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Hedrich.
in Blüthe tritt, der Vertilgung des HcdrichS kein Abbruch geschieht, unddoch nebenbei eine nicht unbeträchtliche Masse sehr kräftigen und nahrhaftenFutters gewonnen wird, zumal da gerade der Boden, wo der Hedrich ammeisten wuchert, dem Spörgel vorzüglich zusagt. Der neuerdings gemachteBorschlag, den in der Sommerung aufgewachsenen Hedrich, sobald er voll-kommen in Blüthe getreten, mit der Sense abzumähen und so die Samen-bildung zu verhindern, wird dem Zwecke weniger entsprechen, als man hofft.Denn abgesehen von dem Schaden, der bei diesem Abmähen der Getreide-saaten selbst durch das Zertreten und Knicken der Stengel zugefügt werdenwird, müßte man, um die Absicht einigermaßen zu erreichen, den Hedrichzur vollen Entwickelung der Blüthe gelangen lassen, bevor man mäht, wodann aber auch die Sommersaat schon ziemlich empor gewachsen sein unddurch ein etwas tief.res Mähen leicht Schaden leiden würde, zumal da dieseArbeit immer ziemliches Geschick und Uebung voraussetzen läßt; wird nun aberdie Sense beim Abmähen des Hedrichs zu hoch geführt, so entkommen die vielenausgebreiteten Acste dieser Pflanze mit ihren Blüthen und 'verunkrauten denAcker mit ihren nun reif gewordenen Samen noch in einem hohen Grade. —Man kann den jungen Hedrich auch zu Viehfutter benutzen, und er wird auchvon dem Vieh gern gefressen, wenn er jung ist, wird er aber alt, d. h. haben sichseine Stengel schon mehr ausgebildet, so wird er verschmäht, sowohl im grünen,als im trocknen Zustande, in letzterem aber zu Hackst! geschnitten und auf-gebrüht noch am liebsten gefressen. Die Samenknotrn müssen durchausstark gebrüht werden, wenn man sie verfüttert, weil sie sonst zum Theilunverdaut fortgehen und somit neue Unkrautsamen mit dem Miste inSFeld kommen. Besonders muß man mit der Vecfütterung der Samen-knotew bei den Schweinen vorsichtig sein, indem diese Thiere ein schlechtesWerdauunsorgan haben. Uebrigens geben diesen Samenknoten, mit Häckselausgebrüht, ein gutes Futter, welches von dem Vieh auch gern gefressenwird. Bei dem Versuche, die Hedrichsaat zu Del zu benutzen, hat manwenig gewonnen, weil sich die Samen zu schlecht ausdreschen lassen, viel-mehr der größte Theil derselben in den Knoten bleibt. — I») Hedrich,falscher Ackersenf, wilder Senf, S ch oten he d r i ch, schwarzerFeldsenf (Siaajns arvcnsis), ist ein einjähriges Gewächs und lästigesUnkraut in jedem humosen und thonigen Boden in Niederungen, besondersin dem schwarzen; im magern trocknen Lande findet man ihn nur selten,und er wird auch hier dem Getreide wenig nachtheilig. Er blüht gelb,vom Juni bis August, und seine Samen reisen im September, fallenleicht aus und behalten lange ihre Keimfähigkeit, weshalb diese Pflanze alsUnkraut schwer zu vertilgen ist. Das Vieh frißt die Pflanze gern, dieBlüthen werden von den Bienen besucht, die jungen Blätter können alsGemüse gebraucht, ja selbst auf einem luftigen Boden ausgeschüttet durchmehrmaliges Wenden getrocknet und zu diesem Zwecke in leinenen Beutelnzum spätern Verbrauche aufbewahrt werden; die Samen geben Oel, etwa30 Pfd. von 100 Pfd., sind aber auch als Senf zu benutzen. Die Pslan-zen zur Oelgewinnung zu bauen, ist deshalb nicht räthlich, weil die Samenungleich reifen, und die reifen zu leicht ausfallen. Es ist daher am besten,dieses Unkraut durchs Jäten zu vertilgen, und von dem Ausgejäteten Ge-brauch zu Viehfutter zu machen. — c) Hedrich, gemeiner, Eisen-kraut, Wegcscnf, Ackerhedrich (Erysimum ofsicinale). Dieses aus-dauernde Gewächs treibt einen bis 2 F. hohen Stengel und eine kleine