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Bäume gepflegt, immer sorgfältiger die Früchte geendet undverwertet. Herrlich süße und große Kirschen gedeihen inden milderen Lagen des Schwarzbubenlandes. Im Lei men-tal und zu beiden Seiten der Oempenhochfläche bestehenganze «Hosteten» aus lauter Kirschbäumen. Denkt einmal,welche Pracht zur Zeit der Blüte!
Auch Rebberge sind in jenem Kantonsteil erhalten ge-blieben. Sonst haben sie überall dem Gemüse- und Futter-bau oder dem Beerenobst weichen müssen. Wohl sind diesüßen Trauben eine herrliche Gottesgabe; aber der Wein-bau verlangt viel und mühsame Arbeit vorn frühen Früh-ling bis zum Herbst. Krankheiten, wie Mehltau und Reblausbedrohen die Stöcke; ein einziger Spätfrost oder Hagel-schlag kann die Ernte vernichten. Folgen gar noch mehrereFehljahre auf einander, so verlieren manche Besitzer die Ge-duld und reißen die Stöcke aus.
Aber warum gedeiht denn dort die Rebe am bestenund sind die Kirschen früher reif als südlich des Jura?Weils wärmer ist als im übrigen 'Kantonsgebiet. Schon imAaretal ists merklich rauher; denn es liegt höher. Solothurnz.B.ist 140m höher als Dornachbrugg; das macht schon fasteinen Wärmegrad aus. Der Weißenstein erhebt sich 850 müber die Kantonshauptstadt. Darum dauerts jeweilen imFrühling 10—14 Tage, bis das Grünen des Buchenlaubesdiese Höhenleiter von 8—900 m emporgestiegen ist.
Im Durchschnitt fallen bei uns auf jeden dm* Boden-fläche zusammen genommen etwa 10 Liter Regen und Schnee-schmelzwasser im Jahr; auf und an den Bergen etwas mehrals im Tal.
Beim einen Grundstück ist der Boden leicht, sandigoder kiesig, beim andern lehmig schwer; hier kalkreich,dort moorig schwarz. Je nachdem gedeiht mehr das eineoder das andere. Je tüchtiger die Bearbeitung und je reich-licher und zweckmäßiger die Düngung des Bodens, destogrößer der Ertrag.