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war eS, sie mit Banmzweigen ansznschlagen oder durchThiere ausstampfen zu lassen. Letzteres war vorzüglich beiden Jsraeliteu Sitte. Sehr früh lernte man das Korn zwi-schen zwei Steinen zn Mehl zerreiben. Der untere Stein,auf welchen das Korn geschiittet wurde, lag fest, der oberewurde hierüber hin und her bewegt. So hatte man eineArt Handmühlen, die schon zur Zeit des Moses beiden Jsraeliteu im Gebrauche waren. Die Kunst aber,zu diesem Reiben oder Mahlen auch des Wassers, desWindes und selbst des Dampfes sich zu bedienen, ist eineweit spätere Erfindung. Die Wassermühle» findet »»tuhin und wieder um die Zeit der Geburt Christi; die Wind-mühlen kennt man in Europa kaum seit siebenhundertJahre»; die Damptmtthlen sind eine Erfindung unserer Zeit.
Durch den Ackerbau bekam der Mensch einen festenbleibenden Wohnsitz. Dort, wo er den Samen ausgestreuthatte, wollte er natürlich auch die Ernte abwarten. Dazuerforderte der Acker seine unausgesetzte Pflege. Er schlugdeshalb bei demselben eine Hütte auf. Diese mußte an-fänglich gewiß sehr einfach gewesen sein. EingerammteStäbe, mit Zweigen und Gesträuchen durchflochten, mitThierfellen bedeckt, bildeten wohl die erste Hütte, welcheden Landmann zu erquickender Ruhe einlud, wenn er amAbend mit Schweiß von feinem Acker zurückkehrte. Mehreresolche Hütten zusammen, die nach und nach fester und ge-räumiger wurden und so den Uebergang zn beit Hänsernmachten, bildeten das erste Dorf, das sich mit der Zeitzn einer kleinen Stadt erweiterte.
Bald bemerkte der Mensch auch, wie seine kranke»Thiere durch dieses oder jenes Kraut wieder hergestelltwurden. Man gebrauchte dieselben Kräuter für die krankenLeute, und so kam man auf die ersten Spuren der Heil-kunde. Der Hirte sah, wie sich am Felle der Schafedie Flocken bei der Nässe zusammendrehten. Er konntesie ausrupfen, sie eben so zusammendrehen und manches