nik'rssisuo^ttLk 7 r ^ --r - >, LtittsbibUSÜM ^l.Ornlon Trostreiche »ruderschafft unter dem Schutz / und Titul WristlIM, unsers an dem Stammen des Hril. Creutz Nterbenden Urlösers, aufgericht Von kr Geftllschafft JESU für beyderley Geschlecht In der Löbl. Pfarrkirchen 8. nic:0l.äi Zu Veldkirch im Jahr 1745. ,/c ^///>? ... _ _ .--2 !Z Gedruckt, im Furstl. .GOrrshauß St. Gallen, i?6z. (Ammans voce M3§N3 8^/8 aic: karer in M3NU8 ru- 38 cojvmen6o 8^irirum me- um, öc l^Xc dicen8 cx^iravic» K JESUS rüste mit lauter Stim, und sprach: . Vatter in deine Hand beseht ich meinen Geist. Und da er das sagte , gäbe er den Geist auf. » Jorbericht. ! M keiner Sach ist dem Men- schcn mehr gelegen, als an ^4 >?-4 einem guten Todt; stirbt er ^ glückselig, ist alles gewun n; . stirbt er unglückselig, ist alles verloh-' ' ren m Ewigkeit. Diese alles Nachden- ckens würdige Wahrheit legt uns Sonnenklar unter die Augen das Licht der Vernunft, der unfehlbare Ausspruch GOttes, und der heilige Glaub. Dieser hochwichtigiste Gedancken läge uns . serm Wohl-Ehrwürdigen Vincen- rio OsraKe stbenden 6enersl unserer mindisten Gesellschafft, einem Mann von grosser Heiligkeit, und fast uner- » messenen Seelen - Eifer lange Zeit tief- ? fest in dem Herzen ; dahero er, theils A - durch M ( 4 ) O ^ durch den unschätzbaren Werth deren durch das kostbahriste Blm JESU Christi erkauften Seelen, theils durch die tumme Sorglosigkeit so vieler oh, ne einzige Vorbereitung dahin sterbenden, folgsam elendiglich zu Grund gehenden Christen heftig angetrieben, mit allein Ernst auf Mittel und Weeg be/ > dacht wäre, dem bedaurlichcn Unheil so vieler edlisten Seelen möglichist vor- -»biegen, und alle Christglaubige zu einem glückseligen Lebens-End zu beförderen. Nach lang und reif überlegter Sach . mit GOtt, und hocherleuchten, gelehrten Männern, gedmrckte rhn zn diesem Vorhaben nichts kraftigers,'und erst) ießlichers zu seyn, als ein Gnad- jind Trostreiche Bruderschaft von dem guten Todt unter dem allmögenden Schutz unsers am Stammen des Heil. . Creutz für uns sterbenden Erlösers, , mit Genehmhaltung des Pübstlichen Stuhls aufzurichten, und in verschiedenen Orthen einzuführen. So wurde dann ohne Verzug dieser so M ( 5 ) O so heilsame Gedancken samt seinem Entwirrst an gehörigen Ortben vorgewisen, mit Freuden gut geheißen , mithin als- bald ins Merck gestellet. Diese zu Beförderung des Hcyls der Seelen so kraftvolle, und trostreiche Bruderschaft wurde nachmahlen von Imio^enuo x. wie auch ^Iex.,n6i o VIl. LI<:menreX. Irinocencio Xll. Obristcn Kirchen- Häuptern bestättiget,durch ganzWelsch- land wundcrbarlich ausgebreitet, und Mit der Zeit auch in unterschiedlichen Or- thcn unsers Deutschlands aufgerichtet; endlich in Ansehung der allenthalben häufig erfolgenden Früchten von Seiner HMligkcit L^neclicto Xill. durch ein absonderliche 6ult-,m mit neuen geistlichen Gnaden-Schätzen bereichet, und zu Rom in der Kirchen 8oc. M- tu, ^5« genannt, zu einer Hauptoder Erz-Bruderschaft solcher gestalten erhoben, daß alle andere dergleichen , wo immer aufgerichtet von unserm Ehrwürdigen Oen -l-ül, oder seinem Vibrio erstbenennter Römischen einverleibte Bruderschaften ebcnmäsfi- ger Gnaden und Ablaß vollkommen theilhaftig seyn solten. A z Die- M ( 6 ) M Dieses zu einem kurzen Vorbericht von dieser trostvollen Bruderschaft; welches uns auch dahin bewogen, daß wir aus herzlicher Begierd, deren in Gefahr schwebenden Seelen alle Mittel zu Erlangung eines glückseligen Sterbstündlcins nach unserer Möglichkeit zu verschaffen, uns entschlossen dieselbe auch allhier zu Veldkuch, zu Trost aller hiesigen Innwohnern und Benachtbahrten einzuführen. Der Zweck aber und Absehen dieser Bruderschaft behaftet sondcrbahr in nack folgen- drn drcy Haupk-Puncun. r. MAß wir dadurch unser schuldigi- ste Danckbarkelt gegen den ge- creutzigten Hcyland bezeugen, und durch Dessen unendliche Verdienst, wie auch theils durch unsere, theils allgemeine gute Merck der gantzen Bruderschaft die endliche Gnad eines seeligcn Todtö erhalten. r. Daß wir jedes Monath, wenigst G ( 7 ) M Einmahl uns zu einem Christlich - hci- . ligen Todt bereiten» und dadurch allen Gefahren des Heyls, welche durch ein gähen Todt, schwere Kranckhcit, und Beraubung des Verstands entstehen können, vorkommen; indeme wir solchergestalt niemahl lange Zeit » ohne Christliche Vorbereitung vorbey gehen lassen. z. Daß wir durch öftere Erinnerung des Todts aufgemuntert werden, sowohl das Gewissen, als auch andere Geschafft, zum Exempel : Heimstel- lung fremden Guts, Aussöhnung mit denen Feinden, Testaments - Sachen, und dergleichen, zeitlich zu versicheren. Beynebens durch einogenauere Beicht und Communion, auch absonderlich durch Uebung der höchst nothwendigen Tugenden uns gewöhnen, zu einem glückseligen End des Lebens zubereiten. Indeme die Erfahrnuß gibt, daß viel solche Tugend-Act nicht recht wissen zu üben, und wann man auch ihnen in dem Todt-Beth solche vorspricht, sie doch solche nicht recht be- A 4 SreO M ( 8 ) M «reisten, wann sie sich nicht zuvor beflissen haben, durch öftere Wiederholung selbe anzugewöhnen. Christlicher Leser, erwege bey dir in deinem Herzen nicht nur obenhin , wie viel wichtige Beweg r Ursachen du findest, dieser so hilf-und mittelrcichen § Gelegenheit einen glückseeligcn Todt -u erlangen dich mit allem Fleiß, Eifer, und Sorgfalt zu bedienen. Unser ganzes Leben soll nichts anders seyn, als eine immerwährende Schul, in welcher wir zuforterist recht sterben lehrnen sollen. Bedrucke ob es nicht höchst bivich, ja eine unumgängliche Nothwendigkeit seye, daß dr?dich das . Jahr hindurch, wenigst das Monath einmahl, diesen so wichtigen Puncten zu erlehrnen nach allen Kräften befieissest. tt Mus- M f 9 ) M Uuszug Nr Gnaden, und Mblaß, welche Pabst öL^LOiLrus xin e>er Erz-Bruderschaft von dem guten Todt oder sogenannten Todts-Angst Christi JCsu/ wir auch allen andern / sode- roselben einverleibet seynd/ durch einen besondern Gnaden - Brief den 2z. Herbstmonar in dem Jahr 1729. verlyhen hat. vollkommene Kbläß. 8^d§r an dem Tag der Aufnahm in ^ ^ diese LoribreKLnon nach verrichteter Beicht die Heil. Communion in der Kirchen 6el zu Rom ( oder wo er sonst kan ^ empfanget, gewinnet vollkommenen Ablaß. Wer nach verrichtet Beicht und H. A 5 Com- M ( ro ) M Kommunion, oder wofern solches nicht seyn könnte» wenigist mit zerknirschtem Herzen in Todts-Nöthen den heili- giften Namen JESUS mit dem Mund oder doch» so er mündlich nicht kan, mit dem Herzen aussprechen» oder a- der ein Zeichen der wahren Büß von sich geben wird, erlanget vollkommenen Ablaß. Wer das Monath einmahl an einem Freytag oder Sonntag, wo man an solchen Tägen die LonAreZZiion vom guten Todt haltet» nach voran- aehc.ider Beicht communiciren, und heuen wird für Fried und Einigkeit Christlicher Fürsten, Ausrenkung der Kctzereyen, Bekehrung der Ar-und Ungläubigen, Aufnahm der xLatholi- schen Kirchen, und Wohlstand des höchsten Kirchen Haupts»erlanget an gemeldtem Tag vollkommenen Ablaß. r Auf gleiche Weiß ist vollkommener * Ablaß verlyhen» auf folgende Festtäq l des Jahre: Als erstlich auf das Fest ' der Geburt Ch» isti, der Heil drey K os i ntgen, Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfing- i- M ( rr ) M Pfingsten, der Heil. Dreyfaltigkeit , Fronleichnam. Item: Am Fest der unbefleckten Empfangnuß Mariä, der roselben Geburt, Verkündigung, Rei- nigung oder Liechtmeß, Himmelfahrt. Ferners Am Fest des Heil. Iohannis des Tauffers, des Heil. Josephs, der HH. Apostlen Petri und Pauli, H. Andrea, H. Iacobi, H. Iohannis, H. Thomä, HH. Phrllppi und Iacobi , H. Bartholomai, H. Matthai, HH. Simon und Thaddäi, H. Mat- thia, und an dem Fest aller Heiligen GOttes. Mblaß Vm> 7. Jahr/ und 7. Qua» ^ dragenen. oft man der Congregation-An, dacht, oder Convent beywohnet, und auf besagte Weiß bettet, erlaru- aet man Ablaß von 7. Jahr, und eben viel Quadragenen. Kblaß V>>n emem Iafir. MEr einen Christalaubig-Verstorben A 6 ncn Mr ( i2 ) M neu zum Grab begleitet, gewinnet jedesmahl ein Jahr Ablaß. Wer die arme K rancke in ihren Häusern, oder Spirhälern besuchet, gewinnet ebenfahls ein Jahr Ablaß. Wer auf das Glocken - Zeichen für eine Seel des Verschiedenen, oder Gesund Heck des K mucken ein Vatter Unser und Ave Maria mit gebogenen K nycn, da er kau, betten wird, erlanget ein Jahr Ablaß : wann er änderst den Sterbenden nit selbst, Kranck- heit, oder andern Ursachen halber nicht besuchen kan. Eben so viel Ablaß gewinnen auch jene, welche die Gefangene beuchen ; welche sich einfinden bey einiger Andacht , so von dieser Congregation an- - gestellt, und von dem Oenei-nl der Gesellschaft IEsu gutgeheißen ist, als da seynd die gewöhnliche Convent-Messen, Aemlter, Predigten und dergleichen. Item, welche an einem Merck- tag der Heil. Meß beywohnen, vor dem Schlaftengchcn das Gewissen erforschen, w- D ( iz ) D tation-Kblaß. Askle Mitglieder dieser Congregation ^ in-und ausser Rom, wann sie an einem Tag der 40. tägigen Fasten» 0- der zu andern Zeiten der sogenannten Stationen, die allhiesige Pfarrkirch, oder eine andere Kirch, wann sie sich anderstwo befinden, andächtig besuchen, und allda 7. Vatter Unser, und 7. Ave Maria betten werden, erlangen alle die Station-Ablaß nicht minder, als wann sie persöhnlich die dazu bestimmte Kirchen in - und ausser der Sradr Rom besuchet, und alle zu Erlangung solches Ablasses erforderte Merck vollkol'Hien verrichtet hatten. Es sind aber laut des Oecivc der Heil. Con- gregation von den Ablassen, welches im Jahr 1678. den 7. Mertzen ergangen , folgende Täg zu bemeldren Stationen angesetzt Alle Sonnräg des Advents. Alle Muwoch, Freytag, und Sam- stäa der vier Huarember. Der Vor-Abend oder VjZ.il der Ge/ burl Christi. A 7 DaS M ( 14 ^ ^ Das Heil. Weyhnacht - Fest. s Das Fest des H. Erz-Märtyrers Stcphani. Das Fest des Heil. Evangelisten Iohannis. Das Fest der heiligen unschuldigen ! Kindlein. > Das Fest der Beschneidung Chris > sti. Das Fest der Heil. drey König. Der Sonntag genannt Septuages sima. ^ Der Sonntag Sexagesima. Der Sonntag LZuinquagesimä. Jeder Tag der vierzig tägiaen Fasten , samt nachfolgenden 8. Tagen bis auf den wcissen Sonntag mit eingeschlossen. ^ Der Tag des heiligen Evangelisten ! Marci. Der Montag, Dienstag, und Mit- rvoch in der Bitt-und Creutzwochen. Das Fest der Auffahrt Christi. * Der H. Pfmaft-Abend. Das Heil. Pfingst-Fcst selbst, und 'olgende Tag bis Samstag mit deß 'en Emschtust. M ( i5 ) M Nk. Allhier ist zu mercken, i. daß wir diese und vorige Bruderschaft- Ablaß können entweders uns sechsten zu Genugthuung unserer Sünden, o- der auch denen armen Seelen in dem Fegfeur, laut Römischer Lulis, sp- xllciren und anwenden. 2. Daß wir sie auch gewinnen können , wann wir an andern Orthen uns befinden, und dessentwegen in allhiesiger Pfarrkirch die vorgeschriebene An- dachts-Uebung nicht können verrichten, wann wir solche nur vollziehen alldort, wo wir uns aufhalten. Unterricht Von Km Gebrauch / und An- dachts Uebungen dieser Bruderschaft. I. MAs Zihl und End dieser Versassr- ^2 luna ist, durch die Verdienst des bittern Leydens und Sterbens IEsu Christi, und Fürbitt jeiner schmcrzhaffs ren M ( i6 ) M ten Mutter Mariä für sich, und olle Einverleibte ein seelige Sterbstund von GOTT zu erlangen. lk. Das Haupt - Fest dieser Bruderschaft ist der Sonntag b>giIioms, in der Fasten, ^uüicg genannt, welcher darum zu dem Principal-Fest dieser Versammlung ist erwählet worden, weil die Catholische Äirch an diesem Tag die Gedachtnuß des Leydens, und Sterbens IEsu Christi hauptsächlich anfangt zu betrachten. An diesem Haupt-und Principal-Fest wird bey ausgesetztem Hochwä-rdigen Gut ein zehen stündiges Get^tt angestellet werden, so zu gewöhnlicher Fruh- Mesi Zeit den Anfang nimmet, und nur gewöhnlichen Abend-Convem beschlossen wird. III. Neben diesem Haupt-Fest seynd noch andere Festtag auf die Iahrs- Zeuen oder Luatember ausgesehen wor- M ( r? ) O worden; als nehmlich in dem Frühling das Fest des Heil. Joseph, als emes absonderlichen Patronen der Sterbenden. Im Sommer das Fest der Heil. Maria Magdalenck, welche bey denen Füssen des Gccreutzigten heiligzu leben , und gottseelig zu sterben gelehrnet. In dem Herbst das Fest des Heil. Erz- Engels Michaelis, welcher von GOtt eigens bestellt ist, unsere Seelen aufzu- nemmen. Im Winter das Fest des Heil. Apostels und Evangelisten Io- hannis, als welcher bey dem Todt Christi der schmerzhaften Mutter an der Seiten gestanden. Anniesen Festigen wird zwar insgemein kein Gottsdienst oder Convent gehalten: Doch sollen alle Einverleibte beflissen seyn, diese Fest mit einer Heil. Beicht und Communion also zu begehen, als wann sie gleich hernach sterben müßten. Sollen demnach auch fleißig sehen, ob nichts in ihrem Gewissen, in ihrer Handthieruna, Hauß- haltung, rc. welches sie wünschen wurden im Todtbeth gebessert, geschlichtet, oder geändert zu haben. I V. Das M ( i8 ) M , IV. Das gewöhnliche Convent, oder Zusammenkunft dieser Bruderschaft wird das gantze Jahr hindurch am dritten Sonntag jedes Monarhs Nachmittag ^ um drey Uhr, nach Weiß und Ordnung , wie hernach folgt, gehalten wer- » den. Uornr und Weiß Sich obbemeldter Bruderschaft einzuverleiben. KH'Allergüligster Heysand mch See- ^ liamacher, gecreutzigtersHERR und GOtt, JEftr Christe, aus grossem Vertrauen zu deinem bitteren Ley- den und Sterben, wie auch aus kindlicher Zuversicht zu deiner schmerzhaften für uns am Stammen des heiligen Creutzes ausgestandenen Todts-Angst, opffere ich mich auf zu einem ewigen - Denck-und Danck-Opfer meiner Erlösung ; bitte auch demüthiglich, du wollest in Verewigung deiner kostbar- li- D ( i9 ) M lichen Verdiensten mich in das seelig- machende Buch deiner heiligen fünf Wunden einschreiben, und mir samt allen dieser Bruderschaft einverleibten Mitglicderen die endliche Gnad, Christ? lich und gorrseclig zu sterben, allergnä- digist verleihen, Amen. Megel oder Nutzungen, dicftr Versammlung. i. HUEr in diese Löbl. Bruderschafft der Todts-Angst Christi will an- und aufgenommen werden, soll nach gethaner.reumüthigcn Beicht und H. Communion, seinen Namen nründlkch oder schriftlich bey dem Vorsteher der Bruderschaft angeben, damit er in selbige eingeschrieben, und mit dem gewöhnlichen Bruderschaft-Zettel versehen werde. 2. Sollen die Bruder und Schwestern bey der Monathlichen Versammlung Nachmittag jedesmahl fleißig cr- schei- M ( 20 ) M scheinen, (die weit entlegene tveniqist etlichmahl des Jahrs,) und an gedachtem Tag des gewöhnlichen Cön- venrs, so viel es möglich, beichten und communiciren, uin sich , oder die verstorbene Mitglieder des vollkommenen Ablaß theilhaftig zu machen. Aus eben dieser Ursach sollen sie öfters beichten und coinmuniciren an den hohen Festen Christi, Mariä, und der heiligen Apostlen, rc. An welchen Lägen, und sonst öfters näch ihrem Belieben sie erwecken können jene Tugends- Üebungen, so sonderbar zu einem guten Todt gehören, und gegen der letzt dieses Büchleins zu finden seynd. z. Sollen sie, so viel es ihre Geschäft zulassen, dem Hoch-Ambt am Litular-oder Haupt-Fest fleißig beywohnen ; die aber verhindert scynd , mögen nach Antrieb eigner Andacht was betten, oder sonst was guts verrichten. 4. Wann jemand aus dieser Bruderschaft verstorben, solle solches dem Vor- M ( 21 ) O Vorsteher der Bruderschaft ange^sget werden» damit des abgelochten Seel verkündet, das gewöhnliche Gebetr für solche verrichtet, und die Heil. Ablaß jhr mögen geschencker werden. 5. Alle und jede aus dieser Bruderschaft sollen fleißige Sorg tragen, damit keines aus denen einverleibten Mitgliedern in ihrem Haust, oder Nachbarschaft, oder anderwärts, wann ihnen die Todts-Gefahr bekannt, ohne Heil. Sakrament der Beicht und Com- munion, und letzten Oelung von diesem Leben absterbe. 6. Weilen bey dieser Bruderschaft in denen gewöhnlichen Monatlichen Zusammenkünften ein und andere andächtige Gcsäng. r von dem versammleten Volck gesungen werden, als werden alle sich befleißen, den Thon oder Me- lodey dieser Gcsänger ;u lehrnen, und sowohl im Betten als Singen, em ordentliche Weiß haben, wie es in diesem Bruderschaft-Büchlein angezeiget wird. 7. End- M ( 22 ) M 7. Endlich sollen alle sich befleißen, rechte Nachfolger des gecreutzigten IE- su zu seyn ; wäre auch zu wünschen, daß sie zu Hauß bey ihrem Bettstuhl oder Tisch die Bildnus des gecreutztg- ten Erlösers, und dessen schmerzhaften Mutter Mariä vor Augen hatten, damit sie in Betrachtung der Todts- Anqst Christi, und seiner mitleyden- den Iungftaulichen Mutter an ihre bevorstehende Todrs - Schmerzen und Anlasten öfters gedencken, auch dar- durch erinnert werden, sich allezeit im Stand der Gnad zu erhalten, das ist, in einem solchen, in welchem sie immerzu bereit seynd zum Todt, und »zu der Ewigkeit. 8. Alle sollen wissen, das diese Regel oder Satzungen niemand unter einer Sund verbinden; jedoch bleiben denen Fleißigen die Früchten der Andacht ; die saumselige hingegen werden der Verdiensten eigenes und fremden Gebetts, auch der Früchten der Heil. Ablassen beraubet. M ( 2 Z ) M XXX ^ x^x Wrdnung, 'Mo i» dicscr Ansammlung dcr Bruderschaft von der Tot. lö- Angst gehaltea wird. An jedem dritten Sonntag des Monats LAuchimttag um z Uhr ge, het der p tcster zu dem Lchor-Al- rar / mhnrt das Hochwürdige Gut/ traget so'ches aufden Lreu-- Alrar/ und singt: Pange Linglta glonosi Das Vo!ck singt: Corporjs Mysteriums Sgrrguinisque pretiost, Luem D ( 24 ) W Duem in mundi pretium, Frucws vcntris generös:, Rex effudrt gemiurn. )^each gcgedencn Scegen ruft man an d»e Gnad dev H. Gcrsts/ dies« stündliche Andacht wohl zu verrichten/ mit folgendem Gebett: HErr eröffne unsern Mund zu lo- ^ bcn deinen H. Namen, reinige unsere Hcrtzen von allen eytlen, unnützen, und ausschwclfigen Gedancken, erleuchte unsern Verstand, entzünde unsern Willen, auf daß wir unsere vorhabende Andacht mit wahrer Demuth, mit . fleißigem Aufmercken, mit inbrünstiger Liebe also verrichten, daß 6e vor deinem H Angesicht würdig erscheine, und wir von deiner unendlichen Güte verdienen erhört zu werden. Durch Christum unsern HErrn. H. Amen. K omm Heil. Geist, erfülle die Herzen der Gläubigen. i-. Und entzünde in ihnen das Feur deiner Liebe. Gebett. HErr! wir bitten dich, du wollest ' M ( 25 ) M lest unserm Thun und Lassen mit deiner Gnad vorkommen, und durch deine Hilf fortsetzen, auf daß all unser Ge- oett und Werck von dir jederzeit angefangen, und durch dich geendet werben. Durch unsern HErrn JEsum Christum deinen Sohn, der mit dir lebt, und regiert in Einigkeit des heiligen Geists, GOtt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Darauf bis der Priester die Canzek besteiget/ wird folgendes Gesang von dem verfammleten Volck abgesungen. i. tzerzen-Leyd! O Traurigkeit! die JE us hat gelitten; Da er für mich, Zu geben sich In Todts-Kampf, hat gestritten, Da ihm der Todt, Mit Forcht und Noth, Den Blut-Schweiß ausgedrungen, Schmerzlich mit ihm gerungen. B 2. O M ( 26 ) M 2 . O JEsu mein! wie wird mir seyn, Wann d'letzte Stund wird kommen? Gcdenck, O GOtt! Daß solche Noth Für mich hast angenommen. O treuer Hirt! Hilff, wann mich wird Die Angst des Todts umringen, Mein arme Seel hart tringe«. Folgt eine kurze Predigt. Nach dieser wird gesungen. Weh mir meiw GOtt, wann mich dein Noth, Im Todts - Kampf nicht wird stärckeii! O! wann mein Herz Mit Forcht und Schmerz Die G'walt des Todts wird mercken. LaßmirOHErr Alsdann unschwer Zum Trost dein Angst gedeyhen, Dein Hsts zum Streit verleyhen. Her, ^ G ( 27 ) M «hernach wahre Rcu und Lerd zu erwecken spricht der Priester al, lein. §8 HEr: IEsu Christe ! mein lieb- ^ werrk)istcr Heyland wahrer GOtt und Mensch ^ wie ich dich da im Hoch- > würdigen Gut erkenne, und änderte. Ich glaube in dich , O ewige Wahr- ! heit! ich hoffe auf dich, O barmhertzi- ger, und in deinem Versprechen getreue- ^ ster GOtt! ich liebe und schätze dich ü- ber alles wegen dir sechsten, O unendliches Gut! Aus solcher Liebe bereue ich jetzt von Herzen alle meine begangene Sünden. O'. daß ich dich niemahl beleydigct Hütte, allcrliebwerthister GOtt! O! daß ich nienrahl gesündi- get hatte! wehe der Zeit, in welcher ich wieder dich meinen Vatter, und GOtt gehandlct habe. Ich bereue es noch ^ einmahl, und bitte knyefüllig um Ver- reyhung und Barmherzigkeit. Mache veynebens auch den ernstlichen und kräftigen Fursatz f nicht mehr mit Bedacht zu sündigen, sondern bis ans End in demem Dienst getreu zu verharren. Ver- B 2 ley- M ( 28 ) M leyhe mir hierzu deine nothwendige und kräftige Gnad, O GOtt aller Gnad, und Barmherzigkeit. Amen. ^lach diesem folgen z. vatter Un» fer und 5. Ave Maria/ zu denen Heti. fünf Wunden Lhrlstt/ und zu Ehren der schmerzhaften Mut? ree Maria unter dem Lreuy. - Das erste Vatter Unser / und Avc ttlaria. Zu der heiligen Wunden des lil'cken Fuß/ um wahre und vollkommene Reu in unserm Sterdstünd- lein. Gebett. ! Der Priester decket allein. JESU ! unser Erlöser und Seer ^ ligmacher, lasse dein theures ro- senfarbes Blut, so aus der heiligen Wunden des lincken Fusses geflossen , an uns armen Sündern nicht verlvhr ren M ( 29 ) M ren seyn ; sondern erweiche unsere harte Herzen durch dasselbige zu wahrer Büß, und gibe uns jetzt, und sonderlich in unserm letzten End, und Sterb- stündlein ein demüthiges und zerknirschtes Herz, welches du O GOtt alles Trosts, und Erbarmnus ! nicht verachtest. Sihe auch an, barmherzigster IEsu! die arme Seelen im Fegfeur, und mit einem Tröpflein deines Heil. Bluts, lösche aus ihre grosse Peyn ünd Quaal, welche sie leyden. Ö allerbetrübteste Mutter JESU gedencke doch deiner, und deines gebe- nedeyten Sohns Schmerzen, und verlasse uns nicht in unserm letzten End. Darauf wird gesungen. 4 - Äch IEsu süß ! ich herzlich grüß Dein Todts-Angst, Blut, und Schmerzen, Ach laß sie nit, Ich herzlich bttt, Kommen aus meinem Herzen. Bz Bis Bis in den Todt, Bin ich mein GOtt! , Bereit für dich zu streikten, l Weich nicht von meiner Seiten. , Das andere Vatter Unser / unV ! Ave Maria. ^ Zu der Heil. Wunden des rech- s ten Fuß/ um Gnad und Star- ! cke wieder alle Anfechtungen im ) Sterbstündlein. s Gebett, . !. Der Priester bettet allein. I Gütigster JESU! nichts ist, was ^ uns grössere Forcht eines Unglück- > seeligen Todrs verursachet, als unser unbeständiger Will, welcher heut geneigt ist zum Guten, morgen aber züm Bösen. Darum O barmherziger JE- su '. mit dem Nagel, welcher deinen j rechten Fuß durchstochen, hefte uns » an dem Heil. Creutz, damit wir nie- . mahl durch einige Anfechtung von dir M ( Zi ) M ^ weichen. Durch diese Heil. Wunden, . und durch daö Heil. Blut, welches ! heraus geflossen, verleyhe uns,. daß , wir in deiner Gnad bis in den Todt . standhaftig verharren. Erinnere dich > böynebens auch, O sanftmüthigffer JE- ^ su ! durch diese Heil. Wunden der ar- t" men Seelen, welche durch selbige Hof- s fen die Erlösung aus ihrem feurige» ' Kercker. - O Maria ! Mutter der Barmherzigkeit, stehe uns bey im letzten Streit. Darauf wird gesungen. 5 . , Wann mich verzagt das G'wissen plagt ^ Vor Menge meiner Sünden, O ILsu! eyl Zu meinem Heyl, Mit Reu mich anzuzünden. Ach aib, Ö GOtt! j Durch deinen Todt l Ein wahre Reu des Herzen, . Und rechte Büß mit Schmerzen. B4 Da« M ( Z2 ) M Das dritte Vaerer Unser/ und Ave Maria. Zur lincken Hand unsers Erlösers / um Erlösung unserer Seelen von dem Urtheil der Ver- dammnus. , Gebetk. Der Priester bettet allein. Barmherzigster IEsu ! wie wird ^ uns um das Herz seyn, wann wir in unserm Sterbstündlein die Schuldbücher unserer Sünden vor Augen se- ' hen werden ? Darum wenden wrr uns bey Zeiten zu der Heil. Wunden dei- > ner lincken Hand, und bitten demü- thiglich, durch diese Heil. Wunden, und durch alle Schmerzen derselben? ^ du wollest uns sämmtlich die Gnad i verleyhen, daß wir alsdann hören die ' liebliche Stimm: Kommet ihr «ebene- deyte. Ach laste auch diese Stimm bald erschallen in dem Fegfeur, damit vielen armen Seelen geholsten werde aus ihren Peynen. O W ( ZZ ) M O Mutter der Barmherzigkeit ! wende alsdann deine barmherzige Augen zu uns, wann die unsrlge werden erbrechen. Darauf wird gesungen. 6 . Wann ich verdirb, und ewig stirb, Was hilft dir HErr dein Sterben ? Dann du dein Blut, O höchstes Gut! Hast geben mich zu werben. Drum wann der Todt Mich bringt in d'Noth, Wolft IEsu dHand mir reichen» 2m Gtreit von mir nicht weichen. Das vrerdte Vaccev Unser/ und Ave Maria. Zu der rechten Hand Christi um wahre Lebens Besserung. Gekett. Der Priester bettet allein. Gecreuzigter 2Esu; ich leb, weiß ^ B 5 nicht nicht wie lang; ich stirb, und weiß nicht wann; ich reise, weiß nicht wohin, wie kommts,-daß ich nicht wacht- sam bin? Was will ich für eine Entschuldigung vorbringen, wann du mit deine Heil. Wunden zeigen wirst, die ich alle Tag mit meinen Sünden erneuere ? Ach gütigster JESU ! ein einziges Tröpflein deines rosenfarben Bluts, so aus der Wunden deiner rechten Hand geflossen, lasse uns zu wahrer und beständiger Lebens - Besserung ary gedeyhen. Diese Gnad zu erlangen, nemmcn wir uns bey dieser Heil. Wunden fcfilgiich für, hinfüro niemah! mehr zu sündign. Wir bitten auch für die arme Seelen, daß du ihnen deine verwundke rechte Hand darbieten , und sie aus der harten Quaal m Hunmel erheben wollest. O allerbetrübteste Mutter l in deinen Gnadenreichen Schutz und Schirm befehlen wir heut, und allezeit unser ganzes-Leben, samt dessen End, und Smbstündlem. M ( Z5 ) M Darauf wird gesungen. 7- Wann Kraft und Sinn, seyn werden hm, Sich enden alle Freuden, O HErr dein Will Sey bann mein Zihl In allem meinem Leyden. Mein Herz in mir Ruffe zu dir: Dir lebe ich, H JEsu! Dir sterbe ich, O JLsu! Das fünfte Vatter Unser/ und . Ave Maria. Zu Her blutigen Seiten Christi/ um eyfrige Lieb zu JESU und Maria in unserem Sterbstünd- ' lein. Gcbett. Der Priester bettet allein. Älleröarmherzigster JESU l wir ^ grüssen, und verehren andächtig die Minden deiner Heil. Seiten s und B 6 HU- M ( z6 ) M bitten dich demüthiglich du wollest deine Göttliche Lieb in unsern Herzen entzünden , damit wir dich allein über alles lieben, alle unordentliche Lieb der Creaturen aus unseren Herzen aus- schliesten, und dich jederzeit darinen wohnen lassen. In diese Heil. Wunden befehlen wir dir Leib und Seel, unser Leben und Sterben, unsere Stifter und Gutthater, und alle arme Seelen im Fegfeur, daß du sie.gnadiglich nnt einem Bluts - Tröpflein dieser deiner Heil. Seiten erquicken, zu dir in die ewige Freud und Glory beruffen, und allda durch ihre heilige Fnrbitt uns ein seeligcö Sterbstündlein verley- hen wollest. O allerbetrübtcste Mutter! erlange uns diese grosse Gnad, daß dein lieber Sohn IEsus Christus in unserem Abschied unsere arme Seelen aufnehme , in die Heil. Wunden seiner allerheiligstcn Seiten, Amen. M ( Z7 ) W Darauf wird gesungen. 8 . O wahre Freud! im letzten Streit Dich 2Esu herzlich nennen, Und wann da bricht Das Herz und G'sicht, Mit Zuversicht bekennen; Gib IEsu Gnad, Daß in der That Mit Herz und Mund dich nenne, Und treulich dich bekenne. Nach vollendetem Gesang werden abgelesen die Namen der Bruder und Schwestern/ so von der letzten Verjammlung verstorben sepnd / und wird für dieselbe gebettet ein Vatter Unser, und Ave Maria. Gebctt. HErr! ein Verleyher der versöhn- lichen Gnad, und Liebhaber des menschlichen Geschlechts- wir bitten deine Gutigkeit, daß du die Bruder und B 7 Schwe- M ( z8 ) Ä Schwestern, Freund und Gntthätek unserer Versammlung durch das Ley- den und Sterben deines Söhnst durch die Fürbrtt der allersceligsten allzeit Jungfrauen, und schmerzhaften Mltk- ter Maria, samt allen Heiligen, ztt der Gemeinschaft der ewigen Seligkeit kommen lassest. Der du lebest und regierest mit GOtt dem Vatter in Einigkeit des Heil. Geists von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. F. HErr gib ihnen die ewige Ruhe, H. Und das ewige Licht leuchte ihnerl. lö'. Von der Porten der Hollen. R,. Errette O HErr! ihre Seelen. Aller abgestorbenen gläubigen Seelen ruhen durch die Barmherzigkeit GOttcs im Frieden, h. Amen. Lasset uns noch ein Vatter Unser, und Ave Maria betten für die nächst sterbende aus unserer Bruderschaft.» Enrzwischen da der Priester von der Lanzet herab/ und zu dem Atca« geher/ wird von dein Volck gesun* gen der Lrcbs Geufzer des Heil. Lrancrsci ZLaverli. ( Z9 ) i. SUCH lieb dich HErr, undnitdarmn, ^ Daß ich durch Lieb in Himel komm, Auch nicht, weil du strafst ewiglich, Die nicht von Herzen lieben dich. 2 . Da du am Creutz streckst aus dieHänd, Mit Lieb umfängst mich ohne End; O IEsu! Nagel, Speer, u. Schmach, Hast g'litten samt groß Ungemach. z. Unendlich grosse Peyn und Schmerz, Angst, Noth und Quaal des Leibs, und Herz, Hast für mich tragen auch so gar, Da ich nichts, als ein Sünder war. Für mich all Tköpstein deines Blut Vergossen hast, O höchstes Gut, Bist g'storben auch für meine Sund, Und bis nun mich zur Lieb vcrbindt. . 5 > Zu lieben ich dann dich begehr, Wann schon kein Höll, kein Himel wär; Um- M ( 4^ ) ^ Umsonst um nichts, gleichwie du mich, Lieb ich, O liebster GOtt l auch dich. 6 . Dir ganz mein Herz ergeben ist, Weil du mein HErr und König bist; Und sonderbar weil du mein GOtt f Will ich dich lieben bis in Todt. Daraufnihmt der Priester das Hoch* würdige Gut / und singt: Gemtori/ Genitoque/ Das volck singt: Laus et Iubilatio, Salus, Honor, Virtus quoque Sit et Benedictio, Procedenti ab utroque Compar sit Laudatio. ENDE. 4 4 4 Christ- M ( 41 ) M 4 * 4 * 4 ^ 4 * 4 * 4 * 4 * 4 * 4 * 4 * 4 * 4 * «>^^» WWMWWWWWWMWW Christliche Tugend-Nebungen Zu einem heiligen Todt öfters zu erwecken. §! Ä! !^Llmachtiger/ ewiger GOtt! ich erkenne dich durch den s^-s Glauben/ und aus dem ^ Abgrund meiner Nichtigkeit bette ich dich an meinen GOtt/ einfach in der Weesenheit/ dreyfach in Personen/ Vatler/ Sohn/ und heiligen Geist. Ich bette dich an / als meinen ersten Anfang; ich verlange nach . . dir/ M ( 42 ) Ä dir / als meinem übernatürlichen Zihl; ich dancke dir / als meinem stachen Gutthat?r/ und ruffe dich an/ als meinen mächtigsten Beschützer/ und gütigsten Vatter. Ich glaube in dich/ O wige Wahrheit / und alles/ was du in der Cacholtscken Kirch geoffenbah- ret hast: in diesem Glauben will ich leben und sterben. Ich hoffe auf dich/ und hon dir O getreueste / allmächtige Gütig- keit/ Verzeyhung meiner Sünden/ deine Gnad / und die ewige Seligkeit ; setze meine gantze HofnuM und Vertrauen auf die Barmherzigkeit GOttes/ und Verdiensten meines Erlösers. Ich liebe dich/ O Göttliche Güte/ und unendliches Gut! und vertan- O ( 4Z ) M lange dich mit allen Heiligen mehr und mehr zu lieben / und zu verehren ; und eben darum ist mir von Herzen leyd/ daß ich dich / meinen gütigsten GOtt belcydigct ba- be; ich opfere dir auf den kräfti- aiften Vorsatz/ mich ernstlich zu besseren/ genug zu thun/ und in deiner Liebe/ Dienst/ und Verehrung beständig zu verharren. Ich opfere dir auf mein Skel und Leib mit ihren Kräften und Würckungen/ und alles mein Thun und Leydcn/ mein Leben und Todt/ vereiniget mit denen Verdiensten Christi/ in seiner Meynung: Alles zu deiner Ehr und Wohlgefallen / zur Dancksagung für alle Gutthaten / zur Genugthuung für alle Sünden/ zu Erhaltung aller Gnaden / absonderlich der seeligmachen- den Beharrlichkeit. M ( 44 ) G Ich übergibt mich/ O HErr ! gänzlich deiner Göttlichen Vorsichtigkeit : Unterwirft mich deiner gerechtsten Anordnung/ bereitwillig alles nach deinem heiligsten Willen zu würcken/ und zu leydcn/ zu leben und zu sterben. Verlasse auch gern/ und opfere auf mit Christo alles Zeitliche / Leib und Leben ; deiner Göttlichen Hochhcit und O- ber-Gcwalk zu huldigen / deiner Gerechtigkeit mich zu unterwerffen/ Und genug zu thun/ deinen Willen/ vollkommentlich zu erfüllen/ meine Gegenlieb und Danckbarkeit gegen meinen für mich sterbenden Hey- land zu erweisen; wie auch meinem GOtt dardurch zu bezeugen/ daß ich ihn über alles liebe/ und eben .darum eyfrigist den Todt verlange/ damit ich ihn nicht mehr in diesem Le- ,ben beleydige/ sondern in der Ewig- 'keit durch eine vollkommene Lieb beständig besitze. Da- M ( 45 ) M Dahcro übergibe ich mein See! GOttmcinem HErm/ den Leib der Erden / alles Zeitliche der Göttlichen Anordnung. Verzeche aus Liebe GOttes allen meinen Feinden/ ,und verlange alle andere Christliche Schuldigkeiten nach dem Willen GOttes zu erfüllen. Sage ab der Welt/ dem Fleisch / der Hüll/und allen Sünden / dir meinem GOtt .allein zu leben und zu sterben. Ich empfehle mich in die Vorhin/ und Schutz Maria der schmerzhaften Mutter / des Heil. Schutz- Engels / des Heil. Ioftphs/ und aller Heiligen / bittend / sie wollen mir im Leben und Todt beystehcn/ die kräftige Gnaden / und glückseeligen Todt erbitten. O mein GOtt! ich verlange auf- gelößt zu werden / dich als mein letztes G ( 46 ) G tks Zihl und End zu erlangen/ und durch die vollkommnefte Liebe und Vereinigung / dich mein höchstes Gut/ in alle Ewigkeit zu besitzen, Verlange auch von Herzen/ des in dem Todt verliehenen Ablaß mich theilhaftig zu machen; daher» ich mit reumüthigem Herzen schon an- jctzo für jene Stund spreche: IE- sus/ Maria/ Josephstehet mir bey im Leben und Todt! O IEsu! in dein Göttliches Herz/ und in deine Heil. Wunden befehle ich meiy Leben und Todt/ und mit meinem sterbenden Hwland befehle ich dir / O Himmlischer Vatter! in deine Hand meinen Geist/ AMEN. Alles zu grösserer EhrGOttes, und Hülst der Seelen. >v- °-' .'-