N Bruder Bebe oder: Der 5 0. 5 Wan unt bel, Vin Bingſpiel. Von den Schulen“ der Geſellſchaft 3 8 „ 3 8 blothur n a if geführt e 1 8 und ten Herbſtmonat/ 7. ——— ͤ— Socedruckt in Hochoberkeitl. Buchdruckerey/ bey P bey Phülpp Jacob Scherer. * ** e iſt eine Tugend, die eigentlich zwar nur die Kinder gleicher Aeltern, in weitlaͤuftigerem Verſtand aber alle Menſchen, beſonders alle Chriſten, unter einander verbinden ſollte. Nur Schade, daß die Verbitterung und unordentliche Eigenliebe ſolches Band ſo oftmals bricht; und dieſes zwar auch nach wiederholtem ausdruͤcklichem Gebothe, nach ſo vielen und anſehnlichen Beyſpielen eines Gottmenſchen. Um wie viel beſchwerlicher war alſo die Verzeihung in dem alten Geſetze! wo die Bruderliebe dennoch ſo oft und ſo heldenmaͤßig erſcheint; namentlich in der Geſchichte des von ſeinen Bruͤdern ehemals verkauften Joſephs, der ſich an ihnen als Vicekonig raͤchen kann, aber nicht will. Dieſe Geſchichte ward auf manchen Schaubuͤhnen aufgeführt, und eben dieſes Jahr von einem dramgtiſchen Geiſtlehrer, deſſen Stuck: die ſute Vorſicht hier nachgeahmet wird. Wollte GOtt, die Nachahmung der Tugend ſelbſt erſchiene gleichfalls an allen jenen, die Bruͤder heißen und ſeyn ſollten! geen gef rů e die e zuki e dine dürfe g ve tr 8 f. 4 Mer ſgnen Zafepp Aegyptiſcher Vicekoͤnig. K. D. Leont. Bern, Wildi, Theol. Kuben deſſen älteſter Bruder. D. Joſeph Studer, Theol. Hadar, ein Iſmaelit, ihr Vetter. D. Georg Widmann, Fhiloſ. Juda,* Joſephs D. Urs Joſeph Bopfſt, Phil. Simeon, Bruͤder. Felix ab Arx Rhet. ——-—— Athotis, Joſephs Hofmeister und Verwandter von Aſenethen aus. Anton lac. Gugger, Po. Benjamin, Joſephs leiblicher Bruder. Feidolin Therel. Dunant, Syut. Manaſſes Biene Petr. Lind. Glutz, Synt. Ephraim( DSöhne. Urs Joſeph. Schyvaller. Prince:& Ceom. einbilden/ ſo oft es noͤthis iſt. Die ubrigen Bruͤder Joſephs wolle ſich der geneigte Zuschauer als gegenwaͤrtig * 4 . . 1 err 1 B 85 2 * e e K KB Der Bruder⸗Haß, oder: Kain und Abel. Kain traͤumend. Mehala. Kain. Mehala. Kain. Mehala. Erſte Iwiſchen/ Muſik. Stirb, Abel, ſtirb! unſeliger, verdirb! So weibiſch weich geartet, Von Aeltern mehr als ich geliebt, Vom Himmel nie mit mir betruͤbt; Empfang, was lang auf dich gewartet. Stirb, Liebling! ſtirb durch Kains Hand: Dein Tod ſey meiner Ruhe Pfand. Wie, Bruder! welch ein Traum verwirret Dein auch im Schlaf ergrimmtes Herz? Welch Unmuth doch in ſelbem kirret! Fuͤr mich und Aeltern welch ein Schmerz! Ja ja: der Schlaf hat mich getaͤuſchet. Allein, was mir getraͤumt, War nicht ſo ungereimt.: 5 O ware nur erlaubt, was jetzt mein Arm geheiſchet! So blieb ich meinem Bruder nicht mehr gramm. ⸗Und ſeht! erſcheint nicht Abels Lamm a Das kam gewiß, durch ſein verhaßtes Bloͤcken Dahier mich aufzuwecken. So treffe dann das Schaf Ein Streich, der nicht den Schaͤfer traf. 1570 inn, ach Bruder! doch vergebens. as unſerm Bruder liebe Thier, Der ganzen Heerde Zier, Genießt nicht mehr des ſchoͤnen Lebens. Es iſt geſchehn. Was liegt daran? Und du bereueſt nicht, was du gethan? mMehala. 1 5 1 Kain. So heftig beym mindeſten Leide, Was ſrag ich nach nabichen Leibe 9 12 Das uͤber dich bricht, Das Maͤnnern gebri Zerſtoͤrſt du doch anderer Freude uw fie es acht. e Ich fuͤhlte ſie nicht, ch Was krankt mich die thoͤrichte Freude? — mehala 238 Kain. Wenn alle ſo dachten, 8 Die kirnger dachten; f Und Bruder nicht mochten: a Und Bruder ſeyn moͤchten, 5 Wie ſähe die kuͤnftige Zeit i Die braͤchten mir beſſere Zeit: N Die Herzen in Haͤuſern entzweyt! Wir haͤtten uns niemal entzweyt. 1 Ein Lämmchen, das Anmuth und Liebe Wiee doch die verblendete Liebe 9 Und Unſchuld geziert; Ein Vieh ſo verziert! 1 9 Ein Bruder, voll zaͤrtlicher Triebe, Ich ſehe mit kluͤgerem Triebe, 8 5 Der ſelbes verliert; Was Abel verliert. 0 N Reizt dieß kein Erbarmen„ Was brauchts viel Erbarmen? 9 Was drohſt du uns Armen? Wer drohet euch Armen? Bald wagt ſich dein tobender Muth, Das Toben, das haſſet mein Muth. ö N An anders, an menſchliches Blut. Er liebet nur Vorzug/ nicht Blut. ö N Chirza kom⸗——5 ihr Geſchwiſterten verweilt euch da? 9 mend. d ſcheint doch die Gefahr ſo nah. Mehala. Was! droht vielleicht ein Wolf der Heerde, Daß ſie von ihm zerriſſen werde? 8 18 e 1 8 Iſt er gar ſelber umgebracht? Ram. Wer Abel ſoll ermordet liegen? 1 Chir za Seht nur das grauſame Vekgnuͤgen! 3 Doch nein: der Vater iſt erkrauckt. Warum haft du vor ihm den Abel dugelunkt? Seit dem er dieß ertragen muͤſſen ö Sahn wir ſein Herz in Thränen ſchier zerfließen. N Kurz: dem Verdruße gab er 1. ö Und ward hierauf ſo ſchwach a Mehala. Ach Bruder! komm, wenn ich dir leidlich bin, Komm, gehen wir zum Vater hin. C Erntſchuldige dich bey dem Kranken, 5 6 Verſprich ihm ernſte Beſſerung. Rain. Kann ich bey meiner Wechſelung, 8 Ihm etwas gleiches auch verdanken? Wird ſeine Gunſt, zu meiner Pein, i 45 0 egen mich ſo ſparſam ſeyn? . 5 t er, dieſe zu vermehren, . 8 kann ich meines Sinns entbehren. Chirza. So! ſchreib dem Vater noch 3 vorn an Wie er mit uns zu ſchalten habe. 8 Ver Verletzet das nicht Ae ſein Ohr: Du 15 ihn 15 zum 600 10 3 Allein er ſchſͤft; beruhige 900 Bunte Um ihn durch deine 757 Und boͤre ſeines Herzens Klag eo Prat, 8 1 ban, a5 Vater dach den, Ach lebet wohl, ihr lieben Aer 2 15 ol 15 0 7 Fr ſptechen! 5 Vielleicht gelingt nicht euer Flehn. 21511 Welch Hoffen labte meine Bruſt! In wenig Tagen, ja geſchwinder, Es muͤßte ſeine Schwermuth brechen: Kann ich den Weg des Fleiſches gehn: Er wuͤrde die gemeine Luſt. Und thaͤt' es ruhig im Gemuͤt he, Was meine Kraͤfte nicht vermoͤgen, Wenn unter euch der Frieden bluͤhte. Das ſuchet ihr doch zu erregen. Doch Bruderhaß welch eine Roth) Willfahret; weichet, liebet ihn, Die quaͤlt mich aͤrger als der Tod, 1 Und N durch alles, was ich bin. Kain. So ſprach mein Vater? und mein Sinn Bereute nicht, was ich geweſen bin? Doch haͤrter iſts, als es der Vater meynet, Der Zorn hat Wurzeln ſchon gefaßt. Mein Bruder iſt mir uͤberall verhaßt, Beſonders wenn er ſelbſt erſcheinet. ö Sein Antlitz Haucht ein Gift, e So mir das Innerſte der Seele ttift.„ f Und wie? ich ſeh ihn kommen Mein Haß iſt ſchon entglommen. theke en Ich muß davon. aa ab. mehala. Ich folge dir. Allein du Abel, blelb doch her.* 0 Sein Grollen iſt zu ſehr auf dich entzündet. e ac Ich fuͤhr' ihn wiederum zuruͤck, So bald ſein unbewoͤlkter Blick Was beſſeres verkuͤndet. 5 Ach Schweſter! ſo verkuͤnd ihm doch Des Vaters ſein Verlangen noch. Uns alle rufet er zuſammen, Und moͤchte gern des Zankes. In ſeinem Haus erloſchen ſeh mehala. D moͤchte dieß geſchehn! 672 So legte ſich gewiß des Vaters Kummer 18 Abel i Die Krankheit hat ſich ſchon gelegt. 172 CThirza. Vermocht ſo viel ein fut Schlummer? 5 7 8 120 vermag ein GOtt, wenn er die Kranken pflegt. nd wie? 0. g 5 Sir müſſen itzt dle Augenblicke ſparen: onſt moͤchte Kain entfahren. Erklecke dir mein Wort: Du eile zu dem Bruder fort. Und ſollen wir nicht zu dem Vater eilen? Um unſre Luſt mit ihm zu theilen. Kommt unſer liebe Bruder nut, Wird der vereinte Tritt Vergnuͤglicher ſen alle. 5 Laßt uns indeſſen zu dem Himmel ſchreyn, Und von dorther gewaͤrtig ſeyn, 0 Daß unſers Vaters Wunſch dem Bruder doch ale Chirza. Dieß Schreyen geht zu GOtt nicht fruchtlos ab. Der uns den Vater wieder gab Giebt auch mit ihm den Frieden wieder, Und ihm in euch vereinte Bruder. Mehala gehet ab. 1. Abel, Thirza. N. Abel. Vater der betruͤbten Kinder! Gieß auf Kain deine Gnade: Sieh auf zween bethraͤnte Suͤnder: Leit uns eben auf dem Pfade: Hoͤr ihr Danken, hoͤr ihr Flehn. Mach aus allen nur ein Herz Laß die Huld, die uns entzuͤckete, Und ſoll dein gehäufter Segen Und den Vater nicht erdruͤcket, Wider mich den Neid erregen In vergnüuͤgter Volle ſehn. Sey mein Theil vielmehr der Schmerz. Heiß ihn nicht ſein Sterben lieben, Anders Gluͤck ſey ihm deſchieden, Wenn wir ihn durch Zwiſt betruͤben. Und dex meine ſey der Frieden. n aus demuch Bruder, wie! du liebeſt mich ſo ſehr? W— Und ich hinwiederum, ich ſoll dich haſſen? mit Mehala Fort mit dem Greuli ich will, ich kanns nicht mehr; tommend. Und kann mein altes Thun kaum faſſen. Ae let a iebe ä Und will mich um dein Herz als Bruder mehr beſtreben. Abel. Herzliebſter Bruder! o welch eine Luſt! f Es keimt fuͤr mich ein neues Leben. itt ich um deinen Hinterhalt gewußt, ö Wie hatt es mich gefreut, mein Herz ganz micht Und ſehnlicher fuͤr dich, 1 1970 andern mich 80 J Himmel noch zu b 6 4 15 5— 5 85* itzt: r ſoll auch unſre Freu Ja ſelbſt die Freun t fall euch daurhafter verbinden, Wonn ſte des Vaters Segen ſtuͤtzt. Ja laßt uns gehn, und— Gluͤck beſngen. O woͤchte das auf ewig nur gelingen! Alle e ſich die Flur nne Gluͤckes Spur. a Weyde 3 em Wiederhallen Die 1 nehme Theil An ihrer Schaͤfer Heil. Kain. Nie trank die Morgenſonne Mehala. Nie aus Blumenfeldern Abel en iche 0 25 8 Chirza. 5 K Walden el. aͤchelte die Wonne ie So ſchoͤn in gruͤner Au. Beym Morgenroth die Luft; Als dieß Vergnuͤgen heute Aug, Ohr, und Herz erfreute. 20—— Glcke⸗ Spur Erfreue ſich die Flur. N S οο e Iweyte Zwiſchen Muſik. Abel. Laßt ſich mein Lamm dann argen blicken 1 liebes Thier! der Opfertiſch N 20 Wee e fuͤr dich 1 das Gebuͤſch, Wo Gras und 88 21 erquicken. Ein Dank, den Gott hlt, Weil er den Vater Se erhielt, Verlangt die beſten Opfergaben nd kann ich, neben 0 0 5 er haben? Ach Bruder! was erſe 105 Dein Lamm iſt leider allzu 150 Das Blut, ſo deſſen— r bb, Der Ort, wo es verb 15 liegt; f 8 Ein Gram, den Kain nicht beſieg t; Ach zeiget dieß nicht n, wer es geildted? Abel. 1. Betruͤbter O Lamm Wie biſt du doch entſtaltet! be fort mit dem Verdacht att auch das Lanum mein Bruder ungehrachtz ü Waͤr alles vorhi inein ver ben. en d AG o ſehr das Thier mic———— 19 * was ein Bruder 4 kann, NN Mich unvergleichlich me beleben N tt Nein, Kain that es nich 1 n eee det e, Aendd 8 1 8 N 2 5 7 efaͤllt mir ehender, mich mit ihm verbin Als was den acer fie 1 1 a Gegenſtand! 1 3 Enn 4555 295 Lamm „das ich ſo lieblich bat, ö Giebt mir zum Opfer euer Stamm And mag dich leicht erſetzen. 55 haͤtte ſich vor GOtt BVeerletzt mein blinder Schmerz Hand, die dich ihm 1 15 Medal: Hingegen meines Bruders Herz, So gern und wohl gefaltet! l Kann ich es ohn Erſatz verletzen. e. das Herz vergnuͤget ihn; 3 Bleibt mir hinfort mein Bruder gut, So nehm ers ganzlich hin. 5 Fließt gerne ſelbſt mein Blut. Mehala. 47 Allein was nuͤtzt mir dieſe Ruh? Gehn wir vielmehr der Heerde zu an Um jenes andre Lannn zu bringen. Thirza. Wer 355 7 5 3 5 80. gehen ab Kain im Zint. Wer muß die Liebe nicht beſingen 5 8 e e 2 15 38686588 le? laſſeſt du den Bruder gehen; kommend. Da er 1 8 10 etzel 15 7 5 925 76716 a er. 11 vorhinein ve 3 Sollſt du dem Triebe kſderheße en? Rain. Laß mich du ſelher gehn mit ſolcher Fragen Ain Wic? oder cher. 85 den We e Von Belterir hochgeprleſe eee Mit voller Zärtlichkeit 15 24 nd mg Den ſpaten Enkeln ſelbſt als Mur vorgewieſen 2 Ich aber bleib. ein Ding, das jedermann vergißt. Mehala. u war deſt 6 von Acltern auch gelobet Hain. Ja, daß ich nicht auf ihn geit et:. 3* ον Find Abel blich der Gegenfkand i Den alles lieblich ande 11.8 590 Hat ſich der Vater dann nicht 0 60 dr ar * 8. Dat er dein Loß ſo kur geendet/ 1 25 Wie Kain. Mehala. Seduld/ mein Lieber ja Gedi Auch deiner Frömmigkeit beg Wie pries hingegen dich ſein Mund, Und kuͤßte dich vor Freude? Und bey dem Kuͤſſen weynetet ihr beyde. Wie ſprach er nicht, du macheſt ihn geſund? Das heißt ſo viel, ich habe ſouſt gezanket, Und er ſey itzt darab erkranket. Und ſprach er nicht daben Mit herber Schmeicheley, Er habe neue Kraͤfte Durch jener Kraͤuter Säfte, Die Abel ihm gebracht, 52 5 Und dieſem frommen Sohn ein Engel zugedacht. Das heißt des Himmels Gab erkennen, Und, den er ſchützt, bey ſeinem Namen nennen, Wie, oder ſchließt für dich des Hochſten Gunſt So einen ſchwarzen Dunſt? 2 I g Sollſt du den Bruder um ſein Gluck beneiden? Verlangſt du dich an einer! 5 aal zu weyden? Ey was will des Neides Geifer: Nie ward Gott umſonſt geſuchet: 8 Was vergnuͤgtes traͤgt er ein? f Wer es thut, der findet ihn. Suche durch Bewerbungseifer Wer nur auf die Frommen fluchet, Auch dem Himmel werth zu ſeinn luchet ſich und andre hin. Kain. Mehala. Kain. Du ſageſt recht. 2 5 6 Doch mein Bemühn allein das ware Gott zu ſchlecht. Mein Bruder Keht bey ihm in Gnaden. Geh, dieſen Güuſtling aller Welt Ju mir in dieſes Feld Auf ein gemeines Opfer einzuladen. Was ich als einzel kaum vermag, Dadurch beglückt er als vereint den ſchoͤnen TagNein, ſchoͤner iſt noch keiner aufgegangen 7 Ich eile gleich, und foͤrdre dein Verlangen. gehet ab, Mich ruft inzwiſchen deß Altares Zier Rur auf das baͤldeſte ſey Abel hier. 5 Geh nur, wenn Abel koͤmmt, ſoll anders was erſcheinen Als er und meine Schweſter meynen. i Zwar das Gewiſſen reget ſichWas liegts daran? hernach entſchuldiget es mich.„ 2 1 3. Unruhiger Gewiſſensbiß! 2. Beherrſcht mich dann die Leidenſchaft? Verfluchte Leidenſchaften! a Wie mag ich ſie doch zaͤhmen? Was bringt ihr mir fuͤr Kuͤmmerniß? Zwar die Vernunft hat große Kraft; Mag kein Entſchluß dann hafen? Doch ſtaͤts ihr Schreyn vernehmen! Ein Menſch, ein Bruder, ja. Nein, dieſes mag ich nicht; Doch reget ſich die Rachgier da. Wenn mir das Himmelsfeur gebricht, Soh er mir leben oder ſterben? So ſoll ers nicht allein genießen; Ach Sterben! hartes Wort! Beſcheint es mich mit ihm, Geſchiehts doch nicht, ſo leid ich fort, So leget ſich vielleicht moin Grimm: Und muß in ſtaͤter Quaal verderben. Sonſt muß er dieſen Vorzug buͤßen. O ruhte mein Gewiſſensbiß! b Hemmt etwas meine Leidenſchaft: i Welch eine Kuͤmmerniß! So hat ſie andre Kraft. Abel. Kain. Abel. Mehala. Kain. * Mehala. Kain. Abel. Rain. Abel. Kain. Abel, Die Schweſter kömmt vielleicht mit ihm zuruͤcke? Das konnte ſeyn: doch fällt mir etwas ein: Ja dieß entfernet ihre BlickeQ.. Doch ſtill! ich muß mich wiederum verſtellen, Und zu dem Abel hingeſellen:⸗⸗ 5 Willkomm, o Bruder! welch ein Glück! Welch ein empfindnißreicher Augenblick! Du kannſt was ſuͤßers kaum empfinden,* mit Mehala Noch mich empfindlicher verbinden. kommend. Doch Bruder! was verzögern wir, das Oyſer zu entrichten? Wie freut mich dein Bemuͤhn, Gott ſruͤher zu verpflichten! Es ſteht mein Opfer hier. 1 Und du gedenkſt vielleicht, mit dieſen Kornesaͤhren Dein karges Danken zu bewaͤhren? war es beſchaͤmet mich:. och Schweſter! hole mir noch was, ich bitte dich. Mein Wunſch, die Frömmigkeit dem Abel abzulernen, Erlaubt mir kein Entfernen. N Ich eile, ſo geſchwind ich kann, r. Und bringe, was mir wuͤrdiges begegnet. geht ab. Verzeih, daß ich zuvor mich nicht beſann. i Du und dein Suchen ſey geſegnet. Inzwiſchen laßt ſich etwas thun, Daß wir nicht muͤßig rung. Ich will dein Vieh zum voraus ſchlachten. Ach nein! o Bruder, nein, Ich bitte, laß es ſeyn. Sollſt du hiezu dich tauglicher rrachten? Das Opfer geht alsdann bequemer fort. Es gienge wider OOttes Worb. De e 5 7. 5 g 8 l 5 8 2 5 Was; ſchlag ich dann GOtteswort aus? A. Wie? ſtehn wir in Eintracht vor Gott K d Und ſoll dich mein Arm nicht erſchlagen? So ſchickt er uns guͤnſtiges Feuer. A. Ach 55 wir lieber nach Haus, K. Was Feuer? mir ſchickt er nur Spott: Als daß wir ein Opfer itzt wagen Nur du biſt ſein lieber Getreuer. 2 K. Wir gehen nicht/ nein. 5 A. Welch irriger Wahn? A. Ich gebe mich drein. K. Mich klagſt du noch an? :; K. So gaͤh mich verlaſſen! A. Ich bitt um Vergeben: 1 Wie muſt du mich haſſen? Laß beyde doch leben; 5 1 Ein Augenblick wird dir zu lang. Laß mich und mein Opfer: halt inn. 1 A. Ich kann dich nicht haſſen, K. Ich allzeit vergeben? 5 Noch lange verlaſſen:. Du allzeit ſo leben?* Nur macht mir die Zwiſtigkeit bang. Nein, ſtirb als mein Opfer dahin. . Abel. Ach lebe wohl! ja, Bruder, lebe, und liebe mich: GOtt und die Aeltern lieben dich; O daß ich mich ihm ganz ergebe!. Kain. Ich lieben? ich geliebt? ich, der den Greuel ausgeuͤbt, Verfluchter Schlag! wie hab ich den gefuͤhrt? Wie hat mein Arm dieß Moͤrderzeug beruͤhret? Geh fort: und gienge nur mit dir die Höllenangſt, a Die du in meiner Bruſt erzwangſt! f „ Geht wenigſtens, ach ihr von mir entſeelten Glieder! Oeht hin, wo das Gebuͤſch noch meine Schand verdeckt: Doch wie? was ich ſo grauſam ausgeſtreckt, Die Hand berährete dich wieder? We O welch ein blaß Gesicht! Wie ihm ſein Aug erſtarret! Wie er da unbewegt verharret! Erwache, Bruder! Er erwachet nicht. Und ſeht darzu das Himmels feuer! Schlaͤgts mich vielleicht zur Hoͤll hinab, Wie ich den Bruder in das Grab?. b. Doch nein, mir wird verſchont/ mir wildem Ungeheuer. Des Bruders Opfer wird vom Feuer aufgezehrt; Sein Leichnam durch ein Licht geehrt. mes mit Chir. Glück zu, mein Bruder Kain. Mir! was ſprechet ihr von Gluͤcke? Kora.— 5 been n 115 deine. ber sieh ain. de heizen mich vor eur, und euch vor meiner fliehn. geht ab. Mehala. Warum will er ſein Gluͤck dann unſerm Aug— Wir ſahen ja ein doppelt Feur erſcheinen, Eins Eins zu des Abels Gunſt, das andre zu der ſeinen. Kain aus dem Seht nur das Licht und feinen Leichnam an, Gebuͤſche. Und 2 ich hab es gethan: So ſehet ihr, ich muͤſſe ja verzweifeln, 872 5„ Jetzt auf der Welt herum, und einſt 95 allen Teuſeln. 9 Thirza. D ſchier verhaßtes Licht! was, Abel todt? 3 Mehala. 83 daß ſich über uns die Schmerzen ſammlen, So hören wir den Kain noch Veriwelfung. Tanneln. Thirza. Wie ſind wir doch gequaͤlt? f Mehala. Wie ſind wir noch bedroht! Thirza. Laßt es uns elenden den Aeltern, hinterbringen/ Und hier zuvor ach unſer Leid beſingen! Beyde K. Weinet n meiner Augen Paar, Weinet uͤber beyde Bruͤder; Kain ach verzweifelt gar: Abel liegt erblaßt darnieder, Weint, und durch des einten Treu Ach. erfieht 4 andern Reu. 2. O du vormals unſer Gluͤck.* Ach ſo ſchweig fur Kain ech Itzt der Schrecken banger Sue r Schrey nicht wider ihn zur Rache; Laͤchelt uns nicht mehr dein Blick: ige durch des Blutes Rauch, Starr in der entſeelten Hulle? Nicht beym Himmel Kains Sprache. Bleibt dein Tugendſchimmer aus? 5 Nein, verklage nicht als blaß . du fuͤr dein ganzes 3 5 888 g 2 weſztehlfen; 1 In 5 Arien bal die Mut enicht Adm. R. D. Joann Nepom- g n Collegiat. ad Ss. Urſ.& Vic.„ Sacell, 4 Organ. primar. N e οοο,,,,dieeeeee 1 Perſone n.* 1 Kain, D. Ceotg Widmann. Vuebela, Johann Strchler, gynt. Abel, 23 Scheefer, Poet. Thirza, Anton. Carl Glutz, Rud. Ihr Alter anlangend/ ſaget Eſtius/ er. wiſſe keinen Schriftausleger, bey dem Abel als verehlichet vorkaͤme; ja vielleicht ſey derſelbe im Knabenalter um eee 21119 E N D E.