Sensibilität lind Irritabilität der Winterscliläfer,
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Sinncsthätigkeit, das Bewusstsein und der (Wille, aber dasAllgcmeiu-Gefühl bleibt rege, und durch leichte äussere Rei-ze, die auf die Haut wirken, werden sofort Reflex-Bewegun-gen hervorgebracht, welche sieh durch die Contractionen derHaut und die eintretendc Respiration zu erkennen geben.Wird diese alsdann unterbrochen, wie beim Untertaneben un-ter Wasser, so erwacht das Bewusstsein und der Wille, dasThier strebt der Gefahr zu entgehen, indem es mit dem Kopfedie Oberfläche des Wassers sucht, und die Extremitäten ausder Kappe zu entwickeln sieh, bemüht.
Viviscctioncn bei Igeln werden durch 'die Stacheln unddie lebhaften Contractionen des Hautmuskcls erschwert. Manbeseitigt sie, wenn inan zur Bauchseite gelangen will dadurch,dass man an jeder Seite den Sphincter cuculli mit einer star-ken Schcerc quer durchschncidet, worauf sich das Thier leichtausdehnen lässt, Brust und Bauch zugänglich werden, oderwenn man zu-m Rückenmark und Gehirn will, indem man denstachlichtcn Hauttheil in der Mittellinie des Rückens durcheinen Längstschnitt spaltet, und die Haut nach beiden Seitenzuriicksehlägt. Bei diesem letztem Verfahren verhalten sichwachende und im Winterschlaf befindliche Thicre verschieden.Sind die Thiere wachend und furchtsam, (was sehr selten ist)oder sehr schwach, so kugeln sie sich ein, stark gegen dieBauchseite gekrümmt. Gewöhnlieh aber bleiben die Thiereaufrecht bei dieser Operation, gehen wohl zornig, schnaubendund stossend einher. Während des Schlafes und Winterschla-fes verhält es sich umgekehrt. Nur einmal habe ich bei ei-nem Igel, der sich am 9. April 1839 noch im Winterschlafbefand, und den ich öffnete, cs beobachtet, dass er Bcwegur-g?n machte, als ob er sich aiisdehncn wollte, indem er zugleichdie Pfoten etwas vorstreckte. Sonst aber kugelten sie sichimmer stärker zusammen. Das Rückgrat und das Schädelgc-wölbc treten dabei deutlich hervor, und werden leicht Zugang-