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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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149
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

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In Kestenholz :

Salwei,

Glorei,

Mer se vo St. Marta,Mer kena net erwarta.

St. Johannes Stirel,Gan is fer a Firel.

Mer se vo Keschtaholz,Gan is aui a Schitel Holz.

Mer se vo St Maretz,Gan is aui Schetz.

A Schit a rüss,

Oder i schlag a Loch es Hüss.

In Hattstatt, bei Gebweiler :

Salvei, Glorei, St. Johannisfirla,

Gleck ens Hüs und Ungleck drits;

St. Thomesa, St. Thomesa, sword bol anders kumma!

St. Fit, St. Fit, das Schittla esch nem wit!

Zum Bumbernell, zum Bumberneil, gan is doch a grossi Wall!

St. Martra, St. Martra, mer kenne nem lang warta!

St. Blasi, St. Blasi, wann i Kiächla ha, so frass i!

Es braucht wohl nicht ausdrücklich bemerkt zu werden, dass mandie Heiligennamen, die in diesen Liedern Vorkommen, im Kalender ver-geblich suchen würde ; sie sind zumeist nur des Reimes wegen erfundenund zusammengestellt.

Vielfach war früher das Anzünden des Holzstosses mit gewissenFeierlichkeiten verbunden und an manchen Orten fand sich dazu sogarder Pfarrer mit einem Chorknaben ein, um das Feuer einzusegnen.Wenn der Scheiterhaufen einmal in Flammen steht, pflegen die Knabendaran alte Besen anzuzünden, um sie mit aller Kraft im Kreise herum-zuschwingen und sie dann hoch in die Luft zu schleudern. All das voll-zieht sich unter Geschrei, Streiterei und possenhaften Sprüngen, sodassman manchmal glauben möchte, eine Schar kleiner Teufelchen vor sichzu haben, die der Hölle entsprungen sind. Ein anderer ähnlicher Spasswird nur von den erwachsenen Burschen geübt. Sie versehen sich mitzahlreichen runden Holzscheiben, die in der Mitte ein Loch haben, indem eine lange, recht biegsame Ruthe befestigt wird. Mittels der letzterenwerden die Scheiben in die Glut gesteckt ; wenn sie einmal Feuergefangen haben, zieht man sie zurück, schwingt sie mit rasenderSchnelligkeit im Kreis herum, so dass sie in kurzer Zeit ganz glühendwerden und schleudert sie dann mit aller Kraft auf die Erde; dabeilösen sie sich von der Rute los und hüpfen davon, indem sie förmliche