn/ja der Himmel sechsten. Drse werden dir ja ins künfftig Antriebs gnug seyn/ daß du alle fürfallcnde Gelegenheiten und Anfechtungen G-Ott zu beleydigen/ mit seiner Gnad wirst bestrettten/ und überwinden mögen. Betrachte /wie Dorothea von dem Land-Pfleger beruften / mit grossen FrewLen sieh hab aufgemacht / als müsse Sie auf ein Hochzeit-Fest/ und habe sich gantz behertzt vor Gericht gestellt. Und da der Tyrann Sie mit vilem Schmeichle« undVer- sprcchen/Christum zu verlaug- nen/und auß Befelch deß Käy- sers den Götzen zu opfferen / bereden wöllen / mit wie Iung- fräwlicher Etnzogenheit / doch gantz unerschrocken und Männlich Sie hab geantwortet/ daß der wahre lebendige GOtt ein Käyser Himels und der Erden/ D 3 hab -74 Betrachtung hab verbotten/ daß Sie keinem als Iyme allein dierle und opffe- re / deme Sie hiemit als Ihrem rechtmäßigen HErrcn gehör- same/und den falschen Görteren dem Teüffel nicht opffere/ lasse sich auch von Christo IEsn nrt abwendig machen / denne Sie für Ihren Brautigamb erwählt habe. lNemOLMasceriL! Erforsche dich Erstlich/ ob du auch zu allen fürfallenden Widerwärtigkeiten so behend und freudig seyest ? ob dir die eigne Liebe nicht noch fast anklebe/und drr nicht wollest lassen wehe thuen/ wann du etwas zu leyden vorsihest? Es gibt vil arme/unmortificterte und unab- aetödte Kinder / welche/wann sie nur von einer Dberkeit beruften werden/oderin demKapitel- Hauß erscheinen müssen/Ihnen schon fürchten/ sie inöchten mit Worten/ oder mit eitler auch nur geringen Büß gestrafft werden; So thorecht blst du ia in dich sechsten nicht verliebt/daß du ab so geringem erschröckest/oder daß du dtch lticht könnest insAreütz schicken/ tvan du dich derer: eitles zubefahren hast. AHM Anderen / gehorsamest/ dienest und opfferest du zu Zeiten nicht mehr deiner Tyrannischen eignen Liebe / als GL)tt deinem Erschaffe:' und Erlöser/wann sie sich zu grossem Nachtheil der Ehr GDttes/und deiner Seelen Heyl anmeldet?Achl)2MLsccnL! besinne dich nicht lang/fahre ihren bald übers Maul / sag daß dein emsiger Beruf seye/G-OLt dtenen/Ihnne lieben und änderten / und daß du ohne Verlieh- rung ewiger Glückseligkeit dich von deinem gecreützigten IEsn nicht körntest scheiden. (a) tVlLcrt,.i6. v.r4. Dcr andcre Punct. AEtrachte / wie Dorothea immer begieriger seye worder:/ durch Peyn und Marter bald im Himmel bey Ihrem liebsten Brautigamb zu seyn; dann da Hpricm, gesehen solche Freyheit in diser gefangnen Iungfrawen/ und daß weder Drohen noch Versprechen / weder Liebkosen noch Schrecken nichts wolte verfangen/ ist Er erzürnt auß den: Säffel aufgesprungen / und befohlen / Sie an die Folter zu schlagen/und zu peynigen/ auf welches Dorothea noch freyer und behertzter zum Richter gesagt : Marirmb verziehest st> lang? Von der Heil. Jungfrawen und Martynn Dorothea. 175 »nach geschwind / was du zu thuen hast/auf daß ich sehe Visen meinen Brautigamb/ umb welches Liebe willen ich begehre gcpeyniget ZU werden / und Er ladcr mich ins Paradexß deß wollusts zu koincn/ in welchem Acpstel wurrdcrbahrll- cher Schönheit gefunden werden/ die allzeit können aufbehalten werden / wie auch (Tilgen / Rostn/ und Blumen/so nie verfaulen. Ach mein OsmLlccna ! Halte für gewiß/daß alle Gotttliebmde Hertzen ein grosse Liebe zumLey- den getragen / und m selbigem sich erfrewet/ desto balder bey JEsu zu seyn. Stelle dir vor Augen 8 rcpbLnuln mitten unter den Steinen ; ^nctrcsm am Arentz; lAnacium den Märtyrer unter den Löwen; ttauiennum aufdem glüendenRost/uud noch vil andere mehr / und gedencke/ dast Dorothea in der Beg^erd und Fremd zu leydeii/nichr allein keinem seye gewichen/sonder noch über das dem Tyrannen in Ihrer grösten Marter gesagt: Die Tag meiucs Lebens bin ich nie- mahlen also erfrewet worden. D Wie kalt ist hingegen dein Be- gterd und Liebe zum Leyden/wie wenig verlangst du/ durch Peyn und Marter/ und durch oieAb- tödtung deiner bösenAnmuthnn-. gen bald beyG-Ortzu seyn? Muntere dich auf/ UNd sag NNt dem eysterigen H liAvliino O Liebe die du allzeit brinnest/und nicmah- len erlöschest t Liebe! mein. GOtt entzünde mich ! daß mich dürste/wiedich gedurstet km dem Heil. Delberg/ am Stammen deß Heil. Kreütz/und durch den Laust deines gantzen Lebens^ Entzünde mich T) mein JEsu! Entzünde mein Hertz / und altes was ln mir ist/das mich dürste/ wie gedürstet und noch dürstet alle gerechte und fromme Seelen nach Areütz und Leyden/damit ich dermahnmift möge kommen/ wo alle Durstige werden getrauet werden von Überfluß deines Hauß / und wo du Sie wirst trancken/und Ihren peyn- lichen Durst löschen mit dem Bach deiner Wollüsten. (H Betrachte/ wie zpliciu8 alles/ aber umbsonsten/habe airgespan- net/ Ootokbesm von dem Glauben abtrünnig zumachen; dann Erstlich / habe Er Sie zweyen Schwösteren (welche außForcht der Peynen den Glauben ver- laugnet/) zu verführen übergeben/bey dmen aber die Heiligin so vil vermocht/daß Sie wegen began- r/6 Befrachtung begangnenFahlersVüß gethan/ und sich entschlossen/umb Khristi willen zu sterben/ welche der Richter auch nachmahlen in Am schawung Dorothea zusammen gebunden ins Feuerwaffen lassen. ZtimTAnderen/ habe der ver- stockte Richter Ooeortiesm wie- derumb an die Folter schlagen/ in einen Kessel voll siedend Oehl setzen/Ihre Seyten mit Facklen brennen/und das Angesicht mit harten Backenstreichen schlagen lassen/welches alles Sie mit grö- sten Fremden gelitten / theils/ weil Sie Gott dem HErren dise zwo Schwösteren wieder gewonnen/theils/ weil Sie hoffte Ihren liebsten GOtt bald in dem Himmel zusehen. Mein l-2MLlccnL! Alt spjt zwar fliehen alle Gefahr/ und alleböse Gesellschaft wo duver- meynst verführt zu werben/und Böses zu thuen ; aber kanst du solche nicht meyden / und must bey und unter derjenigen seyn in diser oder jerrer Gelegenheit / erforsche Erstlich dein Gewissen/ wie du dich bißhero bey dergleichen Gelegenheiten habest verhalten ? Es kombt so werd nit/ daß du sollest den Glauben ver- laugnen / und Handgreiflich- schwäre Sünden begehen / aber dise oder jene Regel und Ordens-Satzung/ wohl auch die Gebott GOttes da oder dorten zu übertretten; Hast du nicht zu Zeiten auß Menschlichem Respect/ oder auß Antrieb selbst- etgner böser Natur dich von anderen verführen lassen / und gethan/ daß vor GOtt gar nicht ist recht gewesen/ dardurch du dir sechsten und anderen bist schädlich gewesen? dann wann du vltteicht bey anderen einen guten Wahn und guten Nahmen gehabt/ hast du durch dergleichen Fähler nicht allein selbigen verlohren/ sonder hast noch über das andere im Bösen ge- stärckt/welches wider das Exempel der Heil. Dorothea/ und anderer Heiligen/welche unter den Bösen in dem Guten eyfferig und standhafftig verblieben/und die Bösen noch zu dem Guten beredt. Entschließe dich / ins künfftig eyfferiger und fürsichti- ger zu handle» / wann du dich fühlbar findest. Zttiir Anderen / erforsche dich/ ob du deinem Nächsten/der besser als du/ nicht etwan weniger gewogen seyest gewesen / Ihnue , unter Von der Heil. Iungfrawenund Martyrin Dorothea. 177 unter dem Schein eines guten Eyffers bey den Oberen und anderen nicht habest verkleineret/ unterdrückt/ oder sonsten Gelegenheit gesucht/ wie du Ihme könnest schaden? Hingcgen/wie du / von anderen geplaget / alles Widerige von GOtt habest angenommen? ob du endlich gleich jetz ein hertzlicheBegierd habest/ durch Kreütz und Widerwärtigkeit / bald GOtt in dem Himmel zugemessen? Wann du dichtn disen Dingen fahlbar findest/ verbessere es. (s) kl^z s.v.-. Der dritte Punct. IHEtrachte/ daß als Dorothea ^zum Todt verdambt / zur Richtstatt hinaus; geführt wurde/ habe l'Kcopbiiu!» ein Rechtsgelehrter/ Spottweiß zu Ihr gesagt/ Sie soll Ihme aus; dem Garten Ihres Brantigambs Aepffel und Rosen schicken/und/ obs zwar zur harten Winterszeit/ hab Sie doch dis; Ihme zu thuen versprochen ; und umb diseGnad/da Sie ZCsum Ihren Brälttigamb gebetten/seye gleich ein Engel in Gestalt eines kleinen Knabens nnt einem Körblin voll Aepffel und Rosen erschienen/welchen Dorothea gebetten/ selbige Ihrem "ri, eo? Ku 0 zu brilt- gen/woraufSie enthauptet die Marter - Krön empfangen / den 6 Hornnng/im Jahr 304. 7 ^ co - plmu, aber durch diß Miracul bekehrt / habe aufgeschruen: wahrhastrig ist kein anderer Gdtr dann der Christen/ und seye nach vilen grausamen Peynen auch enthauptet worden. Meittvsm-lsccnr! Dorothea hat disen von Ibcopluio empfangenen Schimpfs nicht allein nicht übel aufgenommen / sonder hat noch über das sich seiner erbarmet / und von Ihrem liebsten JEsu erlangt/ daß Er Ihme neben den schönen Früchten auch sein Göttliche Gnad ertheilt/ dardurch Er erleüchtet/ und in der Liebe GDttes entzündt/für den wahren Glauben gestorben. vLmrlcenr! So weich seyn/daß man sich über jedes Schimpff- Wort erzürne/ist nichts geschei- des / und einem Geistlichen absonderlich ohnanstandig; und was thust du in dergleichen Zufallen ? Folge dem Exempel der Heil. Dorothea/ seye starckmü- thig/und so gut du kanst/schlags in den Wind; gib nicht zu / daß 3 dir i/8 Betrachtung dir etwas dergleichen in dasGe- müth eindrmge/den innerlichen Frieden zerstöhre/ und das Hertz verletze. Gehe für das Krucifix/ schenckedergleichenVerspottung deinem Gecreützigten/und bette für solche Spöttler ein Hell. var- ter unser. Gcdencke zumahlen/ wie schimpflich und spöttisch der HErr IEsus vor dem Herodes/ und am Hetl.Kreütz seye gehalten worden / wie vil Schtmpff auch andere Heiligen haben müssen anhören und leyden. HüeLe dich/dafi du unter solchen Spott- Vögten nicht seyeft/demen Nächsten lticht verlachcst/verschtmpf- fest und verspottest/ wie leyder vil gefunden werden/die andere meisterlich wissen durch die Ha- chel zu ziehen/zu schimpffen/und zu spotten; wann andere deßwegen lachen/ ihnen noch einbilden sie seyen gar witzig/ da sie doch nichts anders an den Tag geben/ als ihre grosse Thorheit und Narrheit/welches ein Oberkett in einer Versamlung nicht soll leyden/weil dardurch dieGenni- ther und der liebe Frieden zer- stöhrt werden; dann nicht ein jeder so vollkommen/ daß Er die Verspottung mtrStillsthweigen und ohneVerwirrung töne übertragen und leyden. Wünsche auch itcoplillo Glück / daß Er dm ch diß Wrrn- derzeichen bekehrt/ gemartert/ und seelig ist worden; Bitt deinen lieben GOtt/daß du die so vil empfangne Gaben urd Gna- denGOttes deirrer Seeleri Hcyl zu gutem/auch köiUiest zu Nutz machen. Endlich setze in deinen Anligen dein Vertrawen auch festiglich aufG-Ott/wie Dorothea gethan / Er wird dich auch erhören / dir helffen / und dich nicht lasten zuschanden werden/ insonderheit in deinem letzten End / an deme dein gantz lange Ewigkeit hanget. Betrachtung Auf das Fest deß Hell. dlbbts komusiä,. Der erste Punct. OAEtrachte / wie komualäur ein Ravenna biß in das zwantzigste Jtalianer und Hertzog von Jahr feines Alters/m allerhand Lust-- Von dem Heil. AbbL Komurläo. 179 Lustbarkeiten sein Leben habe zu- von Hertzen wirst Gott ergeben/ gebracht / und dem Jagen vor derTugend-Weeg dir nrt schwär allem seye ergeben gewesen; und werde fallm. ^ ^ aber/werlen Gott mit dem Pfeil komurläu, mußte eures nmhl semer Göttlichen Liebe das Hertz gegenwärtig seyn/da sein Vat- . komuzllt, auf der Jagd besser rer Sergius wegen eines Stuck getroffen/ als komu-näu, das Guths mit fernem nächsten Vet- Gewrld/ habe Er auch nach und ter gestritten/ und Jhnne umbS nach grösseren Lust zu der Ein- Leben gebracht/ab deme aber der sambkeit als zu dem Hoff-Leben fromme Jüngling sich also ent- bekommen. setzt/ daß Er Büß zu thuen/ sich Erforsche dich vrmLlccnL! daß in das LUllciwscl-e Kloster bemann du in allen Wollüsten und geben / darinn viertzig Täg lang Welt- Fremden wärest auferzo- streng gelebt / rrnd endlich durch gen worden/ob dir selbrge auch die gute Lehren und Unterweise bald wären verbindet/und ob sungen eines frommen Layen- du dich auch so leichtlich von Bruders/derJhme allein diente/ GDtt zum frommen Leben hät- von Gott bewegt/dre Welt verlest ziehen und leitheu lassend lassen / und ein Benedrctiner- GDtt zihlet zwar mit fernen Mönch ist worden. Liebs- Pfeilen nach viler Her- Betrachte Erstlich/ wie Jhnne tzen / springen aber offt wieder GL)tt hab lassen fallen / damit zurück/weil der meiste Theil der Er stärcker und frömmer auf- Menschen selbiges durch aller- stunde; auß deme du sitzest die Hand Leibs-Komlichkeiten ver- grosse Barmhertzigkeit Gottes/ härten/ und nicht GDtt/ sonder die Er seinen zum ewigen Leben Ihren bösen Begierden zu einem Verordneter: erzeigt; Und wie Zweck midZjhl anerbieten. Was haltest du dich/ wan du gefallen/ haft du bißhero gethan/und wie und GOtt beleydiget d hossent- wrlt du dich ins künfftig verhal- lich thuest du Büß/ lind begehest ten d Es wird dir zwar hart nicht Sünd auf Sünd. fallen/deiner bösen Natur einen Zum Anderen betrachte/ daß Widerstand zu thuen/aber glau- GDtt zu Bekehrung dises für- be für gewiß / daß wann du dich nehmen Hertzogen keinen Engel/ ' Z 2 keinen r8o Betrachtung keinen Bischofs oder Prälaten deß Klosters habe gebraucht/ sonder einen einfältigen Läyen- Bruder. VamLicen-! wurdest dll es nicht hoch empfinden/wan GOtt/ oder deine Oberen mit dir also wurden nmbgehen/und etwan cmLäyen-Bruder oder Läycn - Schwöster dich durch heylsame Räth und Ermahnungen zur Besserung deß Lebens wurden ermähnen? So halte für gewiß / daß eben dise unsere Hoffarth ein grosse Hinderung der Vollkommenheit/ und daß wir nicht frömmer werden. Betrachte/ daß weilen Komu- aiau5 in disem Kloster seinem Beruff und Eyffer nicht könte ein Gnügen thun / und streng gnug leben / habe Er sich mit Bewilligung seines Prälaten zu- einem Heil. Eremrten/ mit Nahmen/begeben/und mit Ihme rn einer Cinöde/nahe bey Venedig/ ein sehr streng und hartes Leben geführt; Weilen aber komusiäu, jm Betten/ Psalliercn/ und Singen noch nicht zum besten erfahren gewesen/ und Ihnne Kt-nnur fern Meister mit einer Gerten/so offt Er fühlte/ auf die rechte Seiten deß Haupts geschlagen/daß sein Gehör nicht wenig geschädigt wurde / habe Er seinen Meister gebetten/daß Er Ihnne auch auf die lincke Seiten schlagen wolte: Mein Vatrer/ sagte Er/ wann cs dir belieben wolte / auf das rechte Ohr forthin zu schlagcn/dann das lincke / so drr bißhcro getroffen / ist schon verharret / und hat das Gehör vcrlohren. Erforsche dich / ob du Erstlich meidest die Gesellschafft/ welche dir im Weeg der Tugenden veränderlich seyn? Ob du zum Anderen allzeit einen solchen Natter suchest/und dich Ihnre gern unteliverssest/der dich im Geistlichen Leben unterweiset/ermah- net/und abstraftet? Ob du Drittens/solche Ermahnung und Abstrassung mitGedultleydest? Stelle dir zu Zeiten vor Augen das Exempel dises zart-ausser- zegnen Jünglings / der in einer so groben Abstrassung jederzeit so gedulttg gewesen; so grosser Unbescheidenheit mit so grosser Bescheidenheit und Sanfftmuth allzeit begegnet/ und dich straffet man zu Zeiten nicht mit Streichen / sonder nur mit Worten; Von dem Bösen wirst du abgc- halten/und zumGuten angetrieben / nicht mit Zorn und Unge- stümme/ Von dem Heil. Abbt komu-lclo. r8r stümme/sonder mit gröfter Bescheidenheit und höchster Liebe / welches dir ein grosser Antrieb zum frommen Leben soltc seyn/ und doch kanst du es bisweilen von deinen Oberen nicht annehmen. Der andere Punct. kAEtrachtc / wie ttomuttcluz, ^nach deme Er vil Jahr ein strenges Büß-Leben geführt/ auß Eingebung GOttes den Orden deß Heil. uxneordi, dessen Cyffer schon in vilen Klö- steren erkaltet/ habe angefangen zu rcformicren/und das mit solchem Fortgang/daß nicht allein Vil Klöster sich seiner ^iiciplm unterworffen / sonder seyen noch gegen hundert newe von Jhme aufferbawet/ und vil Einöden mit Eremiten angefüllt worden ; seinen Vatter selbsten / der mit Gedanken umbgaligen/den schon angenommenen Geistlichen Ordens-Stand wieder gar zu verlassen / habe Er in ersene Band legen lassen/und durch ernstliche Büß dahin vermocht / daß Er nachmahlen Heilig gestorben. Was der H.üige Mann aber von den bösen Geistcren/und von hoch und ruderen Stands-Per- sohnen für Verfolgung/Spott und Schand erlitten/ ist nicht zu beschreiben; seine Mönch selbsten haben Jhnne auß Anstiff- tung der bösen Geisteren vertreiben wöllen/welche aber vonGott gestrafft/ und ist der Anstisster auß Ihnen von einer Brucken hinunder gefallen und ertrun- cken. OLMLscenn! Erforsche dich/ob du in deinem Eyffer nicht auch erkaltet seyest. Ach wie notl)- wendig sottest drr selbigen er- newercn/ inid durch ein gutes Exempel aridere auch darzu arr- treiben; welches aber keinen Nachdruck hat/und ohne Frucht geschieht/ wann drr dich nicht zuvor als wie ttomunictuz durch ein Bußfertiges Leben darzn tauglich wirft machen. Oder aber befindest dich zu disem Werck zu schwach/erforfche dich/ ob dir nicht villeicht andere an Ihrem guten Vorhaben habest verhinderet / Ihr Thuen und Lassen übel außgelegt / oder Sie gar verfolget/ da du doch selbige vilmehr hattest sollen lieben / ab Ihrem Fortgang dich erfrcwen/ und alles anspannen / Ihrem Exempel nachzufolgen. Mein OamLlccn»! Halte dich Z Z m r8r Betrachtung in disem Puncten ein wenig auf/ und verbessere/ was du in dir fahlbar findest / und hüete dich sonderlich / daß du dich wider eyfferige und frome Seelen nicht auflehnest/wann du von G-Ott nicht hart wilst gestrafft werden. Verruchte /daß l^omusletu, in Abstraffung grosser Herren Laster nicht weniger ernstlich und großmüthig seye gewesen / als etwan einKhrysostomus/ Am- brosius/ und andere; dann ob- wohlen K.omu 2 iäu, m grossem Ansehen bey dem MyserDtho/ und von Ihme grosse Gnaden empfangen/ habe Er daunoch seine deß Kaysers / und l'anno seines Befreündten grobe Fahler sehr hart gestrafft / und den irnno zwar habe Er beredt Geistlich zu werden/ dem Kayser Dtho aber habe Er befohlen/ mit blossen Messen von Rom auß/biß auf den Berg Gargano zu wahlfahrten / und nachmahlen ein gantze Fasten lang in dem Klassensischen Kloster neben anderen Bußwercken ein Härrincs Kleyd zu tragen / und auf einer von Buchen geflochtnen Deckel: zu schlaffen. Erforsche dich l)rmzsecnÄ l ob du einen so Heroischen Geist habest/daß du Erstlich dir sechsten nicht schonest/und deine Fahler mit Ernst abstraftest. Zum Anderen / wann du villeicht auch über andere zu gebieten / ob du Ihnen Ihre Fahler mit Bescheidenheit unterredest/ nicht durch die Finger sehest/nnd so es von- nöthen/ in Abstraffung derselbi- gen dreh Männlich erzeigest. L) wie vtl sind / welche/ damit Sie den Gunst bey Ihren Untergebnen nicht vermehren/ alles lassen unter und über sich gehen/und das zu grossem Nachtheil der Ehr G-Ottes/ und der Klösterlichen oncipiln. Bist du aber einer höheren Oberkert un- terworffen/ erforsche dich/ wie gehorsam!) du bißhero derselbi- gen seyest gewesen / wann Sie dich wegen deinen Fahleren/wie recht ist / gestrafft. Ach lasse dirs leyd seyn/wann du dich in einem oder anderem fahlbar findest. Der dritte Punct. AEtrachte/ wieIhme selbsteu Komuäictux je alter je strenger seye gewesen; dann weil Er die Marter-Krön zu erlangen verhindert wurde/habe Er sich siben gantzer Jahr ohne einzige andere Von dem Heil. andere Gemeinschafft in einer Hohlen aufgehalten; und ob Er schon alt und schwach/hab Er in der Fasten nichts als ein Sehnst selin voll Gemäß genossen/ und stats drey rauhe Kleyder gebraucht/die Er von einer Zeit zu der anderen abgewechslet. Oam-lscens! Ist es sich nicht zu erbarmen/daß der meisteTheil nicht allein der Welt-Menschen/ sonder auch der Geistlichen/so armbseelig/ daß je alter sie werdende kalter und lawer sie leben/ in deme-sie sich ledig undbefreyt von aller Klösterlichen oncipün machen/und das/wie gemeldt/ unter dem Fürwandt/ sie seyen schon alt und schwach/ da sie doch zu Zeiten noch bey solchen Krafften / daß sie so wohl als andere könten und sotten dem Gottsdtenst/und anderen Geistlichen Übungen abwarten. Und eben darumb/ weil sie solches thuen als Vorgesetzte / lasten sie solche Imitaten ohne Noth Ihren Untergebnen auch zm Mein t)E»iceuL ! Wie verhalte^ du dich / und in was für einem Stand lebst du ? Durch das Exempel deß Heibkomusl truncken/ und da Ahme eines mahl andere Cinsidlev sagten / ob Ers nicht mercke / daß dists Wasser bitter/und warumb Er dise Wohnung nicht andere/und bessers Wasser suche? gibt Er Ihnen zur Antwort: Meine liebe Bruder! wann wir die Bitterkeit und die Arbeit deß Abbruchs fliehen/ und auf diftr Welt nur wohl leben wollen / werden wir nach di- stm Leben jene ewige und recht süße Güter nicht empfangen/»,och gemessen jene iinerwährende Wollüsten, deß Himmlischen Haradeyß. Bist du auch alss gesirmet? Wann deme nicht also / und du noch gantz sinnlich und fleischlich/ was wwst du wohl zu erwarten haben T Arm Anderen / erinnere dich/ ob du nicht zu Zecken in deineni Thuen und Lassen die Ehr Gottes/das Heyl deß Nachstrn/oder dein selbst-eigne Seel lassest Schaden leyden ? Gibst du/vr- m-sccnL!: darmit nicht heiter an Lag/du habest GDtt noch nicht recht lieb/und seyen dir die Widerwärtigkeiten noch sehr zuwider. Was sagt aber Paulus darzu? (b) Ich bin erfüllt mit Trost / übergössen mit Frewden in all unser Trübsal. vsmLlcLn^! Magst du mit Paulo und anderen eyfferigen Gotvliebenden Seelen zu so ho- chem Staffel der Vollkommenheit nicht kommen/ daß du ein Begierd und Verlangen nach H dem Leyden tragest/ so demüthige dich desto mchrer/und befleisse dich wenigst/alles mit Demuth undGedult/was dir GottWck deriges zuschickt/von seiner Vät- terlichen Hand anzunehmen. (a) kosvv.jib.Vic.k?. (b) r.Lor.y. v.4. Der Von der Heil. Iungftawen und Martyrin Apollonia. 189 Der dritte Punct. l^Etrachte/ daß weilender Ty§ rann mit allen disen Wider- wärtigkeiten/Peynund Marter die^poUon»m nicht möchte von demGlaubenaktrüumgmachen/ und zum. Götzendienst bezwingen/hab ErSieausosseutuchen Platz, lassen führen / und einen Scheitter-Hauftn anzünden/ mit disem. ernstlichen Befelch/ daß wann. Sie nicht alsokald Lhrtstum werde verlaugnen/und den Götzen opfferen/ in disen Flammen zu Aschen solle verbrennt werden. Apollonia / an: statt daß Sie mitIH-renGedan- cken lang zu Rath- gcheu solte/ was etwan in: distr schwären Versuchung zu thuen/ versamlet ein wenig Ihr Gemüth / erschwingt Ihr Hertz zn GOM reistet sich aahling auß Ihrer Feind Hand / und auß Antrieb deß Heiligen Geists springt Sie gantz freudig und freywillig in die brinnende Flammen / und opffert sich GOTT zu einem Brand-Opffer/ denH. Hornung im Jahr Christi 25^ Erstlich Wisse/ Oamsscenz l daß Jhme selbsten keiner dörsse den Todt anthuen / und sich umbs Leben bringen/und daß Apollo- via kein Martyrin / wann Sie nicht auß Antrieb deß Heiligen Geists in die Flammengesprun- gen/ und in selbigen sich verbrent hatten Fum Anderen/ sitzest du auß di- stm/ wie hafftig das Feuer der Göttlichen Liebe indem Hertzen der HeiligenApollonve musst ge- brunnen haben / weil ftlbiges nichtauderst als durch das Feür eines, angezündeten Scheitter- Hauffens hat mögen erjattiget werdm r Ich bm kommen / sagt Khristus () ein Küer zu finden auf Erden /und was will Ich an» ders/als daß es angezündt werde. Diß Göttliche Feuer hat dieHei- lige Apollo n»m also beängstiget / dise Ihre Marter zu vollbringen/ daß Sie nicht hat mögen watteu/ biß dieHenckers- Knecht Sie ins Feüer gemorsten/sonder auß Begierd zu ley- denund zu sterben / ist Sie Ihnen vorkomen/und hat sich selbst ins Feuer gestürtzt. vsinzsccnL! Wie steht es umb das Feüer der Göttlichen Liebe in deinem Hertzen/magst du mit Apollonia durchschlagen mallen deinen Widerwärtigkeiten und Anfechtungen / oder verlierest Aa z allen r9«> Betrachtung allen Lust und Muth zum Streiten und Überwinden ? du weist wohl/wann das Feuer klein/und nur etwan auf einem kleinen Kertzlin brinnet/ von jedem Lufft ausgelöscht wird/aber nicht hingegen / wann das Feüer groß/ welches durch starckes Wahen deß Winds nur immer zunimbt. Also wann die Liebe Gottes klein in deinem Hertzen / was ist es Wunder/wann sie gar erlöschet/ wann etwan etnSturmwind der Anfechtung dich anblaset. Bitt deinen liebsten IEsum/daß Er dasFeüer seinerGöttlichen Liebe in dir wölle vermehren/und daß du durch deine selbst-eigne böse Begierlichkeit selbige nicht mehr erlöschest. Erforsche dein Hertz/ ob du ntt dir selbsten die Schuld müssest geben/ so du etwan den Streiten und Anfechtungen mittrügest. Endlich gedencke / Wie sehr es den Tyrannen werde verdrossen haben/daß Er durch so vil Mühe und Arbeit / und durch so vil Peyn und Martcr/mit deren Er die Heilige /^olionj-rn zu verführen gesucht / zu Spott und Schanden ist worden / das ge- benedeyte HausseLin hingegen der Khristen/wie es werde ge- frohlocket haben/ daß Apollonia mit solcher Standhafftigkeit ob- gesiget/und den Tyrannen überwunden/ und hiemit nicht den Khristen allein/sonder auch der gantzen Statt Alexandria / ja der gantzen Welt ein Gedacht- nuß Ihres Lodts zum Exempel und Nachfolg der Tugend/dapf- feren Gemüths und Stärcke hin- derlassen habe. vrmLiccnL! Etwas Böses thuen und GOtt beleydigen/ist einschwareSünd/nach Beschaffenheit deß Verbrechens / und wird dise Sund noch schwarer/ wann einer durch sein böses Exempel noch anderen zum Fall dienet. Also hingegen etwas Guts thuen/darmit pur einzig und allein GL)tt zu gefallen/ist löblich und verdienstlich; wann aber diß Merck nicht allein Gott zu Ehren/ sonder auch zum Guten deßNachsten verrichtet wird/ ist es noch verdienstlicher; Und diß ist ein jeder allzeit schuldig zu thuen,wanns die Ehr Gottes und das Heyl deß Nächsten erfordert/ und zwar zu einer Zeit und Gelegenheit mehr als zur anderen. Und wie verhaltest du dich ? bist du anderen zum Fall / oder zur Aufferstehung/ Von der Heil. Jungftawen Scholastrca. 191 zum Guten ober zum Bösen? legenheit ein Heil- Lomminion Befleiße dich also eines Tu- verrichte«/ sonderlich an Ihre« gend-Wandels/ damit andere Heil. Fest-Tag/und am Abend haben/ dir nachzufolgen. zuvor fasten / oder sonstm em Schließlichen erwähle dise grof- Hutes Werck Ihren zu Ehren se Heiligin für ein Patronin wi- üben. der dieZahnschmertzen/und kanst (s) l-ue-e r». v. 45. ctlvan Ihren zu Ehren nach Ge- Betrachtung Auf das Fest der Hnl. Jungftawen Der erste Punct. kLtrache-/ baß Scholastik« Sch°lasticEMcn/s°w>rstdU ^zu t^urüL iu dem Welsch- sehen / daß die Hlelchtbumb und land von Hoch - Adelichen andere zeitliche Guter der Arom- und sehr fürnehmen Eiteren Lu- keit und Heiligkeit nicht verhm- rropio und üKunäLnliL gebohren/ derlich seyen denMigen/ welche Ihre Kindheit und blühende das Hertz den Rnchthumben Jugend nach dem Exempel Ih» nicht anhangen / (») und dlser res lieben Bruders kei^oie'ri, Welt sich E^auchen als ge- üi grosser Unschuld und Heilig- brauchten Sie sich derselbigm keit habe zugebracht. nicht. (i>) Das Exempel haft Erstlich stelle dir vor Augen/ du nicht allein in Scholastik/ auf einer Seiten das mit Mich- sonder in noch vilen anderen thumb und allerhand Leibs- Heiligen/beyden Geschlechts. Komlichkeiten angefüllte mach- Erinnere dich/ wie du dich bisi- tige Hauß Scholastik / auf der hero der zeitlichen Güteren/ und anderen Seiten aber die Frossi- anderenKomlichkeiten deß Leibs keit Ihrer lieben Eiteren/ und habest gebraucht/ob du darbey from- >92 Betrachtung frömmer oder nachlaßiger seyest worden/ob du in dem Geist habest zu - oder abgenommen / oder aber / ob du nicht vtlleicht selbige zu deinem Verderben habest gesucht? Zum Anderen betrachte/ Wie Scholasttca in Ihrer Jugend die Eytelkeit diser Welt geflohen/ der Einsambkert sich beflift sen/demHeil.Gebett obgelegen/ und Ihren Leib sehr streng habe gehalten. Drsem Exempel ob du seyest nachgefolget/ und solches Fundament zu grösserer Fromkeit und Heiligkeit in deiner Jugend habest gelegt/ oder aber/ ob du nicht vilmehr alle Eytelkeit und Konilichkeit deß Leibs habest gesucht/wird Zeüg- nuß geben dem jetziger Stand. Ach mein L-rmascenal Wann dll dich nicht getrost findest/ lasse dirs hertzlichleydseyn/gedencke/ daß du selbsten schuldig seyest/ und thue jetz noch/was du in deiner Jugend hattest thuen sollen. Drittens betrachre/wie es einer Seelen ein grosser Trost seye/ welche nach dem Heiligen Tauff GOtt den HErren niemahlen tödtlich beleydiget/undin statter Unschuld gelebt. Ein ruhiges Gewissen/sagt der Heil. Geist/ (c) ist wie ein stattig Wohlleben. Hingegen lebe derjeniae/welchernuvj einmahl einTodtsund begangen/, in immerwährender Forcht/unK wisse nicht/ wann Er auch schon vermeynt/Er habe Büß gethan/^ ob Er deß Liebens oder Hassend werth se?e. (ci) Es sind Wenig/ denen GL)tt einen Engel zuschickt/ und Sie nach gethaner Büß seiner Gnad versichert. vLM2Aum nuß der Einöde beruffen/und Jhnne auf dem Berg zu einem Meister deß Mönchischen und Geistlichen Lebens gesetzt / habe Er auch ScbolLiiicam, das biß- hero in der Einöde deß Väterlichen Hauß verschioßne einsame Taublin lassen fliegen/und selbiges nahe bey dem Berg Larün, an dem Orthklumbario» la genandt / zu einer Schuel- Frawen und Vorsteherin der in GOttgeweychten Jungfrawen gemacht. Erstlich gedcncke / daß nach- deme Scholastica als eilt lehr- saMe Schuhlerin von dem Heil. Geist gnugsamb in dem Väterlichen Hauß unterwrsen worden/ hab Er Sie alsobald durch Ihren Geistlichen Bruder Vene- Bb äiÄum !94 Betrachtung rliÄum gemacht zu einer öffentlichen Lehrerin der Lugenden/ urrd Klösterlichen Lebens. AchOamalcenL l wie vil unterfangen sich andere zu unterweisen / welche niemahlen in die Schuht gangen / nichts wissen/ sich und Ihre Untergebne ins Verderben stürtzen / und besser wäre/Sie waren niemahlen in das Kloster kommen. Glaube du niemahlen daß du etwas könnest / oder anderen vorzustehen tauglich seyest; Bleibe also biß ans End deines Lebens in der Demuth und im Verborgen/und feye vil lieber ein Schuhlerin als ein Lehrerin; wills aber G-Ott oder deine Oberen mit dir änderst machen/ seye auch einfältig gehorsamb. Zum anderen betrachte/ daß in- bemeScholastica anderen irr dem Kloster vorgestanden / hab Sie deßwegen das einsame Leben nicht verlassen / in welcher Einöde Sie fürnemblich gelehrnet schweigen / betten / und innerlich mit GOtt reden. O V-iMLsccna ! wie unglttck- seelig sind jene Geistliche/welche auß dem Kloster einen öffentlichen Marcrt machen/den gantzen Lag hin und her lauften/ schwatzen/und in Ihrem Gebett durch dieAußschweiffigkeiten rnehr mit der Welt und den Kreaturen / als mit GOtt und seinen Heiligen reden. So armbseelig wirst du ja nicht leben / und mit Eyffer verlangen GOtt zu gefallen. Drittens betrachte/ daß Noe auß seiner Archen hab lassen flie- en einen Rabben und ein Tauen / der Nabb hab sich bedient der stinckenden Todten-Körper/ die Taub aber deßOehl-Zweigs. Scholastica seye auch nicht in die Welt/ sonder in das Kloster leichsambgeflogen/rmd so wohl ey sich als bey Ihren Untergebnen gesucht und gepflantzet das Oehl-Zweig deß lieben Friedens/und Klösterlicher Sitten. O wie glückseeligsind diejenk- e Seelen/welche die stinckende laß diser Welt fliehen/und sich belustigen und erfrewen deß innerlichen und äußerlichen Friedens/und deß sittsamen und ein- gezognen Lebens! Erinnere dich/ wie du dich bißhero habest verhalten bey den Welt-Menschen/ bey dem Red - Fenster/und ben denen/ mit welchen du lebst / ob du ein Rabb oder ein Taublin seyest gewesen/keusch oder sinn- Von der Heil. Inttgsrawen Scholastik r95 rich/ eingezogen oder außgelas- sen/friedsamb oder unruhig. Vierdtcns betrachte / daß vb- wohlen Scholastica schon in Ihrer Jugend mit Ihrem Bruder keocältto die Welt verlassen/ GL)tt dem HErren sich aufge- opffert/ in Lugenden zugenommen/und zu einem fruchtbahren Tugend-Baum erwachsen/dar- von IhreUrttergebne gnugsamb sich ersattigen könten/und in Tugenden auch zunehmen/habe Sie doch fürnemblich gesucht / wie Ihre Geistliche Kinder in der Reinigkeit Leibö und der Seelen möchten aufwachsen und zunehmen/ als welches der Schnurgrade Weeg zuGOtt zu gelangen : Secllg sind / die rcm von Herrzeii sind/ dann Sie werden GOtt anschawen. (a) O Lmrsccn a! Nach dem Nahmen diser Heil. Mutter Scho- lastica/ müssen alle Klöster äcbo- I» Lälil, ein Schuhl der Keuschheit/ der Reinigkeit / und Unschuld seyn; wo diß Liliensarbe Äleyd der Englischen Reinigkeit abgehet / erkennet der Him- lischt Gesponß eine Hrdens- Persohn nicht; die Iungfraw- liche Hertzen allein folgen dem Lamb nach / wo es hingehet, (l>) Wann du also schon vermeynft demüthig / gehorsamb / gedultig und Tugendsamb zu seyn/ haft aber kein keüsch und remesHertz/ find deine Dtgertden ein lautere Gleißnerey/ und keine Tugend. Du must aber nicht gedencken/ daß wann du vilen unkeüschen einfalleliden Gedancken unter- worffen/und mit selbigen vtl zu ftreitten hast/deßwegen unkeüsch seyest; Es ist auch nicht von- nöthen/daß du dich mit Nenecküv in einen spitzigen Dornbursch ftürtzest / und in selbigem dich UMbMltzest/ oder Mit Lerssräo in ein kaltes Wasser springest/ und mit brsncisco dich unter den Schnee vergrabest/ sonder es ist gnug/wann sie dir mit der Heil. Katharina von Sems von Hertzen zuwider / und GOtt den HErren inniglich bittest / Er wolle dir selbigen zu widerstehen/Gnad geben; und auf dise Weiß wirst du nicht allein Gott nicht beleydigen/sonder IEsum deinen liebsten Gesponsert in mitten deß Hertzens haben. (a) Nättk.f. V.8. (b) äxocrl. 14. v. 4 - Bb L Der itzo Betrachtung Der dritte Punct. 'Ol^umbsnoU das .Closter der L Heiligen Scholastica/wäre nicht weit von dem Berg entlegen / dahero jfflegte Sie jährlich einmahl Ihren liebsten Bruder öeneciittum auf einem Land-Guth Heimzusüchen/durch Geistliches Gespräch desto meh- rers zur Lugend und Himmlischen Frewden entzüudt zu werden. Also vsmLsceor 5 Habens auch gemacht die Heilige Eremiten und ALLvätter / und machens noch täglich fromme Gottseelige Seelen/ welche / wann Sie zusammen kommen/von nichts anders als von der Seelen Heyl und Göttlichen Dingen reden. Du bist ja auch also gearthet/ und lebst du nicht nach gemeinem Welt-Lauff/ und viler auß- gelaßnen Geistlichen/welche Ihre Gespräch wider Ihre Oberen/ wider die Liebe deß Nächsten/von Welt-Händlen/ und anderen ungereimbten Sachen anstellen/darvon besser zu schwei- en als zu schreiben/darauß aber oft Aergernussen entstehen/und ein ftome unschuldige Versam- lung sehr verschreytwird; dergleichen Ding du nach aller deiner Möglichkeit zu verhinderen schuldig bist. Und so du dich auch in dem wenigsten schuldig findest/verbessere es. Zum Anderen gedencke / daß nicht zu zweiflen / Scholastica habe das gantze Jahr hindurch vil Anfechtungen und schwähre Anstoß auf dem Weeg der Tugenden erlitten/ und doch habe Sie sich vergnügt in dem Jahr nur einmahl von dem Heyl Ihrer Seelen mit Ihrem liebsten Geistlichen Bruder Lcncäiäo zu reden. Oamalcena : Erinnere dich/ wie du dich bißhero gegen deinem Geistlichen Vatter habest verhalten? ob du Ihnne nicht öffters auß Sinnlichkeit als Nothwendigkeit überloffen / und dardurch Ihnne und einer gan- tzen Gemeind vil Unruhe/Kurrens und Murrens erweckt? Vergnüge dich/oamrtccnL! mit der orcüliLri Beicht / und aussert derselbigen gehe öffters nicht zu deinem Geistlichen Vatter / als Ers dir erlaubt/der schon wird verhütten/ daß du mit Jhme aussert derBeicht nicht zu gemein werdest/und dir doch alles ver- nünffrige Genügen geschehe. An- Von der Heil. Iungfrawen Scholastica. 197 dere sind hingegen / welche kein Vertrawen zu Ihrem Geistlichen Vatter tragen/ sich selbsten regieren/und in grosser Gefahr der Seelen leben/ und nach Ihrem Kopff auch noch andere wichen wollen/unter denen du hoffentlich nicht bist.. Mache dir einen Fürsatz / mit Bescheidenheit aus; Demuth und Heiligem Eyffer mit dem Beichtvatter rundzugehen. Als Scholastica das letzte mahl öeneälÄum heimbgefucht/ und beyde den gantzen Lag in Geistlichem Gespräch miteinander zugebracht/ wolte ücneäiüu, auf die Nacht mit den Seinigen wieder in sein Kloster/ hingegen bath Ihnne Scholastica / auch noch die übertgeNacht mitIhro in dem Geistlichen Gespräch zu verzehren/ in welches/weil bcnc- ) wan.;. derohalben deineGedaneken über v.; 1. Betrachtung Auf das Jest der Heil. Iungfrawen Uarmse. Der erste Punct. Bithynia in dern kleine- ^renAsta/wohneteEugenius/ betn GottSförchtiger reicher Herr / diser nach dem fein Weib gestorben/hat sich entschlossen/ stiner einzigen Tochter Maria all sein Haab und Guth einzuhändigen/mrd in ein Kloster zu gehen ; aber weil Maria nicht weniger begierig zürn Heiligen Ordens-Stand als der Vatter/ cheilen Sie beyde alle Ihre Güter und Reichthumb unter die Armen auß. Maria last Ihr von dem Vatter den Kopff scharen / legt Manns- Meyder an/ nennet sich bsarinum, und gehet mit dem Vatter dem Kloster zu/ mit demeSte allda unbekandter ist auf-und angenomen worden. OLmascens! Betrachte Erstlich/ lvie wenig Eheleüth/ deren Absehm einzig und allein nach der Tugend und glückfeeligen Ewigkeit / wie gewesen deß seeli- geu Eugentj/der nicht allein der Welt abgestorben/ in das Kloster wolte gehen / sonder / nach dem Er sein Tochter fromm auf- erzogen/ hat sich glückseelig ge- schatzt/daß Sie fernem Exempel folgend / auch Geistlich zu werden rvo Betrachtung den begehrt; Hingegen sitzest du Vilmehr Exempel der jetzigen Zeit Eheleüthen/welche der indischen Güther begierig / etliche Kinderallein darumb zum Geistlichen Stand bereden/damitSie und die überige Kinder in der Welt desto prächtiger können leben. vLmrlcen»! Unter disemVor- wand hilff keinemMenschen zum Geistlichen Stand/und wann du erkenst/undgleichsamb mitHän- den greiften kanst/daß man durch den Eintritt in das Kloster nicht pur und rein GOtt suchet/verhindere/ und mißrathe Ihnen Ihr Vorhaben/weil offtundvil grosses Unheyl darauß erfolget. Zum Anderen betrachte/ wie dise Maria einen gefährlichen Stand/so wohl für sich/als für andere habe angetretten/indem Sie Ihr Weibuches Geschlecht verlaugnet/und unter denMan- neren GL)tt zu dienen sich hat unterfangen; dann haben zu Zeiten die jenige vil zu streitten/ welche bey und mit gleichen Geschlecht leben/ was wird nicht erst Maria unter so vilen Man- neren erlitten haben? , vsmLscenÄ! Halte für gewiß/ daß Maria dise grosse Gnad zu streitten und zu überwmden/zum meisten von Gott werde erlangt Haben/ weil Sie so vil von Ihrem Herrn Vatter angetragne indische Güter verlassen/ mit Füssen getretten/und Gott allein in dem Kloster fromm und heilig zu dienen Ihren hat fürge- nommen/welche Heroische That anderen noch grösseren Gnaden den Weeg gebahnet; jetz aber in der Kirchen GOttes verbot- ten/wegen grosser Ungelegenheit so darauß erfolget / daß kein Weib in einem Manns-Kloster, und kein Mann in einem Weibs- Kloster mehr darff den Heiligen Drden annehmen. Seye hie- mit nicht so Kindisch wie etliche, die ihnen einbilden/ daß wann sie in disem oder jenem L)rth tönten leben/heilig wolten werden. Thue vrMLscens? hie/ wo du bist / was du dorten woltest thuen/so wirst du from und getrost leben/und trawe dir nicht/ daß du zu überwinden starck nug wurdest seyn/wann du dich ey ungleichem Geschlecht ohne grosse Noth / und ohne Antrieb der Tugend lang wurdest auf/ halten. Nach dem beyde in das Kloster sind aufgenommen worum/ hat Von der Heil. Iungfrawen Marina: 2or hat Karmin in Tugenden / sonderlich aber in der Demuth und Gehorsame also zugenommen/ daß Er unter so vilen frommen Marmoren nicht allein ein Spiegel der Tugenden ist worden/ sonder hat auch durch die Aufregung seiner Handelt die vorn bösen Geist Beseßne erlediget. OLMLtccnL! Halte für gewiß/ daß wo kein Begierd heilig zu werden/da untcrlige der Mensch sehr seinen bösen Begierden. So bedencke dich wohl/ was du biß- hero in deinemThuen und Lassen für ein kcloiurion aufrichtig und from zu handle» / habest gefastet ? Gedencke/ ob nicht offt und vil deineGedancken dahin gehen/ diser oder jener Kreatur zu gefallen/ und ob du nicht nur für deine Leibs-Komlichkeiten sorgest/ welche die Seel Guts zu thuen / gantzlich unterdrücken? So entschließe dich/ recht fronr zu leben / dessen Fundament die hertzliche Demuth und Gehor- same/dardurch der böse Geist ge- demüthiget / dir auf dem Tugend-Weeg nicht wird schaden können. Der andere Punct. ^N dem Kloster waren vtertzig gescheide fromme Männer/derew Monatlich vier von dem Abbt auf die Land-Güter hinauß geschickt wurden / Ihre Geschasst: dorten zu verrichten; Unter- Wegs aber wäre ein Wirths- hauß/allda Sie auß Noth muß-- teil übernachten / und von dem Wirth wegen Ihres frommen lind Heiligen Wandels mit grosser Liebe versorget und gehalten wurden. Betrachte /wie die alte Mött- chen ohne Unterscheid zur Arbeit seyen hinauß geschickt worden/ durch welches unter Ihnen die Liebe auch desto besser seye erhalten worden. Verlange du arideren nicht vorgezogen/oder besser als sie gehalten zu werden; Gedencke / wie übel die Vorgesetzten thuen/ welche nach Ihrer Anmuthung einen dem anderen vorziehen/und deßwegen grossen Ziveytracht in der Versamlung verursachen. So vil an dir gelegen ist/thue es nicht/ hilff auch nicht darzu; wann du auch inn- oder äußert dem Kloster bey Weltlichen must seyn/ und bey Ihnen dich aufhalren/so erzeige dich nach dem Exempel diser Mönchen fein auferbawlich und Geistlich. Uz». LO2- Betrachtmrg Mrwu, wäre von Natur zarth / schön / holdseelig und freundlich / und wüßte niemand daß Er ein Weib wäre / darumb Jhme der Abbt deß Klosters eines mahl auch befohlen / daß Er mir dreyen anderen sollehin- auß gehen / und mit Ihnen dre Geschafft deß Klosters verrichten ; Als Sie in das Wirths- hauß kommen/und der böse Geist nicht tönte leiden die Liebe welche der Wirth Visen Geistlichen/ und die Geistlichen dem Wirth und seinen Leüthen erzeigten/ hat Er einen Soldaten angetrieben/ der die Tochter deß Wirths gcschandt/ und Ihren befohlen/daß wann der Vatter wegen dises Verbrechens Sie wurde zu Red stellen/ solle Sie sagen / der schöne junge Mönch btrrinun hab Sie geschwängert. vzmslccn- ! Auß disem sitzest du/wie der böse Geist mcht möge leidenden grossen Nutzen/ der auß dem guten Exempel fromer Geistlichen erfolget. Erforsche dich / wie auferbawlich du dich bißhero in deinem Thuen und Lassen habest verhalten; Wisse/ daß ein einziges böses Exempel eitles Geistlichen vtlmehr schade/ als das Exempel viler Sitten nutze; dessen wir leider die tag- ltche Erfahmuß haben. Item gedencke / wie aussätzig der böse Geist dem K^rino seye gewesen / wegen seines Heiligen Lebens / wie Er habe gesucht durch dise Schand-That dlß fromme Leben zu unterbrechen/ und von dem Gittert abwendig zu machen. Villeicht lebst du/ OLMzscenL l so hinlaßig/daß der böse Geist keilte solche Versuchungen muß brauchen/dich vorr demHuten abwendig zu machen/ weilen du sousten thust was Er will. Ach lasse dirs hertzlich leyd seyn/ und ftreitte inskünff- tig/ wanns vounöthelt/Männlicher wider deine böse Anfechtungen. Drr dritte Punct. AAum ist kiLiinu, Mit fernen Mit-Vrüderen auß dem Wirthshaus; verreißt/wird der Wirth schon berichtet/ ^rinur der junge Mönch habe seiner Tochter Nothzwang angethan/ und geschwängert/weßwegen Er wüetend dein Kloster zugeeylet/ über die Mönch geflucht/und sich häfftig beklagt/daß der leichtfertige kisnnuz Jhme und seiner Tochter/dem einzigen Trost sei- Von der Heil. Iungfrawen Marina. roz nesAlters/solchenSchandflecken Über diß so strenges Verfah- chabe angeheuckt. ren gedencke/ wie leicht Sihe OLmrscenL! wie GOtt als ein Weibsbild/sein Unschuld habe zugelassen / daß der böse hatte können an Tag geben/allen Geist so wunderliche Ding wi- Spott und Schand von sich Ich- der den ^-rinum erweckt / vnd nen/ und all seine Ankläger zu wie Er hingegen den wl-rinum schänden machen. Aber nein/ habe gestarckt/den Anfechtungen Er hat lieber wollen leyden/ und deß bösen Geists Widerstand zu der verwunderlichen Zulassung thuen. So erschrickt nicht/so GOttes sich unterwerffen/als lang du ein gutes Gewissen hast/ seinen angefangenen Tugend- lasse den bösen Geist toben und Weeg unterbrechen. Und was wüeten/und seye du deiner Seits thust du/ mein Oamsscens! wan demüthig/und glaribe festiglich/ du wegen eines Verbrechens daß Er wider dich nicht obsigen angeklagt wirst / und das nicht werde. allein wann du unschuldig / son- Als wieder zuHauß der auch Straff-würdig bist? ankommen/hat Ihnne der leicht- Ersinnest du nicht allerhand gläubige Abbt sehr übel einpfan- Mittel / dich darmit sauber und gen/ und mit grossem Schimpff/ rein zu machen ? suchest du nicht Spott und Schand auß dem allerhand Freund/durch sie deine Lloster verstoßen/ welche harte Fahler zu verdecken / und aller Straff der unschuldige kisrinu,, Straff dich ledig zu machen? als wäre Er der jenigeUbelthä- Ach mein vämstccnL; Wie ter / mit grosser Demuth ange- schlechte Liebe GAch distm allem hat der Heil. ^Bischofs auch deß Stattvogts Sohn -chuockum znm Glauben bekehrt / deßwegen der Römische Rath erzürnet / den Heiligen Valentinum fangen/ mit Ruthen und Peitschen schla- en/und weit Er von dem Glatten nicht abfallen wolle / umb Mitternacht heimlich enthaupten lassen. Mein vLM-scens ! das ist der Welt Lohn/daß sie Böses umb Guts vergelte. Der HErr JE- sus hats absonderlich erfahren/ denne die -enige/wekche selbst be- kent/Er habe alles wohl gethan/ und Jhnne zum König haben machen wollen / endlich für alle dise Gutthaten haben geereützi- get. So erzürne dich nicht wider die jenige/welche dich beley- digen und verfolgen / denen du Guts hast gethan; Dan gleichwie Christus wegen feines Ley- dens von dem Vatter erhöcht ist worden / und nach Ihme diser Bischofs und alle HH. Märtyrer und fromme Khristen werden erhöcht und belohnet werden/also wird dir auch nicht auß- bleiben die Glory für alles Ley- den Leibs und der Seelen/warm du es pur wegen GOtt allein wirst gelitten und außgestanden haben. Den Heiligen Valentinum ' haben Von dem Heil. Bischoff und Märtyrer Valentin. 211 haben deß Lrsronr obgedachte drey Schuhler nach Interanme getragen/und bey seiner Kirchen begraben; und weil Sie noch über das Christum mit grossem Eyffer verkündten/ sind Sie auch gefangen / und mit dein Schwerdt hingerichtet worden/ welche übunäiu; bey dem Grab deß Heil. Valenttni begraben/ und für seinen Lohn die Marter- Cron empfangen / deme Or»co und alle die Seinigen in der Marter gefolget/ und die Krön der Himmlischen Glory erlangt. vLm-fccnL! Betrachte / wie GOtt der HErr die Seinigen durch unterschiedlicheWeeg führe / biß Sie zu dem verordneten Zweck gelangen. In dlserHisto- ri ist aussert dem Heil. Valentin keiner gewesen / der wegen deß Glaubens und wegen G-OLL nach Rom seye kommen; Und sihe! den einzigen cberemoa hat GOtt lasset: erkrancken / so sind durch Ihnne alle zum wahren Glauben/ und durch den Glauben zur Himlischen Glory .gelangt. OLmssccnL! Wann du nur etliche wenige Jahr erlebt hast/wirst du selbsten erkennen/wie wunderlich dich GOtt bchhero hin und her geführt/ und alle seine Anordnungen dahin haben gezihlet/damit du tonnest scelig werden. Disen heyi- samenGedancken/ wie hast du dir Ihnne biß auf dise Zeit zu Nutzen gemacht? Wann du dich deßwegen verfahlt/lassedirS hertzlich leyd seyn. Auß disem hast du über das zu lehrnen/ wie die mit der Liebe Gottes angefüllte Hertzen durch keine Peyn und Marter können abgehalten werden/dieEhr Gottes zu beförderen/ und du lassest dich so leicht von dem Guten abschrecken/ wann du fürchtest/eS möchte dir dise oder jene Unge- legenheit begegnen, Drmrlccnr! das ist ja so vil sagen/als/ du liebest GOtt nicht. Ach ! wann wirds dann dermahleimst geschehen ? Valentinus der Heilige Bischofs hat nach seinem Todt so vil Wunder gewürckt/ daß Er nicht in Welschland allein/sonderauch in Teutschland alseinWunder- thatiger Heiliger geehrt und verehrt wird. Thue auch du nicht weniger in deinen Anligen/ liebe und ehreJhn/damit dumitJH- me auch GOtt mögest loben Ewig droben/Amen. Dd r Be- LIL Betrachtung Betrachtung Auf das Fest deß Heil. Abbts Stcphanr/ deß Heiligen kcnccliäi -Ordens. Der erste Punct. haltet man auch indemLloster6ram- monr das Fest deß Heil.AbbtsStepha- ni/welcher derAndacht zur Mutter GOttes sehr zugethan gewesen/und durch sein Gebett die Gottlosiften zur Büß bekehrt hat; unter denen ein verzweifle- ter Soldat gewesen/welchen sehr verdrossen/ daß seine Gespahnen durch dises Heiligen Abbts Gebett sich bekehrt und Geistlich worden/ sagt derowegen zürn Heiligen Vatter: Diener GOr- rcs/ ich bitt/ daß du für mich »richt bettest / dicwcü ich einer Sund zugethan / und stlbige alst> liebe / daß ich ste nicht kan / und nicht will meiden ; leitest dir aber für mich betten /strge ich / ich muß ste verlassen/bitt alst> für wen du wilst/ aber für mich nicht. So bald der verwegne Gesell hinweg gangen/begibt sich der Heilige Abbt mit den Seimgen ins Heilige Gebett/und vermag bey GOtt so vrl/daß der verstockte Sünder in sich sechsten gangen/vor dem Abbt seinS chuld bekent/und mit ernstlicher Büß sein Leben verändert und verbcsiert. AttßdiftM sihest dU/Oamasccns! was das Gebett eines Gerechten vermöge / durch welches drser verzweiflete/und in seiner Sund vertieffte und verstockte Sünder wider seinen Willen zur Büß bewegt/von Sünden abgestanden/ und ein frommes Leben geführt. Wann du also einen Gottlosen Sünder sihest/ bitt für Jhnne/ und Lrawe auf GOtt / villeicht wirst du Jhnne durch die Verdiensten Christi JEsu gewinen. Und bist du sechsten in einem Elend / nimb dein Zuflucht bey der Mutter GOttes / wie diser Heilige Abbt auch gethan/welcher/als Er in dem Geist erkent/ Von dem Heil. AM Stephans. 21z daß ein guter Freund seines Klosters durch ein List unter die Mörder gerathen / hat Er sich msGebett begeben/ und durch die Mutter Gottes erlaugt/daß der gute Freund ledig und los; / derVerrather aber mit denMör- deren sich gebunden und gefangen vor der Kloster-Porten hat stellen müssen. Also wirft du hoffentlich durch dieFürbitt Maria: von den bösen Geisteren und Mörderen deiner Seelen auch ledig/und auf freyen Fuß gestellt werden/wann du mit eyfferigem Gebett durch Mariam bey Ihrem liebsten Sohn darumb wirst anhalten. Du kaust dich auch noch über das befehlen in das Geoett frommer Seelen/welche/ was du nicht vermagst/werden sie es bey G-Ott durch Mariam und andere Heiligen erlangen. Der andere Punct. AIstr Heilige Abbe wäre so voller Tugenden / daß beständig ein lieblicher Geruch von seinem Leib außgienge/also daß wer mit Jhme redte/selbigen riechte/und zum Tugend-Leben und seiner Nachfolg anreihte. OamaiccnL; Wann ein jeder nach Verdienst seines Lebens ein guten oder üblen Geruch solte von sich geben/ach wie vor ollen müßte man wegen üblen Gestank ihrer Sünden mit dem lieben Schutz- Engel die Nasen verheben ; und unter welchen wurdest du seyn? So befleiße dich / daß du allzeit anderen zum Exempel / einen guten Geruch der Tugenden und frommen Lebens von dir gebest. Der Heiligen Armuth ist diser fromme Mann sonderbahr zugethan gewesen/denne aber G-Ott niemahlen etwas hat manglen lassen; dahero als Er wolte sterben / kommen feine Jünger sehr betrübt/ und sagen: Heiligster Vattcr / so lang wir bey dir gewesen / har u»w GGtt wegen deiner alle Nothwendigkeit verschaffet; aber nach deinem Todt wie werden wir leben können ? Dise tröstet Ei'/und sagt! Ich überlasse Euch GOtt allein/dcme alles zugehört/ und deme zu lieb Ihr alles seitliche und Euch sclbstcn habt verlassen. Mann Ihr die Heilige Armuth von Hcrrzen werdet lieben / und Christo allein anhangen / wird Er Euch auch durch sein N)eißhcit/ mit deren Er alle Ding regiert / alles dasjenige geben / was Euch vonnöthcn seyn wird; Sotten Ddz Ihr 214 Betrachtung Ihr aber/ welches GOtt verhüten wolle / nach dem Zeitlichen trach- ten/und von GOtt abweichen/will und wünsihc ich »richt/ daß GOtt Euch erhöre/rrnd die Nothwendigkeiten ertheile. Diß schön-glückseelig-und heilige Testament sollen Ihnen alle zur Heil. Armuth verbundtne Geistliche sonderlich zu Nutzen machen/von Hertzen nichts Zeitliches begehren/ und Gott allein suchen. Ach! wie sorgfältig wurde der reiche Gott für solche Seelen sorgen/sie nicht verlassen/ und Vatterlich ernähren? vLMLlccna! Darssst du auch für dich dergleichen Sorgfalt von GOtt verhoffen/ oder aber bist du sechsten noch gantz sorgfältig für das Zeitliche/ welches du doch ohne Beschwährnuß der Seelen nicht kaust gemessen? Er- frewe dich/wann du von Hertzen armb bist/ und GOtt allein besitzest/welches die höchste Reichthum!) die der Mensch hoffen und haben kan. . Betrachte/daß obwohlen Ste- phanus wegen seiner grossen Heitigkett/unOVile seiner Wun- dcr-wercken schr hoch angesehen/ und ein Abbt und Meister viler Mönchen gewesen/habe Er doch auß Demuth niemahlen wollen zulassen / daß Er zum Priester geweyhet wurde. vLmrlcenL! Fromme und demüthige Hertzen fliehen alles/ was auch nur einen Schein hat einer Ehr; Sie achten sich auch unwürdig der Gaben und Gnaden GOttes / deren nicht die wenigste ist die Priesterliche Würde. Wie demüthig von Hertzen du seyest/ kanst du auß deinen Wercken schließen/ und dein Gewissen selbsten fragen/ welches dir vtlleicht wird sagen/ daß du nichts wenigers als demüthig seyest/ welches unverantwortlich vor GOtt wurde seyn. Der dritte Punct. ALs der Heilige Abbt in seinem Orden fünsszig Jahr zugebracht / hat Jhnne GOtt mit grossen Schmertzen an allen Gliederen hcimbgesucht/ die Er mit grosser Gedult gelitten/ und zu einem seeligen Todt sich gerüstet ; Und nachdem Er seinen ren hüwerlassen/ und die HH. Sacramenten empfangen/ hat Er im Jahr AHMi seines Alters irn8o. ftmen Gerst voller Mr- Von dem Heil. AbbL Stephans. 215 Verdiensten aufgegeben / spre- öffentlichen Jahrmarckt veran- chend: In deine Hand/ O HErr/ dert worden / und dle Geistlichen bcfihlc ich „reinen Geist / allswel- aufiengenJhrenTugend-Glatttz ches die HH. Engel sein Seel zuverttehren/hatsich seinNacl)- empfangen / und mit sich in den kömbling deßwegen sehr bekum- Htmmel getragen haben. merk / und gesorget / das Gotts- v-tm-lscena! Wie vil Jahr haust möchte wegen so vilem Zu- kanst du zehlen/ daß du from ge- lauff deß Volcks / und so viler lebt habestund mit wie grosser Opferen und Schankungen gar Gedult leydest du die Wider- umb alle Heiligkeit deß Lebens Mattigkeiten/ welche dir GOtt kommen ; gehet derohalben hin wegen deinen vilfaltigen Sun- zum Grab deß Heil. Vatters/ den zu leyden zuschicket ? Kanst klagt Jhme sein Noth und An- du hoffen mit solchem Trost zu ligen/ und sagt / daß zwar so vil sterben/als wie diser Heil. Ste- Wunderwerck Jhme auf der phanus/ oder aber must du dir Welt sein Heiligkeit und Glory nicht sehr fürchten / dein lieber vergrößere und vermehre/weilen Schutz - Engel werde dein Seel sie aber feiner hinderlaßnen Heil. in ein strenges Fegfeüer tragen? Einöde den gantzlichen Unter- v-MLscenL! Verlangst du dein gang drohen/ersuche Er Jhnne/ Leben noch mit Ernst zu verbesse- daß Er keine Mirackel mehr ren/ vertrawe auf GOtt/ Er thuen wölle/ wo Crs aber nict)L wird dir Gnad darzu geben. werde thuen / wölle Er fernen weilen diser Heilige Vattcr bey Heiligen Leib lasten aufgraben/ seinen Lebzeiten alle seine Unter- und in den nächsten Fluß werft gebne fürnemblich zur Heiligen fen. Armuth und Einsambkeit deß o-m-scens! Sihe Wunder Leberrs unter der Heil. Gehör- über Wunder / von selbiger lamme verbunden / nach feinem Stund all hat der Heilige Vat- Absterben aber die hinderlaßne ter in dem Himmel seinem Jün- arme Einöde wegen Vile seiner ger gehorsamer / keine Wunder Wunderwercken/grossen Fulauff mehr gethan/und sind die Geist- deß Volcks/und reichm Schan- tiche bey Ihrer Heil. Armuth/ kungen und Opferen in euren und einsamen Heiligen Leben Ll6 Betrachtung verblieben. DarmiL hat Erstlich der Heilige in dem Himmel gut geheissen den Eysser dises frommen Abbts. Zum Anderen hat Er höher geschätzt den Tugend- sacken Fortgang in seinen hin- derlaßnen Geistlichen Kinderen/ Munderwmck / Ehr (^Ottcs / undselbst-eigneEhrund Glory/ damit hiemit auch du nicht sollest gedencken/ daß deine Werck/ wie heilig sie scheinen zu seyn / Gott angenehm werden seyn/ wann sie zum Nachtheil und Schaden deß Nächsten sotten gereichen. Drittens gedencke/wie dise arme Einöde vor der Wett wegen eines so Wunderthatigen Heiligen/in das gröste Ansehen hatte komm können; die arme Geistliche aber Ihre GOtt-verlobte Armuth und einsackes Leben allem Pomp und Pracht/und aller Hochheit diser Welt wett haben vorgezogen/ die du villeicht ab der Armuth ein Abscheuchen trägst/in dem Verborgnen nicht kanst leben/und allenthalben wilt angesehen seyn. Endlich weil der grosse Heilige in dem Himmel gehorfamb gewesen/ seinem hie auf Erden gewesten Lehr-Iun- gen/ wie vllmehr du m allem sollest gehorsamen deinen Oberen/ welche dir an statt GOttes vorstehen 2 Über jeden Puncten mache deine Gedancken/so wirst du villeicht leyder finden/daß du noch kein grosse Heilige seyest. Betrachtung Auf daö Fest der HH. Märtyrer kauttim UNd lovicae. Der erste Punct. AASIe zween Brüder kaustj. Iiuz und lovita zuBressett in der Lombardey / von Edlen und reichen Elteren ge- bohren/und in dem Katholischen Glauben aufcrzogen/haben selbigen/als Sie erwachsen / mit grosser» Eysser außgebreitet. 27 ? Von den HH. Märtyrern kauümo und lavn-. vrm-scenL! Auß disem sitzest wett Sie weder mit Verspre- du/ wie vtt die Gnad GOttes in chen / noch mit Drohungen von einem reinen Hertzen vermag; Khristo tönten abwendig ge-- Daß du aber so kalt und law/und macht werden / sind Sie blß zur gantz forchtsamb bist / die Ehr Ankunsst deß Kaysers in ein GOttes und der Seelen Heyl harte Gefangnuß gesperrt wor- Zu befürderen / erforsche dich / ob den. nicht dessen die Ursach seye/ dein v»mLtcenr! Betrachte Erstlich/ sündliches Leben / welches biß- wie dise zween Brüder sich imer hero unfähig gewesen / solcher haben fähig gemacht/zu grösseren grosserGnaden ? Lasse dirs Hertz- Gaben der Natur und deß Him- lieh leyd seyn/ und befleisse dich mels/ indeme der eine Priester/ mit Ernst eines demüthigen rei- und der ander vUco n ist worden, nen Hertzens. ?mn Anderen / wie Sie solche üppoioniur diser Statt Bi-r Gnadm so wohl haben ange- schoff / hat wegen deß Eyssers wendt/ und nichts anders ge- diser zweyen Bruder/ den einen/ than/als was Sie wüßten Gott nemblich kLuNmum. zumPrie- lieb und angenehm zu seyn; ster / den anderen aber loviram darumb Sie auch wegen deß zum vi-col, gewyhen/ welchem wahren Gottes von dem Pfleger Ihrem Eyffer und Beruff Sie verklagt/gefangen/und übel ge- eysserigist nachkomen/dieGötzen- halten worden. Tempel zerstohrt / die Heyden OrmLscenL! So wünsche di- bekehrt/und so streng/from und sen Heiligen Glück/ daß Sie heilig gelebt / daß Grass Irriicu, Ihnen dise Gaben Gattes und diser Landen Pfleger/ welcher der Natur so wohl zu Nutzen dem Götzen - und Teüsselsdienst gemacht/daß Sie alles lieber ley- sonderbahr zugethan / wider dise den wöllen/als etwas widerGott Diener GL)ttes also ist erbittert thuen. Zihlest du auch allzeit worden/ daß Er Sie bey dem nach grösseren Tugendwercken/ Ltayser ^ilriano verklagt/ Ge- und verlangst du dich auch allzeit walt bekommen/ wider Sie/ und grösserer Gnaden G-Ottes fähig alle andere Christen/ nach der zu machen? Widerstrebest du Strenge zu verfahren; Dahero/ der bösen Natur / und anderen E e sünd- 218 Betrachtung sündhafften Schmeichlereyen/ daß du lieber alles wollest ley- den/ als wider G-Ott und dein Gewissen handle» d So bald der Kayser zu Brest sen ankommen/und vernommen/ was sich mit Visen zweyen Brü- deren zugetragen/last Cr Sie für sich kommen/ verspricht Ihnen grosse Ehr und Reichthum!)/ wann Sie den Götzen/und son- derlich der Sonnen opfferen wurden; aber die Heilige Märtyrer sprachen : Wir opfferen allem dem jenigcn Gtt / der die Sonn als ein sicrd deß Himmels «schassen hat. Auf dises lasset Sie der Kayser iu denSonnen- Tempel führen/ dem Götzen zu opfferen / oder aufs grausamste gemartert zu werden. Die Heilige verrichteten allda Ihr Ge- bett gantz eyfferig zum wahren GOtt/und fthe/ das sehr reich von Gold glantzende Sonneu- Bild ist wie Rueß gautz schwartz worden/und da dieGötzen-Prie- ster solches wieder wollen buhen/ ist es zerfallm / und zu Staub und Aschen worden / mit deme die Heilige dem Kayser gezeigt/ wie ein schlechter Gott die Sonnen seye. Erstlich bchertzige insgemein den armen elenden Stand/ in deme die blinde Heyden gelebt/ deren sich sehr vil wegen ihren Götzen also gepemiget und ge- plaget/ daß wann Sie wegen deß wahren GOttes also streng gelebt hatten/große Heiligen wa^ ren worden / darumb Sie abeo auß Mangel deß wahren Glaubens nichts verdient / und noch darzu verdambt sind worden. Zum Anderen behertzige die Boßheit so viler Heydnischer Tyrannen/welche auch nach so vilcu Wmrderwercken/mit denen GHtt den wahren Glauben be- stattiget / halsstarrig und boß- hasst m ihremAbgöttischeu Hey- demhumb verharret / und den wahren GL)tt / und alle die an Ihnne geglaubt/durch allerhand Peyn und Marter außzureuten gesucht. Gedencke/ was dise Tyrannische Kayser / König/ Fürsten und Herren/ und so vil tausend Verfolger der wahren Kirchen/ für ein grausame Höll werden außstehen müssen; und was dir endlich werde widerfahren/die du in dem wahren Glauben bistaufcrzogen worden/wast du nicht deinem Stand gemäß werdest leben/oder andere hassen und verfolgen; Werden nicht Von den HH. Märtyrern?auüiuo und lovira. 2 ic> die einfältige Heyden an dem Tag deß Gerichts wider dich aufstehen/und dich verdamm rc. Dancke deinem lickstenZESU/ wann du getrost lebst/ und hüte dich / daß du in solchen elenden Stand nicht gerathest. Drittens / erinnere dich/ ob du keine Götzen-Bilder in deinem Hertzm habest/ welche zu verehren und anzubettm dich dein selbst-eigne Natur antreibt? Halte aber für gewiß / daß alle Vorwürff deiner Gedachrnuß/ Willens und Verstands / wie schön illid glantzend sie zu seyn scheinen/ wann sie nicht pur in GL)tt gegründet / lauter falsche Götzen seyen. Bitte Gott den HErren / daß Er dir selbige zu erkennen geben wolle/damit du sie mögest meyden / und durch ein Tugettdsames Leben gäntz- lich irr dir vernichttgen. Der andere Punct. HErKäyser wegen diserThat noch mehr ergrauet/besticht/ dise zwey Brüder den wilden Thieren fürzuwerffen / welche ihrer wilden Arth vergessen/den Heiligen gantz zahm/als wie die Schäflin/dteFüß gelecket. Dtß Wunder / weil es die Heyden dem Abgott 8arumo zugeschrieben/haben sie sein Blidnuß Herfür gebracht/daß die HH. Märtyrer selbiges selten anbetten; aber die wilde Thier haben die Götzen-Priester und lrslicum den Grasten mit grossem Grilw men ergriffen und zerrissen/das Götzen-Bild mit Ihrem Blut besudlet/und mit Füssen zertrct- ten / deßwegen sich vil Heyden bekehrt/ unter welchen deß Grasten Haußfraw/ und Oaio- Lcrur, einer auß den Fürnehm- sten am Hoff; und den wilden Thieren haben die Heilige befohlen / zur Statt hinauß in die Wüste zu fiiehen/so auch geschehen Damasten»! Wer hätte ver- meytren sollen/ der Kayser und alle Gegenwärtige / wurden sich nicht zum wahren Glauben bekehren/well nicht das Sonnen- Bild ihr fürnehmster Abgott allein vernichtet/sonder auch der Abgott äarucnur so vil Götzelt- Pfasten/und der Tyrann i tab cus selbfteti von den wilden Thieren zerrissen/und mit Füssen zertret- Len sind worden/ die hingegen den HH. Märtyrern die Fuß gantz zahm gelecket/und auf Ihren Befelch zur Statt hinauß Ee L in 220 Betrachtung in die Wildtnuß sich begeben, vamsscenz ! Gedencke/ wie es ein grosse Straff GOLtes ftye/ wann der Mensch / als wie der Pharao/und diseHeyden in der Beschert erhärtet/ durch so Augenscheinliche grosse Wunder sich nicht besseren will. So lasse drch von deinen Vorgesetzten gern letthen/und seye nicht halß- starrig in deinen Meynungen/ sonderlich wanns deiner Seelen Heyl antrifft. Über das gedencke mit dem Heiligen Thomas/ (-) wie Gott ein durchgehent/allgemein voll- kombnes Wesen seye / deme an Adel/ Hoch Hertz Fürtrefflichkeit oder Vollkommenheit/was Gestalten sie imer seyn mag/nichts abgehe. Er werde seyn und verbleiben ein unendlicher Gott/ mit allen seinen unendlichen Vollkommenheiten/ biß in die lange Ewigkeit/ wie Ers von Ewigkeit hero gewesen. Er seye derjenige/ aussertdeme nichts seye/ daß nicht von Jhme herkomme ; daß alles/ was aussert Jhme ist/ nemblich die Engel/ Himmel und Erden; alle Menschen rm Himmel/aufErden/nnd unter derErden/in einemAugen- blick zu Grund giengm/ wann Sie von seiner Allmacht nicht erhalten wurden. Er seye Einig in seinem Wesen/ dreyfach in Persohnen/ auß denen die Andere Persohn das Menschliche Geschlecht/ nachdeme es durch dieSünd zu Grund gangen/wieder erlößt/Mittel dre Seeligkeit zu erlangen/ fürgeschrieben/ und endlich kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todtnen/ und einem jeden gcben/nachdeme Ers wird verdient haben. Dise/ und noch mehr andere Glaubens-Puncten / welche dir die Kirchen fürschreibt / glaube/ lebedisengcmaß/und hoffe seelig zu werden. Da die wilde Thier den Heiligen verschonet / ist der Kayser noch verstockter worden/und die Heiligen in das Feuer werffen lassen/ well Sie aber in dtftm Feuer GL)tt preyseten/ hat der Tyrann Sie in der Gefanqnuß mrtdem Hunger tödten wollen/ aber auch in disem L)rth sind Sie von den Engten getröst worden / deßwegen der Kayser noch mehr ergrimmet/ hat alle new - bekehrte Ahriften hinrichten / UNd Lslorcrum mit dtN zweyen Bruderen nach Mey- land gebunden führen lassen/ 221 Von denHH. Märtyrern ksuttmo und lovits. allda Sie mit unterschiedlichen grausammen Peynen geplaget worden/ in welchen Sie G-Ott gelobt und gepriesen/ der durch seinen Engel auch Lsiorerum, da Cr in seinen grossen Schmertzen bey disen zweyen HH. Märtyrern umb Hülff gebetten/also hat getrost/und die Schmertzen gelinderer / daß vil von dem umb- stehenden Volck sich bekehrt/und geschruen: Groß ist in der Wahrheit der Christen <8Er Tyrann immer versteckter und Gottloser/ da Er von Meyland wieder auf Rom wol- te/ übergibt Er den /lnrioclto , einem Gottlosen Pfleger / welcher Ihnne wegen deß Glaubens so graujamb langpey- nigen lassen / biß Er endlich zu Meyland in demHErren seelig entschlaffen; denksullinum und lo vitsm aber/ hat Er lassen in die Eisen schlagen / nach sich durch alle Statt sichren / und zu Rom auf ein newes mit grausammen unterschiedlichen Peynen marteren lassen. l)sm2lcer>2 ! Daß Oalorcrur der Heilige Märtyrer mit so em- pfindlichenSchmertzen Anfangs hat gelitten / nicht aber die anderen zween HH. Bruder / ist villeicht auch geschehen neben anderen Ursachen / weilen deß LLiorcriHertz undGemüth nicht also gereiniget gewesen/ als wie diser Heiligen Brüder / welche durch ein frommes Leben in Ih- Ee z rem 222. Betrachtung rem Gewissen gantz rein und unschuldig/pur allein wegen Gott gelitten haben. Daß du also/ mein DLrnalccnL! in deinem Ley- den noch so empfindlich bist/und dich noch nicht/wie es seyn solle/mit Fremden in das beyden schicken kauft / und zu Zeiten villeicht noch kurreft / murreft/ das Maul henckeft / und nicht thust /" was du thuen solteft/ schreib es allein deinem kalten übel-geführten Leben zu / wegen dessen du so empfindlich muft leben / und dir die Peynen und Schmertzen mchtnach deinem Verlangen gelinderer werden. Glaub aber/ daß dir dise Peynen GOtt der HErr für das Feg- feüer zuschicke / nach deinem Absterben desto fähiger und chender das Angesicht GOctes zu ge- rüessen. So befleisse dich/durch ein frommes Leben eines reinen Hertzens/und der Gedult in deinem Leyden. der Käyier reißte nach etrvas Zeits zu Wasser von Rom nacherNrapel/und nähme zu sich seine Götter / denen zu Ehren Er eines Tags ein schöne Music halten liesse/ welchen die HH. Märtyrer in einem ande- ren Schiff an Ketten und Banden angeschmiedet/nur verlachten und strafften / deßwegen Er Sie an die Folter ausspannen und mit Facklen brennen lassen/ dardurch Sie umbs Leben zu bringen / aber alles umbsonsten. Darauf liesse Er Sie ins Meer werffen/ aber die Heiligen gierigen auf dem Wasser als wre auf orockner Erden/und ehe derKay- ser an das Land kommen/find die Heiligen schon zu Neapel auf dem Marckt / und verkündigen vil tausendMenschendenKhrist- lichen Glauben ; Von bannen Sie von den Soldaten wieder gefangen / und gebunden nacher Bressen geschickt/und von 4u--c. üLno dernNichter vor demStatt- Lhorden 15. Hornung find ent- harrptet worden / im Jahr Christi 122. Erstlich gedencke/wie Gott der HErr zu mehrer Glory seines HH. Nahmens dise HH. Märtyrer durch seinen Engel in allen Ihren Peynen habe gestarckt/ und von allem Übel erlediget/ daß der Tyrarm und alle verstockte Heyden mit Händen hatten grerffen können den wahren GOtt/und die KrafftdeMreü- tzes Khrrsti / denne dise Heilige mit so grosser Vernunfft und Eyffer Von dem HM. Bischofs und Märtyrer Srmeon. 22z Cyffer geprediget/ und auß de- Uen vil wegen ihres Unglaubens gestrafft sind worden. So ge- derrcke was Gott uns Schriften/ ia uns Geiftltchen thuen werde/ wann unsere Merck mit dem Glauben/so vilen Gaben GOt- tes ulrd Attttleu feeUg zu werden/ nicht zutreffen / und über- rin stimmen werden. Deiner Getts l)2M2sccn-r betrachte/wie Lein Leben beschaffen / oder was du von GL)tt werdest zu verhof- fen haben. ?mn Anderen / weil der gütige GOtt durch seinenHeiltgen Engel die HH. Märtyrer durch einen glückseligen Todt in die Himmlische Glory hat begleiten lasten / bitt deinen liebsten Gott/ daß Er dir in deinem Sterb- ftürrdlin auch schicken wolle Ma- riam/ den Heiligen Joseph/deinen Heil. Drdens-Vatter/andere Patronen/und deinen lieben Schutz-Engel/ welche dich m deinen Schmertzen und Anfechtungen trösten/ starcken/vor dem bösen Feind schützen/und zu den Himlischen Frewden begleiten/ Amen. Betrachtung Auf das Fest deß Heil. MfchoffSund Märtyrers Simeonis. Der erste Punct. AEc Heilige Simeon eiltSohtt Mari-c und KleophT/ Geschwister Kind mit Christo dem HCrren/ dein Fleisch nach/lebte As ein Jünger deß HErren in solcher Heiligkeit/ daß die Apostel nach dem Todt Iaeobi deß Minderen / Bischoffen zu Jerusalem / Ihnne zu seinem Nach- kömbling erwählt/ welche Kirch Er/biß Jerusalem von Drv und Vespasirno den Käyseren / zer- stöhrt ist worden/ gantz löblich regiert. Betrachte / daß diser Heilige es nicht ungern habe gehabt/ daß Er mit feinen anderen Vetteren von.Christo dem HErren nicht 224 nicht zu einem Apostel ist auf- und angenommen worden ; Er habe auch mit solchem Eyffer/als wie die HH. Apostel das Evangelium geprediget / der grossen Vollkommenheit und Heiligkeit sich beflissen/und deßwegen von denHH.Apostlen vor allen anderen zum Bischoff zu Jerusalem seye erwählt worden. rth seiner Matter/ mit grossr Fröhlichkeit Jhme seine Kleyderselb- stcn außgerogen/sichaufsKreütz gelegt; und da Er grausamb an- genaglet/mit demKreütz aufgerichtet wurde/hat Er sich keines Weegs beklagt/litte die Schmer- tzen gedulttg und behertzt/ und stirbt am selbigen mit grosser" Trost den ik. Hornung/ umb das Jahr Khristi 109. k- ck n n h r> i- > s. t - - Von dem Heiligen Apostel Matt hias. er/ vrmrlcenL! Zweifle nicht/ den Göttlichen Willenrc. Lasst daß dlser alte und ftomme Bi- dirs hertzlich leyd seyn / daß du schoff nicht werde ein sonderbahr dich btßhero zu deiner Areützl- grosse Frewd gehabt haben/daß gung nicht besser hast geschickt Er würdig ist erkent worden/ gemacht. Disen oder jenen Marr^ nach dem Exempel Khristi JE- gel hiemit ins künffrig zu verbess su/ für sein Ehr gecreütziger zu stren/ mache dir einen steiften werden. Dise Frewd und Froh- Fürsatz; Liebe auch fürnemblich lichkeit daß du m deinem Kreütz drsen Heiligen / weil Er ist ein bißhero nicht hast gehabt/ ist die Freünd deines liebsten Gespött Ursach/ weil du rn Lugenden stn/ deme zu lieb crentztge dich/ Khristo nicht bist nachgefolget/ und lasse dlch gern von anderen und die Mittel front und heilig creützigen und abtödten/ damit gecreütziget zu tverden/nrcht hast du mit Ihnen am Kreütz mögest ergriffen/ welche da sind Hertz- sterben/und mit allen mitKhrrsto liche Demuth/Gehorsame/Ver- JEsu Gecreützigten ewig glück- einbahrung unsers Willens in stetig könnest leben. Betrachtung Auf daö Fest deß HeU. Apostels Mattßtas. Der erste Punct. SWEtrachte/ daß gleich nach mahl genossen/noch beysammen HjAder Hickelfahrt deß HEr- versamblet waren / und Petrus ren / da die Apostel und sich erinnerte deß leydigen Falls Jünger Ahristi mit Maria der Jud« deß Verräthers / stye Er Mutter JEsu/Maria Magda- als das Haupt aller anderen lena/ und anderen fronten Wei- aufgestanden/und gesagt: Daß deren an der Zahl bey hundert weilen Judas gesündiget / ver- und zwantzig in der Taftl-Stu- zweiflet / und sich erhenckt / stye den/ wo Sie das letzte Nacht- nothwendig daß ein anderer an Ff2 sein rrF Betrachtung ftm statt auß Visen Gegenwartt- aenzum Apostolat und Predig- Ampt erwählt werde; welches/ als Sie alle gutaeheisten/haben Sie einhellig auß der Zahl der sibenzigJüngern zween erwählt/ nemblich Joseph / einen Bluts- Freund Khristi/genandt der Gerechte / und Matthiam / nach welchem Sie alle Gott eyfferigist gebetten/daß Er Ihnen wolle zu erkennen geben/ welcher auß Ihnen Jhme der Wohtzefalttgiste möchte ftyn. Gcderrckc Erstlich über diß/ daß obwohlen das Apostolat ein hohe Würde/ftye doch keiner geweftn/ der sichumb diftlbigebeworben/ sonder es habe sich ein jeder der- selbigen unwürdig geschätzt. FumAvdcrcv/sene dist Wahl vorgenommen worden m Gegenwart Marir/und da alle/ die zur Sach zu reden hatten/ in dem Gebett beysammen versamblet waren/ seye vorhero kein Ab- handlung/kein Schanckung/und kein Versprechen geschehen ; keiner habe sich vorhero mit den anderen unterredet/wie und was Gestalten einer dem anderen vorzuziehen/rc. Diefromm-und heilige Versamblung habe kein Unterscheid der Persohnen gemacht/ein jeder hab sein Gewiß stn in obacht genommen / und dasjenige in so wichtiger Sach gethan/darzu Jhnne der Heilige ^ Geist ermähnet. vLMLtccnL! Sotten dergleichen Aempter in deiner Versani- lung vorzunehmen seyn/ achte dich nicht allem hoher Würden/ si-nder auch der wenigsten Verrichtungen unwürdig. L)der ist es an deme/daß du einem anderen die Stimm zu einem Amptz sollest geben/mmme kein Schan- kuvg an/ lasse dich auch nicht mtt vilem oder wenigem bestechen/ dardurch du ohne Zweissel an deiner Seelen den grösten Schaden müßtest leyden; Wann du schon einfältig und ungeschickt bist/laste dich nicht bereden mit keinem Versprechen/souder rufft an die Gnad deß Heil. Geists/ und thue alsdann/ was du ver- meynst recht zu seyn. Und wan schon nachmahlen die Stimmm nicht nach deiner Meynung auß- fallen / seye wohl zufrieden/und lebe nicht unruhig; Schweige auch still darzu/wann schon der Erwählte sich nicht nach deinem Wunsch sötte verhalten; dann wurde Er Sachen thuen zum Schaden der Lowmuvitat und Ver- Von dem Heil. Apostel Matthias. 22 - Versamlrmg/werden schon andere seyn/ die sich mnb die Sach werden annehme«/ deiner Seits stye du stM und rühia. Daß Drittens der Heilige Petrus aufaeftanden/gedencke daß dises geschehen seye zu Ehren der Mutter GOttes / und der gautzen Ehrwürdigen Versam- tung. Mann auch du vor anderen etwas must vorbriugen/btldedir rw/es stye gegenwärtig Maria die allersteligifte Iungftaw/ und andere ftoine Seelen/und bring dein Sach vor mit Demuth und Chrentbietigkeit; Seye nicht derjenigen halßstarrigenNatur/ daß du dein Meynung mit Gewalt wölleft behaupten. Mer difts alles mache einen Überschlag/ und erinnere dich/ wie du drch in einem und anderen habest verhalten 2 Findest dich schul- dlg/verbessere es vouHertzen. Der andere Punct. ERstuch betrachte/daß nachdeme die gantze Versamblung sich Wcht könte entschliessen / wem nuß disen beyden Sie die Sttni öum Apostolat solte geben / hab We Gsm^scc' ^ l kein Miß- gunst schlachte in seinem Hertzen Acht ein / und wäre wegen di- ler verwunderlichen Anordnung ^Ätres besser zufrieden / als wann das Löß über Jhnne selb- «M gefallen wäre. Oamsi eri!,; Ich will für diß- ^Uahl nicht / daß du vil Gedanken machest / was sich zu Zeiten zutrage bey den Regenten / und gross» Haupteren drftr Welt/ wo etwa» einer dem anderen un- bältchgantze Königreich/ Ertz- Bischthümer/ Land und Leüch zu regieren / vorgezogen und vorgesetzt wird. Ach! wie vil tödtilche Feindschafften / Mordthaten / erbärmliche Krieg und Verwüstungen gantzer Landschaften erfolgen auß solchen Beftirdernngen ? wenigstens gehet es selten ftiedsamb zu. Lasse dise Gedancken fahren/und bleib allein bey deiner Versamlung in deren du lebest. Hast du nie- mahlen erfahren/daß wann nur etwan em würdige Mutter/ Priorin / Keller-Kuchel-Metste- rin/Portnerin/ oder Gast-Mutter loll erwählt werden/wie vil Gedancken einVorgesetzter/oder L-berin müsse machen / damit nicht etwan dardurch die Liebe zerrrennt/nnd einigeFeindschafft bey denjenigen erweckt werde/ welche etwan auch gehofft be- fürderer/ und anderen vorgezogen zu werden. In dergleichen Zustanden/ erftewe dich/daß dir nichts/vor dem lieben GOtt zu verantworten / auferlegt wird. In deiner Vernichtigung wirst du GOtt besser gefallen / als etwan rrz Betkachttrng etwa» ein andere in Mrer Verwaltung/ wann du ohne Miß- guust/und in den Willen Gottes verembcchret / die Oberen lassest machen/wie eS GL)tt zulasset. Betrachte noch ferner /wie Matthias Ihme das Predia- Ampt/ und die Bekehrung so wohl der Juden als der Heyoen/ zu denen Er das Evangelium zu predigen gesandt ist worden/ sehr habe lassen angelegen seyn/ und derselben ein grosse Anzahl durch die Miracul bekehrt. Es segnet GOtt die jenigen mit seinem Seegen und Göttlicher Gnad/ welche rechtmäßig/ und von GOtt zu einem Ampt oder Verrichtung beruften werden; welche hingegen mit Gewalt/ oder sonst unrechtmäßiger Weiß in ein Ampt sich eindringen/ ohnfehlbar fallen/ und zu schänden werden. vsmLlcevL! Zum sichersten Wirst du thuen/wann du fliehest alleVerrichtungen/nach welchen andere so unordenlich trachten/ welches / wann du nicht wirst thuen / so lang bist du nicht von Hertzen demüthig/ mit welcher Tugend Matthias Wrtreffiich leuchtend gestorben; Dann als die hartnackige Juden KUrrtu-m vor dem Hohen Priester unter dem Schein eines Lasters und Aufruhrs verklagt/ und selbige Jhnne von Khristo JEsu wollen abwendig machen / hat Er geantwortet: Erstye Christi ge- trewerDiener/ anders künne und wolle Er nicht seyn; auf welches Sie rasend und wütend sind worden/ und ist der Sententz der Vereinigung und Enthauptung endlich über Jhnne ergangen / welcher bald darauf mit grossen Grimmen deß hartnäckigen Volcks vollzogen ist worden. Wünsche diftm grossen Apostel Glück / daß Er als ein ge- trewer Diener Lhristi zur Mar- ter-Aron undHimlischenGlory gelangt. vLMLlccnL! bekenne dich ern getrewe Dienerin Khri- sti/ so wirst du den Tyrannen deiner bösen Begierden/ und alle Anfechtungen deß bösen Geists überwinden/ und durch einen glückseligen Todt die Himmlische Glory auch bekommen. DctraO Von der Heil. Käystrin und Jnngfrawen Kunegundis. LW ^rt, Mx MGdaS W der Hell. Käpserln und Jung-- frawen Kllnegundis. Betrachtung Der erste Punct. Etrachtc Erstlich / wie die in Ihren bestell Jahren/und m ^ Heilige Kunegurrd von mitten aller Welt-- Fremden oh- dem hohen Geschlecht der ne Fleischlichen Lust gantz keusch PfalH-Grasten am Rhein ac- und Jungfräwlich mit einander bohren? Mit Henrich dem Aride- gelebt / sey es sich mehr darüber M diß Nahmens / Römischen zu verwunderen / als nachm- Käystr, vermählet / sich beyde thuelr. Nachmahlen halte für entschlossen / in Jungfräwlicher gewiß / daß dist zwo hoche Käy- Reinigkeit in dem Heiligen Ehe- serliche Persohnen Ihren Ehe- startd mit emanderen Zll leberr. stand nicht so glücklich / und mit Dämmen»! Es hat zwar so grossen Verdiensten hätten M ttlcht Henrich und Kunegund End gebracht / wann Sie durch Mein in dem Heiligen Ehestand das Gelübd der Reinigkeit mit Jnngfräwlich gelebt / sonder es Khristo JEsu nicht waren ver- hats auch Kayser Kisrcanu, mit nrahlet gewesen. Weil dann der ^lchenL; LciuaräuL König in HErr JEsus nicht allein ein Britannien mit Grast Bräutigamb der Menschlichen Eegl-.ur mit stiller Liebsten Del- Natur/ und seiner Kirchen/ son- Am»- und noch mehr andere ge- der aller gläubigen Seelen ins- Wn; Mer glaube/vaß zu einem gemein/ und einer jeden inson- Mchen.Werck/ und zu Vollzie- derheit/ so wirst du Jhnne ja Hung,eines, selchen Gelubds ein auch ohne Zweistel (weil der irr- MgeivöhMiche und sonderbahre dische Ehestand dich nichts an- ^nad GOtW erforderet wer- gehet/) schon längsten für deinen Und daß solche hoche Per- liebsten Gesponstn auf-und arr- whnen ungleichen Geschlechts/ genommen haben; Und wann Gg es rZ4 Betrachtung es noch nicht geschehen / und du verlangst Jungfrawlich zu leben/ so verbinde dreh dermahletnist mit Il)me/ dann durch Ihnne/ und mit Jhme wirst du alles erlangen ; Aber erforsche dtch/wan du mit Jhme verbunden / ob du Geistlicher Weiß diejenige El- genschaffrcn habest / welche von einer indischen Braut erfordert werden/ob du fürnemblich Jhme allein / und keiner anderen Kreatur anhangest / und selbige liebest ? Befindest du dich untren) gegen deinem liebsten gecreützig- ten HErren JESU/ lasse dirs hertzlich leyd seyn / und bitt Ihnne / daß dlses Band der Vermahlung durch Übung der Tugend von nun an blß m alle Ewigkeit inuerist vereiniget bleibe. verachte zum Anderen/ Wie die Heil.Kunigunddisen Jungst äwltchen Schatz zu erhalten/ mit l-kcnricodemKat-serm grosser Demuth/Vernichtigung Ihrer selbsten / und strengen Buß- wercken habe gelebt; seye gegen den Annen so oarmhechig gewesen/ daßS'ie ein Mutter derselben genarilbset worden; Vil Kirchen und Klöster hab Sie von nerven austrbawen/und die halb-zerfallue wiederumb verbesseren lassen. Es seye über das im gantzen Manschen Mach schier kein Kirch oder Gotts- hauß/welches von der Heiligen Kttnegund der Käyserin / oder vor: Henrich dem Kayser nicht Gutthaten habe empfangen. O-mal'ccnz ! Du hast in deinem Gewalt keinen grösseren Schatz/als dieJungfrawschaftt/ und was thuest du/selbige zu erhalten ? Erforsche dich/ ob du recht von Hertzen denmthig/dich thuest vernichtigen/und von anderen dich auch lassest für nichts halten? ob du dich in andächtigen Bußwercken nach Anordnung deines Beichtvaters fleis- sig übest? undwans dein Stand zulasset/gibst du den armen Buchen/und armen Llösteren / so weit sich dein Vernwgen erstreckt/das Heilige Allmusen? Erwege alles wohl; erfrewe dich/ und sag deinem liebsten HErren JESU demüthigen Danck / wann du dein Hertz in gutem Stand findest; Im Wi- derigem schöpfte einen tieften Seüffzer/ schäme dich vor Gott/ gib dich schuldig deiner vilfältt- aen Fähler urrd Sünden / und sag mit zerknirschtem dcmüthl- Von der Heil. Kayserin und Iungfrawen Kunegundis. rz; Sem Hcrtzen/du wollest dich besseren. Der andere Punct. OFEtrachre/wie der böse Geist nicht hab mögen leyden den Frieden/undedlenLtlien-Geruch diser so frommen und Heiligen Cheleüthen / Er hab deßwegen unter Ihnen einigen Mißverstand und Uneinigkeit zu erwecken/ und der Heiligen Kayserin guten Nahmen zu schmahleren/ dem Kayser in den Sinn gege- ben/Kunegund hab unkeüsch gelebt/ und Ehliche Trew gebro- chen/darumb Sie/Ihr Unschuld Zu probieren / in Ansehung und Gegenwart deß Kaysers und veß galltzen Hosts gezwungen sey worden / mit blossen Füssen auf glüenden Pflug-Scharren sunstzehcnSchrttt weit zu gehen/ ua aber ein Stimm gehört wor- den: Horchte dich nicht/ er,yui liadicuc. Dttrach- Betrachtung 240 * Betrachtung Auf das Fest deß Heil. Beichtigers Oluniri. Der erste Punct. MMEtrachte/ Wie Lasimirus H^Ader Königliche Printz von ^^Aasimiro dem Dritten dtß Nahmens/ König in Pohlen/ und Elisabeth auß dem Hauß Oesterreich / im Jahr 145 8 . zu Lracaw gebohren / schon von Jugend auf neben Crlehrnung freyer Künsten / fehr streng habe gefastet / vilmahl auf blossem Leib ein HärinKleyd getragen/ auf der harten Erden geschaffen/zu Nachts heimlich aufgestanden/ die Kirchen befucht/und sein Gebett auf dem Angesicht ligender verrichtet. OamalcenL ; Es ist dir nicht verborgen/daß vor Gott keiner vom Adel/der nicht Tugendsam/ und keiner ein König / der nicht über seine angebohrne böse Gemüths - Neigungen herrschet. Er jagt selbsten: (») wer mich ehret/ nur dicuet/uud Tugendsamb lcbet/den will ich ehren und adlcn/ die mich aber verachten / mir nicht dienen/ und sündigen/ die sollen auch unachrbahr/und unedel seyn. i Und zu einem Exempel hat uns i Ahristus sonderlich vor Augen ! gestellt jenen reichen Sohn/ der zwar der Welt nach Adelich ge- bohren/aber weil Er sein Jugend mit Brassen und Unzucht-trei- ben zugebracht / ist Er unedel/ Bäurisch / und zu einem Saw- Hirten worden; (b) und in Vifem elenden Stand sind vor GOtt alle/die Jhme nicht vou Hertzen dienen. Hingegen/sagt der Heilige Lbrylottomur, seye derjenige berühmt/ hoch angesehen/ und vom Adel/ der den Lästeren nicht diene / und voir ihnen sich nicht überwinden lasse/ dessen du ein Exempel m dein Heiligen Aastmiro / der nicht nur ein gemeiner vom Adel/ und frommer Katholischer Ahnst/ sonder ein Heiliger Fürst und König gewesen / weil Er tN hocherri Von dem Heil. Beichtiger c-mmir». 241 hochem Grad Heilig - mäßige AZerck gethan. Gehe also Erstlich itt dich selb- sten/und erforsche dein Gemüth/ wem du btßhero habest gedicnet? Und bist du vtlleicht noch ein grober Bauren-Sohn/ein grobe Vauren- Tochter/dienest mehr deinen bösen Begierden als GOtt/nnd lassest noch immer deine böse Anmuthnngen über dich herrschen? Lasse dirs hertz- lich leyd seyn/ undbefleissedich mit Ernst / daß wann du schon nicht gleich ein Gräfin / Fürstin/ oder Königin kanst werden/wenigist vor GQtt ein gute vom Adel seyest. ?um Anderen/ weil Kafimirus sein Heiligkeit nicht in einer Cmöde/ ooer in einem Kloster/ wnder zu Hoff erlangt / allwo (insgemein von der Sach zu reden/) mehr Gelegenheit zu den lästeren als zu den Tilgenden/ ob du dich nicht vtlleicht müssest schämen / daß du in einem Orth Und Grand / welche von dir ein from-vollkoüi-und heiliges Leben erforderen / und dannoch kälter und läwer als etwa» ein Welt- Mensch lebest? und wie wirst vu es dermahleinist vor GOtt Verantworten können? Zum Dritten/ erinnere dich l)ji. mLlccnL! daß wann du solche Gelegenheit und Anreitznngen gehabt hättest/zu allerhand Lust- barkeiten/ was du wurdest gethan haben/ oder was du noch thätest? vLMLlccnL! wann du derselben Eytelkeit recht thuest erkennen / wirst du ohne Zweiffel wünschen/du hättest von Kindheit auf eyfferig und fromm gelebt. Und wanns nicht geschehen/lasse dirs hertzlich leyd seyn/ und fange gleich ich an from zu leben / und ersetze durch einen wahren Eyffer/was btßhero ver- saumbt ist worden; Werde nicht kleinmüthig/ daß du gedenckest/ es seye zu spath/ deine Kräfften lassens nicht zu/ oder daß die Natur schon zum Bösen gewöhnet; Nichts dergleichen must du ge- dencken/ dann solche Gedancken kocken von dem bösen Geist her. Die jenigen/welche umb die eylff- te Stund in den Weinberg sind gangen/ haben wegen Ihres Fleiß den Groschen mit den Erstell bekommen. (L) l. keß. r. V. ,0. (b) l^ucse rs.v.tf, Hh Der L4r Betrachtung Der andere Punct. krachte Erstlich sein grosse Liebe und Gehorsame/ die Er getragen gegen der Katholischen Kirchen / wider deren Verbott Er auch krancker / und von den Achten befelchnet/ weder von Milch / noch von anderen Spei/ ftn etwas brauchen wollen/ wel- cher Cyffer G-Ott so atlgenehm gewesen/daß seinKranckheit sich nicht hat geböseret. U)ie verhaltest du dich/ Oamg. sccliL l wann du etwa» erkrankest ? Nimbst du nicht mit Freuden an/wann der kicäicu, deiner Sinnlichkeit etwas beliebiges vorschreibt? Machest du dich nicht selbsten alsobald frey von dem Gehorsam/ den du der Heil. Kirchen/und dem Heil. Orden schuldig/ oder murrest du nicht/ wann der Artzt solches nicht thut/oder darzu dich nicht gleich- sambzwinget? OamLlccns! seye nicht so scrupuloß/ und halte nicht gar zu vil auf dir selbsten/ daß du vermeynest / du börstest nichts leyden/und seyest schuldig alles anzuspannen / damit du nicht sterbest/ und bald wieder gesund werdest. Wann du recht ftom bist / so wirst du auß Be- gierd grösserer Vollkommenheit auch zuläßtge Mittel nicht zu brauchen verlangen/ sonder so lang es GOtt gefällig/zu seiner grösseren Ehr gern leyden. Die HH. Vätter in den Einödenen haben von Aertzten undZlpothe- keren ruchts gewüst/ und sind doch durch viles Fasten und strenges Leben alter worden/als wir jetzund durch den Brauch viler Artzneyen. So du kranck/ überlasse dich einfältig der Anordnung deiner Oberkeit/ und Geistlichen Vatters/ die werden schon für dich sorgen/und thuen was recht ist. sum Anderen betrachte/ wie Kasimirus alle Hochheit geflohen / und gar nicht fpiyfündia und klug nach diser Welt hab wölkn angesehen seyn; Und ob- wohlen Er von Natur sehr beredt gewesen/ habe Er doch wenig/ und mit grosser Eingezogen- heit und Zucht geredt. Sein meistes Gespräch seye gewesen vom Lob GOttes/von den Tu/ genden / wie den Nothleydenten in Ihrer Armuth zu helffen/ die Sünder zu bekehren / die Keße- reyen außzureüten/ und die Katholische Religion zu erweiteren; deßwegen hab Er zuwegen ge/ bracht/ Von dem Heil. Beichtiger?r6miro. 24z bracht/daß sein Herr Vatter der König verbotten / daß die Ketzer weder neüwe Kirchen aufbawen/ noch die alte zerfallne erneüwe- ren dörffen; welcher grosse Eyf- fer und hohe Verstand den Kö- mg und die Stand bewegt/daß Sie Lalilnirodem jungen Prin- tzen dasKönigreich zu verwalten angetragen/ welches Er aber beständig gantz großmüthig auß- geschlagen/und nicht annehmen wölken. v-lMLscena! Erforsche dich Erstlich/ob du nicht gantz begierig nach dem Lob der Menschen/ ob du dich nicht etwa» schämest oder betrübest/ wann du sitzest/ daß man deiner spottet/ dich verachtet/und für einfältig haltet? oder endlich wann du sitzest/ daß du dich nicht auch also/ wie andere / kaust beliebt und zutapisch machen. Fum Anderen erinnere dich/ was du für ein Gespräch führest/ wann du absonderlich minvclt- netzen Leüthen umbgehest? es sind vtl/ auch leyder Geistliche/ welche alle neüe Zeitungen wollen wissen/und weniger Lust haben zu einein Geistlichen Gespräch/ als etwan ein außgelaß- Welt-Kind / daß also die Weltlichen bißweile mit schlechter Auferbawlichkeit von solchen Geistlichen ihren Abschied nehmen. Seyedu/OsmstccnL! nicht unter dtsen/ und beschaffrige dich gern mit Geistlichen Dingen/ wann du auch schon in mitten der Welt soltest leben/wie diser Heilige Jüngling gethan. Drittens / wo ist dein Liebe und Barmhertzigkeit gegen den Nothleydenren? Lasset es dein Stand nicht zu/daß du Ihnen mit zeitlichen Mittlen kanst zu Hülss kommen / bitt GOtt für Sie/und sonderlich für die Seelen in dem Fegfeüer. Bitt auch offt und vtl für Bekehrung der Sünder/ Außreütung der Ketze- reyen / und für Aufnahm und Erweiterung der Katholischen Kirchen. Lasse dirs hertzlkch leyd seyn/ wann du in disenDingen bißhero saumseelig bist gewesen. Vicrdtcns / weilm mit Kasimire so vil Fürstliche Kinder alle Hochhett geflohen/und zu keiner Negierungs-Würde auß Demuth haben mögen beredt werden/gedencke nur obenhin/ wie vil nideren Stands Persohnen zu ihren! großen Verderben anderen verlangen vorzustehen/ und sonsten grosse Heilige wä- Hh 2 ren 244 Betrachtung ren worden/wann Sie in Ihrer Demuth waren verblieben; und wie bist du gesinnet ? Ach! glück- seelig und aber glückseelig / wann du gern demüthlg/und lieber gehorsamen als herrschen wilst. Dcr dritte Punct. 0^>Etrachtc die grosse Liebe/wel- ^che Kasinnrus fürnemblich zur Keuschheit getragen; dann weil sein letzte Kranckhelt also beschaffen gewesen / daß selbige nicht anders als durch den Ehestand könte geheilet werden / und hiemtt so wohl seine Freund als die kictl.c, Jhnne cyfferigist ge- betten/ Er solle zu dtsem End in den Ehestand tretten/ habe Er beständig nein darzu gesagt/ und hiemit lieber stervert/ als sich verheyrathen wollen. Da Er also die Stund seines Lodts vorgesagt/ habe Er sich mit den HH. Sacramenten lassen versehen / und mit den Worten : HErr / in deine Hand befihle ich meinen Geist/ in der Vestung Vilns sein Leben geendet / im Jahr Khristt i484.ftines Alters im 25. dessen Seel von den HH. Englen in den Himmel getragen/ der Leib aber in der Thum-Kir- chen zu VUnL begraben seye worden. v-mrlcenz! Wünsche Erstlich dtsem keüschen und Jung- frawlrchen Märtyrer Glück/daß Er durch einen freywilligenTodt die Begierlichkeit deß Fleisches überwunden/ und verdient mit dem Krantzletn der Marter/ und derJungfrawschafft geziert rmd gefrönt zu werden. Trage ein sonderbahreLiebe zu disemJung- frawltchen Heiligen/ insonderheit/ wann du mir dem Gelübd der Keüschheit verbunden / und eutschliesse dich/chender zu sterben/ als selbige zu verlichren; Und ist dir diß Exempel nicht gnugsamer Antrieb/stelle dir vor Augen vil andere Mann-und Wclbs-Persohnen/ welche für die Keüschheit Ihr Leben aufge- opffert/ und setbige zu erhalten/ auß Antrieb deß Heiligen Geists sich selbsten umbs Leben gebracht. An statt aller soll dir gnug seyn das Exempel der Heiligen rbba,Abbttßin in Schottland/deß Heiligen öcneülÄi Erdens/welche/ weil Sie geforch- ten den Einfall der Dannenmar- cker/und daß Sie und Ihre liebe Mit-Schwösteren von denselbi- gen möchten geschandt werden/ ergreifft Sie ein Schermesser/ schneit Jhro die Nasen sambt den Von dem Heil. Beichtiger e-ümiro. 245 den oberen Lesszen biß auf die Zahn ab/deren alle andere Mit- Gchwösteren gefolget / von welchen nachmahlen die Dahnen ein solches Abscheühengefastet/ daß sie alle Geistliche sambt dem Awfter verbrent. (-) Auch jener Jüngling / sagt der Heil. r-Ncro- nMu, (b) habe lieber sein Zungen/ die Er zu Stucken zerbissen/ und der unverschambten Metzen sambt dem Bluet in das Angesicht außgespeyet / dann die Keuschheit verliehren wöllen. Eo wett wirds hoffentlich mit dir nicht kommen/und wird mehr picht vonnöthen seyn/als daß du in keine unkeüsche Gedancken verwilligeft/ die Pcrsohnen ungleichen Stands meidest/ und JCsitln den Gecreütziqten inniglich lieb habest/und Ahme in An Anfechtungen dein Noth klagest. Zum Anderen erinnere dich der wnderbahren und fürnehmbsten Gnaden / die GOtt der HErr visem Jungfrawlichen Jüngling erthestt/daß Er Erstlich/in so turtzen Jahren so grosse Heiliget erlangt. Zum Änderen/ daß ^r die Stund seines glückseligen Todts vorgewüßt. Zum Dritten/ daß Er wegen feiner Englischen Reinigkeit verdient von den HH. Engten in den Himmel getragen zu werden. Vierdtens/daß durch seine Verdiensten ein verstorbnes Töch- terlein bey feinem Grab zum Leben ist erweckt worden. Und daß Er Funsstens / unterschiedliche mahl den Polacken sichtbar- lich erschienen / Ihnen zu Hülff kommcn/und Ihre Feind erschlagen. Also wird die From - und Heiligkeit zu erlangen / nicht lange Zeit und vil Jahr erfordert. Wann du from lebst/wirst du alle Tag und Stund wohl- gerüstet sterben;Villeicht würd es dir nicht nutz seyn / wann du deiner Sterbstund soltest ver- aewißt seyn/ so verlang du auch selbige nicht zu wissen. Zweifle über das nicht / daß wann du keüsch und rein wirst leben und sterben / daß die HH. Engel/ welche den Jungfrawen allernächst verwandt/dich nicht auch werden in den Himmel tragen. Und daß durch dein Fürbitt Miracul sollen geschehen/sollest du es nicht verlangen / weil du leyder bißhero also hast gelebt/ daß du zufrieden sott seyn/wann HH z du 246 Betrachtung du dmch die Barmherzigkeit Jungfrawlichen Jüngling Christi JEsu seelig kaust wer- miro. Amen. den. Solche zu erlangen / bitt (3) karon. ^n. 870. Lucei. 1070» und befihle dich disem Heiligen ( l,) In Viu 5 . pruli. Betrachtung Auf das Fest der Heil. Laien. Crncücrm deß Ordens der Heiligen Ll-rx. Der erste Punct. ^NderPicardy nicht weit von ^Korbey / haben zwey fromme Eheleüth Nobertus ein Wagner/und Margarrtha sein Weib/ erst im hohen Alter durch das Heilige Gebett von GOtt ein Töchterlein Aoleta mit Nah- men/erlangt/ welches in seiner Jugend Zeichen grosser Fromkeit von sich gegeben. OrmaiccnL! Die Kirchen- Historien Newen und Alten Testaments zeigen uns/daß die jenige Kinder gebenedeyt und glückseelig/öie von unfruchtbah- ren Clteren sind gebohren wor- den/ unter welche Kolcta billich soll gezehlet werden / die von eirrer sechzig-jährigen Mutter aebohren/schon in dem vierdten Jahr die Crkandtnuß GOttes und die Liebe zur Cinsambkeit gehabt/bald ein strenges Leben geführt/spahrsam inSpeiß und Trünck gewesen/ für Ihr Liger- statt den harten Boden/und für die Decken eilt von Buchen geflochtene Matten gebraucht. Zu grösserer Ruhe der Seelen hat Sie auch auß Gnaden Gottes verlohren die leibliche Schönheit/und hingegen erlangt zmtt Trost Ihrer Elteren/ein anständige Grösse deß Leibs. OLmulccnr! Nachdem du die Gaben und Gnaden GOttes in disem kleinen Kind wohl betrachtet/ erforsche dich / ob du nicht auch durch die Übung der Tugenden solche Gnaden von GOtt hattest können erlangen/ welche Aoleta auß pur lauterer Von der Heiligen AoleLa. 247 Güte von G^tt empfangend daß du also jetz in disem deinem Stand noch nrcht so Lugendsam und vollkommen bist/wie solche Heilige in Ihrer Kindheit gewesen/ gedencke / ob du der Gnad GDttes mit deinen bösen Begierden nicht villeicht habest den Rigel gestossen/und Ihnen kein Gehör gegeben ? Lasse dirs Hertz- lich leyd seyn/daß du so vil Jahr ohne rechre Fromkett/ und deinem Stand nicht gemäß gelebt hast. Als Aoleta erwachst«/nahm Sie an den dritten Drden deß Heiligen llrsnckici, und lebte vier Jahr sehr streng in einem verschleimen Kellelin. Zu End der Abigm/zeigt Ihren GOtt acht Tag lang / alle der Welt Geist- und Weltliche Stand / sambt allem Ihrem gegenwärtigem und zukünftigem Thuen und Laßen/Guts und Böses/Straff und Belohnung. Und diser Erscheinung össtere Erinnerung/ wachte Sie gantz trawrig / und betrübte Sie der Verlurst so vtler Seelen sehr hafftig/ für welche Sie vi! gebettet / und strenge Büß gethan. Betrachte OamLlccnr ! mit Wie grosser Strerrgheit deß Lebens Meta Ihren die Gaben GOt- tes habe zu Nutz gemacht / und von denselben sich habe leithen lassen; wie hafftig Sie sich auch habe betrübt/daß so wenig Geistliche und Weltliche/ welche da GOtt thaten lieben/ und nach Ihrem Stand leben ; wie Sre sich hab entsetzt ab der grausamen Peyn und Marter/ in welche sich dlfe arme Seelen täglich werfen / und wie Sie alle Mittel hab angewendt/aufdaß Sie mit GOtt möchten versöhnt/ srorü und heilig werden. Auß disem sihest du hiemit/daß Gott seine Gaben nicht ertheile/daß man darmit solle feyren und müßig gehen/ sonder daß man sich von denfelbigen ziehen und leithen lasst zu noch grösserer Strcngheit und Heiligkeit deß Lebens. Über das/ stelle dir alle dise wunderliche Ding vor Augen/ welche der Heiligen Loleta so sthmertzlich sind vorkomen. Hast auch du solche Liebe gegen Gott und deinem Nächsten? und di- fem zu Ueb was thust du? Der andere Punct. KN dem die Heilige Aoleta für -^das Heyl der Sünder also eyfferig 248 Betrachtung eyfferig bettete/und strenge Büß thäte/ empfände Sie sich innerlich hasstia angetrieben/den Orden der Heil. oi-rL wieder in fernen ersten Gang zu bringen/ darzu Sie sich aber gantz unwürdig schätzte/reißte deßwegen nach Nom/Ihro Pabstl. Heiligkeit bittend/daß Sie sich selbsten dises Geschäffts wollen annehmen ; der Pabst aber/ weil Er sahe den grossen Eyffer Loic^, gibt Jhro den Gewalt/ dises Merck außzuführen / welches Koleta auß Demuth nicht thun wolte. Christus selbsten / Maria sein Mutter/ und der Heilige Francißcus haben Jhro durch unterschiedliche Erscheinungen zu verstehen geben / daß Sie von GOtt verordnet / disen Orden zu retormiren/ welchem Göttlichem Willen Sie sich auß Demuthauch solang widersetzt/biß Sie drey Tag lang erstummet/ und das Gesicht verlohren/aber so bald Sie sich entschlossen/di- sem grossen Merck einen Anfang zu machen/ist, Sie wieder völlig gesund worden. vLm,scenr! Betrachte wie Gott derHErr die jenigeSeelen erhöhe/ die sich vonHertzen erniedrigen ; Das fürnehmbste Exempel ist Maria/die über alle Engel und Menschen erhöcht ist worden/weilen Sie sich zum tief- fisten hat erdemüthlget. Es wolte auch die Heilige Koleta lieber anderen dienen / und achtete sich gantz unwürdig/ über andere zu herrschen/und Ihnen vorzustehen / darumb erwählte Sie Gott zu disem hohenWerck/ den Orden der Heiltgen Ll-r- zu retormiren / und m besseren Stand zu bringen. Gedencke also l)LMLsccn- ! daß du zu nichts nutz seyest/ weil kein Demuth bey dir ist. Durchgehe ein wenig deinen gantzenLebens-Wan- del/so wirst du finden/daß deine Gedancken mehr nach der Welt/ nach deiner Sinnlichkeit / und nach allerEytelkeit gericht seyen/ als wie du GOtt in aller Nkder- trächtigkeit dienen kostest. Mor- zu l)LMLlccn-l! wirst du dann nutz seyn / und was wird dich dein Leben nutzen/wann du nicht von Hertzen demüthig wirst seyn? Nachdem die Heilige Koleta sich entschlossen / den Heiligen Orden zu . ctormiren/haben sich vrl widerwärtige und verwunderliche Sachen zugetragen / deren allen ungeachtet/ hat Sie von Von der Heiligen Aoleta. 249 von dem Pabst kenecü/to zu^j- c»L in Savoyen den Heil.Wey- hel empfangen / und zu einer Abbtißin aller Geistlichen Iung- frawen deß Ordens der Heiligen gemacher und verordnet worden. VamLlcenr ! Wann wir uns der Gnad und Anordnung Gottes nicht boßhasst widersetzen/ und selbige lassen in uns nach seinem Göttlichen Wohlgefallen würcken/glaube sicherlich/ daß der böse Geist/und die Welt mit allem ihrem Anhang/nicht können verhinderen / was GOtt durch ein fromme Seel Ihme zu thuen fürgenommen. Warm du / vamrlccna! eines ruhigen Geists/und guten Willens bist/ wirst du sechsten erfahren haben/ wle wunderlich mit dir Gott der HErrbiß aufdise Zeit umbgan- gen ist; So bekümere dich nicht wehr/ wie hafftig deine Feind Wider dich wüeten/ dich verfolgen/ und dir suchen Ungelegen- Mt zu machen. Thue deiner Eeits/was du zu thuen schuldig bist / und lebe getröst / GOtt werde alles zu seiner Ehr/ und zu deiner Seelen Heyl richten. Der dritte Punct. tAOn der Zeit an / da §0leta ZU einer Abbtißin gewyhen ist worden/und anfieng die From- keit/Und den ersten Eyffer der Heil. eisrL wieder zu erwecken/ ist nicht außzusprechen/was Ko- leta fürWiderwartigkeit/Spott undSchand hat außstehen müssen ; Reiche und Arme / Geistliche und Weltliche verfolgten Sie; Iederman hielt Sis für ein Zauberin / Hexen / Gleißne- rin/ Betriegerin/ Ketzerin/rc. Niemand wolte Sie mehr beherbergen/ Ihre Freünd und Verwandten selbsten haben Sie auß dem Land vertrieben/welche endlich von Ihrem Beichtvatter in Savoyen geführt ist worden. Erstlich/ wer hatte können glauben/ daß dises Werckvon GOtt solte seyn/ weil Koleta mit so grossen/und Menschlicher Weiß darvon zureden/ unerträglichen Widerwärtigkeiten / Spott und Schand/und mit so vilen Betrübnussen und Verlassenheiten geplaget ist worden. Aber OLMLtccnz l das sind die Weeg G-Ottes/durch welche Er die Seinigen in der Demuth/ Forcht und Liebe erhaltet/seine I i Feind 250 Betrachtung Kind zu schänden machet/ sein Allmacht/ Weißheitund Güte uns erzeiget / und also seine Werck vor der Welt umb so vtl herrlicher und verwunderlicher zu einem guten End aufführet/ wie solches endlich die gantze Welt erfahren. Zum Anderen/ wann dir / k)a- mslecns! in deinem Beruf dergleichen Widerwärtigkeiten und Anstoß sotten begegnen / wie beherzt wurdest du dich darinnen verhalten / oder in dlses Kreütz dich schicken können? wurdest du nicht gantz kleinmüthrg alles hindan setzen / dich in die Ruhe begeben / solche fchwahre Verrichtungen einem anderen überlassen/und darmitmehr als gnug an den Tag geben/daß du weder Demuth/Liebe nochForcht gegen Guthabest/ und hiemitauch deß Himrnels unwürdig seyest/ weil du über das gar zu heikel und unordenlich von den Kreaturen verlangst geehrt und geliebt zu werden/und eben darum für die Ehr Gottes nichts Wi- dertges kanft aufstehen und ley- den; Besteisie dich/deiner Natur besseren Widerstand zu thun/ und dem Wtllcn undAnordnung Gattes demüthig zu gehorsa- nren. k!-,ncb- ein sehr fromm und reiche Gräfin zu Genff / ladete Loter-M in disem Ihrem Elend zu sich auf ihr Schloß/empfangt Sie freündlich/und schenkt Ihr» an disem Schloß den halben Lheil/welchen Sie mit Hütffder Gottseeltgen Gräfin zum ersten Grund/der durch so vil Kreütz und Leyden erhaltnen ttciormL. rwn. gelegt; allda hat Sie ein so schlechtes / klein / eng und armes Klösterlein gebawet/daß es mehr scyeinte eurem Kerckcr als Klösterlem gleich zu seyn/ lebte beyneben so streng und heilig/daß Sie sich darmit vor der ggntzen ehrbaren Welt aller fälschlich - auferlegten Schwachen entschrittet. OamLlccnL! Betrachte / wie Koleta ab so augenscheinlichem Göttlichen Beystand nicht seye übermüthig worderr/sondernach dem Antrieb deß innerlichen Geists/em gantz armes Klösterlein habe gebawet/ in welches Sie sich mit der Fraw Gräfin/ Frawle Tochter ecrrmr, und anderen wenigen eingeschlossen/ und ein solches Heiliges Leben geführt/daßIhr guter Nahm in kurtzem weit seye außgebreitet worden. Von der Heiligen Koleta. 251 Auß disem sihest du Eljkllch/ wie GDtt unser Thun lind Lassen segne/wann es ln tieffer Demuth und Kindlicher kcllßnL- r>on jn Willen GDttes gegründet. Wie G-Ott zum Anderen für unseren gtttenNahmenSorg trage / und selbigen schütze / aber Nicht Zur Zeit wanns uns beliebig / sonder wanns Ihme gefällig/hiemit nicht sollest ungedul- tig werden / sonder mit Gedult erwarten/ biß Er an deiner Widerwärtigkeit werde ein Gnügen haben. Wie zum Dritten Gott von uns verlange/daß wir unserer Sinnlichkeit sollen absterben/ mit der äussersten Armuth uns vergnügen / und also pur dem armen JEsu/und nicht dem smnlichen Adam sollen nachfolgen. In disem Puncten halte dich ein wenig auf/und erinnere dich/ furnembltch/ob du umb die Liebe deß armen IEsu willen/einigen Mangel leydest in der Behauung/Kellen/ Haußrath/ Beth/ Kleydern/ Speiß und Tranck rc. ^b du villetcht nicht müssest bekennen/ daß du in dem Kloster besser Lccommocliert / als vil Delt-Menschen / auch guten Stands ? Was wirst du dann für einen Verdienst bey G-Ott haben/ wann du dise Drng un- ordenlich suchst? Ia/was wirst du für ein Höll oder strenges Fegfeüer außstchen müssen/wan du mit disem nicht zufrieden/und noch über das kurrest usr murrest^ Der vrerdtc Punct. ^Ie Ersten / ivelche der Heiligen Koleta in der angefangenen keforrnLkion folgten/waren die Kloster-Iungfrawen zu Btsantz / dessen/ da der Pabst berichtet/ hat Er LoietL befohlen dahin zu reifen/welches geschehen in Begleitung der Gräfin Vianet, und viler edler Iung- ftawen und Herren / welche alle von dem Btsthossund der Geistlichkeit deß Hrths herrlich empfangen / und Koleta zur Abbtis- sin dises Klosters gesetzt ist worden ; Darauf nach dem Exempel diser frommen Kloster-Jung- frawen in vilen Weib-und Manns-Perfohnen/ hohen und rüderen Stands/ein solche Begier!) ist erwachsen / nach dem ersten Eyffer deß Heil. k^ncilci und der Heil. Lian zu leben/daß dise / der Heil. Koleta kcläcmr- rion schier in gantz Europa ist angenommen worden. I t 2 Be- 25L Betrachtung Betrachte Erstlich / wie die Anschlag Gattes ihren Fortgang haben / und der böse Geist mit allem seirrem Anhang zu schänden werde; Wann du also deine gute Fürnehmen bißhero nicht hast ill das Merck gerichtet/und wegen einer jeden Anfechtung ill dem Guten bist zurück gangen / erforsche dein Gewissen / ob nicht deine Lerbs- Komlichketten dessen ein Ursach seyen gewesen / denen du nichts wilt lassen abgehen/dardurch du aber dir und anderen nicht geringen Schaden hast zugefügt? Lasse dirs hertzlich leyd seyn/ und bleibe mcht allzeit in demem einmahl angefangnen frommen Leben/sonder eyffere allzeit nach noch grösserer Vollkommenheit und Heiligkeit; Dann wann du wllt behertzigen deinen Stand/ und deinen Beruf/ wirst du finden / daß diser dein -Ordens- Strffter/ und unzählbar vil andere nach Jhme/vil heiliger gelebt als du tebst/und hiennt noch ern grosse Reiß vor dir habest / bin du sie magst erlauffen. So eyle dann mein Ormascena l damit nicht nach Ihnen die Him- mels-Porten Zilgeschlossen / und dll in eitl strengesFegfeüer müssest abgewisen werden. In deme dist ^eformsrion allelithalben zunähme/ lidte doch dte Heilige Iungfraw auß son- derbahrer Verhmlgnuß Gottes/ noch beständig grosse Verfolgung / lind nicht zwar von den Menschen allein/ sonder auch fürnemblich voll den bösen Geisteren / welche die Heiligin also geplaget und geschlagen/ daß mall von keinem Heiligen liset/ der von den Teuften also stye versucht/ verfolgt / und geschlagen worden / als wte Koleta; Ja / GT)tt stlbsten suchte dist sein Gesponß nicht allein hcnnb mit leiblichen Kranckhetten/son- der noch vilmehr innerlich in Ihrer Seelen/welche Gott ohne einzigen Trost über die fünffzlg Jahr marterte mit allen Pey- nen/welche alle HH. Märtyrer/ deren Fest man durch das Jahr hindurch haltet/jeder insonderheit gelitten/ darnach Sie etlich mahl gesagt: Die HH. Martx- rer/st jcy mit Christo in der Glor? sind/habcn den Hmmicl mit ringcr Mühe und Arben erlangt / dann Sre nur ein kurye Zeit gclidten; aber Ich Arnrbstclige mrrß den Himmel st gar theuer erkauften/ wcrl Ich von meinen Manrrbahrcn Jahren an/fchicr täglich ein ncüwe Ntarrcr Von der Heiligen Koleta. r5Z Marter / mw zwar ostccrmahl Mntz ungewöhnliche Tormcnrcn leyden muß; dann Ich werde vil- Wahl Gtuckwclß,zcrhaekct/Stlkck- weiß in Ocl gebraten/ in glücndcm Erg gesotten/rc. imd drß alles leyde ich meinem Gedikncken »räch/ vil empfindlicher/ als die Heilige Gottes filbstcn. vsm-sccn^ ! WattN Mlistus der HEn uns nicht hatte versichert/daß vil Behausungen m dem Hauß seines Himmlischerr Vatters/ müßtest du vüleicht nut vilerr anderen verzagen/und nicht können hoffen seelig zu werden/wann du dir allein wilst vor Allgen stellen das Leben diser Heiligen Aoleta / welche mit äusserster Ärmnth / tieffister Demuth / strengsten Bußlvercken/ Röster Fromkeit und Heiligkeit/ nud mit unaußsprechltcher Verdichtung/Peyn und Marter den Himmel hat etnhandlen müßen. Und was thust oder leydest du/ ven Himmel zu erlangen? rnache nur oben hin einen Gedancken/ wre du bißhero seyest beschaffen gewesen in deiner Demuth/Ar- ^uth/Gehorsame/ Fromkeit deß Gebens / und sonderlich in Ab- wdtuug deiner bösen Natur/ Mio in der Begierd wegen Gott etwas zu leyden. So sage an/ ob du nicht gleich ungedultig werdest/wann man dich etwan mit rauhen Worten anredet/ deine Fehler mit einem Vatter unser/und Ave Maria abstrafst/ oder sonsten im geringsten etwas must leyden? All deine tägliche Unvollkommenheiten / Handel und Wandel/darffst du nur nicht gedencken / alles ist nach deinen Leibs - Komlichketten gerichtet/ denen Koleta vollkommen abgestorben/ und vil grosse Sünder bekehrt. Ach mein Oamslccnz! klopfte an dein Hertz/ und sag/du wollest dich besseren/ damit du auch aufs wcnigist ein Winkelein in dem glückseeligen grossen Hauß deß Himlischen Vatters erlangen mögest. OgMLlccnL! Wisso / daß ob- wohlen oberzehlte Peynen der Heilrgen Aolcta unaußsprech- lrch groß gewesen/ so seyen doch vil grösser gewesen diejenige/ welche Sie empfunden/auß Betrachtung deß bitteren Leyden und Sterbens Khristi JESU. So mache dir auch dise Heilige Fasten-Zeit selbiges zu Nutzen/ und so offt man zu Mittag leü- tet/gedencke mit der Heil. Kole- ta/ als wanns die Gerichts- I i z Klocken 254 Betrachtung Klocken wäre/darmit man Wri- sto zum Todt leütete; vernchte darbey dein Andacht / und bitte IEsmn umb ein glückseeliges Sterbstündlein. Christus IEjus hat seiner Gesponsen Koleta zwey Jahr vor Ihrem End Ihren Lodtge- offenbahret / darzu Sie sich mit Andacht gerüstet; und da Sie das sechs und sibenzigiste Jahr erfüllt / und Khristus Sie den 26.Hornung m den Stand Ihrer ersten Unschuld gesetzt / hat Siesich keiner Geschafften mehr angenommen / empfangt bald darauf die Heilige Aomunion/ bekleydet sich nntdenKleyderen/ in welchen Sie wolte begraben werden / leget sich in Ihr Beth- lein acht und viertzig Stund lang / mit zugeschloßnem Mund -und Augen / ohne einzige Red/ und stirbt gleichsamb schlaffend zu Gent in Flanderen / den 6. Mertzen im Jahr 1447. Nach zwölff Stunden hat Sie Ihre Todten-Farb verlohren/und ist schön und glantzend worden/als wie ein lebendiger Engel / dessen Zeüqen gewesen über die dreyßig tausend Menschen / bey deren Grab noch täglich Wunder geschehen. OLMLlcens! Gedmcke / daß obwohlen Aoleta den Tag Ihres Lebens vil Areütz und Ley- den / und grosse Verlassenheit außgestanden/ und also wenig/ oder gar keinen Trost gehabt/ habe doch der Liebreiche HEU IEsus solches alles am End Ihres Lebens reichlich/und mit eurem glückseligen Todt ersetzt/ und mit grosser Himmlischer Glory belohnet. So werde dan v-lmalccnL! nicht kleinmüthig/ sonder erfrewe dich / wann du deiner Seits rnit Ernst die Ehr Gottes/und deiner Seelen Heyl suchest/und doch darnebenAreütz und Widerwärtigkeit must ley- den. Zweifle nicht/Gott werde alle deine Verdiensten noch hie zeitlich durch einen glückseligen Todt/und dorten mit der gluck- seeligen Ewigkeit belohnen. Zu disem End wünsche der grossen Dienerin und Gesponsen JEsn Christi/Kolet? Glück / daß Sie so trew-und Manlich gestritten/ rrnd so herrlich gecrönt ist worden. Bitt Sie / daß du durch Ihr Fürbitt auch mögest streck- ten/from leben/ und endlich Ih? rer Glory theilhasstig werden.' Ve- Von dern Heil. Beichtiger Thema von Aquin. 255 Betrachtung Aus das Fest des; Heil Beichtigers und Kirchen - Lehrers IKVML von üquin. Der erste Punct. Ai Ls Thomas noch in Mut- tzA terleib wäre / hat ein Ein- ^ sidler seinen Elteren Lan- dulpho Grafen von Aquin / und Theodor^ einer Neapolitamrin geossenbahret/daßErden Orden deß Heiligen Oominic, werde annehmen / und ein Liecht der Welt werden/deme der Vatter antwortete: Der Will deßHEr- ren geschehe. Kaum etllch Wochen alt/erwitschet Thomas ein Brieflein / auf deme das Ave Maria geschrieben / welches die Kinds-Fraw und die Mutter Ane mit Gewalt auß seinen Aatidlein genomnlen / darüber Er so lang und vil geweynet/ M Ers zum anderen mahl bekommen/ mit seinen kleinen Nä- Zelein zerrissen / in Mund gehoben / und verschlucket. Im Wissen Jahr setnes*Alters / rft >r den Geistlichen deß Heiligen eoechHi auf dem Berg in der Forcht Gottes und guten Sitterr zu unterweisen/ übergeben worden / allda Er m Tugenden also zugenommen / daß Er täglich zwey Stund im Heil. Gebett zugebracht/ und seinen Lehr-Meister osst gefragt/ was ÄOtt sixe. Betrachte Erstlich / Wie der Vatter deß Heil. Thoms sich/ feiner Sinnligkeit zuwider / der Anordnung GOttes gantz einfältig hab unterworfen; und was thust du / wann dir GOtt deiner Sinligkeit zuwider etwas zuschickt? Hell war bey GOtt in großen Ungnaden / Er lasset Ihme fagen/wie hart und streng Er Jhnne und fein gantzesHauß wolle straffen/ dannoch weil Heli sich seiner Natur zuwider/gantz einMig der Straf und Anordnung Gottes unterworffen / und gesagt: Er ist der HErr/ Er thue was gut ist in seinen Augen/ (») 256 Betrachtung vermeynerr etliche Lehrer/Er seye ewig nicht verloyren/sonder nur zeitlich gestrafft worden. Wann du also GOtt zum Freund wilt haben/wie schmäh r es auch dein böseNatur ankombt/unterwirffe dich allzeit fein einfältig seiner Göttlichen Anordnung. Aber bißhero was haft du gethan? Zll>„ Anderen / weil der kleine Thomas die Liebe zur Mutter GOttes/schon mitderMutter- Mtlch gesogen/ und selbige in seinem Hertzen getragen/ also daß Maria mit Wahrheit könte sagen : (b) Mein Nahm ist in Ihm/ und hiemit Ihro auch gautz eigenthümblich zugehörte. Erwege / wie Sie für diß Ihr Kind habe Sorg getragen/grosse Reinigkeit der Seelen ertheilt/ und Ihnne angetrieben zur Andacht und Wlssenschafft Göttlicher Dingen. OamalccsiL! Erforsche dein Gewisserr/ob du ein recht wahre Liebhaberin Mari- / und von Hertzen begehrest Ihr eigen zu ftyn/ und ob du dich hiemit Erstlich/ auch nach dem Exempel Thoni- von deinem Geistlichen Vatter/ und von deinen-Oberen im Weeg der Tugenden gern lassest leithen ? Amir Anderen/ die Zeit/ welche dir erlaubt/in der Andacht und Heiligem Ge- bett wohl zubringest? Und Drittens/ ob du grosse Begierd habest/ nicht zwar nach so hocher Wissenschafft/ welche Thomas gehabt/sonder einfältig dich und IEsum den Gecreützlgten zu erkennen. Und dise drey Stuck/ wann sie dir abgehen / glaube nicht/ daß du GOtt und Mari- lieb seyest. So befleisse dich/ derselbigen noch ins kuufftig/ nach deinem besten Vermögen; Und wann du Mariam die barmherzige Mutter darurnb wirst bitten / wird Sie dir helf- fen/und GOtt dir Gnad darzn geben. Zu disenl End erschwinge heut zum öffteren deine Ge- dancken zur Mutter GOttes/ und zu IEsum am Kreiitz/ und erneuere deine Begierden vor Ihnen. ( 3 ) I.keg. z. V.l8. (b) Lxoil» rz. v.ri. Der andere Punct. A>Ekmchke/ daß als Thomas ^tm Vierzehenden Jahr setnev Alters/ den Ordell deß Heilige" Oomimc, angelrommen/ hab stt" Fraw Mutter/die Bruder unv Schwösteren/allesailgespannet/ Ihme Von Dem Heil. Beichtiger Lhoma von Aqurn. 257 / in Jhme Den Heiligen Hrdcn zu Ge- verleiden / bey welchem Strert/ >rit- da Cr die älttste Schlvöster be- ha- redt/ daß Sie zu Lspur Geistlich Her worden/ seyen die Bruder noch ras mehrers erbitteret worden/ und nid haben den lbom»m in die Ve- elV stung k.occa Iccc-t , oder dürren ck/ Felsen führen / und gesanglich che anhalten lassen / allda Ihnne zu verführen/in die Gefangnuß ein frisch verheyratheteö junges Werb gelassen ist worden/ welches Er aber mit einem glüenden Brand verjagt/ mit demselbigen nb ein Lreütz an die Wand gell- wacht/und entschlaffen; darauf «Mne die Engel Glück gewünscht/ und zur Belohnung diser Heroischen That seine Lenden Mit dem Gürtel ewiger Jung- frawschafft umbgürtet/und das wit solchem SchmerlM/daß Er schreyend seye erwachet. Ich will nicht Meisten/ du habest/ auch also wohl in dem Geist eingerichtet / deinen Geistlicher! oderJungfrawlichen Stand an- getretten / daß du mit der Gnad GHttes alle schwähre Anfech- Angen mögest überwinden/ dar- wr du dem lieben G-Ott grossen Bauet zu sagen schuldig bist. ^ver erforsche dich/ob du nicht zu Zeiten habest geholffen/ und deinem Nächsten zu solchem Stand gerathen/Denne du doch darzu untauglich / und in dem Geist nicht eingerichtet zu seyn/ erkent / welches ein schwähre Sünd; wie hingegen/ wann du auß Begierd »»nothwendiger Reichthumb/und mehrer Mrtt- len/etn from taugliches Kind an fernem Beruf sottest verhindert haben. Mache OamattenL! über den Beruf so wohl deiner/ als deines Nächsten/ einen reifen Gedancken. Erwegc über das / dm grossen Streit / und schwähre Anfechtungen / welche Thomas zu Behauptung seines Berufs gehabt und außgestanden / und wie vil hingegen seyen/ mit denen man garitz behutsambmuß umbgehen und durch die Finger sehen / wegen ihren Fähleren / und kalt- lawen Lebens/ damit Sie also nicht noch schlimmer werden. Findest in dir einigen Mangel/ erspiegle dich in disem eyfferigen Heiligen Jüngling; und vermerkst du villeicht/ etwan unbe- hutsamb in Erwählung deines Berufs gehandlet zu haben/ rnache auß der Noth ein Tugend/ und streit wider alle An- Kk fech- 258 Betrachtung fechtlmgen/welche deiner Seelen und deinem Stand möchten gefährlich seyn/und glaube festig- lich/daß GL)tt nicht wölle/ daß du in einem andern Stand als in demc du lebst / sollest stetig werden. Die Keuschheit betreffend/ hast du dich hoffentlich den Tag deines Lebens in kein Gefahr be- gebcn/auch alle Gelegenheit dich fleischlich zu versündigen/ geflohen/well du werst/daß mir allen Sünden zu streckten / nicht aber mit derUnkeüschheit/welche nach der Lehr Pauli/allein zu fliehen: Fliehet die Hurcrey/ sagt Er. ( 2 ) Sottest du aber mit Gedancken/ Worten oder Wercken dich dlses Lasters vor Gott schuldig wissen/ trage hertztiche New und Leyd/ und nimme dir festiglich vor/ den Sig wider den Gewalt dists unreinen Geists zu erhalten/daß du dich ins künfftig mit Ernst der Flucht wollest gebrauchen / welche Flucht dir kein Schand/ sonder ein Ehr wird seyn / weil du das Palmzweig der Keuschheit dardurch erhaltest/und das Fliehen in dergleichen Begebenheit eben so vil ist/als den Feind in die Flucht treiben. Endlich gedcncke/ daß weil du villeichtnoch mit vilen Lästeren/ und insonderheit mit der Un- keüschheitbißwetlen zu kampffen hast/ obs nicht daher komme/ weil du noch niemahlen recht ernstlich wider ein oder das andere gestritten. Thomas ist auf dem Berg La,6ri gnugsamb un- terwisen worden / was in dergleichen Gelegenheit und Gefahr öenccliüuz zwischen den Dörnercn; öcrnarllus in dem geflohenen Wasser/und ^rsociscur unter dem Schnee gethan. Weil Er dann in ferner Gefangenschafft keine aridere Mittel an der Hand gehabt / habe Er ein Brand ergriffen/und das schlimme Stuck Fleisch verjagt; Für welchen Sig Er so grosseKeusch- heit erlangt/ daß obwohlen Er Nicht mehr einige Anfechtung erlitten / dannoch jederzeit alles geflohen / das einigen unziemlichen Gedancken hatte erwecken mögen; dann in dergleichen Gefahr stehen/und nicht verletzt werden / muß allein der Göttlichen Macht/ und nicht unserem Fleiß und Klafften zugeeignet werden/ sagt öci-nLi-cluz. So du hiemit mit einiger Sund angefochten wirst / widerstehe mit Ernst derselbigen/so wird sievich nicht Von dem Heil. Beichtiger ThoMa von Aqustr. 259 Nicht fast mehr plagen. Erforsche dich / wie du dich bißhero habest verhalten / und in was für einem Stand du seyest. (a) i. Lor.6. v.iS. Der dritte Punct. IAEtrachtc / wie diser Heilige Jüngling nach zwey-jähriger hart-und gefährlicher Gefangenschafft ein sehr grosse Frewd und innerlichen Trost werde empfangen haben/da Er heimblich auß selbiger durch ein Fenster hinab gelassen/ seinen -Ordens- Brüderen zugestellt/ und im sibenzehenden Jahr seines Alters zu Neapel öffentliche Bekandtnuß seiner Heiligen Gelübden hat thuen können. OLmalccnL! Erforsche dich/ ob du ein so innbrunstige Liebe und Eyffer zum Heil. -Ordens- Etand habest / daß dir so hartes Novitiat wurdest außgestandeu haben? L) wie gemächlich und heikel muß man mit vilen umb- Sehen/ so edlen Schatz nicht zu verkehren / da doch besser wäre gewesen/man hätt Sie der Welt überlassen. Erhöhte und er- ueüwere deinen Cyffer/lind weil die Fürtrefstichkeit deines Stands wtz besser erkennst / ent- schliesse dich / fromm darinn zu leben / und wanns vonnothen/ noch mehr zu leyden; dann lebe versichert / wanns dich schon in diser Geistlichen Gefangnuß etwas wird kosten/ wird der: Trost zu seiner Zeit auch nicht ausbleiben / insonderheit/ wann du auß diser durch das Fenster/ welches die Mutter Gottes ist/ in die Freyheit der Himmlischen Bürgeren wirst hinauf gelassen werden. Betrachte/ wie Gott den Heil. ibolNLm sonderbahr habe erwählt/daß Er durch sein Wis- senschafft und Lehr-volle Bücher die Kirchen GHttes noch mehr solle erleuchten/ und die Ketze- reyen unterdrücken und anßreü- ten. Wie Er auch solche hohe Weißheit nicht durch seinen Fleiß und Verstand allein/sonder wie Er selbsten bekent/ durch das Heilige Gebett/ strenges Fastetl / Kasteyung deß Leibs/ und fürnemblich durch die Für- bitt Mari^ seiner liebsten Mutter / von JEsu dem Gecreulzig- Len habe erlangt. OamzsccnL l Sag Erstlich Gott dem HErren demüthigen Danck für so hohe Wisienschaffr / rnit deren Er sein Kirchen erleüch- K k 2 ter; 26o Vett'achtung tet; Und damit du auch nach deinem Stand und Beruf zu mehrer Erkandtnuß G-Ottes und Göttlicher Dingen mögest klangen/ so klopffe zum Anderen emüthig bey der Mutter Gottes/und disem grossen Heiligen umb Ihr Fürbitt an / welches vtlleicht bißhero noch niemahlen geschehen/noch vil weniger/daß du dich umb selbige durch eyfferi- ges Gebett/und andere Tugend- Werck habest beflissen. Lasse dirs leyd seyn/ und fasse nachmahlen ein grosse Begierd/ dlse deinem- Stand nothwendige Wlssenschafft von JEsu dem Gecreütztgten zu erlangen. Betrachte/ wie der demüthige Thomas wegen seiner hohen Wissenschasst allzeit in grosser Forcht lind Sorg feye gestanden/ es möchten etwan der Ehr Gottes/und seiner streitbahren Kirchen/ nachtheilige Fahler in seinen Bücheren verborgen seyn/, habe hiemit JEsum den Ge- ereützigten zum anderen mahl gebctten/daßErsJhme wolt zu erkennen geben ;deme das Krucifix mit deutlichen Worten geantwortet: Thomas/ du hast wob! und waduhaftrig von mir geschroben / was wilt drr für einen Lohn darfur haben? Beinen an- dcren/ O HErr l sagte Er/als dich sttbsten. l)2msscen2! Erinnere dich/ wiesorgfaltig du dein Arbeit/den Gottsdienst / und auferlegten Gehorsamb verrichtest? gereicht dein Verrichtung nicht zu Zeiten zur UnehrGottes/und zu schlechter Auferbawung deines Nächstens ?Und wann du schon nicht vermeynst einigen Fahler begangen zu haben / und du dir einbildest / du thuest alles recht Uttd W 0 l)l/si> würcke nichts desto- weniger dein Seeligkeit/ nach der Lehr deß Heil. Pauli/ (») mit Forcht und Zitteren/ und suche für all dein Arbeit nicht dise oder jene Ergötzlichst deß Leibs/ oder einige zeitliche Ehr/sonder allein JEsum den Gecreützig- ten. Ist es bißhero nicht geschehen/trag New undLeyd/und sag zu deinem liebsten JESU: Ach mein liebster gecreützigter IESV! du stlt ins künsscig der einzige Zweck/Vorwurss und Lohn aller meiner Gcdairckcn/Wortund N)crcken st)'n. (s) ?bili^.r.v.ir. Der Von dem Heil. Beichtiger Thema von Aquin., 2Vl Dcr vterdte Punct. HIEtr.rchte/daß obwohlen der Heilige Thomas von Geist- und Weltlichen/nider-und hohen Etarids-Per söhnen wegen feiner grossen Wißenschafft und öroinkeit sehr hoch geachtet/und W wichtigen Geschafften derKir- chen Gottes gebraucht/und hohe Kirchen - Würden anzunehmen von unterschiedlichen Pabsten ersucht wurde; vilfaltige Ver- zuck-und Erscheinungen hatte; Nristus der HErr selbsten/dte Mutter GDttes/ und andere Heilige mit Jhme redten; mit ewiger Iungfrawschasst em- Vßndlich begnadet/und alle seine Echrifften von Khristo selbsten Zut gehetssen wurden / habe Er doch in disen und allen anderen Gaben und Gnaden G-Ottes Nicht so vil eytele Ehr gehabt/ Ae Cr selbsten bekent/ welche ein Amd gewesen wäre. Neben Mer wohlgegründten Demuth Mt Er niemahlen einigen Unwillen erzeigt/ was Jhme auch einem Menschen Wideriges vegegnete. Er liesse sich nambsen -wen stummen Ochsen/offcntlich über Lisch in dem Lesen corngj- *EN und straffen / mit Unbeschei- denheit hinauß über die Gassen führen/in dem Predigen straffen/ und irr mitten derselbigen offene lrch herssen aufhören / in seinern Geijrlichen Stand verachten. Erachtete über das sehr hoch anderer Lehrer und Heiliger Vatter Meynung / warrn Er derselbigen schon nicht folgere. War also diser Heilige Mann ein vollkomnes Muster der De- Mtlth/ Keuschheit/ Geschicklich- keit/ und Heiligen Gehorsame. l)LMLice„L! Dise wenige Linien lise fein langfamb/wieder- hohl sie noch einmahl/und was dich betrifft/ halte dich darinnen ein wenig auf/so wirft du leyder finden/wie wenig Geist und Tugenden du eines Geistlichen habest. Bitt JEsum und Ma- riam/ daß Sie in dir wollen erwecken denjenigen Geist / deme Thomas gedienet. Betrachte letztlickm / daß gleichwie Thomas das Leben deß Geists bey dem Heilig.n Vatter üencäiÄo aufdemBerg errbn empfangen / also habe Er auch bey Jhme in dem Kloster koür blovL daßelbige enden und beschließen wollen/sprechend/da sein Kranckheit wieder auf ein newes undftarcker anhielte: Da Kk z wird »62 Betrachtung wird mein Rübe seyn in Ewigkeit. Und als Ihme sein Baaß schriebe und fragte/was Cr manglete/ habe Er gesagt: Es ftye bald an dcme/daß Er altes ubcrflußig haben wurde ; Worauf Er sich auf den Boden gemorsten/ und mit höchster Andacht die HH. Sakramenten deß Altars/.und der letzten Oehlung empfangen/und seinen Geist Heilig aufgcben/rm Jahr Ahristt 1274. seines Alters in dem fnnffzigsten. OrmLlccnL ! Wie man lebt/ also stirbt man; Diser Heilige Mann hat ein frommen / heiligen Anfang / und ein from - heiliges Mittel gehabt/also hat das End nicht können böß/ sonder from und Heilig seyn / und Er also eines glückseeligen Lodts müssen sterben. Hoffe auch du festiglich/daß wan deines Lebens Anfang und Mittel gut / du ein glückseeltgcs End werdest zu er/ warten haben/ welches dir vil naher/ als du vermeynst/ seyn wird. Verharre in dem Guten/ und erfrewe dich/wann die Zeit so nahe/ daß dir bald allen Über/ fluß/ und keinen Mangel mehr haben wirst/ nemblich Gtt bcnedcpct und signcr den/der hurtig gchorsirmct. OLmslcenL! HateinEhefraw die mit keinem Gelübd verbun- bm/solchen Gehorsamb Ihrem Ehe-Herrn erzeigt / erforsche dich / wie gehorsamb du blßhero bememDberen/oder Geistlichen satter geweserr seyest? Adrß vran dir nicht zu Zeiten zwey oder vrey mahl rüsten oder etwas befehlen ? und verm.eynst du nicht/ du müssest dein vorhabendes eigenwillige Merck ehender verrichten/als gehorsamen? Was ist dann Wmrder/ wann du von G-Ott nicht/als wie Francisca/ gebenedeyet und gesegnet wirst/ im Guten mehr ab-als zunimbst/ und deinen bösen Anmuthungeu unterligest? Durch Ihren Gehorsamb hat Francisca allen Frieden/Liebe und Einigkeit in dem Ehestand erhalteu/und hat über Ihren Leib geherrschet/wel- chen Sie mit Harinen Kleyde- ren/ Geißlen/ Fasten/ und anderen Strengheiten gezüchttget/ und alles was Sie nur wolte/ von Gott erlanget. So befleiße dich auch/ vamslccvLl einer demüthigen / einfältigen Gehorsame / mit deren du alle deine Feind Leibs und derSeelen wirst Überwinden: Dann ein Mann der gehorsamb ist /wird vom Sig reden. (2) Bctrachte/daß obwohlen Francisca adelich / reich / und einem fürnehmen Herren verheyrathet gewesen / hab Sie doch allen Welt-Pracht von sich gelegt/ alle Gesellschassten/ Gastereyen/ Komödien / Tantz / und alle andere Welt- Lüst und Ergötzlichsten geflohen/ und Ihren Leib Ll hart 266 Betrachtung hart gehalten. Die Speiß war nur einmahl ün Tag von Gemüß und Kraut ohne L)ehl / Ihr Tranckauß einem Todtenkopff/ das pure Wasser; Die Hauß- Geschafften hatteSie mit großer Embsigkeit/ Fleiß und Demuth verrichtet/ nach denen Sie alle über ige Zeit in der Einsame mit Betten und Betrachten zugebracht/ allda Ihro offt erschienen ICsus/ Maria/ dteHH. Peter/ Pairl / Benedtct/ Maria Magdalena/ und andere Heiligen ; aber mit was für einem Trost und Nutzen der Seelen/ kaust dil selbsten gedencken. Hb du/ OsmLtccnL! aller diser Welt-Eytelketten von Hertzeu abgestorben seyest/mit Bescheidenheit deinen Leib straffest und züchtigest / sonderlich in Speist und Tranck / so wohl bey als aussert der Mahlzeit / und ob du auch die Zeit/ so vil der Gehorsame zulasset/eiusamb/from lind andachlig zubringest/ mache einen reisten Gedancken? Trage beynebens ein hertzliches Mit- leyden mit vilen armen Geist- lichcn/welche in Ihrem Ordens- Kleyd/Lonveclsrion, Thuen und Lassen gantz eytel / allerhand Welt - Lustbarkeiten suchen / Ihrem Leib zärtten/von dem Geist- len und Bust-Kleyderen schier nichts wissen/Hin und her schweifen / und den gantzen Tag schier gartnemahlen in der Emsanie mit wahrer Andacht sich ver- samleti/ uitd also sich alles HO- tischen Trosts berauben^ (s) ?rov.ri.v.r8. Der dritte Punct. A>Ett-achcc/ daß obwohle Fran- ctsca Ihr selbsten sehr hart und streng geweseu/hab Sie hingegen Knecht und Magd als Brüder mrd Schwöjiercu geliebt/ Ihnen an Leib und Seel vrlGuts gethan/und umb Ver- zeyhung gcbetten/ wmm Sie deren jemand beleydiget. Keinem Armen hab Sie das Allmusen verjagt/für welche Gott Wein und Brodtin denHanden Fran- ciscL vermehret; Bißweilen hab Sie das Allmusen mit Ihrer Schwägerin V,nnoK für die Armen von Hauß zu Haust gebethet ; unterschiedlichen Krankten hab Sie Wunderthatig ge- holffen/undIhrer lieben kranckett Schwägerin vannoi- durch das Gebett vor: G-Ott einen Wunderschönen und grossen Krebs erlangt/ welchen Sre genossen/ Dorr der Heil. Francisca von Rom, r§7 und gesund worden; IhreKin- Ihren Beichtvater ermähnen der hab Sie mit grosser Liebe und müssen. Sorg heilig auferzogen/ und sich Betrachte/ daß als ^»urenriu, gegen jederman unld / liebreich/ etlich Jahr vor seinem Todt sich und freundlich erzeigt. entschlossen/ mit Francisca gantz L) mein väMLtccnL r wie vil keusch und rem zu leben / und thuen das Wrderspiel/ welche Zhro völlige Freyheit ertheilt/ Ihnen sechsten mild / und gütig/ Ihrer Andacht und guten Veränderen aber hart und streng; cken nach Belieben abzuwarten/ und was thust du gegen deinem seye nicht außzusprechen/ wie Nächsten /wann Er dich beley- hoch Francisca erfrewet / GOtt diget/ wie verhaltest du dich ge- dem HErren für so grosse Gnad genIhme? hoffentlich nicht wie habe gedancket; Älsobald hab jene/welche nicht ohne grosse Be- Sie ein LonZ^Zzrion für Iung- kydigunß G-Ottes / deß began- frawen und Wittwen verjamlet genen Fahlers bey anderm sich unter der Regel deß Heiligen noch rühmen. Wann du über Vatters öcoc nichts Böses thuest/und zweifle nicht/daß je mehr du zu grösserer Vollkommenheit werdest trach- Len/je krafftigerEr dirbeystehen werde. Der vmdte Punct. NEtrachtc/daß zwar Francisca nach dem Absterben Ihres Ehe-Herrens / mit Hülff und Beystand eines noch fürtress- licheren Engels die beste Gelegenheit habe gehabt/Gott dem HErren zu dienen / und dem Nächsten in seinen Leibs und der Seelen Nöthen beyzusprin- gen/ hab Sie sich doch darmit nicht vergnügt/sonder nach noch grösserer Vollkommenheit getrachtet / und den Eyffer/ welchen Sie als ein eilss-jährige Tochter blr -er stör m rd er e/ )- i t. tt ! e r - r Von der Heil. Framifta von Norm. 269 Tochter gehabt/die Welt zn verlassen und Geiftllch zu werden/ in Ihrem Wittwenstand noch erfüllen wöllen; Sie hab also alle zeitliche Güter Ihren Kin- deren überlassen / Iyro selbsten einer: Strick an Hals; gemorsten/ demKloster/welches Sie Misstet/zugelassen/und auf dem Angesicht ligender/Ihre Geistliche Löchteren gebetten/Sie für ein unmündige Dienst-Magd auf- und anzunehmen. OLMLiccnL! Durch dise Heroische mld dapffere That ist Francisca wahrhafftig worden ein Schawspiel nicht allein der Welt/sonder auch den Euglen und Menschen./» Und ob zwar die Welt Jhro wird eingebildet haben / Francisca seye zu eitler ^Eomnen Närrin worden/hat Sie Gott eben darumb erwählt/ und durch einen Engel Sie zu Noch grösserer Vollkommenheit verleithet. So erniedrige dich Erstlich/ Oam^scerir l UNd achte Uicht/daß du nicht von der Weit allein/sonder auch von denen/mit welchen dulebft/gering/schlecht/ Und verächtlich gehalten wirst/ wann du nur in dir findest/daß vn nicht nur mit leeren Begierden/sonder im Merck sechsten zu grösserer Vollkoinenheit gezogen wirst' Bilde dir Zllm Anderen niemahlen ein / daß du in der Welt vollkoitmer hättest leben können/ und deinem Nächsten mehr Guts thuen; Solche Ge- dancken sind gefährlich/und kommen nicht von Gott/sonder von der Hossarth / und bösen Geist her/der darmit ein Seel nicht allein will bennruhtgen/sondergar fallen/und ins Verderben ftür- tzen. Francisca ist Heilig gewesen/ und ist dem Kloster zugelauffen/ und dll vermeynst das Kloster zu verlassen/und wöllest erst in der Welt Heilig werden / das ist den Wagell für die Pftrd spannen/ und ein Handgreiflich - hof- fartiger Gedancken. Drittens/ gedencke/wie alle in dem.Kloster sich werden geschambt haven/ da Sie Ihre Heilige Stiffterin und GeistlicheMttter aufder Erden also dernüthig und verächtlich ligend gesehen. Wie ist dein Demuth beschaffen? villeicht schambstdu dich / wann du dich fühlbar vor deinerOberkeit must erniedrigm/und magst dich weder biegen twch bücken/vilweni- ger auf den Boden legen. Ach! wie schön sind wir vor Gott und L l 3 vor »7» Betrachtung vor den Engten und Menschen/ walln wir unsere Nichtigkeit erkennen/und von Hertzen demüthig sind. Betrachte / mit wie grossen Fremden diser edle Schatz Fran- crsca von Ihren Geistlichen Löchteren den Kloster-Iung- frawen seye arrf-und angenomen worden / als Ihr liebste Stiffte- rin und Geistliche Mlltter. Wie auch Ihro zu diser Zeit der Engel ein Palm-Zweig mit dreyen Lattlenbehengt/habe gebracht/ darmit Er Ihro zu verstehen gegeben die Verdiensten Ihres dreyfachen Jungfräulichen Che- und Wittwen-Stands/in denen Sie gelebt. Bist du/ vLMLsccna! so §u- gendhasst / das; du würdig vor; allen geli bt zu werdend Ach wie vil sind zu Zeiten in einer Versamlung wegen Ihren Un- vollkomenheiten sehr beschwahr- lich/und ein grosse Bürde; Hüte dich/und bitte Gort/daß du nicht unter dise Zahl kommest; Lebe auch also deinem Stand gemäß/ dannt du die Verdiensten und Vollkommenheiten deines Berufs ersteigen mögest. Betrachte / daß als Francisca von den Kloster-Frawen zu einer Mutter und Vorsteherin erwählt worden/ hab Sie grosse Sorg getragen für das Heyl Ihrer Seelen / auch an Spetß und Tranck Ihnen nichts ermangle» lassen/und wann schon zu Zeiten etwas abgangen/ habe GOtt selbiges auf Anhalten Francisca reichlich vermehret. Über das/ habe GOtt die From-und Heiligkeit Franciscr/ und Ihre gute Lehren / die Sie zu Regierung Ihres anbefohlenen Klosters meistens von Vene- ä'äo Ihrem Heil. Vatter empfangen / mit vilen Verzuckmi- gen undWunderwercken bestät- tiget/daß also sonderlich die Kostet-Frawen unter der Regierung diser Heiligen Frawen sehr zugenommen. vLmslccnL! Wie vil daran gelegen/daß euMberkeit eyfferig und from seye/hast du dasCxenr- pel in der Heiligen Francisca. So vil an dir gelegen/erwähle niemahlen ein solche / die alles übersihet/ und nicht selbsten mit gutem Exempel vorgehet; Und wan Sie auch schon keine WuM derzeichen thut/ unterwirsse dich doch derselbigen gantz einfältig/ und folge Ihrer guten Lehr und Geistlichem Wandel/ so wirst Von der Heil. FranciscavouNom. L/r er- sse pl B :r- iM be en je r/ je e- e- Ip t- t- )- r bu in Tugenden nicht zurück bleiben. Betrachte/ wie die Heil. Fran- eisca von Jugend auf/ bis; in das sechs und fünffzigfte Jahr Ihres Alters/nicht ohne grosses KreiH .und Widerwärtigkeit iu grosser Strengheit/ From - und Helligkeit habe zugebracht; Wie Christus der HEr r mit Maria seimr Mutter von den Himnrlischcn Gerfteren/und anderen Heiligen begleitet/ dife Ihre Müh-, und Arbeit zu belohnen/eben zurZett/ da Sie Ihrem aMen gefährlich kranck-ttgerrdeu Sohn Johann Baptist abgewartet / zu den Himmlischen Frewden hab ein- Aeladen/ mit einem starcken Fte- ber heimbgesucht/ und zu verstehen gegeben / daß Sie innerhalb Aen Tagen eines glückseligen Todts werde sterben/ wie Sie ^er Tag zuvor heiter außge- lagt. Ein kleines vor Ihrem Hin- lchelderr/hab Ste/als derBercht- vatter gefragt / was Sie rede oder sage/geantwortet/Sie bette die Vejper von Unser Lieben Frawen? Nach Vollendung deren/Gie gantz fanfft und Heilig in GOtt entfchlaffen/den 9. Mertzen 1440. vamsscenL! Wünsche diser grossen Heiligin Glück; Erfrewe dich ab drser Ihrer Glory/welche Sie mmmehr ewrg geniesser; und damit du auch eines so glückseligen Lodts mögest sterben/ befleiße dich nach Möglich- keit/Ihrem Heiligen Leben nachzufolgen. Lasse dir leyd seyn/ wann du noch nicht so vollkommen/daß du dir müßtest förchteu zu sterben; fange heüt an eysse- riger und fröminer zu leben. Zu disem End rnsse an die Fürbitt Mari«; deines Heil. Ordens- Vatters; Franersc^ und deines lieben Schutz-Engels/Gott wird dich mit seiner Gnad nicht verlassen / und endlich dich auch theilhaffng machen der Glory diser Heiligen FranciseZe / und aller Heiligen GOttes/ Amen. Detrach- Betrachtung Betrachtung Auf das Fest der 4.0. HH. Märtyrer, Der erste Punct. demRriegs-Heerl.icinij deß ^Tyrannischen Kaysers/ sind 40. fromme Soldaten gewesen/ alle auß Kappadocia gebürtig/ welche Agricolaus der Landpfleger zu Sebaste in Armenien in die Gefangnuß werffen lassen / weil Sie weder mit guten noch mit bösen Worten den Glauben verlaugnen/ und den Götteren opsseren wollen. l)»m»scenL ! Betrachte / wie dise Soldaten sehr fromm und eyffertg müssen gewesen seyn/ weil dtser Tyrann die Khristen also hart verfolget/ daß deren die meiste sich verborgen / oder von dem Glauben abgefallen/ dise aber mit dem wenigsten Theil der Ahristen sich haben marteren lassen. So gedencke Erstlich/was du zu solcher Zeit wurdest gethan haben/ weil du jetz so kalt und law/und so heikel/ daß du dich villeicht nicht wurdest entschließen können / ohne weitere Peyn und Marter/wegen deß Glaubens auch nur das Haupt abschlagen zu lassen. Akin Anderen/ gedencke/daß dise fromme Khristen Ihres Berufs Soldaten seyen gewesen/du aber zu einem vil vollkonmerenStanv beruffen/ und hiemtt zu höcheren Lugendwercken/ als Sie/ verbunden seyest. So mache dir OLwLlcenr! einen stetsten Fürsatz / die Pflicht deines Stands besser in obacht zu nehmen / der von dir erfordert/daß du vor allem nicht sollest sündigen / und ehender alle Peyn und Marter außstehen und leyden/als Gott dein höchstes Gueth auch mit der geringsten Sund fürseßlich zu beleydl- gen. Als bist Heilige zu Nachts Ihr Gebett verrichtet/und den Psalmen / wer unter der Hülssdeß Ab lcrhöchstett wohnet / der wird Schirm GOtteo deß Hi»nniels blcu Von den 40. HH. Märtyrern. »TZ A. bleiben / (2) gesungen / ist Ahri- stus Ihnen erschunen/ Sre ge- starckt/und gesprochen: Der Ansang ist gut/wer aber biß ans End verharren wird/ der wird stetig werden. Auf welches Er vor Ihren Augen verschwunden. OLMLicen»! Gedencke/ wie ^ dise fromme Soldaten nicht we- 'as niger seyen erschrocken / ab dtser ett. zwar kurtzen/ aber ernstlichen uft Predig/ als die Jünger Khrrsti rfv am letzten Nachtmahl/ allda Er bek Ihnen gesagt: warlich stg ich Nv Euch / einer von Euch wird mich ell . verrathen/ deßwegen Sie sehr be- er^ trübt anfiengen ein jeglicher für sich zu sagen: HErr! bin ichs ? (b) eb Ein jeder auß diser frommen Geht Uschafft hab Jhme geforchten/ ht Er möchte auch nicht biß an das >r/ End verharren / und die bevor- )l/ stehende Peynen außstehen und lle leyden mögen / darumb Sie die eil uberige Zeit GOtt den HErren h/ umb Standhasstigkeit angeruf- cs/ ftn. t/ wann du dir wilst vor Augen stellen/ OLmrtccnL! nicht den >r Gaul und Judas allein / sonder l/ lloch vil tausend andere/von wel- ^ Den auch einer auß diser Gesell- schafft gewesen / so sollest du bist - ach jy her Forcht stehen / du möchtest noch dermahleinist auch fallen/ und zu Grund gehen. Lebe also immer in Kindlicher Forcht/und bitte GOtt/daß Er dir die Beharrlichkeit im Guten biß an das End wölle verleyhen/ und durch Peyn und Marter dich nicht lassest erschröcken/ noch vil weniger durch alle ersinnliche Wollüsten/Ehr und Glory dijer Welt lassen verführen/ die alles nichts sind gegen deme/was du zu hoffen hast in dem Himmel/ der allen denen / welche biß ans End verharren werden/ versprochen ist. (a) ?s. -0. (b) l^arrk.raß diser Heilige Vatter in oen Lugenden so zarter m oen Lug, hoch seye gestigen/ daß hoch seye gestigen / daß die Kirchen von Ihme bezeuge/O) daß alles verwunderlich ftyc gewesen/ w»rs Er geredt/ gethan/ geschriben und geordnet / sonderlich weil Er stats krancklich gewesen/ dardurch Cr mehr als alle andere Kirchenlehrer der Kirchen Gottes genutzet. Als ein Kardinal habe Er sehr wichtige und nützliche Bottschaffren verrichtet; durch fern Andacht zur Mutter Gottes zu Rom die grausame Pest vertrieben/ allenthalben Kirchen- Versammlungen angestellt/ die Kirchen von vilen Mißbrauchen geremiget/ denGottedienst mit Göttlichen Aembteren/ Kreütz- gangen / Skattonen und Leta- neyen / jambt dem Gesang vermehrt und eingeführt/ welches Cr sechsten die sunge Knaben gelehrt. Vil und unterschiedliche Ketzereyen undGpaltungett habe Er in vilen Orthen außge- reutet; vil Klöster auferbawet/ und allenthalben die Negul deß HeiligenVatters Benedtcti eingeführt ; Allerhand Ständen/ sonderlich den Geistlichen / den Krancken und Armen so vil guts gethan/daß Er Khristum sechsten in der Gestalt eines Armen an seiner Tafel zu bedienen gewürdigt seye worden. Für Geistliche und Weltliche / Vorgesetzte und Untergebne habe Er so schöne Satzungen gemacht/ und der gantzen Kirchen Gottes so Geistreiche/nutzliche und Lehrreiche Predigen und Gchrifften Hindertasien/daß nicht zu zweiss- len/ daß der Heilige Geist nach Zeügnuß Petri deß vircon,Ahme nicht in der Gestalt einer Tauben auf der Achsel sitzend in die Ohren habe agiert und angeben / was Er schreiben oder lehren solle. Mein Ozmalccnz! Dise und noch vil andere herrliche Tugenden erwege wohl / und sag Erst- lieh GOtt dem Herren Hertz- demuthigen Danck/ daß Er sein Kirchen durch einen so Heiligen Mann Von dem Heil. Pabst und Kirchenlehrer Gregorio. 285 -en ed^ ze- et/ eß in- n/ en ts b- m e-r lr r- -r t/ n l) - r r Mann von so vilen Ketzereyen undJrrthumben gereiniget/mit so/ürtrefstjchen Lugenden er- Züchtet/ und tn so vilen Dingen den Gottödtenft und Heyl der Seelen betreffend / unrerwisen und gelehrt. Bitt JEsum deinen liebsten HErren/ daß Er durch die Fm bitt Mari-/ und seines trewen Dieners Gregorrj Nr dir auch wolle verbesseren was Ihme und deiner Seelen Heyl Zuwider. Wünsche . Sl»n Anderen / dtsem Heiligen Vatter Glück / daß Er durch Übung der Tugenden sich allzeit Mr und mehr der Gaben und Maden Gottes fähig gemacht/ daß Cr durch grosse Mühe und Arbeit/durch vilfaltige Kranck- N en / Wlderwarttgkeiten und E folgungen nicht ist verdros- 'kn und kleinmüthig worden/ auch durch die hohe Würde deß ^ trcfilicbkeit discs Heil. Llrchen- Lehrers/ allda Christus der Heiligen Gecrrud rei-> get/ daß Etz. Jhnne lherlhaffcig habe ^ macl,k der Glory der HH. Patriarchen/ Propheten/ Aposilen / Märtyrern/Beicb> tigern/und Ivngfrawen / und wie vil Ek noch täglich durch sein Tugend und vil* fällige Schrissten bey GOtt verdiene- Betrachtung Auf das Fest deß Heil. Josephs/Bräutigamb Mari-e / und Nähr - Vattern Christi JESU. sEin vamalccna! MNN fltt- -det nicht vil von dem Heiligen Joseph geschrieben/ als daß Er Erstlich gebohren auß dem Königlichen Geschlecht mld Hauß Davids / ein gerechter zwar/aber armer Zimmepmann. Zum Anderen / daß Er mit Maria derJungfräwlichen Mutter JCSU ftye vermahlet worden. Drittens/ daß Jhnne der Engel berichtet/ daß Maria nicht von einem Menschen/sonder von dem Heiligen Geist hab empfangen. Vicrdtens / daß Er mit Maria seinem vermahlten! Weib / die schwanger war / nacher BE lehem seye verreist. Fünftens/ daß Er auß Befelch deß Engels mit dem Kindlein JESU und seiner Mutter in EgYPten seye geflohen/und von bannen wieder in das Jüdische Land gen N^ zareth gezogen. Zum Sechsten/ daß Er mit Maria den verlohn nen zwölfjährigen JCsum drey Tag lang habe gesucht / und Gv bmdens der HErr JESU^ Wne I sei ak iv, zu zu Ut se d( vi li. ti d. ei d. a> b «r cr! b S> u r, Von dem Heil. Joseph. 2F7 Ihme seye unterthanig gewe- ' sen. ^ Wie lieb und angenehm Cr ^ott dem HErren seye ge- ^ wcserl/ ist fürnemblich auß deme A ^ schliessen/ daß Cr envählt ZU einem Bräuttgamb Mari-c/ L ^ahr-Vatter Christi JESU/ ^ und zu einem allgemeinen Noth- e»/ Alffer der streitbahren Kirchen. Ee ,il^ ö ia ie '/ > d »e r 1/ . i Y ^ e Der erste Punct. AEkrachke also Erstlich / daß > nach deme Maria die Aller- Öligste Jungfraw von der HH. Aeyfattigkeit zu einer Mutter Ewigen Sohn GOLLes vertonet worden/seye auch derHei- Wt Joseph durch Göttliches Löß zu einem Gesponß undBrau- Mamb derselben erwählt wor- t>i. tlrrd gleichwie dein Adam Gehülfin seye gegeben wor- ^u/dieJhme so wohl an natür- W übernatürlichen Gaben und gnaden gantz ähnlich wäre: gastet ^Gme ein Gehülfin Sachen / die Ihm gleich seste / (b) Abhabe GÖtt Mari»- eilten Müssen geben/der Jhro gantz Mtch solle seyn ; Maria aber vare unter allen puren Kreatu- cv? Au Gaben rnrd Gnaden die ^llkomniste und Herligste; So seye auch Joseph unter allen da- mahl lebenden Kreaturen nach Maria der Herligiste undVoll- komnifte gewesen. Und dißhabe sichinallweg gebührt/ saat der Hochgelehrte Oetton, (c) dgß gleichwie die Jungfraw nnr solcher Reinigkeit gezicrct solte styir/ dergleichen sönstcn nach GÖtt keirrc zu finden/also hub es sich auch geziemet/ daß Joseph mit solchem Vorzug der Reinigkeit begabt jene/ welche eine Gleichheit außwciserc zwischen dem Bräurigainb und der Braut. Und discs habe sich nach Meynung deß Heiligen öern-r- clini von diev-i, schier nicht wohl änderst thuen lassen; Dann wie hatte der Heilige Geist dem reim- sten Gcnrüch einer solchen ^sung» frawen so nahe dltrch den Ehestand eine Geel vereinigen können / wann sie Jhro in Tugends - tVärckun- gen nicht gantz gleich wäre gewesen ? ( ä ) Dahero glaub ich/ sagt diser Heilige Vatter/daß Joseph in der Iungfrawsthafft der Al- lerreiniste; in der Demuth der Mernidertrachtigiste; rn der Liebe der Allerinbrünstigste; in dem Gebett derAllereyffengiste/ und ltt der verzückten Beschan- llchkeit der Allerhöchste seye gewesen/ daß also mit Wahrheit r88 Betrachtung von Jhme könne gesagt werden/ daß nach Maria kein Mensch dem Iostph gleich seye gebohren worden. (c) LNem VrrnLscenL ! erfrewe dich/ und wünsche dem Heil. Joseph Glück/daß Er allen Kreaturen vorgezogen/von G-Orr zu einem Brautigamd derjenigen erwählt ist worden/weiche da solle werden ein Mutter deß Allerhöchsten/und ist kein Zweifcl/daß Joseph nicht seye begabt gewesen nnt allen Gaben und Gnaden/ nnt denen Maria sein Braut geziert ist gewesen; dann weicher König wurde seiner liebsten/ schönsten nnd verständigtsten Tochter einen Bräurigamb erwählen/ wanns in seinem Gewalt stuende / der Jhro an Schönheit/Weißheit und Verstand/ an Königlicher Hochheit und Geblüt nicht gantz gleich wäre 2 der Himmlische Vatter aber hats können thuen/so wird Ersauch gethan haben/und daß es geschehen / zeügt Khristns selbsten : Mein vatter Joseph/ sagt Er/ (k) ist in, höchsten Grad gerecht gewesen/ weil Cr in allem seinem Thuen und Lassen einzig und allein die Ehr und Glory Gattes gesucht; und sein einzige Begierd gewesen/ den VA len Gottes zu erfüllen/ (Z) nach dem Epempet seiner liebsten ! Braut. Thue hiemit disen Het- ligen Vatter hoch schätzen/und trag ein sonderbahre Liebe zu Jhme/wünsch Jhme Glück/daß Er ein so fürtreffliche Braut/ und daß Maria ein so fürtress lichen Bräutigamb gchabt. Betrachte zu»n Anderen/ daß die Helligkeit deß Heil. Josephs sich von Tag zu Lag habe vermehrt / da Er ist worden ein Bräutigamb und Ehe-Mann Mari«; dann weil Jhme durch Eheliches Recht alles dasjenige ist zuständig worden / was Maria inJhrem Vermögen gehabt; der gantze Schatz G-Ottes aber und aller Englen/ ist in Maria gewesen/ (l>) und hat der Hüb- ' lische Vatter wegen der Mut- terschasst seines Sohns Jhro unaussprechliche Gaben und Gnaden mitgetheilt/welche Sie in Ihrem Hetzen als in einer Schatz - Kammer aufbehalten/ darzu Sie Ihrem Ehe-Mann dem Heiligen Joseph auch die Schlüssel gantz fteywillig einge- handiget/damiL Er sich dersewi- gen nach Belieben bedienen möchte; Das sind §>eß Heiligen tt t- d u ß 7 l- ß - § 1 - t - I - > Von demHeiligm Joseph. 2F9 Lernrröinj Gedancken/ der gesagt: (i) Weil alles was deß Verbs / auch dein Mann zuständig seye/ glaube Er / daß die secligiste Irmgft-aw den ganym Schatz Ihres Heryens/dessen dcrHeil.Ioftph sich hab können thcilhafftig machen/ Ihme gar gern übergeben habe. Mit welchem Schatz Er sich also bereichet / daß Er nach Meynung gedachten Heil. Rätters gantz ahnlrch seye worden seiner Gesponsert Mari-. Mein o-m-rfecrir! ^)bW0hlM der Heilige Joseph so hochm Staffel der Vollkomenheit nicht erstjgen als wie Maria/ habe Er doch/ wie nicht zu zweifle» / eine derjenigen gleichmäßige Heiligkeit von GOtt erlangt / das ist/ wann Er schon nicht ohne Crb-Sünd empfangen als wie Maria/ seye Er doch in Mutterleib geheiliget/ in der Reinigkeit der Nächste nach Maria gewesen ; Wann Er auch schon kein natürlicher Rätter als wie Maria ein natürliche Mutter Christi JEsugewesen/ seye Er doch dessen Rätter genambset und gehalten worden/denne Er mit seinem Schweiß und Hand-Arbeit ernährt/welchen Maria mit der Milch Ihrer eignen Brüsten gespiesen; Und wann Er schon nicht so tref in der Demuth/so tnnbrünstig in der Liebe/und so hoch in dem beschawlichen Leben als wie Maria gewesen/ seye Er doch in Visen und anderen Tugenden der Nächste gefolget/und auß dem Schatz-Kasten deß Jungfrawtichen Hertzens Jhme so vil zugeeignet/ so vil seine Krafften der Seelen ertragen möchten. Verlangst du/meitt DLmrlcens! Mariam für dein Mutter/und Joseph für deinen Rätter zu haben/ befleiße dich auch / deß Gnaden-Schatzes deß Jung- ftawliche Hertzens Mari- theil- hafftig zu machen ; und wann du schon solche Tugenden nicht in hochem Stand erreichen kanst/ verlang es wenigstens anderen vorzutyuen/ und gedencke/ daß du in der Begierd keinem wöllest weicher: / so wird dich G-Ott je lnehr und mehr derselbigen fähig machen. Du muft aber wissen/ daß wann schon Gott der HErr den Heiligen Joseph wegen seines hochen Stands mit vilen Gaben und Gnaden beschenckt und geziehrt/Er selbige mit grosser Muhe und Arbeit habe verdient / also auch dir die leere Be- L)o gierden 29 Ach mein vLmalcenL! Was dreißig Jahr gelebt? Der Heil. r kanst du schöners und höchers 6rcAonu»derGrosse/zehletJhne l von Joseph gedencken / und wer deßwegen Ullter die erste Heilt- r will jch mit seinen Gedancken gen. (6) Und sagt ein anderer > begreissen / daß wann Joseph Lehrer / (c) daß kein Heiliger in ' schon als ein Brauttgamb Ma- dem Himmel grösser / nach der ri« so hoche Gaben und Gnaden gebührenden Jungfrawen/ als ^ erlangt/ wie hoch Er erst in der der Heilige Joseph / denne vit Vollkommenheit werde gestigen Gottliebende Seelen so garver- seyn/ da Er biß in das dreyßigste meynen / daß Er mit Leib und Jahr in höchster Liebe und Ver- Seel in den Himmel seye aufge- trawlichkeit mit JEsu ist umb- nommen worden, gange» / JhttNetaglich vor AU-- (, ) Orar.). 6e >lLc.Hr. 8. Vir-in. gen gehabt/mit Jhme manches (l>)«om.i7.inc.r.^uc. (c) v-8. anmuthtges Gespräch gehalten/ i»iepk. c. -4. (6) 19. ^10. tn seiner Kindheit Jhnm aufder rU. (e) L«r. ä-LuMs öc o-r. äs Echooß/ Armb und Handen ^»r.k.v. herumb getrageii / selbigen umb- fangen/ umbhalset/ geküsset/ und > UNtt. auf allerley Weiß nach Belieben UErmchte/daß Gott der HErr I liebkoset ? Hingegen da Er von den Heiligen Joseph mit so ! JEsu / nach Arth wohlerzogner vilen Gaben und Gnaden ange- ! Kinder/ tausend und aber tau- füllt / und zu solcher Ehr und send mahl mit zartem Liebkosen Glory erhebt/ seye theils gesche- . umbfangen / umbhalset und ge- hen/danüt Er nicht / wie etwan küss ist worden. L) mit was andereHeilige/unsnur meinem großer Süßigkeit hat Joseph und anderen Zustand und Beschert / sagt der Heilige öemar- trübnuß zu Hülss käme / solider g'nuz, (c) daß Ihn das Kind- nach Meynung deß Englischen lein JEsus seinen Vatter ge- Lehrers/undSeraphlschenMut- yeissen/mit deme mrd seiner ter Theresia/unser allgemeiner L)o 2 Noth- 2ZL Betrachtung Nothhelfferware. Gott/spricht diser Lehrer/ hat etlichen Heiligen ein absonderliches knvilc- ßmm mitgetheilt/dem Menschen m einer und anderen Noth zu helffen/ aber dem Heil. Joseph undNahr-Vatter Christi JEsu rst zugelassen / in allen Nöthen uns zu helffen/und alle die Ihn anrüsten/zu beschützen/und mit Vatterlicher Ettioi, zu lieben. (a) Und gleichwie/ sirgen Sie beyde / ZEsus das Wort deß Himmlischen Vatters auf diser Welt lebend sich gantz di- sem seinem liebsten Nahr-Dat- ter unterworffen/ und alles gethan/was Er Ihme gefchaffet/ also thue Er Ihme auch noch in dem Himmel nichts abschlagen/ was Er immer für uns anhalte und begehre. Zu disem End/ weil JEfus zween Schlüssel zu der Porten deß Himmels / und den eimn seiner liebsten Mutter verehrt / habe Er den anderen sambt allem deme / was unter demselbigen begriffen und verwahret/ seinem liebsten Vatter Joseph geschenckt/damit Er nach seinem Wohlgefallen alles was wir verlangen und vorrnöthen haben / uns möge mittheilen. Und dises zu thuen sey Er gantz geneigt: B.ombf her M mir/sagt Er / ich bin Joseph Eüwerr Bl lt» der/erfchröcker nicht ; (b) Habt Ihr etwas das Euch bekümert und beschwatzet / entdeckts rnir nur fern vertrawlich und offen- hertzig/so will Ich Eüch helffen/ dann Ich itl solchemAnsehen bia bey Maria meiner Ehe-Gemah- lür/und beyIEsu meinemSohv/ daß was Ich Sie bitten wird / Sie es für einen Bestich halten werden. So trag/ mein Damsken-! ein sonderbahresVertrawen zu dem Heiligen Joseph / dessen Macht sich so wett erstreckt/daß was du nur wirst vonnöthen haben/und von Ihme begehren / auch ohne Zweifel wirst erhalten; und weil Er denen insonderheit gern zu Hülff kombt/welche mitScrup- len/ vilen schwären Betrübnus- sen/Angst undNoth/oder wider die Reinigkeit geplaget werden/ so hoffe du werdest in dergleichen Anfechtungen auch nicht unge- tröst abgewisen werden. Betrachte endlich/daß als der Heilige Joseph umb "das Jahr JEsu.Christi neün und zwanzig oder dreißig/in seinem hochett Alter von dem Engel verstanden/daß Er bald werde sterben/ und Von dem Heiligen Joseph. 29z k urch sich anfänglich sehr darüber - betrübt / seye Er von JEju sei- t i Nem liebsten Sohn über alle t ! Massen getrost worden; und da " oie Kranckheit noch mehr zuge- - nommen/daß Ahme die Red ent- l fallen/ habe sich JEsus zum l Haupt/ und Maria zu den Füs- ' sen gesetzt; Es habe auch Joseph ' ^Csuni seinen Sohn mir grossen Geüffzen streng und sterr ange- schawet / JEsus hingegen habe den; Joseph seinem lieben Vatr ter alle Chr und Liebe erzeigt/ Und Jhnne getröstet/dessmHand > Cr zwischen den Seimgen gehalten / und so bald Michael und Gabriel die Ertz-Engel/die Cr vonGOtt zu seinem Schutz be, gchrt/ankcmmenund erschunen/ habe Er mit grosser Gednlt und Frewd deß Hertzens seineuGeist aufgeben / und ftye a.so / gleichwie nachmahlen Maria / mehr i entschlaffenals gestorben/ deme ' sein liebster Sohn JEsus also- bald mit eigner Hand die Augen und Mund zugeschlossen / und sein gantzes Angesicht eingerichtet. Ach l wie köstlich muß gewesen seyn vor den Augen deß Himm > en ,1- r- tt m l/ l- tt e- ;r r- l/ is d l/ l- ir g n - rr Von dem Heiliget! Joachim. 295 Stand bist du? Mein/seye nicht gar zu sorgfältig für das Zeitliche/ verschwende auch selbiges nicht/ sonder halte das Mittel/ nnd trag Sorg für der Seelen Heyl/gib auch GOtt und den Armen / so wert sich dein Haab und Gueth erstrecken mag/und trag für diejenige Leyd / welche vie zeitliche Mittel mißbrauchen/ oder unordentlich zusanlen scharten. Bctwchte/daß weil die Heilige Anna unfruchtbar wäre/ habe dtß paar Ehe-Volck biß m die 20. Jahr ohne Leibs-Erben rnit einander gelebt/ deßwegen sich sehr bekümmert und geschämbt/ weil bey demselbigen Fleischlichem Volck die Unfruchtbarkeit für ein grosse Mehr ist gehalten worden; Dahero Sie Gott inständig gebetten/umb ein gebene- Me Frucht/mit angehencktem Versprecheii/selbige in demTem- pel demHErren zu opsseren. Erstlich/ mein OsinalcenL l Dbwohlen dise zwo HH. Per- whnen wegen Ihrer Unfruchtbarkeit sich äusserlich geschambt/ haben Sie doch beynebens Gott gedancket/ daß Er Sie vor der Welt in einen so schlechtlrchen Stand gesetzt/und Ihnen ivegen seiner etwas zu leyden Gelegenheit gegeben; und was thust du wegen deines sträflichen Wandels? Ach mein OLm-sccnL! be kununcre und schäme dich vor Gott von Hertzen/und wann du scholl deßwegen verachtet wirst/ und mall dich für schlimmer ansitzet als du villeicht vor GDtt bist/erfrewe dich innerlich/und sage GOtt Danck / daß Er dir aus lauter Liebe Gelegenheit gibt/ wegen seiner etwas zu leyden / ulid dardnrch auch etwas abzubüßen. SINN Minderen / wann schon Io-/ achiin und Anna Ihrer Seits alles angespannet / und GDtt eyffertgist umbein Lews- Frucht gebetten/ »lir Versprechen/ selbige Gott zu opsseren / haben Sie sich dannoch dem Göttlichen Willen dergestalten unterworf- fen/ daß Sie gany einfältig nichts anders gewollt/ als lvas G-Ott dem HErren lieb und angenehm wurde seyn. Und wie verhaltest du dich, wann du von GOtt etwas begehrst und verlangst ? wilt du nicht zu Zeiten gleichstund den Göttlichen Willen erzwingen/ und selbigen dem demigen nachsetzen ? Was ist dann 296 Betrachtung dann Wunder/wann du nichts von Gott erhaltest? Zum Dritten/ halte für gewiß/ daß weilen dtse Cheleüth gesehen/daß Ihr Ehestand unfruchtbar/und natürlicher Weiß keine Kinder zu bekommen / Sie sich vor Gott sehr haben gedemüthi- get/ und sich unwürdig geschätzt/ daß G-Ott der HErr durch ein Miracul Siefolte erhören/ und Ihnen eineLeibs-Frucht ertheilen. Und wir bilden uns ein/ was wir bitten/ wir sollen umb alles und jedes alsobald erhört werden/ mehr also gleichsamb trawende auf Misere Unschuld und gute Werck / als auf die Grund-gütige Barmhertzigkeit Gottes; Dises aber ist nichts anders als ein unleydenliche Hoffarth/welche uns der Gnad GOttes gantz unwürdig macht. Der andere Punkt. gAEtrachtc/wie Joachim jährlich nach Jerusalem seye ge- reißt/GL)tt anznbetten/undJH- me zu opsseren / und eines mahl zwar mitvilen seinen Bekandten und Verwandten; denne aber der Hohe Priester öffentlich zu schänden gemacht/ und mit feinem Opffer von dem Altar verstoßen/sagend/baß es sich niO gezieme / daß einer dem Fluch deß Gesatzes unterworffen / dem HErren opffere / und daß ein Unfruchtbarer unter denFrucht- baren vermischt/ vor dem Altar sich stelle ; Joachim habe sich deronalben beschämbt von bannen begeben / und eine Zeitlang auf seinem Land-Guethbey den Schaaf-Hirten sich aufgehalten / allda Ikme ein Engel er- schunen/der Anne getröstet/und versichert / daß sein Gebett erhört/ und seine Allmusen GOtt dem HErren angenehm/deßwegen Jhnie sein Ehe-Fraw ein Tochter voll deß Heiligen Geists werde gebähren / die solle Er heißen Manam/und wie Er selbige Gott versprochen / also soll Sie von Kindheit an dem HErren gehetliget/und in dem Tempel Gottes auferzogen werden; Sie werde zwar von einer un- ftuchtbahren altenMutter wun- derbahrllch gebohren werden/ aber von oiftr Ihrer Tochter noch vil wunderbahrlicher der Sohn deß Allerhöchsten Christus ICsus der WeltHeyland. Erstlich sihest du/ mein vLML- scena! wie nützliches seye indem Guten verharren; Joachim hat nicht chk rch em nn ak ich ltt- »S ett al- rr- O ;r- >tt rein ts ^l- )ll r- n- r; n- n- t/ er er r- u rt Von dem Helligm Joachim» 297 Acht nnr em / zwey oder drey Jahr GL)tt umb eine Leibs- Frucht gebettm/souder zwantzig Jahr/biß Er endlich von GÄL ist erhört worden; und was thust du / wann du nicht gleich mrpfangest / was du begehrst? Erinnere dich / ob du in disenr oder jenem Zustand nicht gantz kleinmüthig und verdrüßig habest aufgehört zu betten/well du nicht alsobald bist erhört werben? Mein OLM-Uccn»! der Er- barmbnuß GOttes müssen wir weder Zeit noch Zihl setzen/ Er hat uns alle lieb/so wird Er uns auch zu seiner Zeit dasjenige geben / was uns nutz und guet wird seyn. Zum Anderen / behertzige wohl deß Heiligen Joachim grosse Ge- dult/ in Übertragung der nicht alleilt von dem Hochen Priester in dem Tempel zugefügten Urr- bild und Schmach/sonder auch der grossen Verspottung unb Außlachens/die Er wegen seiner Unfruchtbarkeit zwantzig ganzer Jahr lang von seinen Nachkuren und Verwandten hat müssen leyden und anhören. Diß alle^ lidte Joachim gantz geduldig ohn sein einzige Schuld; und Was thust du/ wann du wegen deinen Fahleren und grosser Ungeschicklichkeit gestrafft/oder verspottet mtd verlachet wirft? Lbisse/ daß all unsere Widerwärtigkeiten ihren Verdienst und Werth allein von der kcst. ßnrrion in den Willen AOttes/ und von der Gedult habem Drittens/ gedencke wie diser Heilige Mann die gantze Zeit seines unfruchtbaren Ehestands in den Lugenden werde zugenommen haben / indeme Er st vil gebettet/ so vil Mnusen geben/ und so vil außgcstanden und erlisten/daß G-Ott Jhme eine« Engel geschickt / der Jhnne tröstete/ seiner Gnad versicherte/ und ein so Heiliges Töchterlei« verspräche. Du hast/ mein v-- m-icenL schon so vil Jahr in dL- sem deinem Stand zugebracht/ aber mit was Nutzen deiner Seelen / und mit was für einem Fortgang der Tugenden ? Empfängst du auch etwa» zu Zeiten einen Trost von deinem selbst- eignen Gewissen rc. Vierdtens sihest du / daß wer mit Demuth und wahrer Übergab seines in Göttlichen Willen GDtt den HErren umb etwas bittet/mehr empfange/ als Er hatte dörffen begehren. Dises Pp haben L98 Betrachtung -aben neben vilen anderen unfruchtbaren Weiberen / wie da ewesen Sara/Rebecca/Rachel/ te Mutter Samson und Samuels/ fürnemblich erfahren; Joachim und Anna/welche nur einfältig Gott den HErrenmnb einen Leibs-Erben gebetten/und sihe/Er verspricht Ihnen durch einen Engel ein solche Leibs- Frucht/welche unter allen pnren Kreaturen die Alleredleste und Allerfürtrefsitchiste wurde seyrr/ nemblich Mariam die künfftige Mutter deß Erlösers der Welt. L)mein Osmricenä! Hast du nicht arrch erfahren/daß du mehr Gutthaten/Gaben und Gnaden empfangen vondeinembarmher- tzigen HEnenund Gott/als du jemahlen verdient/oder begehren hattest dörffen? Und/ mein/ was ist Ursach/ daß du selbige nicht mit mehrerem Nutzen der Seelen gebraucht? glaube sicherlich/daß kein andere/als weil du GOtt nicht demüthig darumb hast gebetten. Salomon hat nurumb die Weißheit gebetten/ und GOtt gibt Ihme noch über das grosse Ehr und Reichthum; Bitte auch / mein / so wird dir Gott mehr geben als du hattest begehren dörssen. Funfsteno hast du vernommen/ daß der Heilige Joachim durch den Engel einen Befelch empfan- gen / sein kunfftiges Töchterleitt laut gethanen Versprechens in dem Tempel Gott dem HErrett für Cigenthumb zu opfferen / welches Er auch gethan / als Maria das dritte Jahr Ihres Alters erfüllt. Also will GOtt nicht haben / mein o->m-,lccliL.' daß wir seine Gaben und Gnaden änderst als zu seiner größeren Ehr und Glory / und zum Heyl unserer Seelen sollen anwenden / welches / weil es Salo- mon / und vil andere nicht gethan / von Gott streng hetmbge- silcht und gestrafft sind worden. Entschließe dich auf ein newes/ daß du die Gaben und Gnaden GÖttes nicht wölkest mißbrauchen/sonder allein zur Ehr Gottes anwenden/es koste dein Sittlichkeit was es wölle. Sechstes betrachte/daß wan die jenige Eiteren / welche vil Jahr in demunfruchtbarenEhe- stand zugebracht/ endlich aber mit ernem Leibs-Erben beglücket werden'/ ein grosse Zrewd empfangen/da sie doch noch nicht wissen/ was aus selbigem werde werden / und ob Er Ihnen zu Ehren Von dem Herligen Joachim. 299 Ehren oder Mehren tverde aus- schlagen. Wie unaussprechlich grösser die Frewd deß Heiligen Joachims werde gewesen seyn/ da Er nach so langem unfruchtbarem Ehestand von dem Engel verstanden / daß Er' nicht nur ün Löchterlein nach gemeinem Laufs werde bekommen/ sonder unter allen puren Kreaturen und Geschöpften das Allervollkoni- niste und Merheiligste/und welche da solte werden ein Mutter deß schon so vil tausend Jahr verlangtenMeßias undCrlösers deß Menschlichen Geschlechts. Schratte mit deinen Gedancken zur wunderbahrlichen Geburth sechsten dises AlleredlistenTöch- terleilts; Wie noch vil grösser sein Frewd werde gewachsen seyn/und noch zum allermeisten/ als Crs nicht allein aus den Armen getragen / mit Jhme ge- M/im Tempel geopffert/ von Ihrem Wandel in der« Tempel Bericht empfangen/ sonder absonderlich/ als Er auß diser seiner Tochter nach etlicher Mey- iMng/gesehen/aüf seinen Armen getragen JCsum den Sohn Gottes seinen Cnickel. Erfrewe dich/mein OLMLsccnrf mit dem Heiligen Joachim/ wünschedi- r - , sem Glorwürdigen Patriarchen Glück/daß Er von Gott also begnadet und geehrt ist worden. Der dritte Punct. HHEtrachrc Erstlich / die große Ehr und Würdigkeit/ welche Joachim durch die VaLterschassL MartL derMerseeligistenIung- srawen/von GL)tt dem HLrrü ernpfaugen; dann weil GOtt für seinen Einaebohrnen Sohn ein Jungsrawuche Mutter erwählt / welche an Gaben und Gnaden solte die Vollkommste seyn/ seye nicht zu zweiflm / daß Er nicht auch für dise sein Mut-- ter einen an Gaben und Gnaden fürtrefsiichisten Vatter habe erkiesen. Der Ewige Sohn Gottes sagt selbst: (a) Man solle die Baun, auß ihren Früchten erkennen. Die Frucht aber deß Heiligen Joachims ist gewesen Mana/ auß dero gebohren der Eingebohrne Sohn GDttes/ die alleredliste/ und beste Frucht/ dergleichen vorhero tveder im Himmel/ noch auf Erden gewesen/ und ins künsstig in die ianAe Ewigkeit nicht seyn wird. So muß auch Joachim der aller- edleste/ und allerbeste Baum/ und htemit an Gaben und Gna- Pp 2 den 8oc> Betrachtung den Gottes der allerfürtrefflich- ste Vatter Maris gewesen seyn. ?tl deme gedcncke / daß wann Gott / nach Meynung der Gelehrten/ einem jeden zu einem Ampt verordneten Menschen/ solch fein Ampt wohl zu verrichten/gnugsame Gnad mittheile/ mit wie vilen Gaben und Gnaden Er den Heiligen Joachim werde angefüllt haben/die Stell eines Vatters Maris/und eines Groß-Vatters JEsu Khrtsti seines Emckels recht und wohl zu verwetten? Und hat G-Ott der HErr für seinen Sohn Ma- riam/ eme von ^Men so reiche Mutter- und den Heiligen Joseph einen so reichen Nähr-Vat- ter erwählt/wird Er den Heiligen Joachim auch nicht mit geringeren Gnaden-Augen angesehen haben. Mein Ormascens ! GOtt dkt HErr hat dich vor vil tausend anderen zu einem hochen Stand erwählt/nnd disen deinen Stand recht und wohl zu verwetten/ glaubefestiglich/daßErdich mit allerhand genügsamen Gaben und Gnaden habe versehen. So erforsche dich selbsten/weil dich G-Ott der HErr sonderlich hat auf- und angenommen zu einem Kind deines großen Heiliges Ordens - Vatters / durch dessen Heiligen Wandel/ und gute Lehren / du in Lugenden sottest zu- nehmen und tvachsen/ ob du dir bißhero die Gaben und Gnaden Gottes/wie auch Heil. Wandel und gute Lehren / also habest zu Nutzen gemacht/haß du könnest hoffen/dermahleinst für ein würdiges Kind drscs deines Heiligen Vatters erkemiet zu werden? Hast du aber für dtßmahl dise Hoffnung nicht/ befleiße dich durch die Fürbttt deß Heiligen Joachims ins künfftig eines ftömeren und Heiligeren Wandels/und gedcncke Erstlich/ wie übel solche Seelen bestehen werden vor Gott dem HErren/ welche die Gnaden G-Ottes mißbraucht / und nur nach ihrer Sinnlichkeit und Thorheit gelebt. Am, Anderen /wie vi! we- I gen solcher elenden Seelen pon > so hochcm/ und glückseeligem > Stand außgeschlossen werden/ auß Sorg/ Sie möchten eben so wenig gerathen / und der Lom- munität so beschwährlrch seyn/ als wie selbige bißhero gewesen. Mein OzmslccnL! Wie der Baum/also ist auch dieFrucht; Ist die Frucht eines guten . Baums Von dem Heiligen Joachim- zriur dtk ' Kirchen- Lehrer schreibt von öo- nccjiäo, Er st? so wohl mir / und von der Gnad Gottes/als mir dem t^ahnrcn öcncäuAur.odergcstgnet gewesen; Habe von Jugend an e/n «Utes Hertz getragen > dre Jahr an > Sitten überschritten / stin Gemüth keinem Wollust ergeben / und die! Welt gleichwie ein .dürre Dlmn? ver- ! r S r r> b li i, t, v e u h a L r ii b s t v s t e t t l l § Von dem Heiligen Ordens - Gtiffter öeneäiÄo. zoz vetfthmächec / ob Er schon sich hinweg nehmen / und ein recht gleichwohl selbiger / als von ft> Göttliche Lieb verleyhen. kcichen edlen Eltern her gebohren/ Wie hast du dich in den Att- Nach allem Lust hätte können ge» sechtUNgen/ ( deren lZencäiLtur, brauchen/deßwegen von dem Hei- sonderlich wegen des; Fleisches / ligen Geist angetrieben/habeEr vil erltdten/und mit selbst-eige- tnr vierzehendm Jahr seines Al- nenr Bluet sich in den Distel und ! ters die gantze Wett verlassen/ Dörnern umbweltzend / über- Und drey gantzer Zahr sich in wunden? kcrrcäittur hat wegen einer Wildtnuß aufgehalten/ difts Siges von Gott die Gnad Und Gott allein gedienet. - empfangen/daß Er mit keinen ! O mein 0LMLtc«na! Villeichr Fleischlichen Begierden mehr ist I hangt dir noch vil von der Welt angefochten worden; dergleichen an / und bist du den indischen Gnad Thomas von Amnu auch Dingen noch also ergeben / daß empfangen. Daß aber du/ mein du auch zwischen vier Mauren vLmrlcenL! in unterschiedlichen in der Gcselljchafft frommer Anfechtungen immer must streit- Seelen noch recht Geistliche ten / und geplagt werden/ ist die bist / welches du villetcht auß di- Ursach / daß du niemahlen He- sem kaust schliesten/daß wann du rossch gestritten / und überwun- Nur 8^ oder ro. Tag die Geist- den. Stelle dir vor Augen dise siche Übungen must machen/und oder jene Gelegenheit / wie du w der Einöde leben/oder etwan dich darin» habest verhalten? auch nur eine Stund in der Ein- Ich fdrge/du werdest dich mästen samme dem Heil. Gebett abwar- schämen/und dein grosse Schuld test/dir die Zeit so lang/ daß dise bekennen, auch kleine Zeit dir gantz uner- täglich vorkombt. Und mein/ UtlvM PUNtk. woher kombts ? als weil du vil- HHEtrachtc/daß wann das Anficht noch voll böser Sitten/und gesicht Moysis wegen der wehr in die Welt / als in deinen Gemeinschaft / die Er einsmahl stecreützrgteii ZEsum verliebt auf dem Berg Sinai mit Gott M? Bitt Jhnne / daß Er von gehabt / gantz gestrahlet ist wor- wr die Liebe diser Wett wolle den/ (-) was für einen Glantz der Betrachtung der Tugenden Lcn-äiÄur mit sich aus seiner Einöde werde getragen haben/wegen der Gemeinschasst/ die Er drey gantzer Jahr lang allda mit GL)tt gehabt? Der Heilige. 6 rcßonu, sagt/ daß Ee mit dem Geist aller Gerechten angefüllt / und also mit den Tugcn- den/und Verdiensten aller Heiligen ftre bestrahlet worden. Und ob- wohlen der demüthige LcneäiLur dise sein Heiligkeit mit einer armen Mönchs-Kutten/und einem vor derWelt verächtlichen Leben hat wollen verbergen/und Gott allein bekandt seyn/hab Ihnne Gott dannoch nicht allein in seiner Wildtnuß 8 udirc, allda Er zwölffKlöster auferbawen/sonder noch vllmehr auf dem Berg cs,6no. dahin Ihnne die Engel geführt/also wöllen erklaren/daß die Strahlen seines Herlrgen Lebens / und Englischen Wandels durch gantz Welschland/ Franck- reich/ Spanmen/ ja durch die gantzeWelt scheinbar gemacht/ und mitvilenMiraculen bestat- tiget sey worden; Auß dem erfolgt/daß nicht geringe/und gemeine Leüth / jonder firrnchme Herren und Frawen/ ja Äonig und Kayser Ihre Kinder/ und endlichen Sie selbsten sich seinem Gehorsamb mterworffsr^ und Er noch bey seinen Lebzeiten vrl Klöster zu Rom/und anderstws theils auftrbawet / theils durch I jemHeilige Regul/undHeylsanr- me Satzungen geüffnet/ und in einen besseren Stand gebracht/ biß endlich die Zahl der Kloster/ und derGeistlichensich also ver» rnehret / daß die halbe Welt an Land undLeutheu gut öLncälck»' nerisch seye worden. Mein v-MLlcens! Gehe in dich selbsten/ und erinnere dich / ivas > du für einm Nutzen/und Strahlen der Tugenden darvon tragest/ wann du bey der Heiligen Kommunion/in deitien Geistlichen Ubungen/und sonderlich in der Betrachtung mit G-Ott haMest 2 Ach! nicht leere Begierden/ und Fruchtlose Fürueh- men / sonder die Lugend-Werck mästen der empfaugnen Gnad Zeugnuß geben/sonft seynd unsere ausser-liche L)rdens-Kleyder und Gebahrden uns mehr zur > Straff/ als zur Himmlischen Glory. Bitt diftn Heil. Vat- Ler/daß du dir die Gliad Gottes ins künffttg besser könnest zu Nutzen machen/ und ab der M teren Gemeinschäfft mit deimM lichstenIEsu einher tzliche^rcud Nrögest N - s. d u r r e z d L s r i l ! i Von dem Heiligen Hrdens-Stiffter Len eäiÄo. zo? Mögest haben Z die niemahleir/ wak du das Deinige wn-st thun/ so rmfruchtbar wird abgehen/ daß sie nicht auch Zumahlen deinem Nächsten werde nutzen. ' Betrachte also / Wte GDtt in keneciiLto habe erfüllt / was Er dem Abraham zu thuen versprochen r (b) Ich will dich/sagt Er/ Zttm großen Volck machen/und will dich segnen / lind deinen Nahmen groß machcn/lmd du solst gestgnet serm. Gchwahrltch wird jemand zehlen können das grosse Volck/ und die Geistlichen/welche so vil hundert Jahr in siben und dreist sig tausend / und in fünsszehen tausendFrawen-Klöstern gelebt/ die Probsteyen / Prioraten/ und Residentzen nicht gerechnet / und in welchen Klöstern über hundert/ja wohl auch über tausend Geistliche zu Zeiten gelebt. Auß diser unzählbaren Zahl hat man schon längsten vier und viertzig tausend crmonicierte Heilige gefehlt/ von denen der Berg allein fünss tausend/fünffhundert und fünss und fünffzigJhme zueignet ; und weil die Kirch Gottes durch Sie allein etlich hundert Jahr lang ist reaiert worden/und schier kein Land / und Königreich/ welches Sie nicht bekehrt / und grossen Nutzen darinn geschaffet/hatG-Ottder HErr kenräiÄum sehr groß gemacht/und gesegnet mit vil tausend Heiligen Märtyrern/E- tzig Pabsten / deren 25. csnoni- ciert; mit zweyhrrndert Kardinälen ; Patriarchen mehr als 51. Crtz-Btschöffen mehr als sechzehen hundert; Btschöffen mehr als sechs und viertzig hundert ; Über die fünffachen hundert hochgelehrten Marineren. Dahero der Päbstliche Stuhl wohl geredt/ (c) dass nach den siben Heiligen Sakramenten / und den vier Heiligen Evangelien / der Lärchen GOttco nichts so nützlich siye gewesen / als der Orden / die Regal / und die Satzungen deß Hei» ligen kcncclitti. Mein vLmrlcctrL ! Auß vlleM/ und unzählbarem habe ich dir diß wenige wöllen vor Augen stellen/ damit du wohl sehen/ und gleichsamb mit Handen greiften mögest / wie häfftig G-Ott der HErr disen Heiligen Vatter gesegnet / wie groß Er Jhne gemacht/und wie die Güte Gottes noch täglich die jentge segne/ und groß mache / welche Jhme mit wahrer Demuth/und reinem Hertzen dienen. Qq Ent- Zo6 Betrachtung Entschliesse dich / auch der- irrahlemst recht klein/ gering/demüthig und gehorsamb zu leben/ so wird dich GOtt segnen / mit seinen Gnaderr anfüllen/ und endlich in dem Hickel so vil groß machen/umb wie vil du jetzund in disem Leben bist klein gewesen. (s) Lxocll V. rz». (k) 6enes ir. v. r. ( c ) /irnolö. ^ion, lib. r. lißn. Vir. Der dntte Punct. gAEtrachee/ daß als der Heilige ^Lcneäittur dlsenseinen neuen Orden/(dermit grosser Heiligkeit/und vilen Mwaculen schon begabt/und in der gantzen Welt außgebreitet wäre/) AEsu dem Gecreützigten eines mahl anbe- fohlen/uno Ihnne gebetten/ daß Cr selbigen zu seiner grösseren Ehre/ und zu Gutem der Seelen nach seinem Göttlichen Wohlgefallen schützen/ segnen/ und in der Klösterlichen r-itcisiim erhalten wolle/ hab Ihme ein Engel die Antwort gebracht/daß Ihme GOtt vler fonderbahre Gnaden ertheilen wolle: Erstlich / wird dein Orden / sagt Cr / 0) biß zu End der Welt stehen / und alsdann der Römisch-Katholischen Kirchen auf das allergetreüwiste beystehen. Zum Anderen /wird keiner m disem Orden sterben/ als nu Stand der Gnaden; und wofern einer ein übles Leben fuhren folte/so wird Er eintwedcrs zu schanden/odervon dem Orden verstoßen werden / oder sechsten heraußtretten. Drar-cns/allett/ so deinen Orden verfolgen / wofern Sie sich nicht besseren/ solle das Leben verkürtzt werden/oder - werden sonst eines bösen Todts sterben. Vierdvens/ haben sich hingegen alle / die deinen Orden lieben/ sich vor gewiß eines glück- seetigen Todts/ und Ends zu ge- trösten. Mein Osmascenz f Etz wird diserHetlige Vatter ohne Zweifle! ein grosse Frewd/und Trost empfangen haberr / da Er verstanden / daß gleichwie die Römisch-Katholische Kirch durch die Porten der Höllen / durch allerhandVerfolgung und Ketzerei) nicht werde überwältiget werden / also auch sein Orden ^ durch keinerlei) Widerwärtig* keiten nicht allein nicht werde unterdrückt/ sonder daß Er mit seinen Kindern/ alstrew-eyffcri- ge Soldaten / fürnemblicy alsdann für die Kirchen/wider die Por- Von dein Heiligen Ordens-Stisster SeneäiAoj zo/ Porten der Hollen / wider den Antichrist und seinen Anhang Männlich und dapßrr streikten/ lrnd selbige verfechten werde/ wann sie zum End der Welt in größer Gefahr stehen werde. Ach! wie grosse Hülss/Lrost/und Liebe/wird alsdann die bedrängte Kirchen mitJhren Geistlichen Kindern/ in Ihrer grösten Angst und Noth / in Ihrer schwachen Verlassenheit und Verfolgung vonnörhen haben? Ach mein Gott/erhalte alle HH. Ordens- Gtänd/ damit Sie dir zu jeder Zeit angenehme Dienst leisten möget:/ und dein Versprechen durch Sie erfüllt werde. Der Heilige KeneUlÄuz wird zum Anderen /auch ein unaussprechliche Frewd gehabt haben/daß Er ein solche Negul geschrieben/welche kirr recht gebahnter Weeg zum Himmel/ und aufdiser Straß Wer da wandere / keinen Abtritt nehme/ und selbige nicht gar ver- lasse/werde seelig werden. Und dises Göttlichen Seegens wirft du/mein väm-lccnL tauch theil- hassttg werden/ so lang du nach der Heiligen Regn! from zu leben/ ein rechte Begterd wirst haben ; dessen hingegen alle werden beraubt und verdambt werden/ welche zum Heiligen Orden be- russen/übel gelebt/und ohne Büß sterben werden. Hasse/»nein l)rm»tcena ! keine» Heiligen Orden; rede keinem übel nach/welches geschicht/wan du seilte Geistliche Kinder tadlest/gern von Ihnen übel hörest reden; andere / daß man Ihnen Guts thue/oder in Heil. Orden trette / abhaltest/ rc. Liebe und ehre alle HH. Ordens-Stand/ sambt Ihren Geistlichen; und damit du desto getröster sterbest/ mache dich absonderlich deß Heiligen Benedrcts Versprechen theilhafftig; Diser / weil Er eines so köstlichen Todts stehender gestorben/ dergleichen man sonst von keinem andern Heiligen ltset/ hat beyder Heiligen Gertrud versprochen/ daß alle / die sich seines Glorwürdigen Ends erinneren wurden/Ihnen in Ihrem Sterbstündlein auch trew- lich beyftehen/und auf allen Seiten/ wo Er sehen werde/daß Ihre Feinde mit Ihrem Hirrderlist ftarcker/ und gefährlicher auf Sie zubringen/ sich Ihnen widersetzen wölle/damit Sie durch seine Gegenwart von allen Stricken entgangen / zu den Himmlischen Fremden gelangen mögen. -Qg 2 Wann Zo8 Betrachtung Wann du sonst keine Andacht hast zu disem Heiligen Vatter/ sprich wenigist täglich dise folgende Wort innbrünstig und aufmercksamb: Gcdenck O Heiliger Vatter mein/ An das Glorwürdtg Ende dein/ Ach steh mir bey in letzter Vlorh/ Erwirke mir ein stetigen Todt. (2) V^ion jib.i.c.i. Lc aly mulri. Betrachtung Auf das Fest der Verkündigung L L IL. Der erste Punet. iLWEtrachte Erstlich den elelk- ü^Aden Stand deß Menschli- ^^chen Geschlechts / in deme es biß in die fünff tausend Jahr/ nemblich von dem sündigen A- dam hero / biß ausdie Mensch- tverdung deß Ewigen Sohns G-Ottes gelebt. Wisse nebent deme/daß so vil tausend Millionen der Menschen zu Grund gangen/daß keiner/wie from und Heilig Cr auch gelebt/habe mögen fähig werden/das Angesicht Gottes m seiner Gloryzu sehen/ alle seyen nach disem Leben in die Vorhöll verwisen worden; Es h ibe zwar der Adam/Abel/E- noch/Enos/ Noe/ Abraham/ Jsaac/ Jacob/ Moyses/ David/ und vil andere Patriarchen und Propheten/nach dem versprochn nen Meßias / und Erlöser deß Menschlichen Geschlechts ge- seüffzet und geschruen/ es seye aber alles umbsonst und vergebens gewesen/biß endlich Maria kommen/ welche unaufhörlich/ lind eysserigist GDtt gebetten/ daß Er derrnahleinist schicken wolte die fettige Jungfrawliche Mutter/von dcrodasolte geboh- ren werden der Ewige Sohn GOttes / die Frewd der gantzett Welt; Und damit Sie derftl- ben/undJhrem Göttlichen Kind als eine unwürdige Dienst- Magd von Hertzen zu dienen möchte würdig werden; welche dann auch durch Ihre tieffeste Demuth so vil erlangt/dass Sie selbst Von der Verkündigung Maria. zoo selbst nicht nur ein Magd/sonder gar die Mutter deß Ewigen Sohns GOttes würdig zu seyn ist gefunden worden. Dise Jung- fraw / sagt eilt Heiliger Vatter/ (?) hat den Sohn Gottes durch ^hr Gebett / und Verdiensten vom Himmel zu der Menschwerdung in Ihren gebenedeyten Leib gezogen. e l- >. h l. l- l- k- l- s i- 1/ Von derVerkundigung Maria. zi r chen/als du/wann Sie/wie du von EMtt also heimbgesucht ivurden. Wisse aber/ mein o-,- Mzsccns l daß so wenig derEwige Sohn GL)ttes von Maria die Menschliche Natur ohne Ihre Einwilligung hatt angenonren/ sowenig dich-alle dise Heimb- fuchungen/und Gnaden Gottes werden nutzen ohne deinen Willen/und Mmvürckung. GDtt der HErr zwingt dich nicht zum Guten/und nnt fernen Gnaden allein will Er dich auch nicht fertig machen/sonder will noch über das haben deinen freyen Willen/ der mrt demüthiger Erkandtnuß solche Gaben und Gnaden annehme/ mrtwürcke / und Ihme sechsten zu Nutz mache. Ach mein vamLscenr ! wie LM grosie Heiligin wärest du / wann du allezeit hättest mitgewürckt/ und das deinrge gethan? Laste dirs leyd seyn / bitt umb Gnad/ und bessere dich von Hertzen. . Damit Maria ohne Verzug Ur das eysserige Verlangen deß Ewigen Sohns GOttes ver- willigte/ betrachte/ wie der Engel Gabriel Jhro habe zu Genrüth geführt die vilfältige / nicht geheim/ sonder absonderliche Gauen mtd Gnaden Gottes/indeme Er Sie gegrüst voll der Gnaden/ daß der HErr mit Ihr seye/ und daß Sie gebenedeyet unter den Weiberen ohne Verletzung der Iungfrawschafft/von dem Heil. Getst/Iind Krajft deß Allerhöchsten werde überschattet werden/ und darumben auch dasHeilige/ das von Jhro werde gebohren werden/ Gottes Sohn werde getrennt werden; Aufwelches Sie sich auch nicht geweigert/und de- müthigist sich anerbotten zu thuen/was Gott verlange. Ach mein VrmalcenL ! wie vsst ermähnt dich Gott durch seinen Engel zu grösserer Vollkommenheit / dise oder jene Tugend zu üben/in Ansehung nicht der gemeinen / sonder fürnemblich der absonderlichen Gaben und Gnaden/die Er dir vor vilen tausend anderen erzeigt/ und mitgetheilt. Erforsche dich/ob du bißhero so danckbar seyest gewesen/ daß du dich gleich mit Demuth in seinen Göttlichen Willen ergeben / und deiner Seiks habest gethan/was deine Krafften zugelassen? Der dritte Punct. IHEtrachrc Erstlich/Wie Maria die Allerfeeligiste Iüngftaw nicht ohne grosse Vernunsst/ Weiß- ZiL Betrachtung Weißheit ltnd Verstand/in das Verlangen deß Engels habe vcrwilliget; dann wer! Sie mit dem Gelübd der Keuschheit ver- hunden/natürlicher undMensch- sicher Weiß aber nicht "köndte fassen/ wie Sie ohne Verletzung deß Gelübds ein Mutter deß Allerhöchsten tönte werden/habe Sie den Engel so lang mit dem Ja-Wort aufgehalten/biß Sie von Ihme völligen Bericht alter Sachen empfangen. Mein vLMLlcena ! Man pflegt zusagen: Wer bald glaubt/der ist von Hertzen leichtfertig; (-») Du must dich nicht so leichtlich zu einem Dmg überreden lassen/ wo ein Gefahr/das GebottGot- tes/oder die Heil.Regul möchte übertretten werden. Wirst du aber vernünssttg zu einem Werck der Barmhertzigkeit / der Liebe deß Nächsten / und der Seelen Heyl/ ohne Nachtheil deines Stands und Beruffs ersticht/ ist es sehr löblich/ verdienstlich/ja nothwendig/daß du darein ver- willigest. Solte aber die Ehr Gotces/und deiner selbst-eignen Seelen Heyl Schaden leyden/ gib deinen Willen niemahl dar- zu/wann dll schon disc/oder stne Kreatur dardurch beleydigest/ und erzürnest/ dann dardurch wirst duGott gefallen/und ruhiger rn deinem Gewissen seyn. > Betrachte zum Anderen/ daß weilen Maria von Hertzen demüthig/ klein / gering/ und verächtlich in Ihren Augen/sich die Glücksteligiste zu seyn schätzte/ wann Sie nur eine arme Dienst- Magd deß HErren/ und seiner liebsten Mutter könte werden/ sprechend: Gche Ich bin ein Dienerin deß HErrn / ( b ) habe hingegen GOtt der HCrr den Spruch: wer sich selbst ernidrr- ! ger/ der wird erhöcht werden / (c) I anJhro wahr gemacht/und Sie zu derJungfrawlichen Mutter- schafft deß Ewigen Sohns Gottes erhöcht. Mein OLmrscenL! Es steht geschrieben: Wer demüthig vo>n Geist ist / den wird die Ehr aufnehmen ; die Erniedrigung hingegen/folget den Hossärrigcn. (6) Je grösser hicmit dll bist / ( mein ! vamLscens! ) je mehr demüthige ! dich in allen Dingen / so wirst du von GOrt/ mit Maria/und allen demüthigen Hertzen / Gnade finden. (c) Seye nicht gleich jenen unartigen Geistlichen / welche voller Hoffarth/und böser Passionen/wegen etlicher guter natürlicher r Von Der Verkündigung Maria. ziz ch -t- ,ß >e- >ie e/ er > 7 / e- kürlicher Cigenschafften schier Acht wissen/obste aufden Füssen oder auf dem Kopff stehen/ wollen alles nach Ihrem Sinn haben/ dürften sich gantz frech der Anordnung Ihrer Oberen widersetzen / und thun was vor GOtt nicht recht ist. Dergleichen armbseeligen Geistlichen weicht Job zu / und sagt: was erhebt drch dein Hertz/ und hast starrende Augen / als wann deine Gcdanckcn von grossen Sachen walt renk (l)UndderHeil.Getst:(8) Erheb dich nicht wie ein Ochs in den Gedancken deines Hertzeno/da- ie r- l- .L n s ) l e ir r t Mit dein Stärcke durch Thorheit villeicht nicht ztl Boden gemorsten werde. Und wtederumb fraget Job solche: (ii) warumb blähet sich dein Geist wider GOtt/ Wider deine Oberen auf/ daß du solche Red «ruß deinem Mund her» für bringest/ dardurch GOtt be- leydiget/ und dein Nächster geärgert wird? Mein vLmrlccnL! Geselle dich Nicht zu solchen Armbseeligen/ wehe sclbige/und seye gern unter der Zahl der ruhigen demüthigen Rindern. Erdemüthige dich de» rowegen linker die gewaltige Hand ^otkcs/(i) und deiner Oberen/ '"che nicht oben an zu sitzen/und vor den Menschen groß zu seyn; dein liebster HErr IEftrs/ jagt Paulus/ (ic) hat sich auch nicht selbst herrlich gemacht/ daß Er ein hocher Priester wurde; auch nicht Maria sein liebste Mutter/ hat jemahl etwas gethan/damit Sie groß geacht wurde. GOtt sorget selbst für die Demüthigen/ und zur Zeit der Heimbsuchung wird Er Sie schon erhöchcn; Schmeichle also dir nicht sechsten unter dem Schein der Demuth/ als wann du etwas wärest ; Dann hat Lhristus an Ihm selbst kein Gefallen gehabt/(l) was woltest du mit deiner Armbseeligkeit stoltzieren/ und dich dtscm/ oder jenem vorziehen ? wie leyder! vil seynd/ welche gar meisterlich wissen sich durch andere hervor zu thuen/ und doch sechsten nicht wollen darfür angesehen seyn/rc. Endlich stelle dir vor Augen das grosse/ und verwunderliche Geheimbnuß der Menschwerdung Khristi; Dann in demjenigen Augenblick/ als Maria gesprochen: Mir geschehe nach deinem Wort ! ist durch die Krafft deß Allerhöchsten in den: Jung- frawlichen Lketb Mari-- GOtt Mensch worden/und hat die Cr- R r lösung Zi4 Betrachtung lösung deß Menschlichm Geschlechts angefangen. Mein vsm-lscen-l ! Sage der Heiligen Dreyfaltigkeit/ sonderlich aber dem Ewigen Sohn GOttes demüthigisten Danck für dise unaussprechliche dem gantzen Menschlichen Geschlecht erzeigte Liebe. Erkenne/daß du ohne dise Liebe niemahlen hattest können seelig werden / daß du jetzund hier zeitlich / wann du wahrhafftig demüthig wirst feyn/eben den jeniaen in derHeil. Kommunion in dein sündiges Hertz könnest empfangen/denne Maria die demüthige Iungfratv empfangen/und gebohren; und daß du endlich auch nach disem Leben fähig mögest werden/ den- selbigen in ferner Glory zu sehen und zu aeniessen/bitte gantz demüthig deinen liebsten IEsum. (» ) keck.r-» v. 4. ( b ) l^uose r» V. )8. (c) rbiä.lch.v.n. («!) Proverb. rp. v. rz. (o) kccl. z. v. ro. (f) lob. rs. c. rr. (ß) LecI.S.v.». (b) lob.is.v. rz. t») r.per. f.v.6. (jc) ttebr.z. v.f. ( 1 ) Uom.rr.v.^. Betrachtung Auf das Fest der Gchmertzhafften Mutter GOttes Der erste Punct. MRIA dieMerseeligiste ter/ob schonvil meiner vergessen/ rEJunafraw hat sich bey und wenig achten / du wenigist der Heil. Brigitta eines- vergisse meiner nicht; Sihe an mahlenbeklagt/und gesagt: Ich meine Schmertzen/ und folge so sihe auf alle/ so in der Welt vil als möglich; Betrachte mei- leben / ob auch etliche seyen/ die ne Zäher/ und habe ein Mitley- ein Mitleyden mit mir tragen/ den. So und gedencken an meineSchmer- Betrachte Erstlich: Weil Matzen/finde gleichwohl selbiger gar ria die Heilige Iungftawun- wenig; Du dann meine Loch- verweichlich mehr vondem Heil. Geist C al ai b^ ce L Z k d ü u n h r s r me rw nd :rr- en )e- l. rr. ^o» 10 . 5» z- r/ st n v i- i- - - Von der Schmertzhafften Mutter Gottes Maria, zix Geist erleuchtet ist gewesen / als ne Marter und Schmertzen/ alle alle Heilige Propheten / hiemit seine Blutvergiessungen / ja das auch unvergleichlich mehr/ und Kreütz selbsten/ an welchem Er besser verstanden alle Prophe- gestorben / allzeit in seinen Ge- cey.und Weissagungen/ von dem dancken/in feinem Gemüth/ und Leyden deß kunfftigeri Meßias/ in seinem Hertzen gegenwärtig Ihres liebsten Sohns deß Er- gehabt/ wie Er selbst bey dem losers der Welt/ hab Sie auch Psalmisten bezeügt: (») Mem darumb/ so latlg Sie gelebt/ ein Schmertz ist immer vor meinem immer-wahrende Peyn und Angesicht. Also habe Maria Marter erlitten/ und seyen Ihre auch jederzeit festiglich geglaubt/ Unaussprechliche Fremden imer daß derjenige/den Sie in Ihrem Mit unaussprechlichen Schmer- Leib empfangen/gewiß werde erhell vermischt gewesen. füllen müssen alle Weissagungen MeinvLmrtcena! Wan Ma- der Propheten/ die von Jhme ria die Königin der Propheten/ geschrieben. Wann Sie Ihnne solche Wissenschafft gehabt/von also in ein Tüchlein eingewick- dem Leyoen Ihres liebsten let/hat Sie allzeit betrachtet/ Kinds/ daß Sie den Tag Ihres wie sein allerheiligister Leib wer- Lebens kein vollkommene Frewd de zerschlagen/aegetßlet/und als genossen/wie kanst du schertzen/ wie ein Aussätziger übel zuge- lachen / und in allerhand Frew- richt werden. Wann Sie Jh- den dich außgiessen/ wann du me seine kleine Handlein/ und glaubst / wie du wahrhafftig Füßlein eingefetschet / hat Sie glauben must/ daß der Ewige allzeit betrachtet / wie grausamb Sohn Gattes wegen deiner so Er an dem schwächlichen Holtz vil Schmertzen/und endlich den deß.Ereützes werde anschafft schmählichen Todt deß Areützes werben. Wann Sie betrachtet selbst hab ausgestanden/und ge- sein schönstes und HeiligisteS litten? Angesicht/ hat Sie Ihro zu Ge- Zum Anderen betrachte/ daß müth geführt/wie hart es werde gleichwie der Ewige Sohn Got- zerschlagen/ und auf das ver- tes Christus IEsus alle stille achtlichiste verspeyet werden, peynliche Instrumenten/alle sei- Ach mein oLm-ssccn»! Gedencke/ Rr L wie Zi6 Betrachtung wie diser Iungfräwlichen Vdit- ter werde umb das Hertz gewesen seyn; wie vil Schmertzliche Hertz-Stoß Sie bey solchen Ger dancken den Tag Ihres Lebens werde erlitten haben; und was thust du? Von dem Heiligen kscbomlo wird geschrieben/daß als Cr einsmahl zur Heiligen Lästerlichen Zeit/ nach verrichtetem langem Gebett/und Geistlichem Gespräch/seinem liebsten Gast dem Heil» alten pals-mon etlich wenige Krautlein mit L)ehl vermischt / auf den Lisch gestellt / und als solche kai-emon gesehen / habe Cr seine Hand ob dem Kopff zusamen gefthlagen/ gescüsszet/geweynet/ und gesagt: Mein HErr IEsus ist gecreützigek worden / und Ich soll von Öehl essen. Ach mein vamaleelir! so gedencke auch in allem deinem Thun und Lassen / mit disem Heiligen Vatter: Ach! mein liebster JEsus And Gesponß hat wegen meiner Blut geschwitzt/ Er ist gegeißlet worden / hat allerhand Spott und Schand außgestanden/ Cr ist gecreütziget worden / rc. und Ich soll dem Wollust pflegen/ meinen bösen Begirden abwarten/einen Überfluß inSpeißundLranck suchen/ bey diser oder jener Gelegenheit meinen HCrren und GOtt be- leydigen/ rc. rc. Ach mein wLsccvL r es wird ja nicht wohl geschehen können/daß du sündigen/und GL)tt beleydigen werdest/ wann du in deinem Thun und Lassen mit Maria/und di- fem Herligen Vatter das Leyden deines liebsten Gesponscn wirst vor Augen haben» (r) ktäl.zy. V. iS» Der andere Punct. HAmit wir zu einem Kindlichen Mitleyden bewegt wurden/pflegt die Heilige Katholische Kirch das verwandte Hertz unser allerseeligisten betrübten Mutter Maria mit/, schmertz- hafften Schwerdtcrn vorzustellen. Und durch das Erste Schwerdt zwar/will Sie/daß wir uns sollen erinneren deß Schmertzens/ den Maria empfunden/ als Jhro Simeon ge- weissaget: (a) Durch dein selbst- eigne See! wird ein Schwerdt durchgehen. Durch das Andere/ der eylfertigen / und nächtlicher Weil fürgenommenen Flucht in das wilde Cgypten. Durch das Dritte / weil Sie den verlohrnen Sohn in dem zwölssten Jahr s g r> d t! a F e> s< r cl r c d 8 o d r s r eit >e- >z- hl r- in i- st t- - - - r r ! Von der Schmertzhafften Mutter Gottes Mana. 317 seines Alters mit Schmertzen gesucht. Durch das vierdte Schwerdt sollen wir uns erinneren der Gegenkuufft der Mutter/ da Ihr Sohn das Areütz getragen/und zur Schädelstatt ist außgeführt worden. Durch das FttnKe/wieSie unter demKreütz gestanden/allda das Jungfraw- liche Hertz vilfälttge Schinertzen empfunden/theils auß demAn- schawen/theils auß dem Anhören/ fürnemblich der Hertz-brechenden Worten JESU: (b) U)eib sihe / das ist dein Sohn. Durch das Sechste / Wie Maria die Mutter ihren Sohn von dem Areütz herab in Ihre Schooß aufgenomen/seine Heilige Wunden betrachtet/ und Ihren todten JCsum beweynet. Durch das Gibende/ wie Sie Ihren Gehn begraben / und wie Sle küffzend und weynend von seinem Grab hinweg gangen/und biß zu seiner Ausserstehung in Tröster Trawrigkcit verharret. Erstlich/ mein vLMLscena! Kimme ein Schwerdt nach dem anderen/verwandte darmit dein hartes Hertz/und trage mit dei- ker höchst-betrübtcn Mutter ein Endliches Mttlcyden. Es seynd »War yp(h pjz andere Schmertzen / mit welchen das Jung- frawliche Hertz Marüc gequälet/ und den Tag Ihres Lebens sehr gepeyniget worden / aber dise Den Schmertzen/und peynliche Geheimbnussen seynd fürnemb- lich/welche fromme Seelen ihnen meistens zu Gemüth geführt/ von dem Pabstlichen Stuhl vil- mahlen mit grossen Gnaden/und Jndulgentzen begäbet / und von GOtt mit grossen Wunderwerken bestattiget sind worden. Betrachte hiemit auch du / mein OrmLlccnL! täglich disescbmertz- haffte Geheimbnussen; gedencke/ wie grosses Mitleyden Maria die allerseeligiste Jungfraw mit Ihrem leydcnten Sohn getragen habe / so zweifle ich nicht/ wann du je Mariam lieb hast/ daß du nicht auch zu einem hertz- lichen Mitleyden werdest bewöget werden. Zum Anderen / gedencke/ wie Christus der HErr Maria seiner Mutter versprochen/ einem jedem drey sonderbahre Gnaden zu geben/welcher dise 7. schmertz- haffte Geheimbnussen betrachten/und deßwegen ein hertzliches Mitleyden mit Jhro haben wurde; deren die Erste ist/ daß wer seine Mutter durch oban- Rrz gesetzte Ps Betrachtung esetzte Schmertzen anrüsten und itten werde/ selbiger ehe dann Er von dtsem Leben abscheide/ wahre Rew und Leyd über seine begangene Sünden vom Himel erlangen und haben solle. Die Andere jst/daß Er sechsten Ihme beystehn / und sonderlich in seinem TodtbeLH helffen und schützen/auch in desselben Hertz ferne Schmertzen undPeyn eindrucken/ alles was Er seinetwegen leyden/reichlich und überflüßig belohnen / und ersetzen wölle. Die Dritte und letzte ist/daß Er hiemit seiner Mutter das Recht und Gewalt gebe / für solche an- und zu erhalten/was Sie immer wünschen und begehren möge. Hoffentlich wirst du / meines, mrlcenr ! für deiner Seelen Heyl so sorgfältig seyn / daß du dise Andacht nicht wirst ausser Acht/ noch dahinden lassen/auf welche so grosse Gnaden/und ein sichere Seeligkeit erfolget. Betrachte / und erinnere dich noch über das/bißwetlen anderer grossen Schmertzen / und Lrawrigketten / welche Maria erlidten hat/ ErMch/ da der Heilige Joseph Sie zu verlassen gedacht. Zum Andcrcn/daß Sie zu Bethlehem von manniglichen verflossen / in einem stinckendett Stall den Ewigen Sohn Gattes hatgebähren müssen. Drittens/ da'Christus ICsus be- schnitten/ sein erstes Bluet vergossen. vierdrens/ daß wegen Ihres liebsten Kinds von dem Herodes so vil tausend unschuldige Kinder getödt/ und ihre Eltern betrübt sind worden. Fkmss rens/ da Sie auß Egypten zurück kommen/sich hatförchten müssen für Hrckcisu, dem Sohn Hero- dis. Gcchstens / da Sre Ihren Heiligisten Sohn biß zur Zeit seines Leydens vilfältig hat gesehen und gehört von denHochett Priestern/Pharisäern/und anderen undanckbahren Juden und Heyden verfolget/und verspottet werden. Sibendcns/ da Sie von Ihrem liebsten Sohn den Abschied genommen / als Er ist Hingängen für uns zu leyden- Achtens / da Sie die trawrige Bottschasst bekommen / daß Judas Ihren Sohn verrathen/ würcklich gefangen/ und in den Handen seiner ärgsten Feinden grausamblich gehalten werde. Nckrndtcns / da Sie Ihnne E sehen / oder wenigist gehört aufs grausamiste geißlen / und gantz übel zugericht dem Volck vor, stellen- f § c r « c e 2 ! * r r l i « l ! ! l 1 Von der Schmertzhafften Mutter Gottes Man«, grell »t- it» »e- r- m m >l- -l- ck :tt ! o- ! !tt tt e- n r- d ^ t- i te ^ tt I f ! »' i r- / - tt tt Allen. Zehendcns/ da Sie gehört/ daß alles Volck geschruen: ^ruciÜAc, LruciüZe » NMN solle Jhnne creützigm / von Pilato ven Sententz / und Urtheil deß schmählichen Aodts über Zhne ^sprechen/einen Mörder Hin- Segen loß lassen / rc. Eitsseens/ als Er endlich von Jhro den Abschied genommen/und in den Himmel gefahren. Zwölftens/ da Sie gesehen/wie nach feiner Himmelfahrt seine Jünger/und Ueüw-aufgerichte Kirchen hälftig verfolget werde. Drexze- hendes / da Sie die meiste Zeit Ihres Lebens die Heilige Oehr- ker besucht/allwo Lhrrstus IE- fusfür dasHeylder Menschen tzen sind erneüwert worden. tNcin vLMLsccnL ! Disö/ Mtd hoch vil andere Schmertzen Ma- ^ der aüerseeügtstm Iung- Uawen / stelle dir auch offr vor Augen/und laste dir nicht sihwär mllen/umb dir Liebe Khristi IE- lu / mch feiner Heiligen Mutter ^llen etwas zrr leydm; dann djsem deinem weiügem Ley- / wann du dich wirst therl- M-g machen der Schmertzen Christi/ und feiner Heiligisten Mutter/so wW du Ihrer Fremden auch einmahl theilhafftig werden. So wir mit Ihme lcy^ den / sirgt Paulus/ (c) so werde» wir auch mit Ihme herrschen. (s) L^ucae r. v.; s. s b ) lorn. i,. v.rL. (c) ».Dmork. r.v. rr. Der dritte Punct. c^Etrachte/daß die Schmertzen Marir/insonderheit die Sie mben dem KreützIEsir stehend hat außgestanden / so groß seyen gewesen/ daß Sie unbegreiflich weder mit Worten/noch mit der Feder fattsamb können an Tag gegeben werden. Der Heilige ttieronymui ist der Meynung/ daß so vil Wunden in dem Heiligen Leib Ihres Sohns gewesen/ so vil habe auch das Hertz der Mutter empfangen. Die Nagel / so den Leib Khrtsti an das L^reütz gehafftet/haben auch das Hertz Mari- getroffen; Nicht einen Streich habe der Leib Khristi empfangen/ der nicht euren Widerhall in dem Hertzen der Mutter gegeben. Darumb sagt der Heilige Paulmus / daß Khristi/ und Maria/ deß Sohns/ und der Mutter/ ein/ und gleicher Schmertzen seye gewesen; der Sohn seye an dem ALS Betrachtung dem Leib/und die Mutter an der Seelen gemartert worden. Hie- mit nach Meynung deß Heiligen änlelmi, alles/ was immer von Tyranney den Leibern der Märtyrer angethan / und bewisen worden/alles dises gering/und vilmehr gar nichts gegen deme gewesen seye/ was Maria unter dem Kreütz stehend außgestan- dM/UNd gelidtM. Ja / Uernrr- kiinur von Senis wtll/dast/da- fern solche Schmerlen in die Kreaturen/ so leydenköndten/ wären außgetheilt worden / alle sambtlich/ und plötzlich hätten mästen »zu Grund gehen. Es wäre auch Maria sechsten unter dem Lreütz gestorben/wann Sie von dem Heiligen Geist nicht wäre geftärckt worden; dessen ist die Haupt-Ursach die Liebe/ welche ein Maaß der Schmertzen deß Geliebden. Weilen dann Maria Christum unvergleichlich mehr hat geliebt als alle Kreaturen im Himmel/und auf Erden / so hat auch kein Kreatur auf Erden in dem Ley- oen Khristi grössers Mitleyden/ und grösseren Schmertzen empfunden/als Maria. Mem ! So stelle auch du dir nicht allein offt vor Augen die grosse Schmertzen/ welche Khristus gelidten / und trage als wie Maria mitIhme ein Schmertzhasstes Mitleyden/ sonder führe auch offt zu Hertzett hie unaussprechliche Schmer/ tzen / welche Maria dein liebste Mutter wegen Ihres leydenteri Sohns / sonderlich bey dem Areütz stehend empfunden/und trag ein Kindliches Mitleyden mit Ihro / damit du durch Sie die obgcdachte drey grosse Gna/ den/und andere Gutthaten von (AOtt auch erlangen mögest. Bist du bißhero saumseelig ge/ Wesen / last dirs hertzltch teyd seyn/ und erinnere dich täglich derselbigen/ aufs wenigist etm mahl am Morgen / zu Mittag/ z oder auf die Nacht/ mit drei) ' Heiligen Ave Maria; dann hat ! Khristus selbst mit seiner liebelt Mutter ein solches Mitleyden aetragen/daß obwohlen Cr/nach Zeügnuß deß Heil. Bernhardi/ > vil grosse / und unbegreifliche Schmertzen in dem Blutigen ! Schwitzen / vor Gericht / in der Getßlung/ Krönung/ und KE tzigunggelioten/habeJhmedoch > das Mitleyden seiner Mutter/ welches Er mit Jhro getragen/ alle dise seine Schmertzen sth^ v ß li s. s> iZ n t l. s r l !tt/ nd !ne !tt/ ett ste! ett ntt ett a- )tt st. tt- Z/ - rt > il i tt ! H ! t/ > >e tt !k ^ i- h ! / / k Von dem Heiligen Francisco von Paula. zri vermehrt/ und das auch mei- gröste Schuldigkeit/daß du das stens / wegen der gegen seiner veinige auch thuest. Wie lieb liebsten Mutter tragenden groß- und angenehm aber Mari-: dise sen Liebe. Und sind über das/ Andacht seye/ zeügen die grosse sonderlich jetziger Zeit / so vil Gnaden/welche Sie Ihren Lieb- GOtt-liebende Seelen/ welche Haberen osst und vil erzeigt/und mit Maria der betrübten Mut- du in deinem Todtbethletn auch ter täglich ein hertzliches Mit- erfahren wirst. leyden tragen/ unterschiedliche --- gute Wem Ihw zu Ehren ver- IW. Diß Fest wird gehalten an richten / UNd darmit ihre Kind- dem Freytag vor dem Paßion- liche Liebe bezeügen; so ist ja die Sonnrag in der Fasten. " Bettachtung Auf das Fest deß Hell. Franclsct von Paula. Der erste Punct. HIe Stadt Paula/ in der Land- chen zu Paula/ und richtet einen schafft Kalabrien / stellet uns neüwen Heil. Orden auf. Franciscum einenTugend-Spie- Betrachte / mein vamascenr ! gel vor Augen/ denne seine un- daß gute und nützliche Ding oh- ftuchtbare Elteren mit vilem ne Mühe und Arbeit von Gott Gebett der gantzenWeltzu Gu- nicht erlangt werden. Die El- iem von Gott erlangt. In dem teren dises Heiligen Kinds / ob- oreyzehenden Jahr begibt Er wvhlen Sie armb gewesen/haben sich schon in die Einöde/und lebte doch ohne die Merck der Barm- Cnglisch; weil aber das Volck hertziakeit/ohne Fasten und Beilegen seiner Heiligkeit Jhme ten/selbiges von Gott nicht er- lehr überlastig wäre/und immer halten. Es hat auch Annam/ Hülff suchte/verlast Er die Ein- und noch vil andere vil Zäher vbe wiederumb/ bawete ein Kir- gekostet / biß Ste von Jhme ein Ss erwünsch- Z2s Betrachtung erwünschte Leibs-Frucht erlaubet» Mein vamsscenLWir begehren freylich alle armb/demüthlg/ keusch/ und gehorsamb in den Himmel zu gehen/aber wir wollen kein Muhe und Arbeit anspannen/ und den lieben GOtt nicht mit Eyffer und Andacht darumb bitten» Halte für gewiß / daß auch du ohne Buß- werck kein rechtschaffne Lugend werdest erlangen. Erinnere dich ein wenig/ wie du dich bißhero umb die Lugend habest beworben? Betrachte/ wie Franciscus sich zum Geistlichen Gebaw seines Heiligen Ordens sechs gantzer Jahr durch die Einsambkeit/ state Betrachtung Himmlischer Dingen/und durch strenge Buß- werck habe bereitet. Erforsche dich/ wie du deinen Stand habest angetretten ? vil bilden Ihnen ein / daß Sie vor dem Eingang deß Heil. Ordens allerhand Ergötzlichkeiten müssen anstellen/ da Sie doch selbigen wohl anzufangen / und in selbigem einen Fortgang zu machen/ sich mit vilen Lugenden und Bußwercken darzu rüsten sotten / und gedencken/ daß Sie der Wett abgestorben / in der Einsambkeit/ und in dem Verborgnen wöllen leben/und Gott dem HErrn nach Ihrem Stand biß an das End dienen. Wann du/ mein väm-lccnL! vtlleicht harte Anstoß leydest/ gedeucke/ was dessen Ursach möchte seyn/ ob du nicht daran selbst die meiste Ursach seyest? Betrachte/ Franciscus habe so I streng gelebt/ daß Er stats/ auch durch Schnee/Eyß/ und Dörner barfuß gangen/ erst zu der Sonnen Untergang ein wenig Brodt und Master genossen/ auf der harten Erden geschlaffen/ alle ^ Nacht sich gegeißlet / und mit einem rauchen Wollenem Rock sich bekleydet; Und damit auch feine Untergebne in stater Büß und Pöniteutz lebten/ habe Er verordnet/ daß Sie sich mit einem Gelübd sollen verbinden/ aussert schwarerÄranckheit/kein . Fleisch zu essen» Mein vamascen,! Erforsch* dich/ob du Nicht gantz heikel mit dir stlbst umbgehest/ und deinem Leib alle Komblichkeiten verschaffest? Ob du nicht murrest/ wann dir etwas abgehet / oder wann du nicht alle Ding so gnet/ oder besser hast/als andere / mit denen 2 e- tt d n >t r/ k/ -e d ! h k- 't r ^ r - / r ^ e t r - / « / t k Von dem Heiligen Franeisco von Paula. zrz denen du lebst ? Mache nur oben hin einen Gedancken/wie du dich inSpeißundTranck verhaltest/ ob du nicht aussert der Mahlzeit Zu Zeiten essest und trinclest? ob bu dir nicht einbildest/du wurdest erkrancken/ wann du einen einzigen Tag in Wasser und Brodt müßtest fasten/ oder ein einzige Nacht auf harter Erden schlaffen/und etwan einen ganzen Tag ein rauchesKleyd/oder Silicium tragen/und mit solchem du mit hertzlicher Demuth und ' reinem Hertzen begabt/vonIh/ I me etwas begehren/und vertan- z gen wirst. Erinnere dich / in i was für einem Stand du biß/ hero habest gelebt / und wie lieb und angenehm du Gott und sei/ nen Englen gewesen seyest? Betrachte/ daß weilen dem Heiligen Francifco ein Engel die Liebe auf einem güldenen - Schild unter den Feüer-Flaiüett ! geschrieben von dem Himmel herunter gebracht/habe auchMe Liebe GOttes und deß Nach/ stens/ nicht nur als ein Merck/ Zeichen ri l c L L c r i l i r i c l < i i en n- ch n/ er rs st er u- st ch ch er tz ltt -d i- ri b i- tt lt ll l e Von dem Heiligen Franctsco von Paula. zrz Zeichen seines Ordens wöllen dabew sonder auch über das seinen Geistlichen Kmdern befohlen/ daß Sie alle Ihre Gedanken/ Wort und Werck in diser Heiligtsten Liebe sotten gründen : All Euer Thun lind Lassen Leschehe in der Liebe - (b) Da- hero/was zu thun ware/habe Er gepflegt zu sagen: Lasset uns auß ber Liebe gehn/auß Liebe diß oder Unes thucu/rc. . In discr Liebe gedencke / daß der demüthige Francifcus also habe zugenvlnmen/daß Er dar- At den Nächsten zu allerhand Tugenden hab angezündt/ vor Hltz und Innbrunst diser Liebe blossen Füssen ohne Schaden Al Sch.iee herumb gangerl/ohne Feuer Bohnen gekochet / Lampen ohne Liecht angezündet/ Feuer auf blossen Handen geigen/ lebendige Kohlen nnt Füssen getretten/ in einen feurigen Kalch-Ofen hinein/und wre- oer hinausi gangen / und diß al- jes ohne Schaden / weil das göttliche Feüer innerlich häffti- ge^als äusserlich dasMateria- Me gebrunnen/auß deme leicht- N abzunehmen/wie häfftig seine gegen Gott müsse gewesen Auß disem sihest du/ daß je demühiger/ und je mehr der Mensch seinen bösen Begierlicl>- keiten abgestorben ist/ je fähiger mache Er sich der Liebe Gottes. Francifcus wäre nicht hoch ge- studtert/aber der Demüthrgiste und Bueßfertigifte/ darumb habe Ihm GOtt auch mehr Liebe als anderen mitgetheilt. Und wie ist dein Liebe beschaffen? villeicht bist du gantz erkaltet/ und ist geringe Liebe in dir. Die geringe Vorbereitung zur Heil. Beicht und Kommunion/ die Lawigkeit in dem Gebett und Betrachtung/der Unwillen und Verdruß in den täglichen Übungen/ die wenige Abtödtung böser Begierden / die Hochschätzung semer selbsten/und die UngedulL umb GOttes willen etwas zu leyden/ werden gnugsame Zeüg- nuß geben/wie du beschaffen bist. Ach mein vLMLiccns» bitte mit zerknirschtem demüthtgem Her- tzen eyfferigist disen grossen Heil. Liebhaber/daß Er dir einen wahren Funcken der Liebe GOttes wolle von GOtt erhalten/ und erlangen/ welcher den Unflath deiner vtlfältigen Fähler verzehre/ und dich in einem recht Ss z Hei- Zr§ Betrachtung Heilig-liebenben Menschen verwandle. (s) Lccl.iK.v.rz. (b) l. Oor.l^.v.14, Der dritte Punct. gAEtt achte / daß neben unaus- sprechllch vilandemr Gaben und Gnaden Gottes/Franciscus insonderheit mit der Großmüthigkeit / mich grosser Fürsten und Herren Sünd und Laster zu straffen / seye begabt gewesen. Den König Ferdinand zu Neapel/ habe Er ernstlich ermähnet/ egen die Unterthanen barm- ertziger zu seyn; da Er aber unschuldig/ und Jhrren bißhero nicht unrecht gethan zu haben vermeynte/ begehrt der Heilige Mann vom König ernen Pfennig/ und bricht ihne entzwei-/ auß dem Mit Bluet geflossen/ sagt Er/ daß es der Schweiß und das Bluet der armen Unterthanen seye/durch rvelchesWun- der der König bekehrt/und ernstlich Bueß gethan. Mein OLMLscenä! Trage ein hertzliches Mitleyden mit vilen armen Unterthanen/und bitt für selbige / damit Sie Ihre Be- schwahrnussen Zu Nutz Ihrer Seelen Heyl mit Gcdult mögen übertragen; Grosse Fürsten und Herren aber/ nach dem Exempel ' AerdinaM deß Königs/sich beft » ftren / und mit diser armen Um terthanen Schweiß und Bluet l Ihnen selbst die Höll nicht evr- L kauffen / welches leyder! sonder- r lrch jetziger Zeit / vilfaltig ge- schicht. l Wann es dein Stand erfor- dert/seye großmüthig in Abstraft ? fung der Sünden deines Nächstens/ gib aber Achtung/daß du ! die Schmucken der Bescheiden- l heit nicht überschreitest/ und dir > nicht könne vorgeworffen wer- ! den: Artzt hilft' dir selbst, (r) Erforsche dich/ wie du dich in ' eurem oder anderem habest ver- , > halten/und was du ins künfftig j thuen wöllest ? Und bist du an- ^ deren unterworffen/ entschlösse ! ! dich / ins künfftig nicht mehr zu ! murren / wann rnandtch bestraft > fet / sonder mit Gedult / und de- > müthiger Großmüthigkeit Z" leyden / und dir darmit irn Him- ! rnel einen grossen Schatz zu samten. Betrachte/ wie GDtt der HErr den demüthigen/und gantz eyfferigen Francifcum biß in seM letztes Crrd mit so vil Wunder- Wercken hab begabt/ daß Er eM Brunm »est tn- let vier- p >r- lft h- Dir n- >ir r- .) in r- -g lk- ft u ft e- rr !- l- Von dem Heiligen Francisco von Paula. Z27 Bnmnquell derselbigen hab kettln genennet werden/ Massen Cr M drey Tagen allein dreyhun- vert herrliche Wunder-Werck geübt/und mit Feuer / Wasser/ und anderen Geschöpften Got- As gehandlet/ und gethan/ was Er gleichstund wolle. . Endlich/ da Crem und neun- W Jahr alt / vernommen / daß sein Sterbstündlem vorhanden/ habe Er am Hohen Donnerstag ln der Krrchen die Heilige Lom- Uiunion elupfangen / die Seini- gen zur Demuth/ Brüderlichen JeHellige6rav»rk-vonbl-li- Maulraschen die Heilige Me§ ^rcera, siben Metl von Pariß anzuhören verbotten; aber nach gelegen / ist in Ihrer Kindheit zwey Jahren ist Sie durch das mit Ihren Elteren / und vilem von Ihrer Tochter gesegnete anderem Volck dem Heil. /U- Wasser/und Heil. Areütz wie^ riliocjorcnlischen Vischoffen 6er - derumb sehend worden, rnsno. als Er in Engelland die Betrachte/ wie Gott der HEt! Pelagianeraußzureütengereißt/ den meisten grossen Heiligen/ entgegen gangen/ bey dem Sie gleich in Ihrer Kindheit solche sich mit grosser Vernunfft ent- Gnaden ertheile/darab sich nach- schlössen / Geistlich zu werden; mahlen die gantze Welt verwun- über welches der g)eil. Bischoss dern müsse; wie zu lesen von sich verwundert/ Ihro einen von Ioanne dein Tausser / Nicolao/ dem Himmel geschickten/und mit Benedicto / Francisco / Gertrud einem i^reütz gezeichneten Pfen-- de/Mechtilde/Theresia/rc. nig verehrt/ als ein Pfand/ dar-- Zum 'Andern/ gedencke/wie bist durch sich stats Ihres Vorha- Heiligin die empfangene Gn^ bens zu erinneren/und aller Ey- den so wohl und nützlich habt telkeit sich zu entschlagen. In gebraucht. Oenoves-. obwohl Ihrer Jugend / als Sie die len Sie zum verächtlichen HA Schaflein mit grossem Nutzen temAmbt verordnet/hat danow Ihrer Seelen hütete/ ist eins-- Ihren grösten Seelen-NutzA mahls Ihre Mutter an einem darauß geschöpffet/ ungeachtet Feyertag gähling erblindet/weil auch der Mütterlichen Ungnad/ Sie Ihrer Tochter mit einer hat Siedannoch erkennt/ daß met)k o >> v d t s s t ! Von der Heiligen Jungfralven 6eaovek. Z29 eß ch rs :te te- 'rr li/ he )li 0/ -ft a- be h' r/ ch et V >k "lehr GOtt/als den Menschen gehorsamen/welches Er mit ktnenr so Handgrefflichen Mirm etil bestattiget. . Daß drl/mcin VamLscena ! nicht Ur einem vollkomnerem Stand/ Äaube sicherlich/daß es kein am oere Ursach/als weil du in deiner Jugend die Gnaden Gottes dir nicht recht hast zu Nutz gemacht/ dieselben verliedert/und auß Am trieb böser Natur/ oder auß Respect anderer Kreaturen den GöttlichenEitrsprechungen nicht bist nachkommen. Zinn Dritten/ daß du nicht zlssrieden mit deinem Stand/ selbigen dir nicht zu Nutzen machest / und dir allzeit euibildest/daß wann du biß oder leries Ambt (wie etwan andere/) töntest verrichten/ »md an disem bder jenem Orth solche und sol- che Gelegenheit hattest Gott zu dienen/ daß du vil vollkomner göltest leben/ aber vergebens; dann wann dir es der Gehör- Mb befilcht / kanst du in der Kachel bey dem Spiel-Wasser/ N Hafen undPfannen/in dem harten bey dem Jatten/in der gruben bey dem Würcken und ^Pinnen so from und heilig wer- ?m/als wann du stats imKhor dem Singen/und in deiner Kellen dem Gebett und der Betrachtung wurdest abwarten. Zu dessen Beweißthumb stelle dir vor Augen LsroloinLnnum, der ein Fürst in Thüringen / und /Vutt^en/ Kayser Karls deß Grossen/Vatters Bruder/ ein Schröcken seiner Feinden gewesen. Diser macht sich einsmahl heimblich darvon/ kombt garrtz unbekandter auf den Berg o». l>n > und erlangt von dem Heil. Abbt i?cri-on2x den Orden deß Heiligen keneäiAj. Was ver- meynst du/meinvLmrsccnL! wie man mit disem grossen Herren seyeumbgangen? Seinen Geist zu prodirm/ hat Er die Stell eines Kuchel-Bubens müssen vertretten / allda Er von einem groben und strengenKoch so hart ist gehalten worden/ daß Er von ihme nicht allein grobeSchmach- Wort/sonder auch harte Maultaschen empfangen ; und weil Er auf solche Unbilden nichts anders antwortete/ als verzeihe dirs GOtt/ und Lsrolomannu;» diß aber der Koch nicht verstünde/ist sein Hohe Persohn eins- mahls von einem seiner gewehten Hof-Herren verrathen worden. Nach disem wird man Ihnne ja ohne Zweissel in grossen Lt Ehren zzo Bettachtung Ehren gehalten/ und vil besser als zuvor/ geehrt habend Auß der Kuchel hat Ihnne zwar der Abbt wider seinen Willen her- auß genommen/aber dessetwegen in feinen Gaffel gesetzt/ sonder hat Jhme die Sorg über die Schaaf anbefohlen / für die Er Leib und Leben dargesetzt/und so eines erkrancket/aufseine Schultern genommen/von Ihnen mit Gedult allen Unrath und Ge- stanck erlidten; Und ist diser grosse Fürst durch solche demüthige und verächtliche Tugend- werck so hoch gestigen/daß Ihnne Gott nach seinem Todt herrlich und Glorwürdig gemacht. (-) Ach meinvLMLsccnL! wann man bey diser Zeit auch nur mit gemeinen Leüthen also umbgehen folte/wievil Kurrens und Murrens/und wie vil andere Unge- legenheiten wurde es abgebend aber eben deßwegen gibts so wenig Heilige. Muß nicht auch dein Oberkeitganß heikel mit dir umbgehen d Was wirst du der- mahteinist vor GOtt als dem strengen Richter hierauff jagen oder antworten können d mache deine Gedancken und hertzliche Rew und Leyd darüber / und seüffze/rc. /s) Lucelinu,,SLLlH. Der andere Punct. If-Ach Absterben Ihrer Clttrn/ verlobt Ocnovct» im vierze- henden Jahr Ihres Alters/ Gott die ewige Keuschheit/ eM- pfangt von VUiicoBlschoffenztl Charter das Geistliche Haupts Tuch / und reiset mit Ihrer Geistlichen Mutter nacher Pa- riß / zu welcher Zeit Sie Gicht- brüchig worden/ vil und grosse Schmertzen erlidten / also daß Sie drey gantzer Tag halb todt gelegen/aber mit Ihrem grossen Nutzen; dann Gott Jhro grosse Ding zur selbigen Feit grossen- bahret / und gleich wiederum!) gesundgemacht. Bald darauf wäre Sie als ein Gleißnerin/ und Zauberin/von etwelchen zu Pariß versteiniget/odcr imWas- jer vertranckt worden/wan Sie von obgedachtem Heil. Lci-mano nicht wäre verthadiget worden. Biß in das fünsszigiste Jahr Ihres Lebens / pflegte Sie ne- benst anderen Ihren Bußwer- cken/ in der Wochen nur zwey- mal/am Soütag undDonerstag ein wenig Gersten-Brodt und Bohnen - Muß zu essen ; Die übrige Zeit aber Ihres Lebens/ wurde Sie von etlichen BiE Von dek Heiligen Iungstawm Oenorek». zzi n/ ;e- s/ !ip zu >l- -er >a- sse rß dt en ist n- ib uf >i/ lst ie >0 1. st e- k- s re ;/ f' n km dahin gehalten/daß Sie ein wenig Fisch und Milch mufte Ten/ Fleisch oder Wein/Hat Sie Kar niemahlen genossen; Mit solchen Tilgenden begabt/iftSie Einer grossen Zahl Zungfrawen und Wittfrawen/als eine Geist- Uche Mutter vorgesetzt worden. Erstlich betrachte/wie rein eine See! müsse seyn / biß Sie mög Würdig werden / die verborgene Gehejmbnussen G-Otteö zu empfangen / und selbige zu verstehen. Ocnovcür Ware ein keusches Aungfrawlein / erlangt durch Verlobung Ihrer Iungfraw- Mafft das Geistliche rer/ oder jn her Welt in dem Iungfräwlichen Stand leben; Dahingegen gewiß/daß GOtt ein vil vollkomners Hertz will haben/ und zu Zeiten seine Gaben niemand thut mittheilen/als einer mit vil Kreütz Jhro selbst gantz abgestorbenen Seel; Zu deme du dich aber gar mcht hast tauglich gemacht/ sonder noch vtlleicht hast dörffen ungedultig iverden/ wanll dir etwas Wide- riges ist begegnet/als thäte dir zuvil geschehen. Erforsche dich/ mein DämalcenL! ob dich GOtt nicht durch ^reütz/undKranck- heit habe wollen tauglich machen / mehrere Gnaden zu empfangen/die du mit gar zu grosser Sorgfalt geflohen 2 Db du nicht gantz unordenlich habest alle Mittel angespannet gesund zu werden? L)b du villeicht nicht seyest zornig worden/ wan man dir nicht alle erdenckliche Artzney-Mittel hat erfolgen las- seri? da du doch/ was die Ge- meilid insgemein braucht / dich mit demselben hättest vergnügen sollen. Ist das nicht wollen dem Leib nach / ewig leben/ der Seel nach aber zeitlich sterben? Was ist das anders/als sich befürchten zu sterben/ weil man übel gelebt; Fromme / Heilige Lt r Auch V2 Betrachtung Leüch haben sich erfreüwet zu sterben/damit Sie mochte»! ewig lebey. ?u,n Anderen betrachte/ wie grosse Sorg G-Ott für die -Seinigen trage/wann Sie von der Welt verfolgt werden/ wie erfahren 6cnovclL als Sie für ein so schlimmes Weib außge- ruffen worden; mit Ihro Habens auch vil taufend andere erfahren: Ich/sagtDavtd 0) in seiner Verfolgung/ hab den Gerechten noch mcniahl verlassen gesehen/ rmd du wirst gleich so klemmn- thig/als müßtest du zu Grund gehen. Trage mein vrmLlccnL! Gedult in deiner Verfolgung/ Gt -e r ß und auf Ihr Begehren denen Zum Todt Verdambten das Leben geschenckt. In einer schwa- tenHungers-Noth hat Sie für vie Arme Brodt gebettlet/ denelt Zum Trost Sie einsmahlS mtt ttlff Schissen arrkommen. Sie hat selbst das Brodt gebachen/ und Wunderthatig vermehrt^ Ist noch heutiges Tags wunderlich / zur Zeit/ wann gar zu grosse Durre/oder zu vil Regen/ nrdeme durch Ihre Fürbitt ben- den Üblen abgeholffen wirb. stirbt rnr Jahr nach Mrtsti Geburth 499. Ihres Alters int Uchtzigisten. . Thuest du dich nicht verwundern über dise grosse Heiligkeit/ UndMiraculdrftrHciligin^ ES lHeint Gott hab Jhro die Gnad UM nur eines / sonder viler heiligen mitgetheilt/ daß / waS du bey vilen suchest/ bey Ihr- «»M könnest finden. Trage also / mein vrmLsccn»; ein grosse Liebe zu diser Heiligin/ sonderlich / wann du etwa» vex- schimpfft/ oder verachtet/ oder an Ehr/ und guten Nahmen angegriffen wirst; ruff Sie mnb kräfftige Fürbitt an/und zweifle nicht/daß Sie dir bey Gott nicht dir erwünschte Gnad werde ev- halten/sonderlich/tvann du Ihr- zu Ehren öffters ein bloriUrcr- uon verrichten wirst. Sag heüt aber der Hochhei- tigisten DreyfMgkeit Dauck/ fiir alle und jede diser Heiligen Jungftawen erzeigte und mitgetheilte Gaben und Gnaden. Und derselbigen damit du auch mögest theilhasstig werden/ erwecke in dir ein grosse Begierd/ von Hertzen zu besseren/ was GOtt mißfällig/ und alles zu thuen/was du erlerntest und findest/ G-Ott lich und angenehm zu seyn. - t e ^ / - > / » r Tt; Be- Betrachtung K4 t Betrachtung Auf -a6 Fest des; Heil. l66on. Btschoffen zu SLVlliL in Hispamen. t r !, s f Der erste Punct. AEr Heilige 16 eloruz Btschoff ZU 8LvitlL m Hispamen / ist auß Königlichem Geblüth gebohren/ und hat sich schon in der Wiegen auf seine Zung ein Imben- Schwarm nider gelassen / der ohrre Zweiffel sein künsstig Ho- nig-fliessendeWohlredenheit und grosse Geschicklichkeit vorbedeü- tet. Betrachte / daß gleichwie in dem Heiligen ümdrolio, und klaronc in Ihrer Kindheit der Jmben-Scbwarm große künfftt- ge Weißheit vorbedenket / mit dero ^mbro6u8 in der Kirchen GOttes vil Gutes aewürcket/ und plärr» ein Fürst der Welt- Weisen ist worden/also seyeauch I6äorur ein Hammer der Ketzer/ ein Lehrer der Kirchen / und ein Meister Klösterlicher Vollkommenheit worden. Mein Oamslccna! Hast du M deiner Jugend wegen difer oder jener Tligend ein Probstuck gethan / und hat man etwa» auß deinem Kindischen Thuen und Lassen geschlossen/du werdest zu seiner Zeit vil Gutes würcken; Erforsche dich/ob dein Leben und Wandel mit solchem gefaßtes Wohn überetns stimme? Ist es nicht geschehen/laß dirs HE lich leyd seyn/ und diß umb so vil mehr / wann du schon von M gend auf zu dtsem oder jenen» Laster geneigt/ solches durch die Übung der Tugend bißhero nicht sottest außgereutet haben. In seiner Jugend wurde der fromme Jüngling in dem ZM ltensischen Benedictiner-Kloster unter die Zucht seiner zweyen alteren Brüderen i-canän und kuiZcnrii, in der Tugend / und allerhand Wissenschafften also embsig auferzogen/ daß Er bald die Benediktiner-Kutten mE zogen/ und schon / als noch eu» aber nicht ohne Lerb-uudLeöE Von dem Heiligen Bischofs I6äon. SS >ß !d u l; -v st il u n ie st :k r- !k n d d 'o d n k/ Gefahr 6j5puriert/Steüberwun- den/und zu schänden gemacht. Erstlich / betrachte die wunderliche Anordnung G-Ottes in di» senr Heil. Knaben / Er achtete sich Anfangs also ungelehrsamb und untauglich zum Studieren/ daß Er sich entschlossen/ selbiges an den Nagel zu hencken; da Er aber einsmahl betrachtete / und sahe / daß auch der harte Markstein dem össters fallenden Tropffen muß weichen/und durch harte Mühe und Arbeit alles zu überwinden/hat Er auf eln neüwes also embsig angefangn zu studieren/daß Er in Latei- usscher/ Griechischer / und Hebräischer Sprach / und anderen uatür-und Göttlichen Wissen- lchaUen mdlich also zugenommn/ daß zu seimr Zeit Ihme ?iner gleich gefunden ist worden/und Er feine Lehr-Meister wett übertreffen. ^ tNem l)am ^enr s Hast dtt N Nicht auch öffters verfahlet/ Wem Hz, das Hertz hast fallen Wen/und vermeynt unmöglich ""seyn/ diß oder jenes zu erlehr- »^dise oder jene Tugend zu er- Mgen/ und ftömmer und Hei- ^r zu werdm? Mein l>amrsce- ' wann du deiner Seits keine Mühe und Arbeit wirst spahren/ und mit Ernst von Gott etwas wirst begehren/ wird Ers dir auch geben / wann es zu seiner Ehr/ und deiner Seelen Heyl wird seyn. So fasse heüt einen neüwen Muth jenes zu erlangen/ was dich bißhero gedunckt unmöglich zu feyy. Zum Anderen betrachte/daß »b- wohlen diser junge fromme Benediktiner in der Gcschicklichkeit fürtrefflich gewesen / und di« Ketzer sehr zu schänden gemacht/ hab doch sein älterer Bruder Leander Bischosszu HrviiimIH- ne dahin vmnögt/daß Er seinen Eyffereingeschrancket/damit Er zu seiner Zeit mit mehreren Jahren/auch mit grösseren und mehreren Nutzen den Ketzerei: sich widersetzen/ nick für die gantze Kirchen Gottes arbeiten möchte. Mein Osmitscens .'Der Baum muß zu seiner Zeit Frucht bringen /also folt du dich auch ohne Befelch demerOberen/umb das Heyl deines Nächsten nicht an- mhmen/und in die frembde Geschafft dich nicht einmischen; und wann dir solches von deinen Oberen verbotten wird / gedeih eke nicht/ daß man dtt deßwegen nicht wohl geneigt seye; dann nicht zzs Betrachtung nicht aller Cysser/absoriderlich in jungen Leütyen/allzeit nach der rechtenVerMMfft und viscrcrioa gerichtet ist. Hast du dich in vifem etwan verfählt / lasse dirs hertzlich leydseyn/ und unter- rvirsse dich ins künfftig gantz einfältig dem Gutgeduncken deiner Oberen/so wirst du zu seiner Zeit vil Nutzen schassen. Der andere Punct. H>Achdem I6clori ältester Bru- ^ ^der Leander Bischoff zu 5^- vilir gestorben / ist Cr Jhme in dein Bißthumb nachzirfolgen gezwungen worden / in welcher Wmwe Er allen Standen mit grosser Fromkett/ und Geschick- lichkeit vorgeleüchtet. Gegen den Armen ist Er gantz freyge- big/gegen die Gottlose/und hartnäckige Ketzer gantz erschrecklich/und gegen die Frommen gantz liebreich/ gütig und barm- hertzig gewesen. tNcm vLw.alccnL ! Der Heilige Apostel Paulus sagt/, 0) daß ein Bischofs müsse unsträflich seyn / nüchter / vorsichtig / ehrbar/ züchtig / Gastfrey / gelehrt/ rc. So gedencke/daß solche Vollkomen- heit nicht nur von einem Bischoff/ sonder von einem jeden Oberen/ und Vorgesetzten erfordert werde; Wie Er über das gegen seine Untergebne/und gegen sich selbst müsse beschaffen seyn/ hast du das Exempel in dem Heiligen Il-cloro. So erforsche dich hiemit/ ob du nicht nach solchem Ambt habest ge- trachtet/darzu du dich in deinem Gewissen doch gantz untauglich erkennt / und ohne Gefahr der Seelen nicht hattest können annehmen. Wann du also ruhig wilst sterben/entschlage dich solcher Verrichtung/ und glaube für gewiß/daß wann du auch gezwungner arideren must vorstehen/ ohne Gefahr nicht werdest seyn; Eben so wenig hülffe / daß andere Untaugliche befürderet werden. Hast du dich aber tzl einem / oder anderem versündt- get/ lasse dirs hertzltch leyd sey"' Was llicloi-u, in seiner gend wider die Ketzer nicht dörss te thun / das hat Cr in seinem Bistthumb mit grossem NutzA der Kirchen GOttes verrichtet- indeme Er die äcepbzlllrL M Arrtaner durch fein allmögeM Zung und Feder eintweders ZN schänden gemacht/oder ZlrsVlm bekehrt / und die häßliche E deß Mahornets vertrieben. ^ h n r, n Z t v s> r e k ii r s ! i r c i ! Von dem Heiligen Bischofs l^oro. ZZ7 .Betrachte wohl/ob du Erstlich Staudmäßige Tugenden an dir habest? Ob du dich befleißest ttlit der Gnad GOttes nach oer- dem Stand zu arbeiten/und/ als ^te Iliäorur Nutzen zu schaffend Slkm Anderen/ ob du nicht tm Guten faul undträg/und mehr dich Und deine Leibs-Äomblichkeiten suchest/als die Ehr GOttes/und ver Seelen Heyl? Durchgehe ein wenig deine tägliche Merck/ lvie sie beschaffen/und ob du in ihnen wahrhafftig Gott suchest? Wicht findest du dich in vilem fahlbar. In dem Bifchthumb hat 16 äo- 'Ur den München-Stand nicht verlassen / sonder mit seinem kommen und Heiligen Wandel UMb vil vergrößert und vermeh- U/und nicht allein vil Klöster/ ^ersamlungen / und Schuhten Mgerichtet/in welchem der Heimse Benedictiner-Orden auß- Nbreitet/ und die Jugend in na- Ullichen und übernatürlichen Aissenschafften unterwisen/und Mehrt ist worden / sonder hat Mch für Sre die Regul deß Heiden Vatters Benedicti also Mgelegt/undmit schönen heyl- Men Satzungen versehen / wie vermeynt/ daß Sie in selbigen Landen zum nutzlichisten zu halten. Mein vLMLlcenL ! Die fromme Religiösen / wann Sie zu einer höcheren Würde befürdert sind worden/ haben Sie Ihre Regul und Ordens-Satzungen jederzeit fleijUgist gehalten. Ja man liset/ wann einer vor disem zur Bischöfflichen Dignttat erhebt/ noch kein Religiös gewesen/habe Er sich zum Heiligen Ordens- Stand verbunden/und zu noch grösserer Strengheit und Heiligkeit deß Lebens getrachtet; Und zu diser Zeit bilden Ihnen leyder etliche ein/daß wann Sie in einen höcheren Stand erhoben worden / zu keiner Regul mehr verbunden seyen / sonder nach Ihrer Äomblichkeit leben dürften wie Sie wöllen/und die Heilige Regul und Satzungen nur für dte Novttzen/ und einfältige ungestudterte Religiösen verordnet seye. Wie lebst du/ mein vamslcenL ! in deinem Stand? villeicht hast du nicht die jenige Fromm - und Heiligkeit / welche dein Heil. Regul und dein Beruf von dir erfordert. Mache einen ernstlichen Fürsatz frömer zu leben. (a) i. Hm.z. v.r. Uu Der BS Betrachtung Der dritte Punct. AJe Heilige Iltlepbonsu, und ^Lrsuiio, Jünger deß Heiligen I6öon, zeugen von dtsem Ihrem Lehr-Metster/daß Er nicht allein zu Gutem deß gantzen Könige reichs Hispanien / und seines Heiligen Ordens / sonder der gantzen Kirchen Gattes so vil Bücher habe aeschriben/und so vil habe gearbeitet/ daß einen Mich solte geduncken / ein einziger Mensch könte so vil Sachen nicht thuen und verrichten. Mein c)-tMLlccnL! Alltz Religiösen haben vor dis m nach dem Exempel der Alt-Vatter in den Etnödinen stats gearbeitet/ und sind niemahlen müßig gangen/ sonder haben das Betten / Betrachten/Psallieren/ Arbeiten/ Schreiben / Lesin/ Schlaffen/ Essen und Lrincken/ den Lag hindurch also ordenlich unter einander außgetheilt/ daß Sie niemahlen müßig gewesen. Mein vLmsiccliL; Du hast auch deine Tag-Ordnung/dise/ wann du recht haltest/gehest du niemahl müßig/ du wirst auch niemahl lange Zeit haben/ und getröst leben.- Hingegen wirst duunglückseelig seyn/ und auß einer Sund in die andere fallen/ wann du kein Ordnung haltest/ und nur nach deiner Sinnlich kett dich beschädigest. Fnrdest dich schuldig / so laß dirs Hertz- lich leud seyn/und verbessere Visen Fahler/ an deme dir so v» gelegen ist. Wegen seiner grossen Heiligkeit und Geschickllchkeit/ware Er in der Kirchen GOttes in solchem Ansehen/daß Er im Nahmen deß Pabstlichen Stuhls/ denne Er in höchsten Ehren gehalten / unterschiedlichen Kirchen-Versamblungen mitgrost ser^uLtolität vorgestanden/und von dem Pabst / und allen Beschössen jederzeit genehm gehalten worden/ was ll-äoru, wider die Ketzer/ und zum Guten deß Königreichs/ und der gantzen Kirchen Gottes aeredt/geschri- ben/ und angeordnet; Ist von dem Grossen Pabst Gregors selbst/und von der gantzen Staor Rom mit grossen Fremden / uno Ehr-Bezeugungen empfangen worden. In seiner Ruck-New hat Er dem von der SornE Hitz außgedörrtem KönigreM Spanien einen heylsamen gen voll Gott erbetten. Auß dssem sihest du/ mein^. Von dem Heiligen Bischoff Moro. ZZ9 N/ !?/ >il >l- h- §/ t- r- 'st ld ii- lst ek 'ß ^rr i- li io )L ö ^ n ß k- h wrfcen»! daß die Geschicklich- kett/wann sie mit Demuth/und Helligkeit deß Lebens begleitet Aird/grossen Nutzen schasse/und mr die Ehr GOttes/ und der Seelen Heyl sich gern brauchen lasse/wie du ein schönes Exempel in dem Hochgelehrten Heil. l»cto^o hast. Bitt eyfferigist GOtt den HErren/daß Er allen Predigern / den Lehrern in den Schuhten / und allen Weisen ldahre Demuth / und FrotnkeiL deß Lebens wolle verleyhen/da- put. Sie grossen Nutzen schaffen uiogen/und du Ihrer Lehr/Mü- he und Arbeit auch mögest theil- dafftig/ und ein guet from und demüthigesKind werden. Endlich / da llläorui bey vier- U Jahren seiner anvertrawten Archen mit gröstemNutzen/und Heiligkeit deß Lebens vorgestanden / hat Er ein halb Jahr vor lelnem Todt mit Heiligen Andachten/und strengen Bußwer- ^en sich zu einem glückseligen Sterbstündlein bereitet / und Ales was Er hatte/ unter die fernen außtherlen lassen; An r^Ul letzten Tag aber seines Le- W / hat Er das Haupt mit Achen besprengt/und mit einem ^ußEle^d angethan/sich in die Kirchen tragen lassen/allda Er manniglichen wegen seinen Fahleren umb Verzeyhung gebet- Len/ zu einem Gottseligen Leben ermähnet/ und Ihnen auß Prophetischem Geist vorgesagt/wie es in künffttaen Zeiten dem Königreich werde ergehen ; Nach welchem/ als Er mit gross r Demuth/Rew und Leyd öffentlich seine Sünden bekennt/ die Heilige Kommunion auß den Handen der gegenwärtigen BM)öf- fen empfangen/und allem Volck seinen Heil. Vatterlichen Seegen gegeben/ hat Er nach dem Exempel seines Heil. Vatters Bettedictt unter den Handen seiner Jünger/ stehend seinen gebe- nedeyten Geist aufgeben / den 4. Aprill/imJahr 6z6. Mein vain-tscens ! Hat diskk Heilige Bischoff/der allzeit front und Heilig gelebt/und sich täglich zu einem Heil. Todt bereitet/ noch ein halbes Jahr lang gantz schmertzlich kranck/ mit so arosser Andacht / und strengen Bußwercken m einem glückseligen Sterbstundlein sich gerü- tet/ ach wie vilmehr sollest du )ir lassen angelegen seyn / die du den Tag deines Lebens nicht Heilig / sonder sehr sündlich ge- Uu 2 lebt Z40 Betrachtung lebt hast / daß du mit frischem disem so groß in der Kirchen gesundem Leib also fromb thuest Gottes ware/daß als man unter leben/ damit du dermahleinist Lomkcio dem Achten berattz ohne Forcht könnest sterben. Für schlagte/ welche/und wie vil auß deine bißhero begangene grosse den Heiligen Vättern für Ktr- Hinlaßigkeit trag hertzlicheRew chen-Lehrer selten gehalten/und und Leyd/ und spahre die Besse-- verehrt werden/ sind etliche ge- rung deß Lebens nicht ins Todt-- weftn/welche disen grossen Heilt- Bethlein/in deme du genug mit gen liiüorum dem Heiligen §m- deiner Kranckheit wirst zu ftbaft brol-o vorgezogen/ oder wmigist ftn haben/sonder gewöhne dich vermeynt/ daß Er der Fünjste jetz mit dem Heiligen liilloro zu solte gezehltwerden. In SM einem frommen Bußfertigen Le- Nischen Landen wird Er noch den / damit du mit Ihme auch hoch geachtet/ durch denne Sie wohl mögest sterben. von Gott grosse Gnaden erlan- Mein vLMLsccnL! Die An- gen / die du auch wirst empfan- dacht zu disem Heiligen scheint gen/ wann du Ihnne ehren und schier gar in unseren Landen er- lieben wirst, loschen zu seyn/welche doch vor Betrachtung Auf das Icst deß He«k. Vmeentzen von JE na/auß demLrden deß Heiligen Oomimci. Der erste Punct. Heilig-Vincent,ur ist zu Prediger Er zu seiner Zeit wur- Valentz in Spanien geboh- de werden, ren/denne seine Mutter in ihrem Mein O-insKen- ! Gleichwie Leib als wie ein Hündlein hat deß Hunds Eigenschafft ist bA hören bellen / womit Gott anzei- lenz und das/was er lecket/ auch gen wollcn/wie ein jurtrefflicher heilet/also ist deß Predigers U nenM Von dem Heiligen Vmeentz von Ferraris. M ett er iß r- rd li- ir- st ke r- H ie r- l- d uembffe Ampt für die Ehr Gottes bellen/die Sünder straffen/ bekehren / mit GL)tt sie wieder versöhnen / trösten / und die Tugenden in seinen Zuhörern einpflanzen. Atem VLmrfcevr! WNNN dÜN Ampt nicht ist/daß du sollest predigen/so erforsche dich / wie du ber Oberen Bellen und Zusprechen dir habest zu Nutzen gemacht? Wann du über das in dir selbsten noch ein anders Hundlein hörest bellen / das ist/ dein Gewissen/welches dich be- Mffr/ daß du villeicht dise/ oder lene Sund annoch nicht recht gebeichtet/ und darfür genug gethan/überwinde dich/mrd h^nd- ^e deßwegen aufrichrrg.uit d- uem Güstl.ch'u Va/:er / u»' . /- evige dich von Vifer im.e.MM tturuhe. Schon im zchenden Jahr sei- ues Alters/predigte Er nicht oh- ^ grosse Verwunderung verständiger Persohr.cn/ seinen lie- ^USchuhbGeselleu/was Er in Mcren Predigten gehört. Er k^tte auch grosse Frewd/ wann aii. ^diger von Maria der "leisten Jüngftawen pre- Hi.igegen sandte Er ein ^ MöHertzleyd/wannvondem bitteren Leyden und Sterben Christi deß HErren etwa« Meldung geschache. Er fastete zweymahl in der Wochen / abevam Freytag in Wasser und Brodt; deynebenst studierte Er sehr flüssig / und übertraffe alle seine Schuhl-Gesellen. Erstlich/ mein vamascenL ! wie verhaltest du dich bey denjenigen/mit welchen du lebst / oder bey andern/ mit denen du muss rundgehen? Redest gern mit Ihnen von Geistlichen Sachen/ die du gehört oder gelesen hast? Bist du mein v-MLlcenL» also beschaffen/daß du nicht gern von Gesslia-en Sachen redest/ und ander* auch nicht gern davon reuen hörest/sonder ab unnützem Geschwätz dich erfreüwcst/ist es kein gutes Zeichen ; Lasse dirs hechllch leyd seyn/ und bessere dich. Zum Anderen/ glaube festig- lich/ daß wann einer also verstockt/ daß Er kein hertzliche Frewd empfindet / wann man von Maria redet / auch Ihme nicht zu Hertzen gehet das bittere Leyden und Sterben JEsu Khristt/wann Er auch ernstlich an dasselbe gedencket/baß Er in keinem guten Stand lebe. So Uu z trage 342 Betrachtung trage mein vamaicenr ! immer grössere Liebe zu deiner liebsten Mutter/ und mache dir durch em hertzliches Mttleyden zu Nutzen das Leyden deines liebsten JESU/welches dich solle trösten/daß du nicht werdest verrohren werden. Drittens / weil diser zahrte Adeliche Knab ohne einzige Schuldigkeit so streng gefastet/ mache auch einen Gedancken/ wie streng du deine Fast-Lag haltest; und wan du auch schon unter keiner Sund darzu verbunden / so verbindet dich doch darzu dein Heilige Regul / und Ordens-Satzung/ nach welchen du dein Leben anzustellen schuldig bist. Oder/wie kanst du ge- dencken/ daß du Geistlich seyest/ wann du so gar nicht thust/was fromme Welt-Menschen thun. O mein OLMLlcenL! wie wird dich reüwen in deinem Sterb- stündlein/ wann du nicht wirst ftom und Geistlich gelebt haben. Vierdtens/ hat Vincenriu, M dem Studieren alle übertrossen/ und wie verhaltest du dich in deiner Verrichtung / und insonderheit/wann du mit andern in gemeiner Arbeit bist ? Hoffentlich hast du alle übertrossen / und bist so faul und träg nicht gewesen/ daß andere sich haben müssen klagen / beschwähren / und deine Faulkeit mit Ihrer grösser» M bett ersetzen. So befleisse dich/ meinOLmrtcenr! viler Heiligen Exempel nach/in der Arbeit deinem Nächsten also verhülfltcW seyn / damit du Ihme dienstlich/ oder aufs wenigist nicht schwahrlich seyest. Durchgeht deinenLebens-Wandel/und lasse dir leydffeyn/ wann du Jhnne iN disem fahlbar findest. Der andere Punct. dem achtzehenden Jahr ^nes Alters/ist Vincenriur M guter Erlaubnuß seiner EltereN zu Barcelona in den Orden deß Heiligen Dominici einganM In dem Novitiat hat Er staiu das Leben seines Heiligen ters Dominici gelesen/Ihme w Lugenden nachzufolgen. ist nicht außzusprechen/ wie ass tovitiat hat vollbracht. Mein vamr> cna l Es find VN Geistliche undWeltliche/welcht stats vor Augen haben einen wissen/und von Ihnen sehr U benHeiligen/ deme Sie sich fi 8 t! V r r ri r s r r r t e k i r > 1 tt/ ett ne lr- h/ err ei- N -e- sse ttt ei- ltt ett eß t- itt ld e- >s tl >e e- e- i- Von dem Heiligen Vincentz von Ferrana. Z4Z fleissen in Tugenden nachzufol- Mem vimascenr! Auß disem gen/ welches du auch wirst ge- sihest du/ wie vil erfordert wer- than haben. So erforsche dich/ de/biß einer tauglich/mtt Nutzen ob da Gott den HErren indisem das Wort Gattes zu predigen, deimm Heiligen Patronen eh- Es sind leyder vil/ die sich umb rest/uud in Tugenden Jhme das Predig-Ambt annehmen/ Nachfolgest? oder aber / ob du aber weil Sie mehr sich als noch gantz hinlaßig seyest / und Gott/mehr das Zeitliche als das selten an Ihne gedenckest ? Über Elvige / und mehr das Geld als das lasse dirs hertzlich leyd seyn/ die Seelen suchen / schaffen Sie wann du noch so unvollkowen/ auch wenig Nutzen. Bitte aber und villeicht ein angehender No- Gott/ daß Er denjenigen/welche vitz eyfferiger und frömmer ist sich umb das Predig-Ampt an- als du/ die du doch sottest voll- nehmen/ den HeiligenGeist/und kommen seyn. Erneüwere dein rechten Enffer seiner Göttlichen Andacht gegen deinem Heittgm Ehr/und der Seelen Heyl wolle Patronen/ und befleiße dich/IH- verleyhen/und Sie zu disem herein das künfftigembsiger nach- chen Ampt wolle Laugttch ma- äufolgen/ und deinem Stand ge- chen. Was;/ si^n und heilig zu Leben. Bald darauf predigte Vmccri- >.Weil Vmcenriur vermeynte riu^ sechs Jahr lang mit grossem mrnemblich zum Pred.g - Ampt Nutzen zu Valentz / dahero der von GOtt berufen zu seywhat böse Geist alle Kraffken ange- Er sich seiner Setts höchstens spannet/..den Heiligen Mann Missen /durch ein frommes Le- von dem Predig-Ampt zu Verven/ und durch natürliche und hinderen; Er selbsten ist Jhme llb.rnatürllcheWissnschafftsich offt erschunen/ und das strenge varzu geschickt und tauglich zu Leben mißrathen; Er hat un- Wachen; Wie Er dann bald terschiedttche heyllose unkeüsche M demN vitiat die natürliche Weiber angetrieben / Jhme we- Tbissenschasst/oder ^'loloplnsm gen der Unzucht bey dem Volck Uehrt/ und nachmahlen gar ein verschreyt zu nrachen / deren der Koctor/und Lclp er der Heiligen böse Geist eines besessen/welches grifft ist worden. niemand könte erledigen/als der Hei- Z44 Vetrachluttz Heilige Vincentiur,v0tt demeder Leüffel öffentlich Zeügnuß gegeben/daß Er sich mitten unter den Heüerflammen nicht habe ge- brennet. In disen / und noch vilen andern schwähren Versuchungen/ hatJhnneKhristus/ und sein liebe Mutter getröstet/ und Ihne versichert/daß Er zum Predig - Ampt/ und zur Bekehrung viler schwahrer Sündern berußen/ und grossen Nutzen schaffen werde. Auß disem sihest du/daß wann der Mensch dasSeinige thuet/ an der Gnad Gottes nicht mangele/ und der Mensch über sein Vermöaen nicht versucht werde. Lebe also mein o-m-scenL nach deinem Beruf demüthig / und Gottsförchtig/und glaube/daß der böse Geist durch sich / und seinem Anhang/mit allen seinen Anfechtungen dir nichts könne schaden. Förchte dir also nicht/ Gott und sein liebe Mutter/auch andere liebe Heilige werden für dich genugsamb sorgen/wann du front wirst leben/und Ihnen mit Andacht wirst zugethan seyn. Zweifle auch nicht / daß G^tt durch dich dasjenige Gute nicht schaffen werde / daß Er Jhme durch dich zu thuen hat vorgenommen. UöerdifeDmg mach heylsamme Gedaucken/und für- nemblich/ wie du dich in deine»! Anfechtungen habest verhalten/ welche der Prob-Stetn/ob w»k eines sündlichen/oder frommen Lebens seyen. Vmcentlu, hat sein von GOtt larrd/Schottland/Jrrland/MO land/ Burgund/rc. biß in M hoches Alter mit solchem EM verrichtet/daß Er unaußspE , liehen Nutzen geschafft. N? Spanien allein hat Er füll!! ! und zwantztg tausend Juden/ und achtzehen tausend Mohren bekehrt. Die Materi seiner ^ Predigen/ wäre meistens / tM* Christus Jhme zu thuen bM l lenz von der Büß/und letzten Gericht; und obwohlen Er nm , in Spanischer Sprach predigte/ verstunden Jhnne doch/als M! die Apostel/ alle andere Völckek/ welche der Spanischen SpraA unerfahren gewesen. Jnnerha^ achtzehen Jahren hat Er nm ^ fünffzehen Tag das Predig^ ! unterlassen/ und sind stats der . Zuhörern ein unzählbare ME Volcks gewesen / deme imE auf der Reiß bey achtzig tauM L k s L n L r s Z r t Von Dein Heiligen Vincenß von Ferraris. zh.5 err n/ )ik en in el- irr L U tt/ err ek >ie h- e/ je r/ versöhnen gefolget/lnit so strengen Büß-Wersten/und harten Gejßlen / daß das Fleisch vorn «erb ledig/an den Kleydern ge- klebet. lNein v-mascenL s Allß diseM West du / wie grossen Nutzen vifer eyfferige Heilige Mann mit seinen Predigen an allen Archen habe geschaffet/ darfür M GOtt billich sollest danckm/ UndJhnne bitten/daß Er allzeit Mche eyfferige Vinccnnor und Prediger sende/welche die boß- vaffre Welt bekehren/ und für- nemblich dein hartes unbußfer- "ges Hertz erweichen wolle / da- Mft du dermahleinist würdige Wchte der Büß thuest. ( 2 ) Über dise Materi mache dir noch Mehrere Gebansten. ( 2 ) karrrii.z.v.8. Der dritte Punct. AEp so vilc»t predigen / und . grosser Mühe und Arbeit/ §^kIhtne Vincenriu« ohneZweif- r" Nach dem E/ernpel viler Pre- Mer/an Speiß/Transt/lrnd an- ^Aen Lelbs-KonUichkeiten wohl Megen lassen. Nein/nein/mein , 2kriL5ccnä! dann neben der Heiden Regul und T)rdens-Sa- ^Wgen/die Er streng hielte/ hat Er niemahlen Fleisch gessen/und viertzig Jahr lang bestandig/die Sonntag außgenommen/ streng gefastet; sein Bethlein ist ein wenig besser/als die harte Erd gewesen / hat sich von Kindheit auf/ alle Nacht grausamb ge- geißlet/ oder wegen Kranckheik von anderen sich geißle» lassen ohn alle Barmhertzigkeit. Sei/ neÄleyder/und was Er vonnö- then gehabt / ist gar gering/ und schlecht gewesen/ und was Jhme geschenckt worden/hat Er unter die Armen außgetheilt. Hat also durch sein gantze Lebenszeit ein vil strengers und BnW fertigers Leben geführt/ als d^.' gröste zu aller Peyn irnd Marter verdambte Sünder. U)aim du schon / mein Drmr- scens! zu so hochem Ambt nicht beruffen / und hiemit villeicht ailch zu so strengem / und vollkommenem Leben nicht verbunden bist/erforsche dichdannoch/ ob du dich durch deine Faultest/ und Hinlaßigkeit nicht untauglich machest zu deme/was du töntest und sollest thuen ? Über das / ob du dich auch zu deme/ das du thuest / mit solchen Tugenden/ und Frombkeit deß Lebens bereitest/daß du kaust hof- Xx fen/ 346 Betrachtung fen/du thuest es wahrhafftigzur Chr GOttes / und der Seelen Heyl. L) mein OLmsscens! wie in vilen findest du dich villeicht fahlbar So befleisse dich wenigist/nach deinem Beruf recht from M leben / und hast du dich verfahlt/ und gesündrget/ lasse dirs hertzlich leyd seyn. )>»rter si> vil tmistttd armen Sündern / die sich bekehrt / ist fürnemblich einer gewesen / der dem Heiligen Mann mit so grosser New und Leyd gebeichtet/daß Er vermeynt/ die siben-jahrige Büß seye vil zu gering / darauf der Heilige Vatter Zhme befoh- lell / nur drey Vatter unser/ und drey Ave Maria zu betten. Kaum hat Cr dise Büß verrichtet/ stirbt Er gahlingvor grosser New und Leyd / und erscheint darauf dem Heiligen Vatter / und sagt / daß Er ohne Fegfeüer in den Himmel komm seye. Mein OsmsscenL ! Aus distr Histori erlehrne / wie die New und Leyd grosse Krasst habe/ welche bey dtsem so grossen/und schwahren Sünder alle verdiente zeitliche Straff ausgelöschet. Befleisse dich also/ öfftereNew und Leyd über deine begangene Smrden zu erwecken / fnrncmb- lich aber/wann du zur Heiligen Beicht gehest/zu dero nothwendig die übernatürliche vollkommene/ oder unvollkommene dM und Leyd erfordert wird / und ohne welche du eine ungültige Beicht thun wurdest. Erforsche dich/mit was für New und Leyd/ und Besserung deß Lebens dlt deine Beichten habest verrichtet/ und wann du gleich jetzt sottest sterben/ob du nicht ein strenges Fegfeüer müßtest ausstehen. S» bitte Gott innbrünstig umb die Gnad/össters vollkommne Nes§ und Leyd zu erwecken/rmd dein Leben zu besseren. Das strenge Leben deß Hei'' Vinccorij,hat GOtt der HE^ mit mehr als achthundert tttld sechzig glaubwürdigen Wunder- Zeichen bestatttget/ und darum sein eysseriges Predig-Anrbk sehr frucht-und nutzbahr g^ macht / unter denen nicht das wenigiste gewesen/daß Er nächst bey Valentz in dem Fleckens reifem Knablein/welches stln Mondsüchtige / und narriW Mutter in Stucken zerhawem und einen Theil schon halb E kochet / wiederumb hat lebenW SEcht. EMU s s ri Von dein Heiligen Vineenß von Ferraris. Z47 ^e,l !lp IIP IlV »id >d/ dli :t/ es zo >ie tv ill il. rr id rp it e/ s st »- »e / p g ^ttem OamsscenL ! Distr Hei- Uge Vatter hat sehr vil Widerlicher gehabt/ so wohl wegen >emes Heiligen Lebens/als seines Heiligen Predig - Ampts / welche beyde Gott der HErr mit Rossen Wunder-Zeichen vor der gantzen Welt gut geheißen. Lasse auch andere wider dich kurren und murren/und von dir Übels ttden/und thue was du zu thun chuldig bist / und glaube sicher- »ch / daß GLtt schon für dich sorgen werde/und mannmlichen A verstehen geben/ daß deM ^chun und Lassen auß seiner Göttlichen Anordnung geschehe. ^achdeme nun Vincenciur auß Göttlicher Anordnung in Tugenden/ Predigen/ und Miracu- N biß in sein hoches Alter ein Apostolisches Leben geführt/und ueßwegen bey der Kirchen Got- M so wohl als bey Fromm und Gottlosen diser Welt/ in grossem Ansehen gelebt / auch auß De- Wuth vil Bißthümber/ und die Kardinals - Würde selbst osst Mgeschlagen/llnd vil Ding auß Prophetischem Geist vorgesagt/ yat Cp vermerckt / daß Er bald Men werde / welchem seine Kruder gerathen / daß Er zu ^u.entz sein Leben beschließen solle; dahin als Er sich bey der Nacht auß der Stadt dl-nrc» auf die Miß begäbe/ aber am Morgen sich wieder vor den» Thor diser Stadt befandte/hat Er sich allda zu verbleiben/entt schlossen/den bald ein Fieber am gestossen / worauf Er ein allgemeine Beicht gethan/die Heilige Sakramenten empfangen/ den in seinem Sterbstündlein von Marttno dem Fünfften/ertheilten vollkommenen Ablaß zu Nutzen gemacht / den Heil. Paßion/ die siben Buß-Psalmen/und Ly- taney lassen vorlesen/und seinen Geist stetig in die Hände seines Erlösers aufgeben/ den 5. Aprill 1419. seines Alters im fünss und sibenzigisten Jahr. Ach mein OamLscens! Wie gwster Trost ist es / also voller Verdiensten können sterben/als wie Vinccnriu, gestorbendMache über sein und dein Leben nur obenhin ein Gedancken; Und wann der Todt t-eüt bey dir solle anklopffen/wurdest du nicht vil- leicht erschröcken/auß Ursachen/ weil du nicht bist/ wie du nach deinem Stand seyn sottest? So mache dir noch heüt einen Fur- satz/also from zu leben/damit du als wie Vincenriur mit guter Xx 2 Vor- 348 Betrachtung I Vorbereitung zum Todt/getröst lieben Mutter wird erlangen/ sterben könnest. Zu disem End was dir zur Chr GOttes / und j ruffe an die Fürbitt dises grossen deiner Seelen Heyl nöthig seyn > Heiligen / der ohne Zweissel wird. ! mächtig bey GOtt / und seiner (r) ^rrk. c.8. ! Betrachtung Stuf das Fest deß Heiltgm Pabst LeomS deß Grossen.. Der erste Punkt. ES scheint auß dem Leben dir Nerttchtmig/Uttd zu einem Ampt ses grossen Heiligen / G-Ott beruften / welcher so demüthig/ hab Ihnne von Jugend auf zu daß nachdem Er alles mit HE der Pabstlichen Würde mit al- stem Fleiß gethan / zu deme Ek lerhandLugenden gezihret/und verbunden/ sich doch auß M tauglich gemacht / zu deren Er trachtung seiner Nichtigkeit/ aber erwählt/ sich so untauglich aller Aembteren und Verriß darzu zu seyn vermeynt / daß Er tungen untauglich erkennet. S» zu Gott gesprochen: HErr / ich erforsche dich / wie du bißhero hab Ettwere Stimm gehört / und innerlich seyest beschaffen gew^ hab geförchtct. Ich hab Eüwcre sen in deinem Hertzen? und wav Merck betrachtet/und bin erschro- du bißhero für eine ErkandtNllst cken ; dann was ist ungewöhnli» deiner selbst habest gehabt / allst chcrs / neüwers/ und mchrers zu dero allein die wahre Demur») förchren / als Muhe und Arbeit entspringt / die den Menschen den, Schwachen/ die Hochheir dem vor Gott groß/und vor der Welk Demüthigen/die Ehren und wür- aller Chr und Glory wlü'dlg de dem/der ste nicht verdient? macht. L) mein l)LMÄiccr>2 l wle Mein vamascenz! Halte dem ein grosse Tugend ist die Geling/ ienigenallein von Gott Meiner schatzung seiner sechsten / uno Nichts r a d ß v ß 3 g 6 t> a § d k L s> li f d s s r r r c l l t Von dem Heiligen Pabst Leo dem Grossen. Z49 'N/ ,nd 'yll kpt g/ ze- t/ ^0 ro >e- ,s lß lß ,h § lt ig je s Nichts außJhme selbst machen/ §uch sich geringer als alle andere/und alle andere höcher als sich selbsten schätzen? Gleichwie distr Heilige Mann Non Jugend auf an Jhme selb- stm alle Laster und Untugenden gehastet/und die Tugenden hingegen geliebt/also habe Er auch gleich Anfangs seines Pabst- tyumbs in der Kirch Gattes Ee Ketzereyen / und schwähre Sünd und Laster in Europa/ Da/und Aftica verfolget/und alle der Kirchen Gottes anstan- We Tugenden nach Möglichst eingepflantzet. . Betrachte mein vamrlccnr! M keiner bey anderen etwas schaffen könne/der nicht einfrom M Tugendsammes Leben geehrt. So befleisse dich auch/ Mdu auß dem Fundament von ^ertzen from/ und Tugendsamb phest/ und die Laster hassest / in- svtiderheit jenes / deme du zum Olsten zllgethan bist; und wans schmähten dein Stand erfor- M/pslantze ein bey andern die fugenden / und reütte auß die Mer. Erinnere dich/was du i'Mro gethan/oder wie du getan ^est ? Wann etwas verübt ist worden/verbessere es. Welcher deß Heiligen Lconis grosser Eyffer für die Ehr Gottes/und seiner Heiligen Kirchen öffters durch Wunder-Zeichen ist bestätiget worden; fürnemb- lich/als Er zu Kalcedon eine ÄirchewVersamblung angcstel- lcr/dero dreyhundert und sechzig Bischofs beygewohnet/ und in derselben deß dleUonj und l)io. lcon Ketzerey / wider das Ge- yeimbwlß der Menschwerdung Christi/ verdambt ist worden; Dann da man der Katholischen Meynung in einem/der Ketzeren aber in einem anderen Brieff verfasiet/aufdas Grab der Heiligen Iungfrawen und Marty- rin Luxkcmige gelegt / und die KirchM/iN dero das Lonciliuni ist gehalten worden/mit ordentlichen Sigillen verschlossen und verwahret/ ist nach drey Tägi- gem Gebett die Kirchen wieder geöffnet / und der Ketzeren ihre Schifft gefunden worden zu den Füssen der Heiligin geworffen/ der Katholischen aber in der Hand / welche Sie in aller Gegenwart aufgethan / und dem Käyser ^2rli3no,und ^natbolio dem Patriarchen zu Konstantinopel gegeben. Und wtederumb/ als Er bi-viLno einen Bneff/das Xx z Ge- Z5o Betrachtung Gchelmbnuß der Menschwerdung Khrtsti betreffend / geschoben/ und den Heiligen Petrum durch ein viertzig-tagiges Geben/und Fasten gebetten/ daß/ was darinn zu verbesseren / Er verbesseren wölle/ ist Ihme der Heilige Petrus selbst erschunen/ und gesägt: Ich hab Ihne gelesen / und verbessert ; welcher Brieff nachmahlen sehr hoch in der Kirch Gattes ist gehalten worden. Mein v-msscenL ! Ahristus der HCrr sagt: wer mich bekennen wird vor den Menschen/ den will Ich auch bekennen vor meinem Vattcr/ der im Himmel »st. (2) So gedencke/daß Er solches absonderlich habe wahr gemacht in dem Heiligen Leone/ welcher/je mehr Er die Ehr seiner Menschwerdung / und die Ehr seiner strettbahren Kirchen gesucht/ und für selbige gearbei- tet/je mehr habe Ihme Khristus vor seinem HjMschen Vatter/ und der Welt / durch Handgreifliche Wunder-Werck groß gemacht. Mein Oamascena! wann du dir in deinem Thun und Lassen vollkommen abgestorben/ nichts anders wirft suchen als GL)tt/seine Ehr/und das Heyl der Seelen/wirb dich Goß auch ohnfahlbar hierzeitlich und dort ewig ehren. Aber ach' wie wenig werden solche puw Seelen gesunden ? Gehe in dich selbst/und erforsche dich/wie du bißhero seyest beschaffen gewesen. (a) IVIarrli.io.v.zr. r d r r s t! - Der andere Punct. ^Ndeme Leo für dieEhr Gottes/ ^und für seine Kirchen fleißigist arbeitete / wäre Er auch nicht weniger sorgfältig für feinet Seelen Heyl/und begehrte eins- mahls durch den Heil. Petrus ^ mit viertzig-tagigemFasten/ntid ! vilem Meynen/von Gott M- zeyhung seiner Sünden/deßwegen der Heilige Petrus IlMe erschunen/und gesagt: Ich > für dich gebcttcn/ und deine sind dir verziehen; aber sch»^ wohl auf/ daß du keinen vntaug^ chen zunr Rirchen - Dienst befürb^ rcst; da»rn soltest du dich in bist'" vcrfahlen/ wurdest du grosse ^ ^ chenschasst geben müssen. Mein OamascenL s Aas el'stt/ und fürnembste Merck deß schen ist/seiner selbst-eignen^^ len Heyl abwarten. Es vtl Menschen/die sich in i> s l! t l! r r t i 1 l ! Von dem Heiligen Pabst Leo dem Grossen. Z5r ist ht ler s- lN iv »e- ,re rb iv u) >» >tt bahren Heiligiften Geschafften ,ld dergestalten vertieften / und Zh- h! nen einbiiden/sehr vil gearbeitet ire ! Zu haben/die doch endlich werden ch sehen / daß Sie nichts gethan/ vu ! weil Sie sich selbsten darbey ver- saumbt; Dann was nutzet es einen Menschen / wann Er schon die ganrzc Welt gewonnen / aber Schaden leidet an seiner Geel ? (2) Mein vLlnslcenr! Gedencke in was für einem Stand dn seyest? L)b du Erstlich auf deiner Seelen Heyl Achtung gebest/ und zum Andern thuest/was dem Stand gegen deinem Nächsten ^fordert. Mein OLm-accnL! daß über das einer der Kirchen DHttes verstehe / wird da: zu Posse Reinigkeit / und ein sehr Werner Wandel erfordert. Wer Mnnt/sovil anIhme ist/Um wugltche / oder gar Lasteihaffre )u den GelstUchen Pfruenden defürdert / und Ihnen Seelen Zu regieren auvertrawer / ist es 7M Zweiffel/daß Er nicht werde Wrafft werden/uud müssen bus- wn alles dasjenige / was.solche AMche versaumbt/und nicht Man/ was Sie hatten thuen Men. Deiner Seits hülsse Nem zum Geistlichen Stand/ ^Utie dn nicht tauglich darzu erkennest/ und der nicht einen rechten Eyffer zur Ehr Gottes/und seiner/und anderer Seelen Heyl hat. In solchem Fall gedencke an die emstltch-erzehlte Ermahnung deß Helligen Petri / rc. Neben der grossen Sorg/ web» che Leo für die Ehr Gottes/und seiner anvertrawten Kirchen getragen/hat Er vil Angst/Noth/ Areütz und Widerwärtigkeit er- ltdten; fürnemblich als Attila der wilde und Barbarische König/ die schärfte Geisel deß erzürnten G-Ottes/Italiam gantz verhergte/und der Stadt Rom den endlichen Untergang dro- hete. Erstlich betrachte/ wie Leo nach dem Exempel Christi/ seinen Feinden seye entgegen gan- gen/beglettetmit den Römischen Rarhs-Herren/ als wie Christus mit seinen lieben Jüngern. Er hat sein Leben/und alles das Setnige für seine Schaflein dar- geben/als wie Christus für seine Iünger/Mid für die gantze Welt. Bist du auch so sorgfältig für deine Seel / daß du lieber alles woltest verwehren/als daß Sie einigen Schaden leyden solte? Solt Sie ins künfftig in eine Gefahr kommen/ erinnere dich/ was Z5L Betrachtung was Ahristus für Sie/und der Heilige Leo für seine Schaflein gethan. ?u,n Anderen gedencke/ wie difer Heilige Pabst sich habe verlassen auf dieHülff Gottes/und aufdieFürbitt deß Heiligen Pe- tri/den Er in diser Noth eysse- rigtst angerussen. Seye / mein v-mrsccnL nicht vermessen/und trawe nicht auf deine Krafften/ auf deine Geschicklichkeit / auf deinen Adel/ auf deine Reichthumb/ auf deine Freunde / rc. sonder demüthige dlch in deiner Noth/und ruffe an die Fürbitt Marin / deß Heiligen Josephs/ deß Heiligen Petri/ und anderer HH. Patronen. Bitt GOtt den HErrn eysserigist umb seinen Beystand/und zweifle nicht/ GOtt werde dir beyftehen/und auß der Noth helffen. Drittens/ stelle dir vor Augen/ wie der Römische Rath sich vor dem grausamen König auf die Erd habe nidergeworssen / und der Heilige Leo mit denPäbstli- chen Kleydern angethan/ den König mit seiner Wohlredenheit dahin habe vermögt/daß Er/wie ein Lamb besänfftlget/ von seinem Vorhaben abgewichen/und zurück gangen / aüß Ursachen/ weil Er bey dem Heiligen M einen Menschen gesehen / der Zhme mit dem Schwerdt den Todt gedrohet/ wann Er nicht gehorsamen wurde. Ach incin DamLscenL! Wie 0" Mühe und Arbeit hats ge/ braucht / disen Barbarischen Vtenschen zu besansstigen / der doch niemahlen ist beleydiget worden; Und was thuest du E gen GOtt/denne du doch so off erzürnet hast? Halte für gewiß/ daß nicht genug/ nur auß kaltem Herlzen sagen: Es ist mir lcyd/ daß ich GDtt beleydiget habe- GOtt der HEri will ein deinü/ thiges bereüwetes Hertz Habers und müssen die Werck mit den Worten übereins stimmen. (2) IVlLccb. 16. v. r< 5 . Der dritte Punct. 'V-Ach ctlich Jahren kombt dek ^ ^Arrianische Ketzer Oenscricu» derWandalen König/aufRoM/ hausete Tyrannisch / derrne dow ne Sengen und Brennen wiedet von Rom abgezogen. . . Betrachte Erstlich / wie du .Heilige Pabst mit vilen A strettgen Bußwe! cken von Von dem Heiligen Pabst Leo dem Grossen. Z5Z er rr/ ä) er er rd tt je ?eo )er >est cht yil qe/ >eli )ek ^ ;et^ 'sst iß/ B -d/ bc. rit- -ll- eil öte Gnad habe erlangt/daß di- nrTyran die Stadt Rom nicht unter über sich gekehrt. Also Nlein ormrscen 2! hilfst all unser Müh und Arbeit nichts/ wann ne nicht mit der Gnad GOttes gleichet wird. Wann du also Mas zu thun Vorhabens bist/ vttte Gott den HErrn umb seinen Göttlichen Beystand / mit vifem Vertrawen/daß du werdest zuwegen bringen alles/was Ar Ehr GOttes / und deiner Seelen Heyl nützlich seyn wird. . ?un, Andern gedencke / wann dlser Heilige Pabst allen Fleiß Übe angespannet / damit die Archen GOttes / und Gotts- Miser geüffnet/ den Armen ge- Uffen/ und alles Geist-und Weltliche in guten Stand ge- Wt würde; wormit Er dir ein Aempel gegeben/ wie du dich West verhalten/wann du sitzest ^wan deinen Nächsten Noth Wegen so fürtrefflichen He- Uchen Thaten/ und grosser Aissenschafft/mit deren Leo die Wehrtifte Männer seiner Zeit ^bertrossen/hat Er verdienet der Grosse genambset zu werden, r. . ttlein OsmLlccnL ! Erkenne Nichtigkeit/und verlange vor der Welt klein zu seyn/und über deine böse Begierden zu herrschen/so wirst du vor Gott groß seyn / der du villeicht biß- hero gantz klein bist gewesen vor Jhme mw seinen Heiligen / weil du vor derWelt hast wollen groß angesehen seyn. sur Auf,rahm der Kirch Gottes/und deßPäbstlichen Stuhls/ hat diser Heilige Pabst vil herrliche Ding gestifftet/ und unter andern auch geordnet/daß keine Klosterfrau- den geweychten Schleycr solle empfangen / Sie habe dann zuvor viertzig Jahr keüsch und eingezogen gelebt. Erstlich / mein OäMLtcenr ! erforsche dtch/ob du nach Vermögen deines Stands/und anderer deiner Geistlichen und zeitlichen Mittlen wahrhafftig die Ehr Gottes/ seiner Kirchen/ und deines Heiligen Ordens suchest? Ob du selbige nicht zu unnütz brauchest/und darmit Gott beledigest? Durchgehe ein wenig deinen Handel und Wandel/wie er nach allen Umbstanden beschaffen? Zum Andern/ schliefst auß diser Ordnung/die schon in dem Aga- thensischen eonciüo gemacht ist worden / wie in der Kirchen Vy GotteS Z54 Betrachtung GOTTes der Jungfrawliche Geistliche Stand zu jeder Zeit hoch seye gehalten worden/dar- zu sich ein Iungfraw so vil Jahr lang hat rüsten müssen/biß Sie würdig ist geacht worden/ den geweychten Schleyer zu empfangen/ dero Gesponß kein Enget/ oder irrdifthe Kreatur / sonder das unbefleckte Lamb Ahnstus JEsus/ und dero Königin und Mutter / Maria die Mutter JESU. Ach mein Damasten-! wie glückseelig bist du/wann du auch unter der Zahl difer Heiligen Jungftawen bist ? Erhebe dich deßwegen nicht/ sonder seye demüthig / damit du keüsch bleibest. Nachdeme alft» diser Heilige Pabst ein hocheö Alter erlebt; eiq und zwantzig Fahr deit Stuhl deß Heiligen Petri besest sen; für die Kirch G-Ottes v« gearbeitet / und deroselben mn Heiligen Tugend-Wercken vor- geleüchtet/hatGÖttder HW seiner vilfaltigen Müh ein E"V gemacht den n. Aprill / nach Ahristi Geburth/im vierhundert ein und sechzigisten Jahr / ist i" St. Peters Kirch begraben/ Mio von allem Volck beweynet wop den. Mein Damalcena! GedeNU» öffters es seye die Stund vep Handen/du müssest sterben; Mio wie du alsdann woltest gelebt habm/lebe jetzund also/fo wirst du ohne Zweiffel zu seiner Zeit eines Heil. Lodts sterben. 8 s h r Betrachtung Auf das Fest deß Heiligen Btschoffs und Beichtigers Anselmi. Der erste Punct. 5>Sr Eilige Ansi!>mw vcnGräft also stom austqogm worde^ ^lichenElterenOuuäuipKvund daß Er in seiner Jugend eylstA LmcnbcsKz gebohren/ist von sei- gist verlangt Geistlich zu WH ner sorgfältigen Fraw Mutter den/ denne aber der Mt ow »eil 'civil litt or- ich ert irr rrd cke cr- ,rd cht rß ett 1/ r- § Don Dem Heiligen Bischofsund Beichtiger Anselmo. 355 Klosters auß Forcht deß Vat- As nicht dörffre aufnehmen. Kahero nach Absterben seiner Kaw Mutter/ in Ihme aller Eyffer zürn Geistlichen Stand/ iambt der Archt undEmgezogen- yert verschwunden/biß Er erns- Mhls den Zorn setrres Herren Vatters abzuweichen in Franck veich verreißt / unter dem Hoch- gelehrten Landftanco die Heilige Gchrifft zu lehrnen / allda wie- vcrumb zum Geistlichen Stand puffen/ auß Emrathen seines Ur-Meisters im Beccensischen Benedictiner-Kloster das Hei- «ge Ordens-Kleyd angelegt. . tNein vLMLsccnL ! Gleichwie die Eltern sich sehr schwahrlich versündigen/ wann Sie Ihre Minder in aller Eytelkeit aufer- ölehen/oder die Stell deß Heiligen Geists verwetten wollen/ Kd das einte Kind nach Ihrem Wohlgefallen für die Welt/ und vas andere zum Geistlichen Stand verordnen / und gleichend zwingen wöllen/also thuen ^te hingegen gantz recht und U>ohl / wann Sie Ihrer Seits Mch dem Epenrpel der frommen krnentxrxs für das Heyl Ihrer Ander alles anspannen/ Sie ""Hehrem Stand ftom aufer- ziehen/Md nachmahlen Ihnen helffen zu dem jenigen Stand/ zu deme Sie tauglich sind / und etwa» vermeynen beruften zn seyn. Eben also sollens auch machm die Vorgesetzte in den Klöstern/ welche nicht allein auß Menschlichem Respect / und zeitlicher« Nutzen deß Mosters/memanden sollen zu dem Geistlichen Stand bereden / oder sonderbahren Anlaß darzu geben/ sonder sollen vilmehr Ihneir den Heiligen Ordens-Stand mißrathen/ und Sie mit Ihrer/und anderer deß Klosters Geistlichen Schaden gantz und gar nicht aufnehmen. Bedcnckc dich wohl über disen Puncten/und so du dich in selbigem verfahlt/ glaub festiglich/ daß du gesündiget / und strenge Büß thun müssest; dann solche Seelen selten guet thuen / und durch Sie vil Übels erfolget. Anselmus der junge Religiös/ ist wegen seinen fürtrefflichen Tugenden/und grosser Geschick lichtest/bald zu einem Prior erwählt worden / und pflegte in seinem Ambt/ absonderlich denen/ welche Ihm nicht wohl gewogen/ Guets zu thun/und nach Ihrem Todt für Sie Heilige Ny 2. Messen S56 Betrachtung Messen zu lesen. Alle insgemein ermähnet Er zur Reinigkeit deß Gewissens/und pflegte zu sagen: Er wölke lieber ohne Sund indieHöllen/als mit unreinem Gewissen in den Himel. Mein vrmLlccoa ! Erinnere dich Ersikch/wie du dich indeiner Verrichtung verhaltest/und insonderheit gegen diejenige/welche dir nicht günstig2 Folgest du dem Exempel diseS Heiligen Manns 2 oder thuest du das boßhaffte Widerspiel2 Bettest von Hertzen für Ihr Heyl und Wolfahrt/ und fürnemblich/ wann Sie gestorben 2 Dcn^rancken erzeigte auch di- ser liebreiche Heilige Vatter alle Liebe/ setzte sich zu Ihnen/ labete Sie eigenhändig mit Speist und Lranck; und wie verhaltest du dich 2 Lassest dir hertzlich leyd seyn / wann du nicht auch also gegen die Krancke und Betrübte/ wie diser Heilige Vatter/ beschaffenbist? Fürnemblich aber befleiße dich zum Ändern eines reinen Hertzens. Dann/ stellg sind die rein von Hertzen sind/dann Sie werden Gott zj vi A Z lic dc la sü rr, lo ir rr fe b, b d ü! K a k, v k b eil ee- lib lit ett stell ge >tl g- er ;e e- l? h rr e ß / - e > Von dem HeiligenBischossund Beichtiger Anselmo. Z57 wehr Milch als ftarcke Speiß vonnöthen/ und seye in Ausser- Ziehung der Jugend die Forcht ohne die Liebe eln übler Zucht- Meister/ und mache die scharffe sucht die junge Leüth in der Boßheit nur verstockter rc. Ulcin OsmrsccnL ! Mache Et'st- «ch über dise schöne Lehr einen heylsamen Gedancken. ?l»m Andern / so vü au dir gelegen ist/ Me niemahlen zu/daß ein solche Persohn fi'ir die Jugend/ oder Aovitzen geordnet werde/ welche nicht mit v ilcrerio n oder Bescheidenheit mit denselbigen kan wubgehn. Freylich/was wider Mrt/ soll rnan Ihnen nicht zu- Uen; aber Sie nur nach eignem Mff mit Rauche und Bussen wollen regieren/oderSie mit un- ^othtgerl Andachtei: überhäuf- sen/und zu gar zu strengem Ab- Mch in Speiß undDanck treibn/ und keine Ergötzlichsten W Lerbs zulassen/ist mehr als "bel gefühlt. f. Mein vLMzscens! Weil bey Mer Verrichtung grosse Ver- "nrwortnuß/ und grosse From- und Klugheit vonilöthen/ so dirist/entschlage dichder- Mgen/und seye lieber ein Un- ^MN/als Vorgesetzte. Was Anselmus andere ge- lehrt als Prior/ dasthatte Er nachmahlen gegen seine Untergebene als Pr-lat; Dahero wegen seiner grossen Klugheit die Seelen zu regieren / ist Er von denLand-Standen in Engelsand ersucht und erbetten worden/in difes Königreich zn kommen/JH- ren jungen Tyrannischen Konig durch sellie Klug-und Bescher» denheit in dem Zaum zu halten/ welches Er gethan/und sich dar- durch bey dem König so beliebt gemacht / daß Er Jhnne znm Ertz-Bischofs von Kantelberg benennet. Auß dsscm sitzest du/ wre vil Guets Anselmus mit seiner liebreichen Bescheidenheit bey hohen und nideren Stands-Per- sohnen habe geschaffet. So lasse auch in dir deine böse ?g,6oncs, und Gemüths-Bewegungen nit regieren und herrschen / sonder lasse der Vernunsst/ derSanfft- muth / und Liebe die Meister- fchafft/so wirst du bey G-Ott/ und den Menschen lieb seyn. Wansbiß dato nicht geschehen/ lasse dirs hertzlich leyd seyn/daß du so unbescheiden und parlio- nrert gelebt / und darmit mehr Übels/als Gutes geschaffet. 2 ) y z Der Betrachtung Der Heilige Anselmus ist wegen fernes sanfftmüthtgen/ und friedsamen Geists staks mit Heiligen Gedancken umbganaen/ und hat alle Ding Ihme zu Nutzen gemacht; unter andern/da Er einmahl ein von Hunden gehetztes Haßlein sich unter seinem Pferdt verbergen sahe/seüffzete der fromme Ertz-Bischofs/ und sagte zu seinen Gefährden: Wie die Hund diß Häßlein anbellen/ beängstigen/ und knrtzumb rodt haben wollen / also wird ein sterbender Mensch von den Teüfflen beängstiget / umbgeben / und angefochten/ und wo möglich/von ihnen in das Verderben gcstüryr werden. Und ritt anders mahl/ als Er einen Knaben erblickte/mit einem angebundenen Vögelein in der Hand / und selbiges bald in die Höche ließ fliegen/und bald wieder zu sich ziehen thäte: Ach! schreyte Er auf/ ein solches Gpihl verübt mit uns armen Menschen der Höllische Vogel-Fanger. Mein vLMLlcena ! Den jeni- gen/wclche GOtt lieb haben/dienen alle Ding zum Besten / sagt der Heilige Paulus. (-) So erinnere dich/wie du bißhero seyest beschaffen gewesen ? und ob du mögest unter solche Gott-liebende Seelen gezehlt werden / die Ihnen mit Anselmo alle DMA können zu Nutz machen? Über das gedencke / ob der böse Geist nicht auch mit dir spihle/und an dem Faden diser oder jenerKrea- tur/ diser oder jener bösen Begier!) gefangen/ und angebunden halte ? L)b du dir dessentwegen nicht müssest fürchten / in deck Sterbstündlein starck/und hack von dem bösen Geist geängstigt und angefochten zu werden. N disen Gedancken halte dich eck wenig auf/ und mache dir M zu Nutzen. (a) kom.8.v.»8. Der dritte Punct. AIscr grosse Lehrer hat wegeN seiner Fromkeit / und grossen Geschicklichkeit nicht nurEngk^ land / sonder der gantzen Katholischen Kirchen sehr vil gedient dann neben deme / daß Er sick dem hochmüthigen/ regier-E Geldsüchtigen König in Eng^ land widersetzt / und ehender au len Gunst deß Königs/und das Ertz-Btßthumb selbst verlihren wollen / als wider die FretE der Kirchen etwas geschehen lar sen. Mer das/ hat Er in de» Kirchen-Versamblung zu Von dem Heiligen Bischofs und Beichtiger Anselmo. Z59 die G >ek an ze- »ert eB lt't igt tttl Ibe 'ell el- >0- !t; ich >ld ch rs erl »jt s er K und Rom/ der Kirchen GOttes Swsse Dienst geleistet. tNein OsmriccnL l Auß distM sihest du/wie die Heilige Vatter M jederzeit eyfferigist grossen Fürsten und Herren haben widersetzt/ welche in Geistliche/und Kirchen-Sachen sich haben eingemischet/und denselbigen zuwider gehandlet. Villeicht erfordere dein Stand nicht/ solche hohe Ding zu verrichten; aber wann du dich etwan hast versündiget wider die Heilige Armuth/ M andere Satzungen der Hell. ^legul/ erfisrsche dich / ob du dir Wlbsten/ und auch aridem nicht West gefchmeichlet/ durch die Flnger gesehen/und deiner Sin- "chkeü/und bösen Begierden zu wl zugelassen d Lasse dirs hertz- Uch leyd seyrr/ wann du gesündigt / und etwas / das nicht recht M gethan hast. Es hat der Heilige Anstlmus so wl schöne/und herrliche Schriff- mit denen Er die Kirchen Lottes erleuchtet/hinderlassen/ M Cr billich ein Doctor und Mrer derselben genennetwird; auch der jenige gewesen/ welcher hie unbefleckte Empfang- M ber allerseeligisten Jung- »raiv Mru- nicht allem verfochten/sonder auch dero Fest-Lag zu halten angefangen; oahero Jhme absonderlich verbunden alle Liebhaber Mari?. Mein ULMLlccn» ! Wann dn auch wüst unter' ise gezehlt werden / so verehre disen Iungfraw- lichen Lehrer / und glaube fcstig- lich/ daß wann die Gelehrten (s) werden leuchte«^ wie der Älany deß Firnraments/ und die jenige/welche vil Lcüth zur Gerechtigkeit unter- wcißn/wie die Sternen immer und ewiglich / der Heilige Anselmus durch Marve Furbitt ein absonderliche Glory werde erhalten haben- Durch dessen Verdienst du auch wirst erlarmen mögen/ was dir zu deiner Seelen Herst wird nutz und grttseyn. Dbwohlen der Heilige Crtz- Bischoff wegen der Kirchen- Freyhert vil und grosse Be- fchwahrden von dem Engellan- dischen König erltdten/ hat Er doch durch standhaffte Gedult so vil vermögt / daß der König endlich sein Mißhandlung erkennt/ und den Heiligen Mann m grossen Ehren gehalten/deß- weaen auch Ihne Gott gesegnet/ daß Er wider seinen Bruder ko - bertum den Sig / und das Her- zogthum Normandren erhalten. Mein Z5s Betrachtung Mem vsmrscenr! Gleichwie Aschen/und Hunnen Sack/und GL)tt der HErr Visen König/ stirbt, stetig im Jahr 1109. nach und alle grosse Fürsten und Her- Khristi Geburth / seines Alters ren zu Seel und Leib benedeyet rm sechs und sechzigisten. und segnet / wann Sie sich ein- rn-m o-m.t--.-! Du w« alle Komblichkeit habe» deß nnN Ä!' Leibs, für denne du villeicht zär E/ also glaewe auch sicherlich'/ U, 'E daß du nicht geringeren Scegen Mt hart-e«/ v,n m o vonGott werbest erhalten,wann K°dMelArq-t Gedenck-/ d» M die Erhaltung/ und ob- R^ee.ge,^ Et^ew^MottMauffes ^ Forcht und SchrLcken du vss Gebe Ech Ukn / ,md L wendest ersch-d wiEstUgMabest^gehÄ Ach mein v-m-tce-,-! M und hiemit müssest sorgen von «Messe dich doch/dem, ahlci B G 0 tt gestrafft zu werden» recht frvmb zu leben,deiner e,K Nach disem Sturm-Wetter »«Liebe recht vollkommen » regierte der Heilige Mann sein äusterben/ und Gott allein abz Kirchen in arosserRuhe/bekombt warten/ so wirst du auch miM endlich ein starckes Mageli-weh/ Heiligen Gottes freudig abM bereittet sich darauf zu einem den/ und stetig werden, stetigen Todt/ legt sich auf die oaniei. rr. v. z. Betracht Von dem Heiligen Märtyrer Georgio. Betrachtung Auf das W deß Hak. Georglj/Märtyrers. Der ttste Punct. Heilige Gesrgms in Kap- und Gottftelig leben. Ich trage . padocia / von sehr edlen/ und keinen Zweiffel / daß du nicht welchen Clteren gebohren/und in fromme Elteren habest gehabt/ vrm Katholischen Glauben auf- und zu aller Andacht ermähnet Erzogen / hat seinem Stand ae- worden; aber erforsche dich / ob waß/ in dem Kriegs-Wesen sich du unter denen / mit welchen du jo dapffer gehalten / daß Jhnne lebst/ auch also stock seyest / daß Oioclcrirnu, zumGrassen-Stand du einen grösser« Stassel in dem Mben/ und zu einem Feld- Himmel könnest hoffen 2 Und Marschallen gemacht. So hat Betrachte/ daß weilen diser Zum Anderen der Cyffer der Doch-AdelicheKappadocier von Ehr Gottes/wegen deß Gottlo- mnen Clteren stom auferzogen/ sen Lebens der Soldaten / St. Me Er auch in dem Krieg seine Georgen zu grösserer Vollkom- vromkeit nicht allein erhalten/ menheitangettieoen/wievtlmehr Mder seye unter Gottlosen Sol- soll dich anreihen zu einem Lunten noch eyfferiaer und ftöm- gend-vollen Wandel/ wo so vil Mr / und wegen seines äusserli- eyfferige Gott-liebende Seelen/ MnTugend-Wandels von vio- mit welchen du lebst / und deren lenzn« dem Kayser zu noch hö- Exempel du täglich vor Augen Aerem Stand befürdert wor- hast. den. Betrachte / daß als Dioclerir- ^Mein vamsscen-l! Cs ist kein nur wie ein neüwer vomirisnur, Mud gefahrlicher/als der Sol- oder^lcro, die Katholische Kirch ^m/ ^ dannoch sitzest du/ gantz und gar außtilgen wolte/ Einer wohl auferzogen/ habe Er alle seine Bediente zu unter Gottlosen könne stock sich beruffen lassen / und diß sein Zz Vor- z6r Betrachtung Vorhaben Ihnen geoffenbah- ret/welche alle Ahme geschmeich- iet/und seinen Anschlaafür gut erkennt. Georgius aber allein habe sich Jhme gantz hertzhafft widersetzt/ und mit Grunb-Reg- len derVernunfft/und deß Katholischen Glaubens/ so wohl dem Kayser/als seinen Rathen daraethan/ daß nicht mehr als einGOtt/ der Himmel und Erden erschaffen/ anzubetteu/ und daß ohne den Schriftlichen Glauben nicht mögllch feye / nach di- sem Leben die wahre Seeligkeit zu erlangen. Auf welches o-o- cictiLliu, befohlen/ den Heiligen Georgium in Ketten und Banden zu schlagen / und in einen Kercker zu Werften. Mein vLmrftenL l Weil die Wahrheit/ und ein aufrichtig- wohlmeinendes Gemüth nichts and rs thut gebühren als Ungunst/Neyd und Haß / dahero gibts wenig aufrichtige Georgen ab/und das nicht allein bey Höfen / wo die B diente schier alle den Mantel nach dem Wind hencken/rathen und thuen/was Sie vermeynen Ihrem Ober- Herrn angenehm zu seyn/sonder auch in denKlöstern geschichtes zu Zeiten/ daß etwan einOber- keit in Zeitlichen oder Geistlich^ nicht wohl hauset/und thuet/dB weder vor G-Ott/ noch vor der Welt recht ist; deme / damit man bey Jhme möge in Gunsten leben/sich niemand will wl- dersetzen/souderlich wann Er seinen Sachen ein politisches Färbtet« weist anzustreichen/dardurch aber ein Übel nach dem anderen einschleichet/und auch ein GE liche Versamblung nach um nachso starcksincket/daß endlich Ihro schier nimmer zu helffen.. Mein vLMLsccnL l Es siUb nochvil fromme/aufrichttge/ulid wahrhaffte Hertzen/ welche anders nichts suchen als die Ehr Gottes/und das Heyl deßRach- sten; Sie find auch nochsowohl behertzt/ dem Bösen sich zu widersetzen/ als Georgius gewem und wann es auch schon Ihr Le- ben solte kosten/als wie den Hew Johannes / Thomas von Kari- telberg/Thomas Morus/ vil andere Geist-und Weltliche- würden Sie sich doch nicht abschicken lassen / die Wahrheit/ wie sie an sich sechsten ist/ZiE gen. Solche schwahre Anfa"- mein vam sscen L! hast du nichtzu förchten / dir solle genug NA wann du ettvan zu einer bA m rß > er n- >i- ch m ! rd ch >ö ,d >k i- i/ l. !- c» / - / - / , > / i i > Von dem HeiligenMartyrer Georgio. z6z lndem Kapitel/ oder in der Vi6- ^'on zu reden hast/daß du ohne Paßion/ohne Respect/und mit Feniuth dein Meynung sagest/ wre du es vor GOtt recht/ und zum Nutz der Gemeind guet fin- M Ist aber der Gemeind handgreiflich etwas schädlich/ Nlgs zu seiner Zeit auch mit Demuth dem Vilirrron an/Hüte dich aber/daß du nicht unruhig seyest/ andere nicht auf deine Seiten Nehm wölkst / oder einen Ver- lchmach/und Unwillen erzeigest/ wanns nicht nach deinem Wil- gehet; dann der eine Sach M Gewalt nach seinem Kopff will behaupten/ schaffet nichts Mets/noch nützliches. Der andere Punct. >^Etrachte / Wie viocletirnur ^ der Tyrann/über den Heil. Ueorgium/ seinen Feld-Mar- Wallen/ wegen deß Katholischen Glaubens also erbittert/ und er- L^t sey geweftn/daß Er Jhne nÄ auf habe lassen pruglen M streben/daß die Sonn hät MM durch Ihn scheinen; mit . senm Klawen biß aufs Bein zerreissen/ die Wunden oen Daltz reiben/und mit feüri- ^ sackten brennen. Über das/ hab Er den Heiligen Ritter in feurigem Pech lassen rösten/ einen Zaum in Mund legen/und über Stein und Hecken also lassen reißen und zerschleißen / daß Haut/Haar/und das Fleisch an den Statnen hangen geblieben/ ja gar auf ein Rad voller spitziger und schneidenter Messer binden/ und umbdrahen lassen / daß sein Leib gantz zerschnitten ist worden. Mein vamLlcenL ! Stelle dir neben der grausamen Peyn und Marter deß Heiligen Georgen auch noch vor Augen die von Gott Jhme mitgetheilte Gnad/ und geoencke / daß gleichwie vil tausend andere Märtyrer von GDtt gestarckt/ die Tyrannen nur verspottet / also habe auch der Heilige Georgius immer mehr verlangt/wegen deß Glaubens zu leyden / weilen Jhme Khristus in seiner grösten Peyn und Quaal erschunen/ getröst/ und gesagt: Geörgi / sey behertzt/ und förchte dich nicht / dann Ich bin mit / und bey dir. Weil Er über das gesehen einen Engel/ mit einem Schneeweißen und glantzenden Kleyd angethan/ nebent Ihme stehen/welcher Jhme sein Hand reichte/umbsieng/ Zz r und 364 Betrachtung und einen Muth zum Leyden machte. Also Mein vLMLlcena ! verlasset unser lieber HErr und Gott keinen/ der Ihnne von Hertzen liebet/ und wegen seiner in guter Meynung wa6 Wideriges leydet. Hast du es nicht offt selbst erfahren / daß wann du ein Kreütz/ oder Widerwärtigkeit gehabt/ im Stand der Gnaden Gattes gewesen / und ein wahre Liebe zum Leyden erweckt/ daß du selbiges nicht aantz ring habest übertragen können. Wenigen widerfahrt dise Gnad/daß Christus der HErr/oder seine Heilige uns sichtbarlich erscheinen / uns stärcken und trösten. Aber diß alles thut und ersetzt Gott eben so wohl durch sein innerliche Gnad/ durch die Ermahnung deß Geistlichen Vatters/durch ein Geistliches Buch/ oder durch das Exempel so wohl grosser Heiligen/als derjenigen stocken Seelen/mit denen man lebt/als wann Er Mündlich mit uns thäte reden. L) wie alückseelig bistdu/wan du dir dise Lehr bißhero recht hast zu Nutzen gemacht ? Ist es aber nicht geschehen/ lasse dirs hertzlich leyd seyn / und mache r dich in das künsstig diserGnad/ verdienstlich was zu leyden/bejstk fähig. Endlich gedmcke/ daß uns zwar allzeit beystehe/ und wir ohne seine Gnad nichts ver^ mögen / aber mit feiner ordm-m Gnad müssen wir auch arbeiten/ und alle unsere Kräsften anspann nen/und müssen nicht gedencken/ daß wann uns was Widriges zu leyden vorkombt / daß G^tt gleich mit seiner exirrordinAri und sonderbahren Gnad müb helffen/solcheStärcke geben/und ein Miracul thuen / daß wir nichts darbey leyden müssu» GOtt hat seine Märtyrer und Beichtiger durch grosse Peyn ! und Marter/und durch strenge > Versuchungen lang und vil ley^ den lassen/ und mit seiner sonders bahren Gnad sich so lang niA sehen lassen/so lang Sie durch dn orciillZn Gnad gestarckt/ haben mögen durchschlagen. Erforsche dich / ob du delUk Kräsften also habest angesE net/ also dapffer gestritten unu aelidten? oder obdunichtgleM faul und träg erlegen/und HA mit erzeigt/ daß du G-Ott mE lieb habest/der dir ohne Aweu^ um Widern wie andern frommen V !k lt ri l/ r- >/ s ! tt fj k s. d tt ! -e - >/ ^ t e e ! > : l ' - t l > Von drm Heiligen Märtyrer Georgro. Z65 ^are zu Hülffkommen/ wann on auß Liebe gegen GÖtt das Einige auch hättest gethan ? Der dritte Punct. Verachte/ wie der Heil. Geor- . gius nach allen disen Peynen von dem Geist Gottes angetrieben/ mit dem Käyser/ seinen Be- Mten/ und grosser Menge Alcks in den Götzen-Tempel M habe begeben/ und da der Aayser vrrmeynte/Er werde seligen opfferen/ habe Cr durch M Heilige Kreütz-Zeichen den Teusftl in der Biwnuß deß Aborts gezwungen / zu bekennen/ W er kein Gott seye/ und daß anderer wahrer Gott seye/ "ls welchen Georgius predigte; welches ein grosses Getüm- ?el/ und klägliches Heulen auß ^n Abgöttern herauß gangen/ ?.Elche alle zu Stucken zersprun- ^ / über welches der Kayser om Geschrey der Priester / und der Bekehrung so vilen ^olcks bewegt / befohlen/ Geor- N wit dem Schwerdt hinzu- Men/welches auch geschehen ^ Aprill/im Jahr 290. in ^rften/mderStadtOiospoli. OsmLlccna! Die wahre äugend nimbt keinen Abweeg/ und lasset sich weder durch Schmeichlen/und Liebkostn/noch durch Forcht und Drohen / von dem Kreütz-Weeg abwendig machen, viocleri-nu, hat an dem Heiligen Georgio beyde versucht / aber alles umbsonst. Erforsche dich Erstlich / ob du auch so beständig? und ob du nicht zu Zeiten in der Widerwärtigkeit / oder wann es dir auch nach deiner Sinnlichkeit wohl ergehet / in dem Dienst Gottes/und Übung der Lugenden / kalt und law werdest / und von derKreütz-Straß einen Abweeg nehmest? Zum Andern / weil vor dem Heiligen Georgen die Götzen zerfallen / und mcht möchten bestehen/ erforsche dich/ ob keine Götzen/ und unordentliche Liebe zu den Kreaturen in deinem Hertzen sich aufhalten? L)b sie durch die Heilige Kommunion/ durch das Heilige Kreütz-Zeichen / und durch andere gute Merck zerfallen / und von dir weichen ? Mache über alle dise Ding heylsanieGedancken. Drittens / weil Georgius vor seinem Todt und Enthauptung/ allen und jeden von Hertzen verziehen / und sein Abscheiden mit 3r z so»- Z66 Betrachtung sondern: Cyffer G'Ott anbefohlen / erforsche dich/ ob du auch bihhero allen und jeden habest verziehen / und annoch verzey- hest/die dichjemahlen haben be- leydiget? Ach.'wie osst stecket in uns ein Grollen und Widerwillen/wider dise oder jene Perfol)»/ und vermeynen noch recht darbey gethan zu haben / dar- durch wir aber nichts anders verdienen / als die Ungnad/ und den Zorn GOttes. Dem lieben GOtt ist nicht genug / daß wir alles verlassen / sonder Er will/ daß wir Khrifto JESU auch nachfolgen / der gesprochen: 0) Vatter/vergib es Ihnen/dann sie wissen nicht / was sie thuen. Di- sem Heiligen thue öffters dein Sterbstündlein anbefthlen. Endlichen ft> betrachte / daß weil unser lieber HErr und Gott den Heiligen Georgium mit so grosser Peyn und Marter gewürdigt/ selbsten getrost und gestarcket/und von beyden Kirchen/ in Aufgang und Ntder- gang jederzeit hoch geachtt/und von vilen HH. Vattern wegen seiner Heiligkeit / und Wundes wercken gerühmt und gelobt worden/denne blic-pkoru, so gük heisst/ einen weit-berühmte» Märtyrer auß allen denen/tveb che zur Zeit deßKaysers vwcie- r,Lm wegen deß Khriftl. Glan^ benssind umbgebracht worden/ so muß auch seine Fürbitt/ uns > seine Verdiensten sehr groß tN dem Himmel seyn ; Deßwegen Jhnne die Katholische Kirch bend dem Heiligen kiLunrio uno ZebsNiano für Ihren SchE Herren und Fürbttter erwählt» ! Mein DamLscens! Dhue distN ! Heiligen hoch achten; thue dich Jhme in deinen Nöthen litt» Anfechtungen sonderlich aM fehlen/ so wirst du erfahren/ daN Er den Drucken wird erlegen/ und die Königliche Tochter dem arme Seel durch sein Fürbitt wird erlösen. (a) l.ucre r-.v.)4. Betrat ij U § V d ll s. s. b . Von dem Heiligen Evangelisten Marco. Z67 Betrachtung Auf das Fest dkß Hctl Evangelisten Marci. Der erste Punct. M^Arens der Heil. Evangelist ligts daran/daß einer mit from- «Wein Hebraer/auß derZunsst wen und gelehrten Leüthen Ge- ^. Levt / ist einer auß den 70. meinschafft mache / selbige ehre/ Lungern gewesen / und nach der und liebe/der m Tugenden ernst- Sendung deß Heiligm Geists ltch will zunehmen. Und wie Ar Cr Petro dein Heiligen AM verhaltest du dich ? Es ist nicht >wl angehänget / Ihme gcfolget/ genug/ in einer Gemeind einfäl- Ad sein Atrßleger so wohl der tig dahin lebeu/sondermanmuß sprach/ als seiner Predigen ge- sein Lebens-Stand/ und Gewis- wesen. Zu Rom hat Er auf sen vertrawlich einem Geiftli- Mehren der Gläubigen das chen gelehrten Mann offenbah- veillge Evangelnun geschrieben/ reu/selbigen ehren/lieben/für sei- welches Pttrus gut geheißen. nm Lehr - Meister und Vatter Betrachte/ daß der Heilige erkennen/auch selbigem nachfol- Garens zwar ein grosse Gnad gen / und gehorsamen/ aber in von Gott habe empfangen/von gar zu grosse Gemeinschafft sich 7 o. Jüngern einer zu seyn / mit Ihme nicht einlassen. Er- ^>er weilen Sie noch alle vor innere dich / wie du dich bißhero Akunfft deß Heiligen Geists habest verhalten? ^vollkommen / habe Er durch Marcus hat sein Evangelium Ne Nachfolg/ und Gemein- aus Anhalten deß gläubigen UM mit dem Heiligen Petro Vvlcks/ deme Petrus zu Rom Geistlichen Leßr-Meister das Leben Khristi geprediget/ ^'v Mtter / von deme Er den nicht nur einfältig geschrieben/ düngen Tauff empfangen/ in sonder hat solches von Christo x.^ugenden und Fromkeit deß als GL)tt und Menschen ange- seht zugenommen. fangen : Der Anfang deß Evanr- vLmrscen» ! Also Vil geliumsJEsu Christi /deß Sohns Got- Z68 Betrachtung Gottes / (r) welches sonst kein Evangelist gethan; deßwegen Jhnne Johannes für den Ersten gezehlt. (b) Das erste Thier/ sprach Er / war gleich einem Löwen/ nemblich Marco. Wünsche Glück dtsem Heiligen Jünger / daß Er durch die Lehr Petri seines Meisters so vil zugenommen/daß Er ist würdig worden das Heilige Evangelium zuschreiben/ und daß selbiges in der Kirchen G-Ottes so hoch geschätzt/uud angenommen ist worden. Ach mein D-maKe- ri»Marcus wäre von denGläu- bigen sehr hoch angesehen / und dannoch ist Er sehr demüthig gewesen/und hat sich gering geschätzt/ und wir erheben uns/so bald nur etwas Gutes durch rms geschicht; und warumb? als weil wir noch kein Demuth/und kein rechte Tugend haben/ die uns auf dem Fuß folgen wurde/ wann wir nur gedruckten/was wir auß uns sechsten sind? Mem Osmascena ! GkdeNcke/ Wie hoch/ und vil wir alle verbunden disem Heiligen Evangelisten/der uns durch das Heilige Evangelium beschrieben das Leben/und die schönste nutzlichiste Lehren Khristi JEsu/ vermittlest deren wir mögen erlangen die schon so lang den Heyden hersagte Seeligkeit. Erkennt dise Gnad/ und mache dich dtp selbigen fähig. (a) Mrci c. r. v. r. (lr) /^ocrl» 4.V.7. Der andere Punct. gHEkrachte/daß weilen Marctts ^sovil anWeißheitundE stand / anFrom-und Heiligten zugenommen / hab Jhnne M trus geschickt/den Heyden da» Evangelium / welches Er schrieben/zu verkündigen/und 1» predigen. Und obwohlen Ek allenthalben grossen Nutzens schaffet/ habe absonderlick) M xandria/ und gantz Egypten n^ gen seinem Predigen/urw Fron^ kett deß Lebens/sich dergestalt^ dem süssen Joch deß Heiligen Evangeltj untmvorfftn/daß schier alle ein sehr hart / E strenges Leben angefangen/E seiner Jünger der meiste in die Einodinen sich begeW biß in z. 4. 5. ja 6. Läg ^ Gpeiß genossen/ und in stlE Strengheit gelebt/daß Sie E geschunen Engel als MenW' zu seyn. ^ MeinvrmrscenL! DU^kve^ > Von dem Heiligen Evangelisten Marco. Z69 >eri nie er- :rl. lls ekelt )e- as gell ge- le- oe- iö- ttd etl ll/ irl >a' etl i- »l/ ivohl / daß die Vollkommenheit Acht bestehet in Hunger/ Durst/ «rost und Kalte; in Zergeiß- ürng deß Leibs/ und anderen peynlichen Leibs-Aasteyungen/ Insten waren unzählbar vil Gotzen-Pfaffen/Türckische und Heydnlsche Pfaffen und Mün- chon die allerheiligiste Menschen/ weil sie aber neben der Abgötte- key/und vilen anderen Sünden und Lastern nichts anders suchen/ als wie sie von den Menschen mögen hoch geehrt und gelobt werden / sind sie die aller- Unglückseeligiste Teüffels- Mar- chrer / und mit Ihnen alle die lemgen Religiösen / welche nur M Gleißnerey / auß eytelem Mpect/ und auß keinem guten Ahl und End Ihre scheinbahre ^ugerch und Buß-werck verachten. So bestehet dann unsere Vollkommenheit in den in- uerlichen Tugend-Wercken deß ManbenS/der Hoffnung/in der Dochschahung und Anbettung Mtes/ m derErdemüthigung uno Vernichtigung seiner stlb- N / und fürnemblich in den Aercken der Liebe Gottes / wel- rk- über alle auß einem innerli- N Geist und Andacht/und in "er Heil. vollkommenen Meynung/ und nicht auß eigner Gebe und Willen angetrieben/müssen verrichtet werden. Mache über diß deine Gedan- cken / und erforsche dich/ mein OLMLscenal wie du bißhero deine Werck habest gethan 2 ob du nicht offt und vil umbsonst habest gearbeitet/ und wegen Abgang und Mangel deren zur Tugend nothwendigen Eigenschafften/ nicht seyest schlecht und gering von Gott angesehen worden 2 Betrachte zum Anderen / daß als die bekehrte Heyden von dem Heiligen Marco verstanden die grosse Liebe Ahristi IEsu / und was Er außgestanden und ge- lidten/ damit Er den verlohnten Menschen möchte stetig machen/ haben Sie von dem Heil. Geist angetrieben/alles angespannet/ sich der Gnaden theilhafftig zu machen/ und durch ein recht from und strenges Leben ein Gegen-Liebe zu erzeigen. So stelle dir/mein o,mrlcenL; vor Augen das jenige/was dir der liebreiche JEsus gethan/stin vilfaltiges Leyden / und seme hauffige Gutthaten / welche du von Jhme empfangen. Iren,/ erinnere dich deß strengenLebens der ersten Khristen/ und was du Aaa hin- Betrachtung hingegen habest gethan ? Bezeugt dein bißhero geführtes Le- ven/daß du solche Gutthaten habest empfavgen/etn Gegen-Liebe habest erzeigt / mit Ernst in den Himmel habest wollen/und nicht etwan dermahleinist müssest sorgen/von so eysserigenKhrtstenzu schänden gemacht zu werden. Der dritte Punct. g^Etrachee Erstlich die Demuth ^ des; Heiligen Marct; Damit Er zu keinen hochen Kirchen- Aemptern tönte gebraucht/und zu keinem Priester gewyhen werden/und in Kindlicher Demuth stimm Gastlichem Vatter / dem Heiligen Petro beständig lnöch- te dienen/ habe Er Jhme selbften den Daumen abgeschnitten / der aber von dem Heü.Petro wieder geheilet worden. Mein Oamalcenr! Ich Will nicht glauben / daß ich dir müß Verbieten / diserUrsachen halben einen Finger abzuschneiden/ es ist genug / wann du dich dahin entschlössest / daß du nicht unge- dultig wöllest werden/so du von deinen Oberen nicht zu höcheren Aempteren befürdert wirst; daß du auch erkennest / wie grosse Reinigkeit zum Priesterlichen Stand / oder die Heilige AoM- munion zu empfangen erfordert werde. Ach mein vzmLlcens! vor Cmpfahung derftlben/ernie- drige dich biß mrter die Erden/ und erkene dich derjenigen gantz unwürdig. Betrachte zuin Andern / wie danckbahr sich Marcus gegen seinem Geistlichen Vatter denr Heiliger; Petro erzeigt habe/ in- deme Er in seinem Nahmen GOtt zu Ehren ein Kirchen M Alexandria gebawet/ und allda einen Patriarchen eingesetzet. Trage mein l^amsscena! ein sow derbahre Ehr/Liebe und Reve/ rentz gegen deine Oberen; rede allzeit wohl und rühmlich von Ihnen / dardurch Gott sehr ge/ lobt/uud derNachste auferbawet wird. Betrachte zrnn Dritten / W^ Marcus mit seinem Evangelio/ und eyfferigen Predigen/als ein brüelender Löw die Heyden/ und schwäre Sünder habe geschröckl und bekchrt;mit wievilm denn würdigen Miraculen Er tust seine Lehr habe bestättiget; uno welches das meiste/ wie starA müthig und gedulttg Er al e Müye und Arbeit/alle WdA Von Dem Heiligen Evangelisten Marco. zyr Wertigkeit und Verfolgungen habe übertragen / und gelitten. ttlein O/rmaicens! Verhärte Erstlich dein Hertz nicht/ durch allerhand böse Begterlichkeiten / vast du nicht hörest / wann diser ^ow das Wort GOttes in dem Hell. Cvangelio dich zur Besserung deß Lebens ermähnet. Erichricke hertzlich / und aedencke/ oaß dises dir allein gesagt seye/ und daß/wann du dißmahl nicht werdest folgen / ein anderslnahl vlr dise Gnad werde versagt werden / welches dich in deinem "Todtbethlern sehr drucken wird/ und gedruckt/daß du noch mehr werdest erschrecken/ wann der Armimige Löw von der Zunfft ^uda/ der erzürnte Richter dich wwd ruffen/wegen deines geehrten Lebens Recheuschasst zu geben; und in disem halte dich rw wenig auf. Wie vil hast du Andern Mtracul/dle Ihnen vas Wort Gottes zu Nutz gewacht/und sich bekehrt? Stelle M vor Altgen den einzigen An- wNtum/welcher die Wort: Man " wilt vollkonnnen styn / st» gehe u!!>/ ^kaussalles was du hast/ d gib es den Armen / und folge aufgenommen/als ^wti sie Ihme allem waren gesagt worden / welchen Er auch nachkommen. Daß du Drittens in allenDingen solcheBeschwar- nuß empfindest / klernmüthig wirst/ dich alles verdriesset/ und alle Gelegenheiten/ etwas umk» der Liebe Gattes willen zu ley- den/fliehest/auch deßwegen dich keiner Beschwardnuß für die Ehr GOttes / und der Seelen Heyl unterfangest. Mein! was must du von dir selbsten anders gedencken und halten/als daß du kein Liebe Gottes habest/ und es mit dir innerlich nicht wohl bestellt seye? Betrachte endlich/ Wie MaMls für sein vilfaltige Mühe und Arbeit von den undanckbahren Alexandrinern nichts als Peyn und Marter/Spott undSchand habe empfangen; dam da Er eines Tags dle Heil. Meß hielte/ hat Ihme dißBarbarifche Volck einen Strick an den Halß ge- worffen/mit vilen Spott-Reden in allen Gassen der Stadt/mcht ohne Vergiessung vilen Bluets/ herlnnb geschleifft/daraufin ein sttnckende Keichen geworffen/ aber von Ahrtsto dem HErrn getröst/und mit Visen Worten: Der Fried sty mit dir Marce/ mein Evangelist/ gegrüst worden. Aln Aaa 2 Mor- Betrachtung Morgen ist Er noch grausamer als zuvor/in der gantzen Stadt herumb geschleifft worden/ in welcher Marter Er im Jahr .Christi 64. unter blerono dem Kayser/seinen Geist aufgeben. Mein OLmrlccnL ! Wann dN für deine Mühe und Arbeit/ Komlichkeiten deß Leibs suchest/ bist du nicht auß der Zahl der Kinder G-Ottes. Lasse es dir hiemit nicht seltzamb vorkamen/ und schätze dichglückseelig/wan du nach dem Exempel Christi/ und aller seiner aufrichtigen Diener/ für vilfaltige Mühe/ die du wegen Gott/und der Seelen Heyl auf dich genommen / verachtet und erniedriget wirst. Du weist ja/ daß unser jetzige Tnrbßrl/ die zeitlich und leichtlich ist/schasse ein ewige / und über alle Maaß wichtige Herrlichkeit/ uns / die da nicht aufsehen auf das stchtbahre/ sonder auf das Ewige, (b) Du wirst zwar vermeynen/ mein i)2msscelia ! daß es kein Wunder/daß Marcus mit solcher Gedult alle Penn und Marter/ ja den Todt sechsten überstanden/ weil Christus Ihne selbst heimbgesucht/gegrüst/getröstet / und gestarckt. Du solt aber für gewiß halten/daß wann schon dise Gnad nicht jedem sichtbarlich wiederfahret / der gütige Gort danuoch keinen verlasse/der wegen seiner leydet. Er sagt zu einem jeden: Ich bin m>t Ihme inr Leyden/Ich will Ihnltt darauß erretten / tlnd zu Ehre» bringen, (c) Dann sonst wie wäre möalich gewesen / und wir könte noch möglich seyn/ daß!» vil in grösser Trübsal so gedul- tig könten seyn/ in grösser und schwacher Arbeit so unverdros sen/ und in aller Leib-und Lebens-Gefahr so starckmüthig/ wann Sie nicht innerlich getrost und gestarckt waren worden. kemsMu, jener fromme Benediktiner-Abbt hats gesehen/ wie seine Religiösen in Ihrer schwären Hand-Arbeit von der Mutter Gattes / und vtlen anderen Heiligen Jungfrawen heimbge» sucht worden/weiche Ihnen den Schweiß abaetröckner/ und mrt köstlichen Labungen also gestal'-, ket/ daß Sie in der Gedult /M Kräffren deß Leibs/in Fröhlichkeit deß Hertzens vil zugenommen/ und Ihre Arbeit mtt FreM den verrichtet. Dise Gnad m auch dir nicht versagt/wann dn in guter Meynung deine Arben anfangest/ und zu grösserer M Von dem Heiligen Evangelisten Marco. 37z GOttes wirst vollenden. Bitt Hertzeus mittheilen. Jndiser endlich disen Heiligen Evange- Bitt halte dich ein wenig auf/ "sten/ daß Er dir die Gnad wölle an dero dir so vil gelegen/daß du erlangen von dem HErrn IEsu/ ohne sie nichts verdienstliches M wann Er in der Heiligen kanst anfangen. ^ 0 MMUM 0 N ZU dir kombt / dich (a) ^crb. 19. v. -I. (b) r. cen sehr fürnehm seyen und lasse nicht nach / biß Maria sewesen/ und habe Maria die dich aufnimbt zu einem unwür- ^"er seeligiste Jungst aw Jhnne digenörind/urrd getrewenMagd/ a/?? "" Murrerrelb rnit einem ohne dero Gunst und Gnad du Mbeiten Rmg zuin Brauti- nicht sott hoffen von Gott Ver- Mw angeno mmen; Dahero zeyhung der Sünden/noch eini- drser Marianische Gesponß gen Fortgang in dem Tugend- von Mutterleib kommen/ Weeg. So erforsche dich / ob Er auch all seine Jugend du lußhero habest gethan / was ."/^n der Andacht zu der Mut- einer getrewen Magd Mari-- k),..Mttes verzehrt/und zuge- zustehet? Item/ wie vil daran Ut. gelegen / daß die Eltern front/ du / mein vsmasccn-l di- ohne deren Andacht zur Mutter Ne/Uderbahren Gnad in det- GL)ttes Robertus so grosse duzend nicht würdig gewe- Gnad von Maria nicht hatte Aaa z erhal- 3^ Betrachtung schalten. Ergibt dich dann gantz und gar zu dem Dienst dt- ser Hetltgisten Mutter/so tvirst du / und alle die Deinige glück- seelig leben. Betrachte/ daß Hieocioncu, der Vatter / und LmclißLräi, die Mutter/ sehr sorgfältig seyen gewesen für disen Ihren Jung- frawlichen Brautigamb Mari»/ welcher/damit Er nicht verführt wurde/ m dem Vatterli- chen Hauß unter so vilen Bedienten/und in der Liebe Gottes und Maria mehr und mehr thäte zunehmen/uttd wachsen/haben Sie Ihnne der Welt entzogen/ und den Benedictiner-Mönchen in dem Kloster Zell anvertrawet. Mein l>LMLlccnLl Betrachte/ undbewenne mit Zähern/daß so osst die lieve Unschuld/und etwa« ein fromb unschuldiges Kind/ als ein köstliches Perletn den Schweinen/und den «»keuschen Welt-Menschm wird vorge- worffen. Disem Unflath wann du entzogen / sage GOtt dem HErrn demüthigrsten Danck/ lebst du aber annoch in einer Gefahr / fliehe selbige auch wider den Willen deiner Elrercn/und begibedich in dieSlcherheit/da- mtt du Gott/Mari»/und deiner ' . v Seelen Heyl fönnest abwarten; Dann/versorgen die Welt-Merir i sehen ihr Silber und Gold/ len und Edelgestein / damit ßt chnen nicht geraubet werden/ wie vilmehr sollen sie versorgt die Unschuld ihrer sieben Kn^ ! dern 2 u b cl K Betrachte/daß gleichwie Jor seph der keusche Gesponß Marir in dem Hauß Nazareth in best Tugenden sehr habe zugenomen/ also habe auch Ihr Iungfratv/ sicher Brautigamb kobcrws i« dem Kloster Zell solchen Forl^ gang m Tugenden gemacht/ daß Er bald in seinem Kloster ei« Prior / nach etlichen Jahre« aber / wegen seines ruchtbahre« frommen Wandels erstlich ooclorensischer/ und letztlich ^ sismLnsischer Abbt seye erwähn worden. tNei»r OLMiücenLt So begirk dich gantz vollkonunen ltt oe« Schutz Mari»/und zweifle nu/ daß wann du wie kobermr das deinige wirst thun/ in den genden nicht allein werdest nehmen / sonder auch andern Z« einem Exempel der Tugend E leüchten/nach deme wir alle len trachten. Del n ei 2 2 L N 8' d 2 b sk y e l> z l, n; !l1- > sie lk/ M ltt- ^ ir etl n/ >v/ ttl l-p clß ^ B j ctt ! ett ! >r- 0 ' be B t/ .s »lt r/ b r Der andere Punct. VEtrachte/daß obwohlen Ko- benu; ein sromb/ cxemplrr- ^ud Heiliges Leben gefül-rt/ha- ^ Cr dannoch an unterschied^- wen Orthen bm seinen Untergebnen wenig Gutes fruchten »lögen; Und wann es schon zu selten das Ansehen gewonnen nnes besseren und ftömmeren Wandels / hab es doch keinen gestand gehabt/ dahero/ als der l^vmme Abbt gesehen / daß der Aden / und die Klösterliche ^.'c'pbn zum Nidergaiig gezeigt / alles immer schlimmer ?urde/ habe Er mit den zwey. Albgen Männern /ubcnco und dleR^o slch berahtschl^et/ wie Dmedicti wieder- in den ersten VamascenLErWegö wie es ein grosses Übel wann ein lawes außgelaß- ei^ben in einerVersammlung überhand genommen/ zir,.^e schwär es seye/ solches A^besstren. Du wirst vil- gehö^ / oder selbst haben./ daß jene Ver- "wlltng das Lob grösserer Von dem Heil. Abbt Roberto. 975 Frommkeit / und Klösterliche» öilcipiin gehabt/ in wenig Jahren aber sich dergestalten verändert/ daß es nunmehr einem Welt-Hauß nicht ungleich/und werde ein frommeHberkeit nicht mehr aufrichten können/ was ein gar zu gütige/ und durch die Finger sehende zu Boden sinckm lassen. Deiner Seits seye du ei)sse- rig/ fromb/ und eines guten Exempels/ seye nicht wanckel- muthig/ daß du bald Geistlich/ bald Weltlich/bald eyfferig/bald law/ und angelassenlebest / dar. durch du dir ftlbsten Haussen wUr- dest den Zorn Gottes nach deinem verstockten/und unbußfertigen Her- yen / auf den Tag deß Zorns / und" der Ostenbahrung deß gerechten Gerichts Gottes / der einem jeglichen» vergelten wird nach seinen werckcn. (H Und difer Gedan- cken deß Heiligen Pauli/soll dir billich Antrieb genug-seyn zum ftommen und beständigen eyffe- rigen Leben. Mein Oamascena !' Eo Vil an dir ligt/rede gern von dem Aufnahm Klösterlicher Disciplin; Geselle dich allzeit zu denen/welche eyfferig und fromb/nnd kanst du mehrers nicht thun/so fühvL weni- 376 Betrachtung wenigist ein fromb-unstrafliches Leben/ und widersetze dich nie- mahlen/ weder mit Worten noch mit Wercken/wann deine Oberen was Guts ordnen / und die Mißbrauch abschaffen. Betrachte / daß diser Heilige Mann mit seiner Gesellschafft/ hie Cr im Kloster tvioUlmo an sich gebracht / erstlich in dem Blßthumb ^rngrcr sich hab ni- derlassen wöllen/und ein Kloster aufbawen/von dannenaber seye vertrieben worden; Darnach hab Er sich begeben in das Stifft ekslonr an das Orth Kistertz genannt/allda Er und sein gebe- nedeyte Gesellschafft mit grosser Muhe und Arbeit/ mit Wtder- sprechung und Verfolgung nicht her Weltlichen allein/ sonder noch vilmehr der Geistlichen/ das Fundament zu emem neuen Geistlichen Leben gelegt. Mein vsmLiccnL ! Auß disem sihest du abermahlen/ daß die gute Fürnehmen ohne Wider- warttgkeit/und ohne Muhe und Arbeit nicht können Werckstelltg gemacht werden/und daß wann schon die gantze Welt sich Ihnen widersetze/ dannoch endlich einen glücklichen Fortgang gewinnen/ wann man pur anders nichts als die Chr GOttes / und dck Seelen Heyl suchet; und dtp soll dichMich trösten/daß wankt du wegen deinen guten und Heu ligen FürnehmenverfolgetwM nur desto grösser« VerdteB werdest haben. (a) Uom.r.v. f. Der dritte Punct. NE«ochtc/das! weile» der Heil- koberrur diser seiner kleinen Heerd täglich die Regul deß Heil. Vatters Benedtcti ließ vorlesen / seye es Ihnen sehr E Hertzen gegangen/daß Sie uns andere Mönch nicht thaten leben nach der Heil. Regul/ und tva Sie es öffentlich zu thuen versprochen. Mein OzmatcenL ! Gehk ^ nicht allzeit ein Stich ins HerU so offt du hörest lesen dte NeW und Satzungen deines Heiligen -Ordens? So erinnere dich/", du haltest/ was du zu thun vA sprochen; Und weil du aE mehr und mehr nach der konunenheit zu trachten verbüß den / sag ntcht mehr mit jetU Faulen: Es istgenug/wanu^ in dem Kloster lebe / wie rey^ gefunden/dann der also redt ^ 8 ll d A Ä d s »r u g a ß u ß n r! e d b t> Von dem Heiligen AM Roberto. Z77 )tß na Ilß B >eß ieß z; »d >ert sie ep )ik ett ob >r^ eit litt- eli ch es ,d 't/ lebt/ber thut seinem Beruf nicht genug/ rc. Betrachte / daß ehe und zuvor n.okerruz der Deformrrion deß Heiligen Ordens einen Anfang Macht/ habe Er sein gantzes Geschafft / sein armes Klöster- lern/und Heiligen Orden unter N Schutz und Schirm der Mutter G-Ottes / und Heiligen MtersBenedicti anbefohlen; Zach welchem Er heylsamme ^atzlmgen der Heil. Regul beygesetzt/ und den Seinigen die Armuth/ Verachtung der Welt/ und sonderlich das Stillschweigen anbefohlen/ darzu Sie sich M an dem Fest-Tag deß Heil. Aenedicti öffentlich mit einem Gelübd verbunden. Ecwcge wohl/ ob du deine Gehasst jederzeit unter demSchutz und Schirm Marir/und deiner Mderbahren Heiligen Patronen habest angefangen ? welkes/wann du nicht gethan/ist k^kein Wunder/ wann GOtt HErr dir dieselbigen rncht Mucket/der seiner lieben Mut- rk / und andern seinen lieben Mlgen zu lieb / offt und vil Gutthaten erweißt/ ohne deren ei?°i ? Er sie uns sonsten nicht «elgt. Und weil du kein wich- tigers Geschäfft hast/als daß du deiner VocLrion und Beruf gemäß lebest / bitt Martam die Mutter der Barmherzigkeit/ und deinen Heiligen Ordens- Vatter inniglich/daß du bey dir zum allerersten eines frömmeren Lebens den Anfang machen mö- est; und wo du dich zum me2 en fühlbar erkennest / mache einen stetsten Fürsatz / selbige Fahler zu verbesseren / darzu wann du das deinige wirst thun/ wird Gott mit seiner Gnad auch gewiß mitwürcken. Insonderheit erinnere dich/ ob du recht armb / der Welt abgestorben lebest / und ein Liebhaber deß Stillschweigens seyest? Betrachte/ daß der Heilige ko- berru, mit den Seinigen unter dem Schutz und Schirm Martin der Frombkeit und Heiligkeit/ und an der Zahl der Religiösen also habe zugenommen/ daß mit der Zeit Kstertz das arme Klö- fterlein zu einem grossen Heil. Orden worden / und sich in der gantzen Welt hab außgebreitet/ von deme die Ktrch Gottes vil Pabst/Lardinal/ Ertz-Bischöff/ Bischöff/ und Prälaten/ hochgelehrte Männer/ und unzählbar vil Heilige beyder Geschlechts Bbb em- Z/8 Betrachtung empfangen/unter denen vil Fürsten und Herren/und nicht weniger von Kaystr - und Königlichem Geblüt gewesen. Auß disem sihest du übermahlen/ wie alle grosse Ding ihren Anfang von geringen Sachen haben genommen. Mache kerne Gedancken von den Geschlechteren / !und grossen Königlichen Häusern/ sonder stelle dir allein vor Augen den Abraham / Da- Vid/Khristum IEsum/und seine Heilige Apostel / durch welche das Jüdische und Evangelische Gesatz sich vermehrt/als wie die Sternen am Firmament; Und was wäre Anfangs geringer vor der Welt/ als ungezogne l-oche Persohnen / darmit GOtt der HErr sein Allmacht undWetß- heit/ sein Liebe und Barmherzigkeit uns erweisen wöllen. Dancke absonderlich Khristo JEsu/und semer lieben Mutter Maria/ für die Einsetzung deß Zisterzienser - Ordens / durch denne die Kirchen Gottes so vtl Guts empfangen / daß wann Sie/ wie Khristus der HErr der Heiligen Mechtild offenbahret/ von disem Heiligen Orden nicht wäre unterstützt worden/ hatte fallen müssen. Wann du auch wilt zunehmen und wach- sen/ seye von Hertzen demüthig/ befletsse dich der recht hertzlichen Armuth/und iümme kleine Dlng deines Berusss wohl in obacht/ so wirst du vor Gott groß wer/ den. Erinnere dich / was tm bißhero gethan habest? Als Kistertz in bestem Flor und Zunahm wäre / begehrten die Mönchen zu ^roiismo von dem Pabst Ihren Abbt kob-r- rum wiederumb zurilck in Jhk Kloster/ welches Sie auch A langt/und von Ihnen sehr wohl empfangen / und gehalten ist worden. Damit aber Ktstery auch nicht unversorget bliebe/ verordnet Er selbigen Mönches den Heil. /^ibcncum, und nach zweyen Jahren den Heil. (M phanum. Bald darauf offen- bahrte GOtt lt/ du or eil cr> hk Ä rst ch e/ ch lU ld >l^ k- ilr 'r »k !! s EvilenWunderwercken Glor- würdig gemacht. . Mein OLMLtccna r du bist nicht ln so hochem Stand / und nicht Mit so grossem Ansehen/Gaben und Gnaden GOttes begäbet/ und bist vtlleicht nicht so gehör- snmb deiner Oberkcit / als wie ^okerrur der Seinigen ist gewesen. GedMeke/ daß Koberlu, den Kopff nicht habe aufgeworfen/und den Ungchorsamb/und das außgelaßne Leben der Mönchen zu Kioiilmo vorgewendt/ sonder habe in Heil. Gehorsamb Mhan/ was Jhme anbefohlen ist worden. Und was wurdest du in disem Fall gethan haben? Letztlich gedencke / wie daß der Heilige Mann zu Vermehrung der Himmlischen Krön / oder noch villeicht zu Abbüssung etlicher Unvollkommenheiten/ grosse Schmertzen habe gelitten / und du voll der Sünden / wilst ohne Peyn und Schmertzen in den Himmel/ der du dein gantzeS Leben in aller Komblichkeit/ und Ergötzlichkeit deß Leibs hast zugebracht. Mache ein heylsamen Gedancken überdiß alles. Betrachtung Auf das Fest deß Heil. Pctrl/MarkvrerS. Der erste Punct. D§r Heilige Petrus ist zu Ve- Vecrachr- Erstlich/ daß gleich- wria in der Lombardy von wie nur ein Gott/und ein Tauss/ Altern gebohren worden/welche also seye auch nur ein Glaub/ (-) Methan gewesen derManichai- der da ein Gab GOttes /(t,) Mn Äetzerey/so da gelehrt/daß und ohne denne unmöglich/Gott nur ein Erfchafferder zu gefallen/und müsse derjenige ^"'Ktbahren/ der Teüffel aber nothwendig difen Glauben ha- f.!! ^oschaffer der leiblichen und ben/ der zu G-Ott kommen/ und ' Mvahren Dingen seyen gewe- ein Kino (c) GOttes werden Wölle. Hingegen seyen dieKetze- Bbö 2 rische Zvo Betrachtung rische Manichäische Eiteren deß Heiligen Petri/ und alleandere Ketzer/sambt allen Heyden/die Ven wahren Glauben nicht haben / aller Gaben und Gnaden Gottes beraubt / die armbseeli- Me Kreaturen/ weil Sie durch Ihren Unglauben Feind GOt- tee/und von der wahren Kirchen abgeschlossen / Kinder sind deß Verderbens / und der Höllen. Mein Dsmstccnil! Sage Gott deinem Erschasser möglichisten Danck/ daß Er dich auß so vil tarsseiid Ungläubigen erkieset/ und auß so grosser Fmfternuß deß Heydenthumbs/ und so viler Ketzereyen herauß gezogen/ in denen so vil Völcker / Lander/ Herrschaffren / und Königreich aebohren/ein armbseeligesLeben führen/ und endlich elend ewig zu Grund gehen/du aber durch das Liecht deß wahren Glaubens erleuchtet / mit geringer Mühe/ wann du nur wilft/ kanst die ewige Glückseeligkeit erlangen. sum Andern betrachte/ daß ob- wohlen alle Ketzer ein Unkraut/ welches den guten Saamen deß wahren Glaubens ersteckt/ und selbigen nicht aufkommen last/ auch nicht weniger ein böser Baum/ der keine gute Frucht deß Heyls bringen könne / habe es dannoch GL)tt dem HA'M gefallen / (6) den Heil. Petrus auß Mutterleib her / abzuW dern / und Jhme durch seine Grmd zu dem allein-seeligma- chenden Glauben zu beniffen/ also das; Er ein unbefleckte Listen/ und schöne Rosen/ von den Dör- nern der' Ketzerischen ManiclM schen Eltern er;tsprossen/mtt der Mutter-Milch nichts von der Ketzerey habe gesogen/ und weder mit Güte/noch mit Böse dahin habe mögen bewegt werden/ daß Er etwas wider den wahren Glauben gethan hatte; Ja/ schon in dem sibenden Jahr seines Alters / als Er auß der Schuht kommen/und sein Vat- ter Jhne gefragt / was Er ge- lehrnet/ hab Er ohne Forcht geantwortet/ den Khristl. Glauben/ denne Cr Jhme angefangen . zu betten / und immer in dem Merck erzeigt/ daß Er ein eyffe- riger Katholischer Khrist sehe. Mein Oamsscenä! Z)U hast ed fahren / daß du so wohl als andere/vilen Anfechtungen unter- worffen / und villeicht hat dw das Wohlergehen viler Ketzers auch zu Zeiten einen Streit vA ursach^ u v st ^ g > 8 8 r L > v li u s, d i, n r ! ^ ' ri > r c t k s k de ktr in ie ll- r- :r er e- , r- l/ t- ! r ! -- § I l. l - - - Von dem Heiligen Petro/Martyrer. z8r ursachet / welcher leyder ! bey. wlen also zugenommen/daß wer-- lenSie mehr nach Ihrem Fleisch gelebt/und das Gewissen hmdan gesetzt/ im Glauben Schiffbruch gelitten; Auß denen bey unsern Seiten fürnemblich gewesen Lutherus/Kalvinus/Zwinglius/ welche/ nachdeme Siemvilen Günden/rrnd Lastern gelebt/end- ltch von der Kirchen abgefallen/ und sambt Ihrem Anhang, zu Grund gangen. Mein i)amL> ! in dem Glauben/ damit du nicht wanckest/und jederzeit w deinem Thun und Lassen mögest erzeigen / daß du ein eyfferi- Der fromer Katholischer Khrist whest; Besieisse dich der De-^ Wuth / Gehorsame / und crrion, ober derAbtödtung det- uer Fleischlichen Begierden/wel- Ae Heilig-mäßige Männer in we Ketzerey qestürtzt. Streitte (c) einen guten Kampff/ wein DäMLtccnL l habe den wahren Glauben/sambt einem guten ^wissen / so wird dich Gott in wlen Streitten erhalten/daß du weht wüst fallen. Erforsche ein Uura dein Gewiss.n/wie es be- Mffen/und wie du dich bißhero Mdest ver halten / und was du "Ntg thun wölkst? (a) c. 4. v. 5». (b)Idiö. e. r. V. 8. (c) ttalrr. n. v« L. Lslar.c.l« v.is. (e) r.Dmorii.i. v. iz. Der andere Punct. giXEtrtls / weil Er einen hochen ^ Verstand / und ein guteSeel von Gott eurpfangen/und in den ruderen Schuhten wohl zugenommen/ hat Gott auch geordnet/ daß. Er nach starckem Widerstand seines Vattern nacher Bolonia-aussdie berühmte hoche Schuht geschickt wurde / allda Er von dem grossen Heil. Patriarchen Oommico das Heilige Ordens-Kleyd empfangen/ und Geistlich worden.. Betrachte Erstlich / daß gleichwie kein Weißheit/keine Furstch- ttgkeit/ und kein Naht wider den HErrn/und ohnfählbar geschehe/ was Gott Ihme einmahl zu thuen fürgenommen / also habe auch derVatter deß Heil.Petri/ sambt seinem Anhang nicht können verhindern/daß Petrus nit aufBolonia geschickt wurde. Litern OLmricenL! Seye tN deinen Anschlagen nicht zu häff- tig/suche niemahlen deine Meynung mit Gewalt zu behaupten/ sonderlich in Sachen / die wider Bbb z Gott/ z8r ^ Betrachtung Gott/und der Seelen Heyl sind. So entschliessedtch/indas künftig ernfaltig der Anordnung GOttes zuunterwerffen/ und wann dein Naht/und dein Meynung von andern nicht für guet geachtet wird/ mcht zu zürnen/ und andern gern nachzugeben. Betrachte zum Andern / das grosse Glück/ und die unaussprechliche Gnad/welche Petrus vonGOtt empfangen/ daß Er von dem Heil. Dominier» sechsten das Heil. Ordens-Kleyd/ und zumahlen dm ersten Eyffer from und Heilig zu leben empfangen. Mein OsmrlccnL ! Stelle dir vor Augen das glückfeelige Leben der jenigen Religiösen / welche von Ihren Heiligen Ordeuö- Sttfftern sechsten sind in den Heil. Orden auf-und angenommen/und von Ihnen from und Heilig zu leben/ unterwisen worden. Von dtfen steige nachmahlen mit deinen Gedancken auf die jetzige Zeiten/und gebettete in was für einem Eysser/ From-und Heiligkeit du/ und aridere deines gletchens leben? Über disen Gedancken wirst du villeicht gantz Schamroth / weil du in dir nicht findest denjenigen Eyffer/ From-und Heiligkeit deiner ersten Ordens- Brudern/ und Oroens-Schwösteren/uttv anders nichts hast/ als den bloss sen Nahmen eines Geistlichen. Seüffze von Hertzen / mein ^ maicenL! und lasse dir dein kalt und lawes Leben hertzlich leyv seyn; Bitte Gott/daß Er in wolle erweckenden Geist/ denit dein Heil. Vatter gedienet/ da^ mit du wenigist einen guten Eyss fer könnest haben/ from zu leben/ und nach der Vollkommenheit zu trachten. Gleich Anfangs seines He^ Ordens- Stands/ hat Petrus mit allerhand Tugenden/irM derheit im Abbruch Spelß uns Lralicks/ denSeinigen voM leuchtet; Sein Gewissen ha Er niemahlen mit einer sundbemacklet/ulid hat inGö^ ltcher Wcißheit/und in Erleh^ ttling der Heil. Schrifft von zu Tag trefflich zugenommen. Mein OLMLlccnL ! Halte gewiß/daß diser junge ReliM Mit feiner grossen ^orrchcLlio^ und Abtödtung seiner Beg^ den/und mit vil anderer gE Mühe und Arbeit sich bemüht habe/ die wahre Tugend/"'^ Wtssenfchafft der Herl. von Gott zu erlangen. l> 8 !) v g d d L v d tl h tr 8 a b n ) lr sr d tl v A sc b h Von dem Heiligen Petro/ Märtyrer. Bz lNcin Vamsscenr! Glaube lliemahkn/ daß Gott>den Selnr- 3en etwas umbsonst werde tyun; Hiemit haft du noch vtl weniger vergleichen Gnaden von GL)tt dergedens zu hoffen / die du Wesen deinen Sünden vtlmehr verdienet von Gott gestrafft zu werden. So bewerbe dlch/ mein OäMzscenä l ins künfftig mit grosser Demuth/ und strengen -vußwercken/dlft oder jene Gnad dorr Gott zu e langen. Erforsche dlch/ was du btßhero habest gethan/ wann du von Gott etwas hast begehrt? Betrachte / daß der Heil. Pe- mis in Tugenden so hoch gesti- seye/ daß Ihnne die Heilige ?uß dem Hmmrei öffrers sicht- d?lüch heimbgesucht>undeiues- Nhls zwar / da die Heilige ^lmgfrawen Agnes/ Karhart- ^ / und ^ciUa mit Jhnre in mner Kellen redten/ und ein vurchretsender Brllder vcrmeyn- ^daß verdächtige Weiber bey waren / hab Er Ihmre Mlagt/daß Er in das Kloster Un in der Anconitantschen s^lrck/ allda Büß zu thueu/ge- da ^ lvurde. Nach langem/ wnl^^dt seine Unschuld nicht M offenbahrm/ hab Er sich vor einem Krucifix gantz Trost- loß beklagt: HErr - sagt Er/ wisset Ihr nicht meine Vnfihutd? weilen Ich schweige/warnmb redet Ihr nicht ? deme Khriftus von dem Kreutz geantwortet: Vnd Ich/ Peter/ was für eine Sund- hab Ich begangen / umb welchen willen Ich ans Lreütz gehasst zu werden / verschuldet? Lchrne du von meinem Exempel Gedult zu haben. Erstlich /gedencke mein v-m-k- lccna ! daß Gott der HErr den Heil. Petrum wegen seines Tugendsamen Wandels mit Hisst- lischem Trost offt und vil habe hclmbgesucht / also glaube auch festigllch / daß dir GOtt nicht weniger thun werde / wann du d?ch mit Ernst umb die Tugend annehmen wirst. Film Andern / gedencke / wie GL)tt der HErr über den Heil. Petrum / Ihnne in der Gedult zu probiren/ habe verhängt/ daß Er unschuldigverklagt/und lange Zeit seye gebüßt worden. Mein OLMissccri L! Wurdest du nicht gleich deine Unschuld an den Tag gegeben/ und wenigist deinen Äderen/ der Straff zu entgehen / geoffenbahrer haben/ die grosse Gnad Gottes/die er- zehlte M Betrachtung Fehlte Himmlische Offenbahrun- gm/undHeinchsuchung derHei- Ügrn? Lehme also lieber umb Unschuld zu leyden/und der Anordnung G-Ottes mit Stillschweigen dich zu unterwerffen/ als die empfangne grosse Gna- dm GOttes zu ossenbahren. Entschliesse dich also / was du ins künfftig thuen wollest? Firm Dritten gedencke/mit wie grosserSchamhafftigkeit Petrus die Predig von Khristo IEsu dem Gecreützigten werde angehört haben? Item / mit wie grosibv Gedult Er Jhme werd ftirgenommen haben/diß/ und noch mehrers/solang esGOtt werde gefällig seyn/ zu leyden/ und über sein Leyden nicht mehr zu klagen? Mein OrmLlccnr ! Hast du nicht osst und vil gemurret/und dich villeicht nicht ohne Sund beklagt /du müssest zuvtl leyden/ welches dir hertzlich leyd solle seyn; und wann vu in das künfftig vermeynst/es geschehe dir zu vil/gedencke an die Predig/welche Mristus dem Heil. Petro an dern Kreütz gehalten/ so wirst du dich nicht weniger müssen schämen/ und gern diß / und noch mehr leyoen. Ach mein vsmrlcena ! was ist unser Leyden gegen deme/ was Khrtstus für uns arme Sünder gantz unschuldig gelidten hat? Der dritte Punct. )>Ach diser strengen VerD chung/machte Jhnne G-Otl sehr groß und berühmt/so wohl bey seiner: Drdens-Brüdern/als bey den Welt-Leürhen; darzti meistens geholffen die Wundes thätige Göttliche Gnad zu prI digen/ durch welche Er gross Sünder/vil verstockte Ketzer bekehrt/ und bey männiglichetl wrder allen Anlaufs deß Teuft fels verwunderlichen Nutzens schaffet. Mein l)Lmrlccnr ! GedeUtst/ Wie Gott der HErr in disem sel^ nem getreüwm Drener tM wahr gemacht/was Er bey de^ Heil. David gesprochen: Er wird zu mir rüsten / so Ich Jhnne erhören. Ich mit Jhme im Leyden / Ich w» Jhnne darauß erretten / lind ^ Ehre»! bringen. Wann dU aM in schwährer Anfechtung blss darffst du es schon deinem ltA sten IEsu klagen / und gbA fi d Von dem Heiligen Petro/ Märtyrer. Z85 kchören/und so bald es dir wird Mrtz seyn / darvon befreyen / und W dein weniges Leyden tau- nndfaltig belohnen. So tverde/ Mein vLMLtccl-L! nicht kletnmw Wg/wann dir etwas zu leyden lurfallet/ seye darbey fein demühig/und gedencke/daß du noch btlmehr habest verdienet. Pabst Innoccnriurver Vierd- te / als Er deß Heiligen Petri Gossen Cyffer/und den erfolgten Außen vernommen/bestellte Er ^hnne im Meylander-Gebieth seinem Erforscher/und Richter über die Ketzer / mit denen Er VN ä.ipuiiert / grossen Nutzen ge- Mffet / auch Wunderthatiger K>eiß überwunden/unter denen mrnemblich gewesen/ ein spitz- 'Undiger Ketzerischer Bischofs/ ber also erstummet / daß er kein Aort kundte reden/ und kein wichen mehr gäbe. tNein OLMLsccnL l Erfordert ^ dein Stand/anderen zu pre- Mn/und umb der Seelen Heyl M anzunehmen/ so thue deiner Ms das deinige/und suche pur ^ein GOLt/ und der Seelen Aeyl/ so wird dir Gott mit sei- ^ Gnad auch beystehen / daß ^ grossen Nutzen wirst schaffen, d aber das dein Beruf nicht/ so lebe sonst auferbawlich / und glaube/daß du mit einem demüthigen frommen Wandel gantz stillschweigend/als wie der Seraphische Heilige Franciscus so grossen Nutzen könnest schassen/ als etwan ein Prediger/ der sich auf der Aantzel gantz heiser schreyet. Erinnere dich / was du bißhero habest gethan? Gleichwie der Heilige PetruS von Jugend auf/ ein Beschützer deß wahren Glaubens wider die Ketzer gewesen/ also hat Er auch in der Heil. Meß in Erhebung der Hochheiligsten Hostien Gott jederzeit umb die Gnad gebetten/ daß Er umb deß Glaubens willen möchte gemartert und getödt werden; welche Gnad Er auch von GOtt erlangt/ und seinen Todt zu Meylano in einer Predigt 14. Tag vorgesagt. Mein i)Lm->sccnL l Sage Gott demHErrn demüthigen Danck/ daß Er dich in dem wahren Glauben hat lassen gebohren werden; und weil dein Beruf nicht ist / mit den Ketzeren vil umbzugehen / pflege auch keine Gemeinschasst mit ihnen; Bitte Gott täglich in dem Heil.Meß- Opsser gantz demüthig / daß Er dich in dem allein-seeligmachen- Lcc den Z86 Betrachtung 7 » den Glauben wolle lassen sterben/ und sage/daß du mit dtser Göttlichen Gnad tausendmahl lieber sterben wollest/ als den Glauben verlaugnen. Diser eysscrige Heilige Prediger/ als Er von Lomo nacher Meyland reisete/hat Jhnne ein Ketzer angefallen/und mit einem Degen auf dem Haupt schwahr- lich verwundt/aiso daß Er auf den Boden gefallen/seinenGlau- ben/denne Er in seiner Kindheit gelehrnet/ anfienge zu betten/ja mit seinem/ in seinem selbst- eigenem Bluet geduncketcm Finger auf die Erden zu schreiben; darauf Er seine Augen gen Himmel erhebt/und gesagt: In deine Hand O HErr/befihl ich meinen Geist. Der Ketzer / da er sahe/daß Er noch lebte/gab Ihm den letzten Stich durch das Hertz/ und ermordet Jhnne im Jahr 1252. tNein Oamsscena ! waNN du wegen deines Geistlich n Eyf- fers/ und wegen Haltung der Heiligen Regul/ und Ordens- Satzungen von anderen verfolget/ oder wenigist verschimpjftt wirst/ leyde es umb Gottes willen gedultig. Lasse dich von deinem guten Eyffer nicht abwendig machen; Sag deines liebsten JEsu/du wöllest lieber ster- ben/ als von deinem angefangn nen frommen Leben etwas nach- lassen ; Zürne aber mcht über die jemge/diedich verlachen/und deiner spöttle». Der jentge/ web eher Visen Heiligen Mann gemartert/ hat sich noch bekehrt/ den Orden deß Heiligen Donss nici angenommen/frossi und Heilig gelebt / und gestorben. Eo haben sich auch nach dem Tobt deß Heiligen Martyrers/wie b auch vorgesagt / vil Ketzer bekehrt. Villetcht/ wann du E dultig wirst leyden/werden M dielenige bekehren/und einfröin- mers Leben anstellen/ dre dicy anjetzo zunr meisten verspotten und verlachen. ... Wünsche disem grossen Heiligen Gluck/ daß Er neben vileN grossen Gnaden würdig worden von GOtt mit dem dreyfach^ Krantzlein derLehrer/derIu^ frawen/ und der Märtyrer w' crönet zu werden. Bitt Ihu^ daß Er dir in deinen Anfechti^ gen / und sonderlich in deinen Todts-Kampss/auch wölle bess stehen/ltnd endlich du seiner ry mögest theilhafftig werden (s) klal.-o.v.is. ^ l'-- e/ )- >d e- t/ lt- c»t .'k e- e- h h r/ l/ !l1 1 / ll e- b/ l» Don der Heiligen Jungftawm Mharina von SeniS. z8/ Betrachtung Auf daö Fest der HctllgmWngfrawm Katharina von Gents. Der erste Punct. gerächte/ wie die Heilige '.Jungfraw Lathartna von ^Jhrer Kindheit an/ sich habe beflissen der Reinigkeit ^etbs und der Seelen; Solche ben Tag Ihres Lebens zu behalten/habe Sre sich gleich in dem wenden Jahr Ihres Alters mit Mrifto JEsu vernmhlet / und das Gelübd der Keuschheit gethan. Wie angenehm aber Mtt dem HErrn dtser Ihr Eyffer seye gewesen/hat Er ge- Uugsamb bezeugt durch die schöne ^Schnee-weisse Tauben/wel- ^e Ihr Herr Vatter auf dem ^aupt seiner bettenden Tochter besehen; Noch vtlmehr aber ^urch we vilfältige Gemein- Mafft/ die Sre gepflogen mit ^yrem liebsten Gesponsert / der ^hro so gar einsmahl das Hertz W dem Leib genommen/ und Ao darfür das Seinige gegeben/ sprechend: Tochccr! für dein Hertz hast du das Meine; (s) Dahero Sie von selbtger Zeit an / Ahristo JEsu pflegte zu sagen : Mein Gejponß ! Ich besihle Euch «nein Hertz. Mit welchem Er hat wollen erfüllen/was Er schon längsten versprochen / daß die jenigen ein grosse Gemeim- schafft mit Gott haben werden/ die eines reinen und keuschen Hertzens werden seyn: Gcelig sind / die eines reinen Hertzens sind/ (b) sagt Er/ dann Sie werden Gott anschawen. Er hat zwar den Armen im Geist versprochen das Reich der Hnnmlen; den Sanfftmüthigen die Besitzung deß Erdreichs; den Weynen- den Trost; den Barmherzigen Barmhertzigkeit; andererr andere Gaaben und Gnaden/durch welche Sie können kommen zur Geniessung GQttes; Aber zu Bezeugung/wie hoch Er schätze die Reinigkeit Leibs und der t^cc 2 Seelen/ K8 ' Betrachtung S^elen/gibt Er Ihnen den Himmel/und sich sechsten ohne Mittel/ dardurch Sie sich sechsten verliehren/ und eins mitGDtt Mrem liebsten Gesponsen werden ; wie zu schliesst» auß den Worten Khristi: Weist du Tochter / wer Ich bin ? wer du bist? sagte Er einsmahl zu diserHeil. Katharina. Gluckstelig wirst du siyn / wann du es weist; Ich bin/ der Ich bin / und du bist die / die flicht bist. Als wolte Er sagen: Du bist Ich/ und nicht mehr du. Mein ! Wünsche Glück diser Heil. Iungfrawen/ daß Sie durch Ihre Reinigkeit Leibs und der Seelen so hochgestiegen / daß Sie auch dieHim- lische Geister selbst übertroffen; dann daß die Engel keüsch und rein leben / ist sich nicht zu verwundern/ weil Sie ohne Fleisch pur lautere Geister sind; aber im Fleisch ohne Fleisch leben/ und ein Englische Reinigkeit behalten / das macht G-Ott an- schawen/ und Ihme gleich werden. Ach Mein liebe Oamsscena! G-Ott versagt seine Gnaden keinen! Menschen; daß du nicht bist von solcher Reinigkeit Leibs und der Seelen/wie du seyn sottest/wer ist dessen Ursach ? O nidrige und schäme dreh voll Hertzen. An der Gnad tes hast du keinen Mangel/unv hast niemand als deiner Htli^ lämgkeit zu zuschreiben alles das jenige/was dir abgehet. M mein OamslccnL! wie wenig hast du von der Englischen ReinA kelt/ und von der Vereinigung mitJEsu? der doch dein liebst^ Gesponß solte seyn. Sollen dergleichen Gedancken dir nicl? ein Antrieb seyn zum besseren Leben? fa) In Virs e/us. ( b ) t' v. 8. Der andere Punct. gAEtrachtc/ daß obwohlM tharina von Jugend auf/W der Keuschheit beflissen / und w selbiger biß an das End IhA Lebens verharret/wäre doch sA bige G-Ott demHErrn nichts, angenehm gewesen / wann nicht durch vilfaltigeVersuchuru gen/und Trübsaal wäre probn ^ und aeplaget worden; und ^ ist geschehen nicht allein innere lich/sonder auch äusserlich. ^ ^ ^ Ein alte krancke Wittib/ d": ^ntUnr-inn lnnn«» 2«»it/mit gtv^ str Gedult/und Liebe abgeE s e 8 s k L l. ll r okl id es ch iß lrg er ett t)t Voll der Heiligen IungftaweN Katharina von Sems. 389 ^l/hatnicht ohne grossen Nach- welchen Ich zugeschawet mit ")kll Ihres guten Nahmens grossem Lust/und dich in deinem WntlichfüreineWahrheitaus- HerlMgestarckethab.(^) dwen / und gesagt: Katharina Mein Oamricen^das ist die M ein eyteles / und unehrbares Weiß und Manier/ die Gott nist Mensch; hat also weg.» disen/ den Sechigen braucht; Er wiA Und noch vilen anderen Laste- nicht/daß wir etwas umbsonst/ "ingen/vil Widerwärtigkeit mit und vergebens haben. Alle die grosser Gedult außgestanden. keusch/und from leben/sind dio- innerlich hat GQtt auch zuge- jenige/ von denen der Heilige lassen / daß neben innerlichem Johannes sagt: Sie folgen dem vuem anderem Kreütz der Teuf- Lamb/ wo es hingehet, (b) Sie ein lange Zeit hafftigist Mein D-mswens! du weist ^un^üschen Geoanckcn/und wohl / daß diß gebenedeytiste ^schröcklichen Bildern gepeyni- Lämblein durch die Trübseelig? D ulid angefochten / also daß keit/und durch das Kreütz in deß De einsmahls nach solchem Himmel ist hinein gangen/so Meit mit liebreichen Worten muss du Jhme nachfolgen / nicht W gegen Ihrem Gesponß be- allein biß zum Nachtmahl/ und "^gl/und gesagt: wo sind Ihr wann es will gen Himmel fah- Lcwcsen / und haben mich also vcr» reii/solider zuvor durch vilfältige ^sscn mein Gesponß ? Bey dir/ Versuchungen/Streit und Wt- mit dir bm Ich gewestil/mein derwartlgkeiten. Über das/sol- ^sponß Catharina/ sagte Er. lest du gedencken/ daß du nicht ? sagte Sie'/ waren Ihr bey müssest fürchten/ du seyest in der ?Ur/ in dem Ich so böse Gedancken Ungnad Gottes/ wann du ohne Hast du / sagt Christus/ dein Schuld verfolgt/verschreyt/ ^Wohlgefallen darob gehabt? undhafftig versucht wirst; durch und gar nicht/ antwortet disen Weeg will GL)tt von dir r-Ua/ sonder vilniehr ein die Prob haben / ob du die Tu- bÜ^Ee Peyn. In disem/jagt geno wegen seiner von Hertzen Nmus / bestehet dein Ver- liebest ? Und mein Osmsick.'L! An?"nd der Nutzen deiner begegnet dir etwas dergleichen/ ^"'Mutigen und Streitten/ und kaust es nicht leyven/ es Kcc z ' komme Z9<> Betrachtung komme von wem es wolle/so halte für gewiß/ daß du noch sehr hossärtig/ und Heine Demuth in dwseye. Mein! mache über drß unpartheyischc/reiffe Gedanken ; Ach ! wie wirst, du dich vil änderst finden/als du dir eingebildet hast? Jrem erforsche dich/ob du den Versuchungen nicht gleich seyest unterlegen? oder ob du wider selbige/ nach deinem Vermögen/ als wie Katharina habest gestritten? Daß du leyder! selbigen so offt unterlegen/ wer ist schuldig? In der Wahrheit/ GL)tt nicht/ sonder du selbsten/ weil du seine Gaaben so osst mißbraucht/ deinen bösen Begierden den Zaum zuvil gelassen/ und die Gnaden G-Ottes nicht erkennt/ auch umb selbige Ihme nicht gedancket hast. Lasse dir solches leyd seyn/ mit angehängten stetstem Fürsatz/dich in einem und anderm hertzlich zu besseren. («) In Vira ejur. (b) ^oc. 14. v.4> Der dritte Punct. H^Et-mchtc^daß den Schatz der ^ Neimgkctt zu erhalten/von- nöthcu seyc/daß wir nicht allein die Widerwärtigkeiten und Anfechtungen deß Fleisches einsaß tig wollen übertragen/ und be^ streitten/sonder/ daß wir zeitlich dem Fleisch/Md bösen den den Krieg müssen ankütidest/ welches geschicht/wann wir utls Erstlich in Speist und Dran» einen Abbruch thun/ und seist mäßig leben; Dann gleichwie durch vil Essen und Drittelest das Fleisch gäyl und mutW wird/ und wider den Geist D aufflasset/also wird das Fleisch schwach und demüthig / so ivst ihme überflüßigcs Essen nstv Trincken entziehen. lo-mn-zeii- macur sagt : Wann wir vA meyneri/ nrit vilem und überfllw sigem Essen und Trincken dn Keuschheit zu erhalten / seye es ebeli so vil/als wann wir wollest mit dem L)ehl das Feüer löscht Und bey dein Wein zwar/ ist noch ein grössere Gefahr / aw bey dem Essen/wann er aussA der Nothwendigkeit gebrauA wird; dahero uns allen Heilige Apostel zuspricht / sagt: (a) Sauffet Euch voll im wein / in welchem kcuschhcit lst. Und der HeiilA Geist ermähnet uns auch / sagt: (b) Der Mein mache" keusch / und Trunckenheik ö N! - 8 k, 2 e, y k s. si n g si ir »i d r 2 § d r d reich er- !tt/ lls ick M sie )ig ich ch srr >ld Hi' erliste es ess rl. E ls rt ht ek ch ht ,kl- ik> Von der Heil. Jungfrawen Katharina von Sems. M Aufruhr ; wer darzu Lust hat/ weit sind wir von der Nachfolg wird nicht weiss werden. Dem nicht allein diser Heiligtn/sondek Heiligen Ttmotheo hat zwar noch so viler tausend anderer/ ^Apostelbefohl n: (c)Trincke welche in den Einödinen und "'Ht- »ttchr Wasser / stnder ge- Klöstern im grösten Hunger und brauche dich deß Weins massig; Durst Wider das Fleisch gestnv aber warumd? vmb deines Ma» ten t und wir dörffen noch zu Sens willen/ imd dieweil du osst Zeiten murren und klagen/wann wanck bist. Es solle also der Speiß und Tranck nicht auf das ^bein gebraucht werden/als wie beste zugernst/und rücht in allem Ar Medicin / zu Erhaltung der Überfluß uns fürgestellt/ oder Gesundheit. Über die Mäßig- dem AugewLust etwas entzogen M der Heiligen Katharina/ist wird. ach mehr zu verwundern / als Mit diserMäßigkeit in Speiß '^ches Ihro nachzuthun; dann und Tranck vergnügte sich Kar aicht allein hat Sie keinen Wem tharina mcht/ solider das Fleisch Mnincken / sonder hat über das dem Geist vollkommen zu nur A'pahrfamb gelebt/ daß Sie biß terwerffen/ gechlete Sie sich alle «> das zwantzigiste Jahr mir Tag dreymahl mit einer Eifenen wenig Brodt / und rauchen Ketten anderthalb Stund lang. Muttern sich ernährt / nach Ein aridere harte Ketten trüge ^r Zeit aber/hat Sie nur die Sie so hart und eng umb den Mche Kräutter allein/ohne das Leib zusammen gezogen / daß sie Mdtso wenig gebraucht/daß gar ins Fleisch gewachsen. Ach >le offt ein geraume Zeit ausser mein vLmslccna»was verrichtest Heiligen Komnnton/nichts du für Bußwerck/ damit das »evrallchr / oder genossen. Fleisch den: Geist/die Magd der l^Lm-icens; Gehe in Fransen gehorsame/ und du ein i^Mlbsten / und erforsche dich/ keüsche Braut deines liebsten ^ ich bjßhero in Speiß und Gesponsert Khristi JEsu könnest hi^ckverhalten/ und was du Verbleiben? u^^bst für eimn Abbruch ge- Von dem Heil. Nicronymo o^^st? liset man so harte und strenge nmn Dswakeua r wie Bußwerck/ dle einem schier um glarrb^ M n Betrachtung - glaublich scheinen/und dannoch mögen überwinden/ die andett s hat Er/ Aal Hanna / und andere aber selbigen unterlegen / unv « Vussende nicht weniger grau- sich ins Verderben haben ge- ^ samme Streit und Anfechtun- ftürtzt. gen deß Fleisches müssen erley- Mein vam-scenr ! Hast du n den / als etwan diejenige/ welche nicht selbsten das eine und aride- v ihrem Leib Speiß und Tranck/ re erfahren? Erforsche dich/uuv ^ und alle Komblichkeiten zuge- wann du dich fühlbar befindest/ ^ lassen; Aber / mein Dam-scen-! lasse dirs leyd seyn/ daß du nicht « kalte für gewiß/ mit disem gross mehrers den Bußwercken obge^ sen Unterscheid/in deme dife Hei- legen bist. ', lige durch die Gnad GOttes (-,) xpk-s.c. s.v. is. ? mit Ihrem grossen Geistlichen (b) pioverb.ro. v.i. ^ Nutzen die Anfechtungen haben (c) i. äö i-im.z.v.rz. Bcttachtung Auf dreW-Täg Hcrl. Österlicher Zeit. Der erste Punct. Teile dir vor Augen die Mein o-m-ic-n-! Khrist^ vier Zeiten deß Jahrs/ der HCrr ist Glorwürdig von - wie eine auf die andere den Todten auferstanden/trtuE folge/ und nicht allzeit Frühling/ phierlich gen Himmel gefahren/ Sommer / Herbst/ oder Winter Er fitzet/ und wird in Ewig'^ seye / also wolle auch Gott nicht/ fitzen gantz herrlich zur Rechte' so lang wir auf difer Welt leben/ deß Himmlischen Vatters; abee daß wir immerdar Widerwar- zuvor wird von Jhme geschr^ tigkeit/ Streit/Krieg/und Ver- den: (a) Er wird überantwort* folgung/oder stats Trost/Freüd/ werden den Herden / und wird und Ergötzlichkett der Seelen ssottet/verfchmächer/nnd vcrsttt sollen genießen / sonder es müsse werden / und sie werden eines auf das andere folgen. s^c li. er u. d. st er te h. n ist E es H st Von der Heiligen Oesterlichen Zeit. z-z er- lnd ge- du de^ >itd :st/ cht ge^ -4" -us »oU eit -eli -er ie^ Ic^ »/ und todten^-,-Und nach ... allem heißet es erst: Am dritten Tag wird Er wieder auf» rrstehen. Und der Heilige Paulus sagt « ( b ) Daß weil Er sich y»be ernidriget/ darumb hab Ihne d -ll Von der Heiligen Oesterlichen Zeit. haben in Ihrem Leben allezeit Lehrers und höcher geschätzt vas Leydeu/als den innerlichen Trost. Mein O-m-scenr! Erforsche mch/wie du dich bißhero habest Erhalten m der Widerwärtigst/mit wie demüthigem Herben/und mit wie grosser Wohl- Zuftiedenheit du selbige von der Hand Gottes habest angenommen r du auch ein recht innerliche Begierd nach dem Ley- ven getragen / und wann dir Uott solches zugeschickt/dich desselben von Hertzen habest wür- mg geschätzt/ unwürdig hingegen deß wenigisten Trosts/und Süßigkeit? Über das-erforsche Mch/ob du durch die Widerwär- "gkeiten seyest demüthiger/und Aednltiger worden / wann du die ^on deinen L)bern sonderlich/ voer von denen / mit welchen du ^bst / etwas Widriges ist begegnet ? Ach ! wie weit bist du Moch von der wahren Fromb- So bitte deinen liebsten ^Esum/weil alle Glückseligkeit ^em Leyden verborgen / daß ^dir ein recht begieriges Hertz aller Verlassenheit/ und zu ein (^reützwolle geben/welches vlr schon von Ewigkeit hero hat verordnet / daß Er dir über das wolle mittheilen einen rechten Haß gegen allem deme/ was nach Lustbarkeit Leibs und der Seelen schmeckt/damit du Ahme aufs weniglst in erwas mögest ähnlich werden in dem Areütz/ welches Er wegen deiner mit so grosser Liebe/und Begierd gelitten und außgestanden; Darbey zweifle nicht / daß nach außge- standenen/und erlittnen Plagen und Widerwärtigkeiten nicht auch erfolgen werde jene Glor- würdige Auferstehung / die dir diser dein liebster JEsus durch seine Heiligiste Verdiensten erworben und erlanget. Solisten? ach! was grosser Jammer/von GOtt verlassen werden/welches leyder! erfahren müssen alle Hasser deß Areützes / und Liebhaber alles sinnlichen Trosts/ durch denne Sie fallen auß einer Sünd in die andere / und sich endlich nicht mehr erkennen. Der dritte Punct. A)Ein l)LM2lccnL! Damit du dir nur umb etwas könnest einbilden/was.Ehristus gelitten/ so stelle dir vor Augen alles Blut so viler unzählbarer Schaafen/ Kälber und Achsen / welche vor Ddd L Khrrsti ZZ6 Betrachtung Khristi Gebührt innerhalb fünff tausend Jahren geschlachret/und GOtt dem HErrngcopssert sind worden / zu Abwaschung und Außlöschung unserer Sünden. Nicht weniger bilde dir ein gan- tzeBera von Silber und Gold; grosse Haussen der schöustenPer- lenz Diemantenz Smaragdenz Rubinenzund anderer köstlichen Edelgefteinenz ja alle Reichthümer: der Weltzund halte für gewiß z daß alles dises Blut zünd alle dise grosse Schatz und Reichthümer: nicht genug seyen gewesen z zuAbbussung einer einzigen Lodtsünd z welche alleir: ern so grosse Schuld nach sich ziehetz daß auch die Verdiensten der Mutter Gottes/und aller Heiligen Engten; die gute Merck aller Heiligen Gottes; diePeyn und Schmertzen aller Heiligen Märtyrer ; die Keuschheit und Reinigkeit aller Heiligen Jung- frawen; die Kiorn6cgkion und Abtödtung aller Heiligen Beichtiger und Ordens-Persohnenz sambt allem demez was sonsten Verdienstliches Jhme einer kan einbildenz nicht wurden erklecken solche zubezahlenzsonderes habe der Ewige Sohn Gottes selbsten müssen von dem Himmel steigenz die Menschliche Natur an sich nehmen/und für uns genug thun« Ach! wie ein böses rmd schwalb res Ding ist es also umb ein einzige Todtsündz für welche genug zu thun z der Himmlische Vatter seinen Eingebohrnen Sohn hat müssen auf dise Welt schicken. Behertzige d:ß alles z mern OamrlccnL ! fein wohl z so wirsi du nicht leichtlich ein Todtsünv begehen. Gedencke zum Andern/ daß obwohlen ein einziger Seuff- zerz ein einziger Gedancken/odek ein einziger Lropffen Blut genug wäre gewesen für die Bezahlung z nicht nur einer sünd z sonder aller Welt Sn^ den z habe doch Khristus ds» HErr für dsse so grosse Schuld alles das jenige leyden wöllett/ was Er auch gelitten hat; dadurch Erstlich zu bezeugen z lvn groß die Boßheit wäre aller nn^ serer Sünden; und daß uns zum Andern auch nicht schwE fallen solle z wegen seiner alles mit grosser Gedultzund Liebe Z» übertragen z weil Er wegen ser auß lauter Liebe so v:l ern^ Endlichen betrachkez daßAh^ stuö so vil habe gelitten z dann seine Auftrstehung/und derE^ z l, h s. n 6 4 L k. h lt U le d N C! se n d b A 8 Von der Heiligen Lästerlichen Zeit. Z97 H >S er N irr st ,d n/ j ek >p ii- er ld i/ te > P ! !s ! § !V P ß it! 1/! s Zug in das Himmlische Jerusalem desto triumphierlicher/ und herrlicher wurde / wie Er selbst seinen Jüngern gesagt: Müßte nicht Christus st> vil leydcn / und nlso eingehen zu seiner Älory und ^crrl.chkcit? (a) Du wirst dich ja wohl / mein Orw.LsccnL! ernstlich resolviren/ «in einzige Lodtsünd zu begehen/und ehender wollen tausendmahl sterben/als deinen HErrn und GL)tt so schwahrlich zu be- leydigen. Nicht weniger wirst uu dir offt vor Augen stellen/ Mas dein liebster JEsus für dich Wgestanden/uno gelitten. Wis- M/vaß Er jn seine u LeydenJhme M)ts habe vorbehalten / weder uen Leib/ noch die Seel; weder Me Gesundheit/ noch Ehr / und Men Nahmen; alles/ und alles -Schabe Er für die Genugthuung deiner Sünden dargeben / Leib und Leben / Guth und Blut/ biß auf den letzten Lropffen / und also habe Er den Schatz seiner unendlichen Gottheit/ und hie- mit einen unendlichen Werth für deine Sünden dem Himmlischen Vatter aufgeopffert. Ach wie wenig ist eö noch gegen demjenigen/was diser gütige Heyland für dich gethan/ wann du auch alles thust/ was du thun kanst? und dannoch halte für gewiß/daß Er mit dir zufrieden/ und wird dir ein herrliche Auferstehung mittheilen / wann du wirst seyn und verbleiben ein ftoni- eysserig - und gedultiges Kind. (a) t.uc«r4.v.r6. Betrachtung Auf das Fest der Heiligen Apostlen Philipps und Iacobi deß Mindern. Der erste Punct. fHilippus ein Galiläer/ studierter/und in der Heiligen mid zu Bethsaida geboh- Schnfft gelehrter Mann/da Er reu/ wäre schon «in ge/ von JESU Mist« iu ft'ncr Ddd r Nach- M Betrachtung Nachfolg berußen ist worden; Ässer sandte Narhauael seinen Bruder/ und sprach zu Jhme: zVir haben IEsü»n gesimden/den Sohn Joseph von Nazareth/ koinb / und sehe es. (a) Khristus der HErr handlete gar geheimb/ und vertrawlich mit Philipps / und Philippus mit Jhme; Da- hero haben die Heyden / die Khristum zu sehen verlangten/ stch nur bey Philippo angemeldet. Betrachte Erstlich / die große Liebe/welche Philippus zu JEsu getragen / indeme Er sich nicht vergnügt/ allein JEsumzu kennen/und bey Jhme zu seyn/sonder Er hat sich über das bemühet/ auch anderen JEsum zu zeiaen/zu seinerLtebe anzureihen/ uno zu seiner Nachfolg anzutreiben ; unter denen sonderlich gewesen Nathanael sein Bruder/der wahre Jsraeliter. Mein vLmsiccnä! Erforsche dich / ob du dich gern lassest zu Gott leithen von deinen Oberen/ und Geistlichen Vatter? Ob du einen wahren Eyffer habest/ dem Exempel JEsu nachzufolgen? Ob du dich gern bey JEsu in der Emsamme/und vor dem Hoch- würdigisten Gueth aufhaltest? Über das/ erforsche dich/ in tvaö für einem Stand du seyest? ^ du also fromb/und auferbawltch lebest/daß du dardurch anderen JEsum zeigest/zu Gott führest/ und zu einem frömmeren Leben verleitest? Betrachte zum Anderen / die grosse Liebe / und Begierd / etltch weniger Heyden/ JEsum zu st^ hen: Herr/ sprachen Sie zu denk Heiligen Philipp/ wir wol«" JEsum gern sehen, (b) Hittg^ gen behertzige den grossen un^ willen/Neyd und Haß/so vilek tausend Juden / welche Jhn'N verfolgt / verflossen/ und endlich gar gecreühtget. Von beyden sagt Christus also :(c) vil^ den kommen von Aufgang und^ dcrgang / und werden nirt Hain/ Isirac und Jacob im H'"' mclrcich zu Tssch sitzen ; aber ^ Minder deß Reichs sollen hin»r"p gcworffen werden in die äusserst Finstei-nuß. Diejenigen neiE lrch/ welche ein Begierd habe'' JEsum zu sehen / werden 'N Himmelreich zu Tisch sitzen/d' anderen aber hinauß in die E ferste Ftnsternuß gemorsten we" den. Unter welchen bist dn' ^ Mein s)-tMLlccnL ! Da Ab.. stus der HErr auf diser ^ )b j >ch ett st/ ' iett die i ich st/ ' B . ze/ ! lck > irre, ich >erl er/ ^ > d>< i>ß sie rl^ .eil kill )ie llst rr/ l-k elt ilt Von den Heiligen Apostlen Philippo und Jacobo. Z99 Mt den Menschen umbgienge/ tvare Er gantz liebreich / und Mündlich m allen seinen Sitten und Gebärden/ Handel und Wandel / in seinen Worten / in seinem Angesicht/m stinernNah- Ulen/und in allem stimm Thun Und Lassen; Dahero wäre unter den dreyen sonderbahren Begierden deß Heiligen Augustmi auch dise die ftnnehmste/daß Er gern JEsum aufErden hat mögen sehen mit den Menschen lvandlen. . Ach mein v-MLscen-l Ist ^E- Uls also liebreich gewesen aufdr- nr Erden / daß man Ihnne so Merig begehrt zu sehen/ wie vil- Ulehr sollen wir das gröfte Verengen tragen/ Ihnne rn dent Himmel zu sehen / in seiner Glo- ch/ allda Er/ wieBernardus Laicht / «och vil süsser / und Mündlicher erscheinen wird in Arschmvung seiner Gottheit; > a begehre dann heutiges Tags Mers mit Paulo zusterben/da- U du körrnest bey JCstl seyn. mit dem Heiligen Augufti- Cja HCrr l lasse michster- U/danm ich dich sth'e. Seüffze «>E A)eresta: Ach! lasse doch Vr/^) gütiger ZCfti! lasse ^ Augen dich sehen - und mich alsobalden sterben. Glaube nicht/ daß jemand könne seelig werden/ der nicht begehrt JE- sum in dem Himmel zu sehen/der nicht eysserigist verlangt bey ICsu zu seyn. Sag zu dem Heiligen Philrppo r HErr! ich wol- te gernJEsum sehen. (s) Ivan. I. V. 46. ( t> ) losn. rr, v. ri. (c) ktsnti. 8.v.n. Der andere Punct. li Wochen/ und bist du mehr/als oem Beruff zulaßet/ gar zu be- gierig den Zeitlichen Fremden und Wollüsten angehänget/und und deine Gedanckcn nicht gewesen/den Vattcr in der Glory sN sehen/und dermahleinist darfst vergnügt zu werden/ lasse Wrs hertzlich leyd seyn / und glaube/daß je össters du an seligen werdest gedencken/ je mehr Wr werde verleiden/was irrdisch Und zerganglich ist. Betrachte zmn Anderen / daß Weilen die Herrlichkeit / Schönheit und Glantz deß Hnnlischen Gatters / und gesambter Heili- Wen Dreyfaltigkeit von keiner A-veatur/wie Sie an Jhro selbem ist / weder durch das Liecht ^r Natur/noch durch das Lrecht ^eß Glaubens / noch durch das ^echt der Glory könne begriffen werden/geniesse dannoch in dem Himmel ein jeder so vil / daß er vnrch dw Anschawung GOttes sättiget werde / wie David wricht : wann dein Herrlichkeit istnbahr wird/alsdann werde ich «Irriger werden, (c) ^lch lNeitt VLmasccnL l sage mit ^NgNstino: <0 lebendiges Leben; ^ ewiges/ und allzeit stetiges eben/ wo die Frewd ist ohne Trawrcn; wo die Ruhe ohne Ar» beit; die Würdigkeit ohne Schicken ; die Reichthumb ohne vertuest ; die Gesundheit ohne Schwache ; der Vbersiuß ohne Abgang; das Leben ohne Todt; die EwiA kcit ohne Verderben / und die See« ligkeir ohne Besthwardnuß. Erwöge/ mem Orm-tscena! erwege ein jedes Wort absonderlich/so wirst du ohne Zweissel grosst Liebe / und Begrerd nach der glückseeligen Ewigkeit/und ewigen Glückseeligkeit in dir erwecken/ und alles anspannen/ selbige zu erlangen. Endlich betrachte / bist grosse Glory im Himmel zu erlangen/ und damit Er Philippus sich durch das Anschawen deß Hrm- lischen Vatters möge dermahleinist vergnügen/wie vil Er nach dem Exempel fernes liebsten Meisters / und aller andern A- poftlen in seinem Predig-Ampt habe erlidten; Dann nachdeme Er die Provintz deß Dberen Asien bekehrt/ zwantzig Jahr in Scythia mit grossem Nutzen geprediaet/ allenthalben die Götzen zerstöhrt / die Ketzerey der Ebioniter bestritten / die Krankten geheilet/und vil Todte zum Leben erweckt / ist Er endlich in Eee Phry- x I > 402 Betrachtung Phrygiam/ in die Statt Hiera- potim gereiset / allda Er eine Schlangen (welche das Volck anbettete / thro vtl Menschen opfferten/auch selbsten vil Menschen verzehrte/) mit seinem Ge- bett getödtet/ weßwegen Er im achtzigisten Jahr seines Lebens gesanglich angehalten/gegeißlet/ gecreutziget/und mit Steinen zu todt ist geworffen worden/ welches alles Er mit höchsten Fremden erlidten/ wohl wissend / daß das Leyden diser Zeit nicht gemäß seye der künfftigen Herrlichkeit/ welche in uns soll ossen- bahret werden, (ß) Was wirst du ins künfftig thun/ damit du dich mit dem Heiligen Phtlippo durch Anschawung deß Himmlischen Vatters könnest vergnügen ? Du wirst dir ja nicht oörffen einbilden / daß du dasjenige mit Müßiggang/und Erfüllung deiner bösen Begierden wöllest erlangen / was den Heil. Philippumso vil Mühe und Arbeit/ und ein so harten und schmählichen Todt gekostet. fg) logn. 14. V.8. (l>) I.Oor.ls. V.r8. (c) l. Lorinlk. r. v p. rr. öe Livir. Der. (c) 1 6. v.rs. sf) ln I^Luu»ti r,7. (x) 8. v. t8. Der dritte Punct. DEr Heil. Jacobus der Min- dere/jst ein Bruder deß HEr- renJEsu genennet worden/weu len Er seiner JungfrawlicheN Mutter Schwöster Sohn / und Khristo dem HCrrn in dem Angesicht also ähnlich / und gleich gewesen/daß vil darfür hielten/ wann Sie Jhnne sahen / Sie hatten den Hcyland selbsten gesehen. Von Kindheit an / hat Er ein gerecht-und sehr strenges Bußfertiges Leben geführt/weder Fleisch noch Wein genossen/ stats sein Gebettknyender/oder gar aufder Erden ligender verrichtet; DaheroEr nicht allew an den Knyen/sonder auch nach Meynung oeß Heil. Lhrysoste- mi/ an der Stirnen SchwülleN gehabt. Er gienge immer barfuß/ von Letnwatt bekleydet/ das Haar liesse Er Jhme niemaA abschneiden; Er wäre mit eine" Wort/ein Spiegel Jungfräw^ eher Reinigkeit/und emes Heu,' gen Wandels/ und bey denI^ den eines so grossen AnselMA daß Jhme/so offt Cr gewöllt/F das Heiltgthumb einzugehen erlaubt worden. Mein Oslv»scenL l Führe tvdd Von den Heiligen Apostlen Philippo und Jacobs. 40z k§ r- :i- kli id n- ch li/ )ie es rett/ er r- itt ch 0- ett >r- ls hl tti li- litt- s/ il iß hl ztt öu Gemüth / Erstlich / die From- und Heiligkeit Iacobi/der nicht allein in seinem Allgesicht .Christo ähnlich gewesen/ sonder hat sich auch beflissen in der From- und Heiligkeit deß Lebens/ so vil stineKrafften zugelassen / Christo gleichförmig zu werden. Wünsche disem Heiligen Apostel Glück/und bitte Ihnne / daß du den alten Menschen könnest auß- Ziehen/und einen andern Christo gleichförmigen anlegen. Zum Anderen gedcnckc/Wie vil daran gelegen / daß einer von Kindheit an/ ftomb und Heilig auferzogen werde/ und wie vil ^utö dtser fromme Heil. Apostel bey anderen habe geschafft/ oaß Cr Ihnen gewesen ein Spiegel deß Heiligen Gebetts/ der prom-und Heiligkeit. Erforsche M) wohl/ wie du dein gantzes ^eben habest zugebracht / und sonderlich deine Jugend / ob du andern seyest gewesen zurAufer- oawung/ oder zur Aergernuß? Hat nicht bißhero dein Beruss M ftrea^ers Leben voll dir er- Mert in Speis;/ Tränet/ urld Aleydern'rDas Heilige Gebett A^acob knyend/oder auf der ligellder bei) Tag und cht ohne unterlaß vernichtet ; Verrichtest du das deinige mit solcher Strengheit? Bist du würdig/ mit Jacob in dasHei- ligthumb/ und zur Heil. Com- munion so offt hinzu zugehen? Ach mein l)LMLlccna ! Hast du nicht Ursach/ über alle dise Gedanken einen schmertzhassten/ schwahren und liessen Seüsszev zu schöpften/ und vor Scharn- hasstigkert den hochen Himmel nicht anzuschawen? Betrachte noch fcrners/wie Ia- cobus nach Zeügnuß deß Heiligen Hteronymi/ in der Nacht deß Abendmahls sich habe ver- schwohren/nichts zuessm/bißEe Christum von den Todten auf- erweckt gesehen; und wie Christus nach seiner Auferstanotnuß alsobald Jacob erfchunen seye/ Und gesagt: Issc/ mein Brüden dein Brodt/ dann deß Menschen Sohn ist von den Todte»! schon auferstanden. Auß deme du/mein o^m-lcenL! kanst schlössen / wie lieb und angenehmb Jacobns Christo dem HErrn müsse gewesen seyn; Es hielten Ihnne auch alle Apostel in grossen Ehren. Nach der Sendung deß Heiligen Geists/Hat Ihnne Petrus mit Iacobo dem Grösser»/ und Ioanne seinem Brudern Eee 2 zum 404 Betrachtung zum Bischoff geweyhet / und über die Kirch der Statt Jerusalem gesetzt. Er hat eine schöne Epistel geschriben/auch einZorm Meß zu halten/die Er vor allen andern gelesen. Die wichtigi- sten Geschafft handlete Petrus ab mit Jacobo/wie auch Paulus und andere Apostel. Hauffig reisete man nacher Jerusalem/ Jacobum disen grossen Wunder- Mann zu sehen. Jgnatius der Heilige Bsschoffund Märtyrer/ schrerbt auch in einer Epistel zu dem Heiligen Joannes: Ich begehre zu sehen den Heiligen Iaco- bum / den Hierojolomitanifthcn Di- schössen / welcher genandt wird der Gerechte; von welchem auch ge, sirgt wird : wer Jacob den Apostel siher/ sihct auch Christum. Wegen Vile der Miraculen/ und sehr strengen Heil. Lebens/ hatte Er auch von den Juden grossen Zulauff/und bekehrte vil derselbigen. Über dsses betrachte die Boß- heit / und Hartnäckigkeit der jetzigen Ketzern / welche das Heilige Meß-Opsser für ein Abgötterey halten/ die Heilige Wey- hung der Bischöffen und Priestern verspotten und verlachen/ und die gute Werck die Stetigkeit zu erlangen/ für unnöthig achten/ da doch dises alles be- kandt auß Heiliger Schrifft/uud bewahrten Skribenten/und wir von der Apostlen Zeit hero die statt Übung alles dessen haben biß auf den heutigen Tag. Bit- te dunen liebsten JEsum / daß Er sich über dise arme irrende Ketzer wölke erbarmen/ihre Augen öffnen/damit sie die Wahrheit erkennen / sich bekehren/ihr Leben verbesseren / und die heyl- samme Epistel/ dieJacobus uns allen hinderlassen/ ihnen zu Nutzen machen. Befleisse dich über das / daß du einen solchen Lugend- Wandel führest/ damit er andere auferbawe/und du zu ferner Zeit Khristo JEsu gleich werden mögest. UAr wissen übet/ sagt Joannes / daß wir Ihwt/ wann Er sich ossenbahren wird/ gleich styn werden. (») Letztlich / da Jacobus dreißig Jahr sein Kirch mit grosser Helligkeit regiert/ und ein nicht rmger Dorn in den Augen deß Hohen Priesters/der Pharisaer/ Schrifftgelehrten/und anderer verstockten Juden wäre / wegen hochen Ansehens aber sie ßA Jhme nicht widersetzen dörjsteA haben sie Jhnne gebetten/ ^ ig e/ ld ir te § st s de u- r- V -l- ts u- er ist er :u ch r/ n/ d/ ig >F st Von den Heiligen Apoftlen Philippe und Jacobe. 405 inolte sich über den Tempel / und Jhnne zuwurffen/hat einer Ihn-. Msatz Vloysis erbarmet^ / und ne mit einer Walcker-- Stangen am Dstcr-Fest/ da der meiste Zu- auf das Haupt geschlagen/ daß Aufs deß Volcks wäre / auf die Jhme das Hirn auf die Erden Annen deß Tempels steigen/und gespritzt / in welcher Marter Er M gemeine Volck von dem seinen Geist aufgeben den ersten AenftJEsu eines aecreützigten Mayen im Jahr Christi drey Enschens / abwendig machen; und sechzig, und da der Lag herzu kommen/ haben besagte Juden Jacobum Auß disem sihest du/ mein vr- dor unzählbar vil Juden und m-scen-l! wie die ÄZeltallen Die- Achden gelobt/und gefragt/was nern GOttes für die erzergte Er von Khristo halte ? denen Er Geistliche Liebe / Mühe und Ar- Seantwortet: wisset "ihr nicht/ beit/so schlechten Danck erstatte; daß Er zu der Rechten seines Nat- Betrübe dtch hiemit nicht/wann terv sitzet / und hat zu richten die du von andern für das Gute Lebendigen/und die Todten. Als Böses empfangest / und etwan Gottlosen dise Red gehört/ von den jenigen verfolget wit-st/ yeb-en Sie an zu schreyen: O denen du zu Nutzen der Seelen vehe der Gerechte hat auch ge- vil Guts gethan. Lebe verrat / stürtzten Jhnne von der sichert / daß deine Verdiensten Annen hinab / und fangen an bey Gott umb so vil grösser wer- Mne zu versteinigen/ Er aber den seyn / umb wie vil weniger ?nyet auf/und bettet: Vaercr/ dir selbige hier auf dieser Erden verzkphe Ihnen / dann Sie wissen von den Kreaturen werden be- Mt/was Sie thun. And indeme lohnet werden. ^ immer mit Steinen auf (a) i.ioso.z.v. .v.-. r/ ek § ch st Vktrach- I 406 Betrachtung Betrachtung Auf das Ast deß Hctltgen Btschoffs Ackmiralij. Der erste Punct. DSr-Heilige Athanafius hatte gewürckt habe/ und wie Cr allck Adeliche Eltern ; in seiner gethan / darzu Cr von Ihroist Kindheit liebte Er die Kirchen- angetrieben worden. Keremonien/oderGepräng/ und Mein vamLlccns! Wann du eines mahl zwar/ thäte Er am heut die Stimm deß HErre^ Meer auß Kurtzweil bey seines hörest/ so verhärte dein Hew gleichens Knaben / alles was Er nicht / sonder sag mit dem fto^ gesehen / das der Bischofs in der menKnaben Samuel; 0) SM Kirchen gethan ; so gar tauffte hier bin ich/rede HErr/dann der? Er mit Ernst die ungetauffte Lncche höret. Gehorsamme also Knaben / welchem allem der Bi- einfältig deme/darzu du dich inrp schoss aus; der Statt zusahe/und wendig findest von GDtt anK den Lauff nachmahlen gut ge- trieben zu seyn/dann sonst möa> heiffen. Nachdem Er die freyen te dir G-Ott seine Gnad ein al^ Künsten/die Weltliche Rechten/ ders mahl auch entziehen/ und Göttliche Wissenschafft ge- nicht thun / was du von AM lehrnet/begäbe Er sich zum Heil. gern hattest. Antonio in der Wüsten / diente Betrachte zum Andern/ lv> Ihm fleißig/und demüthig eine Athanafius seinen Adel / E Zeitlang / schenckt Ihme zwey hoche Gcschicklichkeit auf e, Kleyder/ kehrt wieder nach Ale- Seiten habe gesetzt / und als e« xandriam/und wird Gerftlich. Lehr - Jung in der Wüsten de> Betrachte Erstens - die Gnad Heiligen Antonio sich habe U'. GOttes/ wie wunderlich Sie terworffen/ und Ihme mit E. schon in disem Heiligen Knaben ser Demuth gedienet. Gede"^ P r ä d r Von dem Heiligen Bischoff Athanasio. 407 was du wurdest gethan, haben/ und wie du dich jetz gegen deine -Obern verhaltest/ die du weder A Adel/Geschicklichkeit/ noch Helligkeit dem Heiligen Athanasio zuvergleichen bist. So erde- wüthige dich noch jetz unter die Gnad GOttes/ die von dir ein Tugendsames Leben begehrt. Athanasius reißte bald hernach mrt dem Heiligen Alexandre Blschoffen von Alexandria uuf die Ntcenische Kirchen-Ver- samblung/ welche von dreyhun- dert und achtzehen Bischöffen Angestellt/wider den Pestilentzi- lchen Ertz - Ketzer ^num > einen hochmüthigen Priester / denne/ Mbt seinem Anhang der Heil. Athanasius überwunden / und ^schänden gemacht. ^Betrachte/ daß nachdeme Manasius sich zum Kirchen- <>lenst verbunden / habe Er sich dnr / und allein umb das jenige Angenommen / was GOttes ist. M obwohlen Er gewußt/ daß V mächtige Bischoff dem Ertz- Artzer günstig / habe Er yMoch ohne Respect/und ohne laschen derselben/ Ihnne und r^n gantzen Anhang also zu runden gemacht / daß Er gelungen worden/ wenigist äusserlich seinen Irrthumb zu wider- ruffen.- - Mein v-mLscen-! Wir sind zwar alle schuldig für die Chr G-Ortes zu arbeiten/ aber für- nemblich ein Geistlicher soll alles hindansetzen/und allein für das sorgen/ was GOttes ist. Hast du nicht zu Zeiten GÖtt etwas entzogen / und dir/oder anderen Kreaturen angehenckt? Bist du nicht auß Respect diser oder jener Kreatur/ inBefürderung der Ehr Gottes kalt und law / oder saumbseelig gewesen? Findest dich fühlbar/ bereüwe es/nnd ge- dencke/daß du Gott alles schuldigseyest/ wann du auch schon von GQLt nichts zu hoffen hättest. (s) I. kex.).v.). Der andere Punkt. dem si'lllfftenMonath nach ^ gehaltenem Loncilio, stirbt der Heilkge Alexander/ und an seine Stell wird Arhanasius wider allen seinen Willen/ auß wunderlicher Anordnung GOL- tes/und Frohlocken deßVolcks/ zum Bischoff/ und Patriarchen zu Alexandria verordnet. Betrachte Erstlich/daß so bald Athanasius dtse hoche Würde em- 4c>8 Betrachtung empfangen / habe Khristus der HCrrJhme auch zugleich zeigen wöllen/was Cr umb seines Nahmens willen werde leyden müssen ; dann die Ketzer Jhnne auf allen Seiten angefallen / und Jhnne nicht allein gesucht von seiner Kirchen zu verstoffen/son- der gar umb das Leben zu bringen. Über das haben Sie vermocht / daß vier Kayser Jhnne verfolgt/Konstantinus derGros- se/zwar auß gutem Eyjfer/aber Konstantins / Julianus / und Valens/ als Ketzer/ und Feind Der Katholischen Religion/durch welche auch andere sind angetrieben worden/Athanasium anzufeinden. Ist also schier kein Winckel in der gantzenWelt ge- wcsen / in derne Er sicher leben möchte. Mein vLw.LlccnL! Gleichwie mit dem Heiligen Paulo / Atha- nastus von GOtt gestarckt/nie- nmnd hat geforchtcn / und auf Den Göttlichen Beystand sich fteürend/alle heimbliche und öffentliche Nachstellungen seiner Feinden veracht/und zu Nichten gemacht. Also/mcini)LM2lcenL! wann du ein Obsigerin deiner bösen Begierden wirst seyn/wird dich Gott auch starcken/daß du mit David wirst sprechen W Nen: Wann schon ein Hcer-Laga wider mich stünde/sö solle sich incl" Hertz doch nicht förchtcn/dann da HErr ist ein Beschirmer meines Lebens/(a) UNd mir Wird Nichts Leyds geschehen/wann ich schsn wird vermeynen von jederma» verfolget/und verlassen zu sey"' Wan du hiemit/ mein o-m-tc-- na! gleich kleinmüthig wirst nt deinen Widerwärtigkeiten/was kanft du atiders von dir haltet als du seyest noch ein Liebhab rin deiner sechsten/ und kein F treüwe Dienerin JEsu Khriw' Mache einen guten Gedunstet' über dise Ding. Die unverschambte ArriaN»' sche Ketzer sind so weit gestM' ten/daß sie nr der VersarnbluE zu Tyro den Heiligen Man nebenst anderen angethane' Schmachen bezüchtiget/Erh^ sich mit einem Weib versaht' und einen Priester umbgebracy' welche Lasterhaffte Lugen nn Verleumbdungen aber AtlE sitts vor der gantzerr Verfang > lung mit der Ketzer grost^j Spott zunichten gemacht; ^ haben endlich die Ketzer nru^ re»r vilfaltigen betriegeN'ch,^. Lugen den sroinmenKhrlst^' 'B gec I cis> i der lies )ts >oii ,all yti. icc- tir >as ett/ isl" fe» F! rit^ B ii^ ieil abe )lt/ piv rr^ -ei^ lh^ Von dem Heiligen BifchoffAthanasio. 409 bigen KäyserKonstantinum beredt/daß Er den Heiligen Mann Ms Elend nacher Trier verschickt / aber von seinem Sohn Konstantin»/ und Heil. Bischöfen Maxinro allda mit grosser Liebe empfangen/und getrost ist worden. Betrachte zum Andern/ wie di- ser Heil. Mann alle seiner Per- sohli aligethane Schrnachen niit grosser Starckmüthigkeit / und Gedult habe übertragen / deren nicht die geringste gewesen / daß Sie Jhme in dlser Versamblung keinen Sitz gegeben/da dochJH- we alö Patriarchen der erste geführt hatte; die ienige Schwachen aber / dardurch Er G-Ott Wlte beleydiget/und wider seinen ^ischöfstlchen Stand gehandlet haben/habe Er auf sich nicht er- Men lassen/ und die Ankläger heiter und klar zu schänden gewacht. In disem haft du/mern Ormrscena! ein Exempel / daß ?ann die Göttliche Ehr durch Bwe Verschimpffung solte ley- müssen / dich mit Naht deines Beicht-Vatters verthadi- ßen / und schützet: sollest. Wie M du dich bWervverhaltend "leW brst du gar zu hitzig irr Schützling dettler selbst gewesen / und hast auß eigner Liebe vermeynt/ es lige gar vtl an drr/ und hast hiemtt also mehr dich/ als Gott gesucht. Betrachte zum Dritten / Wie Gott der HErr drsen seinen ge- treüwen Diener in seinemElend/ welches sich dlßmahl in die zwey Jahr/und vterMonath erstreckt/ getrost habe. Also/mein i>rms- iccnL : wann du unschuldlg von einem / oder mehren verfolgt wirst/vertrawe auf Gott/ leyoe nach fernem Göttlicher: Wohlgefallen mit demüthigerStarck- müthigkett/und hoffe für gewiß/ daß drch nicht allein dein Gewissen / sonder auch andere trösten werderr. (3) ksalm.r^.v.s. 8 c r. Der dritte Punct. ANter diser Zelt nimbt Anus der Ertz-Ketzer eir: unflätiges End / und nicht lang darnach/ stirbt auch der fromme Käyser Konstanttnus/der gedacht ist gewesen/ Athanasium wieder auß dem Elend zu beruften / denne aber bald daraufHonstantmus der Jüngere / mit Frohlockung deß frommen Volcks/ wieder in fernen Sitz eingesetzt / welcher nach etwas Zeits deine von den Fff Ketzern 4io Betrachtung Ketzeren verfolgten Athanasio zum andern mahl zu feiner Kirchen geholffen. Nachdeme aber diser jüngere Konstantinus ist rnnbaebracht worden / hat sein Bruder Konstantins alle Ka- tholische/und sonderlich Athana- smm/hart verfolget/also daß Er sich 6. Jahr lang in einem Gatt- Brunnen verborgner aufgehalten/ allda Er vier Schreiben zur Vefchützung deß Katholischen Glaubens/wider die zunehmende Arrianrsche Ketzerei) an das Tagliecht gegeben. Erstlich betrachte / wie ein einziger böser Mensch auß Ver- hangnuß Gattes so vil Übels könne stifften; Man hat zwar vermeynt/ es werde mit dem so Lasterhafften Ertz-Ketzer Ario sein Lehr mich absterben/ und verderben/fonderlich/weil er ein so schändliches End genommen. Aber leyder! durch seinen Todt hat das Feuer seiner Ketzerey erst recht zugenommen/daß also endlich/nach Zeügnuß deß Heil. Augustini / die gautze Welt in völligem Feuer gestanden. Mein vämslLcns! Ich will nichts sagen von den Ketzereyen/ welche jetziger Zeit im Schwung sind / sonder gedencke nur/ lvas bißweilen ein einziger unruhiger Mensch für Unheyl in einer Versamblung stifften könne/unv meistentheilss wie es alle Ketzer gethan/)unter dem Schein deß Guten. So lasse dich MM brauchen zum Werckzeüg deß Bösen/sonder verharre bey dein Guten/wann du schon deßwegen etwas Wlderiges muss leyden/ und nicht kanst nach deinen Verdiensten befördert werden. Wie hast dir dich in disen Dingen verhalten? Slim Anden: betrachte/ daß ob- wohlen Konstantinus ein frosti- mer Kayser gewesen/ seye doch wegen gar zu grosser seiner Güte und Leichtgläubigkeit vil UN- heyls entstanden / und habe Athanasius der Heilige ManN deßwegen vil leyden müssen. Mein Oamslcens ! Gleichwie die gar zu grosse Strenge in einer Gemeind vil Unheyls vcr- ursachet/also auch nicht weniger die gar zu grosse Güte; hiemiteinDberkeit sehr weißM handlen / dann die Untergebne zu Zeiten einen Eyffer erzeigen- darmit sie nicht GDtt/ und den Nächsten Nutzen / sonder M selbst/und ihres Nächsten UE gang suchen. Sottest du dA >er >id, rek >eß ht ett n/ er- >ie :r- >b- n- cy >te n- be! ist »ie j i- r- > er ,ß H ie 1/ -ß h h ' Von dem Heiligen Bisthoff Athanasio. 41 r Ul disem schuldig finden / lasse orrshertzlich leyd feyn/und verbessere es / damit du dich nicht grösserer Straff würdig machest. Drittens / stelle dir vor Augen die grosse Verfolgung / und die gwsse Ungelegenheit und Mangel/ die Athanasius außgestan- ven/mdeme Er in diser Astern 0 vtl Jahr allerhand Verdrießlichkeiten erlidten / und dannoch unaufhörlich so vil für die Ehr Lottes / und der Seelen Heyl/ wider die Ketzer gearbeitet. H mein vamsscenL! was thun wir / wann wir etwas müssen leyden/oder wann man uns nur Nicht recht anschauweti Ach! wir sind leyder! gleich verdrüßig/ und mögen nichts Guts thun. Über das/mögen wir nicht allein Nichts arbeiten / sonder kurren und murren noch wider die/wel- ^e wir vermeynen uns beleydi- gbE zu haben; fallen also uns Wsten in ein noch grösseres ^.end. Alrß Visen/ wann du M btst/kanst du ja nichts an- vers daraußschließen/ als daß N gar nicht Digendsamb i^M»d dich ernstlich bessere» . vmdecns/ hat währender di- " strenge» Einöde ein böser Ketzer mit Nahmen Georgius/ die Alezandrinische Kirchen fast verwüstet/und vil Übels gestiff- tet / also daß Er wegen seiner grausammen Gottlosigkeit von dem Volck in Stucken zerhawen/ verbrennt/und die Aschen in das Wasser geworffen worden. Also ist diser Bößwicht in seiner vermeynten Glückseeligkeit zu Grund gangen/ und der fromme Athanasius in seinem Elend erhalten worden. So erwähle auch du / mein vLMLlcenL! lieber für ein Zeitlein mit dein Gerechten zu ky- den/als mit dem Gottlosen nach deiner Sinnlichkeit zu leben. Der vtcrdte Punct. nrNter diser Zeit stirbt Kon- ftantius der Ketzerische Kaiser/ deme Julianus sein Vetter in der Regierung folgte. Diser/ damit Er sich beliebt machte in dem gantzen Reich/ stellte sich Anfangs gut Katholisch / stoßte umb alle Satzungen deß bey dem Volck verhaßten Konstantij/ und lasset wieder zu ihren Kirchen kommen alle Bischofs/ und sonderlich Athanasium/ der dan in kurtzer Zeit so grossen Nutzen Fff 2 geschafft/ 412 Betrachtung geschasst / daß die Ketzer* und Heyden den. schon von dem Glauben abtrünnigenIulianum leichtlich beredt / daß Er Atha- nasiunr auß gantz Egypten ver- bannet/und gar umb das Leben zu bringen befohlen. Diser Gefahr aber zu entrünnen/ begibt sich Athanasius in ein Schiff- lein/und da seine Verfolger Ih- me nachsetzten/ schisst Er ihnen entgegen/und da sie Ihn fragten/ob Er Athanasium nicht gesehen / gibt Er Ihnen zur Antwort/daß Er nicht wert von bannen Ware; Weil sie also ver- meynten Jhme nachzucylen/ begibt Er sich nach Alexandnam/ und bleibt allda biß nach dem Todt Iuliani verborgen. Mein vamascenL! Wie starck und mächtig die Ketzer scheinten zu seyn/ wie listig und tückisch sie vermeynten ihre heimbliche und öffentliche Nachstellungen wlder den Heiligen Mann angestellt zu haben / sind sie doch alle zu Spott und Schanden worden. HingegenAthanasius ein schwacher außgemergleter Geistlicher von Gott gcstärckt/ist so mächtig gewesen / daß Er ein Dbsiger worden aller Weltlichen/ und Höllischen Macht. Es hat also GDtt der HErr den schwächest Athanasium zu disem End erwählt / damit Er durch JlM zeigte/wie nichts alles seye/was da in der Welt scheint witzig^ starckrnüLhig / und mächtig ZN seyn. So verlasse dich / meist llLMLtccnz! nicht auf diejenige welche nach der Welt/und nach dem Fleisch scheinen groß/ und mächrig zu seyn/deren End znt Hollen führet/ sonder halt es mit denen/welche in der Demuth denWeeg der Tugenden wand- len/und laste dich nicht schrecken/ wann du niit Ihllen veracht/ verspottet / und verfolgt wirst/ dann du wirst mit Ihnen auch ein gutes End nehmen. Über das/sihest du/wie vilfan tig G-Ott der HErr zur Straß der Sündern/und zu mehreren Verdiensten der Gerechten zn- laste/daß die Gottlosen das M gunent/ Scepter/ und Staan führen/und mit ihrer GottlosK keit vil Übels stifften / aber die Straff für sie auch nicht auff bleibe; wie dann Konstantins deß gähen Todts übel gest^ den; Julianus der Abtrünnig^ mit einem Strahltgen Pte,' durchschossen/ uiidValens/A Athanasium auch hart verss^ Von dem Heiligen Bischofs Athanasio. 4iZ err r- liS ls g/ ra ^e/ ch ld lir cs th d- >1/ t/ k/ ch !ss !ll >l^ e/ ib ie is i'/ r/ il § b l/ 8tt / von seinen Feinden überwunden/in einer Bahren-Hüt- wn flüchtig lebendig verbrennt lst worden. So leyde es Mich vu/metn0smLsccnL UnitGedultt wann du vermeynft von deinen Dbern/oder von andern wider Ee Vtllichkeit harter und strenger gehalten zu werden. Gedenke/ daß du wegen deinen Sünden noch vilmehr habest verdienet/und der gerechte Gott dises dein Leyden und Gedult nicht werde unbelohuet lassen/ und wann GL)Lt ein Genügen hat/ wird Er einem ungerechten Vor- Wctzten auch seinen Lohn geben. Erwähle mein s)L>r^tcenLl erwähle den Weeg der Gerech- wn/und bitte Gott/ daß Er allen harten Hertzen Khristi Sanfft- wuch verleyhen wolle. ^ Nach dem unglückseeligen ^odt deß Lasterhafften Jultani/ hat Athanasius unter den ftoni- nenMysern Joviano/ und Va- ^ntilnano bey seiner Kirchen für ,, h Zcitlein Ruhe gehabt; aber Mer dem Kayser Valens / so ^nsemem Weib/und demKe- /I^schen Ertz-Bischoffen zu 8-vnftantjtiopel verführt / ist A- ^anasins wieder vertrieben/vier ^vnat lang in seines Vatttrs seel. Grab verborgen gelegen/ deme doch endlich Valens/ mehrere Ungelegenhetten zrr vermei- dm/ erlaubt / bey seiner Kirchen zu Alexandria sicher zu verbleiben / allda Er noch ein kleines Aeitlein in der Rnhe gelebt/ und den 2. Mayeu im Jahr Khristi Z72. voller Heillgister Verdiensten Heilig gestorben. Mein OrmLkcnL ! GGtt ist gctreüw/ sagt der Heüige Apostel/ (a) der Euch nicht wird versuchen lassen über Eüwer Vermögen/sonder wird auch mit der Versuchung ein gutes Außkommen machen/ damit ihrs ertragen könnet. Es hat zwar Athanasius unglaubliche Verfolguugen/abson- derlich von den Ketzern erlidten/ doch hat Er aus seiner Seiten neben dem innerlichen Göttlichen Trost vtl fromme Katholische Hertzen gehabt / welche Ihnne zu Leib und Seel erquickt/ also daß Er alle dise grosse Widerwärtigkeiten ertragen können/deren gutes Außkommen Er jetzurrd in die lange Ewigkeit gemessen wird. Mein vLMLlccriL ! werde also nicht kleinmüthig / so dir etwas Wideriges zu leyden vorfallet; dann wann du dich wegen Gott Fffz darein 4i4 Betrachtung darein schicken wirst/ wird dir Gott auch so vil innerlichen und äusserlichen Trost schicken / und dich einer solchen Vergeltung versichern/ daß du wohl wirst leyden können die jetzige Trüb- saal/die zeitlich und lercht ist/und ein ewige / über alle maaß wichtige Herrlichkeit dir schassen wird. (b) Zu deme dir helssen wird ein herrlicher glückseliger Todt/der dir unfahlbar wird erfolget!/ wann du mit Athanasio dem Heiligen Patriarchen/Er^ Vischossen/ und Apostolisches Englischen Mann ein recht frei" .Katholisches Leben wirst E führt haben. Erforsche dich > also deines geführten Lebens/ und was du für einen Todt Z" hoffen habest? der ein Anfang wird ftyn eines glückseeligen unv ewigen Lebens. (a) l.Lorincii. ro. v.iz. (b) r. Lottlnk.4.v.l7. Betrachtung Auf das W der Erfindung des; Heiligen Areützes. Der erste Punct. EWEemchte / wie Aonstanti- Lreütz-Zeichen aufgesteckt/ E. nus derKayfer/nachdem seine Schlachten/ und was ^ Er getausst/an dem Him- sonst gethan / mit selbigem aE mel ein hell - scheinendes Areütz fangen/ auch verbotten/ daß lA. hab gesehen / mit dlser Bey- Ubelthäter mehr daran geheE schrifft: eonlkantmc, in disem sonder von jederman hoch Zeichen wirst du überwinden/ tet/und geehrt werden solle. - und wider Maxenrium den Ty- Mein OamssccnL! Bildes rannen obfigen; dardurch Er ein / jenen erschröcklichen ^ ein solche Liebe / und Andacht richts-Tag / an deine wir zum Heiligen Areütz bekommen/ werden erscheinen müssen: ^ vaß Er allenthalben das Heilige dann / sagt Khristus / (- ) ^ iS ch ! s/ ! zu >id -- ille B lle ls- ! t-d ! Von der Erfindilng deß Heiligen §reützes. 4r5 ^lrä) das Zeichen deß Sohns deß kNcnfchen nn Hinrmcl erscheinen/ nenMch das Heilige Kreütz; Aber nach Meynung deß Heüi- TenAhrysostomi/ vilschetnbah- br utto herrlicher als die Sonn/ Und den Guten zwar zum Trost/ ven Bösen aber zum Schröcken. und wie wirst du es alsdann Mschauwen'! Ach! mit großem Trost / weil du setz das Hreütz lleb haft/ mit selbigem wider dei- Ue Feind ftreitteft/ und obsigest/ auch IEfum deinen Gecreühlg- ^mit keiner/ auch läßlichen Und freywtllig beleydigest. Atte disen deinen liebsten IE- MM/ daß Er dir die verharrliche Dnad Lebenslänglich verleyhen ivvlle. , Helena mit hundert und ein und vmtzjg der alleraelehrttsten x»nden zum wahren Glauben be- M't / und von Sylvestro dem Fabsten getaufft/hatte nicht ge- "Ngere Liebe zum Heü. Kreütz 11 ^ Ihr Sohn Konstantinuö; Mn solches zu bekommen/ist Sie einHlmnrlische Hffenbah- ^ bewögt/ nach Jerusalem o und nach vil angewend- und Arbeit / an dem Heyden die Bild- n ver Mgottm Venus aufgericht/lassen graben/ drey Areütze gefunden/sambt dem Tittel rmd Nageln/aber so weit von den Kreützern/dasi man nicht kündte wissen/zu welchem sie gehörten. Erwegc Erstlich / Wte Vil das gute Exempel vermöge/msonder- heit grosser Stands-Persohnen. Helerta/dife Iuden/und noch vil tausend andere / sind durch das gute Exempel dises frömmelt Kayscrs Konstantint bewögt/ Katholisch worden. Helena insonderheit trüge nicht geringere Liebe zum H.iligen Kreütz / als Ihr Herr Sohn; und solches zu finden/ hat Sie vil Kösten/grosse Mühe und Arbeit anaewendt. Ist dir / mein Osm-iccnL diß Exempel vllleicht zu gering/ so stelle dir noch über das vor Augen den Sohn GOttes selbsten/ welcher vom hochen Himmel herab gestrgen/ alles angespan- net/damlt Er das Krentz möchte finden / und an selbigem sein Leben enden. Es ist also nicht genug / daß wir einfältig das Heilige Kreütz .Christi JESU lieb haben / sonder müssen selbiges noch über das suchen / und nach ihtne ein Verlangen tragen. Aber / ach! wie vil tausend erschrocken/ fliehen/und verbergen 4l6 Betrachtung sich/damit sie arrch die wenigste Widerwärtigkeit mcht leyden müssen / in weichem doch allein das wahre KreutzChristi ICsu gefunden wird. Seye du nicht unter disen unwitzigerl Welt- Kindern eines/ sonder trage ein Verlangen nach dem Leyden/ und nach demKreütz; erfreüwe dich/ und schätze dich gluckseelig/ wann dw dein liebster ZCsns selbiges last zukommen. ErwcgezlMl Auderu/daß wann wir disen Schatz deß Heiligen Kreutzes in unseren Seelen wollen finden / zuvor die Abgöttm Venus müssen zerftöhren / und auß dem Weeg räumen; dann dise mag nicht bestehen »eben der Andacht deß Heiligen Kreützes. Die Bildnuß aber diserAbgöttin find alle unsere böse Begrerlich- keiten / welche niemand / als die gar zu grosse Liebe seiner selbsten hat gesetzt auf die Gruben unsers Hertzcns/ und von dem Kreutz gar nichts Hörer: will. Erforsche dich/ob nicht etwan ein kleiner Götz in deinem Her- tzen seye? ob nicht dise oder jene unordentliche Vegterd und Liebe dich vorn Kreütz abschrecke? Ach mein Ormrscens ! es koste was es wökle/ disen Götzen must du zerftöhren / so wirft du kel« Beschwardnuß mehr haben Erfindung deß Heiligen tzes; Und gleichwie Christus iN dem Areütz obgestget/ Konsta^ trmis/lrndrmtJhme vrl tauseno frornme Hertzen / fichtbachcye und unfichtbarliche Feind übe^ wlinden/ also wirft du auch nuk Ihnen alle deine böse Begierde^ beftreitten / und alle schivaM Anfechtungen durch das Krenr ver:agen; und gedencke niM daß dem Frommen allein drse Gnad ertheilt werde. MaM lcna / die gcweste grosse E schwäre Snnderin/Hat solches wohl gefunden / und Ihren M steil können zu Nutzen machA als Maria die AllerseelE Jungfraw/ rrnd andere frorE Weiber: Es stucttden aber den, / sagt nes/ (b) sein Mutter/und st'^ tNuttcr Schwester Maria b/ phe/ und Maria Magdal^ Halte dich in disem ein weN'!» auf/ ulld mache gute FüriE sa) !^Lcrk.r4. v. (k) Ioan.15. v.rs. Der andcrc Puncts MEtrachte/ wie man das ^ wahre Kreütz Von der Erfindung deß Heiligen Kreützes. 417 kennen / alle drey auf öffentliche Gassen der Statt Jerusalem habe getragen/ und Gott eyfferi- gist umb die Erkandtnuß desselben gebetten; Wie umb die neündte Stund ein junger Verstorbner außgetragen/ den die ersten zwey »richt möchten zum Leben erwecken/so bald aber das dritte aufJhnne gelegt/alsobald i vom Todten seye auferstanden. ! (') Zu mehrerer Bekrafftignng ) habe auch ^lrcsnuz der Patrr- > arch die zwey erste Areutzer einem von den Achten verschätzten sürnchlnen krancken Weib aufregt/ aber auch ohne Krafft. Das dritte allein/ nemblich das .... A'eütz Christi IEsu habe der B krancken Persohn völlige Ge- ^ ^ nrndheit ertheilt. ^Auß disem sihest du/mem OL-nrsccn ä! daß weder deß rechten / noch deß lincken Schachers Creütz der krancken Persohn/ Und dem verstorbnen Jüngling 7*0 Gesundheit / oder das Leben habe können ertheilen / sonder M Kreütz Khristi allein habe dsse Krafft gehabt. Hast du M)t täglich Exempel/ welche vil laure und schwäre Kreütz tra- Lnahnen selbsten vil Mühe und I arbeit auflegen / werden auch F ritt itt ni/ ntt nd ehe er/ mit )ett hre D « trise da/ uld sso elt/ .eil/ bcß niS noch mehr von andern geplazet/ und bleidm doch immer in ihrem armbseeligcn Leben / und hadert keinen Trost/also daß sie hier den Karren / und dort in der Elvig- keit den Wagen ziehen müßen,; und auß disem grossen Haussen sind vil armbseelige Geistliche. Fallt dich/ mein Damastena» erwan ein Kreützlein an / schickt dir GOtt etwa» einige Widerwärtigkeit zu/nnd kanst du dich dareinschicken/ und solches von der Hand Gottes willig anneh- wen/so hast du dich zu getrosten/ daß es das Kreütz Khristi seye/ welches deine Kranckh.iten thue heilen/ deiner verstorbnen See! das Leben ertheile/ in deinem sündlichen Stand dich tröste/ oder ein grössere Krön in dein Himmel zu empfangen dich fähig mache ;wre solches David hauf- fig erfahren/der zu Gott demüthig gesprochen : Deine Ruch/ und dein Grab die haben mich getrost. (K) So betrübe dich ins künsstiz nimmer/wann du einiges Kreütz- lein must leyden; Nimrne selbiges gern von der Hand Gottes an; Kurre und murre nicht dar- zu / so ist es das Kreütz Khristi/ an welchem wegen Furtrchlich- Ggg keit 418 Betrachtung kcit desselben/kein Gottloser und Ubelthäter solle gecreütziget werden ; und sind in der Wahrheit deß Arcützes Khristi/ und aller deren von GOtt zugeschickten Widerwärtigkeiten nicht würdig / welche eines Lasterhafften Lebens sind/und das wegen der grossen Verdiensten / welche in selbigen gefunden werden. Helena hat von dem Heiligen Kreütz einen Theil Ihrem Sohn Eonstantino dem Rayser zugeschickt/ deme m Ehren Er einen Tempel zu Nom auferbauwen lass». Den übrigen grösseren Theil aber deß Heil. Areützes/ hat Sie zu Jerusalem gelassen/ von deme/sagt der Heilige Pau- linus/seyen von den Pilgramen sehr vil Stucklein geschnitten worden/ und feye doch selbiger weder minder/ noch kleiner worden/ welches ein großes Mira- cul/und Gnad Gottes gewesen. Aber gedencke / mein D-m-tscc-na; daß diß nicht ein geringers Mi- racul und Gnad GOttes seye/ daß von dem Geistlichen j^reütz Khristi/ und von den grossen Plagen und Widerwärtigkeiten schon so vil unter die wahre Diener Ahrtsti seye außgethetltwor- den/und selbiges dannoch nicht habe gefthwunen/dessen sich E noch ein jedes frommes Kind möge theilhasstig machen. Wan dir hiemit / mein vLMLlccnL! G-Ott der HErr ein Stückletn last zukommen/Halts Drein solidere Gnad. Oder aber/hast du bißhero von selbigem noch keinw empfangen/so bittIhne darumb/ es wird dir nicht versagt werden. (3) vi'on^f. Oarrkius. (b) klälmo rr.v.^. Der dritte Punct. MEtrachre / Wie Christus dck HErr von einem jeden HM sten haben wolle / daß Er nicht nur zu Zeiten / und etlich mäh seines Lebens Hoeütz und M den solle haben/sonder müsse ßcy täglich in das Kreütz schicken» Mann mir jemand nachfolgen rvM sagt Er/ (2) der verlangn^ sclbstcn / und nehme täglich si!" Lrcütz auf sich/und folge mir nag^ Drfcm stinrbt bey die MeynA aller Heiligen Vattern / welw sagen: Daß weilen wir Kl«^ JEsu deß Gecreutzigten / un auf dem BergAalvariX an de' Heil.LreutzKinder deßSciWck tzens seyen gebohren worden^ u d n l! rr u u s b/ k- ! ' ! l/ ! h! § g >e r r> lr / - k Von Erfindung deß Hetligen§reützeö. 4^9 müsse unser Leben auch anders wchts seyn/als ein immerwährendes Keütz. Mein Oamsscen»! Halte dich in allen folgenden Puncten ein wenig auf/und bedencke Erstlich Wohl / daß wann Shristus der HErr alles dises von einem jeden Menschen verlange/wie vil mehr er es von einem Geistlichen erfordern werde? Ach! zu wie grosser Vollkommenheit ist ein Geistlicher verbunden/und dan- Noch lebt Er zu Zeiten armbsee- liger / als etwan ein Melt- Mensch. Zum Andern erwege/ daß keiner tauglich das Kreütz üutragen/Er habe sich dannzum allerersten verlauanet; Daß wir also zum Kreutz-tragen so untauglich sind/ ist die Ursach unser eigne Liebe/ unser eigner AZillen / und böse Begierden/ venen wir nicht wollen absterben. Drittens gedencke/ daß wir nicht Ar zu Zetten/sonder täglich das Amjtz auf uns müssen nehmen; Und aber / L) wie vil Vacantz und Feyertäg machen wir / thun Mund her schlentzen/lassendas ^reutz ligen/ oder werffens gar von uns/ und wollen nur in gu- ^n Tagen unser Leben zubringn/und durch einen Abweeg in den Himmel hinein gehn. Aber selbige HtmnreLS-Porterrist verschlossen / das einzige Areütz- Thor stehet uns offen. vierd. rens/ sagtKhristus nicht/ daß wir auf uns arme schwache Menschen sein Hreütz nehmen müssen/sonder ein jeder das Sei- nige/welchesKhristus der HErr uns durch das Seiuige so leicht macht/daß nur keine Peyn/solider den grösten Trost darin» haben können / wann wir uns nur gutwillig darzu schicken werden; und wann wir je Lhristuin lieb haben/ was kan uns lusti- gers und fteüdigers begegnen/ als wegen seiner etwas leydcn? Meine liebe Brudcr/sagt der Heilige Iacoblls/ (b) haltet es für lauter Frcwd / wann Ihr in man* chcrlcp Verstkchungcn fallet. Er- freuwct Euch/ sagt auch Petrus/ (c) wann Ihr deß Lepdcno Christi kömrct theilhasttig werden» Und Paulus (ä ) spricht: Ich hab ei«: Wohlgefallen an meinen Schwachheiten/ an Schmach / an Nöthen / an Verfolgungen / an Aengstenumb Christi willen. Alle andere Heilige Apostel/und Diener IEsu AhrM Habens jederzeit für die gröste Ehr gehalten/ wegen seiner zu leyden. Endlich Ggg 2 ist 42<> Betrachtlmg ist vollnöthen/ mein l>Lmafccna ; fahlbar findest/ es karr noch alles Laß wir Khristo JCsu nachfol- verbessert werden/ wann du M gen / si ine Gebott halten / und sinn darumb bitten/und das Leu seinen Rathen nach Möglichkeit nige auch thun wirst, unser Klafften / nachkommen, (g) ^«9. v.-;. (b) e.r.v.r. Ellchrtcke nicht/ mein vamasce. (c) I.kell.c.4. V.IZ. (c!) r.Connrk» v^>! wann dudich annoch in vtlen ir.v.10. Betrachtung Auf das Kst der Heiligen Der erste Punct. Heilige Africanische Mo- nrca von Katholischen Eltern gebohren/ ist in aller Frombkett auferzogen worden/besuchte offt und vil die Kirchen; zu Hauß verbarg Sie sich in einen Win-- ckel/ruhiger dem Heiligen Gebett abzuwarten / nicht allein deß Lags/ sonder auch zu Nachts tviderhohlte Sie offt lind vil die von Ihrer Mutter erlehrnte andächtige Gebett; Ihre Speisten theilte Sie meistens auß unter die Armen/und haßte sehr/was nur nach der Hoffart schmeckte/ oder nach Eytelkeit der Welt riechte. Mein vamalccns ! Stelle dir hiemit KwmcLm vor Angelt als einen Spiegel/nicht allein Kind? sicher Zucht und Ehrbarkeit/son? j der eines recht frommen Geist? ! sichenTöchterletns/und erforsche dich/ob deine Jugend dem Leben dises Heiligen Iungfräwletns ähnlich seye gewesen? und ob du einen solchen Grund deines künffttgen Veruffs/ als wie M? ntca/ gelegt habest? Item/ erin? nere dich/ ob du dein meiste In? gend nicht in gefährlichen Ge? sellschafften habest zugebracht? deine Eltern wenig geachtet? überflüssiges Essen und Tritt? cken/ und allerhand Cytelkeiten gesucht ? Findest dich in etnelN und anderem schuldig / trage hertzliche Rcw und Lcyd; "Nb illsott' Von der Hetligen Monica. insonderheit / daß dn wegen deiner unbchutsarner» Jugend jetz in deinem Stand »licht so fremd lebest / als wie du sottest. Diß Es bchertztge fein wohl. Sttin Audcrn gedencke / wie vil den Menschen koste/ der seine äugend übel angewendt; dann. Erstlich/ wird ein starcke Gnad GHttes erforderet/ die in aller Sinnlichkeit erwachsne und ge- wohnte Natrrr zu brechen / und- selbige zn berneiftern. ?u>n bcrir / wann die See! nur mit einer einzigen Todlsünd bemakr iet ist worden / kan der Mensch ichon sein Lebtag kein fröhüche Strind mehr haben/sonder muß immer sorgen / ob er solche hab Uo bereüwet / daß er wieder Mad bey Gott gefunden. Und baben/meinl)-»maic«^3! fromme ^"id Heil. Leüth in staterForcht Debt/ daß Sie »richt gewußt/ob deß Zorns/ oder der Liebe ^Qttes würdig / was kaust du vir fgx Gedancken »nachen? du gesündrget/ bitte Gott «Mb Verzeyhung / und hoffe/ Wiin du ins künfftig in stater Kindlicher Forcht / GÖtt nicht x,i)r zu beleydigen/ wirst leben/ a,!. iverdeft dermahleintst einen ^adlgen Richter Haber». Über 421 das gedencke / wie so nützlich es den Kindern seye/wann sie from- »ne Eltern haben/und von ihnen wohl unterwisen werden in aller Frornbkett/und Geistl.Ubungen. Monica hats erfahren/und mit Ihre vil Lausend andere; du felbsten wärest villeicht so frorüb nicht/tvann du nicht ein fromme Mutter / oder Geistreiche Lehr- Fraw/oder Lehr-Meisterin gehabt hattest; so lasse an dir auch nichts ermangle»» / seye fleißig/ und wann du kaust / unterweise/ und lehre die jungen Kinder in allem Guten. Hast du die empfange Lehren dir nicht zu Nutz gernacht / so laß d»rs hertzlich leyd seyn.. Drittens betrachte / daß nach- deine Monica anß Befelch Ihrer Eltern/ sich mit eine»»» zwar edlen/und reicher»/ aber Heydni- schen Mann verheyrathet/ hab Sie von Jhrne eine Zeitlang sehr vil Übels erlidten/ nachmahlen aber hab Sie durch Ihr eifferi- ges Gebett bey Gott so vil vermocht/ das; Er Katholisch worden / und sich gantz nach dern Willen seines Weibs der Heil. Monier geschickt. Srhe/ mein vämrlcena! wie vil Guts erfolge/wann man ei»r- Gaa? faltig 422 Betrachtung faltig gehorsamb ist. Cs Ware zwar Monica lieber in dem Iungfräwllchen und vollkome- nen Stand verblieben/ aber weil Sie uichtaußBegierlichkeit deß Fleisches / sonder auß Befelch Ihrer Eltern/ und einfältig auß Gehorsame in den Ehestand ge- tretten / hat Sie die See! Ihres Ehe-Manns durch eisserigesGe- bett erhalten / und allen Ehe- Frawen gezeigt/und ein Exem- pel htnderlassen/wieSie sich gegen Ihre ungeartete / und böse Männer sollen verhalten. Wan du hiemit schon zu Zeiten ver- meynst/diß oder jenes wäre besser / wann aber deine überleit dir ein anders befilcht/so dir un- vollkomeii zu seyn scheinet/ wann es nur nicht wider Gott ist/gehorsame einfältig / so wird es GOtt besser gefallen/ als wann du das (dein Schein nach/) ab lervollkombnifte Werck verrichtet hättest. ' Über das / O wie vil Weltliche Weiber und Männer iey- ben in ihrem Ehestand sehr harte / und peynliche Widerwärtigkeiten/durch welche sie den Himmel müssen suchen/ und finden ihnne doch oss erwählen nicht/ und du vermeynst/du wollest von allem Übel / und Widerwärtig' keit befreyet/in den Himmel eA gehn können? Oder aber mach/ einen Gedancken/wie du dich tE hero habest verhalten gegen der/ ne Oberkeit/ oder gegen deiner« Nächsten/ wann Sie dich etwa« mit rauchen Worten angefE ren/ oder dir etwas WidrigZ erwisen ? Must du nicht selb« bekenen/ du habest koine DemE und Gedult/ und könnest nich^ leyden ? Gehe bey der Heilige« Monica/oder bey einem ander« frommen Welt-Menschen er« wenig in die Schuh!/allda tiM man dir sagen/daß du noch E schlechte Neligiosi.-. / ulid liehe seyest. Der andere Punct- NEnA-htc/daß obwohlm E nica bey Ihrem so grobr« Mann vil erlidten/hab Sie da^ noch wegen Ihres Sohns U austini noch vilmehr außgE' den; dann weil Er in seiner P" gendein bößLasterhafftes N geführt/und in die ManichaA Ketzerey gefallen / weynte ^ ! i Lag und Nacht/zoge IlM ^ von Karthago biß ins land/ und batte GOtt den ren immerdar / Ihnne zu der Von der Heiligen Momca. 42 z ren. Zn Meyland / allda Sie Augusttnllm angetroffen/machte Eie bald GemeinschassL mit dem Heiligen Ambrosio/ welche beyde endlich bey Gott so vil vermocht/ daß Augustiners sich bekehrt/und W dem vier und dreißigsten Jahr Aneö Alters von dem Heiligen Ambrosio sich hat tauffen lassen. Erstlich gebettete/daß nicht allein fromme Eltern ein grosses Hreütz haben / wann die Kinder nicht wohl gerathen/ sonder daß noch vilmehr die Vorgesetzte in den Llöstern / und Geistlichen Veriamblungcn sehr bedrängt/ und betrübt leben / wann Sie seyen/ daß Ihre Untergebne stech/ uußgelaffm / und nicht nach Ihrem Beruff dahin leben; dann ist allen andern geredt: Ein Abbt/ lagt Er/ (2) solle allzeit ein- Sedcnck seyn/ daß Er beider / seiner ^ehr / und sturer Irmger Gehör» ß»mb halber m dem strengen Ge- ^lchr GDrres muß Rcchensthastr Leben. Er solle wissen / daß die schuld anfden Hirten gelegt wird Mes Schadens / was der Hauß- arrcr in stincn Schaafen finden Aber in dem wird widerumb «freyet seyn/wann der unruhigen ungehorstrmen Heerd / und ihrem krancken Wesen alle Sorg und Fleiß wird angcwendt / und erzeigt styn/ st> wird ihr Hirt im Gericht deß HErrcn ledig gesprochen / und mag mit dein Propheten zu dein HErrn sprechen: Dein Gericht hab ich nicht verborgen in nieincin Hcrtzcn; dein Wahrheit/ und dein Hcyl hab ich geredt/ aber sie Habens verachtet/ und mich verschmähet. So wird alsdann endlich solchen ungchorsammen Schaafen der Todt/so ihnen starck genug wird seyn/ zur Gtrass werden. Mein vLMLlccnL l entschließe dich/ein recht stomb/ ruhig / Geistliches Leben zu führen/und alfofromb zu sterben / so wü st du auch ein Frewd GOtt / den Glglen/ und deinen Oberen seyn. SUIN Anderen / behertzige den elenden Stand derjenigen Eltern/auch derjenigen Vorgesetzten/ welcl)e mchr arss das Zeitliche/als auf das Geistliche Ach- turrg geben/und m Jhr-en Ullter- gebnen hässnqer deß Leibs / als der Seelen Schaden bedawren. Hast du nicht villeicht selbsten gesehen / und gehört /wie hälftig der Obere sich betrnbt/wanndas hoche Gewitter das Getrayd erschlagen / oder etlich StnF Vlech 424 Betrachtung Viech dahin gefallen/sich hingegen wenig bekummert/und rühlg geschlassen / wann Er schon gesehen/daß es bey denSeinigen lwel zllgeht? Es wird auch zu Zeiten wegen zeitlichen Mtttlen ein Persohn in den Heil. -Orden aufgenommen / wann sie schon nicht tauglich darzu. Ach mein JEsu/ lasse nicht mehr zu / daß solche blinde Eltern/nnd Vorgesetzte / sich also in das Zeitliche vertieften/ daß sie dardurch die ewige Glückseettgkeit verscherzen. Erbarme dich auch der Zaum-losen Jugend / dannt sie wohl regiert / und durch hertz- licheDemuth/ und.Klösterliche Observantz ^u glückseliger E- wtgkeit undGlory geführt wer- de. Zum Dritten betrachte/ was Monica nicht für ein Frewd werde gehabt haben / als Augm stinus Ihr böser Sohlt sich bekehrt / und durch wunderliche Gnad Gottes gähling zu einem so fürtreffltchen Mann ist worden? So erfreuwe dich mit den Heiligen Englen/wanndu sitzest deinen Nächsten in Lugenden mehr und mehr zunehmen/werd jhme deßwegen nicht mißgünstig/anß Forcht/ er möchte dir hier zeitlich / und dorten in der Ewigkeit vorgezogen werden. Enresmahls hielte ein Mago gantz zornmüthtg der Heiligen Monica vor / daß Sie dein Lrunck ergeben / auf welches Sie sich entschlossen/keinenWclN mehr zu trincken/fo Sie auch ge^ halten. Was thartest du/wattN dir etwas derglerchen mrrde begegnen 2 Auß dergleichen gebmheit kanst du schltessen dem Frombund Heiligkeit. Vtlleichr Uesse dein Hoffart kein solch* Lorrsötion zu. (a) keßliiL c. r. Da dritte Punct. OJEtrachte / wie die Heil. ntca nach der BekehruW Ihres Manns / und liebsten Sohns Augllstini / für welche Sre einzig und allein so vil E bettet/ so vil Zäher/ und so v" gute Werck GOtt dem HM aufgeopssert / auf dtser nichts anders habe gesucht/^ wie Sie wohl könne sterben/"^ die Himmlische Frewden erla» gen. Dahero/als Sie mit E gustino wieder inAfricamwo'u retsen/und zu Ostta/ etlich von Rom gelegerl/erkrancket/h^ Sie Erstlich mit Augusttno ^ er ^ ;d ! en ni es ^ ist! seist stylst ht he »s- stg est elt ls ld te lk >st ' Von der Heiligen Monica. 425 von der Eytelkeit der Welt/ von ver Liebe GDLLes/und von den Himmlischen Fremden geredt. SUN, Andern/ hab Sie nicht verlangt langer zu leben/sonder bald öu sterben / und den Himmel zu Klangen. Drittens / hab Sie kein Sorg mehr vor den Leib/ sonder allein für tue Seel getragen/ und gesagt: Man solle den Leih vergraben wo man wolle/ für die Seel aber solle man Hei- nge Messen lesen. Also ist Mo- Mca in dem 56. Jahr Ihres Kers gestorben / zu L)stia in Et. Anna Kirchen begraben/ M nachmahlen vondemPabst Aarkino dem Fnnsstcn/ nacher ^o,n in St. Augustini Kirchen und überseht worden. ..Mein vLMLlccsa! Lebe erstach nach deinem Beruff / und Are nach dem Exempel der Hei- "Kn Monica / was dein Stand Norderet/und befleisse dich/dem- '^bigen eyfferigist nachzukommen/ welches die beste Vorberei- Zu einem glückseeligen End/ no die ewige Secligkelt zu er- geil ist. So vil du noch im v .Nen Zeit hast/rüfte dich wohl ^n/iuid erwecke in dir zum »p?'" An hertzstches Verlan- ^u/GL)tt m dem Himmel zu sehen. T) tnein v-m-scen- l wie vil ltgt dir daran / daß du also lebest / damit du wohl sterben/ und also seelig werden mögest. Insonderheit führe dir zu Gemüth/ wie wenig Monica für Ihren Leib Sorg getragen/und selbigen mit Weynen / Fasten/ und anderen strengen Bußwer- cken übel habe zugericht / auch so gar nicht begehrt/oder gesorget/ wohin man selbigen nach Ihrem Todt begraben solle; Hingegen aber habSte gebetten/außSorg/ Sie möchte bey Ihren Lebzeiten nicht sorgfältig genug für Ihre Seel gewesen seyn / man solle nach Ihrem Todt für Ihre arme Seel Heilige Messen lesen. Ach! wte sorgfältig ist der meiste Theil der Menschen für ihren Lerb? wte pflegen wir ihme so überflüssig ? da wir doch ihme nur das Messer in die Hand geben/ unsere Seel dardurch zu ermorden / lind in das Verderben zu stürtzen. Was thust du/mein vÄMLlcl.-,,-» ? HE ihnne also/daß er der Vernunfft/und der Seelen unterthanta seye/ und beyde der- mahleinist die ewige Seeligkeit erlangen mögen. Aber weilen wir Menschen leyder! also leben/ daß wir in dem Fegfeücr noch Hhh unsere 426 Betrachtung unsere begangne Fahler abbüssen müssen/ so verhoffe/ wannsin deinem Gewalt/daß man nach deinem Todt für dein arme Seel etliche Heilige Messen lese / und unter die Armen ein vermöglichs Heiliges Allmusen außtheile. Letztlichen behertzrge/ wie der Heilige Augustinus rrach dem Absterben ferner Mutter sehr Lobwürdige Ding von Ihre habe geredt/daß Sre nenrblich ein getreüwe Dienerin Gottes feye gewesen/ andere eyfferig zm Lugend habe ermähnet/ Ihre Kinder in der Forcht Gottes auftr- zogen/ mit der Demuth/und andern Tugenden vorgeleüchtet/ sehr verfchwigen und friedfamb seye gewesen/alle angethanem bilden und Schwachen gerü habe verzihen/rc. Durchgeh dein Leben / und gedencke / was man von dir nach deinem Todt werde können reden/ Guts odck Böses /. Ruhmwürdiges / oder Tadelhafftes ? Insonderheit aber erinnere dich deß Spruchs deß Heiligen Augustini/ der sagt Daß kein Leben / es st-'k vollkommen / und rühmlich/als ^ wolle/ welches ihme nicht zu för^ ten habe/ wann GDtt daßelbM ohne Barmhcrtzigkeit erforscht und mir stiller Strenge verfahr^ will. (a) (a) l-ib.A.Lon/ess.c.rz» Betrachtung Auf das Fest der Fremden kiLLiL. der AllerseeligistenIungfrawen/ und Mutter GOtteö. Der erste Punct. Teile dir vor Augen Ga- scn/wclche ein Menschliches lomon den weifcsten/und und Hertz hab begehren / ersi^ glücksceligisten König di- nen/urrd erdencken können/ ser Welt / der alle die jenige dannoch / da Er selbige la^ Frewd/nndErgötzlichstgenos- Zeitgenossen/ und endlich^/ Von den Fremden Mariä. drrselbigen sich emesmahls er- Merte/sagteEr: (») Ich hab ^ allem Eytelkcit gejchcn/und Bc* küniniernilß deß Gemüths. Und anderstwo spricht Er wiederumb von der: Welt- Fremden: (b) ^as Lachen wird mit Gchmcrtzcn vermischt / und d.rs ausser jke von der Frewd wird mit Traurigkeit "nibfangen. OrmrsccnL! Erforsche dich/ wie offt du habest vermeynt eine Frewd zu gemessen / bey diser/ oder jener Kreatur/ bey diser oder jener Oelegenhett/dich aber betrogen haft befunden ? -Oder ^ber sag mir / was hast du von Een denselbigen Fremden / die du jemahlen genossen? fürwahr nichts! Sie sind alle dahin/und gleicht hast du noch darmit Gott schwarlich beleydiget/und om unrühiges Gewissen darvon Mragen. Weilen hiemit alle l^elt-Fremden anders nichts NNd / als Eytclkeit über alles Ey- ^le / ch-tt lieb haben / und allein dienen; (c) So Mt- Messe dich/ dieselbigen zu mey- N/ und deine Frewd allein in zu suchen. bo trachte/ daß gleichwie, in ^ Gebrauch / und Ntessung ^Welt-Fremden/ Salomon 427 alle übertroffen/also feye Maria mit Himmlischen Fremden angefüllt/ allen puren Kreaturen vorgegangen; dann weilen Maria mehr/als alle pure Kreaturen zumahl voll ist gewesen dcß Heiligen Geists /die Frucht aber deß Heiligen Geists Frewd ist/(3! durch gute oder böseBe- gterden/auf welche ein sündliche oder verdienstliche Frewd erfolget / wie vil Übels oder Gutes kanst du dir in kurtzer Zeit samb- len ? Lasse dir dein böfe Natur nicht zu lieb seyn/sonder gedencke an das Ewige. (3) LccI.c. r. v. n. (b) pcoverb. 14-v. i z. (c) ve lmir.Lkriüi. l.i.c.r. (cl) ^6 Lajar.5. v.rr. Der andere Punct. ^>Etrachte Erstlich/daß in dem ^Augenblick/da die See!der Allerfeeligisten Jungfrawen mit Ihrem Leib ist vercinbahret worden / GDtt derHErr dero- felben mehr Gaaben und Gnaden / und grössere Erkandtnuß Göttlicher Dingen habe mitgetheilt/als alle Hei.ige/und Him- lifche Geister empfangen. Zu,,, Ändern/ daß selbige Lebenslänglich immer in Verdiensten seye gewesen. Und Drittens /gedencke/was die Heilige Iungfraw ab so vilen empfangenen Gaaben und Gnaden nicht für eine Frewd werde gehabt haben; wie Sie sich in dem HErrn werde erfreuwet/und in G-Ott Ihrem Heyland gefrohlockt haben / (?) daß also in Jhro nichts / als Frewd nnd Frohlocken gehört stye worden. ( 0 ) Osmatccnz > WeilkN dll hiM gegen in der Crbsünd empfaM gen/ und mit allerhand bösea Anmuthungen bist angefüllet worden/ also daß obwohlen da durch den Heiligen Tauss vea der Crbsünd gereiniget btst tE den/ dannoch die Natur allezeit zum Bösen geneigt verbleibet; so ernidrtge dich/ und erkenne deinen elenden/und hingegen den Glückseligen Stand Maria der Allerfeeligisten Jungfrawen/ wie Sie in dem Guten immer seye gewachsen/ du aber in dem Bösen nur immer habest nommen. Bitt Marmm die barmhertzigiste Mutter/daß dir von Gott Gnad erlange/ E dero du deine böse Natur mögch unterdrücken; und hast du dtw etwan schwärlich versündigen bcwirbe dich durch die HeE Beicht umb ein gutes Gewiss^ und ruhiges Gemüth / welcher ein stätig Wohl-leben ist/( .^ damit von dir auch in dem sie -ve S r) ils >kt im >m ett let du ett eit > r; ne er! ia u/ er lU >te ie L r/ ;e l/ s ) l/ Von den Frewden Mariä. 429 Ael Frewd und Frohlocken/ Heiligisterr Jungftawen so vü <>ancksagllng und Lobgesang für Gaaben und Gnaden sich zu cr- lo vit empfangene Gnaden Got- frewen hat mitgetheilt. Mache tes mögen gehört werden. dir einen Fürsatz/ mit einer son- Dermchtt / daß keine Frewd derbahren Andacht die jenige M Fröhlichkeiten dem Men- Gaaben und Gnaden täglich zu 'Hen/und den Cnglen feye gewe- verehren- ab denen die Allerhei- nn/oder'noch werde seyn/welche ligiste sich auf diser Welt zum Maria nicht in dem fürtreffli- metsien erfreüwet. cherem Sraffel / und auf das Das Fest derFrewden Mari- allervollkombniste habe gehabt/ der Allerseeligisten Iungfrawen/ und besessclt; Dahero gleichwie wird in dem Mayen an vilen W wohl-geartete Kinder er- Orthen gehalten; darzu nicht Uwen ab dein Wohlstand ihrer wenig geholffen die Andacht deß Mern / also haben getrewe Die- frommen Benedictiners ibo.w.L Uer und Dienerin Maria sich Ertz-BischoffenvonEantelberg/ auch jederzeit erfrewet / ab Ih- welcher täglich 7 .Vatter unser/ Au so hochen Gnaden - Staird und so vil Ave Maria gesprochen und vilfatttgen Fremder: / deren zu Ehren der siben ( fernem Gene Mariam / wo nicht täglich/ duncken rrach /) fürnembsten Auigist zum öffteren erinnere:/ Frewden/ mir denen Maria auf and mit einer Arrdacht verehrt; Erden erfreüwet ist worden; >no einer zwar hab dise/em an- Deren die Erste gewesen / der aber jene zu verehren ihme Gruß deß Heiligen Ertz-Cngels '"genommen. Gabriel. D:e 2lnderc/die Heim- H A'N ilccus! Villeicht gcden- silchung zu Elisabeth Ihrer drr!^ - das gantze Jahr hin- Baasen. Die Dritte/ die Ge- M^chaiemahlen an diseMmia- durch Christi deß HErren/und zu orewden / darniit du aber der Zutauft/wie auch die neüwe s^,.A'Ahul gibest/ du habest Mahr/welche Jhro die Hirten Andacht zu diser allge- gebracht. L le vicrdtc/ die An- barrnhertzigen Mutter, kunfft der drey Weisen/ oder dich ub Ihren Frew- Heriigen dreyer: Königeir / lind und lobe Gott/daß Er diser derose.ben Anbett-und Echan- ckun- 4Ze> cknngen. Die Zönsitc/öie Wie- derfindung Ihres Sohns im Teinpel / nach den trawrigen dreyen Tagen. Die Sechste/ die frölicheAusserstehung deßHEr- rmIEsu. Die Sibcndc/ die AussarthAhristi/uud sein Herrliche Wiederkunfft in den Himmel. Disem obgedachten Hei- ligenjl'tiom-aber/ist die Mutter Gottes erschunen/und hat Ihme gesagt: Er solle sich nicht allein deren auf Erden gehabten Fremden/ sonder auch deren im Himmel gedencken; Und Erstlich zwar/daß Sie alle Geschöpffmit Glory und Herrlichkettübertref- fe/ und ihnen vorgehe. Zum Ander»/ daß Sie mit Ihrem Zungsraw-Krantzlein alle Khör und Anordnungen / so wohl der Engel als Menschen überschritte/ und übersteige. ZmnDnc- tcn/das; die Strahlen undGlantz Ihres Angesichts die Himmlische Statt Syon erleüchte/nicht anderst/als der grosse Planet die Sonnen den gantzen Erden- Krayß. Zltttt vierdten/ daß der Willen Ihres liebsten Sohns durchaus / und in allem Ihrem Begehren entgegen gehe/ und willfahre/nichts abschlage/ oder versage. Zum Lünsstcn/ daß Sie Betrachtung niemahlen seye ankommen/noch zu Red gestellt worden / wegen der Arth und Manier / welche Sie biß anhero gebrauchet/unv das Heyl Ihrer Diener befor/ dert habe. Zum Sechste,» / daß Ihre Fremden niemahlen schmahlert/oder gemindert / sora der te und allezeit / ja in alle Ewigkeit werden gemehrt / uttv vergrößert werden. Zum Sibe^ den / daß die Ehren/ so Ihro rn dem Himmel angethan/sich we^ den erstrecken in die lange/ ura endliche Ewigkeit. (6) OamLlccnL l Ä0N dkN den / welche Maria wegen allen disen Geheimbnussen gehabt/mn je^lsodirM^em^^ andern vor Allgen / und geben' cke/ was für Fremden selbig^ sich schließen/ und wie großU Fremden Maria müssen gewA seyn/ und was Sie bey Baasen Elisabeth gesprochen bey allen denen billich hadto' nen sagen: vnd »nem cöcist ^ sich erfrcuwet in Hexland. (c) . vLinasccnr ! Neben der tag s chen Alldacht zu disen erzehm. Fremden Maria/ erwähle da ( t> v h v li sl Von den Frewden Maria. 4ZK dem Jahr noch einen Tag/ an Hülffleisten / über seine Seel oeme du dich auch erinnerest an- Sorg tragen/und ihnne auch für oerer Frewden mehr/welche Ma» dm Nichterstuhl Gottes beglei- «a/vtler zu geschweige«/ etwan ten wolle. (-) geyabt bey der Aufopfferung Ach mein liebste vLmrscen-! ^yres Kinds in dem Tempel/ wie wirst du dich in deinem letz- !" dessen Beywohnung biß in ten Sterbstündlein erftewen/ dreißigste Jahr; bey feinen wann du dise Andacht täglich Mdtgen/Wuttder-zctchell/ gros- mit allem Fleiß/ und Ernst wirst Au Zulauff deß Volcks / seinem verricht haben ? Zlveifle nicht/ Anritt zu Jerusalem / bey der daß Maria Ihr Versprechen Sendung deß Heiligen Geists/ nicht auch werde halten / dich 'U^hrem Todt / Himrnelsirhrt/ trösten/ wider die böse Geister M Krönung/rc. rc. Dise deine helffen streitten/ und als ein 5) kizkre frewkt Worden. ^ Ach ! Wie vil ^ (c) proverbior. 15. V. If. tausend arme Sünder waren zu p-ulv« cke in ?2rL wM ein Abgesandter die Stell Got- «,,d erzeigt werde: wer all,» tes habe verwette»;. Es seye i-örce (sagtChristus,> der hö«- also Moysi nicht Gott ftlbstcn, mich,»ud Ler Euch vcrachrett b« sonder der Crp-Engel in dem «rachrce mich. (a) Eowabs» seurigcn Dorn-B>isch erfchu- gewiß geglaubt, (lagt ricn / und hab zu Jhme gesagt: diclus/) (-) baß Er , der v-e, (->) bm dcr Gort dcmes v.rt- sicher un Llosicr / Chrisii Steil tcrs/ der GOtt Abr.rh.rms/ der vcrtr-tre. ^a dlser awsse GOrrIAaco/unb der GOre Ja- ,at will sogar / daß IN allen, eobs. Cr hat zum Manue ge- kommenden/ und weq-qchend-n Mochcii : warmnb wagest du Geisten mit geneigten, Hain» nachweine», Nahmen, bcr wunr oder mit gantz nidcrqcmllnci« bcrbahrlich ,st. ( b ) An statt Leib auf der Erden / Tlli'iM GHttesseyeCrMdrm Abra- solle angcbettct wcröcn; (0 ham erschunc» ; Michael sehe Wie vilmehrdannsolledis-E» gewesen, der zu Jhme gesagt: den Vorgesetzten und HbeB Ich habe b-r nur sechste» ge. erwisen werden, als welches schwohrc». (e) Und also haben Stell Gottes verwetten l , die Heilige Votier im Alten Erstlich, «ehe in dich feibste» Testament disen Heiligen Ery- »ich erforschte,V Engel auch geehrt/ als wann du dich Whcro gegen K0t"" Sie mit GLtt sclbste» waren deinen Hberen habest vcE umbgangcn. tcn? villeichtgantzunchrentA Mein D-m-l-rn- !,Halte h,e- wg, und hast dich vil sch« mit für gewiß, das^glc,chwie vers,'„,diget,alsd,,dircinb« GOtt m dem Mm Testament aber du wirst es in deinem TE Von der Erscheinung deß Heil. Crtz-Engels Michael. 4Z5 öelhiein erfahren/wte vil du dir gereiniget/durch Übung der Tu- habest geschadet/dann ein Geist- genden erleuchtet / utld init dem Ucher sich gar leichtlich kau todt- Göttlichen Willen vereiniget/ «ch versündigen / wann Er sei- Gott deinen HCrren nicht mehr tten Obern nicht gehorsames beleydigest/und Ihme von Her- und Gott in Ihnen beleydigct. Heu dienen mögest. » Eo lasse dirs hertzlich leyd seyn/ (z) Lxo^i;. v. 6. (b) luöicum ^aß du Sie nicht nach deiner i;.v.i3. (c)Oen-rL.v.i6. Schuldigkeit geehret/ und er- ia.v.is. («) cs^.r.keZ. (f) s,.c. setze/was du btßhero versäumet. ?um Andern/ bist du schuldig deinen Oberen als sterblichen/ und gebrechlichen Menschen solche Ebr zu erweisen/ wie vilmehr bist du sichuldig solches zu thun dem Heil. Ertz-Engel Michael/ der dir/ mrd der ganlM Kirchen GOttes zum Oberhaupt / und Achirmer gesetzt ist worden? Bitt disen Göttlichen Abgesandten den Heil. Ertz-Engel Michael / daß Er dir öffiers wölle erscheinen/ seine grosse Geraden und Grraden/ welche du durch ^hnne von GOtt empfangen/ chegesterkenen/und nach Schul- Mkeit GOtt in Ihme könnest Metten / und verehren. So Mrgibe dich gantz und gar unter den Schutz dtses grossen Crlz- Ms/bltteIhnne/daßErdich ^tdcm Tugend - Weeg leithen l du von den Sünden "tch eilt wahre New und Leyd Der dritte Punct. A^Etrachrc Erstlich / gleichwie der- Heilige Crtz-Engel Michael alsobald nach seiner Er- schaffilng die Menschwerdung deß Ewigen Sohns GOttes wider den Lucifer verthadiget/ auch der Erste gewesen/welcher bey der Krippen zu Bethlehem erfchunen / und tmNchmen der neün Khör der Engten/und der gantzen Ihme anvertrawtenIü- dischen Synagog die Huldigung unterthänigist abgelegt; Also seye Er auch der jenige Engel gewesen/der am Oehlberg deme vor Angst Bluet-schwitzenden JESU erschunen / selbigen ge.- starckt / getrost / iliid Ihme den grossen Nutzen seines bevorstehenden Leydens vor Augen gestellt habe. Betrachte zum Andern / daß Iii 2 diser 4Z6 Betrachtung distr Ertz-Engel nicht Ahrtstnm allein/ sonder auch ferne liebste Gespenst die Kirchen Gottes in allerhand Anfechtungen / und Verfolgungen habe getrost / ge- starck^/ und Ihre seye zu Hülff konnnerr/ sonderlich als die Tyrannen durch allerhand grosse Peyn und Marter Sie zu un- terdruckcn/und austzureütten gesucht;, Er habe mcht allein irr dem Alten Testament rn eurer Nacht hundert und füuff und achtzig tausend der Assyrrer er- schlagen/uudvil andere schwäre Krieg für das außerwählte Volck wider die Heyden geführt/sonder Sie fürnenrblich in dem Gesatz der Gnaden/offt und vrl mit einem kleinen Haufflein derFhristen / wrder die Ungläubigen / und Ketzer zu Feld gezogen/ und den Srg erhalten. Aust vtlen karr Zeügnuß geben Lesens der fromme Fürst der Polacken/ welcher mit wenigem Volck versehen/von einer grossen Menge der Lutheranern hat sollen überzogen/ und geschlagen werden/ derne aber der Heilige Ertz-En- gel Michael in dem Schlaff er- schunen/Jhrme gestärckt/ und zu Jhme gesagt: Ich bin der Errz- Herzog / und Fürst der gaiitzcn Christlichen Rrrchen/ trartwe arf den HErrii/ Ich will dir bcxstch^ wider deine Feinde / daß dir Ihnen einen gewaltigen Gig abgewinnest/ welches auch geschehen/ und hat Lescrrs nach erhaltener Victorr dem Heil. Ertz-Engel Michael zu schuldiger Darrcksagung einest herrlichen Tempel auferbauwest lassen. MeinOämzfccnsl bitte El'st^ lich drsen grossen/und an diensten mächtigen Heil. Er^ Engel Michael/dast Er dich M Zeit derGlüekseeligkeit alsowör le regieren / und leithen/ damst du selbige nicht mißbrauchest/"l derselbrgen dich nicht erhebest/ GÖtt lobest/und zu seiner Ehe genießest ; Zur Zeit der Wtd^ wärtigkett aber dich thüe stas/ ckerr / arrf dast du wider GH" nicht murrest / kletnmüthig wer^ dest/oder gar verzweifflest / der dich gantzlrch in den W/lleN GOttes körrnest werffen / "st^ wohl zufrieden leben / wie 8 GOtt mit dir machet / Mast rweiflend/GÖtt dcrHErrwep de dir alles zrr Grrtenr rechne^ für dein grosser und darfür dein grosser seyn. Ali,» Anden» / weil ohrre oe wahren Glarrben nicht moE Von der Erscheinung deß Heil. Crtz-Cngels Michael. 4Z7 O/ daß einer könne seelig werben/ sage GL)tt dem HErren Danck/ daß du irr selbigem ge- bohren/ und darinn auferzogen. bist worden. So bitte auch dt- wn Heiligen Ertz-Engel/daß Er dich durch seine Heilige Verdiensten als ein Mitglied der wahrer: Kirchen wolle erhalten/ sür dreh sorgen/ und rvrder die' innerliche / oder äusserliche An- Achtungen inGlauberrs-Sachen dir wolle helssen streitten/ damit du als ein Kind diser wahren Kirchen mögest leben, und sterben ; und solteetwan gestl)ehen/ daß du angefochten würdest/sag. Und gedenck bey dir selbsten / dn wollest glauben was die Kirchen glaubt. Der Acrdte Punct. ^Lelle dir fürnemblich vor Augen deinen letzten Kampff/ und das darauf folgende er- Möckliche Gericht; und warm ^ schon wirst vermeynen ftom ^lebt zu haben/werdcn dannoch sAe Feind und starcke Wider- Mr seyn dein selbst - eigen Ge- Mn/ und die böse Geister/wel- L wlt aller ihrer Macht/Waß- h.,^lst/und Betrug dich wer- ^ anfallen/und suchen dich in das Verderben zu stürtzen; Sie werden dir alle deine auch schon gebeichtete Sunden/ alle deine Gedancken/und Versaumbnus- fenin dem Guten vorhalten/ mrd dich darmit also beängstigen/ daß du in größer Forcht der Verdambnuß da wirst ligerr/ und »richt mit germgeremSchrö- cken von den Teüfflen umbge- ben/vor dem gestrengen Richter wirst erscheinen müssen^ L) mein OLmsiceriL! Wer wolte den Lag, seines Lebens ein einzige fröhliche Stund können haben/wann er gedankt an den erschrecklichen Lodt / und an das darauf erfolgende letzte Gericht / wann der aügütige Gott unsere Schwach-und Un- vermögenheit durch seine Gna- den/dann auch durch den Schutz und Hülff deß lieben Schutz- Engels/und deß Heiligen Ertz- Engels Michaels nicht wurde ersetzen/demeGOtt der HErr absonderlich die Lommirbo» über unsere Seelen gegeben / selbige in unserm letzten Lodts- Kampff zu versorgen/und aufzunehmen ; Dahero die Kirchen auch bettet: Errette O HErr unsere Seelen von dem Rachen deß Löwens/ damit stc von der Hollen Jit Z '«che 4Z3 Betrachtung nicht verschluckt werden / sonder bitten dich / O HErr! daß dein Fändrich der Heilige Michael unsere Seelen dir cinist darstelle/und bringe zu jenem Liecht/ welches du schon vor disem dein Abraham/und seinen, Saamen zugesagt/ „nd versprochen hast. Zweifle nicht/ mein Oamrsccns! daß diserHeil. Ertz-Engel Michael für dich nicht auch werde sorgen/und in deinem letzten Todts-Äampff für dich ivider die böse Geister werde stmtten/ und endlichen deine Seel aufnehmen/und dem Angesicht G-Ottes vorstellend wann du nur auch das dcinige wirst thuen/ und leben wie es dein Stand erfordert. Fürchten du dir wegen deinen Sünden; bricht selbige mir wahrer Mv und Leyd/ thue darüber BE und lebe t» dein übrigen wohl E tröst. Bitt össters disen Heil. Ertz-Engel/und sage: O Hch Ertz-Eugel Michael/ stehe mit bey/ und hilff mir in meinein letzten Todts-Kampff/ und bey dem Schröcken-vollen erschreck" lichen Gencht. Betrachtung Auf das M deß Heiligen Btschoffs Gregorij vonNaziantz. Der erste Punct. ES ist der Heilige Gregonus 'gewesen/ und sind sein Muss auß der Statt Naziantz in Nona/ der Bruder . (^appadocia durch sein Heilige und Gorgonia senre Mutter Noua von Gott erbet- Heilige Lenth geweseiu ten / und in seiner Jugend gen Mutter/ lveil Sie Ihren SA Athen atlf die hohe Schuht zu Gregor» un GOtt dern studieren geschickt worden. aufgeopssett/ hat Sie vzmzsccn 3 ! In besiegter Statt sorgltch und Heilig aufel^, Nazianzo ist sein Vatter/ der der dann als em ^rcckum^,, auch Gregorms hiesse/Bischoss und m dem Glauben Von dem Heiligen Bisihoff von Naziantz. 439 Lchr-Iüttger also hat zugenommen rn guren Sitteu/uud in der Frombkeit/daß Gott Mine auf dem Meer aus Leib- und Lebens- Gefahr errettet / da Er versprochen/ sich tauften zu lassen / und die Tag seines Lebens in dem Dienst Gorres anzuwenden. Betrachte Erstlich/ wie die Begierden / und gethane Versprechen so wohl diser Heiligen Mutter / als deß frommen Knaben nhr vEommen müssen gewesen Kyn/daß Er die Mutter so bald erhört/und den Knaben auß ei- ver so Augenscheinlichen Letb- und Lebens - Gefahr erlediget; M aber du hingegen m deinem Mitten und Beehren oM und dU nicht erhört wirst/glaube daß tttn ändere Ursach seye/ als weil ^etn Verlangen nicht einfältig pur und allein nach dein Willen ^Httcs gerichtet gewesen/ und oeln eigner Will sich hab darein ^wischt.. So enrschlreffe dich/ 'U6 künfftig deine Merck durch 7 'Ue gute Meynung vollkommen vernchrui ; hoffe alsdann Gort/ deine Begierdeli wer- .en von Gott auch erhört wer- u/wunn sie zu deiner Seelen seyn werden. Betrachte, zum Andern / wie Gregorins zu Athen mit dem Heil. Basilio gestudiert/ grosse Freündschafft mtt Ihlne gemacht / und beyde mit einem frommen und Hciltgeu Wandel haben geleuchtet. vLiuLlccnL l Erfreüwe dich/ wann du m deimr Jugend nnt guter Gesellschasst bist arrfge- wachsen / und ist es nicht geschehen/lasse dir es leyd seyn/und befleiße dich noch gleich jetz/und nicht erst Morgens/ so vil es dein Stand zulasset / frömmerer Gestllschafft/und eines frommen Lebens/ zu deme wir alle verbunden. Hingegen meyde und fliehe alle GeMlschafft/die du erkennest Gott und der Seelen Hcyl zuwider zu seyn/wie gethan der Heil. Gregorius/ der Julianum den Abtrünnigen schon in seiner Jugend geflohen / kein Gemein- sthasst mit Jhme wolte haben/ auch seinen lieben Bruder K»sa- rtum von ihme abweiidrg gemacht/ weit Er auß seinen Sitten erkannt / was auß Jhme zu seiner Zeit wurde werden. llain»ii.enä!. Vil haben den Schein einer Frornbkeit/ inwendig aber voller Boßheit stecken/ wie Juliamrs auch geweftn/und teyder'! noch heutiges Tages der- 44v Betrachtung dergleichen noch vil gefunden werden / welche du wohl solt in obacht nehmen / selbe meyden und fliehen/ damit du durch ihr gleismertsches Leben nicht auch verführt werdest. Zn dergleichen Gefahr/ob du anjetzo mcht lebest/ erforsche dich wohl. Der andere Punct.. I>Achdeme GregoriuszuAthen mlt grossem Ruhm und Lob andere in der kbcronc unterwi- sen/ hat Er sich wiederum!) in sein Vatterland begeben/ laut seineS/VersprcchensdemGotts- dienst und beschauwlichem Leben abzuwarten / deme zn diser Zeit Gott der HErr zu Nachts öff- ters erschunen/ und ernesmahl zwar begleitet m Gestalt schöner Jurrafrawen von der Welkheit und der Keuschheit / in die Er verliebt / allzeit ein reine Jung- fraw verbliebet: / und in der Weißheit also zugenommen/daß Er nach dem Heil. Johannes dem Evangelisten allein den Nahmen eines Theolog! von den Heiligen Vattern bekomm. Nach disem weyheteJhnne sein Vatter wider seinen Willen zu einem Priester / Er aber / aus; Begierd grösserer Vollkommenheit/reißte in die Politische Eun öde zu dem Heiligen Basiliuun führte mit Jhme ein strenges Leben/und hadert beyde nützliche Regle«/ und schöne Satzungen für dje Qrdens-Persohnen gp schriben. Oamaiccnz! Ein See!/ wann sie einmahl recht gegen GOtt eingerichtet/ ist immer rühwM und trachtet allezeit nach grM rer Vollkommenheit. Erinnere dich nur obenhin etlicher HA gen/so wirft du finden/daß Su vermeynt/Sie können nie genug saften/ betten/ betrachten/M nMrrMclcren und abtödten/SU haben immer frömmer und HA liger werden wollen. So stA dir vor Augen dein bißhero ge' führtes Leben/wie haffkig dellU Begierden seyen gewesen tM grösserer Frombkeit d Fin^, dich gantz kalt und lauw/ ja A allem Gittert gantz verdroM lasse dir es hertzlich leyd fiE dann du nicht m eitlem SA blst/der zu Gott führet/sE haftein ftrettges Fegfeüer z" A, warten. Disem hiemit zu A,. gehn / lasse erstlich fahren a" die imige Geschafft/ dieaufU sen/und hoffärtig machet:, o ,/ andern/befleisse dich mit 1/ s -e 'N in lt fe- re li^ )ie llg ch eb lle »e eß ll/ li/ >id !et rt llc F iK « ip Von demHeiligenBischoffvonNaziantz. 441 biß und jenes zu Verbessern/und also gleichsamb GOtt selbsten nommer zu leben. Zu denre Dich habe verlassen / darmit Er uns 6enugsamb solle aufmunteren anzeigen wollen / wie hoch wie wnnen -tses Hetligerr Gregorij verbunden seyen/unseren natür- grosser Cyffer znr Einsambkeit lichen Elteren/und andem Vor- ""b Heiligkeit. -gesetzten in der Noth zu helffen; Nach vilen Jahren ist Gre- und welches/ wann es nicht ge- M'lus auß Antrieb der Liebe schehen/< wir thun dem Schein und Gehorsame gegen seinem nach/was wir wollen/) alles ein alten Vatter / wieder auf Na- Eigensnmigkeit/ und kein wahre sMntz gereißt/allda/weil die Ar- Mwacht zu schätzen seye. Er- klarier die Katholischen sehr ver- innere dich/wie du dich in disein tvlgten/auch seinen neüuztg-jah- 'Fall dißhero verhalten habest? klgen / und ungestudierten Vat- und ob du in den Willen Gottes ter in jh^n Irrthumb gefallt/ reii^mert / deine absbirderliche M Cr Jhnne wieder auf.den Andachten/ und Geistl. Ubun- Men Weeg gebracht/ imd dm gen gem habest verlassen/wann ,^ll. Bafiliunr vermöcht / Daß -es die Liebe/oder der Gehorsamb L? bie Einöde verlassen / und von dir erfordert ? In derglei- -öyme geholffen die Arrtarrer chen Dingen aber / damit du Mzureütten. Bald darauf ist sicher gehest / thue nichts ohne Kasilius Ertz-Bischofs zu Kä- Naht deines Geistlichen Vat- !.,'ea/ und GregoriuS sein Mit- ters» ^rden"welche^BlMh^^^^ Der dritte Punct. Ek bald auß vilen Ursachen 1 ?Ach dein Absterben seines axi^mn/und dem alten Vatter Vatters/und seiner Mutter/ ^^oissen dieNazianzemscheKir» wiche Gregorius auß der Statt l zu regieren. Naziantz/verrichtete ein Wahl- der Betrachte/ wie fahrt zu der Heil. Thecla in der dise AbUlge Gregorius dllrch Statt Seleucia / hossmd / es und Gehorsame gegen werde unterdessen das Volck/ des, Vatter/ alle Ruhe und die Priesterschafft rtn an- klchauwlichen Lebens/und dem Bsschoffen an statt seines Kkk Vat- 442 Betrachtung Vatters erwahlen/so aber nicht geschehen/ sonder in seiner Wie- oerkunfft weiten Sie Ihnne/ und keinen andern zumBsschof- fen haben / darzu Er sich aber nicht weite verstehen/ und Cula- lürm Ihnen verstellte. Q^mssccna! Nicht nur mit Worten / und nach dem ausser- lichen Schein / muß man die hoche Aenipter und Würden fliehen / sonder in dem Werck stlbsten erzeigen/daß man solche mcht annehmen wolle. Erfordert es aber die Ehr Gottes/uud der Seelen Heyl / und rathen fremme/ Gewisseuhaffte gelehrte Männer einem em Ampt/ soll Er sich auch nicht weigern dergleichen Mühe und Arbeit auf sich zu nehmen; wie dann alle hoche Würden und Aempter/ wann malt sie recht verwetten will / nichts arrders auf sich haben als Mühe und Arbeit/und endlich ein grosse Nechenschafft vor GOtt. Zu diserZeit hauseten sonderlich zu Konstanttnopel fthr übel die Arrianer / Macedonianer/ und Apollinaristen/ dahin Gre- qorius verreißt / Sie starck verfolget/und so vil Ketzer bekehrt/ daß der Katholische Glauben sich gewaltig vermehrt; Und obwohlen Gregorius deßwegeU von den Ketzern verfolgt/gesteu ntget/ gesanglich eingelegt/«iw vor Gericht verklagt worden/ist. Er doch unschuldig wieder aus freyen Fuß gestellt/und von P^ Lro Patriarchen zu Alexandria zürn Ertz - Bifthoffen zu Aou- stantmopel ernambset worden/ darzu Er sich aber allein bereden lasscn/damit Er mit desto grösserer Authoriwit den Ketzeren W widersetzen/und die Ehr Gottes ulid den wahren Glauben ver- mehren könnte. Mein OLmaicena !Wagen dtk Welt-Menschen Leib und M auß Lrebe einer Kreatur / aE Liebe zeitlichem Haab undG"t^ oder etwan ein eytele Ehr zu A langen / betrachte / wie viliE ein Gott-liebende Seel verbüß den seye/alles darzu geben/au^ außzustehen/ und alles zu leyd^,. für die Chr Gattes / und ^ Seelen Heyl; wie neben un' zahlbaren vilen Heiligen auu/ gethan der Heilige Gregorruv. der von den Ketzeren wegen A Glaubens allerhand Ussbus Verfelgnng/iind öfftereLebeU Gefahren außgestandeli/urM^ d li 1- d ss. 1s ! e/ ja ! ,1- i 11/ i 'II ! 11'^ ^ >ie iß s/ > !l/ ! hk - cs ett -er ch s/ )/ Von dem Heiligen Bischoff von Naziantz. 44Z stdten/denne aber Gott jederzeit lvunderlich erhalten. Schatze dich glückseelig/wann ou auch unter Visen Letzter» bist/ und für die Ehr Gottes erstlich dich selbst verfolgest/und Modlest/auch willig und bereit/von anderen etwas zu leyden/ und Zum anderen deinen Verfolgern Guets thuest/ wie gethan der Heilige Gregorius / der einem Ketzer/ so Ihnne todten wollen/ «ebkoset/Guets gerhan/und zum Katholischen Glauben bekehrt, ^ist du nicht also beschaffen/ so lasse dirs hertzlich leyd seyn. Weilen es die Ehr G-Ottes/ und der Seelen Heyl erforderte/ hat Gregorius sich bereden las- M/das Ertz-Bißthumb zu Konstantinopel anzunehmen / und Urnm unzählbar vil Mühe und Erbest; Also entschliesse dich auch/ OLMLicenat wann es die Ehr Gottes erfordert/keinAmpt anßzuschlagen / selbiges unvergessen zu verrichten / und zu Zuen/was einer Gott-liebenden ^eel wohl anstehet. Gedeneke m wenig/wie du deinen Stand uvemedu jetzund lebest/bißhero vertretten? und ob du Mühe und Arbeit st oder jene Verrichtung habest außgcschlagen/ und nicht annehmen wollen? Mit HülffTheodosij deß grossen Kayfers inHnent/eines sehr frommen Spanischen Fürstens/ würckte Gregorius in kurtzer Zeit bey seinem Ertz-Bißthumb sehr vil Guets/ hat ein allgemeine Kirchen - Versamblung zu Konstantinopel angestellt / in dero Er von dem Kayser / und hundert und fünffzig Bischöffen nicht allein in seiner Würde bestattet/und der Ketzer Jrrthumb verdammet / sonder es hat Damahls der Pabst alles dises gut geheißen. Aus; disem sihest du/ wie ein eyffrige Seel in kurtzer Zeit vil Guets kan würcken. Oamsscena; du hast auch fromb zu werden nicht vil Jahr vonnöthen/ du kanst bald ein außbündig from- mes Kind Gottes werden/wan drr dich nur nicht unordentlich liebest / und der Anleithung deines Heiligen Schutz-Engels/ und Geistlichen Vattcrs folgest. Halte dich in disem ein wenig auf/ villeicht wirst du finden/ daß du die einzige Ursach/ daß du nicht frömmer bist. Nicht lang darnach / haben etliche Vischöss disem Heiligen KkkL Mann 444 Betrachtung; Mann sein Crtz - Vißthiimb- ftreittig gemacht / welches Er nicht übel aufgenommen'/ und Friedens halber selbiges aufgeben/sagend mit dem Propheten: (g) Mann Ich- wegen cüwers Streits ein Vrfach bin/si> wcrsict inich wie einen Ionam ins Meer/ damit das Vngcwittcr aufhöre/ und dcr Strcitt nachlasse; darauf gehet Er zum Käyfer/ und erlangt endlich nicht ohne grosse Mühe und Arbeit / seines Crlz- Bißthumbs entlassen zu werden. Ach! wie vilmehr Fried und Liebe wäre in vilen Versamb- lungen/ wann wir alle/als wie diser Heilige Vatter beschaffen waren / und zu Zeiten von unserer Meynung weichen / unsere Verrichtungen und Aempter aufgeben und verlassen thäten/ wann wir sehen/daß deßwegen unter andern eilt Stresst und Uneinigkeit erwachset. Aber unsere Hoffart ersinet sovilschcin- bahre Ursachen / daß wir nicht weichen/ und diß oder jenes Ampt nicht aufgeben / und verlassen sollen / also daß ehender die Chr Gottes/ und der Seelen Heyl mnß Schaden leyden/ als daß wir uns der demüthigen Ruhe der Seelen unterwerssen wollen. MemvÄmrsceua !Weiche nist deines Geistl. Vatters NE tausendmahl lieber/und verlässt alle Aempter / als daß du mu ander n im der Unruhe / und fahr der Seelen sollest leben/ mit wirst du dich bey Gott/ uno den. Menschen lieb und ang^ nehmb machm/und den grösteN Seelen- Trost genießen. Der Heilige Gregorius nu^ mehr von allen Geschafften^ freyet/aber von dem Alter bela^ den/ und von dem Podagram geplaget/ ist tvieder in sein terland gereißt/und sich auf er» Land-Gueth begeben / allda streng gelebt/nttd vil schöne nud' liehe Ding geschrieben/ und va Er das neünzigiste Jahr ^ reicht / ist Er den vierdten M'/ im Jahr Ahristi Z89. seelig gk' storben. . i)LMLicen2! Also machen/' die Heilige Gottes/je älter Sl werden / und je näher Sie ^ dem Todt sind/je grösser'istE Begierd/durch ein strenges ^ ben bald den Himmel zu eE gm. Cs ist nicht znbcschH ben/wie mit häuffigen Zaffss' Gregorius in seinem Alter stA Sünden habe beweynet/w;e ^ viertzig Lag lang das HE^ VottdetirHeiligetr Bmrardino von Sems. 445 it k sse >it »e/ a/ ld ett Nr »t- a/ ib I ib tll l-r ;a r/ i») :s ie :Y l'L e/ -i/ st >e 'k ke 1/ Stillschweigen gehalten habe// wie hafftig. Er noch in feinern hochen Alter wider das Fleisch- (wie Er selbst bezeugt/) hab- müssen streikten/ und deßwegen sehr streng habe gefastet/gewa- u)et/ Harme Kleyder getragen/ auf dem Boden geschlasstri/und Ach selbst abgetödtet. Und was thust du / vLMLtcenL! erfahrest wcht bey dir gantz das Wider- wiel/ und vermeynst in deirrer/ fugend schon genug für den Himmel gethan zuhaben? Laß wrs leyd seyn/ wann du also beschaffen bist; bitt absonderlich, vffen eyfferigen. Heiligen Ärr-^ chen-Lehrer/daß Er dir die Cr- kandtnuß Gottes/und deß Himmels/ und einen rechten Eyffer/ durch ein frommes Leben dahin zu gelangen/von Gott erwerben wolle. Urid hast du streng zu leben / die Leibs-Krafften nicht mehr// thue wentgist was du kanst/und trag ein grosses Verlangen/mit den Heiligen fromb zu leben / mit Ihnen fromb zu sterben/und mit Ihnen denHrm- mel dermahleinist zu erlangen. Solche ernstliche und eyfferige Begierden/zwekfle nrcht/werden ohne Frucht nicht abgehn. Betrachtung Auf das Fest dcstHciltgm Bernardlnt von Sems.. ^ Der erste Punct. ^AHEgeBeiMrdinushat sagte: Still/still/derVemar- te» 3"^ Estern schon in derzar/ dinus kombt. Er.vc,>ohic„/dochlebte Bctmchrr Erstlich/ die Gnak >«a>w ^!!°'"'d c'"Se;°gc>i/daß GDttes in disem Waißlein l'e von ungebühren- Andere Vatter-lose Kinder wer- 8ey redten/und den jun- den meistens übel erzogen / wer- Wejt-in <>ttnardinum von den frech und außgelassen / aber »ayen kommen/ein jeder der junge Knab Bernardinm Kkk z ha' 446 Betrachtung hat in guten Sitten also zuge- nonunen/ daß Er gantz schanr- roch worden / wann Er hörte unehrbar redem dahero man sich auch geforchten/etwas vor Ih- me ungedührendes zu reden. Mem OämslccnL! Wie bist du gearthet/ und wie thust du dich bey anderen verhaltet:? Der Heilige Bmcdictus saAt: (2) Leichtfertige und mmutze U)orr / und die zum Gelächter be> wegen / verdammen wir an allen Örtchen / daß sie zu ewigen Zeiten nicht geredt werden / und laßen nicht zu/ daß ein Junger zu solchem Gespräch seinen Mund aufthuc. Bist du in deinem Gespräch btß- hero unbehutsamb gewesen/hast du GOtt und deinen Nächsten beleydiget / wegen deiner unbe- Hutsamen Zungen / lasse dirs hertzlich leyd seyn/und gedencke/ daß ein einziges unehrbares Wort zu Zeiten ein grosses Feuer erwecken könne/ und ein unschuldige Seel in das Verderben stachen möge; und einen solchen Schaden wie wurdest du wieder ersetzen können? Betrachte zum Ander,, / daß wann die Gegenwart dlses so wohl geartheten jungen Kna- bens so vil hat vermögen / daß ihme niemand getrawet vor D , me etwas ungebührendes zu reden/ wie vilmehr uns bewegest solle / nichts Böses zu thun/ der ungezweiflete Glaubens-Articm > von der Gegenwart Gottes/der > nicht rrnr gegenwärtig/all ustsik äusserlich Thun und Lassen/seist der auch alle unsere inneristensto > heimblichiste Gedancken scher' Ich der HErr bin es/ sagt Er/ j Ich das Hertz durchforsche / llttb die Nieren prüsse. (b) Mein OäMLscens l Jene Äste haben sündigen wölkn/weil ch GOtt nicht vor Augen gehabt j und gesprochen : Niemand E , uns. (c) Hingegen weil die fromme Susanna GOtt vor Augen gehabt/hat Sie auch ^ der wollen sterben/als vor de>'' Angesicht deß HErm sündigest' ( 6 ) Sündigest du nicht zu Zetkst auch/weilen du dich der Geg/^ wart Gottes/ und deines liebn Schutz-Engels vergissest? U he mit deinen Gedancken st" ein wenig zurück/ und gedetE ob du nicht osst und vil vor östI nrrd deinem Schutz-Engel HE gethan/daß du vor deinen Es- ren nicht hattest begeherr bo. fm'i So stelle dir „1 das WA üg mit lebendigem Glaub'" ,' AM' Von dem Heiligen Bernardino von Sems. 447 deines lieben Heiligen Schutz- Engels/so wirst du auch behüt- samber leben / und nimmer sündigen. GQLt der HErr verordnete Vernardinum absonderilch zum Predig-Ampt/Er Pflegte schon W seiner Jugend anderen Knaben zu prevtgen/und einesmahl Zwar / stige Er auß Antrieb deß Heiligen Geists aufdie Kantzel/ da die Kirch voller Volcks wäre/ Und thäte ein heylsame Predig. Ä)^einl)LMLscenL! Gedeneke/ daß von Gott vil beruffen/ weil Sie aber der rüstenden Stimm/ und Gnad GL)ttes nicht antworten/sind wenig außerwahlt/ daß Sie mit Bernardino irr höchster Vollkonienheit Ihrem Kerns einsaitig nachkommen» sechsten wirst offt und vtl Me Antrieb in dir verspuhrt Uaven/ die du aber nicht hast w^ckstellig gemacht/und hat bey ^lr geheißen: Dre Rinder sind ^ die Gcbucth kommen / und ^ keine Rrasst da zu gebühren, (c) Nicht träg/arbeite/und "Misse dich/dem innerlichen An- N deß Heiligen Geists zu ge- ^orsammen/ nach grosser Vollkommenheit zu trachten/und imt gemeinem Christlichen Leben nicht zuftieden zu seyn. Über das solt du festiglich glauben/ daß iver das Predig- Ampk will verrichten/ ein unschuldiges Leben musst fuhren/ damit seine Zuhörer nicht haben/ was sie an Ihme können tadlen. So bitte GOtt/ daß Er allen Predigern ein fromes unfträst- üches Leben wolle verleyhen/ bannt der Saamen seines Göttlichen Worts in dem Hertzen feiner Zuhörer Frucht bringe. (.1) (b) lerem. 17. v. 10. (c) Daniel c. i). v. ro. (c!) Dan.c.rS.v.rz. (e) I 5 aise )7» v. 5. Der andere Punct. ^L)u Kindheit auf ist Beruar- dtmrs gegen der Allerseeligi- stcn Jungfrau) Maria sehr arr- dachttg gewesen/dero zu Ehren Er neben vilen andern Andachten alle Sambstag zu fasten pflegte. Mein OLmsfcenL! Gehet der Sünder nicht zu Grund/wann Er ein Liebhaber Maria / wie vilweniger wird der Gerechte fallen / wann Er Mariam sieb hat; der Eremplen hast du un- zahl- 448 Betrachtung zahlbar/daß bist in natürlichen und übernatürlichen Gaaben und Gnaden sehr zugenommen/ und vil Guets geschaffet/so wohl für sich als andere. Lebst du/ mein vLMLlccriz ! in einiger Gefahr deiner Seelen / nimme dein Zuflucht bey Maria/und zweifle nicht/ daß du nicht werdest ge- tröst werden; Bist du aber in einem guten Stand/und verlangest mtt Ernst Heiliger zu wer- den/zweifle auch nicht/daß du in der Vollkommertheit nicht werbest zunehmen; wie dann Ber- nardinus in natürlichen und übernatürlichen Gnaden und Wtssenschafften also zugenom- men/daß Er schon im zwantzigi- stenJahr seines Alters einSpie- gel der Tugenden scheinte zu seyn ; So gedencke ein wenig/ was du seyest ? bereüwe deinen Stand / und verbessere denselbi- gen. Bcrnardinus liebte absonderlich die Armen/ denen zn dienen/ und Ihnen Gilets zu thuen/ ntmbt Er auf sich die Verwaltung der an der Pestilentz Kranchligenden/welche Er zwey Jahr lang mit grosser Demuth/ Liebe und Gedult abgewartet; weil Er sich aber bey diser Verrichtung nicht getwstHefarihte/ hat Er sich auß innerlichem M trieb JEsu deß Gecreützigteii entschlossen/den Orden deß Her* ligen Francisci anzunehmen. - Mem OLMLsccns! Bernardu mus hat mit disem seinem stretö gen Wandel gesucht durch deil Weeg der Rernigung/derBueß/ und staten^orriticLllon Stass'b weiß hinauf zur Vereinigung mit Gott zu steigen/und du vett meynst durch deine SinnliK keit/ innerlichen Trost und Snl^ sigkeit/ohne Mühe dahin zu taugerl^ Der Weeg zum Himel' tst nicht mit lauter Rosen g^ bahnet/ und nicht mit lautt^ Edelgesteinen gepflastert; HCrr JEsus hat uns einengn deren Weeg gezeiget/durch sel/Dörner / Areütz/ AbtödtuNS unserer bösen Begierden/ A Er/ daß wir mit einem aulst^ bawltchen Wandel dem HüE sollenzueylen. Mein0--^ na l trachtest du auch lnnue nach grösserer Volikornmenl)^ durch den Weeg derReiniguW Halte für gewiß / daß du E denne nicht werdest ftom"' werden. Betrachte ferner / daß deme Bernardinus durch Von dem Heiligen Bernarvirw von Sems. 449 e/ lli ett ei» )i- ll-- eu ß/ el- G ert ilj- ie§ !cl tep )ek B eist >i cl- >iel let cit >stt >er A > dgesBetten/ strenges Fasten/ und hartes Geißle« / von JEsu dem Gecreützigten innerllch seinen Beruff zum Gerstlichm Le- vm vernommen/habe Er Ihme voch nicht getrawet / selbigen ohne Naht deß P. Kastory eines fürnehmen Franciscamrs/ werckstellig zu machen; der dan Ihme gerathen/seine Güter zu verlassen/ unter die Armen auß- Mheilen/ und das Kleyd deß Heil. Francisci anzulegen. Erstlich sihest du außdisem/ daß wann du ein sonderbahre Gnad von Gott verlangeft/mit vilen Bußwercken/und mtt grossem Fleiß und Ernst selbiges von Gott begehren müssest. Erinnere dich/wie du bißhero in dergleichen Begebenheiten gegen GOtt dich verhalten habest? Disse/das; Gott umb seine Gaa- oen und Gnaden mit Ernst wölle «wetten seyn/ welches/ wann du Mcht gethan/ift die Schuld dein/ vaß du so armbseelig bist / welkes dir wohl hertzlich leyd solle Zum Andern/ wann du schon Mmeynst innerlich in deinem M-haben versichert zu seyn/ Ädir sechsten nicht zuvil/ -no thue deine Sachen nach dem Exempel Bernardini/und anderer Gottsförchtigen Seelen/nnt Naht deines Geistlichen Vat- ters/odw eims anderen gelehrten und Gewissenhafftm Maus/ so wirst durühwig seyn / wann schon deine Vorhaben das erwünschte Zihl und End nicht erreichen. Erinnere dich/ wie du dich in disem habest verhalten/ und ob du dir bißhero nicht zuvil habest getrawet? Nach seinem.Probier-Jahr Hegte Er seine Gelübd ab / hielt fern erste Heilige Meß/und erste Predig / darauf Er bald zum Prediger deß Heil. Ordens be- nambstt wurde/weil Ihme aber ein gute Stinib zum Predigen abgienge/ hat Er selbige von GOtt durch sein Gebett erhalten. Meitt v-mrlccnL ! Auß disem sihest du erstlich/ daß Bernardi- nus so wohl vor / als in dem Probier-Jahr ein herrliches Fundament deßGeistl. Stands müsse gelegt haben/ weil Ihme vergunnt ist worden / auf den Geburths-Tag Maria zumah- len seine öffentliche Gelübd/seine erste Heil. Meß/und erste Predig zu thun. Erinnere dich/ mit was Frucht und Nutzen du dein Lll Pro- 45o Befrachtung Probiel'-Iahr habest verrichtet/ lind was du für Gnaden wegen deines bißhero geführten Lebens von GOtt/ und deinen Oberen habest verdienet? ?>M 1 Ander»» / hat G-OttBer- nardino zu seiner Erdemüthi- gung so schlechte Stimb gegeben / damit wann Er sie durch sein Geb.tt von Gott erlangen wurde/Er desto danckbahrer und demüthiger in scrnein Pwdig- Ampt wäre. . Bist du / mein v-rriäscenL t in deknen Verrichtungen von Hertzen den:ütl)ig/ und erkennst/daß altes/was du hast/ oder kaust/ allein von Gott habest ? Hiemtk hast dn gar nicht Krfach/in dememLhim und Las- stn hossärtig zu ftyn. Der dritte Punct. g^Ernardimrs predigte durch ^gantz Weljchland i6. Jahr lang / alle Tag ein-oder zivey- mahl / unterllesse nichts von sei- rren Erdens - Satzungen; läse täglich sein Heilige Meß/aienge Lägtrch mit anderen in den Khor/ und verrichtete mit Ihnen/was Sie zu thun schuldig; Er fastete/und a.^lsilikiierte sich Vil strenger als andere/ und ivann Er predigte/ wäre der Zulauff von Gelehrten und Ungelehrten sd groß / daß man alle Laden und Schuhten verlassen/und Er am öffentlichem Feld / oder Marcn pr edigen müßte. Mein OamrlceriL l Weildistr Heilige Mann durch ein frons/ mes/und Heil. Leben sich allezeit mehrerer Gaaben und Gnaden Gottes fähig gemacht / hat Er mit seinem Predigen auch sd grossen Nutzen geschaffet/daß Er nicht allein unzählbar vil E stockte Sünder bekehrt / sonder auch hoch und nidere Stands Persohnen dahin vermöch / datz Sie alle / auch znlaßige Et)^ ketten verlassen/und mit ander" frommen Seelen zu noch grE rer Heiligkeit getrachtet. We" dann dein Beruss von dir aE ein grosse Fromb-und Heiligten erfordert/ so erforsche dich/ - was füreinem Stand du seyen/ obdu getrost lebest?Wiederu^ aedencke / wie du dich in dE Verrichttmgen verhattest/ob r nicht lieber andere Ding/;" ^ nen du nicht verbunden/ thuen, als was dein Veruss erfordere und ob du nicht gleich durw"^ dere Ergötzlichsten wölkst^ quieket mrden/wann du »nev. als demeSchuldigkert erfor^s/ Von dem Heiligen Vemardmo von Sems. 4 71 arbnteft ? Was wirst du dann sur einen Lohn zu erwarten ha- bemj _ Die Guelphi und Gibeliner hatten einen unversöhnlichen Haß gegen einander/ verhergten Das gantzeWelschland/ die der Herilge Mann durch seine Pre- Dlgen/mrd ernstliches Zusprechen versöhnet/vil audereFeindschass- fen aufgehebt/ und allenthalben den Frieden eingepflantzet. Liebe / mein OEricenL! für- Nenlblich den Frieden mit deinem nebsteu ICsu/und mit denen du M; Befletsse dich/daß dersel- blg von keiner Sund zerstöhrt werde / und wanns dein Stand Uordert/ mache auch Freund- schafft zwischen deneir/welche du weist unter einander» uneinig Hu seyn. So erinnere dich / wie Dein Frieden mit Gott/ und dei- Uem Nächsten stehe ? Ist deiner Alts ein Fahler/lasse dirs Hertz- "ch leyd seyn. . Als der Heilige Bernardinus oas Heil. Ordens-Kleyd ange- UchatEr nicht mehr als zwan- W Tlöfter / und zweyhundert xaeiKiche Fralwiscauer ac OK urgantz Lralien gezehlt/ ^urch seinen Ey^er / und grosse Heiligkeit aber/ hat Er dift Zahl also vermehrt / daß bey seinem Absterben über zwey hundert und fünffzig Klöster / und über die vier tausend Ordens-Per- söhnen gefunden worden/welche alle Er in einen sehr gutenStand gesetzt/ da Er zum Ober-Haupt derselben ist gesetzt worden. Mein OLmriccnLl Man fln- det leyder l zu Zeiten außgelaßue Geistliche/welche Ihren Heiligen Orden verkleinern und ver- schimpffeu/daß darvon vil fromme Hertzen abgeschröM in gar keinen / oder' in einen anderen Heiligen Orden eingehen/ dar- durch aber solche verstellteGeist- liche schwahrlich sündtgeir. So befleiße dich/ nichtMeißnerisch, sonder in der Wahrheit mit guter» Exempel / in Wort und Wereken audern vorzuleüchten/ damit du mcht dir allein/ sonder auch andern nützlich ser-est. Es scheint unglaublich zu feyn/was difer eyffcrtge Hnlige Mann wegen seilres Prcdtg- Ampts für Verfolgimgen aun- gestanden/ und ivie vst Er erboten. Es scheint auch/Christus der HErr selbstm hab gesagt: (') Ich will 7 gehen. Meyde also selbiges/ und unterwersse dich gern dein/ jenigctr/welches dir dein liebsten ZEsus zutragen auferlegt/ und dir immer einm höchern SE' im Himmel machet. SUN, Andern/ wäre Romanus der jenige Heil. Ordens- ÄMli/ welcher dem Welt - fliichtigett Heil. Jüngling Bmedtcto bett Habit / und gute Lehren zu»» Geistlichen Leben / die Höhle Z» Sublac zur Wohnung/und z» gewissen Lagen über einen terr Felsen hinab in einem lein eni Stücklei» Brodt M Nahrung mitgetheilt. ^„ Gleichwie die gantzo dem Heil. Bmedtcto verbm»^' wegetl der grosse«! GutthaU welche sie durch Ihue vou G^ empfangen/ also ist sie/und derlich ein jeder BenediE denr Heil. Nornano verpstu».. daß Cr Benedicto demHe»»^ Iünglmg so gute .Lehrcn / ^ Geistliche Ordens-Kleyd/ WohmiUg / und rrochwoM Na hrmig gegeben. Melll kiLM^iccria l deiit Stand zulasset/unb 455 lllt elv ittd es/ !, 1 V ier lUs stkl/ j geil j yerr > >zl> ! zllk K>> deü lerr/ ) 0 kl so>^ F F Von dem Heiligett Abbt Romano darzu angttrieben wirst/ demind Gott zum angenembsten M dich auch brauchen deinem zu seyn. Wachsten zu helffeu; dann was Nachdem Romanus vilIahr »«?, ch Guts geschicht / und sehr fromb und streng nicht weit erwlaet/ du alles dessen von Sublac unter dem Abbt - - - ^ ^ ^folget/ wirst du alles dessen auch chellhaffrig Werdern (4) l^ren.;. v.r?. vorr Sublac unter dem Abbt Lheodoro gelebt / hat Er sich endlich in Franckreich begeben/ allda Er für vil Geistliche ein V- v.»/. c-> . . . allda Er für vil Getsttlchc ein ON vtkt Kloster au ferbawet/als ein Abbt BEtt.rchtc / daß obwohlen der ftlblgem vorgestanden /mrd rntt böft Geist die große Liebe di- gröfter Helligkeit geleuchtet, les Geistlichen Vatters Romar Mein vsmLkcriL» Zln disem mwolte unterbrechen/ und zu- HeUlgen Vatter ist erwahrtt/ Achten machen/indeme er Jhme was Salomon gesprochen / der vas Glöckleill / wormit Er dem gesagt: Daß die wccg der Gekommen Jüngling das Zeichen rechten glanyen w,c das Liecht/ a ? ^-gebrachten Brodts zu sehen fort/ und wachst« / biß auf Rven pflegte/zerbrochen/habe den vollkombncn Tag. Wann ^r sich doch nichts hindern las- auch du mit guter Hell. Mey- mr/und seye in seiner Liebe lmr nung deu Weeg der Tugeuden wmriger fortgefahren. hast angettetten/ wirst du nicht ^Mso Habens jederzeit gemacht wcmgcr wachsen/ biß dlt wirst ^ Heilige Gottes/mweyfferlqe errelchen dm völligen Lag der x.-flm/welche/weil Sie wüßten Volltornmmhctt / welchen der ^ der böse Geist den höchsten gerechte GOtt zrr Erlangung ^ Wider Gott/ haben Sie qe- deß Htnrruels von dir erfordert. — ^ ^ lilw iu dick selbsten / und wroer G-orr/ yaoen csre ae- 7' - --- / ^ N/loGm daß dasjentge/waS vi- Gehefürßck/ ^°L!N,8»!r z^chz»->K>L tzrsss« ««d dlmr döstn M»>- 3-»/ da Er»°» M»>« »«staa. 456 Betrachtung den Venedicti seines HuSublac gewestenNovchen grosse Heiligkeit/ und die Vkle seiner Wun- derwertten/ darfür Er G-Ott ryfferigist gedancket/gelobt/ und gebenedeyet. 0-mLtccnL! Gleichwie die Eltern/ undLehr-Merster eine grosse Frewd haben / wann die Kinder wohl gerarhen/derLchr- Jung in seiner Kunst zmnmbt/ also hab es den alten Heiligen Vatter Roman noch vtlmehr gefrewet / und hab GOtt dem HErrerr eyfferigist gedancket/ Jhnne gelobt / und gebenedeyet/ daß Benedictus / deme Er die Lehr deß Geistlichen Lebens/ das L)rdens- Kleyd/ und zu Slcklac die nothwendige Nahrung beschaffet/ zu einem solchen Heiligen Mann worden/ dardurch nicht Gott allein geehrt/sonder auch der Seelen Heyl mächtig befördert ist worden. v»mL- lccnr! suchest du erstlich auch pur in deinem Thun und Lassen mit Romano die Ehr GDttes/ und der Seelen Heyl ? Zum rindern / machest du dir mit Ben dicto anderer gutes Thun und Lassen / Mühe und Arbeit zu Nutzen/ daß du dardurch auch in dem Guten zunehmest? Halte dich in disem Plitl* vten ein wenig auf. Der dritte Punct. HHEtrachte/daß der Heilige W manus in seinem hochen M ter sich dergestalten in sein NrA tigkeit habe gestürtzt/daßalsEk vorn Heil. Mauro vernommch/ daß Benedicttrs für die chenein Regul geschrieben/web che schon in vilen Hrthen aM gebreitet/ Er selbige seiner ReM -hab fürgezogen/ und seinen M tergebnen nicht allein zu Halm befohlen/sonder hab so gar sE Abbtey aufgeben/ und als Novitz der Gehorsame deß Mauri sich unterworffen. . OLmalccnr j Ich sorge/ ^ wurden diser Zeit wenig ReltgA sen/und Geistliche gefunden den / die sich also wurden dein^ thigen und vernichten / wie E than Romanus diser alte Abbt. Unsere Hoffart/undE Liebe/wurden tausend UrsE vorschützen / und sagen/ daß w' das hoche Alter/den beyG^ und Weltlichen guten WA und die schon so lang hoche Abbtey-Würden in « müssen nehmen/ und gedena . es gezieme sich gar nicht/va^e ltl* lo- rlb ch- Lk nr/ )ü- >eb ;ul tute« tue ei« eil' §0- .er- iiü- etl« Z S Von dem Heiligm Abbt Romans. 457 Were dem Jüngern/Her Lehr- mit Sie in der Gemeind nicht Mister dem Lehr- Jungen/ und grosse Unruhe erwecken / tvelches ver Vatter dem Sohn sich um ohnfthlbar geschehen wurdet rerwerffe. wann Sie dem ftmaen mästen OrmLscen»; Gedencke nicht/ unterthämg seyn/ über demre « b^u auf das Gnrathen det- Sie vermahlen gcherrfthetha- «er bösen Natur thun wurdest/ den. o-m-Len- l wann du bey »onder was du nach demEM«- G^OLL und den Menschw den ^7akmen nickt wil ' ' ' deiner Seelen Heyl zum thun sottest; Halte dich dich gern / und ant Ruhe der uuch m disrm ein wenig auf/und Seelen auch dem Allrrwenigi- verruchte / wie dein Demuth ge- sten/wann Er dir für eine Dber- Zerr deine Vorgesetzte /und Um keit solle vorgesetzt werden; und Ergebne beschaffen seye? bist du nicht also deschaffen/ sott . ^lch mein vrmrfcen,! hat der es dich Mich schmertzen. Wüthige JCsus der Atwrd- Betrachte/ daß als der Heilige Mg seiner Eltern/ und anderer Maurus Rvmano dem Heiligen Maturen sich unterworffen/ attm Batter-»wissen gethan/ ^ven auch andere grosse Heili- daß Bmedictus der grosse Pa- s? Gottes gelebt nach dem Wil- triarch folgenden Lag werde d-! ^Er Untergebnen/ so ist es sterben/hab Er sich dergestalten W gröste Schuldigkeit/daß du betrübt / und geweynet/ daß W 3 ern allen unterwerffest/nnd Maurus der Heil. Abbt Ihnne Mvrsamb seyest. Fühlen also mäste trösten / sagend: Er solle die jenige / und sind grosser sich ab dem Todt seines Heilt- tvei^k Gefahr unterworffen/ giften Vatters/ und gewesten y.f!I^wann Sie einmahl Vor- Discipuls mehr erfrewen/ als yy.W Sewefen / und man Sie betrüben / in Bedencken / daß Er ein ^otg auch ändern muß/ Ihnen jetz in dem Himcl gegen- Mnk -Oberielt in Sorgen wattiger/ und mehr Guts thun gefeiä- Etz/tvie Sie solche Vor- könne / als hier in disem sterbli- rickt..^ einer andern Ver- chen Leben. "uns befriedigen könne / da- Auß disem kauft du Erstlich «»»»,»,» Ok^lreO 458 Betrachtung schließen dtser zivey Heil. Männer große und verrrawliche Freündschafft. Dich betreffend/ ftye nicht gegen jederman ossem hertzig / daß du jemand Der- trawest/wann du etwas Geheimes weist/ wie leyder vil deren/ wann man ihnen nur ein gutes Wort gibt/ alles Geheimes mit anderer großen Ungelegenhcit herauf; plaudern; fromb und G.wissenhafft muß der Freund seyn / deme man etwas Geheimes vertrawen will. Zum Andern/ sollen wir mrs in dergleichen Begebenheiten nicht unordentlich betrüben / sonder der Anordnung GL)ttes gantz- lich überlassen / auch festtalich glauben/daß solche Freund Gottes uns in dem Himmel mehr nutzen/als wann Sie noch auf der Welt lebten/wann wir Sie zur Chr GOttes / und unserer Seelen Heyl umb etwas bitten werden. Es ist nicht zu Misten / daß der Heilige Romanus nach dem Todt Benedtcti seines liebst^ Heil. Vatters / nicht auch Haff trg werde begehrt haben zu ster- ben/und bey Ahristo ZEsu/und seinem Heil. Vatter zu seyn; denne aber Gott nicht so gleich erhört/ mdeme Er erst im Jahr Christi 544» das Zeitliche galitz Heilig mtt dern Ewigen vertauschet. OamssceuL! Wir sollen immer nach der glückseeligen Ewigkeit seüffzen / und beynebcns in den Willen Gottes rciiZnicrt/ alles thun/was unser Beruf von uns erfordert ; und das ist das no müßen tragen / und ohn tveb ches wir von dem Todt gahlW überfallen/nicht getröst vor Mn werden erscheinen können. M mein Ormaiccna! wie wird eo dich in deinem TodtbethlA reüwen/ wann du nicht He^u hast gelebt^ r Betrat Von der Heiligen Demuth. 452 Betrachtung Auf das W der Hallgen Demutß. Der erste Punct. HJe Heilige «»mili»-, oder Geist in die Wüsten gessihtt/der dein Liebe gegen Gott/ uird ^ Von der Heiligen Demuth. 46z Menfchen/und derCyffer Zu den geistlichen Übungen / sonderlich der Betrachtung und Erforschung deß Gewissens beschaffen leyen? und wo du den grossen Mangel findest / bitt den Heil. Johannes/und die Heilige Demuth/ daß Sie durch Ihre Zuritt solchen Mangel wollen helf- mr ersetzen/ßrg du wöbest deinen oletß auch nicht spal-ren/rc. ^hd zweifle mcht/daßes mir dir blcht werde besser werden. Da die Heilige Demuth das Ueüuzigiste Jahr erreicht / er- krancker Sie an einem Fieber/ ^Mehret die Red / und stirbt §Eg in dem Jahr izro. den *2. Mayen. ! Es hat GDtt ^ HCn wenig Hnlige ohne Wnertzlrche Kranckhcit sterben lassen/ oarmit Er Sie hat lassn Obussen / was andere Sünder M in dem Fegfemr zahlen müs- Achte also ketnerr Sterberr- M ringerer Verdiensten/wann du Ihnne sitzest grosse und schwahre Schmertzen leyden; werde auch dit nicht kleinmüthig/ wann du schwahre Kranckheiten und Schrnertzen zu Zeiten leyden mrrst. Ja/ schreibs der Varm- hertzigkert Gottes zu/nnd glaub festtglich / daß G-Ott der HErr auß lauter Güte dir solche der Natur so widrige Ding zuschicke / damit du in der anderen Welt desto weniger leyden müs- sist. Bitte Ihnne allein in dergleichen Zufallen umb ein Heil. demüthige Gedult; Vißhero was hast du gethan 2 Entschliefst dich jetz zuthun / was du inS künffttg wollest gethan haben. Fürnemblich aber bitte heüt die Heilige Demuth / daß du mit allen Heiligen Sacrarnenten versehen/ in wahrer.Demuth/ und wohl getröst sterben mögest. Darzu uns allen verhelften wolle die Hochheilige Dreyfaltigkeit/ G-Ott Vatter/Sohn und Heil. Geist/Amen. Betrach- §64 Betrachtung Betrachtung Auf das Fest der Heiligen Iungfrawer» Maria Magdalena von Pazzi. Der erste Punct. „^Aria Magdalma von Liß Heilige Kind Ahme so gr«I^ 16 Hoch- Adellchen / und Gaaben und Gnaden zuNutzew ^ reichen Eiteren/Kami!- und allzeit noch mehrere zu ei^ lus von Pazzi/ und Maria Lall- pfangen sich geschickt/und tE remiden2.Aprill/imJahr 1566 iich habe gemacht/ und ob ^ zu Florentz in dise Welt geboh- hingegen nicht durch dein E ren/ hat gleich in dem Heiligen Schuld habest verschertzt/ Tauff so grossen Schatz aller- verlohren die Gnad deßHeilE Hand Gaaben und Gnaden em- Lausss/ welche du billich ^ pfangen / daß Sie selbigen nicht Heissen Zähren sollest beweE allein durch einige Sund nie- Drittens/ mache einen mahlen vermindert/ sonder mit cken über dein gantzes bißh^ den Jahren allzeit mehr und geführtes Leben/ob du nichts mehr vergrössert / und der gan- Jahr zu Jahr in dem Guten v" tzenWeltanTag geben / daß best abgenommen / und ob" Sie Gott als ein Muster grosser nicht in dem Merck hab^^ Vollkommenheit und Heiligkeit zeigt/ daß du ein Spiegel habe gemacht. kalten und lauwen KHE MeinL-Lmascenr! Sag Erst- seyest^ ^ ltch Gott dem HCrrn Danck für Betrachte / daß als ' die ungemeine Liebe / welche Er ein kleines Kind in die SIA « vor vilen tausend andern disem geschickt wurde/ und duE^. . Heil. Kind an Leib und Seel er- Gassen müste gehen/wo tue ^ zeigt. thater/und Gefangne ausiM ?um Andern / gedencke/wie ten wurden/habe Sie sied ' Don der H. JlMgflEN Maria HNaM-na von Pazsis., 46; vtge erzeigt/ mdenr Sie Ihnen mentznaetxagen/und mit eignen Handen durch Eisene Gltter solches unter Sie anßgethetit; auch als eine Llofter-Iungfraw hab Sie Ihro selbften Speiß Mld Tranck abbrochen/ Hunger gelitten/und durch die Portne- nn den Armen solches Allmusen lassen zukommen. . ^ .. . Mem t)Lm»tcen»! dise Heil. See! hat recht und wohl können sagen: (r) Das Mitleydcn ist von meiner Kindheit an mit mir aufgewachsen; ja es ist mit mir auß Mutterleib kommen. Er- forsche dlch/ob du auch ohne einigen eytelen Respect / und auß Um Liebe GOttes/ und deß Nächsten/gegen den Bedürffti- M ein solches barmhertziges Hertz habest ? Damit du in Übung solcher Wercken nicht bezogen werdest / gib nach dem Aempel diser Heiligin/nichts ven Armen durch dich selbsten/ Urin du in einer Geistlichen Mrsamlung lebst/sonder durch venPortner/oder die jenigen/die der Oberkeit darzu verord- "tt sind. Aber villeicht bildest du dir ein / du Eörmest es vil sicherer und besser verrichten. Nein/mein DELleen-; das ist ein grosser Irrthumb/und fehlet ein Dberkeit sehr/ wann Sie es dir zulasset/ damr bey Visen Dingen sind grobe Fahler verborgen. Obwohlen Maria Magdale- na das sibende Jahr noch mcht erreicht/ hat Sie sich doch offr- in dem Hauß versteckt/ Ihr Gebett desto andächtiger zu verrichten/ habe auch Ihren Leib so hart gehalten / daß Sie Ihnne mit scharpffen und harten Geißlest nicht allein gezüchtiget/ sonder mit grossen spitzigen Dörnern Lag und Nacht geplaget / und noch vil andere Bußwerck geübt/ die Sie biß an das End Ihres Lebens immer peynlicher fortgesetzt. Ach mein vzmrlcen, ! Es ist nicht anzusprechen / wie vil Nacht diß so zarte Töchterlein sich gantz grausamb auf den Dörnern hab umbgeweltzt/ mit spitztgen Eisernen Minen den Leib umbgürtet/ und auf harter Erden geschlaffen/gantze Nacht in dem Gebett / und grausam- men Geißlungen deß Leibs zugebracht/und in Brodt undWas- Nnn ' str 466 Betrachtung ftr gefastet / fa vil Zeit ohne Speist undTranck gelebt;Sol- che Ding sind m einem so zarten Löchtermn mehr zu verwundern/ als nachzuthun. Mache doch/mein OrriiLlccna ! so viles sich thun laßt / einen Überschlag seines Lebens/mit dem Ihrigen/ so wirst du villeicht nicht vil Geistliches an dir finden. Lasse es'dir hertzlich leyd seyn / und thue nach deinem Vermögen und Krafften auf das wenigiste auch etwas. Betrachte / daß dises Heilige Löchterlein durch dise Buß- werck die inneriste Vermahlung mitKhristo ZEsu habe gesucht/ auch selbige in dem zehendm Zahr Ihres Alters durch das Gelübd ewiger Iungfrawschafft erlangt/mit solchem Wohlgefallen Ihres liebsten Gesponsert IEstr/daß Er Ihre einen Ring an den Finger gcsteckt/wordurch Ihr Hertz init solcher keuscher Liebs-Brunst entzündet worden/daß obwohlen Sie vil harte Streit wider die unreine Geister außgestanden / doch in Ihrem Sterbstündlein bekennt/daß Sie durch die Gnad GQttes nicht eingedenck seye/ daß Sie jemahl einige Frewd/oderWohlgefallen habe gehabt/als inG'Ott/und nicht wüßte/ so lang Sie gelebt/ was die Reinigkeit bemacklete. Mein OLMLsccnL t Erstlich zweifle nicht / du habest auch flicht durch das Gelübd der Keuschheit / die inneriste Mahlung mit Gott/ aber durch was Mittel hast du dich umb selbige beworben k Erinnere dich ein wenig. Zürn Andern/ wann du felbißt erhalten / gedencke mtt was für einer Starckmnthigkeit du ge habest bestritten / und fortgc^ fetzt/ und ob du mit Wahrheit könnest sagen/ daß du bißlM nicht habest gewußt / was die Reinigkeit bemackle? MeiuO^ mslccnr! villeicht bist du da E dortm mit unterschiedlichen^ nicht sagen/ unkeüschen Lie^ Banden verstrickt/die dir HE schädlich sind ? Ach ! wie zarte Reinigkeit will Gott von E Seelen haben / welche bey ar villeicht nicht gefunden lE' Lasse dirs leyd seyn / und flE alles/was deinem liebsten zuwider ist. (s) lob zr.v.iS. Del Von der H. Iungfrawen Maria Magdakna von Pazzis. 4^7 die sich etwan bey deinem Berufs hervor gethan/ und wie du dich in einem und anderem habest verhalten 2 O mein o-mr. sccn»! halte für gewiß / daß die meiste Ursach jetziger Zeit/war- umb so vil unglückseelige Geistliche/ weil Sie keinen rechten Eyffer zum Geistlichen Stand gehabt; Wo aber diser Eyffer hingegen so groß/daß man lieber sterben/ als solchen nicht wercl- stellig machen wollen/ist insgemein grosser Fortgang in den Lugenden zu hoffen. Betrachte / daß nicht außzu- sprechen / mit was Eyffer und Frewd der Seelen Magdalena die Weit habe verlassen / und das Kloster-Leben angetretten. Gleich in dem ersten Eingang hab Sie mehr ein Seraphinr- scherEngel/als einWelt-Mensch zu seyn aeschunen/ und alle die Sie anschauweten / zur Liebe G-Ottes angezündet; und am Lag Ihrer Ankleydung hab Sie sich zu den Füssen der No- vitzen-Meisterin geworffen/ und mit völliger/ und recht Kindlicher Übergab Ihres Willens gesprochen : Würdige Mutter/ ncmbt mich für todt an/ und thut mit mir / was Euch beliebet/ dann Nnn r ich Der andere Punct- Ms Maqdalena das ftchze- ^ hmde Jahrerreicht/und Ihre Eltern Sie zu verheyrathen gedachten / hat Sre es kurtz gewacht ; dann weil Sie lieber wolte sterben / als in den Ehestand tretten / hat Sie Ihre liebste Eltern mit grosser Demuth und Eyffer gebetten/ daß Sie möcht Geistlich werden/und in dem Karmeliter-kloster unser Lieben Frawen zu derr Engten eingehen/ darzu Sie (wiewohl Wwährlich/)ja gesagt/und dise »Zhr Tochter/nachdem Steumb alle empfangeneWohl-und Gutthaten Danck gesagt/ an dem Emmbstag vor dem ersten Son- tag deß Advents/im Jahr 1582. W gedachtes Kloster begleitet. Mein ÖLmrlccar! A8ik bist vu Mit deinem Beruff umbgan- 8en 2 Hast du selbigen mit solcher Demuth und Eyffer werck- stellig gemacht / daß du lieber hattest wöllen sterben/ als solchen nicht erfüllen 2 Oder aber/ hattest du silbigen nicht in den And geschlagen / wann man wch mit Ernst darvon hatte abwendig machen wöllen 2 Erinnere dich anderer Umbständen/ 468 Betrachtung ich nach Eurveeem Willen zu leben bin kommen/und bin bereit in allen Sachen gchorsamb zu seyn / bitt dcrowegcn/ daß man nrir in mchts schone.. Welches alles Sie mit solcher Vollkommenheit gethan/ daß der Betcht-Vatter/und das ganhe Kloster sich höchstens darüber haben verwundert. Mein vLmalecna! Erforsche dich Erstlich / ob du die Welt recht vollkommen habest verlassen? Ob du nicht an diser oder jener Kreatur umb etwas noch angebunden lebest/ und an selbige zu Zeiten gedenckest? Findest du noch etwas/und solt es auch seyn unter dem Schein deßGu- tens/umb Gottes willen zerreisse dise Ketten/und halte ftrr gewiß/ daß es ein Betrug deß bösen Geists/sonst wirst du niemahlen recht vollkommen GOtt dienen können. smn Andern /hast du dich mit Kindlicher Nebe/und mit völliger Übergab deines Willens/ deiner Zuchtmeisterin und Oberen unterworffen / und gesucht pur in allem/ohn einzigen Aufnahm / zu gehorsamen? Oder aber/hast du dir nicht wider die Heilige Regul/ und allgemeine Ordnung deß Klosters / etwas vorbehalten/ und au Speist und Tranck/mid anderen KombltO ketten deß Leibs wöllen besser halten werden. Zum Exempel: Daß du zurMetten nicht müssest aufstehen/ nicht so vrl Drftiplu neu machen / nicht so osst das BueßMeyd tragen/ daß du ein jährliches Einkommen börstest besitzen / nach deinem Gefallen etwas einzuhandlen / und was noch mehr dergleichen Sachen, sind/rc. Mein Oamascenz s Wek jN dem Kloster also lebt/der ist kein Geistlicher/uttd kan nicl)t getrost leben noch sterben; Noch vm mehr aber sündigen die Oberen/ dann hierdurch Sie einem sob chen Zärtling nicht alletn/soM dem gantzen Heil. Orden/und sonderlich Ihrem Kloster/ W schaden / die GeistltcheDiscipnN schwachen / und den Weeg ZN» Höllen bahnen. Magdalena/ und andere recht fromme GE liche/waren lieber gestorben/aw aus dise Weiß gelebt; Hosteß lich bist du auch also gesinnA gehet aber etwas ab/ verlE es. Mache über das einen^' dancken/wie fromb du in deine ^ Novitiat habest gelebt / und ^ du noch in solchem Stand / ^ -d )- e/ l: st i- !s III st n >s irr rr st 1/ ,/ l- ek >d >r rr ,k / s t/ i/ 'S rr b L s ks dein Beruf von dir erforderet? Der dritte Punct. AEtrachtc/daß unter allen Tugenden die Liebe Gottes bey. unser Magdalena zum allermeisten habe überhand genommen: Du weist wohl / O HErr !: sagte ^dle offrermahlen / daß Ich von Meiner Lindhcit an / begehrt hab> flch zu lieben; dahero Sie in al- Ihrem Thun und Lassen Arlangt seinen allerheiligisten ^rllen hier zeitlich und- dort ?vig zu erfüllen: wann Ich/ Mach Sie einesmahl/dicHöllew stcn sechte / und gedachte daß es ^ern will wäre/ O HErr/ daß Ich Ewiglich in hex Flammen mußte erden / st, wolte Ich mich stlbsten . ^ein Wersten / umb deinen Görr- !Den Willen zu vollbringen; Wel- ^ lrmbrünftiqe Liebe in Jhro ob. hochem Grad gewesen/daß v zwar Ihr Angesicht wegen w^ugheit deß Lebens gantz M/ mager/ und Krafft- löst ge- dannoch von der Liebe rorm 6 eingenomen/gantz fett/ lj^^cht/ und allerdings fM- M Englisch geschunen/ ^^e Sie un- g/ Hie Kleyder und andere 469 Dingzerristen; im kalten Wim ter den innerlichen Brand zu erleichteren/ die Kleyder von sich aeworffen / und mit Master sich übergössen / und offt und vil/ als mäste Sie verschmachten/dahin gefallen/und geschrucn: Ich kan stlchc große Hitz. nicht mehr ley» dcn^ Mein v-mLlcenr! Solche hohe und ungemetne Liebe verlange nicht von Gott/sondcr bitt Jhnne mit demüthigen: Hertzen nrnb die jenige / mit welcher d:r tausendmahl lieber sterben weitest/ als deinen HErren und Gott mit einer einzigen läßlichen Sund freywillig beleydigen/und durch welche du nichts änderst wöliest hier und dort in der Ewigkeit / als was einfältig Gott will. Erinnere dich / wie du btßhero nach dem Willen Gottes habest gelebt / und wie du dich umb selbigen habest beworben? Betrachte/ daß Sie auch ein unaussprechliche Liebe gegen dem Nächsten habe getragen; dann da Sie einesmahls in die viertzig Stund verzückt gewesen/und der Himmlische Vatter Jhro gesagt: Braut meines Ein- gebohrncn Worts / begehre von NNN Z nur I 47» Betrachtung mir alles was du wilt / habe Sie nichts für sich/solcher nur für die Stetigkeit der Menschen meh- rers zu leyden begehrt/und dar- umbemesmahl das Krucifix in der Hand haltend/mit grossem Eysser entzündt/ zu IEsu gesagt.' O HErr IESV/ dir hast wollen an dein Lrcütz sterben/nnd alles dein Bkier für die Giuldcr dargcben. Ich auch / O gctrcüwcr G«W°ZLLx 47» me in dem Todt wölkn gleich seyn; Dann als dem Beichtvater angesagt wurde / Maria Magdalena lige in den Zügen/ und wolle sterben/ Er aber die Heilige Meß nicht langer aufschieben köndte/ lasset Er Jhro durch die Mutter Priorin sagen r WetlSie inIhrem Leben allezeit gehorsamb gewesen / soll Sie es auch in Ihrem Todt ftyn/und so lang warten/biß Er die Heilige Meß vollendet / und die Schwösteren communiciert. Auf welchen Befelch die in Zügen ligeude Magdalena also- bald wieder zu sich kommen/nnd mit heiterern Angesicht so lang gewartet/biß der Beicht-Vatter nach vollendter Heil. Meß wieder zu Jhro ist hinein gangen/ worauss Sie bald Ihren stetigen Geist in die Hand Ihres Brauttgambs aufgcben/den 24. Mayen/1607. nachdem Sie 41. Jahr/ 2. Monat / und 2g.Tag gelebt. Mein vzmrscenz l wie maii lebt / so stirbt man ; Maria Magdalena wäre durch Ihr gantzes Leben ein Muster aller Lugenden/llnd ein sthr schönes Ebenbild .Ehristi IEsu Ihres Brautigmnbs / und liebsten Ge- won- 47r Betrachtung sponsert gewesen / welches Sie oder ein schwares Fegfeüer ^ absonderlich in dem Todt durch hoffen habest ? Hast du etwas den Heil. Gehorsamb bezeugen versaumbt/werde nicht klemmt wollen. thlg / mit der Gnad Gattes/ Mein v-mssccn- r Cs ist nie-' wann du nur wilt / kaust du ltt mand/der nicht verlange glück- kurtzem alles wieder ersetzen; seelig zu sterben/aber wenig sind/ Nüsse darzu an die Fürbitt du die sich bearbeiten/ durch einen ser Heil.Jungftawen / welche/ frommen Wandel eines Heili- ( so verwunderlich ist/) nach gen Lodts sich würdig zu ma- rem Lodt das Angesicht abge/ cheu ; Und was hast du der- wendt von einem unkeüschen bey mahleinist zu hoffen / die du vil- Ihrem Heiligen Leib stehend^ leicht so vilIahr/alsMagdale- Jüngling/ von dir aber «ich na erlebte dein bißhero geführ- wird abkehren / wann du um tes Leben wird Zeügnuß geben/ keuschem und reinem HerßeN ob du einen fröhlichen / oder vor Ihro wirst erscheinen, förchtigen Todt / den Himmel/ Betrachtung Auf das Fest deß HMgen Beichtigers dlerei'. ^ Der erste Punct. r Hilippus im Jahr 1515. ligkeit von sich geben. ^ von fromen und ehrlichen erwachsen / und der Welt dU . Eltern/Francisco Nereo/ ttgkert erkent/ hatEr sich undLucretiaSoldi inderStatt Rom begeben / und allda ^ Florentz gebohren/hat vonJir- Philosophey und Theolog^ ^ gend auf grosse Kenn-Zeichen höchstem Ruhm qestudiert.. A seiner zukünfftigen grossen Hei- welcher Zeit Er sich gallS ^ Von dem Heil. BeichkigerPhilippo Nereo. 47 Z as , ck! :s/ ! »n ! :n; du he/ ^ ^ - ge/ i -ey )ett icht kNtt j M! d»" he oll A Asamben Leben ergeben / der Demuth/ der Armuth/ Abbruch ver Speisen / Strengheit der Bußwercken/ dem Gebett/uud ver Besuchung der siben Kirchen. Hfft blieb Er drey ganzer Tag ungeessen/und verzehrte vil Nacht in Betrachtung Himmlischer Dingen aufOLUxn Kirchhof. Die Seelen GOtt dem HErren zugewinnen/wolte Er in Indien/ nachdem Er aber von dem P. Prior/ einem Gottseligen Benediktiner - Mönch bey den dr-ey Brünnen verstanden/daß Rom sein Indien solte An / hat Er sich sehr umb der Seelen Heyl bemühet/den Pilgeren undKrancken gedienet/und biß wäre so wohl vor / als nach mnemPriefterthunrb seingröste Begierd/und allermeiste Arbeit. Zu disem End hat Cr ein schöne ^ersamblnng eingesetzt/ die von vDn Römischen Stuhl bestattet worden / durch welche den Pil- Kttn uyd armen Krancknen an ^tb rmd Seel eyfferigist gedieht wird. Uberdis; ^Bezrachre Erstlich / mein Da- Amens; daß obwohlen GOtt ^ HErr seine Gaaben und ^MEn außtheile nach seinem Khlgefallen / den Armen wie den Reichen / lige es doch vil an deme/daß der Mensch die Mittet recht angreifte/ und derselbrgen sich fähig mache. Du weist/daß wann einer etwas will haben/ auch die nothwendige Mittel darzu müsse anwenden; Einet der nach Lorethen oder Einsidlen will Wahlfahrten / muß sich mit Mtttlen versehen / die zu dtser Reiß nöthig / sonst kombt Er nicht dahin. Den Heil. Phi- lippum ruffte GOtt zum Heyl viler Seelen nacherRom; disem seinem Beruf recht nachzukorn- men/gedencke/wie eyfferig Er die Mittel darzu habe ergriffen/wie Er sich beflissen eines eingezogenen Lebens/einer hertzlichen Demuth/ Mäßigkeit in dem Essen und Trincken/wie Er sich begeben auf die Wissenschafft Göttlicher Dingen/ damit / wänn Er anderen predigte / und die Sünder bekehrte/ niemand wäre der an Jhme etwas zu tadlen hätte. Also hat gethan der grosse Seelen- Eyfferer Paulus- der von sich selbsten gesprochenIH castepe meinen Leib/ und bringe ihn unter die Dienstbarkeit/ damit Ich villeicht nicht/ wann Ich am deren gepredigte habe / verwürfst lich werde. ,(») Ahristus der Oso HErr 474 Betrachtung HErr selbsten hat dise Mttel ergnffen/ ehe Er das Predig- Ampt angefangen/ mit welchen Erunsgelehrt/fagt lansemus, (d) daß wir erst alsdann recht tauglich seyen andere zu bekehren/ wann wir durch vilfalttge Versuchungen probiert / überwunden / und kein Verlangen mehr tragen nach den Wollüsten/ey- telcn Ehren/ und Relchthumbeu diser Welt; welche Mittel Phi- lippus mit höchstem Nutzen feiner / und viler grossen Sündern in sehr hochem Staffel erreicht. Mein vamsiccns l du lebest in einem Kloster / oder auf der Welt / must du deinem Beruf nachzukommen / die Mittel ergriffen/ und zwar die jenige/ welche dir dein Heil.Reaul/und Evangelische Lehr vorschreiben. Gehe in dich seibsteu/und erforsche dich / ob du es habest gethan 2 Es werden dein täglicher Wandel/ dein Demuth/ Gehor- sambe / Abbruch in Speiß und Tranck / Liebe zur Reinigkeit Leibs und der Seelen/vil andere Zeügmrß geben / wie eyfferig du dich btßhero in deinem Beruf habest verhalten / und selbigem nachkommen seyest? Achin wie vilen stossestdunochan/nnd wie weit bist du noch von betti Eyffer dises grossen Heiligen r Schäme dich vor Gott/und sagt dein grosse Schuld / mache dir einen stetsten Fürfatz/ die Mittel zu deinem Beruf in das künsstn ge ernstlicher zu ergmsten / und das nicht erst morgens/ sonder noch heut rüste an die Fürbitt dises Heil. Manns/ und grosses Seelen- Eysterers / damit / was du drr fürmmest/in dem Werck erfüllen mögest. Wünsche M me auch Glück/ daß Er ein st Gott-wohlgefälliges Leben ge/ führt/ selbiges biß in die lange Ewigkeit zu genießen. (a) i. cormck.A.v.ry. (k) Conc.Lcc. c.i). Der andere Punct. §S sagt Bernardus/ 2 wann einer die Unschuld in" der Demuth vermähle / hab ^ ein zweyfache Zierd der Seel^' Aber es seye ein feltzambes auf der Erden / daß einer nM eintweders die Frombkcit / un Heiligkeit verliehre/ oder an die Demuth neben der Frow keit nicht fahrm lasse. . ^ betrachte/ daß PhtllPPlw ... müthig/nnd neben derD^A. ein grosser Heiliger ftye g«^ Vondem Heil. Beichtiger Philippe Nereo. 475 Ach mein v-mrlcenr! Mache nur obenhin -eine Gedancken / über dein biß auf dise Stund geführtes Leben/ so wirst dulrydec filwen/daß du noch sehr weit von einer recht hertzlichen Demu.h bist; und daß gleichwie all dises Hültgen Vatters Thun und Lassen mit der Demuth/also seyn alle deine Gedancken/Wort und Werck mit der Hoffart vermischet / und vermengt gewesen. L) mein OLMälcenL! was für Verdiensten werden auf ein solches Leben folgen ? Ach kleine/ kleine/ oder gar keine. Mit was für Trost / und Frewd thuest du auf solche Manier leben? Ach mit gar geringem. Und endlich/ was für ein Todt wird auf dise dein Hoffart erfolgen? Ach ein schlechter! Ja/ emTodt voller Angst und Schröcken/ da du doch mit gröstem Trost/und voller Verdiensten köndtest leben und sterben/ wann du nur von Hertzen demüthig wärest. Ach mem 0-unLlcenL! Seye von Hertzen demüthig / thue nichts mehr / daß du von den Menschen geehrt/gelobt/ und etwa» zu den Aemptern befördert werdest. Suche fein allzeit GLtt zu gefallen / habe es von L)oo L Hertzen Mich in seiner Jugend hat Er nch ein Spiegel der Demuth erzeigt ; Als Er auferwachseu/ hat Cr mit grosser Muhe und Arbeit den Ptlgramben und Krancknen abgewartet/ und da Cr in der WKnschafft Göttlicher Dingen sehr fürtreffllch worden/hat Er sich dannoch deß Priesterlichen Ampts- unwürdig geschätzt / und erst in dem 56. Jahr seines Alters von seinem Beichtvater darzu bereden las- pN. Die Kardinal - und Bischöfliche Würde hat Er bestän- M außgeschlagen/ und geflohen. Damit Cr wegen seiner Heiliget nicht hoch geachtet wurde/ hat Cr sich offt vor den Kardinälen/ und anderen närnsch gestellt/ und öffentlich getantzet; Er hat sich in der Wahrheit von Hertzen für den gröften Sünder *n der Welt gehalten ; Damit Er nicht für den Stiffter der Orsrorij gehalten wurde/ und vor der Welt Jhme s^aeu grossen Nahmen machte/ hat Cr alle möglichiste Mittel angewendet. Sein gantzes Le- en wäre ein pur lautere De- M/und mit diser hat Er seine Aerck vermengt / gleichwie alle wechA ^stdemSaltz vermengt 476 Betrachtung Hertzen gern/ wan du für nichts geacht wirst/und für untauglich zu drser oder jener Verrichtung zürne es nicht / wann man dich für hoffärtig achtet/ sonder ge- dencke/daß disem also feye. Oder wann man dich außrufft für einfältig/unverständig/und närrisch/ erfreüwe dich / und fliehe auß hertzticher Demuth alles das jenige/was einen Schein der Ehren / und Ansehens vor der Welt kan haben/und wisse/daß du vil ein grösserer Sünder seyest vor GOtt und der Welt/ als du glaubst und erkennen kanst. . ^3)8erm.45.5uper Lanr. (k) kpili. s8. t-Iumilirsce omnia ope» no/isZ concli'anrur. Der dritte Punct. IcrEtrachte noch ferner / daß ^Philipptts der Heil. Armuth also seye zugethan gewesen/daß Er in feinern Kämmerleiu/ als Er studicrte/nur allein habe gehabt ein klein schlechtes Beth- lein/ ein Uberzwera-Seil/ an weiches Er seine Kleyder und Leinwat henckte/ und etwelche Bücher / die Er aber/als Er von dem Studieren nachgelassen/ verkaufst/ und das Gelt unter die Armen ausgetheilt. Das Erb - Gueth nicht allein seiner Eltern/ sonder auch seines VE ters von 22000. Kronen/ habe Er mit Heroischem Gemüth verlassen / und seye also biß in sein End in der Armuth verhak ret; Und wilst du/mein uam«- lccvL! allen Überfluß haben k Oder aber/erforsche dich/ ob dn nicht zu Zeiten börstest klagen und anden/ wann das wenigiste nach deiner Kemblichkeit dir ab^ gehet ? O wie vrl hast du in del^ ner Kell/und in deinem Zimmer/ welches dein Heiliger Ordens Vattcr/ und Ordens-Mutter wurde ckrßmustern/nnd für um nöthig erkennen/ ohn welches Z leben du doch unmöglich zu sey'' vermeynest. Ach! mwie schlE ten Ehren wird dteHeil.ArmuM diser Zeit von den Geists inn-und äußert den Klöstern gehalten? Ach mein liebe von Hertzen die ArnE so wirst du mit grosser dM GOtt dem HErren dieiren kon nen. Stelle dir vor Augen stm Mäßigkeit in Speiß undAraM Er lebte so aesparsamb/dast^ darmtt naturlrcher Weiß ' p Leben nicht köndte erhalteit/t^ Von dem HeiftBrichtiger Philippo Nereo. 477 dir/mein v-lMLscen-! wilst allen Überfluß haben / und ölst nicht Mieden/ wanns nicht nach deiner Sittlichkeit gekochet/da doch vte Natur mit wenigem zufrieden wäre. Mache heut wem- Mens denFürsay / aussert der Mahlzeit nichts zu essen/oder zu "tncleii / und seye ins künfftig d>ohl zufrieden/ wie / und was man dir anrichtet / und aufstellet. Errufe xvewer yuylm Zur Unzucht angefochten worden / habe Er doch seine Jung- frauwliche Reinigkert biß nach seinem Todt erhalten/und auß dem Geruch alle die jenige erkennt/ welche diftr Tugend zuwider waren; Er habe so gar nach ftwem Tötn/als man Ihm Äschen / und öfflicn wolle / mit iemen Handen seine Schamb 'elbst bedeckt/darmit erkennen zu Mn/ wie hoch Er die Keusch- Wt liebte; wie dann durch Mfft seiner Jungfrawlichen ^/Migkeit vil böse Geister sind MWwjeben worden. bp>Hrsche dich/ die Reiuigkeil / wie du dich nach dei- Stand und Beruf verhaltest/ so wohl mit Gedancken/ Worten/und Wercken/und sonderlich in diftr oder jener Gelegenheit. Ach mein vrmrfcenL«streitte/ und lasse nichtszu / dardurch die Reinigkeit derSeelenwentgiftcn Schaden leyden möchte; Fliehe alle die jenige/welche diftr Tugend zuwider sind. Betrachte endlich/ viler anderer Tugenden zugeschweigen/ daß Er dem Heil. Gebett also seye ergeben geweftn/dast Er die meisteZett dannithabe verzehrt/ und offt verzückt seye gesehen worden/ welches Ihme auch solche grosse Liebe Gattes erworben/daß Ihme wegen Überfluß derselben / das vierdte und fünffle Ripp aufder lincken Seiten umb eine Faust gröss'r er- höcht und erweitert seye worden. Über das / wüßte Er die Geister trefflich zu unterscheiden / und habe Ihme Gott zu grossemNutz der Seelen künfftige Ding nicht verborgen/denen Er biß in sein letztes End abgewartet/welches wäre der 26. Tag Machen 1596. Mein Oamsscen»! Es ist nicht außzusprechen/mit was Andacht Er sem innerliches/und Mündliches Gebett verrichtet/und was L)oo z für 478 Betrachtung für grosse Gaaben und Gnaden Er dardurch von Gott erlanget/ und wir arme Menschen sind so kalt und law in unserem Gebett/ daß wir den Tag hindurch kaum einVatter unser/oder Aoe Maria mit wahrer Andacht verrichten ; Was ist dann Wunder/daß uns Gott verlasset/und nichts als den leeren Nähmet! eines Geistlichen/oder AhriM haben? welches uns einen schlechten Trost in unsern; ZM bethlein wird bringen. So entschließe dich / mein vamLlccna! eyfferiger und frönrer ins künss- tig dein Gchett zu verrichten. Betrachtung Auf das Fest der Heiligen Pctri / Mr- cellini / und Erasmi / Märtyrer. Der erfie Punct. ACr Heilige Petrus Lor-ut- Zhime alsobald in ei« e>E hat in seiner Gesangnuß dem Kelchen legen/ und die WE. Kercker-Meister ^rrbcmiover- verdopple»; Und sihe/ da<< sprechen/ seme Tochter von dem mit seiner Frawen KandidE bösen Geist zu erledigen/ wann der Tochter Paulmavon dM Sie werd in Ahristum glauben; Versprechen redte/erscheint ^ Mit Lachen gibt Er zur Ant- trus vor Ihnen mit einem tv^ Wort: Wie Er den Trüffel wol- sen Kleyd / und vertreibt m» ^ le außtrerben/der doch sich selb- nemHeil.Kreütz/welches sten nicht könne von der Ge- seinen Handen hielte/den ZU fangnuß ledig machen ? darauf fel auß seiner Tochter/ über verheißt Ihme der HeilPetrus/ ches Sie sich alle / sawbt ^ tvann Er wölle ein Christ tver- dreißig arideren bekehrt/ ^ > den/so wölle Er frey auß der Ge- Heil. Marcellinus der PAF fangnuß gehen ; Mit einem Sie in dem Christlichen A Schertz sagt Er: Ja! und laßt ben nuterwisen/und getatd^ i i ! 1 tz < l r c t § tr v e' it d, «i h b Von dem Heil. Petro/Marcellmo/ und Crasmo/Martyrer. 479 ^lvtur/oen L,rntccn<> ! un ^t Jhnne/daß Er allen Getftli chm einen solchen Eyffer woll Kben/damit Sie auch pur Gotl Arer selbst-eigen n / und de> wichsten Seelen H yl suchen. Betnrchre zum Andern/ daß ob Mlen ^rlkc NW 8 kernen rechte Arien gehabt / ein Hhrist » ^rden/habe doch der Eysser de A'l. Pe xj bey Gott so vil vei ^cht / daß nicht allein seine Fraw Aandida/M ^ Tochter Pauluia / sende ^ch vil andere sich wahr detchrt / und für de ^Mben Khristi gestorben. Mem Dsm-rscenz l führe einen frommen Wandel/eyffere Dr die Ehr Gottes/bette für der Seelen Hcyl/ und glaube ftstiglich/ daß derne^lnhe undArbeit mchk ilmbsonst werde seyn. Und thuet dich der böse Geist zu Zeiten besitzen/ imd anfechten mit bösen Gedancken/ solt du nicht suchen durch Ungedult/und Äleinmü- thigkeit einen Trüffel gleichstund nm dem andern außzutrerben/ sonder bezeichne dich durch einen steisseii Glauben mit dem Heil. Kreütz; Bttt Gott den HCrrn rnit einem guten Gedancken umb feinen Beystand / so wird dir der böse Geist mcht schaden können. Der andere Punct. ALS Sererms der Gottlose Richter vernommen/ was geschehen / hat Er Petrum und Marcellinum Dr sich bringen lassen/ erstlich Ihnen liebkostt/ Nachwahlen aber auf das grau- samtste schlagen/ wiederumb in die Gefangnuß führen / Petrum nackend mrd bloß aufzerbrochne Glaser / und spitzige Haafen- Scherben legen lassen; welchen beyden ein Engel erschunen/ und Sie m das Hauß der Neüw- Betehr- 48v r Betrachtung Bekehtten geführt / selbige in dern Heil. Glauben zu stärcken. Gleichwie diser Richter/also sind die Juden / und die Ketzer verstockt / daß sie sich tzmch kein Miracul zürn Guten bewegen lassen. OLmrscenä! BitteGOttdeN HCrrn gantz eyfferig/daß Er dir sein Gnad nicht entztehen/sonder durch sie dich regieren und lei- then wolle. Lasse dich weder durch gute noch böse Wort oder Merck zur Sund anreißen/und entschließe dich / lieber alles zu leyden/als Gott zu beleydigen/ dessen Exempel du heut nicht allein hast in disen zweyen Heiligen/sonder auch furnemblichin dem Hell. ürchemio , deme das Haupt abgeschlagen/in Aandi- da seiner Hanß-Frawen/ und in Paulina seiner Tochter/die beyde lebendig vergraben worden. Die Heilige/Petrus und Mar- cellinus aber / weil Sie dise in dem Hinauß-führen zur Marter gestärckt/sindSie auf ein neues gefangen/ und äußert der Statt enthauptet worden / im Jahr Khristt Z02. den 2. Vrachmo- nat. So schätze dich glückselig/ und Halts für ein sondere Gnad Gottes/lvann du für seine Ehr etwas leyden kaust. Der Gchmffrichter AM theus/ als er die Seelen dists zweyen Heiligen Märtyrer seherr in wetssen Kleydern M Himmel fahren/hal Er sich auch bekehrt. Mache dir/ mein v-maicki'^ das Leben/und die Marter der Heiligen Gottes auch zu NE und bitt/ daß Sie dir die GM erlangen/dein Leben zubesseM absonderlich dise zwey ^ ^ eines grossen Verdiensts bZ Gott seyen/ der Jhnmn ein ^ Glorwürdigen Todt verlyhe^ und so gar nach Ihrem T^r erst im Jahr Khriftl irrz- E gesehen sind worden/anf weißt'' Pferden für die StattLreE wider die Maylander streitt^ utld dise FeindltcheLrnpperE streüen. Bitt / daß Sie dw A deinem Streitten Wider s Fteisch/dieWelt/und fchwahL Anfechtungen deß bösen Gt' . auch wöllen zu Hülss komuA oder aber ennnerr dich / MZ, dich bifihero in deinem Anhabest verhaltend Jke»n7 wgim du deinen sten hast gesehen eine den/wii hast du dich gegeLK me verhalten? Hast du Von dem Heil. Prtrv/Marcelüno/undCrasmo/Märtyrer. 481 nach deinem Vermögen getrö- Ntt? und bist du Jhnie zuHüiff kommen ? Erforsche dich / ob du Hlch nicht vilmehr habest erfreuet/wanns deinem Nachstm übel ergangen i oder wann Er verachtet/und etwa» gedemüthi- M ist worden? Endlich brtt vtse Heilige Gottes/daß Sie dir kwen gluckseeligen Todt von jpott erwerben wöllen/ und dein du rn dem Heil. Tauff emvfan- LM in den Himel führe/ Amen. Der dritte Punct. Von dem Heiligen Bischofs und Märtyrer Erastno. DJser Heilige Mann hat unter den Kaysern vioci-nano, und xirximiLno wegendeWhrist/ nchen Glaubens so vil Peyn .Und Marter außgestanden/ daß Er erstlich mit Bley-Kolben/ hernach mitPrüglen yäfftig zer- Alagen / seine Gebein zerbro- Den/ und drittens in einem Kes- Ä zerlaßnen und siedenden AM/ Hartz/ Schweftl/ Waxs/ ^ehl geworffen worden/ deme Er unverletzt herauß / und deßwegen sich Vil ^e -den bekehrt haben. Mein vsmrtoenLl daßGOtt der HErr Erstlich diftn Heiligen Bischoffen durch so vil Peyn und Marter erhalten/ hat Er hierdurch sein Allmacht erzeigen/ seine M'ch/welche Er durch sein Heilig Leyden in den Grund gelegt/scheinbar/und Glorwüroi- ger vor den Heyden machen/ mich selbige zumahl von der Ab- götterey abziehen / und zu der Erkandtlmß deß wahren Glaubens führen wöllen ; wie sich dann deren auch vil bekehrt. Mein vLMLsccnL l Unter den Gutthaten Gottes ist dise nicht die geringste/daß du von Katholischen Eltern gebohren/derVer- diensten Khristi JESU taust theilhaffrtg werden / und dich seelig machen / deren die arme Heyden/und alle Ketzer beraubt/ müssen zu Grund gehen. So dancke absonderlich.Christo JE-- su / daß Er mit so furtrefflichen Wunder-Wercken seine Heilige Märtyrer erhalten/ und dadurch seine Kirchen geäussnet/ und Glorwürdig gemacht. Zum Andern bcrrachre/wie dt- ser Heil. Crasmus durch strenge Bußwerck / und eyfferige Be- gierd / von GOtt erlangt habe für seine Ehr / und den wahren Ppp Glau- 482 Betrachtung Glauben gemattert zu werden/ und seinBluetzu Vergüssen. Es ist nicht zu zweiflen/daß Er dar- durch nicht grössere Gnaden von G-Ott empfangen habe/als da etwan gewesen/daß sich etliche durch simdere Gnad gahttng bekehrt/ und für den Glauben gestorben sind. Mein vLmrfccnL! Diser Heilige Bischofs ist ein zweyfacher Märtyrer gewesen/nach derBe- gierd/oder im Verlangen / und in dem Merck selbsten. Hast du die Gelegenheit nicht dein Bluct für den Glauben zu vergießen / karrst du ein Märtyrer werden nach dem Verlangen/ und auch rn dem Merck ohne Vluet-vergiesseu;dumr es ist eine Gattung der Marter/ mit dem Geist die Merck deß Fleisches ab- todten. ( s ) Es hat auch ihre Marter die gchaltne Keuschheit, (b) Verlangst du also ein Märtyrer zu werden / todte ab deinen Leib / und crcützige ihn/ sagt der grldene Mund/(c) so wirst du auch empfangen die Marter-itron. Der Heilige Augustinus ist der Meynung/ daßdas gantze Leben kirres.^hristen/wannEr nach dem Heil. Evangelium sein Leben anstellet / ein lauteres Areül) und Marter seye. Geistliche Marter - Gattung/ mein l)-m2icena! ob sie Zwar was Linders / ist sie aber ve^ drießlrcher/ und dauret langer/ rrnd wird dir G-Ott auch in der andern Welt gnädiger seyn/ umb so vil mehr du dich wirst in diser Welt hassen/und demen Leib züchtigen. Es wird dir auch Gott in difem Leben rrE rere Gnaden/Trost/und innere lrche Erleuchtungen mittheilen/ und sich deiner crbarmen/wann Er sicht/daß du dritten Leib w^ gen seiner rauch und hart E test. Erforsche dich/ was dn gethan / oder rns künfftige thun wollest? (s) 8. Lsrriarö. 8erm. ;o. IN (b ) 8. blieron. 8. srr r/ rr. est dtt ! rr- n/ es err er- >bt ich ert » > !§ iie Von? dem Hei!.Bischoffimd Märtyrer Vomfacio. 485 krne fchwahre Kranckheit darzu gezwungen. . Bctuachtc/daß alöB»nrfäem6' ein junger Knab in. dem Gcift erkennt / zum Geistlichen Stand kniffen zu seyn/ hab Er seine Eltern ersucht und gebetten/daß Sie Jhme wolten darzu verhülf- Eich seyn; und da sich der Rätter starck widersetztchat Er Gott inniglich gebettcn/ daß Er das harte VatterUche Hertz wolte erweichen / damit Er ohne Be» Migung seiner Elteren den Mütchen Willen möchte erfüllen. Mein v-mrlcen- ! In disem Heiligen Mann hast du/und ein leder Sohn oder Tochter/ ein lchön Crempel/wie Sie sich in Ar Vollziehung Ihres Geistlichen Berufs zu verhalten. ^Erstlich/sollen Sie den Eltern K Vorhaben offenbahren/und Mde ersuchen / daß Sie Ihnen ^arzu wöllen verhülflich seyn. ^ Andern/ daß wann Sie ohn Mt-wichtige Ursach sich wide- V.krzeigen / sollen Sie nicht Uchdarvon lariffen/sonder sol- Mitgift GOtt bitten/daß LMr Hertz wolle erleuchten/ N der vorhabende Geistliche ^tandrnitIhrerVerwilligung könne angetrettm? und vollzogen werden. Und Drirttns/ wann alle angewmdte Mittel nicht wollen helffen/ sollen Sie einfältig, alles verlaffen/und Ihrem Beruß ein Germgm thun/ dauuKhristus hat gesagt: O) wer Hattcr und Mutter wehr liebet dann mich / der ist meiner nicht werthe Erinnere dich/me du dich ineinemuud anderm habest verhalten 2 Hast du dich etwa» versündiget/ lasse dirs hertzlich leyd seyn. Betrachte / daßBonifacius in Wtssenschafft / und Frombkeit deß Lebens in kurtzem also hab zugenommen/daß sich garrtz Em gelland darob verwundert/und mit grossem Nutzen öffentlich hab gelehrt. Da Er im acht und dreißigsten Jahr seines Alters Priester worden/ hab Er sein Vatterland verlassen / und in Frießland gezogen / die Heiden zu bekehren/ da aber der König Radbodus sich Jhme starck widersetzet/seye Er wieder in sein Kloster verreiset/undwider seinen Willen allda zum Abbten erwählt worden. Mein v-mriccnL 'Weil Gott Bomfacio gegeben die Erkandt- nuß und Wissenschafft der Hei- Ppp z lrgen/ 486 Betrachtung ligen/hat Erscholl in demzwölff- ten Jahr seines Alters seine Schuhjer gelehrt / daß Sie sich sonderlich sotten hüten vor der Wissenschafft die aufblaset/und hoffärttg machet; Dahero sahe Ervil lieber einen frommen Um geschickten und Einfältigen/als einen aufgeblasenen und hoffar- tigen Gelehrten. Erforsche dich/ ob du nicht bißweilen dich erhebest/und andere verachtest/wann du dir einbildest/du könest etwas. Wann es geschehen/lasse es dir hertzlich leyd seyn/und bitte Gott eyfferigtst umb die Erkandtnuß seiner und deiner/so bist du alsdann der Astergeschickteste. Obwohlen Bonifacius ein grosser Lehrer der Weißheit Ware/ist Er doch auß Demuth erst iin acht und dreißigsten Jahr seines Alters Priester worden/ deren hingegen vil/welche nach diser hochen Würde/und Heili- gen Kommunion trachten / die weder Demuth/noch andere dar- zlt erforderliche Tugenden hadert. 2M befleißest du dich/ wann du zur Heil. Kommunion hinzugchest ^ Geschieht es nicht offt ohne einzige Vorbereitung ? Ach! was für Nutzen wirst du alsdann darvon tragen? Sag deinem liebsten JEsu/du wollest dich besseren. Bonifacius / weil Er in M gestand hoch angesehen ware/tst Er geflohen/ und die Heyden zu bekehren/ in das Deutschland verreiset/ und du/mein O-malc-- nL! fliehest hingegen alle Errw drigung / und suchest geehrt/uttd gelobt zu werden / welches elN Zeichen grosser Hoffart / uud schlechter Heiligkeit ist. D Mein Oamasccna j was witd§ dich nutzen/wann dich diegaM Welt ehrte und lobte/Gott aber/ und seine Heiligen dich verE teten. So liebe gern veracht^ zu werden/ so wird dichG^ alsdann auch ehren/und lieben/ wie es Bonifacius erfahrend nach seiner Widerkunfft in gestand wider seinen Willen E Abbtey-Würden ist erhebt den. ( 2 ) ^larrk.ro.v. ;7« (b) 5^«^ v.io. Der andere Punct AErrachr-e / wie BonifnA/ ?etne Abbtey habe verlast^ nacher Nom verreißt/ ritidA Jhro Helligkeit Gregorio oe Andern / mit völligem Gerva' als ein Pabstlicher Gest^ld^ Von dem Heil. Bischoss und Märtyrer Bonifacio. 487 die Heyden zu bekehren / wieder Uiid wie verhaltest du dich/wan w das Leütschland.seye ver- es etwa» dem eigen/oder ande- schickt worden; wie Er allda rer Seelen ^yl / und die Ehr nm noch vilen andern Geistli- Gottes antrifft ? Bist du mcht chen deß Heil. Benedicktr ^r- gantz kalt/faul und trag? dens / die Götzen- Bilder mit sum Andern behertzrge / daß grossem Eyffer habe zerstöhrt/die Vonifacius zu disem grossen Heyden bekehrt/ unterschiedliche Merck sich habe nach aller Mog- Äetzereyen/ als deß Ermwolsi/ Uchkett fähig gemacht / mdeme Adalberti/ Elementis/ rc. unter- Er Erstlich der gantzen Melt abdruckt / Spittahl / Kirchen/ gestorben / und alles Zeitliche Cchuhlen/dieAbbteyzu Fulda/ verlassn. ?u,u Andern /indeme und andere Klöster; das May- Er sich lange Zelt m dem Kloster landische Crn - Bißthumb / und in der Frombkeit/ Demuth/ Ge- andere Vischöffliche Sitz hin horsambe /und in anderen Tu- und her habe aufgericht/ zum genden geübt. Weil Er sich vffternKtrchen-Versamblungen Drittens einer grossen Geschrck- ungestellt/ unzählbar vil Volcks lichkeü / ltud Wechheit beflissen/ uekchrt/ultd mit groß und vüen dte zur Bekehrung der Seelen UZtmder - Mercken gezüchtet absonderlrch vonnöthen. vicrd- habe. rcns / weil Er auch durch strenge Mein ^LmssccnLBehertztge Bußtverck Gott den HErrn offt Erstlich wohl die unausfpreÄM und vil gebetten/daß sein Gött- Z)e Mühe und Arven / weiche sicher Will durch Zhnne möcht Aomfactus in dtserV.rnchtung erchllt werden. />wre grosse N außgestanden; L) wie vil Tugend und GeschreklichkerL schwahi e/ulid gefährliche Reisen wird erfordert / biß euier wahr- ha> über sich geironnnen/ wie hafftig fähig ist / die Seelen zu Hitz / Frost/ Kalte / Hmigcr gewinnen l Und wie bist du be- uudDurstet Er erlidten;wte schaffen? oder was für grosse Aussen Widerstand / Schimpss/ Sorg trägst du für deine Seel i Schmach- Wort / Spott und Es sind leyder vil / dte mehr für i^Aand hat Er von den Heyden andere/als für sich selbst sorgen/ undGölM-Priesternerfahren? aber mit was für Fruchtend 488 Betrachtung Nutzen so wohl ihrer ^-anderer Seelen? Wem vELscen»! halte für gewiß/ Haß es mit schlechtem Nutzen geschehe. Drittens/ stelle dir vor Augen den grossen Nutzen / denne das gantze Leütschland durch dtsen einzigen Benediktiner hat empfangen ; dann durch Bonifa- cium hat es Erstlich empfangen das riecht deß wahren Glaubens. Zum Andern/ vil Heilige/ und gelehrte Männer. Drittens/ vil Klöster und Gottshauser/ für Meid-und Manns-Persoh- nen. vierdtcns/ vil schöne Kirchen/und Heylthumber zur Andacht. Fünssrens/ Spttthäler für Arme und Kranckne. Sech- stens/ Schuhten für die Jugend. Slbendens/ schöne Satzungen für alle Geistliche. Achtens/ fürtreffliche Tugenden / Lehren/ und Ermahnungen für Weltliche Stand. Neündtens/ hat das gantze Leütschland an Jhme/ und seiner Gesellschafft state Aürbitter bey GDtt. Lobe die Allmacht / und grosse Gütigkeit Gottes/der durch einen einzigen Menschen so vil Guts gewürckt/ und sein Thun und Lassen/und alle seine Heiligkeit mit solchen Wunder-Wercken bestattiget/ daß Welcher zuvor WenfiMs geheißen/ nachmahlen wegen M ten wunderlichen Gutthaten/ die Er denTeütschen e^ergt/unv erwisen/Bonifacius ist genaue set worden; Und was empfangt die jenige Gesellschafft/ mit dero du lebst/ für Nutzen von deines Tugend-wandel? villeicht gaH wenig. Und was wirft du einen Nahmen darvon tragen, eines Tugendsamben / oder M sterhafften / eines irrdischen/oder Englischen Menschen? rc. leicht findest du dein Hertz vo' Armbseeligkeiten/ welches woy' zubeweylten. Der dritte Punct. rir deß Pabsten/ vil Jahr dE Menztschen Ertz - BißthuA vorgestanden/und vernomE daß seine Frießländer/welcht^. schon einmahl bekehrt/ wE wollen zurück gehn/und tisch werden/habe Er fiH^ schlossen/mit etlichen derlei gen dahin zu reisen / stlbtge dem wahren Glauben besitz unterweisen / und Jbkreu Heil. Sacrarn- ls I j- 1/ kd b- st co kN ! Ük D oll 'hl rr/ kk ^ ! ^ ! irr > Von dem Heil. BischossundMärtyrer Bonifacio. '489 NizuthMen/Sie darmit indem Glauben zuftarcken. GedenckeErstich/ daßdiser , Mommen/ damit Er hoch an- Mhm/geehrt/und wohl leben könne / Ander daß Er zur Ehr Gottes mehr Frucht und Nutzen schaffen möge. In was für ei- neniStand bist du/nnd wie verhaltest dich in selbigem? Gelaicht alles zur Ehr GOttes/ und zu Gutem deß Nächstens 1 See suchest du nicht mehr deine İM,chkeit-l - Vehertzige Zlrm Andern/ seinen -Apostolischen Eyffer/deme nicht Aenug gewesen / die Frießländcr rmmahlen bekehrt zu haben/son- ver da Sie in dem Eyffer wieder UaüMasien / umbgesattlet / den wahren Glauben verlassen / und Aeydriisch worden/habe Er sich nnt etlich anderen Geistlichen aufgemacht/ dahin verreißt/ und M gethalt/iixrs einem Aposto- Men Mann wohl anständig. 5 ? wte vil sind hingegen/welche rrineynen groß zu seyn / wann /inen Zunder einmahl be- Met Er aber wieder zn- U und sündiget/tft der Eyffer groß mcht/ daß Sie fernere Mühe und Arbeit auf sich nehmen/ uild dörffen noch wohl sa- gen: Ich hab das Meimge schon gethan/ wann Er nicht will recht thun / so lauste Er der Höll zu; Ach mein OLmsKer^ ! bitte für so kalte Md hinläßige Seelsorger. Vil änderst Habens ge- macht die Heilige Petrus/ Pau- lus/Zohatmes/und altdere Apostel/ und nach Ihnen so vil tausend ändere eyfferige Apostolische Männer. Manns dein Stand zulasset/ spahre kein Muhe nnd Arbeit/sonder gedencke/ daß ein einzige Seel aller Mühe und Arbeit wohl werth seye. Drittens / erinnere dich/ ob du Gott dem HErrn für das Heil. Sakrament der Firmung biß- hero öffters gedancket habest? weil du ohne diß Heilige Sakrament den Anfechtungen wider den Glauben nicht hattest kosten Widerstand thun/aüch leichtlich wurdest unterlegen seyn / wann du dessentwegen äusserlich von Ungläubigen / oder den Ketzern wärest angefochten worden. Ja/ halte für gewiß/daß du noch vil- wemger ohne diß Heil. Sakrament wurdest Klafften haben/ eimge Peyn und Marter für den Glauben anßzusteyen / und zu Qqq ley- 49o Betrachtung leyden; dessen die Frießlauder sich nicht haben woben fähig mach n/ und darumb Sie dem bösen Geist/ und dessen Anfechtungen unterlegen/meistens da- mahlen zu Grund gangen. Seye du danckbahrer/so wohl für dlß/ als fur andere Heilige Sacra- menten/wclche dlr^hristus JE- sus zu Gmem eingesetzt hat. Dcr viertle Punct. gAEtr.rchte/dasi als Bontfactus in Fricsiland ankommen/JH- re Laster durch ernstliche Predigen gestrafft/ und Sie wieder auf den rechten Weeg zu bringen/ und Ihnen/ weü Sie schon ge- tauffl/das Heil. Sakrament der Firmung mitzutheilen gesucht/ seyen dise wilde/ und Abgöttische Frießländer wider dtsen Ihren Seelen-Hirten aufgestanden/ und Jhnne nicht allem aller bey sich habenden Sachen beraubt/ sonder noch gantz jämmerlich ermordet/ und umbgebracht; das Evangeli-Bnch aber'/ welches der Heilige Mann dem Mörderischen Schwerdt vorgehalten/ seye zwar mitten von einander gchauwen/aber kein Buchstaben darinn verletzt worden. Erstlich behertzige/daß obwoh- len die Vorgesetzte und Seelsorger wegen Ihres Seelen- EO fers/ und heylsamben Ermahnungen von Ihren Untergebner! verfolget werden/seyen Sie deßwegen sehr glüÄfeellg/und bring Jhnnen einen gross« Trost! Dann stetig sind / die Verfolgs lcydcn uuib der (Liercchrigkcit wil" len/ sagtAchristlrs der HErr/^) dann Ihrer ss d.rs Hinunelreich» Und Kelch darauf: Seelig serd Ihr / wann Euch die Menschen schmähen und verfolgen/mM.rllcs Döscs wider Euch reden / und lrn gen / umb meinet willen; ^reuwek Euch/ und stohlocker/dannEurvece Belohnung ist sehr groß in de>" Himmel ; dann also haben b die Propheten auch verfolgen welche vor Euch gewesen Ulld drscn Lohn deß Htmmeb reichs hat freylich mit vil tmn send andern auch enlpfailgeE Herlige Bonifacius Ertz-A schoff/ und fein gantze Heilig Gesellschasst. T) wolte du wärest auch würdig/ dise Seelen- -Eyfferer gezehrt^ werden. Wann dn stnocst^^ dir etwas abgehet / lasse o hertzlichleydseyn. . Zum Andern behertzrge y' ^ gen/wie unglückftelig die stMAe Von dem Heil. Bischofs und Märtyrer Vonifacio. 491 Kelche solche ryfferige Seelen verfolgen/Ihnnen übel nachreden/ und euren Has; wider Sie tragen; Solche arme Menschen Werden mit der Zeit nicht der Eeel nach allem/sonder auch offr bnd vil nach dem Leib gestrafft/ kie es dise Frreßlander auch erfahren/ die alle/ die zum Todt Vlies Heiligen Mamis gcholffen/ von den Khnsten grausambüch Md ermordet worden. Hüte vtch also/daß du niemahlm was Uest / oder thuest wider deine Vorgesetzte/ oder wider die jeni- 8e / welche dich auß gerechtem Ziffer abstraffen / und zu dem brüten eriuahnen. Drittens/ tndcme das Heilige Wangen - Buch zerschnitten/ ?ber kein Buchstaben verletzt jvordeu/hat Gott darmit wollen Matten/was Er geredt bey dein Evangelisten: Daß chcudcr Himmel und Erde» werde zu Grund Lehen / als das ein einziger Buch- ikrben von seinem Wort solte vcr- ^)ecn scpn« Mein OrmLscenr! m?)tch auch ehender Himmel unv Erden zu Grund gehen/alö ^ bu könnest verlohren iver- ?Ein du deinem Stand ge- maß/deinen HCrruIEsum von ^er tzen wirst liebelt. Unib den Leib difts Heilige« Martyrers/und grossenApostels deß Leütschlands/ haben sich Mir die zu Utrecht/und Mentz sehr beworben/ aber der Heilige Mann ist dem seeligen Otberro in dem Schlaferschunen/ und befohlen / man soll Ihnue in das von Ihme gestiffte Kloster zu Fulda begraben. Der Heilige Mann ist gemartert worden den 5.Vrachmonat/im JahrKhristi 745. und seines Priesterthuuibs in dem fünff und fünffzigisten. Er hat bey seinen Lebens-Zeiten offt beklagt / daß in der ersten Auch Höltzerue Kelch/uud güldene Priester geiveseu/ zu seiner Zeit aber güldene Kelch / und Höltzenie Priester seyen. Mein D-in-UccnL! Befehle deinen Leib und See! disem grossen Seelen-Ei)sserer/ vergrabe seine Herrliche Tugenden in dein Hertz/ damit wann du die Heil. Aommuuion empfangest/ deinen liebsten IEsum nicht in ein Höl- tzernes / sonder vor grosser Be- gierd und Liebe in eilt güldenes Hertz empfangest. (a) Uättlu z. v. io. Be- 45>r Betrachtung. Betrachtung Auf das W dch Heiltgeu Roröertt / Ertz - Bischoffen zu Magdenburg. Der erste Puntt. kEtmcht-c/ wie der Heilige ' Norbertus etlich Weil unter Aölln/an dem Orth Xanten/ von reichen und Herrlichen Eltern Heriberto / und Hadewig gebohren / sein erste Äugend mit Studieren / nachmahlen aber bey den Höfen/deß Churfürsten zu Köllen / und /gayser Heinrichs / nach der Welt Brauch in aller Eytelkeit habe zugebracht / und chender zum frommen Leben nicht seye geschritten/biß Er eincsmahls/ wie ein anderer Saulus / durch feüerigen Blitz/ Donner/ und einer rueffenden Stimb von dem Pferd zu Boden geworffen/bald aber wieder aufgcstanden/in sich selbst gangen/und das Hof-Leben / sambt aller Eytelkeit verlassen habe. Mein ÜDamricens l D>bw0hlen der Hadewig ist vorgesagt worden / Sie solle nur wohl getrost leben/Sie trage in Ihrem Leib einen grossen Diener GOttes/ , der ein Ertz - Bischofs solle wer- , den/weil aber Norbertus keinen , EngelRaphael/alswiederjuN- ! ^ ge Tobias / sonder ein lrederll- . chen Lehr-Metster gehabt / seist , Er nach und nach in grosse Ge- j fahr seiner Seelen Heyl gern- , then. Auß disem sitzest du/wst , vil daran gelegen/daß man wol? , auferzogen werde. ^ < Item/ hast du sehr vil EE pel / daß fromme Seelen grE I Herren Höfe geflohen/und : selten Gelegenheit seye/fto^, ! j und Heilig zu leben. WannA > , hiemit solcher Gelegenheit^ < freyet / sage G-Ott dem HE;- z demüthigen Danck/und betrno < dich nicht/wann du schon m s- > ner Versamblung demunM - und veracht must leben^ .x ' das ist fromnrer Seelen enM. l Lrost/undgrösteGlückseeltS^ Von dem Heil. Norberto/ErPVischoffen zu Magdenburg. 49Z beleydiget/Jhme heunblich und öffentlich grosse Ungelegenheit Ich hab erwählt/ sagt David/(«) daß/^ch dein Hauß mcinesGot- tcs vil lieber will vcrworffen sc)'»i/ in den Hütten der Sünder wohnen gemacht / und grossen Schimpfs und Spott angethan. MenMsm-ilrcnk! Betrachte/ -- .. - Wann schon Norbertus m wie großer Mitzen erfolge/wann oer Cytelkeit der Welt lange eure Soel Gott dem HCnn sich Äert gjeichsamb vergraben ge- gautz ergibet/und Ihro stlbsten Wesen/hat Er doch der rüstenden nichts wrbehaltet / wie gethan ^ttmb GOttes bald gehorsam-- der Heilige Norbertus / der' mit wet/und aller Gottseeligkcit sich Khnsto ICSUviertzig Tag Weben; welcher Stimb/ warrn Aeichsamb rn der Einöden ein sich hatte widersetzt/ach ! in ftrerrgcs Leben geführt / zum was für elenden Stand wäre Predig-Arupt sich gerüstet/und villerchtgerathen2 Erforsche alles gethan/ worzu Jhnne der ^lch also / wre du seyest aufferzo- Geist Gottes angetrieben; der- A" worden / in was für Gesell- gleichen. EMnpel du noch über lcyaffr du habest gelebt / und ob das hastin dein Heiligen Paulos ou den Cinsprechungen/ und der Auguftmo/ und lioch vilen ande- "mend .n Stimb Gottes allezeit ren mehr. So ^)ne Verzug gehorsamb seyest Mache Erstlich einen heylsam- gewesen? wen Gedanck. n/ob dn dich auch . Nachdeme Norbertus sich jemahlen recht vollkommen Gott ^whrt/wird Er Prrester/ und dem HErrn habest ergeben? ob ^pumb- Herr zu Köllen/ begibt du dir nicht etwan dise oder jene Wdararrf in das'Slgeberglsche Unvollkommenheit / und Sinn- KMer St. Benedtcti-L)rdens/ lichkeit habest vorbehalten / und moa Er sich viertzjg Tag lang selbiger nicht gantzlich abgestor- v .^^m ftommen und Heiligen den? s»nn Andern / halte für ge- wen bereitet/ nach welchem der wisi/ daß ein einzige solche unor- Mann neben strengem dentliche Liebe den Fortgang in Apic^tgen Leben also haffrig Tugenden verhindere/deren du ^ang wider die Laster villetcht so vil haft/daß du in sel- "Mget/ daß etliche dardmch bigen gleichsamb vergraben/ gar <^^^2 kemen 494 Betrachtung keinen Fortgang machest/ und mehr zurück/als für sich gehest/ welches wohl zu erbarmen wäre. Zum Dritten/ soll ferner predigen/ und das Arnpt eines Vorgesetzten auf sich nehmen / wann Er mcht von Gott darzu deruffen/ und fein Leben und Wandel mit den Ermahnungen nicht überern stimmet, vierdtens / alle die Guts thun/ die Chr Gattes beförderen / und uinb das Heyl der Seelen sich annehmen/ müssen mit Khristo JEsu Verfolgung leyocn. Mache auch über dises einen guten Gedancken/ und umb so vrl es dich angehet/ verbessere dein Leben. (s) psalmo V. n. Dir andere Punct. g^Etrachte / daß wegen Visen Verfolgrrngen der Herlige Norbertus nur seye froinmer und eyfferiger worden; dann Erstlich verliesse Er fein Aano- nicat / und fürnehme Psrund/ und sein Vatterlrches Erbtheil verkauffre Er/ und gab es den Armen. ?>>>« Andern/reifste Er neben zweyen Gesellen mit blos sei: Füssen zürn Pabst Gelasrus/ bey deme/weil Er nicht bleiben wolre/ erhielte Er voliJhme/ wie auch von dem Pabst O-l-uo dem Andern Erlaubnuß/allent^ halben das Heilige EvaiigelinlN zu prediaen/welches Er auch n"t grossem Nutzen derSeelen thäte» Mein OLmricenL j Es stlld vil/welche dem Scl-ein nach/sG eysserig arbeiten / und fremd leben/aber so bald Sie einen M derstand/oder einige Widerwar^ tigkert empfinden / lassen b nach/werden verdrüßig/urrd ze^ gen in dem Merck / dafi Sie M Ihrein Thiln und Lassen lE pur die EhrG-Ottes/ und der Seelen Heyl gesucht. Und wn hast du dich btschero verhalten - Sthe/ Norbertus hat seinen Eysser im Predigen verdopple^ die Laster hassttger gestrafft/nn^ allenthalben die Ehr G-Htle, befördert; Zu disem End Er ^ seiii Haad und Guth unter ^ Armen außgetherlt. Und h^ du rricht genug an disem EtU pel/stclle dir noch vor Augen ^ arnitli ICsum / niit tvas l Eyffer Er die Ehr seiires HtMN- lischen Vattcrs/ und das -P ^ derSeelen habe gesucht/ n> nicht ohne grossesWiderspreA^ der Pharisaer / und der gan < ß Jüdischen Kler isey. Was ^ ^ du itis künsstig thun Von dem Heil. Norberto/Ertz-Bischoffen zu Magdenburg. 495 Ztvetffel wirst du dich ernstlich MeinDrmrKcn»! Halte alle entschließen/ (es sagen gleichwol Prediger deß Worts Gottes in andere was sie wollen/) daß du grossen Ehren / dann Sie verzollest thun / was du zu thun rrerten dle Stell Christi IEsil/ schuldig tust. darzu der Heil. Nordertus/ und Betrachte Erstlich /daß GOtt sein Heil. Lirden von GDtt ab- HCrr das Predig-Ampt sonderlich berußen ist worden; ^eorbertt mit vnen Wunder- wie wenig aber diß grosse Arrrpt Kercken habe bestattiget/ und Frucht bringe/ wann es nicht ^hmc sonderlich die Gnad mit- mit einem frommen ^theilt / die Zweytrachtrgen zu scheu Leben begleitet wird / sehen ^'oettügen. Zum Ander» / hab wir leyder täglich. Bitte den ^ Jhme zwölff eyfferlge Mäli- Heil. Norbertum / daß Er allen «er zugeschickt / nur denen Er tu Seelsorgern/ und Predigern deß "bm Bißthumb Lauduu/an dem Worts GL)ttes/von GOtt die Sachen Qrth piLinonü^r das Gnad eines frommen Lebens Closter gebawet/ und das wolle erlangen/auf daß Sie Ih- vundalneilt euies ncüwen Heil. re Haußhattmrg / Reichchumb/ As'deus gelegt. Drittens/ habe das Lob der Menschen/ und an- KM G<)tt dmch sem liebste dere cytele Absehen dem Predig- ^artter Martam ein Schnee- Ampt nicht vorziehen / sonder Hcü. ^l-dens-Kreyd/ pur und allem Gottes Ehr/und Augustuium aber die Heil. der Seelen Heyl suchen. T^ul zugesclsicktt Und vrerd- Ach wie vrl Übels entstehet betrachte/ daß Norbertus Miß dem Zweytracht ^ Crst- allein rn anss rster Armuth schließe dtch/gleich jetzt auß Liebe Prcdmen/ sonder IEsil allen Mwillen/ Neyd rmd "n Abbruch Speiß mid Hsgetrunckeli/und nichts gen / und wann du schen verbal Fasten-Speisen in meynst/ du habest nicht Ursach str»^T einmahl/ neben andern umb Ver zcyhling zu bitten/ und Werken habe ge- daß dcrii Widerpart diß zu thun 'mehr schuldig seye/ so demüthige dich Betrachtung dich nach dem Exempel JCsu/ der zu seinem Himmlischen Natter gesprochen : Vatrer/vcrzephe -.Ihnircn/ dann Sie wissen nicht was Sie thun. (s). Dancke absonderlich GOtt denr HErrn/ daß Er zum Heyl ^ der Seelen disen Heil. Orden/ als eine wohl-riechende schöne weisse Lilien in dein Garten seltner Heil. Kirchen hat einpflan- tzenwöllen/ deine Maria die Jungfrawliche Mutter durch das schöne weisse Kleyd den lieblichen Geruch Iungfrawlicher ^Reinigkeit Leibs und der Seelen/Augustürus aber der grosse Heilige Kirchen - Vatter / durch " lern Heilige Regul ein fromb Geistliches Leben mitgetheilt. ^ So stelle dir Norbertum vor Augen als ein Muster aller Tu- gerrden/und wisie/ daß Er in der Liebe Gottes und deß Nächsten/ r in dem Seelen-Cyffer / m der Demuth/ in der Armuth/ Ge- horsamme / Abtönung seiner selbsten/ Barmhertzigkelt gegen den Armen / und in noch vilen anderen Tugenden so vollkommen seye gewesen/daß einer kein Tugend der andern wüßte vorzuziehen / und du steckest villeicht in allerhand Armbseeligkeiten/ die du doch zu grosser VollkE menheit verbunden bist. Ach! wie wirds dich reuwen /aber Z" spath/ in deinem letzten SteA stündlein/ wann du -licht ftoina wirst gelebt haben d ) (a) I^ucss r;. v.;4> Der dritte Punct. - l?Achdeme Norbertus voll der Tugenden durch sein PredE Alnpt/und durchStisstung eures neüwen Heil. Ordens schon Y" Guts geivürckt / wird Er MtU Ertz-Bischossen zu Magdeburg erwählt/ dahin / als IhnneM Volcks mit einer Proceßion pf' gleitet/ und der Thorhüter JA gesehen/mit einem armen schlecht tm Mantelcin bekleydet/ E barfuß unter allem Gedrang^' Volcks daher gehen/ schreyet ^ Ihnre zu: Es stpe» schon ^ armen Lenthcn gcnllg in ^ Statt / es gebühre sich nicht/ ^ Er also iinverfthainbtcr hlN^ dringe. Da Er aber M'U0 men/daß es der neüw- erwach Crtz-Bischoff/und wegen auch ! thanem Schimpffes darvon > hcn wolle/rufftNorbertus.-Ap > me zurück / und spricht zuIhme: horchte, dir. chchlAit j du hast am besten crkcntttss^,,^ I Von dem Heil. Norberts/ Crtz-Vischoffen zu Magdeburg. 497 Armen bist würde nicht gebühre; die Er nachmahlen als ein ge- treüwer Hirt mit grosser Starck- müthigkeit verfochten. Mein ÖrmLscen»! Auß disem siheft du/ daß Norbertus von GÄtt beruffen/ das Ertz-Biß- thumb nicht selbst habe gesucht/ sonder darzu erbetten / und gezwungen jene worden / in selbigem keinen Pracht habe geführt/ sonder mit Demuth anzettelten/ Und verwaltet/als ein getreüwer guter Hirt wider alle Laster- Mte rasende Wölss/welche zum rfftern Visen unerschrocknen Hirten umbs Leben zu bringen gesucht. Was thätest du m dergleichen Zuständen? Villeicht bist du noch so unvollkommen/ baß du mehr wegen deiner Sinn- uchkeit/als wegen der Ehr Gottes ein aufgetragnes / oder gesuchtes Ampt wurdest verwalten ? und wann dich also jemand wurde verspotten / verlachen/ oder sonst etwan einen Schimpff ?uthun/schivahrlich selbiges lehnen töntest? vilweniger / daß du '"kdte Ehr Gottes dich töntest ^.Wliessen/einige Verfolgung ^"Zustehen. Lasse dir deinen Stand hertzlich ^ »ryel Da Norberkus «nesmahl einen Beseßnen beschwohren / hat der böse Geist allen Umbstchen- den diejenige Sünden offenbahret/und Sre darmit zujchandm gemacht / welche Sie noch nie- mahlen gcherchtet haben. Mein OLMäscenr! verschweige kein Sund in der Beicht/wie klein sieauch ist/und lebe getrost/ daß sie dir also vergeben / und verziehen werde seyn / daß der böse Geist dir selbige an jenem strengen Gerichts-Tag nicht werde können/ oder börsten vorhalten/und dich darmit zuschan- den machen. So erinnere dich wohl/wie du dich bißhero in der Heil. Beicht habest verhalten ? Der Heilige Norbertus wird mit der Heil. Monstrantz abgebildet/ weil Er das Hoch-Heili- giste Sacrament deß Altars son- derbahr verehrt/auch den Ketzer lLncKclmum,und seinen grossen Anhang in der Statt Antorff mit seinem eyfferigen Predigen/ und Disputieren zuschanden gemacht/ welcher hat dörffen lehren/daß in der Heil. Meß/und conlecricrteN Hostia Nicht stye der wahre Leib und Bluet Christi IEsu/mit seiner Menschheit und Gottheit. ^ Rrr Be- 498 Betrachtung Behertzige/mern vamzscens! die Boßheit der Ketzer/ welche bey Visen unseren Zelten das Hochwürdigtfte Sakrament deß Mars gar verlaugnen/und mtt den verstockten Juden entuneh- re» / verlachen / schänden und schmähen. Lasse dlrs hertzltch leyd seyn/und befleiße dtch/nicht allein wann du kommunicierst/ selbiges hoch zu halten/ und mit grösser Neverentz zu empfangen/ sonder wo du immer kanst/ absonderlich aber heütiges Tags/ besuche selbiges öftrer/ und erweise Jhme alle Liebe und Chr- entbietigkcit. Was hast du brß- hero gethan / und was bist du hinführo zu thun gesümet? Verruchte endlich / daß Nor- bertus für die gantze Katholische Kirch sehr vil habe gearbeitet/ und sonderlich die Zertren- nung / welche zwischen zweyen erwählten Päbsten entstanden/ sehr weißlich aufgehetzt/und die gantze Kirch wieder in dte Ruht gesetzt. Nach welchem Er wieder in sein Vlßthumb gekehrt/ und zu Magdenburg voller Verdiensten den 6. Brachmonat int Jahr Khristt 1154. gestorben/ ukid der Leib in der Kirchen seines Ordens begraben. Jnr Jahr 162/. aber von bannen mit grossem Pracht in die Königliche Haupt-Statt Prag in Böhmen trLnrlencrt und übersetzt worden. Bitt osst und vil für den Wohlstand der Katholischen Kirchen/ fürAußreütung alles Zweyspalts/ und daß dtser große Heilige dir em frommes Leben/ und seeligen Todt von Gort ep langen wolle. Von dem Heil. Beichtiger Antonio von Padua. 499 Betrachtung Auf das Fest deß Heiligen Beichtigers Hncomj von?ac1u3. Der erste Punct. iEtmchte / das; der Heilige ftini angenommen/ aber wegen Amonmö zu Lrsabona in öfftererBesuchung seiner Fremi- ' ^ Portugal von Aoelichen den/sich m das Kloster ;um Her- und rercheri Eltern gebohren / in ligen Kreütz der Statt Lonunr- dem Hnl. Tauff den Nahmen drra begeben/allda Er ncberr der Ferdinandus habe bekomuren / Tugend die Heilige Schrifft er- und von Jugend auf in der lehrnet. Frombkeit / urrd Andacht zur Mein l)amrl>cn-! Du Mist/ Mutter G-Ottes seye erzogen daß auf diser Welt der Heilige Worden. Ordens- Stand der köstiichiste Mein Oam-scena: Es ist ein und sicherste Stand ist / GOtt unfahibares Zeichen künsstrger dem HErrn zu dienen/ und dre Awsstr Heiligkeit/wann die Kur-- Seeligkeit zu erlangerr/ aber lebt der wohl gerathen / grosse Liebe man in selbigem fernem Beruff tzr Mutter GOttes tragen. nicht gemäß/so sey er auch der ^b du irr deiner Kindheit also nächste Weeg ^"^^^^darzu seyest beschaffen gewesen / wird nicht wenig htlfft dre unordentt dem jetziger Wandel Zeugnus; liche Liebe unnotlMer Konvoi- geben; Nach dessen Beschaffen- sation und Ansprach/so wohl der du dich sollest erfreüwen/ Besreundten/als andererWeld vder betrüben. lichen; dahin / damit Mtomus .Indem fünffzehenden Jahr nicht thue gei-athen / ist Er ge- M Er aussert der Statt bey St. flohen / und hat dre Einsamme Ancentz den Orden derRegii- gesucht. Warumb redcn / und werten Khor-Herren St. Augu- schwchen wir dann also gern mit Nrr L ern- 5<2Q einander / fi ngt der Geistreiche Gersen/(-) da wir doch so selten ohne Verletzung deß Gewissens zu dem Stillschweigen wi- verkehren? und hiemtt nicht allein keinen Trost/den wir suchen/ erlangen/fonder den innerlichen Trost der Gnaden Gottes noch darzu verhindern / und wie ge- meldt/ das Gewissen verletzen. Auf welchem Weeg bist dir in deinem Stand? Hoffentlich bist du auch mit Antonio ein wahre Liebhaberin der Cinsambkeit/ allda man allein die Tugend/ und wahre Weißheiterlehrnet. Verpachte / als lisch etlichen Jahren von perm», ein Bruder deß Königs Alphonst deß Anderen in Portugall / ffmff Heilige Leiber derGeistlichen/St.Fran- cifti Ordens/ (welche den Mohren dasEvangelium geprediget/ urrd m Maroeco gemartert worden/) in die Statt Konimbria gebracht / und in dem Kloster zum Heil. Kreütz abgelegt / hab Er Antonius ein solche Begierd bekommen/den Heil.Märtyrern nachzufolgen/daß Er mitderEr- laubnuß seiner Oberen / seinen Orden verlassen/und deß Heil. Francisci angelegt/ und den NahmenFerdman d in denNah- men Antonius verändert. ^ Betrachtung O mein vsmzfcen» * wie vil vermag ein gutes Exempel? ab dem guten Exempel seiner Brü- der ist Antonius ein grosser Heu liger/und Vatter vtler Mönchen worden. Das gute Exempel der ersten Khristen hat vil tausend Heyden bekehrt. Unser Antonius vondem guten Exem- pel diser Heiligen Märtyrer entzündet / hat altes angespannet? für die Ehr GOttes / und den wahren Glauben sein Bluet zl? vergießen. Und was thuest du/ ! wann du von andern was Gucts fthest ? oder mit was Dr einem - Exempel thuest du andern vor- leuchten ? Lebst du auch also/ daß andere zum Guten/und zur Tugend können auftrbaurvek werden? Die Gesellschafft/uuk dero du lebst und mnbgelB? wird darvon reden können/ unu dein Gewissen kan dir sagen/M du seyest. , . Nnn Andern/ sitzest du/daßr^ sehr löblich/ wann einer pur uA gen GOtt auß einem Orden einen strengem und vollkE nern gehet. ^ ^ MeiN'OLMilfcenL! dich nicht auch zn Zeiten ein che Beaierd an / daß dn M meynst/oa oder dorten vo!l^ Von dem Heil. Beichtiger Antonio von Padua. 501 «er und Heiliger zu leben? So Seegen zu begehren; aber nach erforsche dich/ob du in dem Orth Vollendung deß Kapitrrls/weil wo du bist/mcht Gelegenheit ge- deß krancten / und dem Ansehen uug habest voUkombner zu wer- nach / Mgeschickten Antoniz sich ven ? oder ob du dir dreVeran- keiner wolte annehmen / habe Irrung deines Ordens/ oder deß OrLkEu, der Oberste derNömr- 'Drths / nicht auß Ungedult su- schen Provintz/ sich seiner erbarm, chEst ? Halte für gewiß/ daß cs met/ und Ihnue m eine rauche gefährliches Ding/ fernen Emöde/und mtlegmes Klöster- kwmaht mit wohlbedachtem Ge- lem Paulus-Berg genandt/ver- witth angetretnen Heil. Orden fchickt/in welcl)em Antonius sehr und Beruf verlaLn/welcheStch ftomb und streng gelebt / alleL vn »ilt vüem tonte darthun/ Verächtlrche/wasnmnand ver- nber nicht anhero gehört. Hast richten oder thun wolte/verrich- vu einen Scmpel/frage deinen Let/ undfur den Geringsten und «Helchtvatter/nnd folg Ihme. Etnfaltigisten wöllen angesehen/ (») Lud. r.c. io. Oe Imlr. <.krlkl. und gehalten werden. 'Der Meml)-»m»sc«n-, ! Auß disem sitzest duErstkich / daß Antonius DEtrachtL / daß nachdeme der nicht nur dem Verlangen nach/ ' eyfferige Antonius von sei- sonder iwWerck selbsten die Ehr M Oberen nach langem An- GOttes/die Bekehrung derUrl- MtenErlaubtmß bekommen/ in glaubigen/und dieMarter-Kron Mwam zu reisen/den Mohren habegesucht/dieEraucherlasgt- Heilige Evangelium zu pre- wann Ihnne GOtt nicht zu ei- ^'gen / sa)oCr allda schwährlich nemanderen Merck vorbehalten f.,Necket/ und da Er seine Ge- hätte. Wann du hiemit ver- wieder zu erlangen / in meynst gute Begierden zu haben den Win- ben/ und alles anspannest/selbige iv^i!" Srcrlram seye getrieben Werckstellig zu machen/und doch kra» 2 ."I bannen Er noch dahin nicht magst gelangen/wer- ty auf das Kapitul na- de dessentwegen nicht kleinmu- dem Heil. thig/ gehe auf dem Lugend- ^ Franeifto den Heiligen Weeg oarumb nicht zurück/ und yrrr q i unter- 5S2 Betrachtung unterwirffe dich einfältig der Anordnung Gottes / und deiner Oberen. ?l«m Anderen qedencke / daß als Antonius gesehen/ daß auf dem Kapttul sich seiner niemand wolte annehmen / habe Er sich dtser Verachtung gantz würdig geschätzt / deßwegen sich nicht beklagt/und fiir die gröste Gnad gehalten/daß Er von dem Ors ria- «o nicht gar verstossen/ sonder «och in ein armesKlösterlein deß Heil. Ordens ist geschickt worden. Mein V^MLlccnL; wann dir dergleichen solte begegnen/ was wurdest du gedencken/sagen und thun? Muß man mit dir nicht gantz heikel nmbgehen? gleichsainb auf den Handen tra- gen/und bezeügerr / daß du gantz lieb und werth seyest? Und da Antouius noch über das in das verächtlichste Orth deß Heil. Ordens geschickt wurde/hat Er mit Fasten/Betten/ und strengen Bueß-Wcrcken gantz Heilig GOtt gedienet. Wrrrdest du nicht arr einem solchen Orth / wo aller Abgang/ und Mangel an Speis; und Tranck/rmd andererLeibs-KM- lichketten/dich beklagen/daß du Gott nicht könnest dienen ? Ach mein vsmLicenz! wie weit sind wir von der wahren Frombkeit r -Was die Heilige Gottes gelte- bet/das hassen wtr/und was b geflohen/das suchen wir. Betrachte/ da der Heil. Ante- nius auß disem Msterlein/ dn Heilige Weyhung zu einpfatl- gen/in die Statt Forlm komen/ und in eines Prälaten Hanß- auß Vefelch seines Guardtanv/ ein sehr hoche und Gerstretcyk predig gehalten/ab dero sich alle höchstens verwundert / hab der Heil. Franciscus/ wegen distt Predig schon berichtet/befohletN daß Antonius ins künsstig dsu Predig-Ampt solle abwart^ und seinen Mit-Bmdern^ Her!. Schrisst vorlesen. ... Mein Oäniascclia! Gedena daß was David von dem HE Gott gesagt/ (r) daß Er/ was' derig aus Erden/ anschauwe/ ^ , Arincii auß dein Snuib crw^ . und den Dursscigcn auß dein . ausrrchrc/ Ihnne setze der den stcn seines Volcks / das habt ^ auch an dem so deninthigenn' armen Antonio erfüllt / aw ^ Jhnne zum Predig-^ wählt/und auf den Anch"^ ner strettbahrcn Kirchen daß Er allen leuchte mit de^ Von dem Heil. Beichtiger Antonio von Padua. 50z das Volck öffentliche Buch gethan/ sich geißlet/ mttVergies- smig viler Zäheren umb Gnad und Barmhertzlgkett zuGL)tl geschruen; Und da Er auf dem Feld auch emesmahl predigten und ein grosses Ungetvitter untz Regen entstanden / hab Er von Gott erlangt / daß keiner seiner Zuhörer benetzet worden. Em anders mahl aber / als Ihnne dre Ketzer zu ünmwj nicht wollen anhörem hab Er sich an das Meer begeben/und die Ksch zusammen beruften / welche/ als wann sie Verstand hatten / zusammen geschwummen / seiner Predrg biß zum End zugeloset/ und nach empfangenen Seegen und ZencciiLtion wieder hinweg geschwumen/ab welchem Wunder die Katholischen in dem Glauben gestarckt / die Ketzer aber zuschanden gemacht worden. MefN OzmLsccna! Erstlich/ sage Danck G-Ott dem HErrn/ ftir die grosse Gnaden / die Er dem Heiligen Antonio zu feinem Predig-Ampt verlyhen/ mit denen Er so grossen Nutzen geschuftet. Bitt offt GL)tt den HErrn / daß Er allen Seelsorgern und Predigern em froM> rmstrat- grossen Heiligkeit / und vilen Wunder-Wercken. Mein OLMLtcenL l Wann du auch wirst steigen in die Nichtigkeit deiner selbst/und verlangen von jederman veracht zu werden/so wird dich Gott zu seiner Zeit auch anschauwm/auß dem Staub erwecken/auß dem Koth aufrichten / und setzen beiden Fürsten deß Himmlischen Jerusalems. Was kauft du letz hoffen/ daß dir GL)tt der- arahleinist thun werde 2 ( 2 ) ptÄi.nr.v.6. Der dritte Punct. AEtrachte / daß Autonius zum ^ Predig-Aniptberuffen/inäch- Eiss scyc gewesen in Thaten / und ^Dorten / vor Gott / und allem ^lck. (3) Erstlich zwar/ Wann Er geprediget / haben Twnne alle Völcker verstanden/ wa§ Laiids sie gewesen. ?um Andern / habe Er in seinem Pre- Men solchen Geist/und so gros- ^ Cyffer erzeigt/ daß Er neben MY und zwantzig berühnibten fordern / und unzählbar vil AjAl'en/ ßchr vil grosse und »Mahre Sünder bekehrt; und h,,Mahls zwar / da Er zu Pa- a ln eurer Fasten predigte/hab 504 Betrachtung unsträfliches Leben/ und einen eysserigen Geist/das WortGot- teszu predigen/verleyhen wolle/ und den Zuhörern einen kraffii- gen Willen/ selbiges Jhnnen zu Nutzen zumachen. Dise Vorbereitung/weil sie leyder/jetziger Zeit sonderbahr/beyderseits abgehet/ behertzrgewohl/ wievil tausend Predigen Frucht-loß abgehen/ und gehalten werden/ welches wohl mit blutigen Zäheren zubeweynen. Mache auch deiner Seits einen Gedancken/ ob du Erstlich/ lind was Gestalten du dir bißhero das Wort Gottes/ die Geistliche Lesungen/ und aridere heylsambe Ermahnungen habest zu Nutzen gemacht. Zum Andern/ weil der Heilige Antonius einsonderbahrerEyf- ftrer gewesen/ in Haltung der Heil. Regul/ und derselbigen Satzungen/also daß Er keines Weegs gedulden wollen / daß wider die Reinigkeit/und Strenge der Heil. Regul deß Heiligen Francisci / das wemgiste von jemanden eingeführt würde. Betrachte / mit was Cyffer du deinHeil.Reaul/und Satzungen deß Heil. Hrdens haltest? D mein vLMillcen» r wie vil sind leyder/ die Ihrer SiMiMt zuvil nachgeben/ und noch börsten sagen / Sie haben das Kloster also gefunden/andere lebett auch nicht frömmer/rc. Hüte dich für solcher Gesellfchafft/da^ mit du nicht auch in so gefährlichen Stand deiner Seelen ge- rathest. Betrachte/ wie Gott der H§k deß Heil. Antonij Tugendsame/ strenge/und Heilige Leben/E eyfferige Predigen / mit vilm grossen und unzählbaren der-Wercken habe bestattig» und fürnemblich ein bösen der nicht wolte glauben / wahrer GOtt und Menfth " dem Heil. Sacrament seye^ deß Ketzers hungerrge Si« n fürgeschüttete Futter und verlassen/und mit Biegung'^ ner vorderen Füssen das HU würdigiste Sacrament veE Item/ da Jhme von einem tigert Novitzen ein geschrieben Psalmen - Büchlein geß?W worden/und Antonius stw ^ sentwegmzumGebettE,« Von dem Heil. Beichtiger Antonio von Padua. 505 e'it rsi lodert ^e/ nd lett m- er, .aß in her ser rt- ctz! >e? !ll. i gestellt/und auf ein neüwes den Heil. Orden begehrt;Man habe Ihnne auch öffters gesehen mit dem Kindletn JEsu scher- ^ tzen/welcheö Ihnne umbfangen/ und geküsset. Zum andernmahl seye Er von einem Engel in einem Augenblick nach Lssabona . in Portugal! getragen worden/ 'allda Er dargethan/ daß . Erstlich sein Vatter den Kö- *ngl. Rennt-Meister bezahlt. Tum Andern/ da sein Vatter verklagt / und zum Todt ver- dambt / als hatte Er mit den Reinigen einen Todtschlag be- Zangen/Hat Er den Umbgebrach- ken rum Leben erweckt / und für ven Richter geführt/welcher bezeugt/ daß Er / und seine Diener ' unschmdig; und da der Richter Motte wissen/ wer dann der Thä- ttr wäre 2 hab Er geantwortet: ^r seye nicht kommen andere zu verdammen/ sonder die Unschulden zu erlösen. . Mein Ozm^scenL; Daß Gott vel'HErr in demWunderthati- pen Heil.Antonio sich vor Glau- Mn und Ungläubigen so herr- xA und groß gemacht/ erfreüwe _ ^b Er aber durch dein -„Abseeliges Leben nicht seye worden/ wird Zeüg- NUß geben deine Andacht gegen demHoch-Heiligen Sacramenr, die -ltteicht bißhero geringer gewesen/als dises unvernünfftrgen Esels. BittJhtme/GOrtden HErrn/also eyfferigist/daß Cp sich dir ins künffrrg besser wolle zu erkennen geben/und mitseiner Gnad dich umbfangen/ und küs- sen/auf daß du Jhme eyfferiger/ als biß dato geschehen/ in dem Heil. Sakrament könnest änderten / und würdiger empfangen. Nuef Ihnne über das an/wann dn etwas verlohren/ es treffe au Leibs oder der Seelen Heyl; oder wann du sonst in einerRoty bist/( weit Er/ diser Heil. Anw- nius von Paduq/ ein allgenrei- ner grosierNothhelffer ist/) wird Er dir so gern/als seinem Vatter zu Hütff kommen / wann du Ihnne nur darumb bittenwirst» (r) L.ucse r^. v. Der vierdtc Punct, ^rEtrachtc/ daß als AntoniuS ^durch so vjlfaltige Mühe und Arbeit / an Leib und an dem Gemüth abgemattet/ sich sehr schwach befandte / und spuhrte/ daß sein End nahe/und Er bald sterben würde / hab Er sich mtt zweym Gesellen in ein abshnder- 506 Betrachtung- liche Einöde begeben/ zum Todt Begierden/ und Fürnehmen/ der sich bereitet/ darauf die Heilige Mutter GL)tres/und dem Heil- Sacramenten empfangen / mit Antonio / danut du durch Sst seinen Brudern die siben Büß- ein erfreüwliches und Trestrer^ Psalmen gesprochen / und sein ches Sterbstündlein mögest ^ Sterbstündlein mit demGebett: langen. > o oionoiL llomin», der Mutter Wie köstlich der Todt deß Gattes / ( die Er in allen seinen Heil. Antonij vor GOtt seye ge^ Anllgen seine Nothhelfferin zu Wesen / haben bezeuget die kleine seyn erfahren/) eyfferigrst anbe- Kmder/welche/daman sein Hi^ fohlen / deine alsobald Khrrstus schcyden hat wollen verberge«/ JEsus erschunen / in dessen durch die gantze Statt Padum Hand Er seine gebenedeyte Seel von Gott angetrieben/geschrue» aufgeben / den iz. Vrachmonat/ und geruffen: Der Heilige M dem Jahr Christi i2Zi. seines ist gestorben / der Heilige LM«« Alters rm sechs und dreißigsten, ist gestorben. . Mein Oämäs cna l Erfreüwe Mein Osm-scens l Gedeneke/ dich von Hertzen/ wann du biß- was für Schröcken / und Fretvo hero dein Leben auch hast ver- die Einwohner der Statt / u«« zehrt in dem Dienst Gottes/und nochvil andere mehr/ werde« nicht etivan in Erfüllung deiner empfangen haben / als Sie ver Leibs-Gelüsten; Nochmehrers standen/daßAntonius Ihr hast du dich zit erfteüwcn/wann ziger Trost und Zuflucht gestA du in deinem Sterbstündlein den; beynebens aber versiM wchlbereitet/ dich mit Kindli- lebten/daß Sie ins künjftig ^ chem Vertrawen der Mutter GL)tt einen noch vil machE . Gattes darffst/und kanst anbe- Patronen wurden haben, wie» fehlen. Lebe versichert/daß der o-m-scenal alsofroiübund^ HErr JEsus nicht weit von dir lig sollen wir alle leben/ dcE' werde seyn / dich werde trösten/ den Unsertaen durch ein MU/ und deine Seel in seine Hand liges Sterbstündlein ein Frew . empfangen. und ein Leyd seyn sollen. Drß zu erlangen/ befihledich kanst du aedencken/ daß ww absonderlich mit allerhand guten deiner geschehen werde? Von dem Heil. Beichtiger Antonio von Padua. 507 Beemchfe/daß Gott der HErr die Verdiensten / und Glory seines Dieners deß Heil. Antontj/ nicht nur allein durch die unschuldige Kinder/ und durch Ge- sundnrachung allerhand Kranck- yeiten habe wollen an Lag geben/sonder fürnembltch/da Ihro Heiligkeit Pabst Gregorius der vteündte/Ihnne ein Jahr nach seinem Todt zu Spoleto in die Zahl der Heiligen geschrieben/ naß sich alle Glocken zu Ltsabona An sich selbsten geleüttet/ und reit ertheilt. ^ Mein vLmrlcenL! Solche zu- sällige Gaaben und Gnaden Gottes/sollen Mich in dir noch ein grössers Vertrawen zu di- sem Heil. Mann erwecken. Betrachte / als der Heil. Leib Neß Heil. Antonij zr. Jahr nach «einem TodtiudieKirchen/wel- Ze Ihme die Statt Padua zu ^hren hat bauwen lassen/in Gegenwart deß Heil. öon»venwrge, Generalen deß Heil. Francisci Ordens übersetzt/ und die Zungen so frisch und gantz gefunden worden/als wann Er noch lebte/ hab der Heil. Bonaventura selbige in seine Hand genommen/ mit grosser Andacht geküsset/und anderen Heylthumberen beygelegt. Mein vrmLlccar! Hast du mit deiner Zungen auch also Gott gelobt / und darmit andere Gott lobengemacht/als wie der eyfferige Hell. Antonius? Oder must du nicht vilmehr fürchten/ deine Zung werde dermahleintst zum allerersten an deinem Leib verfaulen/ weil du Gott offt und vilmahlen darmit beleydiget/ und ein Ursach gewesen/ daß andere auch gesündiget ? Bitt di- sen grossen Heiligen/daß Er dir Besserung deß Lebens wölle erlangen/und daß du ins künfftig behutsamber seyest mit deiner Zungen/ und in anderem deinem Thun und Lassen. SsS r 5c>8 Betrachtung Betrachtung Auf das W deß Heiligen BischoffS deß Grossen Lehrers. Der erste Punct. kEtrachtt/ daß der Heilige ' Basilius zu Hellesponro Nl der Landschafft Ponto/ nicht allein von reichen / lind Adelichen Eiteren seye gebohrrn worden/ sonder alle seine Ge- schwisterige/sambtden Vor-El- leren / seyen lauter Heil. Leüth gewesen / von denen Er auch gantz Heilig" seye auferzogen worden. L) mein Dsm-seenL! was ist diß nicht für eine Glückseeligkeit/ nicht nur der Welt nach / von hochen/reichen / und Adelichen/ sonder auch noch darzu von Heiligen Eiteren gebohren werden/ und zwar in einem Hauß / wo neben dem Isaac nicht ein ringe- rathner Ismae!/ oder neben dem Jacob nicht ein verworffner Esim ist/sonder wo alles Heilig/ Vatter und Mutter/ Bruder und Schwester/ Anherrn und Vor-Eueren/ und von denen einer selbsten Heilig auftrzogeU wir d/als wie Basilius ist HeM auferzogen worden. Geselle Pich gern zu den fromen und GottA förchtigen Seelen/damit durch deren Gemeinschafft bey dir möge ersetzt werden / was drr vil- leicht m der Jugend abgangeU ^ist« . Crwegewohl/ wie Bastlnrs seine Jugend zu K»sarea/KM stantinopel undAthen/mitGtm dieren habe zugebracht/und en^ lichen auß Emrarhung seiu^ Schwöster noch in EU pten seye gezogen/von dem Advl porpkyno die Heilige Schllß, zu lehnten. Also habe sich E silius / grosse Ding für die E Gottes zu verrichten/ durch Geschicklichteit sehr bequem U" tauglich gemacht. ^ Mein Oamssccnr ! Es der Heil. Apostel/(ö daß ^ jenmud unwisscird seye / Von dem Heil. Bsschoffund grossen Lehrer Basilio. 509 werbe man auch nichts wissen. So halte für gewiß / daß gleichwie ein Ungeftudierter in der Kirch GOttes hocher Aempter nicht würdig seye / also seye auch ein Ungelehrter in dem Gesatz Gottes nicht fähig deß Reichs Gottes / und werde dermahleimst heißen : Ich kenne dich nicht, (b) Darumb bey den verdambtm unsinnigen Welt-Menschen rn oer Höllen das immer-wahren- ve Heülen und Klagen: Der Mecg deß HErM ist lins llnbc^ kandt gewesen, (c) So befleisse M der Wrssenschafft/ und der ^rkandtnuß der Heiligen Gottes /welche durch dre Übung allerhand Tugenden den Himmel öu sich gerissen / und unter die Amder Gattes gerechnet sind worden. - In Cgypten/als Basilius ,lu gantzes Jahr mit Betten/ und strengen Bueß-Werekenzu- ßebracht/hat Er ^hme aus; Iln- Myr fnrgelwmmen/daS Heilige Ud zu besuchen / und unter jAe.gs seine Lehr-M ister Eu- Zu Athm / und Libanium ^ Anttochia zum Katholischen 9pn?oen zn bekehren / deren der t„IEre sich nicht wollen bereden neu/und seine Bekehrung auf den langen Banck geschoben/ Eubulus aber / nachdeme Er all sein Haab und Gueth unter die Armen außgetheilt/ist mitVa- silio nacher Ierußllem gereift/ allda beyde indemFlrrß Jordan von dem Bischoffen Maxnno ge- taufft/ mit dem Heil. L)eh! ge- salbet / mit dem Kleyd Khrifti bekleydet/ und mit der Heiligen Kommunion gespetset worden. Betrachte wohl/ Mein Oamr- sccna! wie Erstlich Basilius seine wichtige Vorhaben mit eyfi- fengem Gebert / und strengen Buch-Wercken habe angefangen. Und was thuest du 2 vil- leicht vermeynft du ohne Mühe und Arbeit die Gnaden Gottes/ und den Himmel zu erlangen? Zum Andern/haL Basilius seinen Lehr-Meistern grosse Liebe erzeugt. Und gegen diejenige/ welche dich in dem Guten unterweisen/ w-as hast du bißherv gethan 2 villetcht haft du Sie noch ülxr das/offt und vil beleydiget/ welches desto ftraffwürdiger. Drittens / haft du in disen Lchr- Meiftern ein wunderlicl)es Urtheil GOttes; Libanius/ weil Cr der Ermahnung deß Heil. Basilij nicht gefolget / und seme L)hren verstopfst/ist Gott nicht SsöZ mehr 5io mehr kommen / und der arme Tropsszu Gmnd gangen. Hüte dich/daß du der rüstenden Stnn Gottes nicht widersprechest/und fürchte allzeit/ Gott möchte dich fallen lassen. Erinnere dtch/ob du der küssenden Stim Gottes/ oder deiner Beicht-Vatter/nnd Obern/allezeit seyest aehorsamb gewesen ? Findest dich fahlbar/ trage New und Leyd/und bessere dich. (s) I.dorintli.r4. V. ) 8 . (l»)L1arrk, »s. v. rr. (c) 8 ap.s.v. 7 . Der andere Punct. gAEtrachtt/ daß nach einpfan- ^genem Heil. Taust Basilius bald zu einem Diacon/und Priester seye gewyhen worden/ und hab mit grossem Frucht und Nutzen angefangen zu predigen/ wegen Mißgunst aber deß Bi- fchoffs Eusebij/seye Cr mit dem Heil. Gregorio Bischoffen von Naziantz in die Wüsten gangen/ ein hart/ strenges / und Englisches Leben geführt/ und endlich seye Er wegen deß Zulausss un- terschiedlicherMönchen einVat- terderseiblgen worden/deneu Er solche heylsame Neglen vorge- schniben / daß Benedictus der grosse Ordens-Sriffter selbstcn Betrachtung Ihnne seinen Vatter genennrh MeinDamLscen»! Predigen/ und das Volck lehrm/ ware ettt solches unterwegen 'gelassen/wegen deß Mißgunsts / und Uueu nigkert/die deßMgenbey andern entstanden. Wann du auch eine Verrichtung/ und etwas zn verwalten hast / sitzest aber bey andern dessentwegen einen DA druß/ wann es seyn kan/ lasse umb Gottes willen solche richtung fahren/ setze dich/«st^ anderem die Nutze/welches em Zeichen einer recht Gott-liebe^ den See! ist. In der Einöde ist Basilius ein Vatter vrlek Mönchen worden/ welche Gn§r Er villeicht in dem Tumult A Welt/und anderer GesthE^ nicht erlanget hatte. , Item/ erforsche dich/ ob d also gesinnet / daß wo du innm kanst / alle Gemeinschastt ^ Welt fliehest/ und die EimE hingegen suchest/ welches oc gröste Begierd solte seyst / ^ welche du schwerlich m o ^ Grund recht fronib wirst können. So bitte hieE ^ «en liebsten IEsum/daß ^ Von dem Heil. Mschoff und grossen Lehrer Basilto. 5n allezeit mehr und mehr Liebe zur Emsainbkeit verleyhen wölle. Über das/ well alle Heilige GDttes Ihren Leib hart und rauch gehalten / und der Englischen Reinigkeit sich beflissen/ Zahrtle deinem nicht so fast; dan ^heikler du ihnne haltest / je Khalckhaffter gehet er mit dir Unib; halt ihnne also/damit du vesto eyfferiger Gott dienen tonest. Erinnere dich / was in Atem mrd anderem geschehen; Trage Rew und Leyd/und mach ^ 4444V 4444V 44441V* Fürsatz. Erachte / daß weilen die Ar . . ^ vrrEvien yass rA vcrsvrg ^n/ habe Er sein Einöde verlai srn/denKetzeren sich widersetzt ^u.Ponto / wieauch zu L»sam ' Nlrt Disputieren und Prediger unzählbar vil Volcks bekehrt M Cusebium den Bischoffel Mst auf seine Seiten gebracht '"."UMM. " , Älein Ormssrens ! BastlU hatte in seiner Einöde die inr Gmmnschafft mit GOt und genießte den grösten Lrost und Ergötzlichst der Seelenz doch da Er vermerckt/ daß die Ketzerey wolt überstand ueh- men/und die Ehr Gottes Schaden leyden/ hat Er G-Ott umb Gottes willen verlassen/ und die schwahre Seel-Sorg auf sich genommen. Dergleichen Exempel hast du vil tausend/ welche die Einödinen/und das beschauliche Leber: verlassen/und ftrr die Ehr GOttes in allerhand Geschafft sich eingelassen. Bißhero was hast du gethan? oder was bist du gesmnet ms künsstig zn thuen? Daß Basilius gegen die Armen so gütig gewesen / daß Er alles sein-Haab und Gueth ver- kaufft / und unter Sie ausgetheilt / Jhnnen einen unvergleichlichen Spitthal auferbaut/ und mit größer Liebe und Demuth abgewartet; daß Er gan- tzeNacht mit Wachen undBet- tm verzehrt/ und auf harter Erden geschloffen ; daß Er nicht mehr als ein Myd gehabt/ alle Tag gefastet / und niemahlen Wein getruncken; daß Er mit einem Wort/ neben vilen herrlich geübten Wunder-Wercken seinen Leib so streng gehalten/ 5k2 Betrachtung daß nichts als Haut und Bein an Jhme gewesen; ist zwar sehr vtl / und sich mehr darab zu verwundern/als nachzurhun/doch balte für gewiß / daß die sonder- vahre Starcke und Standest- tigtelt für die Ehr Gottes noch vrl fürtrefflicher gewesen seye in 'Basilio/als alle andere Tugenden. Dann Erstlich hat Er wegen Gott/und deßwahrenGlau- bens alle Gunst und Gnad deß abtrünnigen Kaysers Iuliani außgeschlagen. Dessentwegen hat Er sich zum Andern dem Ketzer Valens / und seinem ganzen Hof dergestalt widersetzt/ daß Er seinen gefaßten Unwillen/Neyd und Haß wider Ba- silium fallen lassen / in die gröste Chrentbietigkeit verändert/ und dem Katholischen Gottsdienst beygewohnt/deßwegen auch Ba- silius Jhme seinen krancken Sohn bey dem Leben erhalten. So bald aber Valens wieder mnbgesattlet / und den Ketzeren gehorsamer/ ist sein Sohn gestorben/ und da Er auß deren An- strfftung Basilium durch ein Decret ins Elend wolle schicken/ ist der Sasset mit Jhme zerbrochen / die F'der zum drittenmahl kernDinren geben wollen/ und der Armh erstarret/ baß also Valens das Pappyr zerrissen/ und Basilium htnfuhro m der Ruhe gelassen. Mein vLmrsccor! Auß dlstlN und andern Exempeln sihest du/ wie vtl ein starckmüthtges Hertz bey sich/und bey andern vermöge ; Wie vilGaaben undGn^ den der HErr seiner Kirchen/ oder einer gantzenKirchen-Ä^ samblung wegen einer einzigen recht frommen Seel erweise! Wie offt Er durch Wundes Werck das Heyl deß Sünders suche/ und seiner Seits ntcm wolle / daß jemand verlogen werde; Wie osst die unvernun^ tige Kreaturen wider ihre natn^ liche Neigung Gott dem H§s^ gehorsamen/ und dem ! deß Sünders sich widersE Lobeden HErrn in seinem E Diener Basilto / und mache einen jeden Puncten zu rE > Sonderlich abergedencke/oo^ I nicht schon vil mit deinem lnoe lichen Leben deiner VersamM'' habest geschahen/rc. rc. (2) 7.8. Negul«. Der dritte O^Etl-erchtc/ wieGott ^seinen getrelven DieE Vondem Heil. Bischoffund grossen Lehrer Basilio. 5rZ Wunr mir noch vilen anderen Wunder-Wercken habe herrlich und Glorwürdig gemacht / viler zu geschweige« / hab unter der Heil. Meß / die Er auß Eingebung GOttes geschrieben/ ein Jud gesehen / daß die Heilige Hostia in ein schönes Kmdlem seye verwandlet worden/deßwegen er sich bekchrt/und vonBa- fillo gemusst worden. Ephrem dem Hal. Diacon habe GOtt durch ein feüerige Saul gezeigt die Heiligkeit Basilij/ mit Be- felch/Er solle Ihnne sucl-en/und von Jyme die tvahre Geschick- lichtest lehrnen. Als Er Ihnne Lu H>sarea gefunden / habe Er unter dem Heil. Ampt seinen Mund gantz feüerig gesehen/ und auf seiner rechten Hand/ wann Er predigte / eine Taub/ die Ihme eingab/was Er sagen Alt. In der Statt Nicea / da Valens der Kayser den Arria- uern ein Kirchen eingeben wolte/ habe Basilius sich widersetzt/ und so vil vermöcht/daß Sie den frugen müsse zu theil werden/ welche die verschlossene Thür der U'chm mit Ihrem Gebest eröffneten. NachdemedieArria- umbsoust gebettet / hat ^ Bujtlms/ und das Katholische Hauffetem mit Ihrem Gebett erlanget. Mein vLMLlcenr; Baßlms kragte eilt sonders grosse Andacht zum Heil. Meß-Opffer/ durch welches Er auch grosse Gnaden empfangen. Und mit was für Andacht thust du selbigem beywohnend Erinnere dich/ mit was für Gedancken du zu Zeiten umbgehess 2 was ist es dann Wunder/daß du so schlechten Nutzen davon tragest 2 Was Visen Juden zur Besserung deß Lebens bewegt/das soll bey dir der wahre Glauben würcken. Zt,m Andern / weil Basilius niemand fürchtete als GL)tt/ und Jl-ne allein über alles liebte/ hat Er auch von Gott zu seiner Ehr dise Kirchen/und alles/waS Er wolte/ erlangt. L) wie glückselig btst du/wann du auch also beschaffen 2 Erforsche aber dein Gewissen/ob du auß Forcht/oder eytelem Respect/nicht zu Zeiten dlß oder jenes Gutes habest fahren lassend und ob nicht eben dise dein Hinlaßigkeit/und schlechte Liebe gegen GOtt ein Ursach/ daß du von Gott nichts erlangest 2 Ach! wie wirst du mit andern deines gleichens vor G^t Ltt der- 5i4 Betrachtung dermahleinist bestehen? Cnt- Wesen. Ach wie hinläßig sind schliesst dich eines besseren. wir offt für unserer Seelen Betrachte/ wie Basiltus noch Heyl! Da Ich dises schreib/ in seinem Todt - Bethlein einen hat vor wenig Lagen einer in sei- grossen Cysser habe erzeigt; dann nem Sterbstündlin gesagt: Ach' da ein Jüdischer Artzt / den Er es ist zu spath / wann einer zu sehr lieb hatte / gesagt / daß Er dtfer Zeit will Guets thun/ und mit der Sonnen Untergang wer- zuvor liederlich gelebt hat. Was de sterben/ und den anderen Lag wirst duaedenckc n/oder sagen ttl nicht erleben / und wann dtsem deinem Sterbstnndlein? nicht also / Er ein Ahnst wolle Basiltus nachdem Er den IN? werden/habe Basiltus dtsen Iu- den gemusst / legt sich wieder ur den zu bekehren/ Gott eyfferigist sein Beth/verrichtet ftin Gebetn gebetten / biß den anderen Lag ermähnet die Umbstehende zum nmb Verlängerung deß Lebens/ wahren Dienst Gottes/und M welches Er dann auch erlangt/ endlich voll deß Heil. Geists» und den Juden gemusst sambt In deine Hättd bcfihl Ich meine seinem gantzen Hauß. Secl ; Sttrbt also Heilig dar Mein vLmslccnr» Erinnere i.Ienner/im IahrAhristt dich / ob du also beständig sora- Bitte disen grossen Heilige» faltig seyest für das Heyl/ erst- auch umb ein frommes Leben/ lieh deiner/ nachmahls auch an- damit du glückseeltg sterben dererSeelen/wanns dein Beruf gest. erfordert / als wie Basiltus ge- Betrachtung Auf das Fest der Heiligen Abbttßin und Jungfrawen Lutgardis. Der erste Punct. - Mgarbis wäre in Ihrer Ju- Herrn Vatters/ganß zur ^ gend/ nach Wunsch Ihres Cytelkeit geneigt ; Die A^ Von der Heil. Abbtißm und Jungfrawen Lutgardis. 515 Mutter hingegen verlangte/ daß Aie in einem Kloster in der Forchi und Liebe Gottes auftragen wurde/ und sagte öffters/ daß wann Sie je in der Welt bleiben wolte / für Ihren Mann einen Saw-Hirten haben müste/ welche Ermahnung so vil ver- wochte/daß obwohlen Lutgardis Kuß Einfalt dieEytelkeit liebte/ boch biß in das zwölffte Jahr alle böse Gesellschafft meydete. 0,m-sccna! Auß disem sihest du / wie GL)tt der HErr das tunge Töckterleinnack undnacd an sich gezogen / und die böse Meinung zur Welt-Eytelkert durch die heylsambe Ermahnungen der Fraw Mutter eingeschränket habe; Hingegen sind vil / welche/ so lang sie jemand haben/ der sie in ihren bösen Vorhaben lobet und ftarctet/ ftlbige außzuführen trachten/ und keine heylsambe Ermahnungen annehmen. Auß disen bist KU hoffentlich Nicht/ l)LMLl'cenr! und wann dich Gott innerlich zumGuten verleitl-et/gehorsame NEg. Bißherowanndues M Zethan/ laß dirs hertzlich ceyd seyn. 9, A^dem zwölfften Jahr/wird Nachts Gott/und dem Heil. Beneditto in dem Kloster aufge- opssert; und da sich nichts desto- weniger noch beständig vrl Hey- raths-Werber umb Sie anmeldeten/ und einesmahl Sie sich unbehutsamb bey einem aufhielte/ erscheint Iyro Khristus itt Gestalt eines Jünglings / ent- blöst seine Heilige verwandte Seyten/strafft Sie der btßhero gepflogenen narrischenLiebe/und verspricht Jhro wahre Wollüsten/und Ergötzlichkeiten/wann Ste Ihnne keüsch lieben wurde/ welches Sie gethan / und bald das Ordens-Kleyd deßHeiligen Benedicti angelegt. vLMLtccn^! L) wie vil sind noch der närrischen Liebhaoer/ welche Gott aufgeopffert nichts wenigers thun/als GL)tt recht/ und von Hertzen lieben? auf solche ungeistliche Seelen wartet ohne Zweiffel ein grosse Straff. Vermeynst du aber bißweilen/ du habest durch gar zu grosse Gemeinschasst mit den Kreaturen in der Liebe Gottes avgenomen/ schauwe an JEsiun den Gecreü- tzigten/ und gedencke/ daß Er dir auf seine Heil. Wunden deüte/ dein Thorheit / und närrische Liebe dir verweise/ dich straffe/ und wiederumb zu seiner Gegen- Ltt L Liebe 5i6 Betrachkmig Liebe vermahne. Dise ernsthasste Abstrassung wird dir ohne Zwerssel eine Forcht einjagen/ und so vil vermögen/daß du dich von Hertzcn wirst bessertt. Als die Heil. Jungfraw mit dem Heil. Ordens - Stand ein strengers Leben anfienge/ und förchtete/Sie möchte darin nicht verharren/ und wieder zurück gehen/erscheint Zhro die Allersee- ligiste Jungfraw/ starckte Sie in Ihrem Vorhaben / und verspricht/ für Sie Sorg zu tragen/ daß Sie in der Gnad GOttes immer zu - und nicht abnehmen werde. In deinen Aengsten/vLmrsce- nr: nimb deine Zuflucht bey der Allerseeligisten Iungfrauwen/ trauwe auf Ihre Fürbitt und Hülss / so wirst du wohl getrost nicht irrgehen. Gedencke/ wie vil zu Grund gangen seyn/welche auf ihre Krassren bauwend vermeynt/keiner übernatürlichen Hülss vonnöthen zuhaben; und wie hast du dich bißhero in deinen Anligen verhalten? wo hast du Hülss und Trost gesucht? Nach Gott such dein Hülss und Trost bey Maria der Zuflucht der Sündern. Lutgardis lebte in disem Stand sehr einfältig/ und vM trawlich mit KhristoIESU» Dahero/ als Er Ihro einsmahl erschunen / und Sie durch den Heil. Gehorsamb änderst wohin berussen wurde / hat Sie mit Kindlicher Einfalt zu Jhme gesprochen : HErr IEGV! warte hier meincr/biß Ich wieder konimck welches auch mit Ihrem gröM Trost geschehen. vsmLiccnL! Thuet Gott döl neu ihren Willen / die Ihnnt fürchten / (s) wie vtlmehr tviro Er thun den Willen deren/wel- che mit reinen einfalttg aufrichtig und Kindlich-gehorsammeN Hertzen/ als wie Lutgardis gethan / von Jhme etwas begehren ? Ach.' mit wie überflE gem Trost wird der HErr I^ sus dtsen blinden / einfältigen Gehorsamb belohnet haben» Bey solcher Beschassenheit/wab würdest du gethan haben/dte^ villeicht liicht gehorsaniest/wann du etwan mit eitler freywiuE Hand - Arbeit beschafftiget bn. also daß du zu spath irn oder zum Lisch kommest / man dich zum öfftern den sambzu erfüllen/ermahnen E da doch ein jeder Geistlicher ^ allen Verzug solte gehorsa^ Von der Heil.Abbtißinund Jungfrawen Lutgardis. 517 als ob es Ihme von Gott Schotten wäre. (b) So verlasse ins künfftig o-m-sccnL! deine eigene Sachen / sambt deinem eigenen Willen/ wirsse auß den Handen/ was du darinnen haft / ob es schon nicht außgemacht ist/und folge in der That mttgehorsam- men Fueß der Stund deß Gebieters/ und sötte auch Christus selbsten mit dir reden/ als wie Er mit der Heil. Lutgardts geredt/ und befleisse dich / daß wanns möglich/m einem Augenbltct das- Gebott deßDbern/Uttd das vollkommene Merck m der Horcht Gottes vollzogen werde/ so wirst du einen grösseren Verdienst haben /und wird dir Gott so.chen Gehorsambauch reichlich belohnen/als wann dünnt Gott sechsten stäts geredt / oder Mundcr- Werck gethan hättest. (s) ptsimo I44.v.!x>» (b) Negulsei». Lsnsä.c. 5. Der andere vunck. ^s)Zsch so vilen von GOtt em- pfangenen Gaaben undGna- ven/ lebte noch die Heil. Jungfrau) in grossen Sorgen; bittet dessentwegen die Heilige Jungfrau) undMartyrin Katharina bey dem HErrn umb Ihr Für- bitt/deroSie erschuneti/und gesagt: Tochter / lebe getrost / der HErr wird seine Gnad immer in dir vermehren / biß du wirst erstigcn haben den höchsten Staffel linker den Jungfrawen. Dise Heilige Martyrin offenbahrte auch der seettgenMarta vorrOcZnie», daß zu selbiger Zeit unter der Sonnen kemtreüwere und kräffrigcre Fmbitterin für die armen Seelen tm Fegfeüer/und für die arme Sünder seye/ als die fromme Lutgard. u-lmasccnL r Betrachte / wie sorgfältig du bißhero seyest gewesen für deiner Seelen HeyttZ villetchr hast du ohn alle Sorg gelebt/ da doch du mehr als genug Ursach hättest gehabt zu förchten/oo du bey Gott in seiner Gnad oder Ungnad seyest. Werde aber deßwegen nicht gar zu angfthafftig/sonder lebe in Kindlicher Forcht / und gedencke/ daß du deinen liebsten G-Ott nicht mehr wölkst beleydigen / so wird Er dir auch durch die Fürbitt Mari^/und der Heiligen N. N. Gnad geben/ daß du den Staffel ' der Glory in dem Himmel / zu deme Er dich berußen/wirst erlangen mögen / und wird das Gebett/ welches du für die arme Ltt z See- 5i8 Betrachtung Seelen/und für die Sünder verrichten wirst/ Jhme lieb und angenehm!) seyn. So mache deine Fürsatz / was du in das künfftig thun wollest? Nicht lang darnach ist die Heil. Lutgardts so vertrawlich mitKhristo worden / und liebte Christus Lutaardem so inniglich/ daß Sie Ihre Hertzen mit einander verwechslet/ und also die Heil. Jungfraw wohl tönte sagen: Ich lebe nunmehr / nicht Ich / sonder Christus lebt in mir. (->) Über so hoche Gnaden/welche auf diser Welt wenigen widerfahren / ist es sich mehr zu verwundern/als daß sich einer der- selbigen solle würdig schätzen; Nichts destoweniger/ wann du deinen Willen aantz vollkomen wirst in den Göttlichen Willen verfencken/und den deinigenmit dem seinigen vereinbahren/lebst auch nicht mehr du/sonder Christus lebt in dir/ dessen Willen dein Will ist / und dein Will Christi Willen. L)b disem also/ werden deine Widerwärtigkeiten Zeüqnuß geben / wann du selbige mit wahrer Gedult übertragen/ und tue Anfechtungen mit der Gnad Gottes überwunden hast. Als Lutgardis noch in Ihres jungen Jahren etnesmahlsumo die Mettenzeit/zur Gesundheit deß Leibs/ dem Schweiß wolle abwarten/aber durch etneStinw ermähnet wurde / nicht der« Schweiß/sonder dem Heil. Gt- bett obzuligen/ ist Sie erschrocken/alsobald aufgestanden/und dem Chor zugeeylet. UnM Wegs aber hatLhristus den rechten Armban demLreütz aufge- lößt/Sieumbfangen/und Ihres Mund an sein Heiligiste Seite" gedrucket/ von oero Sie ein soll che Süßigkeit empfangen / da" Sie nachmahlen vil starcker/uno eysseriger zum Dienst Gattes und Ihr Speichel Honig-su"/ und heylbahr gewesen. Gedencke/ daß wann LulM dis diser rüstenden Stinib nA alsobald wäre gehorsamb gE sen / auch dise grosse Gnad wo/ hatte empfangen; M« den HCrrn aber in der Kommunion empfangen/ists'A weit ein grössere Gnad; da" ^ aber solchen mit so sch« ! Eyffer / und Nutzen der . genießest / ist villetcht ern dein geringe Vorbereitung/^/ Faulkeit/und die böse den / denen du alles rrber^! Von der Heil. Abbtißin und Aungfrawen Lutgardis. 519 Ach! wie begierig wäre absonderlich in difem Hochheiligen Sakrament Khristus der HErr/ seine Gnaden uns mitzutheilen/ wann wir unser Seits uns tauglich wurden darzu machen. Erforsche dich/ob nicht der Zähler auf deiner Seiten seye. So entschlösse dich / besser zu überwinden / und eyfferigere Vorbereitungen zu disemHeiligisten Sakrament zu machen. (r) ä«I Qalar. r. v. ro. Der dritte Punct. T)CgenVile der Gaaben und Gnaden Gottes/ist Lurgard noch jung von Zähren/ wider Ihren Willen von der ganym Versamblung nicht ohne grossen Nutzen der Geist - und Weltlichen/zur Abbtißin deß Klosters Erwählt worden / welche aber bald hernach/ obwohlenStedie Vollkombniste wäre/ auß son- derbahrer Anordnung GDttes Ihr Kloster verlassen/und in einem andern Kloster einer strengern Disciplin / auch unter der Regul deß Heil. Benedjcti/sich UUterworffen. Gott wolte/laut seines Versprechens/daß Lutgard nicht al- *nn rm Verborgenen / sonder auch öffentlich vor denMenschen in den Tugenden höcher solte steigen/und durch Sie vil Guets geschehen ; welches alles durch Verlassung deß Klosters/ und Annehmung der Benedictini- schen Reformation werckstellig gemacht ist worden. Glaube sicherlich/ D-m-ieen-; daß Gott nicht zufrieden mit dem Stand in deme du lebst; Er will / daß du sollest in den Tugenden zunehmen / und wachsen / und das auf die Weiß und Manier/wie du selbsten erkennest/daß du sollest leben/ mit deme Gott zufrieden/ und du getröst wirst seyn. In disem halte dich ein wenig auf/und entschließe dich/was du ins künfftig thun wollest? Die Heilige Zungfraw hatte einesmahls so grosse Begierd/ nach dem Exempel der Heiligen Jungfrawen Agnes / für den wahren Glauben gemartert zu werden/daß Jhro bey demHer- tzen ein Ader gesprungen/darauf Jhro Khristus geoffenbahret/ daß Sie wegen dises vergönnen Bluets gleiche Verdiensten mit der Heil. Martyrin Agnes in dem Himmel wurde empfangen. Auß disem sitzest du/ l)E-fce- »»! wie GOlt wahrhaffti^den 520 Betrachtung Willen für das Merck annehme. So betrachte/ob du auch bißhero gute und verdienstliche Begierden habest gehabt? dann rotste / daß nicht ein jede dem Schein nach/auch Heilige Be- gierd/ und guter Will/ recht ver- dienstlich/und Gott angenehmb seye/weil wir in geringern Dingen Gott beleydigen/ und nicht thun / was wir thun solten und tonten; scheinen also solche Begierden nur ein natürliche Sinnlichkeit / oder fauler Willen zu seyn. In wie grosser Vollkommenheit dienest du G-Ott dem HErrn? und was hast du für einen Staffel der Glory von deinen Begierden zu hoffen? So befleisse dich einer rechten/wahren Frombkeit/so werden dir alle deine Begierden verdienstlich seyn. Lutgardis hatte grosse Reinigkeit der Seelen; Khristus der HErr/ Maria die Heilige Jungfraw/ und andere Heilige Gattes / erscheinten Ihro offt sehr Trostreich; thäte groffe Wunder-Merck/ und nur mit Ihrem Speichel hellete Sie vil gefährlich Krancke; Durch den Geist der Weissagung sagte Sie vil Ding vor; MttIhremHeil. Gebett / und strengem Fasten stillete Sie offt den Zorn GHt- tes / bekehrte vil schwäre Sünder/ erledigte ein grosse Menge der Seelen auß dem Fegftüett erleuchtete mit Ihrem GlaB der Heiligkeit die gantze Welt/ und lebte Gott gleichstund galch nach Ihrem Willen / und thäte was Sie wolte; und dannoch hat Sie Gott vor Ihrem Todt eilff Jahr lang mit der Blind- heit heimbgesucht / damit Alk durch die Gedult dtses Ihres Zustands/die nach Ihrem ToA verdiente Straff deß Fegfeüers möchte abbüssen/und darsür genug thun. . Erstlich / erschrickest du von Hertzen / v-lm-scenL! wE du hörst / daß ein solche nE vil Gaaben und Gnaden tes angefüllte See! hatte in ^ Fegfeüer müssen / wann Sreg selbige Straff nicht durch ^ Gedult Ihrer eilff--«. Blindheit hätte abaebust?A was wird dann auf unser ra lauwes Leben für eineStrai ^ folgen? Gedencke/wievil re Seelen Jahr und Tagest schwäre Vueß thun müW/ß Sie versichert sind worden" . § Ihnnen Gott der HErr^j- Von der Heil. Abbtißin und Iungftawen Lutgardis. 52 r Zeiten nur eine einzige Sund obenhin mit einem Vatter unser/ verzyhen hat. O wahrhafftig/ und Ave Maria von Jhme be- wie eng ist die pfort/ und wie gehren. ^. . schmäh! ist der Wccg/ der zum Le> vamLicenL: GOtt lst gUNg/ den ftthrt/und wie wenig sind ihrer doch gibt Er seine Gnaden/ und dieihn finden. O) IndisenGe- denHunel niemand vergebens'», dancken halt dich ein wenig auf. Von uns erwachsenen Khristen/ sum Andern gedencke/ wie lieb und noch mehr von Gastlichen/ und angenehm die Heilige Lut- will Er ein reines Hertz haben/ gard Khristo ICsu/ seiner lieben umb seine Gaaben und Gnaden Mutter/ und dem gantzen Huri- durch gute Merck mit Eyffer mel gewesen / hab es Sie dan- und Ernst gebetten seyn. Mas noch vil eyfferigcs Gebett/ harte wirst du ins künfftig thun? Bueß-werck/und strenges Fasten Endlich / wie Khristus der gekostet; Sie hat so gar drey HErr seiner Gesponsen geoffen- unterschiedliche mahl allezeit sie- bahret/ und die Heil. Jungfraw ben Jahr lang mit Göttlichem vorgesagt/ist Sie das letzte Jahr Gutheissen allein in Bier und der letzten siben jährigen Fasten Master / Brodt und Kräuttern tödtlich erkrancket; an dem letz- sehr streng gefastet/ das erzürnte ten Tag Ihres Absterbens / ist Göttliche Hertz zu erweichen/ Sie wegen derGegenwart Khri- und für die bedrängte Kirchen fti / seiner Mutter / der Himmli- Gottes / für grosse und schwäre sehen Geistern / und anderer deß Sünder/ und für lebendige oder Klosters in Gott seelig verstorbene Freünd einige Gnad/ oder nen Kloster - Frawen / verzückt Varmhertzigkeit zu erlangen; gelegen / nach dtsem die Augen und wir arme grosse Sünder eröffnet/die Hoch-Heilige Sa- vermeynen mit einem einzigen cramenten empfangen/und froh- Dertz - Klopffer / oder mit einer lockend gestorben / Ihres Alters kalt/lauw/und obenhin verrich- in dem vier und sechzigisten Men B-icht vvn GÄtt völlige Jahr. Anno 1-46, Gnad erlangt zu haben. Oder vrmLicen-» ; Vor- in - und aber/Gott werde uns gleich das nach dem Todt diser Heiligen mitge geben/ was wir etwan Zungfrawen/ sind so vil grosse Uuu Wun- 5r2 " Betrachtung Wunder geschehen / wie in Ih- absonderlich umb dise N. oder rem Leben mit grossem Trost der N. Gnad/und daß Sie dir wöile Seelen zu lesen/daß du billtch in in deinem letzten Sterbstündleitt allen deinen Anliaen kanst Host beystehen/wider den bösen Feind fen von Ihro erhört zu werden/ helssen streitten / und die HinM wann du Sie mit stetstem Glau- lische Fremden erlangen, ben / und reinem Hertzen umb (2) kianb. 7. v. 14. Hülst wirst anrüsten. Bitt Sie Betrachtung uf ^§cst deß Heiligen Paulint/ Bischossen zu Nola. ^ Der erste Punct. §^>Je CItem deß Heil. Paulini Heil. Schrifft obgelegen/ und ei' sind fürnehme und reiche Rö- nen frommen auferbauwliE mische Edelleüth gewesen. In Wandel geführt/habe Er aucy seiner Jugend hat Er erstlich die darmit das Fundament geM freyen Künsten/und nachmahlen ein wahrer Cdelmann/und ^ die Heilige Schrifft gelehrnet. ter Khristi/ ein Kind Der Heilige Hieronymus lobte und ein Erb deß HimmlE' Ihn sehr in emem Brief wegen Reichs zu werden; dann oc/ feiner Wohlredenheit/mit deren jenige allein ein rechter Er Theodosium den Kayser hat mann/der über feine Anmutl)» verthadiget. gen / und böse Begierden A Betrachte Erstlich/ daß indeme fchet/ und ein Tugend-voltes r diser nach dem Fleisch Cdelge- ben führet. bohrne Jüngling Paulinus in vrmLscer,-»; Bist du ^ seiner Jugend / irr mitten aller nach dein Fleisch Adelich Welt-Frewden dem Studieren/ ren / und führest kein freyen Künsten / und Göttlicher auferbauwliches Leben / Von dem Heiligen Panlino/ Beschossen zu Nola. ;rg vor GOkt unedel/und sollen ja all-R»chch>mck-n undpra-l>c d-r W ZLn bey GOttd^ l>etU)k^0/ ÄLTLck «?ZZ L LLLSL« SLLSLSK L»»L " Ä- WKLKÄ,'L>., ihr Lelndcr Abrahams sind / st» ^ doch Gott alle nicht geachtet/ thun die U)erck deß Abrahams. Uttd Jhnnen dm demüthigen Ast also/mein OrmascenL! einer Saul/ und nach JlMe den ai- nicht von Hertzen demüthig/und men Schaas-Hirten David vor- gehorsamb / achtet er alle andere gezogen / und auf den Äonigli- nicht besser/ als sich selbsten/oder chen Thron gesetzt; dergleichen thuet er andere noch verachten/ Exempel hast du noch vü andere. .. . /-n.Ll.- . ....ix . -Td/^ix^.. -/--, ix.. - ,.>v ... durch ein Tugendsammes wärtigkeit / und Verfolgung/ in Leben mehr Ehr und Glory/ als kein Lreutz und Leyden schicken/ alle Edelgebohrne der Welt von so l)at er gewiß nichts Adeliches GOtt erlangen, an sich/ ist vor GDtt ein Greuel/ Drittens / stelle dir vor Augen und henckt nochscinemAdel einen so vil tausend nach dem Fleisch grossen Schandflecken an. Die beyderley Geschlechts Adeltche höchste Freyheit/und der beste Adel Persohnen / welche Ihren Adel P/ sagt die Heilige Agatha/ wcl- mit den schönsten Tugenden also chcr heerührt/und kommet von der geziehrt/ daß die gantze Welt sich Dlenstbarkeit Christi; und ist dist höchstms darab verwundert; demikthlge Dicnstbarkeit Christi Ja du wirst finden/daß die meiste weit hoher / lmd vortrefflicher/ als Heilige GOttes alle auch nach Nun 2 der 524 Betrachtung der Welt gute vom Adel gewesen/deren Tugenden aus eine gewisse Weiß billicher höcher zu schaßen/als derjenigen/ die nicht von dem Adel gewesen. Orms- Iccna! gedencke/ in was für einem Stand du seyest/nach der Natur und Geburth / und in was für einem Stand du seyest/ nach der Gnad Gottes/und den Tugenden/welche dir nach deinem Beruf nothwendig. Ach glücksce- lig/ und aber glückseelig/ wann du ein Adeliches Kind Gattes bist. (s) roali.8. V.ZA. (b) Lx vica. Der andere Punct. AAPaulinus sich mitLhara- sia/einer aus; den fürnehmb- sten Adelichen Frawen verhey- rathct/istEr bald so hoch gesti- gen / daß Er zu Rom Bürgermeister/ und Stattvogt worden/ weilen Er aber keine Kinder bekommen/ hat Er sich mit seiner frommen Tharasia entschlossen/ gantz keüsch und rein zu leben/ reiset demnach in Hispanien/und laßt sich nach langem Widerstand zu Barcellona von dem Bischossen Lampio zu einem Priester weyhen. Betrachte/ wie Pattlinus mit seiner liebsten Tharasia in arö- stell Frewden diser Welt hatte können leben/wegen Gott aber alles habe veracht/damtt Er seinem liebsten ICsu möchte gefallen/und dermahleinist die Wollüsten deß Himmels gemessen. Ach mein Oamascen» ! wie unzählbar vil Welt-Menschen sind dergestalten in den indischen Wollüsten versunken/ daß s^ ohne sonderbahre Gnad deß Heil. Geists nicht mehr starck genug/ sich heraus; zu winden/ und deß Himmlischen Trosts sich fähig zu machen. So erinnere dich/ in lvas für einelN Stand du seyest/und wohin deine Begierden zihlen ^ Hoffentlich allein nach GL)tt/nach der Lugend/mld nach allem deine/ was G-Ottes ist. Trage en hertzliches Mitleyden mit so vn tauserrd Welt-Menschen/ welche dem Schatten / und disem Zem liehen nachjagen / das CE aber lassen fahren. Noch ^ mehr aber seüffze / daß so Geistliche nicht nach ÄÄ Stand/ sonder mehr WelE als Geistlich leben/und also el dopplete Straf zu erwarten y ben. Betrachte auch deß Von dem Heil. Paulino/ Bischoffen zu Nola. 525 Paulini grosse Demuth/ wie Er alle eytele Ehr geflohen / Rom verlassen/und in Hispanien ge- reiset/allda Er nicht hat wollen Priester werden / sonder als ein gemeiner Kirchen - Diener nur den Priestern aufwarten / und Ihnnen an die Hand gehen/nnd Dienen. DamLlcerir ! Der HEr! JE- sus sagte einesmahls zu sernen Jüngeren: (-) wer unter euch der Zürnembste ftl'N will/ der soll eüwer Diener stpn / lind wer unter euch der Erste styn will / der soll eüwer Lnccht seyn / gleichwie deß tNenschen Sohn nicht kommen ist/ Ihme dienen zu lassen / sonder zu dienen. So erinnere dich/war- umb du seyest ins Lloster kommen? anderen zu dienen/oder dir dienen zu lassen ? Auß welchem du kanst schliern/ ob du Lhrifto JEsu / oder der Welt zugehörest. Ach mein vämzscc- »2! wie sicher und getrost wirst du leben/wann du in deinen Augen klein/und in dem Haust Gottes allen zum Dienst seyn wirst. Von Varcellona reiset Paulus mit seiner nunmehr lieben Wchwoster Tharasia wiederumb M Jollen/mit deren Verwllli- gung/und anst Rath deß Heil. Ambrosij/Er all sein Haab und Guethverkaufft/ und das Gelt theils den Armen geben / theils dem Heil. Felici Vsschoffen der Statt Nola / ein Kirchen / und nicht weit von der Statt eine Wohnung erbauwen zu lassen/ allda Sie beyde in Mönchs- Kleydern sehr streng/ und nur allst dem Allmusen gelebt. Betrachte /wie dtser Heilige Mann in der Fromb-und Heiligkeit immer höcher seye gesti- gen/ und hiemit gantz Rom/die Heilige/Ambrosius/ Augustt- nus / und der Pabft Anastasius selbsten/sambt der gantzenWelt/ sich nicht unbillich höchstens haben verwundert / daß ein so berühmter/ reicher/ mächtiger/und gelehrter Mann sich in einen vor der Welt so verächtlichen Stand gesetzt. OLlnascens! Was wurdest du gethan haben / wann du so be- rühmbt/reich/mächtig/ und in allen Dingen geschickt und glück- seelig gewesen wärest / als wie diser Paulinus / und Tharasia seine keüsche Ehe-Gemahlin? Du hast einen Heiligen Stand/ und die beste Gelegenheit fromb und Heilig zu werden/und dan- noch lebst du villeicht so faul/ Uuu kalt 526 Betrachtung kalt und lauw / daß jederman sich höchstens verwundert / und du dir brllich fürchten must/ es werde über dich nach deinem Todt ein strenges Urtheil ergehen. . So komme jetz bey deinen Lebens-Zeiten mit einem fromm Leben difem strerrgenUrtheil vor/ damit du einen Trostreichen Todt/ und nach difem einen gnädigen Richter mögest haben. Es hatte diser Heilige Pauli- nus einsmahl eine Anfechtung Nolam zu verlassen/ nacher Jerusalem zu reisen/ und daselbften zu leben/ und zu sterben/ dessentwegen Er dem Hetl.Hieronymo zugeschriben/der Ihme aber gerathen/an difem Orth zuNola zu verbleiben/und nach der Lehr/ die Er Ihme überschickt/ zu leben/und frömmer zu werden. - vamascenL! Nicht ein jeder Geist / oder Antrieb/ dtßoder jenes gute Werck zu thun/ist allezeit von Gott; Den guten Eyf- fer deß Heil. Paulmi hat der Heilige Hieronymus auch nicht wollen gut heissen. Hast du auch dergleichen Anfechtungen/ dein .Eloster und deinen Orden zu verlassm/und in einen vollkossib- neren zu tretten/oder leydest innerliche Antrieb/ die sonsten wider die gemeine Ordnung deines Berufs streikten/offenbahre selbige deinem Geistlichen Vattek/ oder sonst einem Geistlichen frommen Mann / und was G dir rathet/folg Ihme/und fast in deiner Meynung nicht hartnäckig/wie leyder deren vil/ die mit Ihrem grösten Schaden nicht wöllen folgen/ was man Jhnnen sagt. (s) A-tsclk.ro.v.rS. Dcr dritte Punct. NAchdeme derBtschosszu^ la gestorben / ist Paulin^ gebetten und gezwungen tE den/ selbiges Bißthumb aM nehmeii/welches Er auch so verwaltet/daß Er mehr/alE vor niernahlen von allen h^, und rüderen/ Geist-und chen Stands-Persohnen HA aeachtet/und angesehen ist n> den. , Oamasceng! Wer wahlh^j tig GOtt sirchet/ denne vel'A^ Er nicht / rrnd jernehr sich ^ verbirgt vor den MenschA^,, durch ein Bußfertiges - Ihme selbsten abstiebt/st» und höher machet Jhn^' i- So werde/nrein l)2M2lccn ^ . klein / damit du dorten ! Von dem Heil. Paulino/ Bischoffell zu Nola. 527 Himmel groß werdest. Aber suche dich nicht hie zu erdemü- thlgen/ und scheinbahre Tugend-- AZerck zu üben/damitdu hie andern mögest vorgezogen werden; solche Boßheit hasset Gott/und gibt Er dir/ was du suchest/ ist die Straff in der andern Welt nur desto grösser. Disem Laster bist du hoffentlich nicht unterworfn / aber durchsuche ein wenig dein Hertz/ob nrcht in deinen Wertteil zu Zeiten em heimbliche Hoffarthund eytele Ehr gefunden werde? Glaub mir/ Orma lcen r! damit unsere Wertt Gott dem HErrn angenehmb seyen/ wird darzu ein sehr gute und Heil. Meynung/ und grosse Reinigkeit erfordert. Unter andern Tugenden deß Heil.Paulim/war nicht die letzte seine grosse Liebe gegen den Armen und Nothleidenten / der Nicht allein vor seinem Bißthlnn sich in die äusserste Armuth geworfn/alles verkausst/und den Armen gegeben/sonder hat auch von selbiger Zeit an/keinen Armen ohne AUmusen von sich ge- hen lassen; und einesmahl zwar/ ^ Cr E mehr hatte/als ein emzigesVwdt/befahle Er feiner vrawm Lharasia / selbiges einem Armen zu geben /.welche- Sie aber nicht thate/auß Sorg/ es möchte Ihnen selbst an Brodt manglen. Wasgeschicht/nicht lang darnach / kamen etliche Schrff-Lmth daher/welche sagten/ daß sie etliche Schiff mit Wein und Geträid brachten/ und das eines auf dem Meer wäre zu Grund gangen; Darauf sagt Paulinus zu seiner Tharasia : Sihe/ weil du dem Armen das Brodt versagt/ und nicht hast hergeben wöllen/ ist auß gerechtem Urtheil GOttes ein gantzcs Schiff rnit Getraid zu Grund gangen. OLMLlccna ! Es ist wahr/und bleibt wahr/daß Gott den Gerechten nicht verlasse/und Jhnne an Brodt nicht lasse Mangel leyden. (b) Paulinus hat wegen Gott alles verlassen/und in äusserster Armuth gelebt/ und sihe/ da Jhnne einsmahl alle Menschen verlassen / hat sein gross s Vertrawen / welches Er zu Gott gehabt/ so vrl vermöcht/ daß Jhme der Himmel Wun- derthatig gantze Schiff voll Wein und Brodt zugeschickt. So seye auch du nicht unbarm- hertzig gegen den Nothleyden- ten / und wisse / was du Jhnnen gibst/ I 528 Betrachtung gibst / der reiche Gott dir alles tausendfältig wieder geben werde / und dich dessentwegen nicht werde lassen Mangel leyden. Erinnere dich / wie du dich biß- hero gegen die Nothleydente habest verhalten? Lasse dir leyd seyn/wann du bißhero unbarmherzig bist gewesen. Und Betrachte / daß gleichwie Gott derHErr demHeiltgen Paulrno seine grosse Barmhertzigkeit gegen den Armen/mit einem grossen und reichen Miracul belohnet/ also habe Er hingegen die Kargheit seiner Frawen Lhara- sia nrrt Versenckung eines mit Vrodt beladenen Schiffs gestrafft. OLmalccrir t Mttst dtt Sorg tragen über die Armen / reiche Ihnnen/nach dem Beftlch deiner .Obern/das Heil. Allmusen mitLiebe/seye nicht rtngedultig/ mrbarnrhertzig/ und hinderhalte Ihnen selbiges nicht/außSorg/ dte Gemeind müsse dessentwegen Mangel leyden; Alle Heil. Or- dens-Stiffter haben den Arinen Glrets gethan/das Nothwendige Ihnnen selbst entzogen/ rrnd den Armen gegeben. Vene- dictus der Heilige Vatter/ hat einesrnahl das wenige Oehl/so annoch in dem Kloster Ware/ befohlen/ einem Armen zu geben/ weil aber der Keller-Meister auß Kargheit selbiges dem Dürffti- gen nicht gegeben/ hat solches der Heil. Mann nicht wöllen itt dem Kloster behalten/sonder last sen zu dem Fenster hinauß werft ftn/ den Keller-Meister aber vor allen Brudern wegen seiner Um gehorsame hart gestrafft. Uns du/ OLmrlcenLlgedencke/daß du von Khristo noch vil harter wer^ dest gestrafft werden / wann du Jhme in den Armen/und Noth- leydenten das Heilige Allmuftu thuest abschlagen. Wann du mit den Armen ümbgehest / dencke allezeit/ der HErr IEM stehe vor dir/so wirst du mit W nen gedultig und barrnhertztS genug seyn. Als einesmahls die GoE den Heil. Mann gefangen rM men/und den Todt drauweten wofern Er Ihnnen nicht sE. Schatz zeigen wurde/erhebt ^ seine Augen gen Himmel/"'. sagt in aller Ihrer Gegetlwa^ Mein HErr / und mein M weist/ wo mein Schatz ist lasse nicht zu/ daß Ich wegen der und Gold geplaget ^ . r-LnuiccnL l Wer emerg^'^^ l Von dem Heil. Paulmo/Bischoffen zu Nola. 529 Gemeind muß vorstehen / und inAfricamzudemTochter-Man für selbige sorgen / der soll frey- deß Königs der Wandeln / der lich nicht alles zum Fenster hm- auf inständiges Anhalten der auß werffen/ und nur auf die guten Wittfrawen den Sohn Wundertätige HandGL)ttes entlassen / und für Jhnne den Watten / sonder solle mit solcher Paulinum zum Sclaven auf- Bescheidenheit Hausen / daß Er und angenommen / der wegen sich doch wegen deß Haufens seines züchtigen Wandels dem nicht plage/ und unruhig mache/ Tochter - Mann deß Königs so und einem jeden mit Lieb darge- wohl gefallen / daß / als Er erben was ihme gehört. Wie hast fahren/ daß Paulinus ein Gärt- du dich bißhero in deiner Hauß- ner/ Er Ihme den Garten zu Haltung verhalten 2 Mästen übergeben. (s) k>lal. )6. V. -5. VrmLlcenL r Was Paulinus M ein lurrremicher Mann ge Wesen seye/hast du schon betrach let; so behertzige wohl/wie di 10) eroveM.rs V. 7. Der vtcrdte Punct 5 >Ach etlich Jahren kommen ser hochansehenliche Herr / und auch die Wandeln auß Africa Bischoffalle seine Schäflein ver- gen Nolam/welche alles außge- lassen / in Leib - und Lebens - Geplündert/und vil Gefangne mit fahr sich begeben/ ein einziges sich hinweg geführt/ für welche seiner Schaflein auß derDrenst- Paulinus der gute und barm- barkeit der Wandeln zu erlösen/ Xxx unter unter 5Z<> Betrachtung gezehlt zu werden/der die neun und neunzig Schaaf verlassen/ und das verlohrne mit so grosser Mühe und Arbeit gesucht/ und endlich durch seinen Todt gefun- den/und du lassest dich gar nichts kosten/dir und deinem Nächsten zu helssen. Was kanst du dann hoffen/das Gott ins künfftig für dich thun werde / weil du deiner Seelen Heyl dir so wenig lassest angelegen seyn/und so schlechte Liebe gegen deinem Nächsten tragest? Nimme das Exempel auch fürnemblich auß deme/ daß wann du von deinem Nächsten bißhero umb einen Dienst bist angesprochen worden / villeicht selbigen noch hart hast dörssen anfahren/ und den verlangten Dienst abschlagen; wann deme also/ bist du ja gantz armbseelig/ > und keiner Gnad GOttes würdig. Erkenne also deinen Fahler/ und bitte GÄtt umb Verrohung/und seye gegen dir/und delnem Nächsten ins künfftig barmhertziger. Betrachte / wie Paulinus sich gar wohl in dieAnordnung Gottes habe geschickt / den anbefohl- nen Garten fleißig gepflantzet/ seiltem Herrn täglich Kräuter und Blumen geschickt / und sich dardurch so beliebt und äuge/ nehmb gemacht / daß sein Herr grosse Frewd und Lust gehabt/ nnt seinem Gärterzu reden/und Ihme allerhand seltzame Fragen aufzugeben. t)Lmzsccn2lObzwares scheinet/es habe Paulinus nicht wohl gethan/daß Er sein hoches Bs^ schWiches Anrpt verlassen/ ei/ nem Weib gefolget/ und sich in so schlechte Drenstbarkeit gef worffen/so ist doch nicht zu zwey/ lenz daß Gott nicht ein grössere Wohlgefallen habe gehabt av Vifer unerhörten Liebe gegen nem Nächsten/und zumahlenav diser seitter arbeitsamen DreE barkett/ als wann Er zu HaB beständig grosse Wunder Hank gewürcket/ lind das auch wegen deß grossen Nutzens/der daraE erfolgt; dann als Paulinus am eine Zeit zu seiltem Herrn gebE der König werde bald sterbe'" und Er solches dem König aE zeigt/hat Er Ihme wegen E derltcher Erscheinung / dte „ , von Ihlne gehabt/versprochn' Jhnne mit vilen SchanckE wied.r nacher Hauß zu sctE. da aber Paulinus keilt «llv Gold weite annehme"/ » ^ Von dem Heil. Paulino/ Vischossen zu Nola. 5 Zr allem die Gefangne auß seinem Blßthumb begehrte/hat derKö- rng Sie alle in ein Schiff mit Korn beladen/setzen lassen/ nnt welchen Paulinus mit gröftern Jubel und Fremden seiner um Ergebenen Schaflein zu Nola wieder angelanget. . D mein t) am »sccn r! wie gluck- seelig waren wir/wann wir uns gern liessen erdemüthigcn/ und dre arbeitsarne Kuchel / Garten/ und andere verächtliche Dienst auß Liebe GDtteS gern thaten verrichten. Achmit wie grossem Naub / und mit wie vilen Verdiensten wurden wir der- niahleinift von disem Zeitlichen abfahren / und mit Frewden in dem glückseeligen Engelland anlandend So betrübe dich nicht/ mein o-unslceaL! wann du veracht/ und nur zu geringer/und schlechterArbeit verordnet wirft; dann dise/wann du sie recht wirst verrichten/wird Gott/und seme liebe Heilige Engel ein grössers Wohlgefallen haben/als wann du die scheinbahriste Wunder- Werck wurdest verricht und gethan haben/und wird deine Belohnung grösser seyn/als etwa» vornehmer H.rren und Frawen/ dre Jhnnen einbilden/Ste haben Rosse Drng gethan. Nachdeme diser Heil.Many seinem Bißthumb vilJahr löblich Vorgestanden / und nützlich verwaltet/ist Er an dem Selten- Weh erkrancket / denne zwey BischöffSttriachus und Bme- dictus heimbgesucht/und Jhme in seineln Zimmer zur Heiligen Meß gedienet ; und da Er bald wolle sterben / ist Er auch von dem Heil. Bischofs und Märtyrer Ianuarw/Beschützeren der Statt Neapel / und Martins Bischoffen zu Luron/die Er ge- kennet hatte/ besucht worden; und nachdeme Er biß in die vierdte Stund in der Nacht betrachtet/hat das Zimmer/ wo Er gelegen/angefangen zu zitteren/ welches allen Gegenwärtigen/ deren vil waren/ einen grossen Schmertzen verursachet / und mit disem verschiede Er im Frieden / den 22. Brachmonat im Jahr 4Zi. Sein Heil. Leib ruhet zu Nom in der Kirchen deß Heil. Apostels Bartholomai. o-unLlcenL! Wünsche disem grossen Heiligen Glück / daß Er nach so mühseeligem Leben in seinem Todt- Bethlein also getröstet/ zur Himmlischen Glory GDtt in alle Ewigkeit zu gemessen / gefahren ist. Mache Xxx 2 dir 5Zr Betrachtung dir diß Heil. Leben zu Nutz/und glückseelig zu gemessen/ alle Hei- thue auch alles dasjenige/worzu lige Gottes gethan/was Sie ge- du innerlich von Gott angetne- thau. Diser heylsamen Ermah- > den wirft ; und wann es dich nung/wann du nicht wirft nach- j schon etwas wird kosten / geben- kommen/ ach! wie wird es dich cke/daß Gott alles werth seye/ in deinem Sterbstündlein ge- denne zu erlangen / und ewig reüwen? Betrachtung < Auf das Fest der Hetllgen Jungfrawen und Abbtißin Ediltrudis/ St. Benedicten Ordens. Der erste Punct. EDiltrudis deß Königs Ann- glückseeligen Cnds werdest köH der Orientalischen Engellün- nen zu getrosten haben ? Lasse der Königliche Princeßin / führ- dirs hertzlich leyd seyn/wann d» te in Ihrer Jugend ein sehr ein- nicht bist gewesen/wie du hatten gezoanes frommes Leben / und seyn sollen/ und befleisse dM bezerrgte schon dazumahlen mit noch ins künfftig also zu leben/ disem Ihrem Wandel/ wie hoch daß du glückseelig mögest sterbe^ Sie die Jungfrawliche Reinig- Ein gut Gewissen mache grop kett liebte. vcrtrawen zu GOtt / sagt ^ v-m-scena ! Erforsche dich/ ftome und Geistreiche 6crien (r/ was du für ein Leben in deiner DarumbobEdiltrudgletchwoy' Jugend habest geführt / und ob auß Vefelch Ihres Herrn Vav du ein solches Fundament habest ters sich mit dein Fürsten TU gelegt/auf welches ein frommes berto mäste verheyrathen / Leben erfolget ? villeicht wird Sie doch von GOtt die Gna. dir dein jetziges Leben sagen/was erlangt / daß Sie mit JhinW du seyest gewesen/und ob du dich an sein End in unbefleckter ^ m dernem Sterbstündlein eines nigkett hat leben können. Von der Heil. Iungfrawen und Abbtißin Cdiltrud. 5ZZ DrmrscenL! Gedencke / was dises keusche Täublein Ediltru- dis nicht für einAreütz diseZeit hindurch werde gehabt haben/ indem Sie wider Ihren Willen in dem Ehestand gelebt/und beständig hat fürchten müssen/den edlen Schatz der Iungfraw- fchafft zu verliehren. Ich glaube nicht / daß du / vLmst.e«»: m grosser Gefahr lebest/ und doch bist du villeicht nicht so sorgfältig für deiner Seelen Heyl/daß du so keüsch und rein lebest/ als wie dises Jungftawliche Ehe- Weib gelebt hat. Was wü st du aber dermahletntst deinem IungftawUchen Gesponsen tonnen antworten/wann Cr dich in Gegenwart seiner Junaftawli- chen Mutter / deines Heiligen Ordens- Vatters / deß lieben Schutz - Engels / und anderer Heiligen / etwan wegen deines außgelaßnen Wandels/und begangner Untrew zu Red stellen wird ? Ach! wie wirst du dich WÜsseN schaMM? schäme dich jetz / und verbessere dem Leben/ damit du dich nicht müssest"/ ^ spath/ schämen . Über das/wann du ein gutes Gewissen / und auß Gehorsame etwas thun must/bey dero etwan eine Gefahr zu sündigen / ver> trawe aiif GOtt/ Er wird dir helffen/und in diser Gefahr nicht lasiert zu Grund gehen/auch dir alles dasjenige mittheilen / was du zu deiner Seelen Heyl von- nöthen hast. Erforsche dich/ob du bißhero mit GOtt also ver- träuwlich seyest umbgangen? Wisse OLmslccnL! daß ein from- demuthiges Hertz sich grosser Dingen bey Hott dorsse unterfangen/ nicht hingegen welches in den Sünden stecket; Und was bist du auß disen beyden? Bitt deinen liebsten JCsum / daß Er in dir ein keüsch und reines Hertz erschaffen wölle/welches in seiner Noth bey GOtt mit Ver- trawen umb Hülff antlopffen dörsse. Nach dem Absterben Tum- bertt/vermeynte zwar die Engel- reine Ediltrudis auf freyen Fuß zu stehen / aber sihe / als ein ge- horsambes Kind Ihrer Eltern/" ist Sie das andere mahl mit Eg- frido dem Northumber König in den Ehestand getretten; in deme Sie sich aber mit der Gnad Gottes also verhalten / daß Eg- fridus mit Jhro zwölff Jahr in Keüschheit gelebt / ^und endlich Xrx z ver- 5Z4 Betrachtung verwilliget/ daß Sie von dein Eheband aufgelöst/ in den Heil. Drdens-Srand hat können ein- trettcn. vL^n-scenL! Cs ist nicht zu zweiflen/ Ediltrudis habe Ihrem liebsten Seelen-Gesponsert .Christo ICsu eyfferigist gedan- ctet/ daß Er Sie in der ersten Ehe keusch und rein erhalten/ und habe diß danckbahre Hertz noch ein grössere Gnad bey Gott erworben/ tndeme diser Göttliche Gesponß Ihre die grosse Gnad gerhan/daß Sie in der andern Ehe mit Ihrem Ehe-Herrn auch keusch verblieben/und endlich noch gar von dem Eheband ausgelöst/ hat können Geistlich werden. Erforsche dich / ob du auch gegen Gott für die empfangene Gutthaten ein danckbah- res Hertz habest/und dardurch verdienest noch grössere Gnaden zu empfangen? Ist es nicht geschehen/lasse dirs leyd seyn/und schreibs deiner Undanckbarkeit zu / daß du von Gott nicht mit mehrern Gaaben und Gnaden henubgefucht wirst. (2) Os Imic. Lkrilii H r. c. r. Der andere Punct. ^Mdemealfo CdtltrndiSvsn ^ Ihrem liebsten Ehe- Herrn die Gnad erlangt / Geistlich ztt werden/ist nicht abzusprechen/ wie mit Heroischem Geist Sie allen Königlichen Pracht mit Füssen getretten/diegantzeWelt jambt aller Lustbarkeit verlassen/ und demCholdingensischen Kloster feye zugeloffen / und auf der Erden ligender/die Heil. Abbttft sin Ebba/ Ihres Herrn Vatters Schwöster/und andere Kloster- Inngfrawen/ für die geringste Dienst-Magd aufgenommen zii werden/gebettet habe. Oamaicenr ! Bey allen difeti Umbstanden / was wurdest du gethan haben? Du bist in einem weit geringerem Stand/ doch hast du villeicht dein tven^ ges Vermögen/lnrd was du M sten in der Welt hattest haA können/nicht mit solchem taE rem Gemüth verlassen/noch v"' weniger mit solchem EysseNM Demuth / begehrt Geistlich werden; Dann gedencke/wa«' man dir bey dem Eingangs dasClvster gesagt hätte/du test als die Geringste mm L Kuchen-Dienst/ zuin GartA zum Viech/rc. gebraucht n den / was du darzu wurd^r ^ dacht/ddcr gesagt haben? A/ disen demm Gedünckensch^ Von der Heil. Imigftawen und Abbtißin Ediltrud. 5Z5 wer du seyest / oder seyn sottest/ villejcht verdienest du nicht den Nahmen einesGeistlichen; was bist dann du/und andere deines gleichen 2 Edittrudis wird mit aller Freündlichkett empfangen / und auf Begehren der Heil. Edda/ von Wilftldo dem Heil. Ben^ dictiner/ und Ertz - Bischoffen zu Zorck / bald mir Beklcydmrg deß Weycheis Khristo zu einer Ge- sponsen geweyhet; Aber weil die Heil. Iungftaw von jeder- man geehrt / lieb und wer.h gehalten wurde / hat Sie sich auß Begierd ein noch jttengers Leben ZU führen/bald auß dem Staub gemacht/ das von dem Engellan- oischen Apostel Augustilw er- haMete/und von bem Mercier- KvnigPcnda hernach zerstöhrte Clierrsische Benedictiner-Kloster wieder mrferbauwet / und Keoselbst allda Heilig zu leben lUMnommen. .V l^lNLiccr.» l Acl>! wie unterschiedlich sind dieWeeg der Gc- rechten/und der Sünder. Wir und Unvollkomrnene in Dm-Llosteren, mögen nicht lei> ^wamr man uns nicht lrebt/ nnd schon thuet; Ia/wan man uns nur nach unserer Eurbil- dung etwan nicht recht an- schauwet/und mit uns nicht nach unserem Gefallen umbgeht/also- bald kurlen und murren wir/fassen einen Unwillen ab dem Kloster/oder ab denPersohnen/mtt Venen wir leben / und verlangen anderstwo zu seyn. Hingegen die Gerechten haben ein FrelM oder aufs wenigiste zürnen Sie nicht/ und leydens mit Gedntt/ wan man Sie nicht achtet / nicht befürdert / oder gar verspottet/ und für Thoren haltet/rc. Unter welchen bist du/" l-jrmrlccns *z Lasse dirs leyd seyn/ wann du mit deinem Stand nicht znfrie- den/uttd zu Zeiten unrühig lebst. Bitt deinen liebsten ZEsum/daß du ins künfftig aussert seiner M- sellschafft nichts begehrest / und zufruden mögest leben/wie niän mit dir wird umbgehen. In disem Kloster hat Cdil- trudis auch dw Regul deß Heil. Benedicti ^ wieder eingeführt z Diser Heil. Jungftawen sind gefolgetJhre zweySchwöstern/ und noch mehr Königliche/und andere hohe Stands-Persoh- nen. Sie lebte sehr streng/ brauchte keine Leinwat/Hielte im Tag nur einmahl sehr mäßig von schlechten Krautern/ Bohnen/ 5Z6 Betrachtung nen / oder geringen Fischlein Mahlzeit; Auß hertzlicher Demuth diente Sre allen/ als ein Dienst-Magd ; In dem Khor war Sie die Erste/und darauß die Letzte. Nach der Mitternacht-Metten/ wann andere sich wieder in die Ruhe begaben/ verharrete Sie biß am Morgen in dem Hell. Gebett/ und Himmlischen Betrachtungen; Sie war mit einem Wörtern Spiegel der Reinigkeit/Demuth/und aller anderen Klösterlichen Tugenden. OLMLlccns ! (Ao Vil du V0N dem Abbruch deiner Sinnlichkeit und bösen Natur hast/so vil wirst du auch haben von den Lugenden / die GDtt dir geben wird / die Unvollkommenheiten/ und deine böse Natur leichter zu überwinden/ und noch grossem Staffel der Frombkeit zn erlangen. Erforsche dich auch/ob du von Hertzen demüthig seyeft/und wie demüthig / und dienstbahr gegen andern/ sonderlich/ welche etwan deinem Humor zuwider/ du dich erzeigest ? Über das ge- dencke/wiedu dich biß anheroin dem Khor / und in Speiß und Tranck habest verhalten? und was du für em Ltebe/ undBe- gierd zum Heil.Gebett/undM trachtungen habest? Trag Hertz- liche Rew und Leyd/ wann du dich fahlbar befindest. Der dritte Punct. I?Eben vilen und grossen Gaa/ ^^ben und Gnaden GOttes/ batEdiltrudts auch empfange« den Geist der Weissagung; wie Sie dann unter andern/ Ihren lieben Mit-Schwösteren/ und Kloster-Frawen vorgesagt/daß bald die Pesttlentz einreisten wA de / auch Ihrem Kloster nicht verschohnen / in dem Sie mn noch mehr andern sterben werde Sie sollen sich hiermit darZ" rüsten/und jede durch die He«' Sacramenten/und andere gn^ Werck thun / was Sie alsdann gethan zu haben werde trM schen. VLmascenL l Ediltrudis salN^ Ihren Geistlichen Kindern/HA ben sich ab diser Dssenbahry gar nicht entsetzt/sonder in U Göttlichen Willen ganS »Ä I kommen rclignlrt/ thäte jede n/ auf das beste nrit Dehl / A Ampl brinnender Liebe AN hen/ Ihrem Göttlichen > Von Der Her!. Jurigfrawemmd Abbtrßin Cdiltruv. 5Z7 Ewigkeit zu geniesseu. L)hne ZweUel/wann du denTag/oder Äe Zeit deines Todts vorhero wüßtest / wurdest du dich auch auf das möglichste darzu rüsten. Weilen dann Christus dir schon längsten auchyat vorgesagt/(») DaßEr werde kockrn zur Stund Die du nicht weift / so entschliefst dich/in das künfftig also zu leben/ daß wan Er zur selbigen Stund kombt/ dich zum Sterben bereit finde. Nach siben-jähriger Abbteys Verwaltung fangt/ (wie die Heilige Iungfraw vorgesagt/) die Pestueutz in Engelland an/ kombt nach und nach in das Kliensische Moster/ und greifst «um allerersten an die Heilige Abbtißin Cdiltrud / mit einem gifftigen Geschwahr an dem Hals;/ welches/obwohlen es auß Befelch derArtzten eröffnet worden / ist Sie doch bald darauf Heilig in dem HErm entschläfst»/ und wie Sie begehrt/ zu/ und mit andern/ welche an diser Sucht gestorben/begraben worden/ umb das Jahr Christi 68z. oder rvie andere wöllen/688. v-mslcenr ; Drse HeibAbb- ttßrn hat sich wegen diserKranck- ^hert mcht betrübt/sondergefroh- locket/daß Gott Sie init so anut^' weyland Cdiltrudis leibliche Schwester nach 16. Jahi'en die Regierung deß Kliensischen Llosters auf sich genommen/ hat Sie auß Schwöfterlicher Liebe/ der Edil- trud Heil. Gebeiner in ein an- sehentlichers Grab zu übersetzen gedacht/ darzu man durch ein Wunder- Zeichen ein wohl - pro- porriomcrtes schön Schuee-weis- sts Stuck Marmel gefunden/ und wäre der außgegrabne Heil. Z)YY Leib 5 ZS Bettachtung Leib annoch so frisch/ und leb- noch also wunderlich erhalten hasst gemessn / daß Er mehr ei- wollen/ damit wir erkennten/wie nem ^lassendem/ als versterbe- grosser Verdiensten Sie bey M nem glerch gesehen. Die an nie rn dem Himmel ssye/und wie dem Halß eröffnete Wunden arosses Verttawen wir in unklare auch also zugeheyler/ daß fermAnligen zu Ihro sotten tra- kaum ein kleines Zeichen mehr gen. übrig/und sind die Kleyder auch v-m-KenL! GDtt ist getrew/ ebenlmißig gantz unversehrt ver- wann du mit der Heil. Ediltrud blieben / durch welche die Kran- ein frommes Lebenwirst führen/ cken gesund/die Beseßne von den und mit Ihro wider die Anfech/ Trüffeln befteyet/ und sonder- Lungen deiner bösen Natur/und tich die Blinde sehend sind wor- deß bösen Geists wirst streitten/ den. wird dich Gott auch ehren/ und O-msKens: Darumb hat Gott krönen/ wie Er die Iungfraw/ der HErr sein getteüwe/keüfche/ liche Königin Ediltrud geebrt/ und Göttliche Liebs - Martyrtn und in dem Himel gekrönet hat. nach Ihrem Todt zu disem End (») i-uc« c r. v. 46. > Betrachtung Auf baö Ast deß Heil. Vorläuffers L'hrlskt/ Iohannis deß Lauffers. Der erste Punct. Kö stlich: Die Eiteren deß Hei- HCrren unsträflich / und weil ligen Iohannis waren Zacha- EMbeth von Natur unftuw» rias der Priester/und Elisabeth bar/ hakten Sie keine Kinde» die Baaß >4 ä ki ^ der Heiligen und waren schon alt und beE Jungst amen / beyde gerecht vor Eines Tags aber/da ZaclMa GOtt/ und ivandleten in allen in dem Tempel Weyh rauch Gebotten / m»d Satzungen deß ftrte/ sagt der Crtz-Engel Von dem Heil. Johanne dem Tauffer. 5Z9 briel zu Jhme: (») Fürchte dich was unrein/essen/hat der Engel nicht Zacharia / dann dein (Federt Gattes Jhro auch gebotten/ ist erhört/ und dein Wcib Elisr- UNO gesagt t (b ) Arte ^ bctch wird dir einen Sohn gebah» nun/ daß du kein lVein/ noch srara. ren / und du sollst semcn Nahrncn Getränck trinckest/noch etwas vn» Johannes nennen. Du wirst Frewd reines essest, rmd Fröhltchkeir haben / und vil ?um Dritten : Was Gott der werden sich in seiner Geburch er» HErr V0N den natürlichen EK ftewen / dann Er wird groß seyn tem begehrt / das verlangt Ek vor dem HEcrn; wein und starck noch vilmchr V0N Geistlichen Gctranck wird Er nicht trincken / Vorgesetzten / und Novltzem und wird noch in seiner Mutter Meistern / daß Sie nemölich Leib mir dem Hell. Geist erfüllt fromb und Heilig sollen seyn/ werden. oder solches Ampt nicht antret- Tum Andern : Weil die Fronv- ten / und verivalten / damit die und Heiligkeit der Eltern ein untergebne Geistliche Söhn mrd sonderbahre Chr den Kindern Töchtern auch Heilig werden/ ist / darumb beschreibt der Heil. und Sir den Vorgesetzten / und stmerEltern. Erwillnochuber GottunddenMeuschem das dar mit andeütten/daß gleich wie derApffel nicht weit von dem hetSindelnerVe^nblunguno Baum falle/ also seye auch zu GeMchafft/rn welcherdulebst. fchliessen/daß außdisen Heiligen Hoffentlch UME Eltern ein Heiliger Sohn werde wohl Vorgesetzte / als UN g gebohren werden. Das aber bene fromb uub HetUg. Gott der HErr für die Kinder aber auß sonderbahrer S n fromme Eiteren verlange/ haben GOttes ern durch d" 8 T. wir neben andern das Exempel sehender Hell/ oder etw . ^ an der Mutter Samsonis; dann böser Judas / und unM ^ y weil Er mußte ein Nazareer Esan inderncr Gund.uM, werden/weder Wein noch ftarcke den / wirst du selbiger ,a mcyr Getränck trincken / und nichts seyn wölkn. A vi) 2. 540 Betrachtung Vierdtens Mercke wohl/daß die Eltern deß Heil. Iohaunis vor Gott gerecht seyen gewesen/ und hiemit wir vor GDtt auch mehr nicht seyen / als wir sind. Vil scheinen gerecht/und Heilig vor den Menschen / und haben einen grossen Nahmen/aber weil sie suchen mehr den Menschen als GL)tt zu gefallen / sind sie auch nichts vor Ihme. So befleiße dich / Mein VLMLlccna! nach deinem Stand und Beruf recht fromb/ unsträflich/ und ohne grosse Sürrd zu leben / und pur Gott zu gefallen; Im übrigen achte nicht/ was die Menschen sagen / deren Gunst allein vor GDtt nichts nutzet. L) wolte GOtt/vil Geistliche Au- gen-Diener machten össters eine ketiexion Über dists. Zum Fttnsttett betrachte/daß der Heil. Johannes/als wieIsaac/ und Samuel/von einer uuftucht- baren/ Bußfertigen/ betagten frommen Mutter seye empfangen worden/ hiemit auch von GQtt auß Gnaden disen Heiligen Eltern gegeben worden. Mein OLMLicenL r Wann dein Hertz durch wahre Abtödtung aller bösen Begierden abgestorben/und unfruchtbar ist/ wirst du auch durch die Gnad Gottes lauter Gnaden-Kinder/und für- treffliche Heroische Tugenden üben/und gebühren. Ist es aber nicht geschehen/laß dirs hertzlich leyb seyn/ und gedencke/ daß was du in der Jugend nicht gethan/ annoch jetzund in deinem Alter thun wöllest / weil zum fromb leben/uudGott dienen kein verständliches Alter zu jung/noch zu alt ist. Vermeynst du aber also unfruchtbar zu seyn/daß du keine Gnaden-Ktnder gebühren/noch was Gutes thun könnest/so bitte deinen liebsten ICfum/daß E? dich durch die Furbitt Iohannis/und seiner lieben He^ ltgen Eltern fruchtbar machen wölle/undweutgist ein hertzlicye Begierd zum Guten haben könnest. (s) Luc« I.V.IZ. (b) Der andere Punct. §Rsil,ch sagt Gabriel/daß M sabeth einen Sohn werde bähren/und seinen Nahmen hannes nennen; darmit U Heil. Crtz-Engel Gabriel dlsi frommen Eheleüthen hat zE stehen geben wollen /daß wen das bey Gott/und den Mensch angenehiue ^iind Iohanne^^ Von dem Heil. Johanne dem Taußer. 5§r Vorläufig bald werde M/welcher das End deß Alten/ gebohren werdm / GLM der und der Anfang deß Neuwert HCrr sich dermahleinist deß Besatzes solte seyn / das Zlmpt WlenschUchen Geschlecl)ts erbar- eines Erlösers tönte vertretten/ met habe/und semeErlösimgauß und also den annoch im Mutter- der schwären Dienstbarkeit deß leib ruhenden Johannes durch dosen Geists nahe seye. Mein den Mund ftiner Mutter mit D»mLtcen,! wannunsere Werck dem Athem seines Geists anbla- - ^ c-..,deu Taustdeß Geists und verrichtet werden / sinv M Ulw -, - alle Zoharmes- Kinder/ und ha- sirnd reinigen / zu einer lebend! den wir uns zu getrosten / daß gen Seel machen / und mit der GOtr der HErr sich unser habe Gnad deß Heil. Geists anfüllen erbarmet/und uns den Himmel möchte, geben wolle. Crfreüwe dich/ MeinOrmateenL! Weil deine mettt OsmLscenL l und füge dei-- Seel villeicht auch todt und oh- ^m üchsten HCrrn ICsu demm ue Leben / oder wenigift kranck thrgrsten Danck / warm du dich ligt/ so brtte deinen liebsten JE- reiner schwären Sund schuldig sum/daß Er durch Fürbitt Magerst/ und allezeit bereu bist rr^ auch dein Erlöser seyn wolle/ Guts zu thun; dann aus ern und tu der Heil. Eommunion frommes Leben folget unfahlbar mit dem Athem fernes Geists ver Hrmmel. dem arme Seel anblasen/auch ^ fu'nZndern/dre grösteGnad/ mit dem Herl. Gerst/ und mit . ttche Johannes von Gotr em- dein Femr sie Lausten wolle / da ^ -.^ ^ ^ ^.^ ^ ^ pfangen / ist gewesen / daß Er schon im Mutterleib von der Crbsünd aereiniget/ mit dem Heil. Geist erfüllt ist worden. Zu drsem End/ so bald der Sohn mit du durch drses Göttliche Feüer/und Gnad deß Heiligen Geists von allen Sünden aerel- ntget/nicht wie bißhero also kalt und lauw/ sonder gantz eyfferig >;noyeENv/wvaroverSoyn unsrauw/ wnoerg^my^'Mi.^ Gottes empfangen,hat Cr Ma- demem Beruf und §tanv ge- riam seine Mutter angetrieben/ maß könnest leben/ und GO die schwangere Elisabeth Heimb- dienen. . , zusuchen/damit Er beydemjeni- ^ ' Drittens betrachte/ daß der 2 Krew- 54r Freudenreiche Sprung Johan- nrs tm Mutterleib genugsamb habe bezeugt die grosse Gnad deß Heil. Geists / durch welche Er von der Erbsünd befreyet / die Leüfflische Schlangen mit Füssen getretten/ und daß Er JEsum zu sehen/und Ihnne anzubeten / die gröste Begierd habe getragen. Metn o-lMLsccnL! Wann du vermeynst/du seyest in der Gnad Gottes / und du empfindest ein innerliche Fvewd/glaube ftftig- lich/daß demeatso seye/wann du zu Bußfertigem Leben/und andern Tugend-Wersten ein Begierd haft / die böse Begierden nach deinem Vermögen unterdrückest/ die Lasterhaffte Gewohnheiten arrßreLtteft / die Ey- telkeiten der Welt nnt Füssen rrittest/ und JEsum zu sehen nicht allein verlangest/ sonder seinem Heil. Exempel nachzufolgen/ und selbigen dermahleinist in dem Himmel zu gemessen/in dir össters ein hertzliche Begierd erweckest. vrerdtens: Ist die Gnad deß Heil. Geists also überflüßig bey dem Heil. Johannes gewesen/ daß auch Elisabeth feine Mutter/und Zacharias derVatter/ darmir erfüllt worden. Betrachtung Mein vLMLlcena ! Nicht in deinem Thun und Lassen allein muß dich die Gnad GOttes regieren/sonder Sie muß sich auch durch dein gutes Exempel/und durch deinen frommen Wandel in diejenige außgiessen/ mit welchen du lebest. Du wirst villeicht offt selbsten gesehen haben/ wie vil einer Gememd nutze das gute Exempel / und wie vil hingegen schade deß Nächsten LasterhaW Leben. Bltte also deinen liebsten JEsum inständig / daß b dir seinen Heil. Geist nicht tvW entziehen/ sonder darnrit dich stärsten/aufdaß du von dem T"- gend-Weeg nicht mögest abwel- chen. Btßhero/metn o»mLice'^ was ist geschehen ^ und wieHE du dichtn deinem Thun undrM fen verhalten Mache über ses ein ernstliche keüexion. Allere v.r6. Der-ntte Punct. SRstlich/CWbcth »ebatz c,«n ^Sohn/und Ihre Nachbar und Verwandten erfteuwe^ sich mit Ihre. grosse Fremd werden Eltern/und alle die diser grossen Gnad gewur^ worden/ einpfmigen haben ^ Von dem Heil. Johanne dem Tauffer. 54Z Sie gesehen haben den Vorläufer deß so häfftig verlegten ^s,-e,und Erlösers JEGU Khnsti. , Mein vsm-scenL! Crfreuwe dich auch/daß du in der Gnaden- Zeit bist gebohren worden/da du nicht den Vorläuffer / sonder JEsum den Erlöser sechsten so offt und vil unter den Gestalten Wein und Brodts nicht nur sehen / sonder auch durch die Niessung / wenigist unter einer Gestalt / nemblich deß Brodts/ vereinbahret/und vermählet bist Worden / und empfangest du durch dise Gnad kein innerliche hertzliche Fremd / hast du wohl schlechte Andacht in Niessung JEsu Khristl / in desien Gegen- watt allein Johannes in dem Mutterleib vor Fremden aufgesprungen/und gefrohlocket. Zum Andern betrachte / daß Weilen alle Nachbarn w gen der Gebmth JohaumS innerlich bald mit übernatü licher Frewd/ bald mit Forcht überfallen worden/ beynebenS auch sehr vil Wunder / so wohl von den Eltern/als dem kleinen Johannes gehört/und gesehen worden/ haben Sie zwar sich unter einander befragt: (b) waovcrmepnst du/ wird auß disem Rindlein werden? seye aber keiner auß Jhnnen erfunden worden/ der die Frag aufgeloht hätte / sonder seyen in diser Ihrer Verwunderung verblieben. Mein v-mslcenL ! Dlse ver- wullderliche Geburth ist billich zu halten gewesen für ein Zeichen/ das; Johannes ein grosse Heiliger abgeben werde/ab dero du dich billich auch sollest er- frewen; Hingegen aber sollest du dich noch vil billiger ab deiner Gebmth betrüben/ und selbige mit heissen Zäheren beweynen/ daß du rmt der Erbfünd/und so vilen bösen Begierden bist empfangen/ und gebohren worden/ auch dich selbst biß anhero nicht/ wie es dein Grand erfordert/ morrikciert hast/ oder abgetödt/ und fähig gemacht grösserer Gnad Gottes/und Hei!.Lebens/ dahin du längsten hattest gelangen können/wann du das deine gethan hättest. Was vermeynst du dann/ das endlich auß dir werde werden? Verwandle dise detnVerwunderung in ein Bußfertiges Leben/fi> wird die Hand deß HErrn mit dir seyn / und wirst du ein grosse Heiligtn werden. Be- 544 Bekkchkuvs Betrachte / Haß als Herodes die unschuldige Kinder suchte zu todten / seye Elisabeth gar sorgfältig für Ihren kleinen Johannes gewesen/ und seye mit Ihine in die Einöde und Wüste geflohen ;da aber nach viertzig Tagen Elisabeth gestochen / Habe an statt der Mutter/ein Gtgel Gottes Iohaunem auferzogen/ und für Zhnnegesorget. Mein OrmascenL; Außdisem flhest du übermahlen/daß wann der Mensch thut / was er kan/ und was er solle/GoLL der HErr keinen verlasse z villeicht haft du selbst dift verwunderliche Flrr- sorg Gottes erfahren. Gedencke nm- ein wenig zuruck/so wirst du rm'issen bekennen/daß GQtt der HErr gar osst/sonderlich tu Visen/ und dtsen N.N. Gelegen- heitm Vatterlich für dich habe aeforget/ und hiemit du schuldig ftl-eft Ihme darfür hoch zn danken. vicrdtens: Betrachte Zlkm Ersten /wie Johannes auß Ctn- sprechung GOttes in die Einöde seye gegangen / und von aller Menschen Gemeinschafft biß in das dreißigiste Jahr sich habe abgesöndert/damit Er keine Gelegenheit zu sündigen hatte» Zum Andern/ob zwar Johannes M schuldig/ und Heilig gewesen/ hab Er doch tnKleydern/Speiß und Tranck/und hartem Geliger ein sehr strenges Leben geführt/ in allerhand Tugenden Kch'ge/ übt/füruemblich aber moerDe- kombner Übergab seines eigenen Willens in den Göttlichen Willen/ dardurch Er st Hoch geftl- gen/ daß Er chne einzige VA htndernuß seine GemernsthaW mit Gott/ imd den Hell. Englen gehabt. Mein Osm^cenL! Es sagell die Heil. Vatter/daßder He»' Johannes ein Führer/und Vatter deßFlosterlichen Lebens seye gewesen; So erforsche dE ob du auch auß Eingebung M Heil. Geists dich in den GE Stand habest begeben ? zu dtsem End die Welt ftl-eft U flohen/dar.nt drr keine GelE heit zum Sündigen mehr ha^, töntest-? WeilduMnAuv^ ein armer Sünder/ und der W. hoch vonnöthen/ erstrW "A wie dein Handel und VA H inKleydem/Speiß/TramM Von dem Heil. Apostel Petro. 545 geübt habest/ und dein Leben be- Seüffzer lassen/ und st-gen/ daß stellt seye gewesen 2 Wie demü- du nicht wurdtg deß Nahmens Mg/gchorsamb/keüsch/undin eines Gerftlichen seyest? So den Willen GQttes rcliznicrt entschließe dich / m dem Werck du habest gelebt? Was für Ge- selbsten recht sromb / und GeG fellschafft du habest geliebt? sich/das ist/Heilig zu leben. Göttliche / Englische / Mensch-- (a) i. v. - 7 . öc re. liche / gute oder böse? Must du (k) L.uc« r. v. 66 . Nicht einen tieffen hertzlichen Betrachtung Auf das Fest des; Heil. Apostels Pettr. Der erste Punct. kEtrachte/ daßdasgantze ^ Fundament aller Fromb- keit/Heiligkeit/undHoch- heit Petn deß Apostels seye gewesen / daß Er alles verlassen/ undKhristoIEsu nachgefolget. Der Heil. Antonius/ da Er bey sich beschlossen/ ein recht fromes Leben anzustellen / und selbigem ernstlich nachtrachtete/lass t Jh- me der gütige GDtt eben dise Lection/ und Regul vorlesen: wann du wüst vollkommen ftpn/ so gehe hin/ verkaufte alles was du hast/ und gib es den Armen. (») Mein OLMLtzenr! Du wirst nicht bald gehört / und gelesen haben/ daß ein dem zeitlichen Haab und Guth Ergebener hab sromb und Heilig gelebt. Du lebest in einem Kloster/oder auf der Welt/so wirst du selbst erfahren/ daß wann man dem Zeitlichen anhangen / selbiges verwalten/und sich darumb annehmen/und davon ernähren muß/ grosse Verhinderung in der Tugend mache. Du weist wohl / daß Judas/der das Haußwesen Khriftj deß HErrn/ und seiner Apostlen geführt/zu Grund gangen. So vil es möglich/ mein o-m-sccnL! entschlage dich alles Zeitlichen/hencke dein Hertz an Zzz kein 546 Betrachtung kein Ding / wie schlecht und gering es auch ist/und folge nach dem armen JEsu; Und wann du schon nicht vtl hast/so verlasse mit Petro auch daö Wenige/ und noch vilmehr die Begierd/ und das Verlangen etwas zu haben/ wie wenig/und gering es auch ist/ und solte es nur ein Bildlein / oder Rosenkräntzlein seyn / ab deme du dich wurdest betrüben/oder unruhig machen/ wann es dir von deinem Oberen solle entzogen werden. Über das betrachte/ daß diejenige/ so alles verlassen / und Ehristo nachfolgen/ alles hundertfältig widerum bekomm. (t>) Petrus hat nicht vil/ dem Werck nach/verlassen/aber weil Er auch das jentge mit so aufrichtigem Gemüth verlassen / als wanns der gantzen Welt Güter wären geweseu/habJhnne ICsus auch also erhöcht/und so reichlich belohnet/daß ErJhnne zu feinem Statthalter allhier auf Erden gemacht- Und gleichwie Pharao (c) zu seinem getreuen Diener Joseph gesagt.' Dusolst über mein Hauß seyn / und auf den Bestich deines Munds soll alles Volck gehorsamen ; Mit dem einzigen Königlichen Thron will Ich mehr styn/dann du; Sihe! Ich hab dich gesetzt über gantz Egyptenland, Also habe Khristus Petrum gemacht zum höchsten Prrester/ zum obersten Regenten feiner streitbahren Kirchen: Du bist Petrus / und auf disen Felsen rviÜ Ich meine Kirchen bauwcn/und dir will Ich drc Schlüssel deß Himmelreichs geben, was du binden wirst arrf Erden/soll auch im Himmel gebunden seyn / und was du wirst auflösen aufErdcn/das solle auch im Himmel aufgelößt seyn- HatJhne also gemacht zu einem Fürsten aller feiner etgenthümo- lichen / nicht allein Geistlichen/ sonder auch auf gewisse Weiß/ zeitlicher Gütern; Dahero alle (Lhrist-gläubige Jhme zu gehorsamen verbunden/ und unter- worssensind. .a Ach mein Osm-srenz ! ANN disem sihest du/wie reichlich Go^ belohne/wann man wegen ferner auch nur das Wenige / so nra» hat/ von Hertzen verlasset/IkM nachfolget/und dienet; und A schicht es nicht allezeit hterE lich/wird es in der ändernde mit Himmlischer Frewd lA hänffiger belohnet werden« dencke/wan du villcicht in ew Geistlichen Stand kebest/was^ Von dem Heil. Apostel Petrö. wegen GQtt verlassen/und mit wie reinem Hertzen du deinem Beruf bißhero seyest nachkommen ? ob du nicht müssest bekennen/ daß du mehr als hundertfältig alles schon habest empfangen ? Allhier durchgehe nur obenhin die Gutthaten Leibs und der Seelen/die du in deinem Stand geniessest/also/daß wann du nicht frömmer/und sorgfältiger deinem Beruf werdest nachkommen/ nicht vilmehr in dem kunfftigen Leben werdest zu erwarten haben / welche wohl zu beweynen wurde seyn / und du Ursirch haben/dein Leben ernstlich zu verbessern. V. r- (z) M^rrd. i-. v. rr. (i>) lVlarrk. IA. t-. (c) Lsnelis 41. v. 40. . ^ , --- Der andere Punct. ES sagt der Heil. Apostel Pau- lus zu seinen Aorintheren: (Neichwie Ihr styd Mikgcnossen deß Leydens/alsö werdet Ihr auch des Trosts theilhasstig styn. sa) Daß gleichwie Christus der HCrr den Heil. Hetrum habe theilhasstig gemacht seiner Ehr und Glory/ und höchsten Ge- walts über die streitbahre Kirchen / also habe Er auch müssen seyn ettt Mitgenoß stiller vilfäl- 547 tigen Trübsal/ Mühe und Arbeit/ Verfolgung/ und schmählichen Todt deßAreützes. Durchgehe nur ein wenig die Geschichten der Apostlen/so wirst du finden / daß wellen Petrus daS Haupt der Apostlen/ den hartnäckigen Juden vier gantzer Jahr das Heilige Evangelium predigte / mehr als kein anderer Apostel Wunder würckte/ und vtl derselben zum wahren Glauben bekehrte / habe Er von der Jüdischen Geistlichkeit / und gemeinern Volck sehr vil erlidten; Sie haben Jhne verspottet/ geflossen / geschlagen / gegeißlet/ in die Gefangnuß aeworffen; den Herodes / das Er Jhnne lasse todten/ beredt / und so lang verfolgt/biß Er nach überstanoeneu vilen Lrübsteligketten / Mühe/ und Arbeit / schwären und gefährlichen Reisen daS Jüdische Land/ und Antiochiam/attwo Er sibeuJahr seinen Bischöffltchen Stuhl gehabt/ verlassen / und auß Bestich Gottes nacher Rom gezogen / allda Jhme Simon der Zauberer vil zu thun gäbe / der das Heilige Evangelium hafftig bestreittete/ und durch seine Zauber-Kunst sehr vtl verführte/daß also Petrus so wohl von den ab- Zzz L gefallnen 548 Betrachtung gefallnen Misten/Juden/und Heyden / noch mehr als zuvor muste leyden/und verfolget werden ; der aber seinem obersten Hirten-Ampt nichts desto weniger so embsig und eyfferig obläge/ daß Er vil Kirchen visitierte/die erste Kirchen - Versamblung zu Jerusalem / die Streitigkeiten/ so die Apostel/und Jünger Christi hatten/beyzulegen/angestellt; und discs so Müh - und arbeitsame Leben hat Er geführt/biß Er wegen Simon deß Zauberers/in dreUngnad deßKaysers Nero gefallen/ zum Todt deß Kreützes verurtheilt / und an demjenigen hat sterben müssen. Auß disem sihest du Erstlich/ mein ÖLmrlcenr » daß je grösser die Würde/und das von GOtt auferlegte Ampt / je schwarer die Bürde/ die einer muß tragen. Es sind vil / die gern obenan sitzen/Aempter/und Verrichtungen haben/aber ohne Ungelegen- heit/damit sie Ihren Balg/und Leibs-Gelüsten desto besser können abwarten. Wisse/ daß dtse mit ihren (villcicht erzwungnen) Aemptern/derHöllen zufahren. Muss du aber wider deinen Willen ein Ampt annehmen/ so nime auch zugleich von derHand Gottes an die Mühe unkt Arbeit deß Ampts; dann dise werden dir das Ampt/ und deine Verrichtung bey GOtt verdienstlich machen. Fürn Andern soll keiner erschröcken/oder gedencken/ Er seye von GOtt nicht zu disem Ampt/oder Verrichtung beruften/weil Er in selbigen vil W^ derwartigketten leyden muß/und daß/ dem Schein nach/vil Fromme sich Jhme widersetzen. So lang du/ mein OamKccna l dlt Aempter nicht suchest/in denftl- bigen das deinige thuest/ und dem guten Rath folgest/lebe ge- Lröst/ dann Gott vermenget dik deine Verrichtungen/und Aempter nur zu deiner grössernKrott mit so vil Mühe und Arbeit/ Areütz und Widerwärtigkeit, Das Exempel hast du in dem Heil. Petro/und andern Dienst ren Gottes/in dem Heil. Paule/ in den Apostlen/ und Jüngerer» M-isti/rc.rc. « Zum Dritten gedencke / oap GOtt denen/so die Aempter ha^ ben / so vil Wideriges lasse zm kornmen/damit Sie sich nicht heben/ gegen Ihrem Nach!^/ barmhertzig seyen/und erkenm' wie hoch Sie der Hülst/1'!,. Gnad Gottes vonnötheE^ 549 Von dem Heil. Apostel Petro. Mache esdir zrrNutzen/ mein bchertzige/^ßGottem^ Damasccns! wannduschon nicht allem zu disemZlhlmid End hoch erhebt/und nicht vil zu ver- ftn Zauberer'/u^achl^m walten hast; auf ebenem Boden len andern / die Herl. ^rchenzu kan man auch übel fallen. bestreuten/undzuverfolgen/ha, (a) r. Lonnrk. I.V.7. be zugelassen / und noch biß an das End derWelt zulassen wer- Der dritte Punct. de / dalMt Sie desto herrlicher/ S>Etrachte / wie Simon der' undGlorwürdiger/unddieV^- ^Zauberer wegen seinen Teuf- diensten Petri/auch AnerNach^ ftls-KünftenvondemVolckfür komblmgen/ und allerGlaubu ein Gott / und von dem Kayser gen / nur desto reichlicher ver- Nero in grossen Ehren seye ae- mehrt wurden. Mache dir vsie halten worden / auch habe ver- Beschicht zu Nutzen/wandle vor sprochen/ daß Er von seinen En- GOtt / und dem Menschen ein- gelen sich wölle lassen in den faltig; Verlange nicht hier auf Himmel hinauf tragen; wie er Erden geehrt zu werden / lebe dann auch schon an dem bestimb- gern vor den Menschen Verborten Tag mit Hülff der bösen gen/und wann du schon von an- Geister angefangen hinauf zu dem etwas muft leyden / trägst fliegen/ durch das Gebett aber nur du den Nutzen darvon. deß eyfferigen Apostels Petri Als Petrus von Nero dem seye von der Höhe herunter ge- Tyrannen zu dem Todt verur- fallen / seine Gebein zerbrochen/ theilt/ in die Gefangnuß gelegt/ und unseelig gestorben ; Also und von den Khristen / daß Er sihest du Erstlich mein Dsmaicc sich Ihrer erbarmen/und zu Gu- nr! daß was nicht mit Gott an- tem der Kirchen sich in die Flucht gefangen wird/ein schlechtesEnd begeben wölle / erbetten / und nehme. Gleißnerey/ Betrug/ gleichsamb gezwungen ist wor- *wd Chren-Sucht hat neben ei- den / erscheint Jhme Ahriftus/ nem schwären bösen Gewissen/ welchen Petrus fragte: HErr/ twu unehrbarem End/nichts als wo gehest du hin ? Auf Rom/ ant- vre Höll/oder ein schwares Feg- wortet Khristus/ wieder von wuer zu erwarten. Zum Andern neüwen gecreütziget zu werden 3Z) Z Pe- 550 Betrachtung Petrus verstünde bald / daß Khristusin seinem Diener wolle gecreütziget werden/ kehret also wieder in die Gefangnuß/ tröstete/ nnd ermähnte dre Christen/ dem Willen Gottes sich nicht zu widersetzen/und Jhnne an seiner bevorstehenden Marter nicht zu verhinderen. Allhier betrachte Erstlich/wie guet es seye/sich einfältig der Anordnung Gottes zu umerwerf- fen / und daß es/ dem Schein nach/etwas Guts mit Gewalt wollen thun/ und erzwingen/dem lieben Gott nicht allzeit lieb und angenehmb ftye; Die Khristen haben zwar ein gute Meynung gehabt/ und vermeynt/Petrus wäre Ihnnerr noch sehr nothwendig/aber netn/GOtt hats änderst wollen haben. O wie offt ordnet etneDberkeit mit Ihren Untergebnen außGöttlichem Antrieb diß/ oder jenes / wider welches andere murren/ und ver- meynen / Sie wolten die Sach vil änderst machen / und vil gescheiter und nützlicher anordnen/ dardurch/ weil die Oberen nach- geben/vil Übels und Unheyls in einer Versamblung geschieht/ und vorbey gehet. Erinnere dich zum Andern/ wie Gott bißweilen ein fromme/ gelehrte/ und zum Regieren sehr taugliche Seel lasse dahin sterben / und hinweg nehme / damit wir wüsten/daß Gott unser nicht vonnöthen/ und durch andere Nachfolgende alles so gut/oder noch besser ordne / als durch die Vorgehende. Glaube niemah- len/mein vLmrsccnr! daß an dir etwas gelegen seye/wann andere die Gnaden werden haben/dre du von Gott empfangen; WM und Halts für gewiß/daß sie st" bige zum Guten anderer bestes werden brauchen. O wie vrl Ursach hast du dann/dir bey deiner Verrichtung übel zu förA ten/weil du andern im WeegM besser / frömmer / und tauglich^ sind als du? ^ Betrachte noch ferners/,^ Petrus zum Todt deßKreWS verurtheilt/wie Ihne die haE und hartnäckige Iuden/undiv^ schmacht/verspeyet/gestosseE fchlagen/an eine Saul gebundel grausanch gegetßlet/und endtw- auf dem Goldberg an eineni^ hebten Orth unbarmhertztgSd creütztget. Weilen aber b«',. unwürdig achteke/daß Von dem Heil. bigem Kreütz/als wie sein Meister soite hangen/ist Er auf de- müthigesBitten mit demHaupt unter sich gecreütziget worden. Mein OEssccnLWte ähnlicher wir hier Christo dem HErrn seyn werden durch das Leyden/ je gleichförmiger werden wir auch Zhme seyn in der Glory; darumd sind die Heilige Gottes so begierig gewesen nach dem Leyden/ und du/ mein L>». mLsccnL r tragest so grosses Ab- Apostel Paulo. 55! fcheühen vor demjenigen. Ach mein OrmstccnL ! handle ins künjftig gescheider; und trägst du wegen deiner bekandten Schwachheit keilt Verlangen nach der Widerwärtigkeit/ und dem Kreütz/so seye wenlgist nicht ungedultig/ und mache deinen Willen gleichförmig mit dem Göttlichen/wann dir was Wi- deriges begegnet / und durch die Kreaturen dir der liebe GOLt etwas zuschicket. Betrachtung Aus da§ Fest deß Hell. Apostels Paul,. Der erste Punct. sEtrachte / daß Paulus ein erwähltes Gcfass/fprach derHCrr Jud/und sehr gelehrter zu demAnamas/(->)n, einen )7(ah- Pl)arisaer/aun der Statt men zu tragen vor den Herden/ und Lharsis / von reichen Stern ge- vor den Königen/ und den Kinder,, bohren / nach der Auferst. hung Iftael. Wie trewlich Er aber Lhristi deß HCrren / die Khri- disem seinem Ampt/ulw dcmBe- sten Altfangs häfftig habe ver- selch Khristi deß HErrerr seye folget; nachdem Er aber bekehrt nachkommen / zeugt von Ihme worden/ sich eyfferiger als kein die Heil. Kirchen: (b ) Du bist anderer Apostel UMb die Bekeh- ein außerwahltes Gefäß /Heil. Apo» rung der Juden / noch vilmehr stel Paule/ sagt Sie/ ein Prediger aber der Heyden sich habe ange- der Wahrheit in der gantzenwelt/ nommen : Diser ist mir ein auss. durch welchen erkennt haben alle Heyden 55r Betrachtung Heyden/und Völcker die Gnckd Gottes. Alles / sagt Cr sechsten/ (c) hab Ich von Jerusalem an/rings herumb/biß an Illincum mit dem Evangelio Christi erfüllt. Zehle alle Stadt und Lander/alle L)er- ther/alleVölcker/die nicht allein unter der Römer Bothmaßig- kett sind/sonder auch unter den gröbsten und wildesten Menschen/ sagt der Heil. Lbr/ivsto- mu, , so wirst du ehender fertig werden / uno können sagen/wo Paulus nicht gewesen / als wo Er gewesen seye. Über dlses/behertzige Erstlich/ meinO-miLleens! daßkeinMensch so wild und boßhafft seye/daß Cr durch die Gnao Gattes nicht könne verbessert werden. Es ist kommen Ananias / sagt Ambro- sius/hat Saulum gemusst/und hat gemacht auß einem Sau! einen Paul. Er hat gemusst einen rasenden Wolss/ und hat darauß gemacht ein sanfftmüthi- ges Lamblein; und der zuvor gewesen ein Verfolger der Kirchen Gattes/ist in selbiger worden ein Prediger / und Lehrer der Völcker. Bitte durch den Heil. Paulum deinen liebsten JEsum auch umb Gnad unoBarmher- tzigkeit / daß du dein böse und wilde Arth/dein böse Natur/und angebohrneUnMgenden könnest erkennen / und selbe verbesseren; werde nicht kleinmüthig / als wann alles verhaufet/und keine Besserung mehr verhanden/oder zu hoffen wäre. Zum Andern behertzige / wre Paulus alle dise Arbeit/und Bekehrung so viler Völcker/ nicht Jhme/sonder der Gnad Gottes habe zugeschriben: Durch dre Gnad Gottes bin Ich/was Ich bin/ und seine Gnad ist in mir nicht ver> geblich gewesen/ sonder Ich h§b mehr gearbeitet/ dann Sce ulle. Nicht aber Ich/ sonder die G«nd Gottes mit mir. () r.co. und Arbeit reüwen / so wird dir rinrk. 7. V. 4. (c) r. aä ^im.; . V. > r. Gott auch geben/ was Er ande- (tl) r. corinrk. r. V. lr. (s) ren Gott-liebenden Seelen nicht V. 6. (5) klülipp. V. ro. versagt; Und bist du nicht wär- DiitU'f ^lg / mit Paulo dein Bluet ffrr ornre ^uncr. Gott zu vergiessen/ erwecke gufs I(Achdeme Simon der Zaube- wenigtste in dir mit Francisca/ rer ein so elendes End genom- Theresia/und anderen eyfferigen men/und ?Ltrociur der Mund- Gott-liebenden Seelen einen schenck deß Kaysers/ durch den grossen Eysser / alle Peyn und Heü. Paulum zum Khnstlrchen Marter außzustehen/und für die Glauben ist bekehrt worden/hat Ehr Gottes tausend Leben dar <-r der Nero nicht über Petrum zu geben. Wisse aber / mein auem / sonder über den Paulum OLMLlcenr; damit diser Wunsch erbittert/ befohlen/ Zhnne Pau- vor Gott recht verdienstlich seye/ Aaaa» werde 556 Betrachtung werde darzu ein pur-reines Leben net/ die Cr aber getröstet/ und erfordert/wie auch ein große in- noch von Ihro den Schleyer/ brünstige Liebe Gottes. Lift/ setneAugen darmit zu verbinden/ wann du in dir nicht befindest/ begehrt / mit Versprechen/ Abi- erdemüthige dich/ und bitte JE- gen wieder zu zustellen; wie es sum umb ernstliche Besserung dann auch geschehen da Er mit deines Lebens. Petro gantz Gtorwürdig ge- Betrachte/daß neben vilen an- Neyd/wreder in die Statt hinein deren/ sonderlich die jenige drey/ gehen/ von Dyomsio Areopagi- LongLtms / Azestus / und Megi- ta/und noch viien andern ist ge- stus/ denen Nero Paulrnn zu sehen worden/und der Lemobt- todten übergeben / seyen bekehrt den Schleyer wieder hat zuge- worden/wegen dergrossen Wmr- stellt / welches gedachter Dyont- Ler-Zeichen/welche Gott bey sei- stus/ mit noch vtlen andern Sauern Heil. Todt gcwürckt / und chen/die sich bey dem Todt disek wann du / mein Ormsiccnr r das Apostlen habenzugetragen/gauy Leben dises großen Heil. Apo- beweglich/und anmüthig erzeh^ stets lisest und durchgehest/oder let. (H anderer Heiligen GOttes / und dich durch die innerliche Beruh- Lobe/mein Dam-scenÄ! den all- rung deß Gewrssens/undAntrteb gütigen Gott/daß Er seine Ap^ deß Heil. Geists nicht bekehrest/ fiel also Glorwürdig gemacht, sonder alles unfruchtbar wieder Urrd hast du etwan den Schlepp lassest verschwinden / gedencke/ Jungfrawltcher Schamhajfttg' was» für ein schwäre Verant- keit verlohren / bitte disen He"' wortung und schmertzlicherLodt Apostel/daß Er Jhnne dir wA dir werde bevorstehen. der von Gott erbetten wolle/va^ Als nun Paulus enthauptet mit du allzeit in deinen Sitten zu werden/hmauß geführt wur- und Gebärden einzogen / oe/ hat Lemobia emJüngerin/ schambhafftig dich erzeigest/u^ und Geistliche Tochter deß Heil. mit gutem Exempel vorlE PanLi/bey dem Statt-Thor sie- test / sonderlich / wann du m hend/Ihren liebsten Meister/und Welt-Lcüthen/oder anderen Geistlichen Vatter sehr bewey- drigen Geschlechts umbgE.' Von dem Heil. Apostel Paulo. 557 Erforsche dich / wie du bißhero das Fleisch. Wie Männlich aber/ dich habest verhalten? mein O-m-scenr! Paulus sein Betrachte endlich/ da Paulo Fleisch habe überwunden/ und mit dem Schrverdt das Herzige wre keüsch/und Jungfrawlich Er Haupt abgeschlagen worden / sein Leben habe beschlossen / hat daß an statt deß Bluets Much nach Meynung deß Heil. seye geflossen/und daß das Hell. ronymi , die Milch/ so an statt Haupt drey Sprung habe ge- deß Bluets geflossen/Zeügnuß than / und jedes mahl den aller- gegeben. Lasse dir dise Lugend sussesten Nahmen JEsus auß- sonderlich anbefohlen seyn; Lasse gesprochen; daß auch bey jedem nichts geschehen/daß selbiger zu- Sprung ein schöner Brunnen wrder/und trage ein sonderliche von Mrlch- süssem Wasser ent- Lrebe zum Alkrheiligiften Nah- sprungen/die noch auf den heüti- men JEsus / den Paulus stärs gen Tag zu sehen. im Mund / und in dem Hertzcn Mein vLMLiccnL! der H. Pau- gehabt / damit in dernem letzterr lus hat uns allen sem Schwerdt Sterb - Stündlein dein letztes hrnderlassen : Nehmet / spricht Wort / und letzter Gedanckett Er / das Schwcrdt deß Geists/ auch seye: JEsus! JEsus! das ist/ das Wort GOttes; (b) JEsus! Welche Gnad dir dein und gleichwie Ich mit Visen, liebster JEsus nicht wird ver- Schwcrdt Zttschandcn gernacht die sagen/wann du dich wirst bcfleis- Juden ; überwunden die Heyden ; sen / als Wie Paulus / ftomb ZU gedcnmthigct die Leyer ; bcstritten leben, die Begierden deß Fleisches / also (z) m xpittolL aä limorb. überwindet auch / und beschneidet ,,,) L^siolum c. 6. darrnit eüwere vnrugenden / und « Aaaa; Be- 558 Betrachtung Betrachtung Auf das Fest der Hetl. Jungfratvcn/ und Abbtlßtn Erentraud. Der erste Punct. ERentraud die Königl. Prin- ceßin/ hat zwey Heilige Brü- der/Rupertum und Lrutpertum gehabt / welche / weil Sie alles verlassen/ und in frembde Länder/ die Heyden zu bekehren/ver- reißt/begibt sich Erentraud auch in Frankreich in ein Kloster/ GOtt dem HErrn allein zu dienen/ allda Sie in Tugenden also zugenommen/daß Sie nach Absterben der Abbtißin / zu einer Vorsteherin ist erwählt worden. Mein vrmrsccnL! Wan man an den Früchten solle erkennen/ ob ein Baum gut oder böß/O) so sind die Clteren diser dreyen Heiligen Geschwisterigen stock/ und Heilig-maßige Eheleüth gewesen / welche so stomme Früchten/und Kinder erzeügt/daßRu- pertus ein Heil.Bischoff/Trut- pertus ein Heiliger Märtyrer/ Erentraud aber ein Heil. Abb- tißtn ist worden. Und was bist du für eine Frucht deiner Eltern/deines Zuchtmeisters/oder Zuchtmeisterin? OLmrlcenr! Es gibt Frucht/ wann der Baum schon guet/wel- che Wurmstichig/an dem Baum erfaulen/ oder vor der Zeit a^ fallen; Dein Lebens-Lauffwird dir Zeügnuß geben / ob du ein reisse/oder unzeittgeFrucht seyest/ welche würdig / auf die Königl. Tafel deines liebsten IEsu aufgestellt zu werden ; und bist du nrcht alfo beschaffen / lasse du^ hertzlich leyd seyn; thue dep mahleinist würdige Frucht K Bueß/(b) und lasse dich nE vergnügen mit dem leeren deß Geistl. Drdens- Stands. In dtsem Kloster hat U Gaamen/und das Unkraut oep bösen Geists also überhand a nommen/daß dise Heil. mit allem Ihrem Fleiß / und Arbeit/selbiges nichts Von der Heil. Iungfrawen und Abbtißin Crentraud. 559 nicht vermöchte wieder in einen guten Stand zu bringen/sonder es hat die Ungehorsame / die Trägheit zum Guterr/dieRegier- sucht/und Uneinigkeit nurimmer mehr zugenomen/also daßEren- traud sich entschlossen / die Abb- tey-Würde/und zumahlen das Kloster zu verlassen/und in das Leütschland zu Ihrem Bruder Rupertus Preisen. Ach mein HCrr/ und mein GOtt! wie unglückseellg ist jenes Kloster/in deme man ohne Die Klösterliche Lugenden lebt/ wo Khrtstus mit seinen Tugenden verstossen/und der böse Geist mit Sund und Lastern das Regiment führet. o-mLsccn,! lobe und dancke Gott/daß du in einem wohl-re5ormic,ten Kloster/und unter frommen Seecen lebest. Hüte aber dich / daß du nichts thueft/dardurch Gott / und dein Hberkett möchte beleydiget werden. Bitt demüthig deinen liebsten JEsum/daß Er dein Kloster in gutem Stand wölk erhalten/ und was fromme/und eyfferige Oberseiten in solchen verwirrten Versamblungen nicht vermögen / Cr durch seine allmögende Gnad verbesseren wölk. Deiner Seitß gedemke/ daß wann du auch in dem armbseeligisten/und unvollkombnisten Kloster mußtestleben/dich dannoch gantz demüthig/ruhig/ friedsamb/ gehor- samb/ Geistlich / und Klösterlich wölkst vechalten. Wann du also beschaffen / und also lebest/ ach! wie ein rühiges Hertz wirft du in dir haben? (a) Ivlarrk. 7. v. ro. (lr) I^ucse z. v. 8. Der andere Punct. » dich nickt Ä,^ ^^usen / und wüthigen Erentraud ertheilt/ist den ^ukomert/ auch sürnemblich gewesen dir ' Kraucknen zu Gnad der Wunder-Werckew v»enen. unter denen nicht das Geringste Bbbb dat 5§r Betrachtung daß der Heil. Kayser Heinrich/ so lang Er Heylchumb von der Heil. Erentraud bey sich in sei- i rem Ring getragen/ von der hinfallenden Sucht/dero Cr untere worffen wäre / befreyet ist gewesen/da Er aber diß Heylthumb verrohren - die KranckheitIhnne wieder angefallerr. Dahero Er von der Mutter Gottes/und der Heil.Erentraud ermähnt/ versöhnlich das Grab diser Heiligen Jungfrawenbesucht/ eyffcrigist sein Gebett verrichtet / und das abgebrunneue Kloster wieder von Grund aufbäumen lassen/ der dann zur Danckbarkeit von der Heil. Abbtißin völlige Gesundheit erlangt. In deinen Leiblichen Anligen muft du keine solche Augenscheinliche Miracul begehren; brauche mit Verlaubnuß deiner Oberen/ und wie es einer Gott-liebenden Seel zustehet/natürliche Mittel/ bitt GOtt den HErren/IEsum deinen liebsten Gesponsen/ daß Er durch die Furbitt dises/oder jenes Heiligen/dir die Artzney- Mrttet wolle segnen/und sie machen würcken. Zweifle nicht/ wanns zu seiner grösseren Chr/ und deiner Seelen Heyl/daß du nicht werdest gesund werden. vLliirlcenL! Erinnere dich/ Evir du biß anhero in deinen Kranckheiten seyest beschaffen gewesen/ lrnd ins künsstig / wie du dich verhalten wöllest? Gedencke niemahlen/ daß man dich in dei- ltenÄrarrckheiten Rathloß werde ligen lassen. Warrn die Oberen Ihre Schuldigkeit gegen dir nicht werden thun/wirds Gott ohnfahlbar ersehen ; Aber deiner Settö must du auch recht vollkommen in den Willen Gottes vereinbahret seyn. . Das gantze Jahr hindurch/ insonderheit aber an den Fest- Lagen diser seeligen IuE ! frawen/ wird Ihr Heiliges/, rim Gold/Perlen/ und Edelgesteitien geziertes Haupt dem hauffiE lauffendem Volck alldort Z» Saltzburg/aufdem so--genE ten Hoch-Adel. Frawen-bst» Nunnberg / aus ihre HaE gesetzt / dardurch man neben a''' dem Gaaben und Gnaden nemblich Linderung der KoM Schmertzen empfanget, v-lMLicens! Lrageittgron. Vertrauwen zu diser HeM». und zweifle nicht / daß du ru - ^ auch absonderlich in d ^ Kopff - Schmertzen BEAe , werdest elnpfangen/wannon ^h i Von der Heil.Jungftawen und Abbttßm Crerrtraud. 56z Bist Sterbstündlein / damit du die m dem Himlische Fremden mögest er- ge- langen / mit diser Heil. Jung- ftawen/ und Abbtißin Eren- Anfechtun- traud / die gelebt / und Heilig ^nsonderk^ - gestorben / in dem Jahr Zrrtonderhelt aber m demem KhristiSzo. Ende deß Ästen Theils. ..egistcr/ Deren in dtscm Ersten Theil begriffenen Be- trachtungen/ und Leben der Heiligen GOttes. l Jenner. 1. Beschneidung unsers HLrren. 2. St.AdelharduS. z. Sr.Tuphrofina 5. Vigil der HH. drey Königen. Fol. i IO 16 22 6. Festtag der HH. drey Königen. 28 O irL. r __- . , ^ 8. St. I-2urenriur ^uMnianus. iz. St. HilarinS. 15. Sr.Mamu«. 16. Sk. Paulus Tremita. 17. St.Amonius. Lo. St. Sebastianns. 2 1. Si MemraduS. 22. St Agnes. 2Z. Vermählung Maris. 24. Sk. Iidechoiffus. 4 i 48 55 66 6 i 7Z 79 86 9 - .. Fol. 25. Bekehrung deß Heil. Paulk. 125 26. bt. Polycarpus. 112 27. St. Johannes ChrysostomuS 1^9 29. Gk. Zranciscus von Salcs. 127 Zc>. St. Martina. iz; Hornung. 1. St.Ignatius. 142 2. Reinigung Maris. 148 Z. St.Blaffus. *54 4. St. Veronika. *59 4. St.RcmbcrtuS. 16z 5. St. Agatha. 166 6. St. Dorothea. 172 7. G< RomualduS. 178 8. St. Marina. 199 Bbbb r Register. 9. St. Apollsnia. 185 iv. St. Scholastik«. 191 14. St DalencinuS. 206 14. St. Stephan»-. 212 15. St. kaullmus und ^ovlra. 216 18. St.Simeon. 22z 24. St. Matthias Apost. 227 Mertzen. Z. 8r. Lbune§uncl. 2ZZ 4. 8r.Lallmirus. 240 6. 8c. Lolsca. 246 7. 8 c. l'komas vöN^mn. 255 9. 8r. prancilca K0ML113. 262 10. Vierzig Heil. Märtyrer. 272 12. 8r. Qrsßorius Pabfl. 278 19. 8r.^olepkus. 286 20. 8c. ^oacmmu». 294 2 1. 8r. kenecliÄus. Z 0 I 25. Verkündigung Man» zo8 Die 7. Schmerlen Mari» an dem fünffken Freytag in der Fasten, z 14 Aprill. 2. ?rancifcu8 von Paula. Z2i z.. 8c. Oenovsvä. Z28 4. 8r. lüöorus. ZZ4 8r. Vincenrius perrenus. Z40 ii. 8c.I.eoPabst. Z48 2i.'8r. ^nlelmu8. z^4 2z. 8r. Osorgiu8. z6i 25. 8r. I^arcu8 Evangelist. Z67 29. Lr. Koben. Z 7 Z C N 29. 8r. perrus Märtyrer. Z79 ZO. 8r. 6arbarinL von SkNtS. Z 87 Auf die Oesterliche Zeit. Z92 Mäyen. 1. 8r.kkil>s,pvnd Jacob. Z97 2- 8c. ^rbanaliu8. 406 z. Treü? Erfindung. 414 4. 8r. l^lonica. 420 Von den 7. Frewden Mari». 426 Erfcheittlmg deß Heiligen Er?, Engel Michaels. 4)2 ' 9. 8c.6reZociu8 von NaNjiany. 4Z8 20. 8r. Lernar