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2 (1817) Zweiter Theil, von der Verschanzungskunst, worin zugleich das Rekognosziren, die Vertheidigung und der Angriff der Schanzen, Verschanzungen, Landstädte, Dörfer etc. abgehandelt wird / von G. v. Scharnhorst : mit 12 Kupfern
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flößen. Wenn der Feind aber eine starke Reserveam Rande des Grabens hat, so kann die Mann-schaft auf der Brustwehr von dieser vertrieben wer-den, und dann keinen starken Widerstand gegen dieErsteigung leiste».

Dies Manöver ist jedesmal gefährlich, undist daher von der äußersten Wichtigkeit, daß mandie Pallisaden so anbringt, daß sie den Feind aufder Contrescarpe, wo wir ihn noch im Feuer haben,aufhalten, und daS Heruntersteigen in den Grabenunmöglich machen. Ist indeß der Feind einmal istdem Graben, tznd hat man keine hinlängliche An»zahl Stangen zur Vertheidigung der Brustwehr, stist das Ersteigen der Brustwehr in einigen FällendaS Beste, was man thun kann. Der Feind indem Graben verliert dadurch die Hoffnung eincöguten Ausgangs, und die Besatzung bekömmt neuenMuth und vergißt durch die Beschäftigung die Ge-fahr , in der sie ist.

Dann ist es auch noch, wie Zach sagt, vor-theilhafter, den Feind da zu empfangen, wo er sichgar nicht vertheidigen, wo er seine Hände nichtbrauchen kann und klettern muß, als da, wd er un-sere Stöße auspariren und uns selbst welche zu ver-setzen im Stande ist. Dazu kömmt noch der Vor-theil des höhern Stehens *).

*) Tielke ist, wen» ich Nicht irre, der erste von denSchriftstellern, der den Dorschlog gethan, die Brust-wehr aus der Krone zu vertheidigen; denn als Tielkeschrieb, war die Disposition des Colberger Lagers