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Garten.
theils Thieren zum Aufenthalt dienen, die den Gärten nachtheili'g werden.Wollige Ebenheit des Bodens zum Gemüsegarten ist deshalb nicht wünschens«werth, weil bei starkem Regen, besonders im Frühlinge, die Nässe aufmanche Gewächse nachtheillg wirkt, um so mehr, wenn der Garten an sichschon eine niedrige Lage hat, weshalb man dann durch Abzugsgräben oderErhöhung des Gartens zu Hülfe kommen muß. Dagegen ist eine sanft«Abdachung des Gartens von Mitternacht gegen Mittag oder von Abendgegen Morgen sehr vortheilhast für zeitiges und gutes Gedeihen der Gemüse.Ein Abhang nach Mitternacht ist möglichst zu vermeiden, weil auf solchemdie Gemüse nicht nur viel spater reifen, sondern auch perennirende Pflanzenim Winter leichter erfrieren. Eine zu starke Abdachung ist in jedem Fallenachtheilig, indem sich die so nöthige Feuchtt'gkeit nicht darauf halten kann,auch der Dünger und Humus leicht weggeschwemmt wird. Wo man inder Wahl beschrankt ist, muß man daher an solchen Stellen Terrassen an-legen, wozu man gerade keiner Mauer bedarf, indem man recht gut durchEinschlagen von Pfählen und Aufeinanderlegen von Rasenstücken bis zurHöhe von 10 bis 12 F. zum Zweck kommen kann. Die beste Erdart fürden Gemüsegarten ist ein sandiger Lehm oder ein Boden, der wie schwarzePflanzenerde aussieht. Wenn es an einem solchen Boden mangelt, sokann man durch Kunst ein gutes Erdreich erzielen, indem man je nachUmstanden gute Erde aufführt, oder den Boden mit verbessernden Erdartenoder mit Dünger vermischt und bei zu sumpfiger Beschaffenheit ihn trockenlegt. Vornehmlich kann Moor- und Sumpfboden bei einer zweckmäßigenTrockenlegung durch Gräben das beste Gemüseland werden, indem der Bo-den von unten herauf sich stets einen gewissen Grad der Feuchtigkeit erhält.Vermischung mit Kies dient im Allgemeinen sehr vortheilhast zur Verbesse-rung des Sumpf- und Moorbodens. Bei einem zu starken Gehalre vonThon oder Lehm bringt man ebenfalls Sand oder Kies oder Mergel inden Boden, so wie auch Holzerde und aus verwestem Unkraute und Rasenentstandene Pflanzenerde sehr zur Verbesserung des Thonbodens dient.Sandboden verbessert man umgekehrt durch Beimischung von Thon undöftere Mistdüngung. Jedenfalls aber ist es wohlgethan, die Verbesserung deSBodens durch andere Erdarlen nur allmalig vorzunehmen, indem man sonstleicht über das rechte Ziel hinausgeht. Bevor man jedoch fremde Erde zurVerbesserung herbeischafft, untersuche man seinen Boden in der Tiefe, wo manoft schon die beste Erde zur Verbesserung findet, in welchem Falle man durchRajolen am leichtesten zum Zwecke gelangt. Auch muß man • bei Anlegungeines Gemüsegartens auf reichlichen Vorcath von Wasser in dessen Nähe sehen,indem die meisten und besten Gemüseartcn ohne vieles Begießen nicht gedeihen.Das beste Wasser für Gemüsepflanzen ist Fluß- oder Grubenwasser, welchesstets der Lust und Sonne ausgesetzt ist. Brunnen- und Quellwasser läßtman in Eisternen oder Kufen sich sammeln und wenigstens über Mittag imFreien stehen. Auch Regenwasser kann man zu diesem Behufe sammeln (vergl.Begießen). Sehr zweckmäßig ist die Einrichtung, das Wasser mittelstRöhren an verschiedene Stellen des Gartens hinzuleiten und in gewissenDistanzen Springhähne anzulegen. Bei der Eintheilung des Gartens hatman dahin zu sehen, daß man zu jeder Stelle^ bequem hingelangen, auchüberall frei arbeiten kann; dies läßt sich hauptsächlich durch eine zweckmäßigeAnlage der Wege bewirken, welche den Garten abtheilen. Bei kleinen Gär-ten wird sich hier nach Umständen und Bequemlichkeit die zweckmäßigste