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Lesebuch für die obern Klassen (6., 7. und 8. Schuljahr) der Primarschulen des Kantons Solothurn
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derjenigen der Malve (Käslikraut). Wie bei dieser sind die zahl-reichen Staubgefäße zu einer Röhre verwachsen. Der faden-förmige Griffel (b) trägt eine dreispaltige Narbe. Der Frucht-

knoten entwickelt sich bis zur Reife zu einer wallnußgroßenKapsel. Darin sind zahlreiche, erbsengroße Samen (d) einge-

schlossen, die von einer dichten, weißen oder gelben Wolle um-geben sind. Bei derReife springen dieKapseln auf, und dieelastische Wolle quillthervor. Die geöffneteFrucht (c) erreicht dieGröße einer Mohn-

kapsel. Jeden Mor-gen werden die reifenFrüchte gepflückt.Die Wolle wird vonHand oder durchMaschinen von denSamen und Klappenbefreit und in Säckeverpackt, welche zugewaltigen, vierecki-gen Ballen zusammen-gedrückt werden. DieBallen wandern in dieBaum Wollspinnereien,deren es in der Ost-scliweiz sehr viele,im Kanton Solothurneine gibt, nämlichEmmenhof bei Derendingen. Da muß die Baumwolle, bevor siegesponnen werden kann, durch eine Reihe von Reinigungs- undLockerungsmaschinen hindurchgehen. Dann wird der feinzerteilte,luftige Stoff durch verschiedene Maschinen in feines Garn ver-wandelt und dieses endlich in der Weberei verweben.

Die Heimat der Baumwollpflanze ist Indien, wo man sichseit den ältesten Zeiten fast ausschließlich in Baumwolle kleidetund von Hand ein Gewebe zu erzeugen versteht, das man wegenseiner unglaublichen Feinheit und Leichtigkeitgewebten Windheißt. Gegenwärtig liefert Amerika die meiste und beste Baum-wolle. In China wird auch gelbe Baumwolle gebaut.