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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Hertz.

hungen, während das zweite Rad einmal umgeht; folglich macht das ersteGetriebe (und die Haspelwelle) 100 Umläufe, während das zweite Radnur einmal sich umdreht. Enthalt auch die Achse des zweiten Rades wie-der ein Getriebe von 3 Triebstöcken, welches in ein drittes Rad von30 Zähnen eingreift, so wird auch dieses Rad wieder einmal umgehen,während das dritte Getriebe lOmal sich umdreht; folglich wird dasselbe dritteRad nur einmal umgehen, während das erste Getriebe und seine Wellemit allen Flügeln lOOOmal umläuft, wornach die Anzahl der Fäden gezähltsind. Steckt auf der Achse des dritten Rades ein Zeigep, so kommt auchdieser, bei 1000 Umläufen des Haspels einmal herum. Geht die Achsedurch eine, in 10 gleiche Theile eingetheilte Scheibe (ein Zifferblatt), undträgt sie über dieser Scheibe ihren Zeiger, so kann man den Umgang desletztem genau bemerken. Ist jene Abtheilung der Scheibe in 10 gleicheTheile mit den Ziffern von 1 bis 10 bezeichnet, so kann man daran auchsehen, ob der Haspel 100-, 200- bis lOOOmal umgedreht worden ist.

Um aber auch das Nachsehen nach diesem Zeiger zu ersparen, hat man die-sen Haspel auch noch zu einem Schnapphaspel, d. h. zu einem solchengemacht, der nach vollendetem Umlaufe des Zeigers (und dritten Rades)ein klapperndes Geräusch von sich giebt. Es befindet sich nehmlich an dereinen Seitenwand des Gestelles, in der Nahe des dritten Rades, eine etwa8 Z. lange hölzerne Feder, welche mit ihrem einen Ende so befestigt ist, daßsie an dem andern Ende von jener Seitenwand abgebogen werden kann, unddaß sie, wenn die sie biegende Kraft nachläßt, wieder zurück und gegen dieWand schnellt, welches dann das Geräusch verursacht. Auf der Flache des ,

dritten Rades sitzt an einer schicklichen Stelle ein Stift fest, welcher, beider Umdrehung deffelben Rades, das lose Ende jener Feder erreichen undvon der Wand des Gestelles abbiegen kann. Natürlich kommt auch dieserStift während 1000 Umläufey einmal herum; so wie nun diese Umläufevollendet sind, läßt der Stift die Feder wieder fahren, und diese klapptdann an die Wand des Gestelles. Die 1000, nicht von einander getrenn-ten, Fäden bilden nun ein Stück, einen Schneller u. s. w Garn; manbindet ein Fädchcn darum und haspelt von Neuem, bis wieder einStück voll ist, und so fort. Man kann aber auch jede 100 Fäden(als Strähne, Gebinde) durch ein besonderes Fädchen, oder durch ein Fäd-chen von anderer Farbe, andeuten. Die Abtheilung nach 10, 100, 1000ist wohl die bequemste und beste, obwohl in manchen Ländern eine andereAbtheilungsart, z. B. nach Gebinden von 44 Fäden, und nach Stückenvon 22 Gebinden u. s. w. eingeführt ist. Man hat auch noch andereArten von Haspeln und Garnwinden; unter andern den Hand Haspel,welcher aus einem langen hölzernen Stiel besteht, an besten beiden Endenkürzere Querhölzer gegen einander kreuzweise befestigt sind, woran das Garndurch Umführung der Spule oder durch Umdrehen des Haspels gewundenwird. Doch ist die Arbeit mit diesem Haspel langweilig und mühsam.Außerdem hat man auch noch eigne Garn- oder Zwirnwinden, zum Theilsehr künstlich eingerichtet, die man auf einen Tisch schraubt, das Garnüber ihre Arme spannt, und so mit leichter Mühe in Knäuel wickelt. ZumAbwinden feinern Zwirns oder der Seide hat man auch Winden von Stahl,die völlig nach dem Gebrauche zusammengelegt werden können.

Hatz, nennt man I) jede Jagd, wobei das Wild durch Hunde ein«geholt und festgehalten werden soll; z. 58. Sauhatz, Dachshatz, Hasenhatz