TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS
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Gemeinden, eine sozial festgeschlossene Gemeinschaft in einem herr-lichen Land zwischen hohen Bergen, die keinen anderen Verkehrswegaufweisen als einen sehr hohen und schwer zugänglichen Gebirgspass,die denkbar besten Bedingungen also, um jeden fremden Einfluss sichvom Leibe zu halten.
Wir sehen also, dass die Sprachgrenze, die im grossen und ganzenauch als Rassengrenze betrachtet werden darf, weder mit den geogra-phischen, noch mit den politischen Grenzen notwendig zusammenfallenmuss. Der Mensch lässt sich eben immer und überall von seinem Vor-teil leiten; er sucht die günstigsten Bedingungen für seine Existenzzu finden und zögert nicht, sein Heimatland zu verlassen, wenn esihm die Befriedigung seiner Bedürfnisse nicht mehr gewährleistet.
Es wird unsern Lesern wohl erwünscht sein, den Patois, von demhier soviel die Rede war, nun einmal selbst näher kennen zu lernen.Wir wollen deshalb eine kleine Erzählung wiedergeben aus einem Werkdes 18. Jahrhunderts, das Oberlin, der Bruder des berühmten Pfarrersvon Waldersbach, unter dem Titel: «Essai sur le patois lorrain desenvirons du comte du Ban-de-la-Roche, fief royal d’Alsace», heraus-gegeben hat.
ARLOTTO
MAVAIS FEYOU DE COMMISSIONS.
In Etalien, qu’on dehait Arlotto, et que s’e fait cnoche poua sisbonons contes et sis piaihantes gausses, s’embarquau pou in vouyaidge.Trobin de sis aimis lo preyeunnent de li echter tote fagon d’effaires,au pays d’oü qu’il allait. II ly d’neunent di biyets, mais il n’y en equ’inque, que s’aiviseusse de li dne l’ardgent qu’il falait pou peyi cequ’il dmandait. II epiayeu l’ardgent de s’naimi, comme il li aoutc’mande, et n’echteu rin pour tortus lis ates. Quond il fut de retö,il veneunent tortus e dehi lu, pou r’gure lieü efferes, et Arlotto lid’heu: «Mensieu, quond dj’eteie embarque, dje botteu t’rtus vottisbiyets dsu lo pont do betiä, pou li randgi, mais il se levere enneair, que li empontere dedon le me, dalä dje n’ai peyi me soveni deci qu’etait d’su. Mais il n’y aout inque, que li. d’heü, qu’il aoüt linepponte de maitte e in te. C’a vrä, li deheu Arlotto, mais ga, qu’ilaoüt evlope dedon so biyet in nombre de Duquets, le pesantou em-