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Seife
dem heißen Seifenleim Kochsalz zusetzt. Dieses setzt sich mit dem stearinsauren Kali w ■ ’ r u „gsaures Natron und Chlorkalium um; gleichzeitig gerinnt die Natronseife, welche inKow!unlöslich ist, ja von derselben nicht einmal benetzt wird, zu einer weißen körnigen Maß , ^auf der Unterlauge schwimmt. Letztere enthält den größten Theil des Wassergehalts a ^Seifenleim, Chlorkalium, Kochsalz nebst den übrigen Salzen der Aschenlauge und ©Ipceri • ^läßt sie ab, erhitzt die Seife mit Abrichtelauge von neuem zu einem klaren Seifenleim ieinzum zweiten mal aus, um vollständig zu reinigen. In der Regel ist mit diesem Sieden a i ^zweiten Wasser die Seifenbildung und die Entfernung der fremden Bestandtbcile so w ^geschritten, daß man zum Garsieden schreiten kann. Man dampft unter lebhaftem ®' et,e r 'LL derein, daß die Unterlauge sich abscheidet und die obenauf schwimmende Seife die S 011 ^Kernseife zeigt; darauf schöpft man letztere in die Kühlbütt.en und bringt sie halb erka ^diesen in die Laden, viereckige hölzerne Kästen mit durchlöchertem Boden, über welchen jp* „gengespannt ist. Zur völligen Abscheidung der Unterlauge, und um die krystallinischen Aussah ^(Mandeln, Blumen, Marmorirungen) gleichmäßig zu vertheilen, wird die Seife !DC ’ rErkalten umgerührt (das Kerben); schließlich nimmt man die Lade auseinander und zMI ^ {I idie Seife mittels Draht in Tafeln oder prismatische Stücke. Als charakteristisches $ enl \ te»der Kernseifen gilt die eigenthümliche farbige Marmorirung. Dieselbe wird außerobenerwähnten Kern auch durch fremdartige Stoffe, namentlich Schwefeleisen, Eisen- un ]l)t!seife u. s. w. hervorgebracht. Die wasserarme Kernseife erstarrt so schnell, daß diese ftew^ ^jr!löslichen Körper keine Zeit zur Abscheidung haben, sondern in der erkalteten Masiebleiben: die wasserreichen gefüllten und geschliffenen Seifen erstarren langsam genug, "Beimengungen Zeit zum Absetzen zu gewähren, erscheinen also gleichmäßig und nicht in gjjett’Da man indeß jetzt vielfach auch sehr wasserreichen Seifen durch Einrühren von fei"
Vitriol u. s. w. künstliche Marmorirung zu ertheilen pflegt, so ist das blumige Aussehtsicheres Kennzeichen der Kernseife, für welches es noch häufig gehalten wird.
Eine gute Kernseife enthält durchschnittlich höchstens 1,s Proc. fremde Salze, n llt j #von Glycerin und 20 — 25 Proc. Wasser. Dergleichen Seifen kommen indeß imselten vor; die meisten Fabriken, durch das Verlangen des Publikums nach billiger Seife ge^ ^produciren nur die viel unreinere und wasserreichere gefüllte (eschweger) Seife, 11 „utEigenthümlichkeit der Natronfeifen, selbst bei einem beträchtlichen Wassergehalt noch Jj, ^trocken zu erscheinen, hat viele Fabrikanten verleitet, über die Grenze des erlaubten tttweit hinauszugehen. Während 10 Theile Talg durchschnittlich 16 % Theile Kernseife, dw ^
Luft noch um 10 Proc. eintrocknet, liefert, versteht man es jetzt, aus derselben ^ o"!30 Theile anscheinend gute und harte gefüllte Seife zu erzielen. Entweder siedet man , ^ soden Kern und versetzt nachträglich die erhaltene Kernseife mit Wasser, oder man sahtschwach aus, daß keine Abscheidung von Unterlauge stattfinden kann, daß somit das S 8 ^c,Salz und Glycerin nebst Wasier mit der Seife erstarrt. Man hat in gefüllten Seifen 3'"Salze, 2,5 Proc. Glycerin und bis 60 Proc. Wasser gefunden. <
Das obengeschilderte Verfahren der Darstellung harter Seife, an welchem namentuw^ ^tfrauen mit großer Hartnäckigkeit festhalten, ist ebenso unpraktisch als kostspielig. Daßes ^aus einer Zeit her, wo die Holzasche und Pottasche einen viel geringern Werth als M ^hrt!während die Natronsalze hoch im Preise standen. Jetzt hat sich das Verhältniß geradezudem braucht man zur Verseifung derselben Fettmenge nur etwa drei Viertel soviel kohNatron als kohlensaures Kali. Aus diesem Grunde hat man in größern Seifenfabriken ^Wendung der Holzasche ganz aufgegeben; man stellt sich aus calcinirter Soda, welche seht xbillig zu haben ist, mittels Kalk Aetznatronlauge dar oder verwendet noch zweckmäßig^ ? sFdas ebenfalls im Großen zu beziehende Aetznatron. Man verseift in gewöhnlicher ®. c ’ r ' e uH 8dann so viel Kochsalz zu, als zur Abscheidung der Seife nöthig ist, und erhält eine jK*viel billigere Seife. Statt des thierischen Fettes wird neuerdings, namentlich in Engwauch vielfach auf dem Continent, das Palmöl zur Herstellung fester Seifen verwendet-allein und im rohen Zustande mit Natronlauge verseift, liefert dasselbe eine gelbe, i e ”„
etwas durchscheinende Seife von schwachem Vcilchengeruch; Seife aus gebleichtemweißer Talgseife kaum zu unterscheiden. In der Regel benutzt man indeß das Pal»^ gucksich allein, sondern als Zusatz zu Talg, uanientlich bei der Bereitung der auch bei uns j,j[lifWirksamkeit und Billigkeit sehr beliebten Harzseife. Die Harze, von denen indeß nur ^ {It »>'Fichtenharz und Kolophonium zur Seifenbereitung verwendet werden, geben mit atzekohlensauren Alkalien Verbindungen, welche den eigentlichen Seifen in vieler Bezieh"