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und fruchtbarsten Haselnüsse; ihre Form ist gestaucht, dick und sehr eckig;ihr Schild ist weiß, platt, von einem fast 4eckigen Umrisse; von demselbenlaufen dunkelbraune und hellere Streifen nach der Spitze zu. Die Schaleist nicht sehr hart und springt bisweilen in voller Reise auf dem Baumeoben von einander. Ihr grünes Gehäuse hat starke, ungleiche, weit voneinander stehende Federn, die der Nuß auf dem Baume ein großes An-sehen geben. Der Kern ist voll, süß und angenehm vom Geschmacke; dabeifüllt er die Schale so vollkommen aus, daß er die Rippen und Erhöhungenderselben behält, auch wenn er dürre ist. Der Baum trägt reichlich undgern in Büscheln und, jung gepflanzt, ein Jahr früher, als die andern Ha-selnüsse; reift Ende August. — b) Die gallische Riesennuß, eineder größten und schönsten Haselnüsse, aus den Samen der GunslobischenZellernuß entstanden. Ihre hellgrüne Hülse liegt fest über der Spitze zusam-men und öffnet sich erst, wenn die Nuß überreif ist. Diese ist oben rund,das Schild ist groß, flach und weiß. Die Schale ist dünn und springt beidem Aufmachen gern in 2 Hälften. Der zarte Kern hat einen feinen Ge-schmack. Die Staude trägt mehr einfach als in Büscheln; die Frucht reistspät im September. Die längliche Riesennuß ist etwas kleiner, dick, mehrlänglich und der vorstehenden fast gleich. — c) Die große r und e spa-nische Nuß, sehr groß, rund und glatt; hat einen vollen, süßen, wohl-schmeckenden Kern, reist Ende August. — d) Die Krachnuß, dieMandelnuß mit dünner Schale, läßt sich mit den Fingern zerdrücken.Sie ist groß, mehr rund als lang; der Kern ist voll, süß und gut.
Haselwurz, Haselwurzel (Asarum curopaeum), eine bei unsin schattigen Wäldern wild wachsende Pflanze, von sehr stark gewürzhaftem,pseffer- und baldrianahnlichem Geruch, sehr scharf gewürzhaftem und wider-lich bitterm Geschmacke; ist ausdauernd, blüht vom März bis Mai undreist im Juli. Der Wurzelstock ist von der Dicke einer Schreibfcder, bräun-lich, innen weiß, aus welcher eine Menge dünner Fasern kommen; derStengel ist sehr kurz mit 2 langgestielten, nierenförmigen, netzartig gezeich-neten , lederartigen, dunkelgrünen, glänzenden Blättern; die Blume stehtkurz gestielt zwischen den beiden Blättern, ist außen zottig, grünlichroth,innen röthlich rostbraun und Ztheilig. Die Frucht ist eine lederartige, Lfäch«rige Kapsel mit mehrern eirunden Samen. Gebräuchlich ist die Wurzel,welche mit den Blättern eingesammelt wird; beide besitzen eine Scharfe, ver-möge deren sie Brechen, Diarrhöe, und, gepulvevt in die Nase gezogen,Niesen erregen, daher auch die Haselwurz unter den Schneeberger Schnupf-tabak kommt. Durch-Einmachen in Essig, durch Trocknen und durch Ko-chen verliert sich die brechenerregende Eigenschaft. Biehärzte brauchen dieWurzel bei Rindvieh und Schafen gegen die Fäule und bei Pferden gegendie Würmer; indessen bleibt sie immer in der Hand des Unerfahrnen einbedenkliches Mittel. Der Absud der Blätter färbt vorbereitete Wolle apfel«grün, auch braungrün.
Hasienfraß. Der Schaden, den die Hasen in den Gemüsefeldern,so wie in den jungen Obstpflanzungen anrichten, ist hinlänglich bekannt.Außer der Erle und Linde ist fast kein Baum, dessen Rinde sie verscho-nen. Sie fressen manchmal eine ganze Baumpflanzung, wenn sie nochsehr jung ist, rein weg, oder kneipen im Frühlinge und Sommer die Aeste,ab ; und auch, wenn sie die Pflanzen nur benagen, erholen sich diese ge-wöhnlich niemals davon. OefterS jedoch kann man dieselben noch retten,