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Aber eine solche Lyra würde unnütz sein, wenn sie nicht lebendigund selbstthätig wäre.“
Wort ist Geist. Daher Christus sagt: „Meine Worte sindGeist und Leben.“ Das Wort tönt und singt, das Wort Erzeugenheisst das Sprechende oder das, wodurch der Erzeuger spricht,Erzeugen. — Der Mensch ist Mitwirker der Lyra zur Formationder erzeugten Töne.
P. 161. Z. 1 — 2. Instrumente sind vereinzelte Organe (At-tribute) der einzelnen Fähigkeiten oder Kräfte.
Wie nachdenklich, wenn Saint-Martin sagt:
„Die organische und melodische Wurzel unseres Wesens isteinfacher Natur und hält in sich allein alle Organe ihrer Modu-lationen verschlossen. Sie erfährt in sich selber eine stetigeneue Schöpfung, was nach aussen in vielfachen Früchten sichoffenbart, und sich uns physisch in den Eigenschaften der Men-schenstimme, die noch in ihrem jetzigen Zustand so viele An-muth in sich hat, andeutet. Waren wir bestimmt die Lyra Gotteszu sein, so lernen wir daraus, welchen Rang wir in Beziehungauf dieses Grundwesen aller Melodie, aller Harmonie der Dingee innehmen. Vor ihm sind wir wie die Orgel vor ihrem Meister,der nach seinem Willen, wann und wie es ihm gefällt, aus seinemInstrument bald traurige, bald fröhliche, bald sanfte und erhebende,bald schmerzlich zerreissende Töne hervorrufen, oder es auch§anz unberührt stehen lassen kann, ohne dass das Instrumentll 'gend einen Anspruch an ihn zu machen hätte oder ihm etwasdagegen einwenden dürfte.“
P. 163. Z. 1—7. Der Afiect der Bewunderung hebt undhält den Menschen ausser und über der Zeitregion, Je wunder-barer, unbegreiflicher, unerklärlicher, desto natürlicher und heimatli-cher dem Menschen. In der That strebt der Mensch in derCitregion nur durch die nichtbewundernswerthen und nichtver-Crungswerthen Objecte hindurch bis zu den bewundernswürdigenknd verehrungswiirdigen empor zu dringen. Da nur Gott Wundertont, so ist die Region der Wunder die göttliche par excellence.C'klären ist dem Erklärlichen ein Erklärendes finden, sei diesesa bsolut, also nicht wieder erklärbar, oder nicht.
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