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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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England, gegen Einfälle von außen durch das Meer geschützt, war nochim 17. Jahrhundert ohne ein solches. Dennoch fand sich ein Königs-geschlecht, das an Begabung und Kraft weder mit dem Plantagenetsnoch mit den Tudors zu vergleichen war und doch sich alles Ernstes andie Aufrichtung des Absolutismus in England wagte, die Stuarts.

2. Irland und Schottland mit England verbunden.Jakob I. (160325). Das Todesjahr der Königin Elisabeth(1603) bildet eine der wichtigsten Epochen in der britischen Geschichte.Einige Wochen vor ihrem Hinschiede wurde die Unterwerfung Ir-lands, mit der die Engländer schon im Mittelalter begonnen hatten,vollendet und durch ihren Nachfolger Jakob I., den Sohn MariaStuarts, der als nächster Verwandter Elisabeths den Thron erbte, auchSchottland mit England verbunden. Doch behielt Schottland zu-nächst seine volle Selbständigkeit mit eigenem Parlament und eigenenGesetzen bei, während die stammfremden, katholisch gebliebenen Irenvon den Siegern als Unterworfene mit Härte behandelt wurden. Ja-kob I., nach Sullps Urteil dergelehrteste Narr der Christenheit", tatsich auf ein angelerntes Bücherwissen viel zu gute und hegte die höchsteEinbildung von sich und seiner Gewalt. Er prahlte beständig, wie erkraft seines Rechtes von Gottes Gnaden über Gesetz und Parlamentenstehe. Da er indes hochmütiger in Worten, als kräftig im Handelnwar und überhaupt nach außen und innen elend regierte, wurde erweniger gefürchtet als gehaßt und verachtet. Nur in der Verfolgungder Puritaner zeigte er Beharrlichkeit. Da er in der presbpteria-nischen Kirche Schottlands aufgewachsen war, hatten jene anfänglichgehofft, er werde auch die englische in ihrem Sinne umgestalten. AlleinJakob fand den größten Gefallen an der monarchisch-bischöflichen Ord-nung der letzteren.Kein Bischof, kein König," sagte er und legtegegen die Calvinisten größere Erbitterung an den Tag, als gegen diePapisten, obgleich einige katholische Fanatiker ihn im Beginne seinerRegierung samt der Reichsversammlung durch eine im Parlamentshausegelegte Pulvermine hatten in die Lust sprengen wollen (Pulver-v ersch w örung). Die rohen Ausbrüche seines Despotismus führtenindes bloß dazu, daß die Puritaner die unerbittlichsten Feinde seinerabsolutistischen Gelüste wurden und anfingen, darüber nachzudenken, ob

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