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Schweizergeschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Prof. Dr. Wilhelm Oechsli
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sie ihre Zurücksetzung. Audi von ihnen verlangte man, daüsie der Stadt Steuern bezahlten und für sie die Waffen trugen;warum sollten sie allein von den bürgerlichen Rediten aus-geschlossen bleiben? Aber eifersücbtig wachten dieBurgeriiber ihre Yorrechte. Als die Handwerker in Zürich anfingen,sich zuZünften oderInnungen zusammenzutun, und da-durcli ihre Stârke kennen lernten, verbot der Rat die Stiftungsolcher Yereine bei Strafe des NiederreiBens der Hauseroder der Yerbannung der Fehlbaren. Zuletzt gaben diePatrizier jedoch selber A niai] zu ihrem Sturze. Im Jabre1336 herrsdite groBe Unzufriedenheit gegen den Rat. Manwarf ihm, wie es scheint, nicht ohne Grund, parteiischeRechtspflege, Bestedilichkeit und Veruntreuung des stadti-schen Gutes vor. Diese Unzufriedenheit unter dem Volkewurde geschürt durch einige Vornehme, insbesondere durchden Ritter Rudolf Brun, einen Mann von groBer Tatkraftund Klugheit, der selbst Mitglied des Rates war, aber mitseinen Amtsgenossen im Streite lebte. Eines Tages drang einwütender Volkshaufe in den Versammlungsort der Rate und1336 trieb diese auseinander. Dann stromte die aufgeregte Bürger-schaft im Hof des BarfüBerklosters zusammen, erklârte denRat für abgesetzt und beauftragte Rudolf Brun, der Stadteine neue Yerfassung zu geben. Brun loste seine Aufgabemit Einsicht und Geschick. Obwohl selbst ein Patrizier,erkannte er die Notwendigkeit, den aufstrebenden Hand-werkern Anteil an der Regierung zu gewahren. Ihre Yer-bindungen wurden jetzt nicht nur geduldet, sondern sogarvon Staats wegen angeordnet. Brun teilte sie nach ihren Be-rufsarten in 13 Zünfte 1 ). Diese Zünfte sollten aber nicht

x ) Die 13 Zünfte waren: 1. Kramer (spiiter Safran); 2. Schneider,Tuehhiindler und Kiirschner; 3. die Wcinschenken, Fatizielier, Sattler,Maler etc. (spater Meise); 4. Ifister (Biicker) und Müller (spiiterWeggen); B. Wollenweber, Tuclimacher und Hutmacher; 6. Leinwand-wetier, Leinwandhiindler und Bleicher (5 und 6 wurden spiiter zu dereinen Zunft zurWaag zusammengezogen); 7. Schmiede, Schwert-feger, Kannengiefier, Glockner, Spengler, Waffenschmicde, Sclieerer und