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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Flecke.

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Durch Kuli Natron oder Ammoniak entstehen auf rothen Zeugen meist blaue,aufgrünen gelbliche, auf gelben bräunliche, auf rokhgelben und schwarzengelbe Flecke. Zur Beseitigung dienen Essig, Eitronensaft oder andere Säu-ren. Ebenso behandelt man Urinflecke. b) Blutflecke werden,wenn sie der Seife widerstehen, wie Rostflecke behandelt. e) Brand-flecke. Braune Brandflecke auf Leinwand soll man, wenn die Fasern derLeinwand nicht zerstört sind, folgender gestalt beseitigen können: 2 Loth Thonmit 1 Loth Hühnerkotb, H L. Seife, dem Saft einer Zwiebel und etwas Wein-essig zu einem dicken Brei gekocht, auf den gebräunten Fleck gestrichen, trock-nen gelassen, und wieder mit Wasser ausgewaschen. Nöthigenfalls ist dasMittel zu wiederholen. «!) Butter- und Fettflecken aus Papier ins-besondere schafft man am besten durch weißen Bolus oder Einrollt weg, ausHolz durch gewöhnlichen Thon oder auch durch Aschen- oder Pottaichen-lauge. Einen auf irgend einem Stoffe schon sehr veralteten Fettfleck weichtman zuvor mit Terpentinöl oder frischer Butter auf, ehe man andere Mit-tel anwendet. e) Harnflecke werden wie Alkaliflecke behandelt. k)Harzflecke. Dahin gehören Firniß-, Pech-, Theerflecke. Wo Seife derFarbe nicht schadet, ist Seifenspirilus eines der nützlichsten Mittel. Sonstwasche man den Fleck mit Weingeist oder Terpentinöl, oder Rosmarinöloder einem andern ätherischen Oele; oder man bediene sich einer Mischungaus Weingeist mit Terpentinöl oder des Lau <iv Eologne. Sitzt der Harz-fleck sehr fest, so erweiche man ihn vorher durch ein warmes Eisen, undbewirke das Auswaschen in der Wärme. ss) Kaffeeflecke werden ambesten mit lauwarmem Sal wasser oder Seifenwasser und zuletzt durch Schwe-feln entfernt, welche Behandlung jedoch oft 3 mal wiederholt werden muß.

l>) Kalkslecke auf Zeugen behandelt man, nachdem sie gehörig aus-gestaubt worden, mit Essig, Eitronensaft oder verdünnter Salzsäure. i)Kothflecke. Die von Straßenkoth werden gewöhnlich durch einfaches Rei-ben und Auswaschen weggebracht, enthielt der Straßenkoth Eisentheile, aberwie Rostflecke behandelt. Bei kleinen Kothflecken ist es oft schon hinreichend,angefeuchtete Leinwand auf ihn zu legen, was besonders bei seidenen Zeu-gen nützlich ist. Flecke von Vögclkvth sind wie Flecke von Alkali zu beseiti-gen. le) Leberflecke beseitigt man am besten durch Ehlorkalkauflösung.

I) Milchflecke sind wie Butter und Fettflecke zu behandeln. m)Obstflecke, Flecke von Kirschen, Heidelbeeren, Flieder und überhaupt ge-färbtem Obst werden wie Rothweinflecke behandelt; jene von ungefärbtemObstsaft auf farbigen Zeugen wie Flecke von sauren Flüssigkeiten. n) Oel-flecke sind wie Butter- und Fettflecke zu behandeln. o) Punschfleckewie Flecke von Säuren. p) Rostflecke, welche von Eisen und eisen-haltigen Substanzen herrühren, weichen zwar keiner Wäsche, dagegen leichtder Sauerkleesäure, dem Eitronensaft, oder der verdünnten Salzsäure oderSchwefelsäure, vornehmlich wenn man den mit der Säure befeuchtetenFleck dann auf einem zinnernen Teller reibt. Man befördert auch das Ver-schwinden der Rostflecke dadurch, daß man den mit der Säure befeuchtetenFleck den Dämpfen des siedenden Wassers aussetzt. Wollen diese Flecke aufsolche Weise nicht ganz weichen, so behandle man sie erst mit einer Auflö-sung von Schwefelleber, dann, nach Auswaschen mit Wasser, mit einer dergenannten Sauren. gs Rothweinflecke sind um so leichter zu be-seitigen , je mehr man sie auf frischer That behandelt. Nach der Art desRothweins, von dem sie herrühren, zeigen sie einen sehr verschiedenen Grad

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