S7ik"rsvivl.lO'r»LiL Ltitlsdidliowsk und terbcnde UM, Verfasset von einem Priester der Gesellschaft Jesu, und Allen ihres ewigen Heils beflissenen Seelen zum verdienstvollen Gebrauche ringerachcn. Die sechste Auflage. «»§-- 5 ». Mit Erlaubniß der Obern. Gedruckt, und zu finden im Fürstlichen Goueshause Sk- Gallen, 278/ ^ Rorrede. An einen jedwedern Ahristen, so sich Vieses Büchleins nützlich zu- gcbrauchcn bcgchrcl- Methen, büßen, sterben, und zwar wohl und gut sterben, feynd jene Mittel, so uns mit Sünden behaften Menschen zur Erlan- - gung unsers ewigen Heils unum- gängltch nothwendig sind. Derowegen dann christliche See- / le! angetrieben von einer heftigen Begierde zu deinem, und vieler . derer Khristen ewigen Heile etwas k beyzutragen, habe ich gegenwär- tiges Büchlein verferttget, und in ^ den Druck herausgegeben: Ge- f brauche dich desselben mit größtem ^ AL Flei- Fleiße; denn aus diesem wirst du erlernen, wie du verdienstlich bethen, über deine begangene Sünden wahrhafte Büß wirken,und eins-' mals glückselig sterben könnest. Lies öfters, aber aufmerksam jene Ermahnung-Betrachtungmnd Erinnerungen , die in den dreyen Theilen dieses Werkleins enthalten sind; maßen diese angesehen bey dir theils zu erwecken, theils zu erhalten einen heiligen Eifer, damit du die christ- j liche Tugend nicht nur obenhin, und schlechter Dings, sondern mit s allem Ernste, und Fleiße auszuü- ^ den dir lassest angelegen seyn. Der Himmel ertheile dir zum Verdienstvollen Gebrauche dieses Werkleins den reichlichen Segen, um welchen ich zu Gott für dich bitte, und mich zugleich in deine heiligen Andachts - Werke eifrigst befehle. Der I «Jer bethende Christ haltet in sich, Wie ein Khristen- Mensch verdienstlich bethen könne. 1. Zu Anfang des Tags. 2. Unter Tags. z. Zu Ende des Tags. Samt einer dreyfachen Beweg-Ur- sach, durch welche ein Christ angetrieben wird, alle Zeit und Gelegenheit zu bethen fleißig zu gebrauchen, und das heilige Gebeth mit Andacht und Eifer zu verrichten. «h»-«h» Erster Theil. Wie ein Ahnst verdienstlich bethen könne zu Anfang des Tages. Rurze Ermahnung. Wegen eifriger Verrichtung des Morgen-Gebeths. Christliche Seele! wenn du den Ta* ^ ge hindurch von allerhand Unglück A z und und Uebel Leibs und der Seele befrey- er, und in Verrichtung deiner Geschäfte von dem Himmel willst gesegnet seyn; wenn du dir die Täge deines Lebens , und mit diesen alle deine Werke recht willst zu Nutzen machen, so befleiße dich, daß du nachfolgest dem schönen Beyspiele derjenigen, von welche«.die göttliche Schrift sagt: Sie opferten nur ganz hurtigem, und andächtigen, Gemürke d,e Erstlinge (verstehe allhierdes Tags,) dem Herrn auf. Lxo 6 . z;. v. 21. Nachdem du dann frühe Morgens deine Ruhestatt verlassen, und unter heiligen Gedanken dich ehrbar angekleidet, wirf dich nieder auf deine Knie, erhebe dein Herz und Gemüth zu Gott, und fang an also zu bethen. §. r. Gebeth zu Anfäng des Tags. DLllerheiliqste Dreyfaltigkeit! ich dein ^ unwürdiges Geschöpf bethe dich an als meinen Gott und Herrn: ich halte Mir lebendigem Glauben ungezwei- felt Z fett davor» baß du seyst Einfach in der göttlichen Natur, und Dreyfach in den Personen» mein Erschaffet» Erlöser» ^ und Sellgmacher» mein zukünftiger Be- lohner» und meine einzige wahre ewige Glückseligkeit. Alles dieses mein Gott! und was ! mir immer die katholische Kirche zu glauben fürhält» glaube ich ganz kräftig, und ohne allen Zweifel, dieweil du/ o Gore! als die unendliche Weisheit, die nicht betrogen werden / und als die erste und ewige Wahrheit, die nicht bekriegen kann, alles dieses gc- . sagt, und geoffenbarct hast. ^ Ich fürchte o Gott! deine strenge Gerechtigkeit; daher» sey weit von mir, daß ich heut oder jemals in eine Sünde einwillige. Ich hoffe o Gott! auf deine unendliche Barmherzigkeit» von dieser hoffe, und erwarte ich durch die unendliche Verdienste Jesu Christi, und durch meine auf deine Gnade sich steifende Mitwir- * kung den Geist der wahren Büß, Verzeihung aller meiner Sünden, und daS ewige Leben. Sl4 Al- Alles dieses mein Gott! hoffe ich ganz getrost von dir, dieweil du mir es 1 selbst versprochen hast, der du unendlich allmächtig/barmherzig, und ^ getreu in Haltung deines verspre- s chens bist. Auf deine getreueste Hilfe, und allmächtigen Beystand, mein Gott! mich verlassend schätze, und liebe ich dich wahrhaftig über alles, nicht nur aus Furcht der Strafe, oder Hoffnung der Belohnung» sondern und vor allem, ja einzig und alleinschätze, und liebe ich dich darum über alles, dieweil du bist me,n Gort, und Herr! unendlich vollkommen, und eben darum über alle andere Vinge einzig, und allein aller meiner Liebe unendlich würdig. Dir dann, o mein Gott! verlange ich zu dienen alle Augenblicke meines Lebens , und zwar auf jene Art und Weise , wie du von mir begehrest. Dahero dann schenke und opfere ich dir anheut, und für alle Zeit auf mich sechsten mit ? allem dem, was ich brn, und habe: Ich ^ schenke, und opfere dir auf alle meine j Arbeit, und Verrichtungen, all mein > Le- 5 i Leben, Wirken, Leiden, und Sterben, I alles vereiniget mit dem allerheiligsten Leben, Wirken, Leiden, und Sterben Jesu Christi und aller Heiligen, zu ^ deiner ewigen, und allzeit größer» Ehr re und Glory, zur besondern Freude > und Wohlgefallen des ganzen Himmels, ! sonderbar der allerreinesten Jungfrau, j und Mutter Gottes Mariä, meines heir I ligen Schutz-Engels, und meiner heiligen Patronen, zum zeitlichen und ewigen Wohlstand des ganzen menschlichen Geschlechts, zu Hilfe und Trost der Seelen im dem Fegfeuer. Alles dieses o mein Gott! soll durch deine Gnade mein ernstlicher unveränderlicher Wille seyn. Gieb deinen kräfli- p gen Segen darzu, und mache, daß ich ehender aufhöre zu leben, als daß ich nur einen Augenblick von diesem meinem gefaßten Willen abweiche, Amen. Erinnerung von wegen diesem beygesetzten - Morgen-Gebethe. ^ Dieses Morgen-Gebeth verdienet sondere Hochschätzung, dieweil in dem- A 5 sei- 6 selben ausführlich enthalten die drey- ^ theologischen»oder göttlichen Tugen- ^ den, nämlich der Glaube, die Hoff- ! nung, und die Liebe, als auf der» fleißige Uebung Jhro Päpstlichen t Heiligkeit UeneäiLius XIV. im Iah- re 1756. den 28. lanugrü folgende Ablässe verliehen haben. r. Einen vollkommenen Ablaß für die Stund des Tods. 2. Sieben Jahre und sieben Huadra- genen Ablaß 5 so oft man diese drey Haupttugenden üben wird. z. Einen vollkommenen Ablaß fürsed- wederes Monat, in welchem mantäg- lich diese drey theologischen Lügen- !, den erwecken wird : Wobey aber zu * merken, daß man in einem sedwedern solchen Monate an einem selbst beliebigen Tage beichten, und commu- nicieren, und für Ausreutung der Äetzereyen, Friede, und Einigkeit christlicher Potentaten , und Aufnahm der heiligen katholischen Äir- . che das gewöhnliche Gebeth verrich- ten müsse. Und können sowohl diese tägliche, als nionatiiche vollkomme- ne Ablässe den armen Seelen in dem Fegfeuer geschenket werden. Eben dieses Morgen * Gebeth kann auch füglich gebraucht werden als ei- ne Zubereitung zur heil. Lommunion, und rönnen demselben an den Lom» munion-Tägen annoch folgende heilt ge Anmuthungen beygeseyr werden. Weilige Unlnltthltllgen Zu Khristo in dem H. Sakramente vor der heiligen Kommunion. §8 Jesu! ich bethe dich an in dem ^ heiligsten Sakrament des Altars als wahren Gott und Menschen: Ich glaube alles kräftiglich , was du von diesem hochheiligen Geheimniß geoffen- baret hast. O Jesu! ich hoffe von dir das ewige Leben, dieweil du dasselbe versprochen allen denjenigen, so dich in diesem heiligen Sakramente würdig empfangen. O Jesu! o mein einziges, mein höchstes , mein unendlich vollkommenes Gut! dich schätze ich, dich liebe ich.? und will A6 dich dich allezeit lieben über alles, wegen deiner selbst. O Jesu ! auf der ganzen Welt wünsche rch nichts mehrers, als daß ich dich meinen liebsten Gott niemal beleidiget hatte. O Iestt! jetzt verlange ich dich in mein Herz aufzunehmen. Aber sieh »nein Herr.' ich muß bekennen» ich bin nicht würdig, daß du eingehest unter mern Tach. Sprich derohaiben nur ein Wort» und mache gesund meine Seele. Du hast gesagt o Gott! meine Freude ist beyden Herrschen Lindern zu seyn: Sieh dann! ich armer Erdwurm verlange anjetzo dir meinem Gott diese Freude zu verschaffen: So komm dann, o Geliebter meines Herzens, komm: wie der durstige Hirsch zu dem Brunnen- duelle,also verlanget meine Seele zu dir. Wcilige Knmuchmigeri Zu Khristo nach der heiligen Kommunion. Jesu! nun habe ich dich bey mir in meinem Herzen, dich meinen Gott, und Herrn! dich meinen Erlöser, und Seltgmacher, dich mein letztes über- !'! . übernatürliches Ziel, und Ende. O Gott! was unaussprechliche Gnade, ^ übergroßes Glück ist dieses für mich ! ^ Aber o mein Gott! wie kömmt es, ^ daß du dich würdigest bey mir deine Ein- > kehr zu nehmen. Wer bist du? mein Gott! und wer bin ich? Du bist der höchste Herr, der große Gott, vor dem Himmel und Erde erzttr lern, und ich bin dein armseliges unwürdiges Geschöpf, ein elender Erdwurm. Du bist die unendliche Heiligkeit, und ich bin ein lautere Bosheit. ^ Du bist alles, uud ich bin nichts, und j dennoch würdigest du dich zu mir zu ^ kommen. O Gott! ich erkenne dann vor dir meine äußerste Unwürdigkeit, und lobe, und bethe an deine unendliche Gü- tigkeit und Barmherzigkeit. Ich drucke dich dann anjeho an mein Herz, und wird dich aus demselben nim- ,, mermehr entlassen : dich zu loben, dich " zu lieben, anzubethen, lade lch anjetzo ein alle heilige Engel und AuSerwahlte A 7 m ro in dem Himmel, und bitte sie, daß sie ^ mit mir sprechen: Heilig, heilig, heilig ist der Her» Gott Sabaoth, gebenedeyt sey, der da kommt im Namen des Herrn. ^ O Jesu ! o mein einzige Liebe! ich frage dich anjetzo mit einem Saulo, Herr! was willst, daß ich thun solle ? Sage mir doch mein Jesu , was kann ich dir Wohlgefälliges erweisen, l was kann ich dir Angenehmes geben, was kann ich dir schenken? Es gedünket mich, mein Jesu! als höre ich von dir diese Antwort. Mein Lmd gieb mir dem Herz. Ja MSM Gott! dieses sollst du haben, dir schenke ich, o Jesu! mein ganzes Herz, mit diesem will ich hinfüran nichts lieben, als dich allein; ich sage deßwegen von nun an auf ewig ab aller unordentlichen Zuneigung, so ich bishero zu den Kreaturen getragen habe. Dir o Jesu ! schenke ich die Kräften meines Leibs und der Seele, diese will ich alleinig anwenden zu deiner Ehre. Dir o Jesuschenke ich mein Leben, meine Gesundheit, meinen Tod, und alles, was ich bin, und habe. Sieh > II / Sieh, mein Gott! nun habe ich mich dir völlig geschenkt: Ich weis» du laßt dich von meiner geringen Freygebigkeit nicht überwinden, es würde dich nicht wenig verschmähen» wenn ich nicht auch hingegen von dir etwas recht Großes begehren sollte. Nun dann mein Gott! bitte ich dich ganz demüthig» ganz verträulich» ganz offenherzig, sieh an alle meine Anlieqen- heiten Leibs und der Seele, und erbarme dich über dein elendes Geschöpf. Sieh mein Jesu ! diesen N. und jenen N. Sünden» und Fehlern bin ich annoch unterworfen. Ach! gieb mir kräftige Gnade mich von denselben gänzlich los zu machen: Von diesen N. und jenen Anfechtungen werde ich immerdar bestritten; ach! stärke mich, damit ich denselben nicht unterliege. Von diesem N. und jenem N. Kreuze wird ich schon so lange Zeit gedrucket, und fast unterdrücket; ach! nimm dasselbe von mir, oder vermehre wenigst die Geduld, damit ich dasselbe nach deinem göttlichen Wohlgefallen zu deiner größer» Ehre, uud zum Heil meiner ^ekle übertragen möge. Son- 12 Sonderbar aber, und vor allem» mein Jesu ! bitte ich dich auf das eifrigste, mache, daß ich mein Gemüth ganz und gar von der Liebe dieser indischen Dinge abziehe: flösse meinem Herzen ein, eis i ne lebendige Hochschatzung» und Begierde der ewigen Güter: Gieb daß ich hinfüran nach nichts anders, als nach wahrem beständigen Fortgang in allen > christlichen Tugenden ohne Unterlaß trachte, damlt ich von einer Tugend zu der andern gehe, bis ich endlich im him- lischen Sion anlangen, und dich meinen Gott von Angesicht zu Angesicht, wie ! du in dir sechsten bist, ansehen, und mit ewiger Lrebe besitzen werde. O Jesu! ich weis, daß du das heilige Sakrament des Altars hast eingesetzt zu einem ewigen Angedenken deines allerheiligsten Leidens; so bethe ich dann in diesem heiligen Sakrament nebst ; deiner Gottheit sonderheitlich an deine i allerheiligste Menschheit, und zur Erin- ! nerung, und Verehrung deines heiligsten Leidens rufe ich: O edle Seele Christi! heilige mich, Der Leib Christi erhalte mich, Das rZ Das Blut Christi tränke mich, Das Wasser der Seite Christi wasche mich, O gütiger Jesu! erhöre mich, In deine heil. Wunden verberge mich, Und laß nimmer von dir geschieden werden mich» Vor dem bösen Geiste beschirme mich» In der Stund meines Tods berufe mich, Und heiße zu dir kommen mich, Daß ich mit deinen Heiligen lobe dich, Von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. §. 2. Wie ein Ahnst verdienstlich bethen j könne unter Tags. Kurze Erinnerung. Aürwahr eine Bedaurungs würdige O Sacke ist es, daß so viele Christen anzutreffen, welche den Tag hindurch ganze Stunden können, lassen Vorbeygehen, ohne daß sie auch nur einen Augenblicke lang an ihren Gott, und Herrn, an ihr letztes übernatürliches Ziel» und Ende gedenken; diese Vergessenheit zeiget an, daß in einem solchen Herr 14 L-KS 4 Herzen die Liebe gegen Gott zimlich lau , und erkaltet sey; derowegen dann, ; li christliche Seele! nimm an meine Lehre» r welche aus der heimlichen Wissenschaft > r der heiligen genommen tff. Denke uns * n ter Tags öfters an denjenigen, welcher n allezeit an dich gedenket; erhebe dein ^ ß Herz öfters zu demjenigen» welcher al- ^ g lern dein Herz ersätttgen, und erfüllen d kann. Es ist nicht vonnöthen, daß du r zu dieser heiligen Uebung eine längere - Zeit anwendest. Ich weis es wohl»der- s ne Geschäfte lassen dieses nicht allezeit b zu, ein oder der andere Augenblick er- d klecksn schon, daß du kurze anmüthige a Seufzer, andächtige Schuß - Gebeth- g lein zu deinem Gott abfliegen lassest, j Wenn,du dich einmal in dieser Kunst ^ ernstlich zu üben wirst angefangen ha- b ben, so wird dir die Liebe zu Gott, l welche allezeit sinnreich ist, Lausend gu- § te Gedanken eingeben, durch welche du dich unter Tags mit deinem Gott auf ! § das nützlichste wirst unterhalten können. Gewöhne dich nur» daß du niemal eine ganze Stunde lassest Vorbeygehen, ^ c an welcher du nicht wenigstens einmal ^ j dein Herz, und Gemüth ganz kurz zu ! b Gott erhebest. Die ^ < -5 Die erste Gelegenheit dann dein Ge- i mürh unter Tags zu Gott zu erheben, wirst du haben» wenn du dich befleißen . wirst, so oft die Uhr schlägt; so oft man 1 mit der Glocken das Zeichen zur dreymaligen Abbethung deS englischen Gru- i ßes geben wird» diese heilige Andacht , andächtig zu verrichten; wie auch wenn . du dir wirst lassen angelegen seyn die ge- 1 wohnliche Gebether vor und nach dem Tische aufmerksam zu verrichten : Dieses seynd zwar kleine Werke, welche a- ber Gott sehr gefällig» und dir sehr verdienstlich seyn werden, wenn du dieselbe aus innerlichem Antriebe und Liebe ge- i gen Gott eiferig verrichten wirst. ^ Ueber das setze ich als ein Muster hier bey etliche wenige kurze Schuß - Gebeth- lein, derer du dich unter Tags zu deinem großen Nutzen gebrauchen kannst. Kurze und andächtige Erhebungen des Gemüths zu Gott unrer Tags- IN lli'lles, o mein Gott! dir zu lieb u ^ jener Meinung, die ich in der Fm he gemacht. Mit 16 Mit deiner Gnade, o mein Gott! schätze , und liebe ich dich über alles, dieweil du bist das höchste Gut. O mein Gott! aus vollkommenster Liebe zu dir, verfluche, und bereue ich alle Sünden. Es geschehe mit mir, o Gott! in all- lem dein allerheiligster Wille. Jesu! du Sohn Davids erbarme dich meiner. Gelobt und gebenedeyt sey Jesus der gekreutzigte. O Jesu mache, daß dich alle Menschen erkennen, über alles schätzen, und lieben. 4 bei ist ^die fal !ter dir ne ve §. 4 - Wie ein Khrist verdienstlich bethen könne zu Ende des Tags. Kurze Erinnerung. Arage Sorg, christliche Seele! daß ^ du nicht seyst aus der Zahl derjenigen lauen Christen, welche nach ge- endiglem Tage gleich dem unvernünftigen Viehe der Ruhe zueilen, ohne daß sie sich dem Schutze Gottes, und der 1 th h« w di z. n ft 4 -7 der Heiligen anbefehlen: Die Nacht jjst des Menschen Feind, weiche schon Manche in große Unglücke Leibs und der ^Seele gestürmt hat. Damit dir dann die Nacht hindurch kein Unheil widerfahre» so bewahre dich durch ein kur- lies eifriges Gebeth. Bevor du dann schlafen gehst, werf dich in tiefester Ehrerbietigkeit vor deinem Gott nieder auf deine Knie, und. verrichte folgende kurze Gebethe. Gebeth. Zu Ende des Tags. .ethe erstens ein andächtiges Vater ^ unser, aus folgender dreyfache» Meynung. i. Gott Dank zu sagen vor alle Gutthaten, so er dir denselben Tag verliehen. 2. Gott zu bitten, daß er dich wolle erkennen lassen jene Sünden, so du vielleicht denselben Tag begangen, z. Zu erhalten »je Gnade einer wahren vollkommenen Reue und Leid. Alsdann erforsche kurz dein Gewissen, und ruf also zu Gott: O O mein GOTT ! ^ mein höchstes Gut! alle und jede «Sünden, die ich anheut, und jemals begangen habe, bereue und verfluche ich von ganzem M Herren, dieweil ich dich beleidiget meinen höchsten Herrn, den ich wegen seiner selbst über alles schätze und liebe. Verzeih mir, o barmherziger Vater alle Meine Sünden, ich nehme mir kräftig vor mich zu bessern, und meine noch nicht gebeichtete Sünden aufrichtig zu beichten. Meinen Schlaf o Jesu! opfere ich dir auf zu deiner Ehre, vereiniget mit jenen Schmerzen, so du die letzte Nacht vor deinem heiligen Tode, mir zu lieb hast ausgestanden: Ich befehle mich o Jesu diese Nacht hindurch, und die ganze Zeit meines Lebens in deine heiligen fünf Wunden»in den Schutz Ma- r>ä, meines heiligen Schutz-Engels, und aller Heiligen. Alsdann besprenge dich, dein Ligerstart, die vier Wände deines Schlaf zimmers mit dem heiligen Weihwasser, segne dich und dieselben ^ ^ ^ Lm mit dem hell. Lreuze, denn die- ' »fcs ist ein kräftiges Mittel wider aUe ^höllische Nachstellungen: Und so oft .. du zu Nacht erwachest/ denke m dem ? Herzen/ oder ruf mit dem Munde; Jesus, Maria / und Joseph / euch ; schenke ich mich mit Leib und Seele. Dreyfache Geweg-Ursach, Alle Gelegenheit zu bethen fleißig zu gebrauchen» und das heilige Gebeth mit Andacht und Eifer ju verrichten. Kurze Erinnerung. ^ 5>as heilige Gebeth mit rechter An- V dacht und Elfer verrichten / ist eine Sache, welche dem großen Gott ^ Las größte Wohlgefallen verursachet, ji deßwegen mein heiliger Vater Jgnati- ^,Us sagt: Eine einzige eifrige Lrhe- 4 düng des Gemüths zu Gore gefalle i GTT mehrer, als hundert laue. ", Derohalben dann christliche Seele! liebe nrcht nur allein das Gebeth» son- § dem befleiße dich, damit du jederzeit mit 20 mit aufmerksamem versammelten Gemüthe andächtig und eifrig bethest. Diese Andacht und Eifer in deinen gewöhnlichen Gebethern kannst du in dir erwecken, wenn du die nachgesetzten drey Beweg - Ursachen bey dir zu weilen überlegen wirst. Erste Beweg-Ursach. Die Gelegenheit, die du anjeys hast zu bethen, wenn sie einmal vorbey, so wird sie niemals mehr zurück kommen. Erklärung dieser Beweg-Ursach. /vin jedwedere Gelegenheit zu bethen ^ ist ein Mittel, so dir Gott an die. Hände giebt, dein ewiges Heil desto, kräftiger, sicherer, und gewisser zu wirken. Nun dann» damit du bethen könnest, ist dir vonnöthen ein The, der Zeit: Gleichwie aber dieser Theil der Zeit, wenn er einmal verflossen/ nimmermehr wird zurück kommen, az« rr so wird auch nimmermehr zurück kom- -wen jene Gelegenheit» so du in diesem Theile der Zeit gehabt zu bethen; du ^ kannst vielleicht, sofern dieses deine Ger 's schatte zulassen, eine andere Zeit und j Gelegenheit zu bethen finden, aber die nemliche schon verflossene wird dir nimmermehr zu Theile werden. Was folgt nun aus diesem? ES folgt, daß, wenn du eine Gelegenheit zu bethen versäumest, du hinfüran ein Mittel dein Heil sicherer zu wirken weniger habest; oder wenn du zwar bey dieser Gelegenheit gebethet» aber nur obenhin und ohne Andacht und Eifer, so folget, daß du em Mittel dein Heil * und Vollkommenheit sicherer zu erlangen liederlich» und nachläßig angewendet. Schließ nun aus diesem, wie viel dir daran liege, daß du alle Gelegenes hellen zu bethen gebrauchest, und dein Gebeth andächtig und eifrig verrichtest. Zweyte Beweg-Ursirch. wie du jeyo dieß Gebeth verrtch- » ten wirst, also wird dasselbigc ver- I bleiben durch die ganze 'Ewig» B kett, 22 kett, also daß, wenn dieses Gebeth § einmal unvollkommen, in Ewigkeit k mmmermehr kann vollkommen gc» ! mache werden. ? 1 » * Erklärung j Dieser Beweg-Urfach. ^ bethest zum Exempel ein einjiqes ' ^ Vater unser, und dieses andäch- i tig und eifrig. An diesem Vater m- > ser hat Gott ein ungemein größeres < Wohlgefallen, als wenn du dasselbe < ohne Andacht, und Aufmerksamkeit ge- I bethet hättest. Bekommst also wegen diesem andächtigen Vater unser, einen größern Verdienst. Dieser größer ^ re Verdienst ziehet bey dir nach sich ei-. ^ nen größern Zusatz der heiligmachenven , Gnade. Der größere Zusatz der hei- < jigmachenden Gnade bringet dir eine ! größere Glory in dem Himmel. Diese größere Glory in dem Himmel besteht m dem, daß du nach größerer Maß der heiligmachenven Gnade, durch die ganze Ewigkeit Gott werdest klärer ers> kennen, und nach Maaß dieser klärern Erkamitnlß der.selben auch durch dit« 2Z ch ganze Ewigkeit mit vollkommener Liebe !lt werdest genießen, und besitzen, und e» dieses alles wegen einem einzigen mit > Andacht und Eifer abgeberheten heiligen vaeer unser. Alles dieses ist auch zu verstehen von einem jedwedern andern guten Werke, welches mit wahrer Andacht und Eifer verrichtet wird. eg Hier ist aber wohl zu merken, daß du ch, dich im Stande der Gnaden befinden n- müssest» wenn du dein Gebeth, oder :s ein anders gutes Werk mit so glückst- de chem Erfolge eifrig zu verrichten ver- ,e- langest, m st- Wenn du aber dieses Vater U"fev ie^ (obwohl du dich im Stande der Gnas ei-, d-g befindest) lau und ohne Andacht en' adbechest, so hat Gott an demselben ej- ein weit geringeres Wohlgefallen: Du ae sammelst einen geringern Verdienst, bes >se kommst weniger Grade der heiltgmas ht chenden Gnade, eine mindere Glory ru iß dem Himmel. Wirst also wegen einem ie solchen unvollkoinenen verrichteten Gers.^ bethe die Vollkommenheiten Gottes m mmver erkennen» und du selbe weniger ii > neben: und dieses ist auch zu verste- B 2 heu 24 i hen von allen andern guten Werken, welche lau» kalt, und unvollkommen verrichtet werden. Und wenn du auch hernach die in einem solchen Gebethe. oder anderm guten Werke begangene t Fehler und unvollkommenheiten bereue ' en, und abbüßen würdest, so wird dir r Gott freylich diese zugelassene Fehler, » und Unvollkommenheiten nachlassen, j und verzeihen, du wirst aber durch , diese Reue, und Busse nicht mehr köm , neu machen» daß das einmal unvokl- > kommener Weise verrichtete Gebeth in i sich felbsten annoch vollkommener wer- , de. Schließ nun aus diesem, wie viel > dir daran liege, daß du dein Gebeth , mit Andacht und Eifer verrichtest. , j Dritte Beweg-Ursach. i Entweders bist iin Stande d Gelegenheit zum bethen gebrauchest, und M dein Gebeth andächtig und eifrig verrichtest. B z Der 26 r «Jer büßende Ahnst haltet nebst andern nützlichen Unterweisungen Hauptsächlich in sich Drey wichtige Wahrheiten, l> se b ai L E In dero reifen Betrachtung eine § mit Sünden behafte Seele die Bosr ^ heit ihrer begangenen Sünden recht en kennet, schmerzlich bereuet, und selbe ( hlnfüran ernstlich zu vermeiden sich ente 1 schliesset / saniml einer vcilsammen Ermahnung alle. ^ Kreuze, und Widerwärtigkeit dieses Lebens als ei-' . nr Strafe s-iner Sünden geduldig " zu übertragen- N k d Kurze Erinnerung. ^ ^n qegenwärtiger Anordnung» mein 6 -v) Christ! so Gott mit uns Mn- d schen gemacht» kann dir der allmächtig E ge Gott, nach begangener Sünde kein lt größere Gnade verleihen, als die Grw u de > 27 t>e der wahren Buße. Je größer dann S lieft Gnade, und je mehr dir an derselben gelegen, je eifriger solltest du dir Gott um diese Gnade zu bitten lassen * angelegen seyn. So erhebe dann dein He« und Gemüth zu Christo deinem Erlöser, und rufe also: §. i. Eifriges Gebeth. ? Vor der heiligen Beicht um die A Gnade der wahren Buße. ^ Ahriste Jesu! gedenke, daß du ge- ^ ^ sagt: Ich verlange nicht den Tod ^ > des Sünders, sondern, daß er sich bekehre/ und lebe. 9. Und wiederum kärmb. zz. 'Ich bin nicht kommen zurufen die Gerechten, sondern die Sünder. Sieb ! ich verlasse wich auf dein theurestes Wort: und als ein armer elender Sünder bitte ich dich in anjetzo durch jene heftige Begierde, so u du nach der Bekehrung» und Heil der i^ Sünder trägst. Erleuchte meinen Verr n stand, und gieb nur zu erkennen alr v le wider dein heiligstes Gesetze begang« B 4 ne 28 ne Fehler: Antworte mir, was grs» ^ ße Unbilligkeir und Sünden ich ha» ! de: ?eige mir meine La'kcr «nd Ner» ! brechen , aber nicht zu meiner Verzweif, ^ lunq » sondern zu meiner Bekehrung.' ! Beweg meinen Willen mit deiner kM ! ttgen Gnade., damit ich alles, was dir ! an mir mißfällig ist, von ganzem Herr , zen verfluchen, bereuen, und hrnfüran ^ ernstlich verbessern möge. Dieses o Zer su ! erbitte ich von dir durch den unend, ! lichen Werth demes heiligsten Leidens , und Tods, und durch die Verdienste, und Fürbitte deiner lieben jungfräulir chen Mutter Marlä, und aller Heiligen. ^ Nützliche Ermahnung. > ! i Anjeyo erforsche dein Gewissen, , und, damit du deine begangenen > Sünden in dem Beichtstuhl ordenr» i Itch erzeh en könnest, so gieb in Er» forschung deines Gewissens aufzwey S ucke wohl acht. Erstlich auf die l Gattung der Sünden: Zweitens auf ^ § die Zahl der Sünden. s c Die Gattung der Sünden begehret, daß 2A -aß du deine begangene Sünden bey ihr rem eigentlichen Namen nennest, und " dieselbe von andern Sünden unterschei- 7 best. Zum Exempel» wenn du räch- gierige Gedanken gehabt, so klagest s' du dich nicht recht an, wenn du sagst: ^ Ich hab döi> : oder ich hab sündhafte I, Gedanken gehabt. Dann aus diesen ^ Worten verstehet der Beichtvater noch ,, nicht, ob du rachgierige , oder un- keusche, oder argwöhnische rc. Ges a danken gehabt, dieweil alle diese Ger . danken böse, und sündhafte Gedanr i' keil sind. Mußt also das Ämd bey dem , reVten Namen nennen» undsagen:Ich habe rachgierige Gedanken gehabt, und muß auch hinzusetzen (wenn es ger ' schehen wäre) und ich wäre gesinnet meir nem Nächsten aus Rache ein großes, , oder em kleines Uebel zu zufügen: oder " habe ihm ein solches Uebel ernstlich ger ' wünschen, oder vergönnet. p Die?ahl der Sünden begehret, daß r du in der Beichte bey einer jedwerer >>, Sunde, so viel es seyn kann, hmzur sttzest» wie oft dieselbe von dir sey der Sangen worden: Und zwar m schwer B5 rw, ren» ober Todsünden ist dieses noch/ wendig, in kleinen Sünden ist dieses zwar nickt nothwendig, doch nützlich und rarhsam. Jene Umstände der Sünden, welche keine neue Sünde ausmachen, kannst du in der Beicht sicher mit Stillschweigen umgehen. Und wenn du diese Stücke wirst beobachten, so wird deine Beichte klar, kurz, und leichter werden so wohl für dich als den Beichtvater; denn der Beichtvater wird aufsoi- che Weise überhebet seyn der Noth zu fragen» du aber zu antworten, und deine Sünden zu wiederholen. i Mittel wider die Schamhaftigkeit ! in der Beichte. > i Wann dich der stumme Teufel an- ! fechten sollte, einige schwere Sünden in ! der Beichte aus Schamhaftigkeit aus- ^ zulassen, so überwinde diese Anfech- : tung mit Ueberlegung folgender dreyer , Punkten. , Gedmke erstens. l. ^ Es ist leichter, daß ich eine oder die l i- ^ andere Minuten lang meine Sünden der 8 wüthig, und aufrichtig beichte, als daß h ick ganze Tage, und Wochen auf dem Rand der Hölle stehen bleibe, das er- e . schreckliche Nagen, und Beißen meines il bösen Gewissens übertrage, und mir i- durch diese Hual selbsten das Leben ab, !- kürze. e Gedenke zweytens. ^ Wenn ich jetzt einige schwere Sün- ^ den sollte verschweigen, was wird es ^ mich nutzen? werden- wohl meine Sün- ^ den deßwegen allzeit verschwiegen bleiben ? Ach nein. Ich werde dieselbe den- . noch auch wider meinen Willen einmal » beichten müssen ; aber» o mit was Um ' terschied! jetzt darf ich meine Sünden , nur emem einzigen Priester, welcher an , statt Gottes sitzet, beichten, einem ein- - Mn Menschen, dem das natürliche, , göttliche, und menschliche Gesetz un- . ter der schweresten Strafe ein ewiges Stillschweigen auferlegt, anbetreffend alle, und jede auch kleinste Sünden, ^ vie ihm in der Beichte anvertrauet werden. In dem letzten Gerichte a- ! der wurde ich eben diese meine verr > B 6 schwie- Z2 5^2 schwr'egenen Sünden in Gegenwart aller Seligen, und Verdammten dem allwis- senden erzörnten göttlichen Richter müssen beichten zu meiner größten Schande und Spott. Jetzt wird mich der ^ Beichtvater von meinen Sünden absol- viren und ledig sprechen, bey dem letzten Gericht aber werde ich nach der Beichs ! te an statt der Absolution hören müssen das Urtheil meiner ewigen Verdamm niß. Gedenke drittens. Es müssen beichten, und beichten auch aufrichtig ihre Sünden Fürsten, Köms ^ ge und Kayser, geistliche und weltliche ^ Personen, und ich will allein von die- z sem leichten, und süßen Joch Christi ausgenommen seyn? Wenn aber diese, oder andere Ursachen bey dir nicht sollten so viel vermögen, daß du deine schwere Sünden auf- richtig zu beichten dich entschließest» so ^ merke dir den Rath, den ich dir anje- ^ tzo gebe: Unterlaß hrnfüran das deich- ten, und kommuniciren gänzlich, auch zu österlicher Zeit, auch in dem Tod- vev kette, denn es ist besser, daß du gar nicht mehr beichtest, und communici- rest» als daß du diese heütgste Geheimnisse allezeit samlegisch-und gottesräu- beriicher Weise empfangest. Auf diese Weise wirst du zwar verdammt werden, wirst aber weniger Todsünden begehen , und folgsam nicht so tief in die Hölle hinunter gestürzet werden. Erschrecklich ist, daß unter den Christen einige anzutreffen, welche sich erfrechen im Stande einer bewußten Todsünde das allerheiligste Sakrament des Altars zu empfangen. Aber dergleichen qot- tesräuberische Frevler jollen wissen, daß sie ihnen nach Zeugniß der ewigen Wahrheit sechsten mit dem Leibe und Blute Christi das Gericht» und das Urcheil ihrer zukünftigen Verdammniß hinein fressen. Aber von dir christliche Seele! »erhoffe ich ganz was besseres. Ich hoffe» daß in deinem Herzen regiere der Geist der wahren Buße» welcher ein demühiger Geist, und kein Beschwerniß hat dem Priester an statt Gottes zu offenbahren dasjenige, durch welches der große Gott selbste» so schwerlich B? ist ist belediget worden, durch die reunch thtge und demüthige Beichte aber wiederum besänftiget wird. Nun dann, bevor du zu der Reue und Leid schreitest, lies aufmerksam uns * dedacht folgende Kurze Erinnerung. Durch welche ein Christen < Mensch über seine begangene Sünden ernsthafte Reue zu erwecken angetrieben wird, vor einer jedwedem heiligen Beichte nützlich zu überlegen. Wenn rhr mchk werdet Buße thun/ werdet ihr a le zu Grunde gehen. ^ Seynd die fchreckvolle Drohungen, rvel- ! che der gerechte durch die Sünde er- / zürnte Gott iz. v. über alle diejenigen ergehen läßt, von denen er schwerlich ist beleidiget worden. Aber leider ! o wie schlechtem die Buße mancher Sünder, und Sünderinnen beschaffen. Sie beichten fünf, zehn, zwanzig, und noch mehrere Iah- re, und nach so langer Zert, nach so ^ vielen Beichten begehen sie annoch dle l alre Sünde»/ und bleiben immerdar steck-n in ihren vorigen bösen Gewohnheiten. Wer soll da nicht fürchten, daß es dergleichen Buffern an der wahren Reue» - und ernstlichen Vorsatz sich zu bessern fehlen müsse ? Was mag aber wohl die Ursach eines so gefährlichen, und dem Heile der Seele höchst nachteiligen Fehlers seyn ? Vielleicht keine andere, als, dieweil man sich sogar wenige Mühe giebt, recht zu erkennen, was großes Uebel, Greuel, und Bosheit es um die Sünde sey, und was traurige Folgen dieselbe für dieses, und für das zukünft - tige Leben nach sich ziehe: Gehet diese ^ Erkänntniß ab, so ist die Reue matt, ^ und der Vorsatz hat keinen Bestand. Derowegen dann, sündige Seele! befleiße dich, daß, so oft du beichtest, du deine Sünden nicht nur obenhin ansehest, sondern dir derselben Bosheit bey dem Lichte des Glaubens nachdrücklich vorstellest. Dieses kann, und wird geschehen, wenn du vor deinem i. Zeichten nachgesetzte drey wichtige Wahrheiten nicht nur lesen, sondern wohl, und bedachtsam betrachten wirst. Gott Gott gebe dir zu einer so wichtigen Unternehmung seine kräftige Gnade. ! ? §. 2 » ! «Drey wichtige Wchchciteil/ ' > in dero reifen Betrachtung eine mit i Sünden behafte Seele die Bosheit ihr I rer begangenen Sünden recht erkennet» l schmerzlich bereuet/ und selbe hiiisüran er»ö- z lich zu meiden sich cntschiichct. ^ - , Betrachtung j Der ersten Wahrheit. ' Was habe ich gethan, da ich ge- l süudlget? > So oft ich eine Sünde begangen, sooft habe ich verachtet, beleidiget, und entunehret meinen Gort und Herrn, der die Sünde unendlich hast i sek, und erschrecklich abstrafet. entsetzliche Vermessenheit ! zwey ^ erschreckliche Uebel seynd aus eu ^ , ner jedwedern meiner Sünden entspruw , gen: Erstlich eine abscheuliche Verach- ^ ttwg, ^ tung» und Beleidigung für GOTT: Zweytens eine schwere Strafe für mich. Durch die Todsünde habe ich verloren Gott mein letztes Ziel und Ende. O was unendlich großer Vcrlurst ist dieser! ich habe verloren die helligmachen- t de Gnade, und mit dieser alle meine bisher» gesammelte Verdienste und qur , te Werke: Ich habe verloren die ganze glückselige Ewigkeit, und habe mich noch über das schuldig gemacht der ewigen Vcrdammniß. Wegen meinen kleinern Sünden warten auf mich die schwere Peinen des Fegfeuers. O wehe meiner armen Seele nach dem Tode! wenn ich nicht arrjetzo in dem Leben l meine begangene Sünden ernstlich vergliche , und bereue. > Erste Rene. ^ Anowegm dann, Chriffe Jesu! g« ^ rechtester Richter» aber annoch zu- » gleich barmherzigster Vater! zu dir nehr > me ich anjetzo meine Zuflucht: Liegend ^ vor deinen heiligsten Füssen stelle ich _ mir mit lebendigem Glauben vor einerseits die greuliche Verachtung und Bc, let- Z8 leidigung, die ich dir durch meine Sän, d den habe angethan: Andererseits bei , n trachte ich mit Furcht und Schrecken ! d die strenge aber doch gerechteste Stra- . s fe, dre ich wegen meinen Sünden ver- ^ j schuldet» und zu befürchten habe: Und c aus diesen zwey Ursachen» wegen deir < uer Beleidigung nemlich, und wegen t meiner Strafe verfluche, bereue, und ! widerrufe ich von ganzem Herzen, und l Mit allem Ernste alle und jede von mir ! jemals begangene große und kleine Süll- < den. O verfluchte Sünde! o in was l erbärmlichen Stand hast du meine See- , je gesetzt! o mich vermessenes Geschöpf! > o wie habe ich doch können sündigen, > und beleidigen einen Gott, den ich ge- , ! wußt» daß er die Sünde so sehr hasse, ! und erschrecklich abstrafe? Barmhcr- j zjqkeit, Christe Jesu! Barmherzigkeit gerechtester Richter! wann du kommen ^ wirst zu richten, ach! verdamme mich » Nicht. Erster Vorsatz. L>'ch erkenne dann anjetzo, mein Gott! daß, so ferne ich annoch sollte sun- vst Z9 r digen»ich dich auf ein neues beleidigen, , j mir selbsten aber ven größten Schar n I den zufügen würde: Aber nein, mein t Gott! so thörrick» so vermessen will - ich nicht mehr handeln: Ich fürchte d anjetzo mehr als jemals deine strenge Gerechtigkeit» und liebe mein eigenes n Heil. Deme heilige Furcht, und jene d heilige Liebe» die ich mir sechsten schulr d Lig bin» diese seynd mir anjetzo» und r rverden mir durch deine Gnade hinfürr an allezeit seyn ein mächtiger Antrieb, ö daß ich mir sechsten ernstlichen Gwalt 2 anthue» alle und jede» insonderheit, ! diese, und jene Sünden N. N. mit , denen ich schon so lange Zeit behaftet !- ^ bin, gänzlich auszureuten: gieb mir , nur o Jesu! deine kräftige Gnade dar r ju, um die ich dich ganz eifrig bitte, t und auf welche ich mich ganz ^! getröst verlasse. 6 ^^ 4 «? Betrachtung ii Der zweyten Wahrheit. k . l ls habe ich gethan, da ich gk « sündiget? 8 So oft ich eine Sünde begangen, l> so oft habe ich verachtet, beleidiget, H und enkunehrek meinen Gorr und l Herrn, meinen Erschaffen, Erlöser, f Und Sekigmacher, meinen besten t Freund und Gutrhärer. aß ich ein Mensch, daß ich ein Christ, « ^ daß ich nicht schon lange in der s j Höllen brenne, sevnd lauter Guttha, ^ ten von Gott: alle Augenblicke niest > nes Lebens hat Gott an mich gedenket : alle Augenblicke hat er mich ge- liebet: alle Augenblicke hat er mir est ne neue Gutthat erwiesen. Mir zu lieb, ( damit ich nicht ewig zu Grunde gienge, ' sondern ein Kmd der ewigen Seligkeit ^ i werden könnte, mir zu lieb ist Gott s Mensch geworden, mir zu lieb hat der l vermenschte Gott gelitten, mir zu m s 4 - ist der Menschgewordene Gott an dem Kreuze gestorben, mit einem Worte: Gott hat mich allezeit geliebet, und ich o wie habe lcb mich gegen meinem in - mich so sehr verliebten Gott verhalten? Pfui der schändlichsten Undankbarkeit! an statt der höchst - schuldigen Gegen, , liebe habe ich meinen Gott und Herrn, meinen größten Gutthäter, meinen al, d lerbesten Freund, meinen gegen mich , freygebigsten Vater viel hundert, ja n tausendmal mit großen, und kleinern - Sünden verachtet, beschimpft, und ent, unehret. O großer von mir so oft und schwerlich beleidigter Gott! ich bekenne anjetzo vor Himmel und Erde» daß ich r ^ wegen meiner recht teuflischen Undank, barkeit nicht würdig» daß ich dein Ge, j, schöpf genennet werde. >, 2 Zweyte Reue. » Aber o mein Gott! ich weiß, und '» ^ glaube, daß deine Barmherzigkeit t ^ unendlich größer, als alle meine Bosr t heil, und Undankbarkeit: derowegeri r dann werfe ich mich mehrmalen voll deS r Vertrauens zu deinen Füßen , und mit Herz 4E Herz und Munde rufe ich zu dir: O s Jesu, v iiebrerchester Vater! o mein 1 einziger größter Gukthäter! ach wende l doch von mir nicht ab dein heiligstes. > Anq-sicht, sondern sieh mich an mik je> j nen gnädigen Augen» mit welchen du i nach begangener Sünde Petrum und < Magdaienam angesehen; sieh» ich der j kenne anjetzo vor dir meine größte Um I dankbarkeu. Alle und jede meine je> i Mals begangene Sünden verfluche, ver, I obscheue, und bereue ich mit allem Erm i ste, und ganzem Wtl/en» dreweil ich mit s denselben verachtet, beleidiget, und ente < unehret habe dlch meinen größten Gud l thäter» meinen einzigen besten Freund, > meinen gegen mich freygebigsten Vater. ^ ! Erbarme dich meiner» o Gort! nach ! deiner großen Barmherzigkeit, und nach. I der Menge deiner Erbärmniße, löscht! > aus meine Ungerechtigkeit. j > Zweyter Vorsatz. j mein Gott! so sehr hast du mich ^ geliebet, so viel und große Gut» thaten hast du mir erwiesen: und >ch!vu Mich annoch unterstehen einen m'ch sehr 4 ) ich sehr liebenden» und gegen mich so gut, thätigen Gott zu belkidigen! nein» mein Gvtl! das wird mit deiner Gnade nim« rnttwehr geschehen. 2ch liebe dich an« jetzo von ganzem Herzen, dieweil du mich zuvor so sehr qeliebet» und so viel Gutes erwiesen hast: Und diese deine Liebe, die du zu mir getragen, und an- noch trägst» jene Gutthaten»die du mir erwiesen, und annoch zu erweisen ganz liebreich forrfährst, diese bewegen mich, und werden mich mit deiner Gnade hm« füran allezeit bewegen, daß ich mir selbst ernstlichen, und beständigen Gewalt an« thue» mcht nur alle wirkliche Sünden, sondern auch alle Gefahr und Gelegen« heit zu der Sünde zu melden. Insonderheit, mein Gott! nehme ich nur an« jetzv wirklich, und ernstlich vor diese N. und jene N. nächste Gelegenheit, bey welcher ,ch schon so oft in diese N. und jene N. Sünde gefallen, gänzlich aufzugeben : Dieser Vorsatz, o mein Gort! gehet mir von ganzem Herzen: Erhalte und stärke denselben durch deine Gnade» Be- 44 j Betrachtung ^ Der dritten Wahrheit. k« Was habe ich gethan, da ich ge- ^ sündiget? 8 g So oft ich eine Sünde begangen, § so oft habe ich verachtet, beicidiget, « Und entunehret metnen Gorr, und tz ^errn, mein höchstes, mein unend» tz sich vollkommenes, und eben darum tz wegen sich selbst liebwücdigstes Gut. h O unbegreifliche Bosheitti mein Gott! o daß ich doch am ? ^ jetzo recht erkennete, wie unendlich ^ vollkommen, und unendlich liebens, ^ würdig du wegen deiner selbst seyst! O ^ daß ich zugleich recht erkennete» was „ Greuel, Bosheit, und Abscheulichst, ^ es sey ein so unendlich vollkommenes, ^ und allerlrebwürdigstks Gut auch nur ^ durch die mindeste Sünde veralten, beleidigen, und entehren. Diese zwey wichtigen Punkten» wenn ich es ^ recht erkennete, so glaube ich, es wa, g re nicht änderst möglich, als daß ich ^ diesen Augenblicke aus vollkommenster Lieds, 45 kiebs-Reue wegen meinen vielen» und großen Sünden steintodt zur Erde sinken würde. k Da ich aber» o mein Gott! wegen Blindheit meines Verstandes diese so große zwey Wahrheiten nur gar zu wenig erkenne» und begreife» was solle ich dann anjezo gedenken» o höchstes Gut! was solle ich thun? Sieh mein Gott! in Abgang dieser genügsamen Erka'nntniß nehme ich zu Hilfe meinen heiligen Glauben» durch diesen erleuchtet, bekenne ich: Du,o Gott! bist über alle erschaffene Dinge unendlich vollkommen : Du bist unendlich würdig; und ich als dem Geschöpf bin unendlich schuldig, daß ich ohne einzige Absichte auf einige Strafe oder Belohnung dich wegen deiner selbst, und wegen deinen unendlichen göttlichen Vollkommenheiten über alles, was du Nicht bist, schätze, und liebe. In dieser Bekänntniß dann» o hoch- » stes Gut! versenke tch mich vor deiner göttlichen Majestät in den Abgrund Weines Nichts, und mit unendlichem C Mis- 46 j Misttauen auf mich, aber auch zugleich mit unendlichem Vertrauen auf deine getreueste Hilfe, und allmächtigen Bey- s stand, welchen ich durch die unendlichen, > Verdienste Jesu Christi, und durch die d Fürbitte aller Heiligen von dir eifrigst je begehre» schätze, und liebe ich dich von b ganzem Herzen, aus ganzer Seele, und b, aus allen meinen Kräften über alles, f, aus keiner andern Ursach, als dtewei« a len du bist mein Gorr und Herr/ das „ höchste unendlich vollkommene/ und eben darum einzig und allein wegen - stich selbst aller meiner Liebe un- x endlich würdigste Gue. O höchstes a Gut» im Himmel» und auf Erdees n ist nichts, welches ich höher schätze, und, >, eifriger verlange, als eben diese voll- n kommene Liebe zu dir. Nimm mir o v Gott! wenns dir beliebig, alles andere d hinweg: gieb mir nur, erhalte, und b vermehre in meinem Herzen diese voü- n kommene reine Liebe zu dir, und ich s bin reich, und glückselig genug in der st Zeit, und für die ganze d Ewigkeit. ^ a Drtk 47 ch Dritte Reue. ne yr S(o sehe ich dann anjetzo, o mein en ^ ^ Gott! in Bereuung meiner Sünr >ie den nimmermehr an die Srraien, die gst ich mir selbst weqen memen Sünden ha- on be zugezogen: Ich sehe nicht mehr an nd die Gutthaten, mit denen du mich so ö, freygebig überhäufet hast. Einzig, und ei« allein werfe ich meine Augen auf dich, as und auf meine begangenen Sünden. »d Damit ich dann diese aus keiner am lcn dem Ursache, als aus vollkommenster M Liebe zu dir von ganzem Herzen auf das ks allerheftigste verfluchen» und bereuen es möge, so unterwerfe ich zu diesem Zier md, le und Ende meine blinde Vernunft deis olk ner unendlichen Weisheit, und halte r» von der Sünde eben dasjenige, was m du davon haltest. Du siehst die Süns md de an, als das allergrößte Uebel, dies om weil dieselbe dir, und deinen unendlis llv chen göttlichen Vollkommenheiten höchs vtk stens entgegen qesetzet ist. Wegen eben dieser Ursache sehe auch ich tue Sünde ^ an als das allergrößte Uebel. Äch vereinige über das in Bereuung meiner Sünden, memen Willen mir bei- C s ncm 48 nem allerbeiligsten Willen. Du HM s und verabscheuest nothwendiq die Süm be de, dieweil du als das höchste lrebwm m digste Gut dadurch verachtet, undbe« a! leidiger wirst: Eben dieses mein Gott! ^ gr soll seyn die einzige Ursach, warum auch ch ich anjetzo meine Sünden mrr allem Lms je ste begehre zu bereuen, und zu verfluchen, st« ar Dieweil ich aber aus meinen schwachen je, Kräften die Sünde niemal genugsam so wird bereuen können, also nehme ich zu ^ Hilfe deine ganze göttliche Allmacht. ^ Derowegen dann o großer Gott, o höchstes Gut! versenke ich mich auf ein neues vor deiner göttlichen MajestÄ in den Abgrund meiner Schwachheit und Unvermögenheit: Ich bitte dicht!« nes bittens, durch die unendlichen M« dienste Jesu Christi, und durch Sie Fürbitte aller Heiligen, du wollest an« jetzo in meinem Herzen erwecken ein! recht wahre vollkommene Liebs«Reue« Mit unendlichem Mistrauen dann ro auf mich, aber auch zugleich mit MB' de licher Hoffnung,und Vertrauen autlM de nen allmächtigen göttlichen Beyst» rie o 49 st s höchstes Gut ! verfluche, beweine, bereue, verabscheue, und widerrufe ich rr aus vollkommenster reinester Liebe zu dir „, all und jede von mir jemals begangene rl' große und kleine Sünden. Ich verfluch che, beweine» und verabscheue alle und ns jede von ganzem Herzen mit allem Erlitt. ste, und mit ganzem Willen, aus keiner andern Ursache, als dieweil ich mit denen selben (o Greuel! o Bosheit) so oft, lm so schwerlich verachtet, beleidiget, und st entunehret habe dich meinen Gott und Herrn, mein einziges, mein höchstes, , mein unendlich vollkommenes Gut, welr ^ ches ich allezeit über alles Hütte schützen, , und beben sollen, und anjetzo wirklich ^ wegen sich selbst über alles schätze» und liebe, und in der Zeit, und in der E- tvigkett allezeit über alles zu schätzen, ^ und zu lieben eifrigst verlange. M . O mein Gott! o mein höchstes Gut! ini Mb mir doch, daß diese vollkommene lir. Liebs-Reue von Augenblick zu Augenblick in mir zunehme und wachse. Dell» rowegen dann nicht änderst, als mit K' deiner unendlichen Weisheit, und yach >k» deiner unendlichen Weisheit: mit der- mm allerheiligsten Willen, und nach dei- ' ^ Cz nem 5o «em averheiligsten Willen: mit deiner st göttlichen Allmacht, und nach deiner ß göttlichen Allmacht eben so heftig, als g< heftig du selbst aus vollkommenster Lies> be, die du zu dir sechsten trägst, die Sünde verfluchest, und verabscheuest, eben so heftig verfluche ich noch einmal, > ja viel tausendmal, und verabscheue ich 2 alle meine Sünden, und dieses aus volls kommenster reinester Liebe zu dir, o zj höchstes Gut! h' O mein Gott! o meine einzige Liebe, x, - mein einziges Alleso daß ich dich doch niemals beleidiget hätte! o höch- e, stes Gut! wann ich dich einsmal in d, dem Himmel» wie ich hoffe, von W n, gesicht zu Angesicht ansehen, und niit> h< vollkommenster Liebe besitzen werde, o H wie sehr (wenn nicht die himmlische Glo» hj ry alle Reue auöschließete) wie sehrnM de es mich alsdann reuen dich ein so W ch endliches Gut beleidiget zu haben. n, Derowegen dann o Gott! mit eben di jener R hat mein Herz völlig eingenommen, o Mein ganzes Herz gehöret nunmehro ! dir alleinig zu. Nichts, nichts kann und will ich dir abschlagen: dir zu lieb will ^ ich mich alles kosten lassen: allen Gewalt will ich mir selbst anthun, damit n me Sünde in meinem Herzen keinen , Platz mehr finde. k . O höchstes Gut! diese meine ernstli cye Besserung soll nunmehro mein größ - res, mein wichtigstes Geschäft in mei C 52 i nem ganzen Leben seyn. Wirklich lege ! ich die Hand an das Werk, was ich dir « schon so oft versprochen, aber bis hieher ^ noch niemal getreu gehalten, das will ich >" von nun an mit deiner Gnade getreu, und bis in den Tod beständig halten. ^ Ich sage derohalben gänzlich ab, und A gebe wirklich auf jene unordentliche Lie- ^ be zu dieser oder jener Kreatur, welche dir nothwendig hat müssen misWg seyn» und welche in meinem Herzen bist ^ hero so große Unruhe verursachet hat. ^ Die von meinem Nächsten mir anp A thane Unbilv ist demselben nunmehro vik zu Lieb von Herzen verziehen» undven, ß gessen: Jene so ich bishero gehalten als y, meine Feinde, will ich hinfüran nicht M derst, als wie mich selbsten lieb haben. er Heute noch will ich Anstalt machen, zu daß ich jenes schon so lange Zeit besch g, sene ungerechte Gut seinem rechtmW C gen Herrn zurück stelle. w .> iel Jenes gottesräuberische Stillschwel ^ gen» mit welchem ich manche schwelt x Sünde in dem Beichtstühle verschm gen^_ 5Z ^ gen, will ich heut annoch brechen, und * will melne begangenen Sünden dem r Beicht-Vater mit aller Demuth offen- baren. «> Diese und jene Mittel will ich hinfü- ' ran anwenden, damit ich ablege diese, und jene N. böse Gewohnheit zu sün- d diqen, welche mich in einen so elenden ^ Grande der Seele gesetzt hat. ^ Jene Person, jenes Ort, jenes Haus, ^ jene Zusammenkünften, welche mir bis- ^ hero ein Eckstein der Aergerniß,und Ger ' legenheit zu vielen Sünden gewesen sind, will ich nunmehr» mit allem Fleiße, und " Aemsigkeit getreulich meiden. ^ Jene Lauigkeit in deinem heil. Dien- ste, will ich mich nunmehro befleißen ° durch einen beständigen Eifer zu ersetzen. >u . Alles» mein Gott! bin ich gänzlich entschlossen mit deiner Gnade getreulich r< zu halten : Denn ich erkenne wohl, die 'p glückselige Ewigkeit, meine unsterbliche Seele, vor allem du» mein Gott! bist unendlich würdig und verdienst, daß . > ich mich alles kosten lasse» diese meine ^ gemachte so heiligen Vorsätze bis m den ' Tod beständig zu halten. Gieb nur nur " L5 » 54 L-KL o Gott! zu diesem meinem heiligen Von ! haben deine kräftige Gnade, denn ohr ' ne diese (du weist es selbst wohl) kann * ich nichts» mit dieser aber kann, und ' will ich alles, Amen. > l Kürzere Ermahnung an die büßende Seele. bbristliche Seele! wenn dir diese drey- ^ fache Reue, von Herzen geht» und du einen ernstlichen Willen hast die Sünde hinfüran zu meiden, so beichte deine Sünden demüthig» und aufrichtig; und so ferne dich deine begangene» künden ängstigen, und verwirren wollen , so tröste dich sechsten mit der st- ^ ßen Hoffnung, und Vertrauen aus die liebreiche göttliche Barmherzigkeit, kräftig darvor haltend, daß Gott diese Hoffnung, und das Vertrauen von dir erwarte, und an demselben das größte Wohlgefallen habe. Solltest du aber in Betrachtung, und ^ Ueberlegung obiger dreyen Wahrheiten > j den Lust zum Sündigen annoch nickt verlieren, so muß es dlr emwevers a» der der Vernunft, oder an dem lebendigen Glauben fehlen, und hast also die größte Ursache zu fürchten, daß es dir eins- nialö auch an deinem ewigen Heile fehlen werde, welches dir der gütigste Gott gnädigst verhütten wolle. §« 3 » Neilsamc Ermahnungen, durch welche eine christliche Seele angetrieben wird alle Widerwärtigkeiten dieses Lebens geduldig zu übertragen. »ie Wich diese Welt wegen Menge der Kreuze und Widerwärtigkeiten ein Thal der Zäher genennet werde, kann die beste Zeugniß eines jedwedem eigene Erfahrniß geben. Kreuz von Gott, Kreuz von der Hölle»Kreuz von dem Neben - Menschen , Kreuz, und vielleicht die weißte» und größte von uns sechsten. Was aber in dieser so wichtigen Sache, niemai genug kann bedauret werden»ist, daß so viele Christen an ihrem Kreuze nicht mit dem C 6 rech- rechten, und glückseligen, sondern mit dem linken, und verworfenen Schär cher hangen bleiben. Ich will sagen: i Es ist zu bedauren» daß viele Christen ' ihr Kreuze nicht zu ihrem Nutzen, son- > dern zu ihrem größten, und nicht selten auch zu ihrem ewigen Schaden ü- l vertragen » dieweil sie dieselbe ohne I Geduld übertragen. Du, mein Christ! handle klüger, und lerne das Kreuz schätzen/ lieben, und in demselben dich geduldig üben Damit aber dieses geschehe, schreibe ich dir ! vor ein zweyfaches Mittel, derer das erste für den verstand, das zweyte für den willen in dieser Sache sehr ^ dienlich seyn wird. Mittel die Geduld zu erlangen, betrefend den Verstand. i ^alte für gewiß Erstens : Alles Kreuz und Widerwärtigkeiten/ die dir in diesem Leben begegnen/kommen von Gott/ welcher dir dieselbe cntweders zugeschicket/ oder wenigst dieselbe zuläßt. Zweyeens : Gott mcynt 5 - cheynt es recht gut mit dir, da er dir ein Kreuz zuschicket, oder zuläßt, in dem er dadurch nichts anders suchet, als die Beförderung deines e- wigen Heils. Denn das Kreuz ist ein Fegfeucr auf dieser Welt zur Abzahlung der zeitlichen annoch übrigen Strafen. Das Kreuz ist eine Gelegenheit durch die Geduld in demselben große Verdienste zu sammeln, und die himmlische Glory für die ganze Ewigkeit unaussprechlich zu vermehren. Drittens : Kreuz und Leiden in diesem Leben sind eine un- vermeidentltche Sache. Niemand hat mehr zu leiden, als derjenige, welcher nichts leiden will. Die Geduld in Widerwärtigkeiten ist ein Mittel, ohne welches keiner aus den erwachsenen Christen die Seligkeit erlangen wird. Also redet die ewige Wahrheit selbst: wer sein Lreuz nicht trägt, und mir nachfolget, der ist meiner nicht würdig. I-ue. 19. C? Mit 58 Mittel die Geduld zu erhalten,' anbetrefend den Willen. /Bestens: Begehre von GOTT ^ mehrmalen die Geduld in einem hohen Grade. Sweyeens: Erwecke öfters ein heftige Begierde nach dem Exempel aller Gerechten/ demjenigen zu lieb geduldig zu leiden, welcher dir zu lieb gelitten hat/ und gestorben ist. Drittens: Zur Zeit des Kreuzes nimm deine Zuflucht zu dem Gekreuzigten/ gedenke oder sage : Mein gekreuzigter Jesu! jetzt ist halt die Zeit zum leiden; es tröstet mich aber die darauf folgende Ewigkeit der Freuden. Der 59 Der sterbende Christ, haltet in sich eine dreyfache Vorbereitung zu einem glückseligen Tode. Die erste, Für alle Monate. Die zweyte/ Für alle Wochen. Die dritte, Für alle Läge. «»- 4 « Vorrede. ^ ^ernimm, o Christen - Mensch! eine dreyfache wichtige Wahrheit. Du Du wirst, und mußt sterben, und das ist die erste Wahrheit. Du wirst und mußt sterben, und weißt doch nicht, wann, wo, und wie du > sterben werdest, und das ist die zweyte Wahrheit. Du wirst und mußt sterben, und an deinem Tode liegt dir dein glückselig - oder unglückselige Ewigkeit, und das ist die dritte Wahrheit. Was sollst du nun aus dieser dreyfachen'Wahrheit für einen Schluß fassen?Keinen andern, alsedendcn- jcnigen / den die göttliche Weisheit i selbst für dich gemacht, und dessen ' sie dich erinneret mit den Worten göttlicher heiliger Schrift. Oilhone clomui cu^, c)u>L moriens. ^ Mache,o Mensch leine Richtigkeit mit deinem Hause, mit deiner Seele, mit deinem Gewissen; denn du ^ wirst sterben. ^ Nun r 6r Nun dann / christliche Seele! folge nach dem so heilsamen Rathe deines Gottes/ bereite dich zu einem ^ heiligen Tode/ Monatlich/ wöchentlich / und Täglich ; denn es , ist der Mühe wohl werth; dieses Geschäft ist das Größte/ so du in diesem Leben zu besorgen hast. 'S TSSS CSSS 62 4 4 -ch- 4 - 4 - 4. 444-44^-4 4-4-4. §. r. Monatliche Zubereitung zu einem glückseligen Tode. Kurze Erinnerung. ^kelig seynd die Todten, so in dem Herrn sterben, ist der Ausspruch der ewigen Wahrheit selbsten. Welche z sind aber wohl jene, so in dem Herrn s sterben? jene sind es, welche sterben mit einem reinen Herzen. Denn Gott selbsten sagt: Se tg seynd d>le eines rerncn Herzens stynd, denn sie werden Gore anschauen. Derowegen dann christliche Seele! trag vor allem Sorge, daß du dir dies , se Reinigkeit des Herzens zmvegen ^ bringest. Sieh dir zu diesem Ziele und Lade alle Monate aus einen Tag, i 6z an diesem reinige dein Herz durch die heilige Beicht und Kommunion von aller Sünde, und dieses mit solchem Ei- . fer und Zubereitung, als wenn du versichert wärest, daß diese Beicht und Kommunion die letzte seyn würden» alles aus diesem Ziele und Absehen, daß dir Gott einen glückseligen Tod verleihen wolle. An eben diesem Tage halte dich eine Zeitlang ganz allein: werfe dich nieder auf deine Knie: nimm in die Hand einen Rosenkranz, ein Krucifix-Bild, und wenn es seyn kann eine angezündte Kerzen (denn diese seynd jene Zeichen» i mit welchen wir katholische Christen zu ' sterben pflegen) stelle dir also lebendig vor die letzte Viertelstund deines Lebens , zu welcher du in deinem Sterb- Bette mtt dem Tode ringen wirst, und in dieser Stellung und Einbildung übe aus nachgesetzte Tugenden mit solchem Ernste, und Eifer, als du wünschest dieselbe, wann es einmal mit dem Sterte den wird Ernst werden, auszuüben. Ruf bann mit Herz und Munde zu Gott. 64 Heilige Arimitthmigetr Als eine Zubereitung zu einem glückseligen Tode, alle Monate zu wiederholen. HVein Gott, und mein Herr! ich weiß, ich muß, und werde einmal sterben. Ich will auch sterben, ich will aber sterben unter dem Schutze und Beystande des ganzen Himmels. Derowegen dann, o Maria, o mein ^ heiliger Schutzengel, o ihr meine heilige Patronen, alle heilige Engel, l und Auserwählten! euch bitte ich » insgesammt, ihr wollet mir anjetzo, ' und in der Stunde des Tods getreulich beystehen, und mir zu einem ! glückseligen Tode verhilflich seyn. Nun dann, mein Gott! ich will ^ sterben weil du willst, wann du ! willst, wie du willst/ und wo du willst. ^ Ich will sterben, damit ich ent- I ris- l > 65 rissen werde aller Gelegenheit dich zu beledigen. Ich will sterben 0 Gott! damit * ich gelange zu dir als meinem letzten Ziele und Ende. ' Ich will sterben aus vollkommen- - ster Liebe zu dir, der du aus Liebe )! meiner an dem Kreuze gestorben bist. c! Ich will sterben/ und opfere dir 5 schon anjctzo auf mein letzte Krankheit/ all meine Schmerzen/ und 1 meinen Tod/ alles vereiniget mit den - Schmerzen uud Tode Jesu Christi. ? l Ich will sterben/ und opfere dir > ^ auf meinen Tod, zur Danksagung ? für alle Gnaden und Gutthaten/ so - du mir und allen Menschen jemals t l erwiesen hast/ und in der Zeit/ und durch die ganze Ewigkeit erweisen l ^ wirst. l ! Ich will sterben / und opfere dir l ^ meinen Tod zur Abführung und Ge- > nugthuung aller Unbilden / so dir von - j mir und allen Sündern jemals seynd zu- 66 zugefügt worden / und leider! an- noch zugefügt werden. > Ich will sterben, und opfere dir ' auf meinen Tod/ den Unschuldigen > ! dadurch zu erlangen die Gnade/ damit sie in der Unschuld beständig verharren ; den Sündern zu erlangen die Gnade der wahren Bekehrung; allen Gerechten zu erlangen die Gna-' de der Beständigkeit in dem Guten ^ bis in den Tod. Ich will sterben/ o Gott! damit ich dich mein höchstes Gut in dem Himmel mit allen Heiligen mit vollkoMen- ster Liebe in Ewigkeit besitzen könne, s Und damit ich dann so glückselig sterbe, so will ich sterben mit dir / o Gott! auf daß Innerste vereiniget. Dcrowegen dann glaube ich auf dich / o unfehlbare Wahrheit l Auf dich hoffe ich / o unendliche Barmherzigkeit! Dich liebe ich wegen deiner selbst über alles / o höchstes Gut! Aus - 67 a- Aus vollkommenster Liebe zu dir 0 mein Gott! verfluche ich/ bereue, ir widerrufe, und sage auf ewig ab al- :n> ler Sünde. a- Dein allerheiligster Will, 0 Gott! r- geschehe mit mir in allem auf das m vollkommenste in der Zeit, und in i; der Ewigkeit. a- ! O Gott > gieb mir Gnade, daß m ich vor meinem Tode würdig empfange die heiligen Sakramente der ch Beicht, und heiligen Communion, n- und letzten Oelung. n- O Gott! ich verlange bor mei- . s nem Tode thcilhaftfg zu werden al- ig ler heiligen Ablasse, die ich als ein 0 sterbender Christ in jener Stunde . gewinnen kann, dahero ich schon uf lmjcyo mit rcumüthigem Herzen spreche: Jesu mein Erlöser erbar- he mc dich meiner! ^ So will ich dann sterben, wie ich >st gesagt unter dem Schutze aller Heiligen und Auserwühltcn. Hei- 68 Heilige Maria du Hilfe / und Trost aller Sterbenden! bitt für mich armen Sünder jetzt/ und in der Stunde meines Absterbens. ^ Heiliger Schutz-Engel/ beschütze mich. Alle Heilige und Auserwählte/ sonderbar ihr meine heiligen Patronen stehet mir bey / unter eurem mächtigen Schutze und Bereitschaft trete ich jetzt an den Weg in die E- wiakcit. Ich henke mich an meinen Jesum / und rufe mit ganzem Herzen: Jesu! dir zu lieb lebe ich. Jesu! l dir zu lieb leide ich. Jesu! dir zu' lieb sterbe ich. Jesu bey dir verlange ich zu seyn in dem Himmel ewiglich. Himmlischer Vater! mit deinem und meinem I su, befehle ich in deine Hände meinen Geist. Jesus! Maria! Joseph! Jesus! 1 Kur- «-» 'S' 69 l- >: el Kurze Erinnerung. I snter so heiligen Anmutbungen zu ^ Gott» mein Christ! wünsche ich, daß du dein Leben einsmals endigest, aber anjetzo halte ein wenig still; denn stne Augenblicke, in denen du dich an- jetzo befindest, seynd sehr kostbar für dich. Bilde dir ein, als sehest du» wie dein Leib nach dem Tode eiskalt» und gar erstarret in dem Bette da liege. Sieh wohl an dieses erbleichte Tov- tenaas, und betrachte in demselben die Eitelkeit aller zeitlichen Sachen, und drucke die folgende Wahrheit tief in dem Herz: Eitelkeit über Eitelkeit, und alles ist Eitelkeit, und ein lauterer Be» trug, ausgenommen Gort von gan» zcm Herzen lieben, und Ihm allein dienen. Dieser Wahrheit gemäß dann mache einen Schluß, weicher dem Himmel die größte Freude, dir den größs ^ ten Nutzen, der Hölle aber den größten Schrecken bringen wird. Nehmlichen entschließ dich mit herzhaftem Ge- D mü- 7» ^ müthe aller Sünde gänzlich abzusagen» und um einen christlichen Lebens-Wandel mit allem Ernste dich zu bewerben. Durchgeh dein Gewissen» und so ferne ^ du in demselben etwas finden solltest, so dir den Tod schreckbar» oder wohl gar unglückselig machen könnte, also- bald fange an dich von einem so gefährlichen Uebel standhaft zu befreyen. Diese heilige Anmuthungen! eines Sterbenden können auch den gefährlich - krankliegenden , Personen mir großem Nutzen vorgesprochen werden; doch al-r ! so, daß dieses langsam gesche- ! he/ und jetzt eine Anmuthung, s alsdann über eine Zeit die arp dere mic mittelmäßiger Scim^ me dem Lranken vorgehethet werde, 7k §. 2 . Heilsame Zubereitung Au einem glückseligen Tode für alle Wochen. Kurze Erinnerung. Glückselig sterben ist eine Sache von ^ einer so großen Wichtigkeit» welche wohl verdienet, .daß man sich nicht nur olle Monate, sondern auch alle Wochen darzu ernstlich bereite; derowegen dann, wein Christ ! suche dir in der Wochen einen Tag aus, in diesem wende eine Viertelstunde an (welches auch bey Anhörung der heiligen Messe ge'chehen kann,) und überlege bey dir nachdrücklich folgende Wahrheiten. Ueberlegung einiger Wahrheiten. akle Wochen» als eine Zubereitung zu einem heiligen Tode vorzunehmen- I. ann es mit mir wird zum Ster- D 2 den 72 , ^ den kockm, wird mcin erster Wunsch seyn/ daß ich meinen Gott nicma- len beleidiget hatte. Allein dieses mein Wünschen wird alsdann zu ^ spät seyn; jene Sünden, so bis auf dieselbigc Zeit von mir werden begangen worden seyn, lassen sich alsdann nimmermehr zurück rufen. So will ich dann anftyo jene Sünden ernstlich meiden, die ich in dem Todbette niemalen begangen zu haben so ernstlich wünschen werde. 2 . Einen Sünder, oder Sünderinn > kann in dem Todbette nichts mehrers trösten, als daß sie über ihre begangenen Sünden wahre, ernstliche Buße gewirktt haben; so will ich dann, so oft ich beichte, die Sache mit allem Ernste angreifen. Nicht selten geschieht es, daß ein Ster- ! . 73 Sterbender nicht so fast geängstlget werde von seinen eigenen Sünden, als von den fremden Sünden; von jenen Sünden nemlich, zu welchen er bey Lebszeiten andern Gelegenheit und Anlaß gegeben: welche Sünden so wenig wir bey gesunden Tagen achten, so sehr werden wir von denselben in der Stunde des Tods gcangftiget und gequalet. Damit dann nicht auch ein gleiches mir einsmals widerfahre, will ich jederzeit genaue Sorge tragen, daß ich in meinem Hause, bey meinen Untergebenen , oder bey meinem Nächsten keine Gelegenheit zu sündigen gestatte, noch zulasse. Jene aber, welche ich bisher» verführet, oder auf was immer für eine Weise zur Sünde gebracht, will ich hinfüran mit guten Ermahnungen, und durch mein gutes Exempel zu allem Guten ret- tzen, und also meine gegebene Aer- gernlße ersetzen. 4. Die 74 4 - Die guten Werke allein wird ich zum Nutzen meiner Seele aus dieser ^ Welt in die Ewigkeit mit mir nehmen ; so will ich mir dann ernstlich lassen angelegm seyn/ gemäß meines Standes und Amts viele, und große gute Werke zu sammeln, absonderlich aber will ich mich befleißen, bey allen meinen Werken eine gute Meynung zu haben. Das Rufen und Seufzen fast al-) ler Sterbenden ist: O ließ mich ' Gott noch länger leben, 0 wie , gut, wie heilig wollte ich alle Augenblicke der Zeit zur Ehre Gottes, und zum Nutzen meiner See- ! le anwenden ! Und ich lasse so die-! le Stunden von der edlen kostbaren l. Zelt so liederlich Vorbeygehen; aber' Anfüran w.ll ich die Zeit, jenes große 1 75 ße Gut höher schätzen / und mir alle Augenblicke derselben zu Nutzen machen. 6 . Einem Sterbenden bringt einen sondern Trost, wenn er mir demü- thigcm Herzen gedenken kann, daß er alles Kreuz und Leihen, alle Widerwärtigkeiten dieses elenden Lebens Gott zu lieb mir christlicher Geduld überkragen habe. So will ich mich dann von nun an in der christlichen Geduld ämstg üben; insonderheit will ich dieses Kreuz N. N. von welchem ich schon so lange Zeit gedruckt wird, von der Hände-Gottes annehmen, und zur Auslöschung meiner Strafen mit heiliger Gelassenheit übertragen. D4 Kur- 76 Kurze Bitte zu dem sterbenden JESU. /kühnste Icku! durch deinen schmerz- ^ haften Tod/ den du mir zu lieb am Kreuze gelitten/ bitte ich dich, ertheile mir kräftige Gnade, daß ich diese gemachte Vorsätze jederzeit getreulich halten möge. §. z. Heilsame Zubereitung zu einem glückseligen Tode für alle Tage. Kurze Erinnerung. sterbe täglich, ist die Besännt- niß, so der heilige Paulus von sich selbsten gemacht. Folge dann auch du, christliche Seele! diesem so nützlichen Beyspiele nach, bereite dich täglich, ernstlich, zu einem heiligen Tode» und erstens in der Frühe, da du dich ankleidest, gedenke bey dir. Nun 1 77 ;un ftynd wiederum sechs/ sieben/ oder acht Stunde von meinem Leben verstrichen. Nun bin ich wiederum um sechs/ sieben/ o- der acht Stunde näher bey dem Tode ; so will ich dann anheut meinem Gott so getreu/ und aufrichtig dienen/ als wenn dieses der letzte Tage meines ganzen Lebens wäre. Unter Tags. I» oft du das Ave Maria bethest, bitte die göttliche Mutter, sie wolle dir bey Gott einen glückseligen Tod erhalten / und zu diesem Ziele und Ende sprich mit besonderer Andacht die letzte Worte des Ave Maria aus: Jetzt und in der Stunde unsers Absterben«/ Amen. vor dem Schlafe. levor du schlafen gehest, gedenke daß der Schlaf ein Sinnbild des Todes, und daß Viele even dic- L>5 se se Nacht mit gesundem Leibe werden schlafen gehen / und dennoch den morgigen Tage nicht mehr erleben. Ge- * denke/ vielleicht ist auch diese Nacht die letzte Zeit deines Lebens. Be- ^ vor du dich dann in die Ruhe beziehest/ versöhne dich mit deinem Gott auf das beste durch eine vollkommene Liebs-Reue/ welche du indem Nachtgebethe des bethenden Christen an dem i/. Biat finden wirst. Und gewöhne dich mit eben jenen heiligen Anmuthungen zu Gott einzuschlafen/ mit welchen du wünschest dein Leben zu endigen. Also mein Christ! lerne sterben Mo- s riaikch , Wöchentlich , und Täglich/ Damit du einsmals glückselig sterbest. Gedenke öfters an jene trostreiche Verheißung, welche der große Gott den- s jenlgen gemacht, so sich allezeit zu einem guten Tod bereitet halten: Se» Ilg ist der Lncchr ^ welchen der Herr, wann er kommen wird / wachend an- 7 rrefen wird. Lltgs 4 79 Aitaney/ von Unser Lieben Frau von Lo- reto, für ein glückseliges Slerbstündiei». Gyrie eleison. Christe eleison. ^ Kyrie eleison. Christe höre uns. Christe erhöre uns. Gott Vater vom Himmel, Erbarme dich unser. Gott Sohn Erlöser der Welt, Erbarme dich unser. Gott H. Geist, Erbarme dich unser. Heilige Drcyfaltigkcit ein einiger Gott, Erbarme dich unser. Heilige Maria, Heilige Gottes Gebährerinn, H. Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Christi, ^ Mutter der göttlichen Gnaden, j Du allerreincstc Mutter/ j Du allerkeufcheste Mutter, ' Du urigcschwachte Mutter, D 6 ^ Bitt für vrs Du unbefleckte Mutter/ i Du liebliche Mutter, ! Du wunderbarliche Mutter/ I Du Mutter unsers Schöpfers/ > Du Mutter unsers Erlösers/ Du allerweifcste Jungfrau / i Du ehrwürdige Jungfrau/ Du lobwürdige Jungfrau/ Du gewaltige Jungfrau/ Du gütige Jungfrau/ Du getreue Jungfrau/ ! Du Spiegel der Gerechtigkeit/ !- Du Sitz der Weisheit/ Du Ursach unsers Heils / Du geistliches Gefäß/ Du ehrwürdiges Gefäß/ !? Du fürtrcfllchcs Gefäß der Andacht/ Du geistliche Rosen/ Du Thurn Davids/ i Du Helfenbeinener Thurn/ Du goldenes Haus/ Du Arch des Bunds/ ^ Du Himmels Porten/ Bitt für uns. Du Morgenstern/ i Du Heil der Kranken/ l Du Zuflucht der Sünder? I ^ Du Trösterin« der Betrübten, j Du Helferinn der Christen, l Du Königinn der Engel, ! Du Königinn der Patriarchen, I Du Königinn der Propheten, Du Königinn der Apostel, Du Königinn der Märtyrer, Du Königinn der Beichtiger, Du Königinn der Jungfrauen, Du Königinn aller Heiligen, « Du Kömginn des allerhcillgsten . Rosenkranzes. - O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünde der Welt, Verschone uns, o Her?. O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünde der Welt, Erhöre uns, o Herr. O du Lamm Gottes, welches du ^ hinnimmst die Sünde der Welt, Erbarme dich unser, o Hm. D 7 Chri- Bitt für uns. Christe höre uns. Christe erhöre uns. Ave Maria. 4 jnter deinen Schutz und Schirm fliehen wir/ o heilige Gebahre- rinn Gottes: verschmähe nicht unser Gebeth in unsern Nöthen, sondern erlöse uns allezeit von aller Gefährlichkeit/ o du glorwürdige, und gebenedeyte Iungftau, unsre Frau, unsre Mittlerinn, unsre Fürsprecherinn, versöhne uns mit deinem Sohne, befehle uns deinem Sohne, für- st^llc uns deinem Sohne. , Bitt jur uns, o heilige Gottes Gebährerinn. 2 . Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebeth. ir bitten dich, o Herr! gieß deine Gnade in unsre Herzen, auf * auf daß wir, die da Christi deines Sohns Menschwerdung auf des Engels Verkündigung erkennet haben, durch sein Leiden und Kreuz zu der herrlichen Auferstehung gebracht werden. Durch denselben Christus unsern Herrn, Amen. Bitt für uns, o du allerselig- ster Joseph. 2 Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebeth. en>ir bitten dich, o Herr! daß uns durch die Verdienste des Bräutigams deiner allerheiligstcn Gebäh- rerinn Gottes geholfen werde, damit was unser Vermögen nicht erhalten kann, uns dasselbe durch feine Für- bitt geschenkt werde, der du lebst, und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Ge- Gebeth, um ein seliges Ende. ^xochgebenedeyte Mutter Gottes c-^ 9)?aria! du nach Gott meine sicherste Helferinn! ich armes Erd- ivürmlein falle dir zu Füssen, und bitte dich durch die Liebe deines Sohns / daß du mir ein glückseliges Sterbstündlein erlangest. O du , ganz barmherzige Mutter.' von Jugend auf habe ich dich geliebt, und zu «reiner liebsten Mutter und Pa- . rröninn auscrwahlt, darum bitte ich s dich desto vertraulicher, daß du mir in meiner letzten Noth wollest bcy- stchen. O Mutter der Gnaden! j wann ich zu jener Stunde kommen werde, daß «reine Augen deine hei- > lige Bildniß nicht mehr scheu, mein Mund deinen heiligen Namen nicht ^ mehr aussprcchcn/ und meine Ohren 85 ren kein Trost-Gebeth von dir mehr hören werden: alsdann erinnere dich diesis meines Gebeths, und komm mir Armseligen zu Hilft. Wann der Satan mir das Buch meiner Sünden vorhalten wird, wann der naqende Wurm meines Gcwlfftn mich beißen wird, wann der grimmige Tod mit mir ringen wird, und wann mein schwaches H rz in taufend Aengsten schweben wird : Alsdann steh mir bey in jenem gefährlichen streite/ und tröste mein hart-betrangtes Herz und Gemüth. B tt alsdann für mich den strengen Richter, welcher dir niemal etwas versagen thut, daß er mir von deinetwegen meine schwere Sünden verzeihe, und mir ein gnädiger R chter seyn wolle. O allerliebste Mutter! gieb mir in selbiger Noth nur einen Zäher von denen, so du unter dem heiligen Kreuze ver-r gössen, und nur einen Seufzer von 86 L X denen / so du zu deinem sterbenden Sohne geschossen hast; damit mein schwaches Herz dadurch gestartet, und meine unreine Seele dadurch > gereinigct werde, Amen. -VA Zu Erreichung eines seligen End» sotten noch drey Ave Maria gesprochen werden mir nachfolgenden Geberhiein, so die Murrev Gottes'selbst die heilige Jungfrau Mechrtldrs gelehret, mir Versprechung ihres Trostes, und Beystandes im Tode. Zu dem ersten ^ Ave Maria. heilige Maria.' meine liebste ^ Frau, gleichwie Gott der Vater durch seine Allmacht dich sehr mächtig gemacht hat/ also steh mir bey in der Stunde des Tods, und vertreib von mir allen böse» Gewalt der Feinde. Zum 87 r , Zum zweyten ' Ave Maria. >' heilige Maria meine liebste ^ Frau/ wie dein lieber Sohn dich mit einer solchen Wissenschaft, ' und Klarheit begäbet / daß du dm ' ganzen Himmel erleuchtest; also in . der Stunde des Todes erleuchte, ^ und starke mich mit einem solchen - Glauben, daß ich mit keinem Irr- '' thum, oder Unwissenheit verkehret werde. ^ Zum dritten Ave Maria. e heilige Maria ! meine liebste - Frau, wie der heilige Geist dir e seine Lrebe so vollkommen einqegos- e sen; also in meinem Tode gieß mir > ein die Süßigkeit der göttlichen Lie» t be, daß mir die Bitterkeit des Tods in Süßigkeit verkehret werde. 88 vergleichen gnadenreiche Ner- sprechungen(wie der helligenMech- tlldis geschehen) har auch die Mut- tev Gottes gethan dem heiligen Märtyrer, und Lrz-Ntschofvon" sc Landelberg Thomä ' daßstc,dte H Himmels-Löniglnn wolle in dem Todbctte beystehen, und ihrem lieben Sohne sürstellen alle diejenigen, welche bey Lebenszeiten thce sieben sonderbare himmlische Freu- y den täglich verehren werden. y G »''grüßt seyst du Maria! (allhier erinnere dich der ersten Freude / mir dem Munde und Herzen sprechend ) die du nach der heiligsten D eyfaltigkeit über alle Kreaturen die größte Freude im Himmel hast. fd a > n ^ Hernach fahre in dem Ave Maria fort sprechend: Voll der Gnaden, der Herr ist mit drr rc. 2. Ge- LE. -9 2 . 'I Gegrüßt seyst du Maria, die du n. mit dem Ehrenkranze der Iungfrau- n'schast allen Orden der Engel/ und ^ Menschen vorgehest rc. -- z. i- e Gegrüßt seyst du Maria / die du l- mit dem großen Lichte deiner Glory/ wie die Sonne, das ganze himmlische Reich erleuchtest rc. r 4. Gegrüßt seyst du Maria / welche ^ s die himmlische Einwohner verehren, ^ als eine Mutter Gottes, undHim- ^! mels-Königinn rc. 5. ^e l! Gegrüßt seyst du Maria/ die du von deinem Sohne Gewalt empfangen , alles zu erlangen rc. 6. Ge- 6 . Gegrüßt seyst du Maria, welcher auf Erden ein unermäßllche Gnade . mitgetheilet worden, und allen dei- neu Dienern ein sehr große Glory von deinem Sohne bereitet ist rc. Gegrüßt seyst du Maria, derer Verehrung, und Glory allezeit zunehmen, und wachsen wird.bls an jüngsten Tage rc. Alles zu größerer Ehre, ! und Glory Gottes. MLL? L:'.--L.' ->r - « . < >> '- ' ^..