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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Fedcrhakcn Frderharz.

^ederhakett/ ist ein bekanntes Instrument, welches man dazu ge-braucht, um beim Reinigen der Gewehrschlösser die Federn zusammenzu-drücken.

Federhar;, elastisches Harz. Eaoutchvuc, Kautschuk,Koni»,! elasliciiiu (vergl. Elaterit), ist der an der Luft geronnene, bloßaus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehende, Milchsaft gewisser Gewächse.Es kommt größtentheils aos Amerika, doch auch aus Ostindien nach Eu-ropa, und zwar meistens in Form von Flaschen oder Halbstiefcln; einegeringere, wohlfeilere Sorte jedoch Gummifpeck jetzt auch in dicken,porösen Tafeln von fauligem Gerüche, die auswendig rauh und schwarz,und inwendig weiß sind, und noch 12 Procent Wasser enthalten, das beimTrocknen in dünnen Lagen an der Lust allmälig verdunstet, womit derüdle Geruch verloren geht. Die schwarze Farbe des Federharzes hängtgrößtentheils von seinem Trocknen im Rauche ab. Das Federharz läßtsich selbst in den dicksten Stücken mit dem Messer sehr leicht schneiden,wenn man die Klinge befeuchtet, dagegen dies sonst mit großer Schwierig-keit von Statten geht. Um Stücke an einander zu kitten, preßt man diezuvor durch Kochen mit Wasser erweichten Stücke an einander, nachdemman zuvor an den zu kittenden Steilen frische Schnittflächen angebrachthat. Das Federharz wird verschiedenartig benutzt. Die Benutzung des-selben zum Wegwischen der Bieististzüge, zu elastischen Bällen, zu Ueber-schuhen u. s. w. ist bekannt. Unter mehrern Formen läßt sich dasselbe aberauch zur Aufbewahrung von Gegenständen benutzen. So haften z. B.Federharzhäutc, die aus einem von 2 Theilen Terpentinöl auf 1 Tkeil Feder-harz bereiteten Brei so gemacht werden, daß man eine beliebige Menge da-von auf einem Preßspäne mit einem gut durchnäßten Mogelholze wie einenKuchenteig in nicht zu niedriger Temperatur walzt, über die Mündung wei-ter Glasgefäße gelegt, ohne Weiteres und können daher zur wasserdichtenVerschließung von Gefäßen, worin wässerige, saure oder ammoniakalischeFlüssigkeiten enthalten sind, dienen. Der Federhacz- oder Caoutchouc-firniß ist ein mit Federhacz und Lcinölsirniß bereiteter, langsam trocknen-der Firniß, welcher einen biegsamen Ueberzug giebt. Eaoutchoucöl ge-winnt man durch Destillation des Federharzes in verschlossenen Gefäßen,und es beträgt solches A dem Raume nach vom angewandten Fedcrharz.Dieses braune Oel ist sehr flüchtig, leicht entzündlich, brennt mit HellerFlamme, vereinigt sich mit Alkohol, löst Federharz. Eopal und andere Harzeauf und wird dadurch sehr geeignet zur Verfertigung wasserdichter Zeugeund zur Firnißbcreitung. Zu Ea ou tch o u c z e u g e n benutzt man theilsdas Federharz, nachdem man es in aufgelösten Zustand versitzt hat, z»mUeberziehen fertiger Zeuge, um diese luft- und wasserdicht zu machen, theilsverwandelt man es durch geeignete Methoden in Fäden, die man für sichoder mit andern zum Weben geeigneten Materien in Verbindung webt, undso Gewebe von größter Elasticität erhält, die zu Verfertigung von Hosen-trägern, Gürteln, Sattelgurten, Suspensorien, Bauchbinden u. s. w vonausgezeichneter Anwendbarkeit sind. Auch kann man endlich das in derWärme geschmolzene Federhacz als ein gutes Mittel anwenden, um Stahl-waaren gegen Rost zu schützen, indem man die Oberfläche der letztem ganzdünn damit überstreicht. Diesen Ueberzug kann man nach Belieben leichtdurch Abreiben mit Löschpapier oder durch heißes Terpentinöl wieder weg-nehmen.