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Geschichtsrepetitionen für die oberen Klassen höherer Lehranstalten / hrsg. von Friedrich Junge
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II. Das Mittelalter.

Sitte. Anfangs rauh und wild (treuga dei Landfrieden) mit dem Auf-schwung des Rittertums, des Handels und Verkehrs in den Kreuz-zügen dringt Verfeinerung in alle Schichten.

Verfassung. Die grofsen Lehen erblich die Teilungen innere Streitigkeiten.

Wachsende Macht der grofsen Vasallen (in Deutschland Aus-bildung der Herzogsgewalt). Nationale Königreiche Karls d. G.Kaisertum erneuert durch den deutschen König Otto d. G.: Rö-mische Kaiser deutscher Nation die aufserdeutschen nationalenReiche natürliche Gegner des Kaisertums die deutschen Herzogeund Fürsten ebenso Gegner einer starken deutschen Krone dieGeistlichkeit der deutschen Könige und röm. Kaiser Stützeder Streit zwischen Kaiser und Papst beraubt die Krone dieserStütze Deutschland ein Wahlreich. Zunehmende Schwächeder Krone bis zur vollen Ohnmacht Selbständigkeit der Herzöge,Fürsten und Herren. Aufblühen der Städte.

1. Deutsche Litteratur. a) Poesie «.Althochdeutsche Zeit: [im 9.

Jahrh.] die geistlichen Epen Hel-jand (altsächs.) und Otfrieds Evan-gelien.

ß. Mittelhochdeutsche Zeit [um1200]: 1. Epos: die Kunstepen Alexan-derlied (1120) und Rolandslied (1130)der Pfaffen Lambrecht und Konrad,König Rother, Herzog Emst , HerrnHeinrichs v. Veldeke Eneit (1184);Herrn Hartmanns v. d. Aue Ereckund Iwein (1200), Herrn Wolframsv. Eschenbach Parzival (1205)und Titurel, Meister Gottfrieds v.Strafsburg Tristan-, die VolksepenNibelungenlied und Gudrun

(1210 abgeschlossen) das Tier-epos (Reinhart Fuchs) Lehrgedicht:Freidanks Bescheidenheit (1220).2. Lyrik: Minnesänger (die franz.Troubadours!), der gröfste Walterv. d. Vogelweide (um 1200).b) Prosa. Sachsenspiegel (1220, der Schwahen-spiegelbQ Jahre später) der Pre-diger Berthold v. Regensburg (1250).