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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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Die Insel Tristan d'Acunha.

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ohne alle, Vorbereitung außer den Kleidern, die sie auf dem Leibetrugen. Zudem ivar der Winter vor der Thüre, und wenig Aus-sicht, daß ein Schiff in solcher Jahreszeit diese unwirthbare Küsteberühren würde. ES blieb somit nichts übrig, als daß man sich ebenin das Unvermeidliche schickte, lind dieses Loos möglichst zum Bestenzu wenden suchte, indem man sich mit der Gesellschaft gut stellte,und diejenigen Vorkehrungen traf, welche den Aufenthalt einiger-maßen erträglich machen konnten.

Die Hauptperson der kleinen Gemeinde, oder der Gouverneur,wie er sich schelten ließ, war Hr. Glaß, ein Schotte, weiland Kor-poral beim Artilleriefuhrwesen. Die drei Andern gehörten derKlaffe der gemeinen Matrosen an, die zu verschiedenen Zeiten hierzurück geblieben waren, um sich auf den Fang von See-Elefanten undanderen Seethicren zu lege», mit deren Thran sie mit den zuweilenanlandenden Schiffen Tauschhandel trieben. Von Männern, derenGeschäft eS ist, in ihrem Wallfischbovt durch die schrecklichste Bran-dung zu rudern, und so manchen Tag, mit Blut und Fett bedeckt,von der Jagd und der Zubereitung ihrer Beute heimzukehren, darfman Feinheit der Sitten und Manieren nicht erwarten. Dagegenließ die biedere Herzlichkeit ihres Benehmens, mit welcher sie ihrenGast mit seiner Lage zu versöhnen sich bestrebten, an ihnen diesen Man-gel der äußern Bildung vergessen, und mit unendlichem Vergnügenhorte Hr. Carle den Erzählungen ihrer Abenteuer zu, die, in ihrer See-mannssprach« vorgetragen, den besondern Reiz der Neuheit für ihnhatten. Nicht minder fand sich deS Malers Gefährte zurecht; erwar in der Gesellschaft wie unter seines Gleichen, und wußte, daß seinSold inzwischen sich anhäufe. Die eine der schönen Damen der Ko-lonie, Frau Glaß, war eine Kreolin vom Kap, und die andere, FrauWhite, «in« portugiesische Mestize aus Bombay; beide hatten so voll-auf zu thun, daß man sie selten zu sehen bekam; sie waren fast im-mer in dem von der Wohnung abgesonderten Kochhause. Kinder gab«s in llebersiuß, alle gesund und kräftig, und just eines um ein Jahrälter, als daS andere.

Glaß kam nach Tristan d'Acunha mit der Garnison, welche diebritische Regierung vor einigen Jahren dahin schickte; als dies« baldwieder zurückgezogen ward, bat er, daß man ihn mit seinem Weibeda lassen möchte. Bei ihrer Ankunft fand die Garnison NiemandHoffmanns Jahrbuch der Reisen.