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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Merrair,

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Feldzug vom Jahr 1672.

Bündnisse zu schließen; und da man ansetzt Meister von Maseyck geworden, und dieGemeinschaft zwischen Holland und Mastricht dadurch unterbrochen wäre, so würde eshinreichend seyn, wenn man diese Festung bloquirt hielte, und inzwischen gegen die Plätzedes Clever Landes und die Assel, deren schlechter Zustanl?hinlänglich bekannt war, un-ternähme, so daß man alsdann mit so schnellern und doch sichern Schritten in die Ve-lau, und durch sie bis in Holland eindringen könnte. Der König genehmigte den Rathdes Marschall Türenne, und es wurde beschlossen, Mastricht so viel möglich bloquirtzu halten, durch Maseyck den Paß über die Maas, und die Gemeinschaft mit Nuysund dem Rheine zu behaupten, und Wesel, Rheinbergen, Orsoy und Bürick amRheine mit einmal zu belagern. Der Generallieutenant Chamilly blieb mit einem Corpsvon zehn tausend Mann in der Gegend von Tongres zurück; Tongres und Maseyckwurden mit Ernst befestigt, damit, wenn das Corps von Chamilly die Gegend verlas-sen müßte, die Besatzung von Mastricht nichts ohne Belagerung dagegen unternehmenkönnte; und die Armeen brachen auf und gierigen über die Maas, um dies- und jenseitsdes Rheins ihr Unternehmen auszuführen.

Conde' gieng mit seiner Armee vor der Armee des Königs voraus, und passirredie Maas am 2isten May , drey Tage darauf Türenne, und am 27sten der König.Diesen und den folgenden Tag pafsirte Conde' zu Kaiferswerth auf einer Schiffbrückeüber den Rhein, nachdem er in achttägigem Marsche nichts von den Feinden gesehn,als zwey hundert Mann, die an den Ufern des Rheins sich verschanzt hatten, undsämmtlich von den Vortruppen gefangen worden, wobey jedoch von ihren Salven derChevalier von Rochefaucault, Bruder des Prinzen von Marsillac, blieb. Die Armeedes Marschalls Türenne und des Königs folgten auf dem Fuße: Türenne, um an ebendem Tage vor Bürick zu rücken, wem: der Prinz jenseits vor Wesel stehen würde; derKönig, um gegen eben die Zeit Orsoy und Rheinbergen zu belagern. Vom isten biszum zten Ium'us waren alle vier Plätze berennt, und ergaben sich sämmtlich fast ohneWiderstand, Orfoy den zten, Bürick den 4tcn, Wesel den 6 ten, und am 7ten Rhein-bergen. Am straffälligsten von allen schienen die Gouverneurs von Wesel und Rhein-bergen, deren Festungen stark und mit allem versehen waren, so daß, obgleich die Be-satzungen schwach, dennoch der Widerstand beträchtlich sey»: konnte. Der Gouverneurvon Wesel ward vor das Kriegsgericht gezogen und zum Schwerdt verdammt, aberauf dem Richtplatz in so weit begnadigt, daß blos das Schwerdt über ihn geschwenktward. Der Oberste Ossery aber, den man in Rheinbergen des Verrarhs verdächtiggefunden hatte, wurde enthauptet.

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