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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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211
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Die Insel Tristan d'Acunha. 2l1

Weise war er ober bloß mit Lumpen gefüllt, und enthielt sonstkeine Schätze.

Zu den Mitgliedern der Kolonie konnte man noch einenMann zählen, Namens Smith, den man aber schon seit zwei Mo-naten vermißte. Endlich wurde sein Leichnam, bereits von Faulnißangegriffen, in einem Gebüsch gefunden. Das Schicksal dieses ar-men Mannes hatte etwas ausuebmend Trauriges und liefert einenneuen Beweis, welch ein verzweifelter Beruf die Südseefischerei ist.Smith führte vordem den Befehl über ein großes Fischereischiff ausLondon, und war in diesem seinem Dienst ungewöhnlich erfolgreich.Die Eigenthümer, vergnügt über sein Glück, (denn Glück war es)sandten ihn wieder auf eine ähnliche Spekulation aus; aber dießmalverließ ihn sein guter Stern und eine dreijährige Kreuzfahrt fielganz unergiebig aus. Dadurch kam er außer Dienst und vermochteauch keine Anstellung mehr zu erlangen, und nachdem er alle Art vonElend in Lonoon durcbgemacht, war er zuletzt genöthigt, auf demselbenSchiff, wo er früher Befehlshaber gewesen, als vierter Mate einzutre-ten. Das Schiff »ahm seine Station in den Gewässern von Tristand'Acunha, wo ihn Glaß oft sah. Von hier begab er sich nach Süd-Georgien auf die See-Elefantenjagd und in dieser hohen südlichenBreite wurde ein Fahrzeug gezimmert, wozu das fertige Materialaus England mitgeführt worden, und der arme Smith bekam dasKommando darüber. Diese Fahrzeuge, Shallops genannt, sind be-stimmt, die Schiffe zu begleiten und den an der Küste gesammeltenThran zuzuführen. In der Negel machen sie nur kurze Fahrten;manchmal aber kommen sie in den Fall, große'Seereisen zu unter-nehmen.

In diesen Fall kam auch Smith; er verlor die Fährte des Schiffsund nach einem guten Theil nutzlosen Kreuzens, um dasselbe zu suchen,richtete er seinen Lauf nach Tristan d'Acunha, so eine langwierig« undstürmische Fahrt in der kleinen Shallop von 15 Tonnen, die kurz erst zu-sammengenagelt war, und kaum einige Lebensmittel enthielt, vollbringend.Gleichwohl langte er wohlbehalten an; allein da war kein Ankerplatz,keine schirmende Bucht. Von Noth und Strapazen abgemattet,brachte er das Fahrzeug, so gut er konnte, in Sicherheit, verließ es"nd ging an's Land. Bevor er sich dessen aber versah, kam auch derKapitän mit dem Schiff; darüber war der gewesene Befehlshaber, da

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