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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Hannover.

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gemeiniglich einen bedeutenden Vorsprung gegen Hedrich und Senf bekommen,«»ich ist es hier und dort gebräuchlich, auf die jungen Bohncnfelder einigeSchaff zu treiben, wenn sehr viel Unkraut aufgeschlagen ist. Für die besteSaatzeit halt man in den Elbe- und Wcsermarschen Ende des März undAnfang April. In Ostfriesland pflegt man aber vor der letzten Hälfteoos April bis Mitte Mai zu säen. Von der großen Bohne pflegt manI» stark, wie Hafer, zu säen; von der kleinen Art nimmt man den^ten Theil weniger. Ein Gemisch von Bohnen, Erbstn oder Wicken zu>äcn, welches in vielen Geestgegendcn mit Recht sehr beliebt ist, ist, außereinigen Flußmarschen, nicht gebräuchlich. Auf der Geest baut man sie»uf reichgedüngtem Boden im Osnabrückischen in Reihen, sowohl allein undin einer Entfernung von 6 bis 8 I., oder pflanzt sie, wenn MohrenDrunter gesäct werden sollen, auf 4 F. Weite. Der Buchweizen ist fürvielen Heide- und Moorländer Hannovers das, was die Bohne für dieMarsch ist. Ob zwar gleich der Buchweizen eine unsichere Frucht ist, so'kletzt doch ein vorzügliches Buchweizenjahr mehrere fehlgeschlagene. Amvorzüglichsten gedeiht der Buchweizen in lehmigem Sandboden, wie z. B.

Lingenschen zu Emsbührcn und der Umgegend, und auf dem gebrannten^ooracker, so lange die Schollecde noch nicht gänzlich zerstört ist. Im^ten und Zten Jahre nach der Urbarmachung steht der Buchweizen in der0>egel am besten. Der Buchweizen wird auf den Mooren mit der Sense8cmäht; an einigen Orten richtet man ihn gleich darauf in Form zuge-setzter Büschel in die Höhe und läßt ihn so bis zum Einernten stehen;Anderwärts bleibt er dagegen eine Zeitlang in Schwaden liegen, wird dann'N Bunde gethan und bleibt hierin aufgeschichtet so lange auf dem Felde,^ er trocken genug ist, um eingeschcuert werden zu können. In Ostfries-stiib und einigen andern Provinzen drischt man den Buchweizen, nachdem^ trocken genug ist, auf dem Felde. Die Körner behalten dabei ein weit^sseres Ansehen, als wenn das Dreschen erst lange nach dem Einerntenvorgenommen wird, sie sind glatt, glänzend und voll, und'besitzen niemals^en dumpfigen^ Geruch. Zuweilen, wenn der Buchweizen nicht mehr dieAussaat ersetzt, säet man im 5ten, 6ten oder 7tcn Jahre Roggen oder Hafer;

pflügt oder hackt sehr tief dazu und brennt; dennoch aber wachsene>de Früchte sehr kümmerlich. Auch wird, vornehmlich auf den ostsriesi-Aen Mooren, als Ste oder 6te Frucht wohl ein Gemenge, aus Hafer und^uchweizen bestehend, gesäet, welches man reif werden läßt und im WinterA Rindvieh mit verfüttert. Häufig setzt man jenem Gemenge auch etwas^porgelsamen zu. Stellenweise wird auf der Geest der Buchweizen zur^^nsütterung gebaut; doch schätzt man zu diesem Zwecke den Spörgel mit^"cht viel höher. Die Kartoffel ist, selbst in den von der Natur nurJ'JS ausgestatteten Gegenden Hannovers, neben dem Buchweizen eine sehrKulturpflanze. Auf dem sandigen Acker wendet man, um Düngerc^orsparxn, die Lochdüngung an, rajolt oder spatpflügt, häufelt aber nicht.^ slt stu f ben Hochmooren die Erfahrung gemacht, daß, wenn man mit. oizenkaff düngt, welches sehr viel Kali, das die Kartoffeln zu ihrem^>hen verlangen, enthält, diese bei weitem besser wachsen, als wenn man

Wt Mist gedüngt hat. Die Mooranbauer Ostfrieslands bepflanzend'ojenigen Stellen des Feldes, auf welchen sie den Buchweizen aus«tott* . ^ben, und worauf dessen Kaff liegen bleibt, stets mit Kartoffeln,"o einen außerordentlichen Ertrag an sehr wohlschmeckenden Kartoffeln