Frankreich in der Zeit der Gegenreformation.
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eben damals in Menge nach Paris geströmt, unr der VermählungHeinrichs von Bourbon mit der Schwester des Königs,Margarete, beizuwohnen; in der Bartholomäusnacht 24 .ang°i 572 .1572 wurden in Paris etwa 2000 von ihnen, dabei Coligny, ermordet.
Die Hugenottenverfolgungen setzten sich in den Provinzen fort, woihiren noch 30 000 Menschen zum Opfer fielen.
Die Folge dieser Bluttaten war die Erneuerung der Bürger-kriege. Bald darauf starb Karl H. unter Gewissensqualen, undHeinrich III., einer der unwürdigsten französischen Könige, bestieg Heinrich in.den Thron. Mit besonderer Erbitterung bekämpften sich die Par-teien, seit ein jüngerer Bruder Heinrichs III. gestorben war; denndurch diesen Todesfall erhielt, da der König kinderlos war, Hein-rich von Bourbon, der nach der Bartholomäusnacht katholisch ge-worden, bald aber zum Protestantismus zurückgekehrt war, dasnächste Anrecht auf die Krone. Um seine Thronbesteigung zu ver-hindern, organisierte sich die katholische Partei unter Führung vonHeinrich Guise, Franz Guises Sohn, zu einer geschlossenen Liga,welche die Masse des katholischen Volkes, besonders in Paris, auf-zuregen und für sich zu gewinnen wußte. So standen sich H einrichGuise und Heinrich Bourbon als Parteihäupter gegenüber, Der Krieg derwährend das Ansehen Heinrichs III. mehr und mehr schwand. m enraEndlich entledigte sich dieser Heinrich Guises, der ihn an der Spitzeder Pariser Bevölkerung zur Flucht aus seiner Hauptstadt ge-zwungen hatte, durch Mord; bald darauf aber wurde er selbst iin mss.
Lager der Hugenotten, zu denen er sich geflüchtet hatte, von einemMönch ermordet.
§ 152. Heinrich IV. wurde durch HeinrichsIII. Tod der recht-mäßige Erbe von Frankreich, fand aber keineswegs sofort allgemeineAnerkennung. Die ligistische Partei setzte den Kampf fort; sie fanddie eifrigste Unterstützung von feiten Philipps II., der damit um-ging, einer spanischen Jnfantin den französischen Thron zu ver-schaffen, während Heinrich von Elisabeth von England und dendeutschen calvinistischen Fürsten unterstützt wurde. Da entschloß ersich zum Katholizismus überzutreten; Paris vaut une messe soll er Manbens-gesagt haben. Bald darauf gewann er in der Tat Paris, und ,D£ ^ fct 'Frankreich war wieder unter einem Könige vereinigt.
Religiöses Gefühl ging Heinrich IV. ab, und sein Privatlebenwar wenig ehrbar. Aber er stellte Ruhe und Ordnung wieder her Inner-und wußte sie gegen wiederholte Adelserhebungen zu sichern. Er spotUlf 'begründete den religiösen Frieden, indem er den Hugenotten durchdasEdiktvonNantes Gewissensfreiheit, politische Gleichberech- mss.tigung mit den Katholiken, endlich den Fortbesitz einer Reihe fester