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Volkes vor allem von einer guten Schulbildung abhängt. In seinemUnterrichtsgesetze verlangte er den Schulzwang. Ein schweizerischesSeminar sollte gute Lehrer heranbilden. Den Volksschulen solltensich höhere Lehranstalten anschließen, und zur Krönung des Gan-zen wünschte er eine schweizerische Hochschule. Er regte auch dieGründung einer Nationalbibliothek und eines Nationalmuseums an.— Leider vermochten diese großen Männer ihre Pläne nicht zuverwirklichen, da vor allem die nötigen Mittel fehlten.
4. Die Vermittlung zwischen dem Alten und dem Neuen.Der Sturz der Helvetik. Das Volk hatte einen ingrimmigen Haßgegen die Helvetische Republik, die ihm so viel Unheil brachte, undnur die Anwesenheit französischer Truppen hielt es von einer Empö-rung ab. Als Bonaparte nach Beendigung des zweiten Koalitionskriegesim Jahre 1802 das Heer zurückzog, brachen sofort Aufstände aus.Vergeblich suchte das Helvetische Direktorium, sie mit Waffenge-walt zu unterdrücken. Die neue Ordnung ging aus Rand und Band.
Die Vermittlungsakte (Mediation) (1803—1813). In dieseWirren brachte der Konsul Bonaparte Ruhe und Ordnung. Daer die Schweiz als ein abhängiges Land betrachtete, diktierte erihr eine neue Verfassung. Sie vermittelte klug zwischen den zweigroßen Parteien, von denen die eine die alten Zustände wieder ein-führen, die andere den Einheitsstaat fortbestehen lassen wollte. Beidemußten Zugeständnisse machen, so daß die Änderung als ein Aus-gleich zwischen alt und neu erscheint.
Bundesverhältnisse. — Die neue Verfassung gab der Schweizwohl ihren alten Namen, nicht aber den früheren Umfang zurück.Genf, Neuenburg und das Bistum Basel blieben bei Frankreich, so-gar das Wallis wurde als besondere Republik abgetrennt undschließlich, hauptsächlich der Simplonstraße wegen, dem Kaiser-reiche beigefügt. Das übrige Gebiet, der Schweizerische Bund,bestand aus 19 Kantonen. Zu den 13 alten Orten, die mit Aus-schluß der Untertanengebiete ihre früheren Grenzen wieder erhiel-ten, kamen als neue Kantone St.Gallen, Graubünden, Aargau,Thurgau, Tessin und die Waadt. Die Tagsatzung wurdewieder Zentralbehörde. Jeder Kanton beschickte sie wie ehedem miteinem Abgeordneten, der wiederum nur nach den Weisungen seinerRegierung stimmen durfte. Die volksreichsten Kantone erhieltenje zwei Stimmen. Die Tagsatzung entschied über Krieg, Friedenund Bündnisse und hielt im Innern Ordnung und Ruhe aufrecht. Sie
Wirz, Geschichtslehrmittel. 13