335
dass Gott allein éine Welt ist. Hier heisst: tout est monde , so-viel als: Alles englobirt sich, schliesst sich mit sich zusammen.Hierin ist die Negativität bemerklich gemacht, welche als Ver-schliessen die Oeffnung als Positivität bedingt. „Ihr sollt heilig(abgesondert) sein wie Ich.“
P. 18. Z. 1—8. Aus der angedeuteten englobirenden Machtjedes Dinges für den Menschen folgert Saint-Martin die grosseSchwierigkeit, die es hat, einer ernsten Reflexion Zugang zujenen Seelen zu verschaffen, die in den Eitelkeiten der Welt be-fangen sind oder auch Wahrheiten höherer fruchtbarer Art solchenMenschen nahe zu bringen, die von einem falschen Systeme derPhilosophie eingenommen sind. Wir beobachten ja alle Tagedie Wirkungen der Bornirtheit der Systeme, aus denen die inihnen Befangenen nie wieder herauszukommen pflegen.
P. 18. Z. 9 —14. Willensentschluss ist Beschluss, ist En-globirung (Auge) als Gründung, Selbstbesimmung, Umschluss insein Sehen. — Da jede Sphäre nur durch Vermittelung besteht,so kann auch ihre Aufhebung (Theilung) nur von der Mitte ausgeschehen. Divide et imper a.
P. 18. Z. 15 — 20. Was hier Saint-Martin das StrebenGottes nennt, aus seiner universellen Sphäre sich eine Welt zubilden, ist in Wahrheit das ewige Streben Gottes, sich in einAuge zu schliessen (Reflex). Dieses Sichfassen des Willens (ausder Universalität als Ungrund und Dissémination) in ein Auge(globe) ist bei J. Böhme das Fassen in oder als Sophia, welchernun das Sehen als Centralbegriff inwohnt (als Centralsehen elevirtüber das peripherische), womit aber das Auge selber a potentia(Unbestimmtheit) ad actum (bestimmte Entwickelung) geht. DieseIdea könnte die erste geistliche Matrix heissen, denn die realeMatrix im Begehren ist die Natur.
P. 18. Z. 21 — 29. Der Producens kann nur in seinemProduct wohnen. — Eigentlich gibt der Spiegel (Auge) uns daszurück als Frucht, womit wir ihn befruchten, so dass die Fruchtzwischen dem Producens und dem Spiegel schwebt. — JenesEnglobiren mit eigenen Werken zeigt sich besonders im Hades.
P. 19. Z. 1—7. Der Mensch erscheint hier als Urpoet