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Feldzug vom Jahr 1672.
und Mademoiselle Keroual, nachmalige Herzogin von Portsmouth, die in der Suiteder Herzogin von Orleans nach Engelland gekommen war, gewann das Herz des Kö-nigs , und unterhielt ihn in seinen günstigen Gesinnungen für Frankreich. Im 1.1672 ami2ten Februar wurde das Bündniß zum Kriege gegen Holland unterzeichnet, nachdemCarl der zweyte die vornehmsten Häupter seines Parlements gewonnen hatte. DerKönig von Engelland versprach, sechs tausend Mann zu Fuß auf seine Kosten zu wer-ben und zu erhalten, und der König von Frankreich übernahm den Unterhalt und dieAusrüstung der Flotte.
Merlan, In eben dem Jahre, da der Grund des Bündnisses zwischen Frankreich und
rHllZe Engelland gelegt ward (1670), schickte Ludwig der vierzehnte den Marschall Crequy miteiner Armee nach Lothringen, und nahm das ganze Land ein, das der Herzog verlassenmüssen, um unter den Feinden von Frankreich Schutz und Unterstützung zu finden.Die Gründe dieses Unternehmens oder deren Vorwand waren die Unterhandlungendes Herzogs an auswärtigen Höfen zum Nachtheil von Frankreich, und daß er, demMetzer Tractate zuwider, der ihn aus zwey hundert Mann Garde einschränkte, dennochein großes Corps Truppen auf den Beinen erhielt. Das Land, äußerst durch die vo-rigen Kriege erschöpft, widerstand mit allen seinen Festungen nicht langer als vier Wo-chen, und die Nachricht kam gar bald an die Staaten von Holland, die sie nicht mitGleichgültigkeit aufnahmen, weil nach der Lage der Lande durch diese Eroberung dasHerzogthum Lupemburg eingeschlossen, und die Gemeinschaft zwischen der Franche-Comte' und den spanischen Niederlanden völlig aufgehoben war. Die Staaten, sovon der Triple-Allianz noch keinen Verdacht hatten, wandten sich mit diesen Vorstellun-gen an Engelland, aber, wie aus dem Vorigen zu glauben, fruchtlos, und sie für sichselbst blieben unthätig.
kierirm,»-. Das Jahr 1671 verstrich in Unterhandlungen mit Cölln und Münster, deren^Og^ume ^nde zu Anlegung der Magazine am untern Rheine nothwendig waren, weil man dieIII. 6usrre Holländer von daraus anzugreifen beschlossen hatte. Bernhard von Galen, Bischofsvon Münster, ein Fürst kriegerischer Gesinnung, fand in dem Bündnisse mir FrankreichkeuyuiereL. Utch seinen Subsidien die Mittel, ein großes Corps Truppen zu unterhalten, das er inder Folge durch den Krieg selbst zu nähren gedachte; und er hoffte, einen großen Antheilan den Eroberungen zu haben, und wenigstens alles das zu gewinnen, was die Hol-länder im Oberyssel von seinem Bisthume getrennt hatten. Der Churfürst von Cölln,aus dem Hause Bayern, den die Fürsten von Fürstemberg, die Frankreich sich gänzlichergeben hatten, regierten, wurde von diesem durch die Hoffnung gelockt, Rheinbergen
und