Pfianzennahrung. 733
beiden Stoffe mit etwas Wasser befeuchtet und die beiden letz-ten mit dem achten Theile ihres Gewichtes Quarzsand ge-mengt. Ein jedes Gemenge wurde in einer umgekehrten tu-bulirten Glocke auf eine Schale gestellt und die Glocke miteiner Glasplatte luftdicht verschlossen; in den Hals der Glockewurde ein Glasrohr luftdicht befestigt und das untere Endedesselben in Quecksilber getaucht und somit luftdicht verschlossen.Das Ganze wurde im Monat August bei 17° C. und 747,7Mm. sich selbst überlassen.
Nach 14 Tagen sah man bei dieser Vorrichtung bereitsein Aufsteigen des Quecksilbers in dem Rohre, welches nichthätte stattfinden können, wenn nicht mehr Sauerstoff aufge-nommen, als Kohlensäure gebildet wäre. Dieses Aufsteigendes Quecksilbers nahm in Einem fort zu und war in 3 Mo-naten schon zur Höhe von 1 Dm. gestiegen — in der Acker-erde, in den anderen etwas weniger. — Durch einen Zu-fall konnten die Versuche nicht weiter fortgesetzt werden, aberdie mit der Ackererde lieferten im Monat Juli des folgendenJahres, mithin in einem Zeitraume von 11 Monaten, wor-unter drei strenge Wintermonate waren, ein Aufsteigen desQuecksilbers zu einer Höhe von 166 Mm. bei 16° und 754Mm.; als Aetzkali in das Rohr gebracht wurde, vermindertesich das Volum der Luft um eine Höhe von 20 Mm. Ichlege auf diesen Versuch viel Gewicht. Denn zuerst ist damitdie S. 180 bereits bezweifelte Ansicht von de Saussure, daßDammerde Sauerstoff aufnimmt und ebenso viel Kohlensäuredafür abgiebt, als unrichtig widerlegt, und ergiebt sich hier-aus im Gegentheil, daß fortwährend Sauerstoff durch dieselbeaufgenommen wird.
Die Menge Sauerstoff, die durch eine sehr kleine MengeDammerde (ich schätze die organischen Stoffe in dieser ver-brauchten Menge aus 3 bis 4 Grm. und das Volumen derGlocke auf 3 Liter) aufgenommen wurde, ist in der Thatauffallend groß, 166 aber verhält sich zu 745 — 1 : 4,5,