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Aetherische Oele.
In der Provence aus dem blühenden Kraut durch Hirten bereitet. Am mei-
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sten ist das von Grasse geschützt. Es ist gelblich: durch Rectification wird es •beinahe weifs, hat einen sehr angenehmen, starken Lavendelgeruch und brennen- jjden, bitterlichen Geschmack. Es ist sehr dünnflüssig, wird mit der Zeit dicker, jSpecifisches Gewicht 0,893: Pf aff, 0,936: Lewis 0,886: Martins, rectificirt, ]0,872. Das frisch rectificirte Oel wirkt auf Lackmus stärker, als ein rectificirtesjähriges. In der Kälte setzt es einen Campher ab: Bizio. Es giebt 1/4 La- 'vendelcampher: Proust. Schwefelsäure färbt es dunkel pomeranzengelb: Paoli. jDas Lavendelöl ist gewöhnlich mit Terpentinöl verfälscht; häufig geschieht diefs |auch mit dem Spicköl, Oleum Spicae, was aus den Blüthen und Blättern •der Lavendula latifolia Ehrh. bereitet wird. Das käufliche Spicköl ist stets nur jein Gemeng aus Lavendel-, Rosmarin- und Terpentinöl. Cedrela Rosmarinus L our.(CI. V. Ord. 1.), in Cochinchina zu Hause, hat wohlriechende Blätter und Blu- ■men, aus denen durch Destillation ein dem Lavendclöl ähnliches Oel bereitet wird, iVergleiche Nr. 356. i
Nr. 598. OLEUM MACIS. I
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Oleum Macis destillatum. Oleum Macidis. Macisöl. Muskaten-blüthöl.
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Myristica moschata Thunb. Rechter Muskatennufsbaum. Mu- ■nadelphia, Octandria. CI. XVI. Ord. 7. Familie der Myristiceen Roh. Brown. .
Die Abfälle der Muskatbliithe werden einer Destillation unterworfen und dasoben schwimmende Oel gesammelt. Zwei Pfund ausgeprefste Macis geben bei-nahe 3 Lotli: Bley. Ein Pfund ausgeprefst giebt drei Lotli: Flashoff. Esist gelblich, strohgelb, von sehr starkem Macisgerueli und brennend gewürzhaftemGeschmack. Specifisches Gewicht 0,931, 0,947: Martins, ein falsches 0,8715.Das ächte röthete Lackmus, das falsche nicht: Martins. Das im Handel vor-kommende ist gewöhnlich ein Gemisch aus Muskatennufsol und gereinigtem Ter-pentin - oder Steiuül. Vergleiche Nr. 422 und Nr. 475.
Nr. 599. OLEUM MAJORANAE.
Oleum Majoranae destillatum. Oleum Origani Majoranae. Ma-joranöl.
Origanum Major an a Linn. Gartenmajoran. Didynamia, Gym-nospermia. CI. XIV. Ord. 1. Familie der Labiaten.
Durch Destillation des frischen oder trocknen Krautes. Das Oel ist imersten Falle grünlich, im andern weingelb. Geruch stark durchdringend nachMajoran. Geschmack scharf bitterlich. Bleibt das Oel mehrere Jahre in verschlos-senen Gefäfsen stehen, so setzt sich eine weifse, krystallinische Masse ab. DasMajoranöl ist gewöhnlich mit Terpentinöl, Steinöl, öfters auch mit Citroneuölverfälscht. 20 Pfund frisches Kraut ä 16 Unzen liefern 4l/2 Drachme Oel: Flas-hoff. 10 Pfund trocknes 2 1/2 Unze. Vergleiche Nr. 292.