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Dritter Band.
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viele flohen nach den nächsten Wäldern, und die Ermattete»verbargen sich in hohle Weiden. Eine getreue Spießgenos-senschaft, sieben Mann an der Zahl, gelobten sich, treulichbei einander zu halten, sich nicht zu trennen und zusammenzu leben und zu sterben. Es gelang ihnen, dem nackhauen-den Feinde glücklich zu entkommen; sie waren insgesammtfrische, wohlbewadete Bursche, die kein Läufer aus Midianwürde eingeholet haben. Endlich ermüdeten sie doch durchden allzulangen Wettlauf, und da die Nacht hereinbrach, be-rathschlagten sie sick, wo sie einen Ort finden möchten, sichzu verbergen. Im freien Felde hielten sie sich nicht sichergenug; sie faßten also den Entschluß, in ein einsames Dorfsich zu sch eichen, da» ihnen eben ausfliest; denn sie urtheil-ten ganz recht, daß die Mannschaft daraus mit in'« meiß-nische Lager gezogen sey. Dennoch waren sie sehr behutsam,und um das strengste Inkognito zu beobachten, nahmen diesieben Helden in einem Backofen ihre Herberge, ihre Anwe-senheit desto sicherer zu verhehlen. Nun mag wohl ein Back-ofen eben nicht das bequemste Gastbett seyn, und vor derLucker Schlacht würden sie auch mit einem solchen Nacht-quartier schwerlich verlieb genommen haben, denn tausendHäringe schlafen leicht sriedsamer in einer Tonne beisammenals si ben Soldaten in einem Backofen; aber diesmal machtedie Noth Quartier, die große Ermattung gebot Eintracht undder Schlaf Sckwe'gen; es fiel ei» Paar Augen nach demandern zu, und die Unglückskameradschaft schlief bis an denhellen Tag, ob sie gleich verabredet hatten, in der Morgen-dämmerung in aller Stille abzuziehen.

Aber ehe die Siebenschläfer erwachten, waren sie be-reits von einer Bäuerin entdeckt worden, die, weil das Ge-rücht des Sieges sckon in'S Land erschollen war, ausgroßer Freude über diese Botschaft einen Kuchen ein-