Feldfrüchte.
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nen Zeit zu ihrer Ausbildung bedürfen, und auch die Periode, in welcher! die Saat erfolgen kann, länger oder kürzer ist. Ucberhaupt theilt man die' Feldfrüchte in Winter- und Sommcrgewächse ein. Erstere müssenvor dem Winter schon bis zu einem gewissen Grade ausgebildet sein, siewerden daher schon im Sommer oder Herbst gesäct, und vollenden, je nach-dem sie eine längere oder kürzere Zeit zu ihrer Ausbildung gebrauchen, ihrWachsthum im folgenden oder in den nächstfolgenden Jahren. Die Som-merfrüchte werden im Frühjahre gesäet und erlangen ihre Vollkommenheitnoch im laufenden Jahre. Einige derselben bedürfen eine längere Zeit zuihrer Ausbildung, und müssen daher so zeitig als möglich gesäet werden, an-dere vollenden ihr Wachsthum in einer kurzen Zeit, und die Periode ihrerAussaat ist eine lange, da sie selbst bei einer ganz späten Saat noch zur' Reife gelangen. Die perennirenden Gewächse können, je nachdem sie einegrößere oder geringere Ausbildung vor dem Winter nöthig haben, im Früh-jahre oder im Herbste bestellt werden. Stets kommt es aber bei jedem Ge-wächs sehr darauf an, in der Saatperiode einen günstigen Moment zu tref-fen. Dieser wird zum Theil durch die Natur der verschiedenen Feldfrüchte,inwiefern sie einen trocknern, wärmern oder feuchtem Zustand des Bodensund der Atmosphäre bei ihrer ersten Entwickelung lieben, zum Theil durchdie nachfolgende Witterung bedingt. Im Allgemeinen bestätigt die Erfah-rung den Grundsatz, daß die frühen Saaten sicherer und besser gerathen, alsdie späten. Nicht alle Gewächse werden sogleich auf den Platz gebracht, wosie ihre Ausbildung vollenden, sondern mehrere werden in einem schon vor-gerücktem Zustande als junge Pflanzen übersetzt. Die Samen derselben wer-den daher in besondere Pflanzen- oder Mistbeete so dicht als möglich gesäet,wo die jungen Pflanzen bis zur Zeit ihrer Versetzung ins Feld vor derWitterung geschützt sind. Da von diesen Gewächsen die Kohl- und Rüben-arten keinen Samen in dem Jahre, wo sie ausgepflanzt sind, tragen, soist bei ihnen die Samengewinnung von der andern Kultur getrennt, undes werden für jenm Zweck die besten Kohlköpfe und Rüben nach einer un-beschädigten Durchwinterung in besondere Samenbeete gesetzt, wo sie dieSamen ausbilden. Aber auch solche Gewächse, die man sonst sogleich aufden Standort ihrer Ausbildung bringt, werden häufig in Samenbeeten er-zogen und verpflanzt, indem man hierbei eine vollständigere Kultur beab-sichtigt. Es sind dies namentlich solche, die weite Awischenräume bedürfen,langsam wachsen, oder im ersten Jahre bloß Blätter und Wurzeln ent-wickeln. Beim Uebersetzen der Pflanzen erlangt man den Vortheil, daßman mit der Zurichtung des Bodens weniger zu eilen braucht, baß dasBehacken und Jäten vermindert wird, daß die in Reihen gepflanzten Ge-wachst beguem mit Gespannwerkzeugen bearbeitet werden können, und daßman vor dem Auspflanzen auf das Feld nicht selten noch eine Vorfruchtauf letzterem anbauen kann. Alle zum Uebersetzen bestimmten Pflanzen bür-stn, wenn sie dazu tauglich sein sollen, einen bestimmten Grad der Aus-bildung nicht überschritten haben. Der Zeitpunkt der Saat richtet sich da-hsr bei ihnen darnach, daß sie sich bis zu dem Termin der Verpsianzzeitnicht mehr ausbilden, als nöthig ist. Die Zeit des Verpflanzens selbst istauf gewisse Termine beschränkt, und es muß solches, wenn jene da sind,vorgenommen werden, wobei es aber hauptsächlich auf einen erforderlichstuchten Zustand des Bodens ankommt. Bei manchen Gewachsen bringtdas Treffen eines günstigen Termins bei der Aussaat oder beim Versetzen