Graf Rudolf von Habsburg, — Die Schlacht bei St. Jakob an der Birs. 40
dises Grafen Rudolfs so dick angezeigt, daß sin Nain im gantzenRich ruinwiirdig und bekannt ward, daß Er Harnach ze RömischemKönig erwelt ward. <Vg>, Nr. s«.>
1». Die Schlacht bei St. Jakob an der Birs.
Brief von Aeneas Sylvius*
(Aus dem Lateinischen übersetzt von Balthasar Reber.)
Aeneas Sylvius, der Dichter, grüßt den Herrn Ioh. Gers,den Pronotarius des Königs, den trefflichen Mann und Freunddes Freundes.
Ich weiß, daß Du eitlen Brief von mir wünschest, um zu er-fahren, was wir treiben; das menschliche Gemüt ist ja stets nachNeuigkeiten begierig. Ich würde Dir auch wirklich schon lange ge-schrieben haben, wenn ich nur zuverlässige Boten hätte. Wenn aberLeute aus Deiner Nähe herkommen, so fliehen sie mich gleichsam mitFleiß, um nicht mit meinem Briespäcklein belastet zu werden, wieeben heutzutage die Menschen sehr ungefällig sind. Doch diesen Briefbeschloß ich auf gut Glück zu entsenden, damit er Dich treffe, wenner könne, und Dich mit dem bedeutendsten Neuen dieser Zeit bekanntmache. Ich glaube, Du hast durch ein flüchtiges Gerücht von der An-kunft der Franzosen gehört. Aber nun empfange von inir die Gewiß-heit, und was ich Dir schreibe, das kannst Du als ein Evangeliumausbreiten, wenn Du es durch meinen Brief bestätigt findest. Indiesen Tagen kam Ludwig der Dauphin von Nienne und Erstgebornerdes Königs von Frankreich über die Grenzen des Reichs und be-lagerte eine Stadt namens Mömpelgart, welche die Grafen vonWürttemberg vvin Reich zu Lehen besitzen. Als der Dauphin einigeZeit dort verweilte, kam er endlich mit den Burgleuten überein, daßihm die Stadt auf eine gewisse Zeit übergeben werde, nach derenVerlauf er sie wieder frei zurückgeben wolle. — — Sobald derDauphin sich Mömpelgarts bemächtigt, ließ er überall seine Ankunftkund tun, doch nicht bei allen aus dieselbe Weise. Einigen nämlichmeldete er, er komme dem Adel zu Hilfe, als wäre dieser in Deutsch-land von den Bürgerschaften unterdrückt. Andern aber sagte er, er
* Aneas Sylvias Pireolomini von Siemi, berühmt als Humanist undnachmaliger Papst Pins II., war zum Konzil nach Basel gekommen. Währendder Schlacht selbst befand er sich zwar nicht mehr dort, sondern auf dem Reichs-tag z» Nürnberg in der Umgebung des Kaisers Friedrich III.; aber hier oderdurch seine Bekanntschaften auf dem Konzil mochte er rasche und sichere Kundeüber die Schlacht erhalten haben
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