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der Küste ins Meer geworfen zu werden. Er glaubte iu der That,die Meinungen geändert zu haben, und besonders auf Thiers ge-stützt, reiste er im Vertrauen auf einen bedeutenden Feldzug nachAfrika ab. Allein er war kaum angekommen, als in Frankreichdas Ministerium Thiers einem solchen weichen mußte, das geradeüber die Besetzung Algiers entgegengesetzte Ansichten hatte. An-statt zu den 28,000 Mann, die in Afrika waren, noch 10,000 zuschicken, wie es Clauzel verlangt hatte, wurde nur die Zahl 30,000vollständig gemacht; ja-man hemmte ihn noch dadurch, daß manihm vorschrieb, ohne direkte Befehle keinen ernstlichen Feldzug zuunternehmen. Die Befehle kamen nicht; dagegen wurde mit den2000 Mann Verstärkungen auch der Herzog von Nemours zumFeldzug nach Afrika abgeschickt. Clauzel, dem eine solche Zwei-deutigkeit mißfiel, ließ sich eher durch die in Afrika gebotenen Um-stände als von den Ansichten in Paris leiten; er glaubte jenenErster mit einem Feldzug gegen Konstantine entsprechen zu müssen, indemder Bey Ahmed Bona mit ernsthaften Ueberfällen bedrohte. Alleintme die Jahreszeit war schon stark vorgerückt, die Regenzeit hatte be-gonnen und die Ebene in einen großen Sumpf verwandelt, durchden die Armee mit der größten Anstrengung marschtren mußte.Schneegestöber und eine empfindliche Kälte machten die Lage nochschwieriger. Wie Marschall Clauzel den 12. Nov. (1836) sich mit7000 Mann in Marsch setzte, so hatte er mit dem Boden, derJahreszeit und den Feinden zu gleicher Zeit zu kämpfen. Dasschwere Geschütz und das Gepäck mußte zurückgelassen werden; derSoldat hatte an Hunger, Kälte, Nässe und Krankheiten zu leiden,so daß die Armee, wie sie den 21. Nov. vor Konstantine anlangte,mißlingt, weder die nöthige Kraft noch die nöthigen Werkzeuge zu einer Be-lagerung hatte. Daher trat man, wie eine Ueberrumpelung nichtden gehofften Erfolg hatte, den 23. den Rückzug an, den Chan-garnier mit 600 Mann decken mußte. Die Feinde ermangeltennicht, den weichenden Franzosen nachzusetzen und bedeutenden Scha-den beizufügen. Es war den 1. Dez., als der Marschall Clauzelnach einem Verluste von 443 Mann, die getödtet oder erfroren