Die Pampas und ihre Bewohner.
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sehen die Steigbügel hervor, welche mit Riemen an den Sattel ge-bunden sind, »nd weder kürzer, noch langer gemacht werden können.Sie haben gewöhnlich eine dreieckige Gestalt, und sind, sie mögenvon Metall, Holz oder Horn verfertigt seyn, so klein, daß nur dieSpitze des Fußes durchkommen kann. Bei Reicheren werden eineMenge Verzierungen, von gediegenem Silber, an Sattel und Zeugangebracht, und ich sah mehre, welche Steigbügel von massivem Sil-ber hatten.
Die zahlreichsten Gruppen aus der Ebene waren die, welche sichmit Wettrennen belustigten. Sie ritten immer nur zu zwei oderdrei in die Wette. Die Zuschauer befanden sich an beiden Zielenund nahmen den lebhaftesten Antheil. Einige von ihnen waren alsRichter aufgestellt, und ihrem Ausspruchs unterwarf sich der Besiegteohne das leiseste Murren. Die Preise bestanden in Pferden, Horn-vieh und Schafen, womit auch die verlorenen Wetten bezahlt wur-den. Die Pferde laufen nicht so schnell, als die engländischen, dauernaber wahrscheinlich länger aus. Die Gruppe der Spielenden warnicht so erfreulich anzusehen. Die Spieler saßen auf ihren Hackenim Kreise, hakten die Zügel ihrer Pferde an den Fußen befestigt,und jeder sein großes Messer neben sich in der Erde stecken, um denMitspieler, welcher versuchen möchte, im Spiels zu betrügen, augen-blicklich niederzustoßen. Die Gewinnenden wie die Verlierenden,zeigten die größte Kaltblütigkeit, und einige hatten bereits alles Geldund den größten Theil ihrer Kleidungsstücke verloren. Am meistensprach mich die Gruppe an, die sich mit Reitübungen belustigte. Ei-nig« ritten im stärksten Galopp, und hoben reitend jeden Gegenstandauf, welchen man ihnen auf den Boden legte. Andere sprengten imKreise, und nach allen Richtungen umher, verfolgt von ihren Geg-nern, die bemüht waren, ihren Pferden eine Schlinge über den Hals,oder um die Beins zu werfen, und, wo möglich, den Reiter selbstzu sangen. Diese Schlinge (Layo) besteht aus einem Geflechtvon Riemen, aus einer ungegärbten Haut, an dessen Ende sich eineiserner Ring befindet, in welchem die Leine läuft. Beim Gebrauchenimmt der Reiter die Schlinge so in die rechte Hand, daß der Ring
*) Der beiliegende Stahlstich zeigt das Einfängen mit dem La?o, nachRugendaS.